Der Schotte Addis arbeitete zwischen 1876 and 1880 für die Firma Peter Dowie and Co., Getreideimporteure aus Leith. Von 1880 bis zu seinem Ruhestand arbeitete er für die Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC). 1883 wurde er zunächst nach Singapur, dann als Leiter zum HSBC Hauptquartier nach Hong Kong versetzt. Von 1918 bis 1932 war er einer der Direktoren der Bank of England, bevor er (genauso wie bei der HSBC) aus Altersgründen ausscheiden musste. Von 1924 bis 1929 saß Addis außerdem im international besetzten Direktorium der Reichsbank.
Nach dem Abitur studierte Albert Rechtswissenschaft an den Universitäten von München, Leipzig, Jena. Nach verschiedenen Tätigkeiten im preussischen Staatsdienst fungierte er von 1917 bis 1918 als Treuhänder des in Deutschland befindlichen Vermögens feindlicher Staaten. Von 1918 bis 1919 übernahm er den Posten als Präsident des Reichsamts zur Verwertung von nach dem Kriegsende disponibel gewordenen Heeresgütern. 1919 wurde er Unterstaatssekretär, 1920 Staatssekretär der Reichskanzlers. Albert war im Kabinett Cuno von November 1922 bis April 1923 der letzte Reichsschatzminister, weil das Ministerium schließlich ins Reichsfinanzministerium eingegliedert wurde. Danach übernahm er das Reichsministerium für Wiederaufbau. Nach dem Ende der Regierung Cuno 1923 arbeitete Albert als ein auf die USA spezialisierter Wirtschaftsanwalt, der Transaktionen amerikanischer Unternehmen in Deutschland abwickelte.
Allen besuchte die Militärschule Peeksville und das College von Georgetown. 1882 wurde er Leutnant der Kavallerie und machte anschließend fortgesetzt Karriere, bis er 1912 zun Oberstleutnant befördert wurde. 1916 wurde er Oberst und Kommandeur der 17. Brigade und nahm an der mexikanischen Strafexpedition teil. 1917 erfolgte seine Ernennung zum Generalmajor und ab September 1917 kommandierte Allen die 90. Division des American Expeditionary Forces in Nordfrankreich. Er nahm an den Kämpfen an der Mosel und an der Maas-Argonnen-Offensive teil. Im November 1918 wurde er zum Kommandeur des VIII. Armee-Korps ernannt. Ab dem März 1921 war Allen Kommandeur der amerikanischen Truppen am Rhein, ab Juli 1919 Kommandeur der amerikanischen Besatzung in Deutschland und ab Mai 1920 auch Mitglied der Rheinland-Oberkommission. Im Februar 1923 kehrte er in die USA zurück.
Nach einer kaufmännischen Ausbildung am Lycée St. Omer in Nordfrankreich ging Angell im Anschluss nach London, um Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Dieses Studium absolvierte er nur ein Jahr, parallel arbeitete er bereits als Journalist einer Provinzzeitung. Sein zweites Buch, das ihn international berühmt machte, erschien 1910 und trug den Titel The Great Illusion (dt. Die falsche Rechnung. Was bringt der Krieg ein?). Es wurde innerhalb eines Jahres in 15 Sprachen übersetzt. In dem Buch klagt er die Kriegsführung ebenso wie den traditionellen Pazifismus an. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich Norman Angell für eine Revision des Versailler Vertrages zu Gunsten Deutschlands ein. 1919 wurde er Mitglied der Labour Party und außenpolitischer Berater derselben. Von 1928 bis 1931 erschien unter seiner Herausgeberschaft die Zeitung Foreign Affairs.
Nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung begann Aschberg zunächst im schwedischen Textilgeschäft, wechselte aber bald in die Finanzbranche. 1912 gründete er die Genossenschaftsbank AB Nya Banken, die er bis 1918 leitete. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte Aschberg hervorragende Beziehungen zu Russland und begann später die Bolschewiki zu unterstützen. Zu diesem Zweck gründete er die Garantie- und Kreditbank für den Osten in Berlin. Ab 1926 lebte Aschberg in Frankreich, wo er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Emigranten unterstützte. Er wurde Mehrheitseigner der Société Pathé Frères, einer großen Filmgesellschaft. Im Januar 1941 emigrierte er über Lissabon in die Vereinigten Staaten.
Nach einer Ausbildung zum Architekten trat Atherton in den Diplomatischen Dienst ein. Vom Mai 1923 bis zum Juni 1924 arbeitete er zunächst in der Gesandtschaft in Griechenland. Von 1930–1937 fungierte er als Botschaftsrat in Großbritannien sowie Berater der Delegation bei den Londoner Flottenkonferenzen 1930 und 1935. 1937 wurde er Außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigten Minister in Bulgarien. 1939 wurde er zum Außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Dänemark berufen. 1943–1948 war er US-amerikanischer Botschafter in Kanada.
Studium der Jurisprudenz. Von 1910–1913 war er Leiter der städtischen Rechtsauskunftsstelle in Zürich. Von 1918–1925 amtierte er als Vorsteher des III. Departements der Schweizerischen Nationalbank und von 1925–1939 war er Vorsteher von deren I. Departement. Damit agierte er während der zweiten Hälfte der 1920er Jahre de facto als Präsident der Schweizerischen Nationalbank.
Nach einem Studium in Harrow und Cambridge wurde Baldwin 1908 ins britische Unterhaus gewählt. 1917 erhielt er seinen ersten Regierungsposten in der Koalition aus Konservativen und Lloyd Georges liberaler Teilfraktion. 1921 wurde er President of the Board of Trade und Mitglied im Kabinett. Danach wurde er Schatzkanzler in Bonar Laws konservativer Alleinregierung 1923 und avancierte nach Bonar Laws gesundheitsbedingtem Rücktritt zu dessen Nachfolger als Premierminister. Nach einer ersten kurzen Regierungszeit bildete er von 1924–1929 seine zweite Regierung und von 1935–37 seine dritte Regierung als konservativer Premierminister.
Nach der Schulausbildung arbeitete Ballin zunächst bei der Auswanderungsagentur Norris & Co., wo er bis zum Teilhaber aufstieg. 1886 wurde er Leiter der Passagier-Abteilung der Hamburg-Amerika Passagier AG (HAPAG). 1888 wurde er in den Vorstand des Unternehmens berufen. Ab 1899 war er Generaldirektor der HAPAG und entwickelte die Firma erfolgreich zur größten Schifffahrtslinie der Welt. Nach dem Ende des Krieges beging er Selbstmord.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der 1873 erfolgten Promotion zum Dr. jur. trat Bamberger in das familiäre Bankhaus Bamberger & Co. in Mainz ein, das 1911 von der BerlinerDisconto-Gesellschaft übernommen wurde. Bamberger war danach Aufsichtsratsmitglied der Disconto-Gesellschaft wie auch mehrerer anderer Unternehmen. Seit 1905 war Bamberger Mitglied der Mainzer Handelskammer, ab 1907 dort Vizepräsident und ab 1908 deren Präsident. Diesen Posten bekleidete er bis zu seinem Tod 1926. Ab 1900 war er Stadtrat in Mainz und von 1905–1911 Beigeordneter im Mainzer Magistrat.
Alice Barbi, seit ihrer Heirat in zweiter Ehe mit dem italienischen Botschafter in London Pietro Tomasi Della Torretta die Marchesa della Torretta, war eine italienische Violinistin und Sängerin. In den 1920er Jahren war sie als diplomatische Gesandtin u. a. in Wien tätig.
Nach dem Jurastudium arbeitete Barthou zunächst als Anwalt. 1899–1922 vertrat er das Department Basses-Pyrénées als Abgeordneter, dann von 1922–1934 als Senator. Während der 1920er Jahre hatte er verschiedene Ministerposten inne: Von 1921–1922 war er Kriegsminister, 1922 Justizminister, von 1922–1926 Außenminister. Von 1926–1929 amtierte er als Vorsitzender der Reparationskommission. 1934 fiel er einem Attentat durch einen kroatischen Terroristen zum Opfer.
Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und Berlin. 1896 folgte der Eintritt in das Staatsministerium des Großherzogtums Oldenburg, wo er 1898 Gerichtsassessor wurde. Anschließend bekleidete er verschiedene Positionen als Amts- und Lanrichter im Norddeutschen Raum. 1907 wurde er zum Oberlandesgerichtsrat in Oldenburg ernannt. Im Oktober 1918 wechselte Becker in das damalige Reichsschatzamt und spätere Reichsfinanzministerium. Er war für die Erarbeitung der Reichsabgabenordnung verantwortlich, die am 23. Dezember 1919 in Kraft trat. Im Januar 1920 wurde Becker Reichsfinanzrat am Reichsfinanzhof in München und 1922 zum Senatspräsidenten ernannt. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1935 führte er den Vorsitz im Senat für Einkommenssteuersachen.
Benedikt XV wurde 1854 unter seinem bürgerlichen Namen
Giacomo della Chiesa in Genua geboren. Er wurde kurz nach Ausbruch des
Ersten Weltkriegs im September 1914 zum Papst gewählt. Während des Krieges
rief er die Kriegsparteien wiederholt zum Frieden auf und bot sich
schließlich mit seiner Friedensnote Dès le début als
neutraler Vermittler an. Seine Friedensbemühungen blieben letztlich
erfolglos, allerdings trugen sie dazu bei, die katholische Kirche
langfristig als Friedenspartei zu etablieren.
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Berenberg-Gossler, Johann von
Berenberg-Gossler, John von
Bankier
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22.10.1866
14.07.1943
John von Berenberg-Gossler war der älteste Sohn des Chefs des Bank- und Handelshauses Joh. Berenberg, Gossler & Co (Berenberg Bank). Nach einer Banklehre arbeitete er zwei Jahre in der Firma Gossler & Co. in Boston, einer Tochtergesellschaft von Joh. Berenberg, Gossler & Co., die vor allem mit Zucker handelte. 1892 trat er in die väterliche Firma ein und wurde 1893 Teilhaber. Im August 1920 wurde er auf Empfehlung DVP-AbgeordnetenJakob Riesser in den diplomatischen Dienst berufen und zum 1. Oktober 1920 trat Berenberg-Gossler das Amt des deutschen Botschafters in Rom an. Er amtierte dort bis Ende 1921. Von 1923 bis 1925 war er Vorsitzender der Hamburger Bank von 1923, die in Zeiten der Hyperinflation im Jahre 1923 versuchte, eine stabile Währung auf US-Dollar-Basis bereitzustellen. Er wirkte außerdem in Aufsichtsräten unterschiedlicher Firmen, beispielsweise der HAPAG oder der Dresdner Bank.
Nach dem Kriegsdienst stieg er zunächst als Übersetzer bei der Pariser Friedenskonferenz in die Politik ein. Von 1928–1934 war er Abgeordneter für die Radikalsozialisten. Ab 1940 diente er dem Vichy-Regime als Botschafter in Moskau.
Nach Studium der Rechtswissenschaft in Berlin erfolgte im Jahr 1900 die Promotion zum Dr. jur. Anschließend arbeitete Bergmann als Gerichts-Assessor in Berlin. 1901 erfolgte der Wechsel zur Deutschen Bank. Seit 1911 war er stellvertretender Direktor der Deutschen Bank und seit 1919 Vertreter des Deutschen Reiches bei der Reparationskommission in Paris. Von 1919–1921 amtierte er als Vorsitzender der Kriegslastenkommission und als Staatssekretär im Reichsfinanzministerium. 1921 erfolgte die Rückkehr zur Deutschen Bank. Von 1924–1927 war er Mitinhaber der Bank Lazard-Speyer-Ellissen in Frankfurt/M. Er war Mitglied im Verwaltungsrat der Reichsbank und seit 1931 der Treuhänder der zusammengebrochenen Danatbank.
Nach einer abwechslungsreichen Karriere im Innenministrium wurde Bernard 1922 Richter am Kassationsgericht in Paris. Von 1924–1929 war er Frankreichs Botschafter in Schweden.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft leistete Bernstein 1904 die preussische juristische Staatsprüfung ab und trat 1905 in der Geschäftsleitung des Centralverbandes des Deutschen Bank- und Bankiersgewerbe ein. Von 1925–1935 amtierte er als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Centralverbandes. Zugleich war er stellvertretender Vorsitzender der BerlinerBörsen-Courier AG.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Straßburg,
Leipzig und Berlin trat 1882 in den preußischen Staatsdienst ein. 1899 wurde
er zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Brandenburg, 1905 Preußischer
Innenminister. 1907 wechselte er auf die Reichsebene und wurde
Staatssekretär des Innern in der Bülow-Regierung. Nach Bernhard von Bülows
Rücktritt wurde Bethmann Hollweg 1909 Reichskanzler. In dieser Position
spielte er eine zentrale Rolle in den diplomatischen Verwicklungen, die zum
Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten und war im Krieg bis zu seinem
Rücktritt an allen wesentlichen Entscheidungen Deutschlands beteiligt. Sein
Rücktritt im Juli 1917 ist insbesondere auf das Betreiben der dritten
Obersten Heeresleitung um Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff
zurückzuführen, die dem Kaiser im Falle des Verbleibens Bethmann Hollwegs an
der Spitze des Reichs mit Rücktritt gedroht hatten.
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Bewley, Thomas Kenneth
Finanzpolitiker
03.07.1890
23.06.1943
Nach dem Studium in Oxford und Cambridge trat Bewley 1913 in das Britische Treasury Department ein. Er leistete seinen Kriegsdienst von 1914–1918 im Royal Army Service Corps. 1922–23 wurde er zum Irish Department of Finance abgeordnet. 1933–39 war er Financial Advisor der britischen Botschaft in Washington D. C.
Nach der Promotion 1895 folgte 1905 die Habilitation an der Universität München. 1910 wurde er Außerordentlicher Professor an der Münchner Handelshochschule. Von 1914–1917 war Bonn Gastprofessor an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Nach dem Weltkrieg nahm er an den Friedensverhandlungen in Versailles und Spa als Sachverständiger für Reparationsfragen teil. 1920 wurde er Dozent an der Handelshochschule Berlin. 1930–1932 war er Mitglied der Gold-Delegation des Völkerbundes und seit 1931 Gründungsrektor der Handelshochschule Berlin. Nach der "Machtergreifung" wurde Bonn als dezidierter Liberaler von den Nationalsozialisten aus allen Ämtern entlassen. 1933 emigrierte er nach London, wo er u.a. an der London School of Economics unterrichtete. Von 1938–46 arbeitete er als Dozent in den USA, seit 1946 wieder in London.
Bortkewitsch war ein in Deutschland arbeitender russischer Ökonom und Statistiker. Er studierte zunächst Jurisprudenz in St. Petersburg und dann ab 1890 Politische Ökonomie und Statistik in Straßburg, Göttingen, Wien und Leipzig. Ab 1895 lehrte er Statistik und Versicherungsmathematik in Straßburg und wurde 1901 außerordentlicher Professor für Statistik an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, wo er 1920 Ordentlicher Professur wurde. Er beschäftigte sich in wichtigen Arbeiten mit der Bevölkerungsstatistik und der Arbeitswerttheorie. Zudem leistete er wichtige Beiträge zur statistischen Analyse von Wahlen.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Padua und Berlin lehrte er 1909 bis 1917 an der Universität Palermo sowie zwischen 1917 und 1919 an der Universität Genua. Von 1920 bis 1929 war er Staatsrat für Finanzen der Reparationskommission und lehrte von 1925 bis 1926 Politische Ökonomie an der Universität Bologna sowie von 1926 bis 1927 an der Universität Mailand. Von 1927 bis 1940 lehrte Bresciani an der Universität Kairo. Anschließend kehrte er nach Italien zurück und lehrte bis 1957 als Professor für Politische Ökonomie an der Universität Mailand. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er ein entscheidender Programmatiker des italienischen Liberalismus und bekleidete mehrfach Ministerämter. Seine Schriften zum deutschen Inflationsproblem machten ihn international bekannt.
Briand war Sozialist und von 1906–1932 mehrfach französischer Minister. U. a. bekleidete er die Ministerposten für Justiz und Äußeres 1909–1911, 1915–1917, 1921–1922, 1925–1926 und 1929. Als Ministerpräsident war er 1925 einer der Schöpfer des Locarno-Vertrages, der einen Meilenstein in der deutsch-französischen Verständigung darstellte. 1926 erhielt er zusammen mit Gustav Stresemann und Joseph Austen Chamberlain den Friedensnobelpreis. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre propagierte er u. a. sein Projekt einer Union der europäischen Staaten.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und Heeresdienst trat Brockdorff-Rantzau 1893 in den Diplomatischen Dienst ein. 1897 wurde er Legationssekretär in St. Petersburg und 1901 Legationsrat in Wien. Von 1909-1912 war er Generalkonsul in Budapest und von 1913–1918 Gesandter in Kopenhagen. Nach der Revolution wurde Brockdorff-Rantzau der erste Außenminister der Weimarer Republik. Zusammen mit dem gesamten Kabinett Scheidemann trat er im Juni 1919 aus Protest gegen den Versailler Vertrag zurück. 1922 bis zu seinem Tod war er Botschafter in der Sowjetunion.
Nach der 1915 abgeschlossenen Promotion leistete Brüning bis 1918 Kriegsdienst. Von 1919–1921 arbeitete er als Referent im Preußischen Wohlfahrtsministerium. Von 1920–1930 war er Geschäftsführer des Christlichen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Von 1924–1933 saß er für das Zentrum im Reichstag und war zudem von 1928–1930 Mitglied des Preußischen Landtag. Seit 1929 amtierte er als Vorsitzender der Reichstagsfraktion des Zentrums. Von April 1930 bis Mai 1932 amtierte er als Reichskanzler und ab 1931 in Personalunion als Außenminister. Brüning regierte im Wesentlichen gestützt auf Notverordnungen und § 51 der Weimarer Reichsverfassung. Mit insgesamt vier Notverordnungen setzte er im Reich eine rigorose Sparpolitik durch. 1934 emigrierte er in die USA und war von 1937–1951 Professor an der Harvard University. 1951–1955 war er Professor in Köln, bevor er 1955 in die USA zurückkehrte.
Nach dem mit der Promotion abgeschlossenen Studium der Staatswissenschaften arbeitete Bruhn zunächst als Industriekaufmann bei G. Polytius Dessau. Von 1912–1927 war er Mitglied des Vorstands bzw. des Aufsichtsrates der Friedrich-Krupp-AG. Während der Weimarer Republik amtierte er als Vorstandsmitglied des Reichsverbands der Deutschen Industrie.
Nach Studium der Rechtswissenschaften und Promotion in Leiden wurde Bruins in der niederländischen Provinzialverwaltung tätig. Anschließend wurde er Professor an der Handelshochschule Rotterdam und war seit 1924 Mitglied der Kommission für Notenausgabe der deutschen Notenbank. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre war Bruins Abteilungsleiter der Banque de Belgique.
Nach dem Studium der Botanik, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Bücher 1905 in den Kolonialdienst ein und wurde 1908 Leiter des Instituts für tropische Agrikultur in Victoria (Kamerun). 1914 trat er in das Kolonialamt Berlin ein und agierte 1915–1918 als Berater des türkischen Landwirtschaftsministeriums. Von 1919–1921 war er als Quereinsteiger Vortragender Rat im Auswärtigen Amt. 1921–1925 Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Reichsverbands der Deutschen Industrie, seit 1925 Berater der IG Farben und seit 1928 Mitglied der Direktion der AEG. Von 1931–1947 amtierte er als Vorstandsvorsitzender der AEG. 1948 wurde er als Leiter des Ausschusses zur Entflechtung der IG Farben von den Alliierten eingesetzt und 1950 Aufsichtsratsvorsitzender der AEG.
Burgess trat 1920 als Statistiker in die Federal Reserve Bank of New York ein und verließ sie erst 1938 als Vizepräsident, zuständig für die Wertpapiere in der Bank. 1927 veröffentlichte er das Buch The Reserve Banks and the Money Markets. 1938 wechselte er als stellvertretender Direktor des Aufsichtsrates zur National City Bank of New York und wurde später Vorsitzender des Exekutivkomitees der Bank. 1953 trat Burgess in das US-amerikanische Finanzministerium ein und wurde ein Jahr später Unterstaatssekretär. Von 1957–1961 war Burgess permanenter Vertreter der Vereinigten Staaten bei der NATO.
Calmes gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die mit einem Doktorititel nach Luxemburg zurückkehrten, nachdem er an verschiedenen Universitäten in Deutschland und der Schweiz gearbeitet hatte. In den 1920er Jahren wurde er Direktor des luxemburgischen schwerindustriellen Konzerns Arbed. Während er in den frühen 1920er Jahren an der Universität Frankfurt unterrichtete, wurde er 1921 vom Völkerbund beauftragt, die finanzielle Lage Albaniens zu untersuchen. Als Historiker beschäftigte er sich vor allem mit der luxemburgischen Geschichte im 19. Jahrhundert.
Redakteur des Braunschweiger Volksfreundes, dann freier Journalist in Berlin. Von 1898–1902 war er Mitglied des Reichstages für die SPD. Von 1900–1913 gab er das Handbuch "Das Wirtschaftsjahr" heraus. Seit 1906 leitete er ein wirtschaftsstatistisches Büro in Berlin. Von 1919-23 gab er die Zeitschrift Die Konjunktur heraus.
1892 trat Carr in den diplomatischen Dienst ein und war nach 1900 führend daran beteiligt, ein professionelles Diplomatisches Corps zu schaffen. Von 1924–1937 war Carr Assistant Secretary of State. Im Jahr 1937 ernannte ihn Präsident Franklin D. Roosevelt zum amerikanischen Botschafter in der Tschechoslowakei.
Von 1895–1898 war Cassel Professor für Mathematik in Stockholm. 1904 wurde er Dozent für Nationalökonomie in Stockholm. Er war ein angesehener Wirtschaftsberater in Deutschland und Gutachter für den Völkerbund. So trug er mit seiner Expertise zu den Verhandlungen des Dawes- und Young-Plans bei. Während der Weltwirtschaftskrise argumentierte er vehement gegen den Goldstandard.
Nach einem Studium der Literaturwissenschaft in Harvard arbeitete Castle dort u. a. als Englisch-Dozent. 1919 trat er in das US-Außenministerium ein. Er diente als Vize-Direktor der Abteilung für Westeuropäische Angelegenheiten und ab 1921 als deren Leiter. 1927 wurde er zum Assistent Secretary of State ernannt. Er wirkte wesentlich an der Verhandlung des Kellogg-Briand Pakts 1928 mit. 1930 wurde er Botschafter in Japan und 1931–33 amtierte er als Staatssekretär im US-Außenministerium.
Cattier war ab 1906 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Brüssel. Zudem war er Geschäftsführer der Société Générale de Belgiqué und von 1932–1939 ihr Vorstandsvorsitzender. Bis 1944 war er außerdem Aufsichtsratsvorsitzender der Union minière du Haut Katanga, einer belgischen Bergbaugesellschaft im Kongo.
Chalmers trat 1882 in das Britische Finanzministerium ein und amierte von 1903-1907 als Assistant Secretary. Anschließend wurde er Chairman of the Board of Inland Revenue (1907–1911) und Permanent Secretary to the Treasury (1911–1913). Zwischen Juni 1913 und Dezember 1915 war Chalmers Governor von Ceylon, wonach er anschließend ins Finanzministerium zurückkehrte. Neben seiner politischen Karriere machte er sich einen Namen durch zahlreiche Werke zur Geschichte des Buddhismus.
Von 1902–1903 war Chamberlain zunächst Postminister, von 1903–1904 und von 1919–1921 britischer Finanzminister. Von 1924–1929 bekleidete er das Amt des britischen Außenminister.
Nach einer Karriere als Offizier wurde er 1900 Mitglied des Unterhauses für die Konservativen. Von 1904–1924 war er Mitglied der Liberal Party und bekleidete zahlreiche Ministerämter: 1908–1910 Handelsminister, 1910–1911 Innenminister, 1911 Erster Lord der Admiralität, 1917–1918 Munitionsminister, 1918–1921 Kriegs- und Luftfahrtminister, 1921–1922 Kolonialminister. 1924 wurde er erneut Mitglied der Konservativen. Von 1924–1929 war er Finanzminister, 1939 Erster Lord der Admiralität und von 1940–1945 sowie 1951–1955 Premierminister.
Ausbildung/Studium in Eton und Cambridge. Clark begann seine Laufbahn als Assistent beim Board of Trade in London 1899. U. a. war er an der Aushandlung des Handelsvertrags mit China 1901 beteiligt. Von 1903–05 war er Geschäftsführer der Royal Commission on Supply of Food. Während des Ersten Weltkriegs war er Comptroller-General am Commercial Intelligence Department des Board of Trade. 1917–28 amtierte er als Comptroller-General of Department of Overseas Trade. In den Jahren. 1928–1934 amtierte Clark als 1st High Commissioner in Kanada.
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Clay, Henry
Ökonom
105157503
09.05.1883
30.07.1954
Nach dem Studium in Oxford arbeitete Clay zunächst als Civil Servant. Von 1917–1919 war Clay im Ministry of Labour beschäftigt. 1917 war Clay an der Gründung der "Romney Street Group" beteiligt, einem Think Tank, der sich mit den Problemen der britischen Rekonstruktionspolitik nach dem Ersten Weltkrig beschäftigte. Von 1919–1922 war er Fellow am New College in Oxford. 1922 wurde er als Ökonomieprofessor an die University of Manchester berufen. Von 1930–1944 war er wirtschaftlicher Berater der Bank of England.
Seit 1871 mit Sitz in der französischen Deputiertenkammer bildete er von 1906–1909 seine erste Regierung. 1917 trat er an die Spitze einer neugebildeten Kriegsregierung.
Cleméntel war ein französischer Politiker der Gauche radicale. Er war von 1900 bis 1919 Mitglied der Nationalversammlung. Er bekleidete zahlreiche Ministerämter in verschiedenen Kabinetten und war von 1920 bis 1936 Mitglied des Senats. Darüber hinaus war er 1919 Gründungspräsident der Internationalen Handelskammer.
Collier war Mitglied der Demokratischen Partei und gehörte zwischen 1896 und 1899 dem Repräsentantenhaus von Mississippi an. Zwischen 1900 und 1909 war er Gerichtsangestellter (Circuit Clerk) im Warren County. Bei den Kongresswahlen des Jahres 1908 wurde Collier im achten Distrikt von Mississippi in das US-Repräsentantenhaus in Washington gewählt. Bis 1933 absolvierter er insgesamt elf Legislaturperioden im Kongress. Zwischen 1931 und 1933 war er Vorsitzender des Committee on Ways and Means.
Nach dem Jurastudium in Palermo trat Contarini 1893 in den Diplomatischen Dienst ein und war von 1912 bis 1914 Gesandter Italiens in Portugal. Ab 1914 war er Generalsekretär des Außenministeriums. Von 1924 bis 1926 war er Außenminister, bevor er nach einem Konflikt mit Mussolini sowohl als Minister wie als Generalsekretär des Außenministeriums zurücktrat und sich ins Privatleben zurückzog. Ab 1930 war er wieder Mitglied des Senats.
Rechtsanwalt aus Massachussetts. 1919–1921 diente er als Governeur des Staates. Von 1921–1923 war er Vizepräsident der USA und wurde 1923 Nachfolger Warren G. Hardings nach dessen Tod im August des Jahres. Nachdem er die Wahl 1924 gewinnen konnte, beschloss er 1928 nicht noch einmal anzutreten.
Von 1892–1895 war er Lord Lieutenant of Ireland und von 1905–1908 Lord President of the Council. Von 1910–1915 amtierte er als Kolonialminister und von 1910–1915 als Minister für Indien. Neben einer langjährigen Tätigkeit als Rektor des Kings College London war er von 1922–28 britischer Botschafter in Paris und wurde 1931 Kriegsminister.
Cuno war Direktor der HAPAG und als Wirtschaftsvertreter bei zahlreichen Konferenzen und in vielen Gremien vertreten. Von November 1922 bis zum August 1923, auf dem Höhepunkt der Inflationszeit, war er deutscher Reichskanzler.
Nach der Promotion zum Dr. jur im Jahr 1900 wurde er 1905 Rechtsanwalt in Duisburg. 1919 war er Mitbegründer der Deutschen Liberalen Volkspartei in Heidelberg und bis 1921 dort Stadtverordneter. Zwischen 1920–1932 war er Mitglied des Reichstags für die DVP. Von 1926–1929 war er Reichswirtschaftsminister und von 1929–1931, als Nachfolger Stresemanns, Reichsaußenminister. Nach seinem Rücktritt arbeitete er 1931–1945 als Rechtsanwalt und war Gutsbesitzer in Mecklenburg. Nach seiner Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Heidelberg zurück.
Das Studium der Rechtswissenschaften schloss Dalberg 1910 mit der Promotion ab. 1908 erfolgte der Eintritt in die preußische Justizverwaltung. 1912 wurde er Regierungsassessor und arbeitete ab 1913 als Rechtsanwalt am Oberlandesgericht Düsseldorf. Von 1914–1918 leistete er den Kriegsdienst ab. Danach erfolgte 1918 der Eintritt ins Reichsschatzamt und ab 1919 war er Regierungsrat im Reichsfinanzministerium. 1921 wurde er Oberregierungsrat und Direktor des Kommissariats für Aus- und Einfuhrbewilligung. Von 1923–1925 war er Abteilungsleiter im Reichswirtschaftsministerium. 1925 übernahm er die British and German Trust Ltd. Finanzberatung in Berlin.
Amtierte als Generalinspektor der Landwirtschaft und war Mitglied der „Alliance républicaine démocratique“. Er war nach dem Ersten Weltkrieg bekannt für seine sehr weitgehenden Reparationsforderungen gegenüber Deutschland.
1898 wurde Dawes Währungskommissar der US-Regierung (Comptroller of the Currency). Ab 1901 amtierte er als Aufsichtsratsvorsitzender einer Bank in Chicago. Während des Ersten Weltkrieges wurde er zunächst Major, dann Oberstleutnant und Brigadegeneral unter General John J. Pershing im Nachschubwesen. 1921 wurde Dawes erster Direktor des neugeschaffenen Bureau of the Budget. 1923 wechselte er zur Reparationskommission, wo er den sog. Dawes-Plan mitentwickelte, mit dem die Reparationen neu geregelt wurden. 1925 erhielt er dafür den Friedensnobelpreis. 1924 war er Running Mate des Republikaners Calvin Coolidge und amtierte nach seinem Wahlsieg von 1925–1929 als US-Vizepräsident. 1929–1932 war er Botschafter der Vereinigten Staaten in Großbritannien. Ab 1932 amtierte er als Chairman of the Board der City National Bank and Trust Co. in Chicago.
De Wendel erbte als ältester von drei Brüdern die Führung eines großen Stahlkonzerns in Lothringen. 1899 schloss er sein Studium im Ingenieurswesen ab und begann im familiären Unternehmen zu arbeiten. 1903, nach dem Tod seines Vaters, übernahm er die Leitung des Unternehmens. Zwischen 1908 und 1913 baute er ein neues Stahlwerk in Hayange auf, wobei er US-amerikanische Technologien einführte. 1913 trat er in die Politik ein und wurde Parlamentarier. Während der 1920er Jahre spielte er sowohl als Politiker wie als Industrieller eine zentrale Rolle im öffentlichen Leben Frankreichs.
Nach einem Studium der Rechtswissenschaft trat De Peretti in den Diplomatischen Dienst ein. 1909 wurde er Botschafter in Washington D. C. Von 1924–1929 war er Botschafter in Spanien und von 1929–1931 in Belgien.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft arbeitete Dietrich ab 1882 als Rechtsanwalt in Prenzlau. Ab 1910 war er Vorsitzender des Generalverbandes der Deutschen Raiffeisengenossenschaften. Von 1894–1916 war er Stadtverordneter von Prenzlau und von 1898–1918 Mitglied des Preussischen Abgeordnetenhauses. 1918 wurde er Mitglied des neugegründeten Reichstages und Mitbegründer der DNVP. Von 1919–1924 war Dietrich Vizepräsident des Reichstags.
Dior entstammte einer alten Industriellenfamilie und spielte auch eine wichtige Rolle in den Interessensvertretungen der Hersteller künstlicher Düngemittel in Frankreich. 1921 wurde er im Kabinett von Aristide Briand Handelsminister, wobei er den Posten auch unter Poincaré bis 1924 behielt.
Seit 1893 hatte Doumergue einen Sitz in der französischen Deputiertenkammer. Von 1906–1908 war er Wirtschaftsminister und von 1902–1905 und 1914–1917 Kolonialminister. Von 1910–1924 war er Mitglied des Senats. Von 1924–1931 amtierte er als Präsident der französischen Republik.
Studium der Rechtswissenschaften in Berlin, Freiburg, München und Würzburg. 1913 trat Dorn in den preußischen Justizdienst ein. Er war Teilnehmer der Pariser Friedenskonferenz und an der Erzbergerschen Finanzreform beteiligt. 1920 wechselte Dorn ins Reichsfinanzministerium und wurde dort 1921 Ministerialdirigent, 1926 Ministerialdirektor. Zu seinen Hauptarbeitsgebieten gehörte der Abschluss verschiedener Abkommen über Doppelbesteuerung. 1931 wurde er Direktor des Reichsfinanzhofes und 1934 von den Nationalsozialisten wegen seiner nichtarischen Abstammung aus dem Dienst entfernt.
Paul Doumer war ein französischer Staatsmann und von 1931–1932 vorletzter Präsident der Dritten Republik. Von 1897–1902 war er Generalgouverneur von Indochina und bekleidete in der Folgezeit mehrfach das Amt des Finanzministers (von 1895–1896, 1921–1922, 1925–1926). 1932 fiel er einem Attentat zum Opfer.
Nach dem Studium der Ingenieurswissenschaften trat Du Clos in das familiäre Unternehmen der Lothringischen Schwerindustrie in Longwy ein. Während der 1920er Jahre begann er sich zunächst als Bürgermeister von Longwy politisch zu betätigen und wechselte dann in das Parlament der Republik. Er vertrat nationalistische Ansichten und kooperierte nach der Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg mit den Deutschen. So gehörte er zu den Direktoren der 1943 ins Leben gerufenen Société Française Krupp.
Von 1890–1901 war Dubois zunächst Direktor der Neuenburger Kantonalbank und arbeitete von 1901–1906 als Finanzdirektor der Schweizerischen Bundesbahnen. Von 1906–1920 war er Delegierter und von 1920–1928 Vorsitzender des Verwaltungsrates des Schweizer Bankvereins in Basel 1919. Dubois galt als international renommierter Finanzexperte. Er saß im Aufsichtsrat der Reichsbank und beriet den Völkerbund.
Kaufmann und Miteigentümer der Firmen seines Großvaters Carl Lampe, E. Sachse & Co. Fabrik ätherischer ÖleLeipzig und Liesing bei Wien sowie Brückner, Lampe & Co. Drogen en gros Berlin, LeipzigHamburg. 1919 wurde Dufour Referent der Außenhandelsstelle des Auswärtigen Amts. 1920 wurde er Geheimer Legationsrat in der deutschen Botschaft in London, 1922 dann Botschaftsrat und 1923 Gesandter. Im Jahr 1926 erfolgte seine Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Von 1927–1932 war er Untergeneralsekretär des Völkerbundes. 1932 wurde er Gesandter in Belgrad, bevor er 1933 in den Ruhestand versetzt wurde.
Nach der Promotion 1881 war Duisberg seit 1884 in der Farbstoffentwicklung bei der Firma Bayer, Elberfeld tätig. 1888 wurde er Prokurist und war ab 1900 entscheidend am Aufbau der Leverkusener Chemiefabrik beteiligt. Seit 1900 war Duisberg Vorstandsmitglied bei Bayer und ab 1912 Vorsitzender des Vorstands. 1925 gehörte er zu den Gründern der I. G. Farben, einem Zusammenschluss der großen deutschen Chemieunternehmen. Von 1925–1931 war Duisberg Vorsitzender des Reichsverbands der Deutschen Industrie und ab 1926 Vorsitzender des Aufsichstrats der I. G. Farben.
Von 1911–1949 war er Rechtsanwalt in New York. 1917/18 leistete er Kriegsdienst ab und war 1918/19 Mitglied der US-Friedensdelegation in Paris und bei der Reparationsdelegation. Während der 1920er Jahre arbeitete er erfolgreich als international vernetzter Wirtschaftsanwalt. 1945–1950 war Dulles US-Delegierter bei der Gründung der Vereinten Nationen. Von 1953–1959 amtierte er als Außenminister der USA.
Nach verschiedenen kleineren Tätigkeiten arbeitete Dunlop seit 1899 als Verkaufsleiter für Westinghouse in London. 1911 gründete er die British Electrical and Manufacturer's Association. 1924 organisierte er die World Power Conference, den Vorläufer des World Energy Council. Zudem machte er sich als Anthroposoph einen Namen.
Nach einer Sattlerlehre ging Ebert 1888–1891 auf Wanderschaft. 1889 wurde er Schriftführer des Sattlerverbandes Hannover und 1894 SPD-Vorsitzender in Bremen. 1905 stieg er zum Hauptgeschäftsführer der SPD in Berlin auf. Von 1913–18 saß er für die SPD im Reichstag. Seitdem war er auch deren Vorsitzender. 1917 war Ebert maßgeblich an der Friedensresolution im Reichstag beteiligt und war 1918 im Januarstreik Mitglied der Streikleitung. Nach der Revolution 1918 war Ebert kurzfristig Reichskanzler und Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten. Von 1919–1925 amtierte er als erster Reichspräsident der Weimarer Republik.
Nach dem Studium der Jurisprudenz in Heidelberg und Berlin trat Eisenlohr 1904 in den badischen Justizdienst ein, dem 1911 der Eintritt in den Auswärtigen Dienst folgte. Nach Kriegsteilnahme und Ausbildungsstationen in São Paulo, Lissabon und Belgrad war er von 1931 bis 1936 Gesandter in Athen und von 1936 bis 1937 in Prag.
Erzberger war ab 1903 Reichstagsabgeordneter für die Deutsche Zentrumspartei. Als Leiter der deutschen Waffenstillstandskommission war er einer der Unterzeichner des Waffenstillstands von Compiègne. Im Januar 1919 wurde er in die verfassungsgebende Weimarer Nationalversammlung gewählt. Von Juni 1919 bis März 1920 war Erzberger Reichsfinanzminister und zeitweise Vizekanzler. Neben der Neuorganisation in Form einer Zentralisierung der Finanzverwaltung beinhalteten die unter seiner Ägide durchgeführten umfassenden Reformen auch die Einführung eines modernen einheitlichen Steuerrechts in Form der Reichsabgabenordnung. 1921 wurde er von Rechtsradikalen ermordet.
Escallier war 1934–1946 Finanzaufseher und Governeur der Banque de l'Algérie. Anschließend agierte er 1946–49 als Verwaltungsratsvorsitzender der Crédit Lyonnais und 1949–1952 als Verwaltungsratsmitglied bei der Électricité de France. 1943 wurde er deportiert und zeitweise in Buchenwald und Dachau interniert.
Nach der juristischen Promotion folgte 1897 der Eintritt in die landwirtschaftliche Verwaltung Höxter. 1904 wurde Fahrenhorst Regierungsrat im Preussischen Landwirtschaftsministerium. Seit 1905 agierte er als Vorstandsmitglied der Phoenix-Aktiengesellschaft in Ruhrort, deren Generaldirektor er 1922 wurde. Ab 1926 war er Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Vereinigten Stahlwerke AG. Darüber hinaus war Fahrenhorst in zahlreichen Aufsichtsräten der deutschen Eisen- und Stahlindustrie vertreten.
US-amerikanischer Erfinder. Mit seiner Firma Ford Motor Company revolutionierte er vor dem Ersten Weltkrieg die Massenproduktion durch die Einführung der Fließfertigung. In den 1920er Jahren verfolgte er zudem verschiedene politische Projekte und zeichnete sich durch einen ausgeprägten Antisemitismus aus.
Nach seinem Einstieg in die Politik 1906 diente er in verschiedenen Regierungsfunktionen, u.a. von 1918 bis 1924 als Minister für die Kolonien und von 1924–1926 als Finanzminister. Von 1926 bis zu seinem Selbstmord 1937 war er Gouverneur der Banque de Belgique.
Nach einer Karriere im belgischen Kongo entsandte die belgische Regierung Francqui von 1897–1902 nach China, um dort Eisenbahnkonzessionen auszuhandeln. Nach einem Zwischenspiel als Präsident der Banque d´Outremer war Francqui ab 1918 wesentlich an der Etablierung des Belgischen Hilfswerks und der Versorgung der notleidenden Bevölkerung beteiligt. 1924 nahm er für die belgische Regierung an den Dawes-Verhandlungen teil. Als Minister ohne Geschäftsbereich war er an der Stabilisierung der Währung (Belga) entscheidend beteiligt.
Frisch schloss sein Studium mit Promotionen in den Rechtswissenschaften und Philologie ab. Von 1919–1933 war er Vorstandsmitglied der Dresdner Bank. 1933 wurde er Teilhaber des Bankhauses Gebrüder Arnhold. Von 1937–1944 war er Geschäftsführer des Bankhauses Hardy & Co. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er als Oberbürgermeister von Lindau eingesetzt und blieb bis 1956 im Amt.
Studium der Staatswirtschaftslehre und 1909 Promotion zum Dr. phil. Er war Direktor und stellvertretendes Vorstandsmitglied der Aktiengesellschaft für Glasindustrie Dresden.
Seit 1908 arbeitete er als Redakteur für La Stampa und war in den 1930er und 1940er Jahren eine prominente Stimme des "Giornala d´Italia" mit erkennbarer Nähe zu Mussolini und dem Faschismus.
Nach dem Jurastudium trat Geßler 1900 in den bayerischen Justizdienst ein. 1905 wurde er Gewerberichter in München und 1910 Bürgermeister von Regensburg, bevor er 1913 Oberbürgermeister von Nürnberg wurde. 1918 gehörte er zu den Mitbegründern der DDP. 1919 amtierte er als Reichsminister für Wiederaufbau und von 1920–1928 als Reichswehrminister. Im Zuge der sog. Phoebus-Affäre trat er 1928 als Reichswehrminister zurück. Von 1931–1933 war Geßler Vorsitzender des Vereins für das Deutschtum im Ausland. 1944 wurde er verhaftet und im KZ Ravensbrück interniert. Von 1950–1952 war er Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.
Mohandas Karamchand Gandhi war ein indischer Rechtsanwalt, Publizist und Morallehrer. Bevor er einem Attentat zum Opfer fiel, war er der spirituelle und politische Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung.
Nach einer Banklehre in New York fungierte er 1910 als Mitbegründer des Bankhauses Schwarz, Goldschmidt & Co in Berlin. Im Jahr 1918 wurde er Direktor der Nationalbank für Deutschland KG a.A. und war von 1922–1931 Mit-Inhaber der Darmstädter und Nationalbank. 1924 war er Mitgründer der Internationale Bank Amsterdam, als deren stellvertretender Aufsichtsrat er fungierte. Gleichzeitig war er Mitbegründer und Vorsitzender des Initiativkomitees Encyclopaedia Judaica. 1934 emigrierte er in die USA. Insbesondere während der 1920er Jahre hatte er zahlreiche Aufsichtsratsmandate inne.
Glasenapp trat 1874 in den preussischen Justizdienst ein, bevor 1875 die Promotion folgte. Seit 1882 war er als Referent für das Reichsschulden-, Geld- und Münzwesen im Reichsschatzamt beschäftigt. Von 1896–1924 saß Glasenapp im Direktorium der Reichsbank und war von 1907–1924 deren Vizepräsident. Zusammen mit Rudolf Havenstein leitete Glasenapp die Reichsbank während Inflation und Hyperinflation.
Goode leitete nach dem Ersten Weltkrieg zunächst englische Relief-Missionen in den ostmitteleuropäischen Staaten. Nach Auflösung der österreichischen Sektion der Reparationskommission im Frühjahr 1921 blieb Goode Finanzberater der österreichischen Regierung und war in wichtiger Funktion an der Stabilisierung der Währung beteiligt.
Von 1924–1952 war Green Präsident der American Federation of Labor (AFL). Er war ein Befürworter kooperativer Beziehungen zwischen Unternehmensleitungen und Arbeitern. Zudem setzte er sich stark für verbesserte Regelungen zum Arbeitsschutz ein.
Er war ein prominentes Mitglied der Labour Party während der Zwischenkriegszeit und während der kurzlebigen Labour-Regierung. Ab 1924 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium. In den 1930er Jahren war er ein vehementer Gegner der britischen Appeasement-Politik gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland.
Grünfeld war Teilhaber der Landeshuter Leinen und Gebildewebereien F.V. Grünfeld. Von 1920–1933 war er Mitglied des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats und darin Leiter der Gruppe Handwerk. Bis 1933 war er Präsidialmitglied der Industrie- und Handelskammer Berlin und Mitglied des Verwaltungsrates der Deutschen Post. Bis 1933 war er zudem im Vorstand der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels.
1911 siedelte Guérin von Frankreich nach Argentinien über und etablierte sich in Buenos Aires als Hersteller von Parfümen. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg kehrte er dorthin zurück und wurde Vorsitzender der dortigen französischen Handelskammer.
Neben dem Besitz und der Leitung der irischen Guiness-Brauerei war er u. a. von 1924–1929 persönlicher Referent von Winston Churchill im britischen Treasury Department.
Hagemann studierte Jurisprudenz an den Universitäten in Lausanne, Heidelberg und Leipzig. 1911 trat er als Regierungsassessor in das Reichsamt des Innern ein. 1918 wurde er Geheimer Regierungsrat im Reichswirtschaftsamt, dann im Reichswirtschaftsministerium. 1935 wurde Hagemann Ministerialdirigent, jedoch bereits 1936 in den Ruhestand versetzt. Anschließend wurde er Leiter der Reichsstelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete er hauptsächlich als Sachverständiger.
Der Sohn jüdischer Eltern (damals noch Louis Levy) trat 1873 in das väterliche Bankhaus A. Levy & Co. ein und fungierte dort seit 1877 als Teilhaber. Nach seiner Heirat 1873 konvertierte er zum Katholizismus. In den Folgejahren schaffte es Hagen, das Bankhaus Levy & Co. zu einem der führenden Privatbankhäuser im Westen zu entwickeln. Allerdings geriet die Bank bereits im Jahr 1929 in eine schwere Krise. Hagen zeichnete sich seit der Jahrhundertwende durch eine große Zahl an Aufsichtsratsmandaten aus. Zudem war er bis 1932 Präsident der Kölner Industrie- und Handelskammer.
Harding arbeitete zunächst im Zeitungswesen und begann seine politische Laufbahn 1899 im Senat von Ohio. Von 1921–1923 war er der Präsident der Vereinigten Staaten. Der Republikaner gewann die Präsidentschaftswahl 1920, die erste, bei der Frauen wählen durften, mit dem größten prozentualen Vorsprung seit der Abschaffung des Zensuswahlrechts 1830. Harding starb nach etwa zwei Jahren und fünf Monaten Amtszeit unerwartet im August 1923.
Studium der Rechtswissenschaft in Bonn. Von 1896 bis 1910 war er als Justitiar tätig und wechselte anschließend auf eine Direktorenstelle bei der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. Bis zu seinem Ruhestand 1936 war er Generaldirektor der Rheinischen Stahlwerke AG. Seit 1922 Präsidialmitglied im Reichsverband der Deutschen Industrie. Von 1921 bis 1930 war er stellvertretendes Mitglied des Preußischen Staatsrates. Für die DNVP saß er von 1928 bis 1930 im Reichstag.
Nach Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg und Berlin trat Havenstein 1887 in den preussischen Staatsdienst ein; zunächst als Richter, bevor er 1890 in das Preussische Finanzministerium eintrat. Von 1900 bis 1908 war Havenstein Präsident der Königlichen Seehandlung. Seit Januar1908 bis zu seinem Tod amtierte er als Präsident der Reichsbank, deren Leitung er während der Inflation zu verantworten hatte.
Hawtrey beschäftigte sich insbesondere mit Fragen der Geldtheorie und des internationalen Währungssystems. Das 1919 veröffentlichte Werk "Currency and Credit" gilt als sein Hauptwerk. Seit 1919 war er Director of Financial Inquiries des Treasury.
Seit der Wende zum 20. Jahrhundert engagierte sich Henderson stark für die Labour Party. Er war mehrfach Chief Whip des Parlaments und war von 1908–1911 sowie 1914–1922 und 1931–1934 Vorsitzender der Partei. Von 1915–1917 gehörte er den Kabinetten von Herbert Henry Asquith und David Lloyd George als Erziehungsminister und Berater in Arbeiterfragen an. Im Jahr 1918 versuchten Henderson mit anderen, die Labour Party zu einer straff organisierten Partei mit sozialistischem Profil auszugestalten. 1924 fungierte Henderson in der Regierung MacDonald als Innenminister. Im zweiten Kabinett MacDonald war er von 1929 bis zum Bildung des Nationalen Government im August 1931 Außenminister. In dieser Funktion war er unter anderem an den Haager Konferenzen zur Neuregelung der Reparationszahlungen des Deutschen Reiches sowie an der Flottenkonferenz von 1930 beteiligt. Von 1932–1933 nahm Henderson als Präsident an der Genfer Abrüstungskonferenz teil, bei der er auch inhaltlich eine wesentliche Rolle spielte. Dafür wurde er 1934 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.
Helfferich studierte ab 1890 Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin, München und Straßburg, wo er 1894 mit einer Dissertation über den Wiener Münzvertrag von 1857 promoviert wurde. 1899 habilitierte er sich an der Universität Berlin. 1915 wurde Helfferich Staatssekretär im Reichsschatzamt und war damit verantwortlich für die Kriegsfinanzierung des Reichs. In der Weimarer Republik gehörte er zu den führenden Politikern der DNVP. Während der Hyperinflation 1923 entwarf er den Plan einer Roggenwährung, der einer der Grundlagen für die Einführung der Rentenmark wurde. Er bewarb sich Ende 1923 um den Posten des Reichsbankpräsidenten, unterlag jedoch gegen Hjalmar Schacht. 1924 kam er bei dem Eisenbahnunfall von Bellinzona ums Leben.
1905 wurde er in Agrarwissenschaften promoviert und arbeitete für die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft. Von 1911–1915 war er Abteilungsleiter am Internationalen Landwirtschaftsinstitut in Rom und bis 1918 Landwirtschaftskommissar in Rumänien. 1919 wurde er Ministerialdirektor im Reichswirtschaftsministerium, 1920–1922 im Reichsernährungsministerium und bis 1923 im Reichsfinanzministerium. Seit 1928 war Hermes Präsident der Vereinigung der Deutschen Bauernvereine und seit 1930 Präsident des Reichsverbandes der Landwirtschaftlichen Genossenschaften (Raiffeisen). 1933 emigrierte er nach Kolumbien, kehrte aber 1939 nach Deutschland zurück. 1945 gehörte er zu den Mitbegründern der CDU und war von 1946–1954 Präsident des Deutschen Bauernverbandes.
Nach seinem Aufstieg in der Lyoner Kommunalverwaltung war Herriot seit 1905 Bürgermeister von Lyon. 1912 wurde er Senator, dann Abgeordneter und Führer der Radikalsozialisten. Von 1916–1917 amtierte er als Ernährungsminister und von 1924–1925 als Ministerpräsident und Außenminister. Von 1926–1928 war er Unterrichtsminister und 1932 erneut Ministerpräsident. Von 1934–1936 amtierte er als Minister ohne Geschäftsbereich und von 1947–1954 als Präsident der französischen Nationalversammlung.
Nach dem Studium wurde Hilger 1887 Bergassessor und 1889 Berginspektor. 1891 wurde er zum Bergrat und Mitglied der Königlichen Bergwerksdirektion berufen. Von 1894–1896 war er als Bergwerksdirektor und Leiter der Berginspektion II in Luisenthal an der Saar tätig. Von 1896–1900 arbeitete er als Oberbergrat und Vorsitzender der Bergwerksdirektion in Zabrce (Hindenburg) in Oberschlesien. 1900 wurde Hilger Geheimer Bergrat und Präsident der Königlichen Bergwerksdirektion in Saarbrücken. Zwischen 1905–1923 hatte er die Generaldirektion der Vereinigten Königs- und Laurahütte AG inne. Im Jahr 1919 war er Mitglied der Deutschen Delegation in Versailles. Seit 1928 war er Vorsitzender der Fachgruppe Bergbau im Reichsverband der Deutschen Industrie.
Der Sohn eines preussischen Offiziers wählte eine militärische Laufbahn. Dort stieg er kontinuierlich auf und wurde 1903 zum Kommandierenden General des IV. Armeekorps befördert. Im August 1914 wurde Hindenburg zum Oberbefehlshaber der 8. Armee ernannt und übernahm im August 1916 zusammen mit Erich Ludendorff die Oberste Heeresleitung. Obwohl er der Weimarer Republik ablehnend gegenüberstand, wurde er 1925 als Nachfolger Friedrich Eberts zum Reichspräsidenten gewählt und 1932 wiedergewählt.
Nach einer mehrjährigen kaufmännischen Tätigkeit und dem Studium der Nationalökonomie wurde Hirsch 1909 zum Dr. phil. promoviert. 1911 habilitierte er sich an der Handelshochschule Köln. 1916 wurde er stellvertretender Abteilungsleiter für Preisregulierung im Kriegsernährungsamt und 1919 ordentlicher Professor der Privatwirtschaftslehre an der Universität Köln. 1919 kam er als Abteilungsleiter für Fragen der Übergangswirtschaft in das Reichsernährungsministerium nach Berlin und wurde im selben Jahr Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium. Seit 1924 lehrte er an der HandelshochschuleBerlin und war seit 1926 Honorarprofessor und Leiter des Betriebswirtschaftlichen Instituts an der dortigen Universität, seit 1928 Honorarprofessor an der Handelshochschule und der Hochschule für Politik. 1933 zwangsemeritiert, emigrierte Hirsch nach Dänemark und arbeitete bis 1940 als Professor an der Handelshochschule Kopenhagen. 1941 emigrierte er in die USA, wo er bis zu seinem Tod an der New School for Social Research in New York lehrte.
Diplomat. Hoesch studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten in Genf, Heidelberg, München und Leipzig. Das Studium schloss er im Februar 1905 mit dem 1. Juristischen Examen ab und begann im Juli als Referendar im königlich sächsischen Justizdienst in Pirna. 1907 trat er in den Diplomatischen Dienst ein und wurde 1921 Botschaftsrat in Paris. Nachdem er 1923 zunächst die Kommissarische Leitung der deutschen Botschaft in Paris übernommen hatte, wurde er ab 1924 offiziell Deutscher Botschafter in Paris. 1932–1936 war er Botschafter in London.
Vor 1914 als Bergbauingenieur zu Wohlstand gekommen, war Hoover im Ersten Weltkrieg maßgeblich an der Gründung der Commission for Relief in Belgium (später American Relief Organisation) beteiligt und wurde daran anschließend zum Leiter der United States Food Administration berufen. Von 1921 bis 1929 war er US-amerikanischer Minister of Commerce und von 1929 bis 1933 der 31. Präsident der Vereinigten Staaten. Konfrontiert mit den gravierenden Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise verlor er jedoch 1932 die Wahl gegen Franklin D. Roosevelt.
Nach der Ausbildung an der King Edward's School in Birmingham und am Emmanuel College, Cambridge arbeitete er zunächst beim Board of Inland Revenue, dessen Leitung Hopkins 1922 übernahm. 1927 wechselte er zum Treasury, wo er 1942–1945 als Permanent Secretary to the Treasury amtierte.
Nach einer langjährigen Tätigkeit als Anwalt in Kentucky wurde er 1917 als Amerikanischer Konsul nach Stockholm berufen. Von 1934–1937 war er Konsul in Casablanca.
Horne war ein Politiker der Scottish Unionist Party. Zwischen 1918 und 1937 vertrat er den Wahlkreis Glasgow Hillhead im House of Commons. In der Koalitionsregierung von Premierminister David Lloyd George war er von 1919–1920 Arbeitsminister, von 1920–1921 Handelsminister sowie von 1921–1922 Finanzminister. 1937 wurde er als Viscount Horne of Slamannan in den erblichen Adelsstand erhoben und gehörte damit bis zu seinem Tod 1940 dem House of Lords als Mitglied an.
Nach dem Studium an der Harvard University und in Berlin, Göttingen und Paris trat Houghton 1889 in das Familienunternehmen Corning Glass Works ein. 1902 wurde er Vizepräsident und von 1912 bis 1918 war er Präsident der Firma. Unter seiner Leitung wurde das Unternehmen einer der größten Glasproduzenten in den USA. Zwischen 1919 und 1922 saß er für den Staat New York im US-Repräsentantenhaus und war Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. Ab 1922 war er Botschafter in Berlin. Danach war er von 1925–1929 Botschafter in Großbritannien. Im Jahr 1928 kandidierte Houghton erfolglos für den US-Senat.
Montan-, Rüstungs- und Medienunternehmer, Politiker
118554565
19.06.1865
12.03.1951
Von 1894–1899 war er Regierungsassessor in der königlich preußischen Ansiedlungskommission für Westpreußen und Posen und von 1900–1903 Verbandsdirektor der Raiffeisengenossenschaft in Posen. Von 1907–1909 fungierte Hugenberg als Direktor der Berg- und Metallbank in Frankfurt/Main. Von 1909–1918 fungierte er als Vorsitzender des Direktoriums der Firma Krupp. seit 1913 Präsident der Industrie- und Handelskammer Essen und Mitglied des Vorstandes und des Ausschusses der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Seit 1916 arbeitete er am Aufbau eines Medienkonzern und gehörte 1918 zu den Mitbegründer der DNVP, für die er von 1920–1945 im Reichstag saß und als deren Vorsitzender er von 1928–1933 amtierte. Nach der "Machtergreifung" war er 1933 kurzzeitig Reichswirtschaftsminister.
Von 1907 bis 1910 bekleidete er das Amt des Gouverneurs von New York. 1910–1916 war er Richter am Supreme Court. 1916 war er Präsidentschaftskandidat der Republikaner, verlor die Wahl jedoch gegen Woodrow Wilson. Unter Präsident Warren G. Harding diente Hughes bis 1925 als Außenminister. Während seiner vierjährigen Amtszeit berief er die Washingtoner Flottenkonferenz ein, bei der die geopolitischen Interessen Japans, der Sowjetunion, Großbritanniens, Frankreichs, der Niederlande, Italiens, Belgiens, Chinas und der USA im Südpazifik verhandelt wurden. Hughes war zudem Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag (1928–1930). Die letzte Station seiner Karriere war das Amt des Chief Justice of the United States, des höchsten Richters des Landes, das er bis 1941 innehatte
Imhoff studierte zunächst Rechtswissenschaften. 1905–1909 war er als Richter im Kolonialdienst in Samoa tätig. Von 1909–1914 arbeitete er als Regierungsassessor in Baden. Nach dem Kriegsdienst war er 1919–1924 Regierungsrat und von 1925–1945 Ministerialrat im Reichswirtschaftsministerium. Während dieser Zeit nahm er an Wirtschaftskongressen und Außenhandelsverhandlungen teil. 1927 war er Berater beim Völkerbund. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war er zunächst bis 1946 inhaftiert. Ab 1948 war Imhoff im Bundeswirtschaftsministerium mit Zollpolitik und Außenhandel befasst.
1909 wurde er Generalsekretär der Confédération générale du travail (CGT). Im Ersten Weltkrieg führte er die Organisation in die nationale Einheitsfront der Union sacrée. 1919 arbeitete er als Technischer Experte und Vertreter der Arbeiterbewegung auf der Friedenskonferenz in Paris. Er war einer der Gründer des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) und Mitglied ihres Verwaltungsrates. In den späten 1930er Jahren war Jouhaux ein Gegner der politischen Entwicklung Frankreichs. Nach dem deutschen Überfall auf Frankreich wurde Jouhaux mehrfach inhaftiert und schließlich am 1. März 1943 in das KZ Buchenwald deportiert. Nach dem Krieg wurde Jouhaux Vertreter Frankreichs bei den Vereinten Nationen und Präsident der Abteilung Arbeit des Internationalen Arbeitsamtes. Ab 1947 war er außerdem Vorsitzender des Wirtschaftsrats. 1948 gründete er eine neue Gewerkschaft mit dem Namen Confédération générale du travail-Force ouvrière.
Studium der Rechtswissenschaften, das Kapp 1886 mit der Promotion abschloss. 1891 wurde er Landrat in Guben und 1907 Generallandschaftsdirektor in Königsberg. Mit Walther von Lüttwitz führte er im März 1920 den sog. Kapp-Putsch gegen die Weimarer Republik an, der jedoch nach wenigen Tagen scheiterte.
1902 trat Kastl in den bayerischen Landesdienst ein und reiste 1906 für die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes nach Deutsch-Südwestafrika. Von 1915–1920 war er dort Leiter der deutschen Zivilverwaltung, bevor er 1921 nach Deutschland zurückkehrte. Danach wurde er Ministerialrat im Reichsfinanzministerium und nahm an den Verhandlungen zum Dawes-Plan teil. 1925 wurde er geschäftsführendes Präsidialmitglied des Reichsverbands der Deutschen Industrie und war von 1929–1932 Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes in Genf. Im Jahr 1929 vertrat er Deutschland bei den Verhandlungen über den Young-Plan. Seit 1933 war er dann Rechtsanwalt am Berliner Kammergericht und wurde 1946/47 Präsident des Bayerischen Wirtschaftsrats. 1952 war er Mitglied der deutschen Delegation bei der Londoner Schuldenkonferenz und trat mehrmals als Sachverständiger bei den Nürnberger Prozessen auf.
Nach langjähriger Tätigkeit als Anwalt war er von 1917–1923 Senator und von 1925–1929 Außenminister der Vereinigten Staaten. Für die Aushandlung des sog. Briand-Kellogg-Paktes, einem gegenseitigen Verzicht auf Krieg zwischen den Staaten, erhielt er 1930 den Friedensnobelpreis.
In den 1920er und 1930er Jahren verfasste er mehrere, breit wahrgenommene Zeitungskolumnen. U. a. die Kolumne "The Great Game of Politics" in der Baltimore Sun wurde in den gesamten USA rezipiert.
Nach Studium der Volkswirtschaftslehre in Cambridge wurde er dort Dozent für Wirtschaft. Während des Ersten Weltkriegs war er Mitglied der Royal Commission on Indian Currency and Finance und Berater des britischen Schatzkanzlers. 1919 war er Vertreter des Treasury bei der Friedenskonferenz in Paris, eine Tätigkeit, die er allerdings vorzeitg aufgab und anschließend mit seinem Weltbestseller "The Economic Consequences of the Peace" für eine mildere Behandlung Deutschlands warb. In den 1920er und 30er Jahren gehörte er zu den wichtigsten internationalen Wirtschaftsexperten und begründete mit seinem Werk "General Theory of Employment, Interest, and Money" (1936) einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftstheorie. Ab 1942 hatte er einen Sitz im House of Lords inne und war Leiter der britischen Delegation und der Weltbank-Kommission bei den Verhandlungen zum Bretton Woods System 1944. Keynes gilt allgemein als einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts.
Von 1914–1946 war Kindersley Direktor der Bank of England. 1922 wurde er Mitglied des Bankkomitees für die deutschen Finanzen und 1924 Mitglied des 1. Sachverständigenkomitees (Dawes-Komitee). Zudem war er Mitglied des Organisationskomitees für die Notenbanken.
Nach einer kaufmännischen Lehre bei der Eisenhandelsfirma Spaeter begann er seine Tätigkeit in der Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten AG. 1888 übernahm er die Leitung einer Niederlassung der Firma und wurde 1908 Teilhaber. 1900 wurde er zum Leiter des Lothringer Hüttenvereins Aumetz-Friede befördert und war Mitgründer des Lothringer Hütten- und Bergwerksverein in Nilvingen. Im Jahr 1906 war er einer der Mitgründer der Firma Klöckner & Co. in Duisburg. 1918 gingen die Kohlegruben in Lothringen verloren. 1923 kam es zur Bildung der Klöckner-Werke AG.
Klönne gründete 1879 in Dortmund ein Unternehmen für Stahl-und Brückenbau, das sich in der Folgezeit auch international sehr erfolgreich entwickelte und zahlreiche prominente Bauvorhaben (u. a. Gasbehälter oder Fahrhallen für den Luftschiffbau) verwirklichte.
Nach seiner Doktorarbeit, die sich mit der Rolle von Risiko und Unsicherheit im Wirtschaftsleben beschäftigte, wurde Knight zu einem wesentlichen Begründer der wirtschaftsliberalen Tradition an der University of Chicago.
Ab 1893 Studium der Jurisprudenz in Marburg und Berlin. 1903 trat Köpke in den Auswärtigen Dienst ein und wurde 1909 Legationsrat, 1917 dann Wirklicher Legations- und Vortragender Rat. Nachdem er intensiv mit Reparationsfragen betraut war, wurde er 1921 zum Ministerialdirektor befördert und leitete bis 1935 die Abt. II (West- und Südosteuropa). Darüber hinaus vertrat er regulär den Staatssekretär Bülow. 1938 wurde er von den Nationalsozialisten in den Ruhestand versetzt. Danach war er für die Firma Otto Wolff und später bei einem Rechtsanwalt tätig.
Nach einer erfolgreichen Karriere erst in der Bayerischen, dann in der Preussischen Armee wurde Koeth 1912 Major. 1915 wurde er Leiter der Kriegsrohstoffabteilung und schied 1918 als Oberst aus dem aktiven Militärdienst aus. 1919 war er Minister für wirtschaftliche Demobilmachung und 1923 kurzfristig Reichswirtschaftsminister.
Kopp engagierte sich bereits früh in sozialistischen Bewegungen in Russland. Nach seiner Verhaftung musste er 1909 emigrieren und lebte zeitweise in Wien. 1913 kehrte er nach Russland zurück und geriet 1915 in deutsche Kriegsgefangenschaft. 1918 wurde Kopp Diplomat für die bolschewistische Regierung und war von 1919 bis 1921 in Deutschland tätig. 1920 wurde Kopp von der deutschen Regierung als Leiter der sowjetischen Repatriierungskommission in Berlin akkreditiert. Von 1925 bis 1927 war er Diplomat in Tokyo und Stockholm.
Kraemer war seit 1899 Direktor und Vorstandsmitglied der Rotophot AG. 1911 wurde er Generaldirektor des Tiefdrucksyndikats. Später war er Vorsitzender des Reichsverbands der Deutschen Industrie sowie Mitglied im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat. Zudem war er Mitglied der deutschen Kommission bei den Konferenzen von Spa und Genua.
Nach einer Ausbildung zum Bauingenieur und mehreren Aufenthalten in den USA übernahm Kreuger 1913 die Firma Svenska Tändsticks, mit der er bald eine dominierende Rolle im europäischen Streichholzgeschäft spielte. Im Jahr 1929 gründete er die Firma Svenska Cellulosa Aktiebolaget. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre vergab er in wachsendem Maße Staatskredite (u. a. an Frankreich und Deutschland) im Tausch gegen Zündholzmonopole. Anlässlich des Zusammenbruchs seines Geschäfts beging Kreuger 1932 Selbstmord.
Er baute die von seinem Vater Friedrich Krupp gegründete Kruppsche Gussstahlfabrik in Essen zu einem international agierenden, vertikal integrierten Großunternehmen aus.
Friedrich Krupp gründete 1811 die Gusstahlfabrik Friedrich Krupp und legte trotz jahrelanger Durststrecken die Grundlagen für den Aufbau eines Weltunternehmens, der unter der Ägide seines Sohns Alfred Krupp vonstatten ging.
Nach dem Studium der Staatswissenschaften in Freiburg, München, Straßburg und Berlin wurde er 1897 promoviert. In der Folgezeit trat er vor allem mit Arbeiten zur Arbeits- und Bevölkerungsstatistik hervor, Er lehrte an der Berliner Handelshochschule und arbeitete für verschiedene Statistikämter. 1933 musste er nach Großbritannien emigrieren.
Nach einer Karriere in der Privatwirtschaft wurde Lacour-Gayet 1921 zum Generalinspekteur der Finanzen in Frankreich bestimmt. Von 1924–1930 war er Finanzieller Repräsentant Frankreichs in den Vereinigten Staaten, wo er eine wichtige Rolle bei der Aushandlung des Mellon–Berenger Abkommens spielte, mit dem die Bezahlung von Frankreichs Kriegsschulden neu geregelt wurde. 1930 wurde er Direktor der Volkswirtschaftlichen Abteilung der Banque de France, bevor er von 1939–1945 erneut zum Generalinspektor der Finanzen ernannt wurde. Nach 1945 unterrichtete Lacour-Gayet an verschiedenen US-amerikanischen Universitäten.
Nach dem Studium in Harvard wurde er 1910 Teilhaber des Bankhauses J. P. Morgan & Cie. 1919 war er Mitglied der amerikanischen Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz und Teilhaber des Bankhauses J. P. Morgan & Cie. 1924 nahm er an den Verhandlungen zum Dawes-Plan teil. 1929 fungierte er als Delegierter auf der Konferenz zum Young-Plan. Seit 1940 war er Direktor des Bankhauses J. P. Morgan & Cie. und seit 1943 dessen Vorstandsvorsitzender. Lamont galt allgemein als "Außenminister" dieses wichtigen, international agierenden Bankhauses.
Lansing sammelte bereits vor dem Ersten Weltkrieg Erfahrungen als Staatsrechtler und war an mehreren internationalen Konferenzen beteiligt. 1914 wurde er „Counselor“ im US-Außenministerium und 1915 Außenminister, wobei er u. a. intensive Diskussion mit Deutschland um die Einhaltung des Seerechts führte. 1919 wurde Lansing Chef der amerikanischen Delegation bei der Pariser Friedenskonferenz. Allerdings war Lansing ein Gegner der Einrichtung eines Völkerbundes und trat deshalb im Februar 1920 von seinem Amt als Außenminister zurück.
Nach dem Studium an der École Polytechnique und der École des mines de Paris trat Laurent 1885 in das Corps des mines ein. Dieses verließ er jedoch bald, um in einer Eisenbahngesellschaft zu arbeiten. 1908 wurde Laurent Direktor bei der Compagnie des forges et aciéries de la marine et d'Homécourt. Für den Konzern organisierte er die Übernahme belgischer und deutscherKohlegruben. Nach dem Krieg leitete er eine eindrucksvolle internationale Expansion der Firma ein. Zusammen mit François de Wendel und Eugène Schneider gehörte er zu den bestimmenden Persönlichkeiten der französischenEisen- und Stahlindustrie in der Zwischenkriegszeit.
Seit 1907 arbeitete er als Rechtsanwalt und war zunächst Mitglied der Section Française de l’Internationale Ouvrière (SFIO). Nach dem Krieg war er Abgeordneter für Aubervilliers wobei seine Politik zunehmend konservativer wurde. Von 1924–1927 war er parteilos, seit 1927 dann Senator. Zwischen 1925–1935 übernahm er mehrere Ministerämter: So war er von 1931–1932 sowie 1935 Ministerpräsident und 1934–1936 Außenminister. 1940 sowie 1942–1944 amtierte er erneut als Ministerpräsident, womit er zu einem wichtigen Protagonisten des Vichy-Regimes wurde. 1945 floh er nach Spanien, wurde jedoch ausgeliefert, zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Layton studierte Economics am University College London und am Trinity College in Cambridge. Dort arbeitete er zunächst als Dozent, bevor er an das Gonville and Caius College wechselte. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Layton im Munitionsministerium. Von 1922 bis 1938 war er Herausgeber des Economist. Layton war Vorsitzender des nach ihm benannten Expertenausschusses, der Lösungen für die Wiederherstellung des deutschen Kredits nach der Bankenkrise finden sollte. Sein Bericht gilt als Anfang vom Ende der deutschen Reparationen. Im Zweiten Weltkrieg war er im Ministry of Supply und im Ministry of Production tätig.
Nach einer Drechslerlehre wurde er 1885 Mitglied der SPD und im Fachverein der Drechsler, dessen Vorsitzender er 1887 wurde. 1890 wurde er zum Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands gewählt. Er war Redakteur des „Correspondenzblatt“ der Generalkommission 1893–1898 und saß von 1903–1918 für die SPD im Reichstag. Von 1909–1913 war er Sekretär der Internationalen Zentralstelle der gewerkschaftlichen Landeszentralen und von 1913–1919 Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes. Im Oktober 1918 handelte er das Stinnes-Legien-Abkommen aus und war entscheidend an der Bildung der Zentral-Arbeitsgemeinschaft beteiligt. Nach seiner Gründung im September 1919 wurde Legien Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und war 1920 Initiator des Generalstreiks zur Abwehr des Kapp-Putsches.
Nach langjähriger Tätigkeit im deutschen Holzarbeiterverband wurde Leipart von 1921–1933 als Nachfolger Carl Legiens Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten aus dem Amt entfernt.
Seit 1900 befand er sich im Dienst des Treasury und war von 1920–1925 einer der englischen Vertreter in der Reparationskommission. Von 1925–1932 amtierte er als stellvertretender Finanzkontrolleur im Treasury. Von 1932–1946 war er Wirtschaftsberater der Regierung. Von 1951 an amtierte er als Generalgouverneur der Nationalbank von Ägypten.
Kommunistischer Revolutionär und marxistischer Theoretiker. Lenin war von 1903–1924 Vorsitzender der Bolschewiki, von 1917–1924 Regierungschef der Russischen Sowjetrepublik (1917–1924) sowie der Sowjetunion (1922–1924), als deren Begründer er gilt.
1918 wechselte er von der Bibliothek zur First Bank of Chicago, weil er deutscher Sympathien verdächtigt wurde. Dort stieg er während der 1920er Jahre bis zum Vice-President auf.
Seit 1890 war Lloyd George Mitglied im Unterhaus für die Liberalen. Von 1905–1908 war er Handelsminister und von 1908–1915 Finanzminister. Von 1915–1916 amtierte er als Munitions- und Kriegsminister und schließlich von 1916–1922 als Premierminister. Ab 1926 war er alleiniger Parteivorsitzender der Liberal Party, bevor er sich 1929 aus dem politischen Leben zurückzog. Er intervenierte aber über verschiedene Publikationen in das politische Leben. 1945 wurde er zum Earl of Lloyd George of Dwyfor ernannt.
Bankier, Altphilologe, Kunstsammler und Philanthrop
117084573
06.08.1867
27.05.1933
Loeb studierte von 1884–1888 an der Harvard University Wirtschaftsgeschichte, Nationalökonomie und Internationales Handelsrecht und Altphilologie. 1888 trat Loeb in das väterliche Bankhaus Kuhn & Loeb ein, wo er 1894 Partner wurde, sich jedoch bereits 1902 aus dem Geschäftsleben zurückzog. 1906 siedelte er mit seiner Familie nach Deutschland über. Neben einer breiten Tätigkeit als Mäzen gründete Loeb 1912 die Loeb Classical Library, eine bis heute erscheinende Sammlung griechischer und lateinischer Schriftsteller der klassischen Antike, deren Werke in Originalsprache und englischer Übersetzung erscheinen.
Nach einer Ausbildung zum Bauingenieur machte sich Loucheur 1899 selbstständig und gründete mit einem Studienkollegen das Bauunternehmen Société Giros et Loucheur, 1908 umfirmiert in Société générale d'entreprises. Der Erfolg des Unternehmens machte Loucheur zu einem führenden Unternehmer des französischen Bau-, Elektrizitäts- und Transportsektors. Im Dezember 1916 wurde er Unterstaatssekretär im Munitionsministerium und 1917 als Nachfolger von Albert Thomas Munitionsminister. Nach dem Ersten Weltkrieg fungierte Loucheur mehrfach als Minister (u.a. 1921–22 Minister für die befreiten Gebiete, 1925–26 Finanzminister, 1928–30 Arbeitsminister). Dabei handelte er u.a. das Wiesbadener Abkommen 1921 aus und regte die Weltwirtschaftskonferenz 1927 in Genf an.
Lubbock war ab 1880 Direktor der väterlichen Bank Robbarts, Lubbock and Company, bevor diese 1914 von Coutts & Co. übernommen wurde. Dort arbeitete er anschließend als Direktor. Zudem saß er in den Boards der British National Provincial Bank sowie verschiedener kolonialer Banken, von Versicherungsunternehmen sowie Inverstmentrusts. 1925 hatte er den Vorsitz des sog. Lubbock Committee inne, in dem es um die Zurückzahlung britischer Kriegsanleihen ging.
Ludendorffs militärische Karriere begann als Heeresoffizier beim Seebataillon. 1890–1893 war er Teil der Generalstabsausbildung und wurde 1895 Hauptmann im Großen Generalstab. Von 1904–1913 arbeitete er in der Aufmarschabteilung im Großen Generalstab und wurde 1913 Oberst und Abteilungschef. 1914 diente er als Generalmajor und Brigadekommandeur in Straßburg und erhielt im selben Jahr den Orden „Pour le mérite“. Anschließend wurde er Chef des Generalstabs der 8. Armee, 1916 General der Infanterie. 1918 stieg er zum Erster Generalquartiermeister in der Obersten Heeresleitung auf. Nach dem Krieg flüchtete er 1918 zunächst nach Schweden, kehrte aber nach Deutschland zurück und nahm u. a. am gescheiterten Hitler-Putsch teil.
Nach einer erfolgreichen Militärkarriere wurde er 1918 von dem Rat der Volksbeauftragten zum Oberbefehlshaber der Vorläufigen Reichswehr in Berlin und Umgebung ernannt. In dieser Funktion leitete er im Januar 1919 die Niederschlagung des Spartakusaufstandes. Sein Widerstand gegen der Versailler Vertrag führte zu einem Ultimatum an Reichspräsident Friedrich Ebert, wonach er wegen Insubordination gegenüber zivilen Reichsbehörden entlassen wurde. Es folgte am 12. März 1920 der sog. Kapp-Putsch, der jedoch nach wenigen Tagen scheiterte. Lüttwitz, der kurze Zeit als Reichswehrminister der Putschregierung amtierte, floh am 17. März nach Ungarn, kehrte jedoch nach der im August 1925 in Kraft getretenen Amnestie ins Deutsche Reich zurück.
Lyons wurde zunächst aktiver Gewerkschafter und frühes Mitglied in der Australian Labor Party in Tasmanien. 1909 wurde er erstmals in das tasmanische Parlament gewählt. Von 1914 bis 1916 war er Finanz- und Bildungsminister. Danach führte er die Labor-Opposition in Tasmanien, bis er 1923 Premier des Bundesstaates wurde. Er führte eine Minderheitsregierung an und war bis zu seinem Amtsende 1928 auch Schatzminister. 1929 stieg er in die nationale Politik ein und übernahm verschiedene Ministerämter, bevor er 1931 zum Premierminister wurde. 1934 verstarb er im Amt an einem Herzinfarkt.
Der Schotte MacDonald stammte aus einfachsten Verhältnissen. Er arbeitete zunächst als Büroangestellter und arbeitete sich innerhalb der Independent Labour Party (ILP) nach oben. 1911 wurde er Vorsitzender der Parliamentary Labour Party. Von Januar bis November 1924 amtierte er als Premier- und Außenminister einer kurzlebigen, Labour-geführten Minderheitsregierung. 1929 wurde er erneut Premierminister einer Labour-Minderheitsregierung, die im August 1931 durch ein National Government abgelöst wurde, in dem MacDonald bis 1935 als Premierminister amtierte. Für diesen Schritt wurde er aus der Labour-Party ausgeschlossen.
Nach seiner Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gehörte Mackensen seit 1882 zum Generalstab. 1898 wurde er Flügeladjutant des Kaisers. Seit 1901 war er Kommandeur der Leibhusarenbrigade und wurde 1903 zum Generaladjutant. Ab 1908 war Kommandierender General eines Armeekorps und wurde 1914 zum Armeeführer an der Ostfront befördert. 1915 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert und amtierte von 1916–1918 als Militärgouverneur in Rumänien.
Nach dem 2. juristischen Staatsexamen trat Marx in die preußische Justizverwaltung ein. 1894 wurde er Landrichter in Elberfeld und 1904 Landgerichtsrat in Köln. 1907 wurde er Oberlandesgerichtsrat in Düsseldorf, 1921 Landgerichtspräsident in Limburg/Lahn und dann Senatspräsident am Kammergericht in Berlin. Von 1906–1919 war er stellvertretender Vorsitzender der Rheinischen Zentrumspartei und von 1921–1923 Vorsitzender der BerlinerZentrumsfraktion sowie von 1922–1928 Vorsitzender der Zentrumspartei. 1923/24 sowie 1926–1928 amtierte er als Reichskanzler.
Ehemaliger Generalkontrolleur in der Armee, außerordentlicher Staatsrat (Conseiller d’État), Direktor für Pulver und Explosivstoffe während des Ersten Weltkriegs und Delegierter Frankreichs in der Reparationskommission. Nach seiner Pensionierung 1924 wechselte er in die Privatwirtschaft. Er war Verwaltungsratsmitglied der Paris-Lyon-Méditerranée sowie stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der kolonialen Bergbaugesellschaften Mokta-el-Hadid und Gafsa, bevor man ihn 1931 in den Verwaltungsrat der Tréfileries et Laminoirs du Havre berief.
Mayer studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Heidelberg, Würzburg und München. 1898 wurde er in Würzburg promoviert. Mayer war langjähriges Mitglied des Zentrums, gehörte aber 1920 zu den Gründungsmitgliedern der Bayerischen Volkspartei. Von Februar 1920 bis Januar 1923 war Mayer deutscher Botschafter in Frankreich. Aus Protest gegen den Einmarsch der Franzosen in das Ruhrgebiet wurde er von Reichspräsident Friedrich Ebert abberufen.
Nach dem Studium der Mathematik in Cambridge arbeitete er von 1887–1895 als Anwalt in London. 1895 wurde er als Abgeordneter in das britische Unterhaus gewählt. 1907–1908 fungierte McKenna als Erziehungsminister, 1908–1911 als Marineminister, 1911–1915 als Innenminister und 1915–1916 als Finanzminister. Von 1919–1943 war er Vorstandsvorsitzender der LondonerMidland Bank. 1922–23 fungierte er als Berater der Britischen Regierung bei den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über die britischen Kriegsschulden. 1924 führte McKenna den Vorsitz über den wichtigsten Ausschüsse der Dawes-Kommission und war neben Charles G. Dawes der Mitverfasser des Berichtes, der am Ende der Tagungen der Kommission veröffentlicht wurde.
Melchior stammte aus einer angesehenen Hamburger jüdischen Kaufmannsfamilie. Er studierte Jurisprudenz in Bonn und Berlin und wurde 1893 in Jena promoviert. 1902 trat er als Syndikus in das Privatbankhaus M. M. Warburg & Co. ein, wo er 1911 zum Generalbevollmächtigten ernannt wurde. Er gehörte seitdem zu den engsten Mitarbeitern und Vertrauten Max Warburgs. Er war Leiter der deutschen Finanzpolitischen Delegation für den Friedensvertrag von Versailles. Allerdings konnte er bei diesen Verhandlungen seine Positionen nicht durchsetzen und verließ die Verhandlungen vorzeitig aus Protest. In den 1920er Jahren lehnte er mehrfach das Amt des Reichsfinanzministers ab, spielte jedoch bei den Verhandlungen um den Young-Plan ab 1929 wiederum eine wichtige Rolle.
Er war Präsident der Mellon National Bank und von 1921–1932 Finanzminister unter den Präsidenten Harding, Coolidge und Hoover. Von 1932–1933 war er US-amerikanischer Botschafter in London. Mellon war bekannt für seinen fiskalischen Konservativismus.
Nach einem Studium in Oxford wurde Mendelssohn-Bartholdy 1902 Teilhaber des familiären Bankhauses Mendelssohn & Co. Er war einer der aktivsten und am stärksten international vernetzten Privatbankiers der 1920er Jahre.
Nach dem Studium in Yale arbeitete Meyer bei Lazard Frères & Co. 1914 ging er nach Washington, um dort die War Finance Corporation zu leiten. 1929 wurde er zum US-amerikanischen Botschafter in Berlin ernannt. 1933 wurde er Besitzer der Washington Post und 1946 zum Chef der neugegründeten International Bank for Reconstruction and Development, der späteren Weltbank. Noch im selben Jahr kehrte er zur Washington Post zurück.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, das er 1913 mit der Promotion abschloss, war Meyer von 1915–1918 Mitarbeiter bei der Zentralen Einkaufsgesellschaft GmbH. 1919 wurde er Sekretär der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen von Versailles. 1920–1925 amtierte er als Oberregierungsrat im Reichsfinanzministerium und war stellvertretender Vorsitzender der Kriegslastenkommission in Paris. Er nahm u.a. an den Reparationskonferenzen 1920 in Paris, 1921 in London und 1922 in Genua teil. Genauso war er an der Ausarbeitung des Dawes- und des Young-Planes beteiligt. Von 1926–1930 arbeitete er als Bankier bei M.M. Warburg & Co. in Hamburg. Von 1930–1941 war er Geschäftsführer und Teilhaber von Warburg & Co. Amsterdam. 1941 erfolgte die Emigration in die USA, wo er von 1942–1946 beim Office of Strategic Services (OSS), New York, beschäftigt war. Von 1947–1968 war Meyer Präsident von M.M. Warburg & Co. in New York.
Nach dem Studium an der University of California sowie in Paris und München unterrichtete Miller in Harvard Ökonomie, bevor er Professor für Finanzwissenschaft an der University of Chicago wurde. 1902 wechselte Miller nach Berkeley. 1913 wechselte Miller als Assistant Secretary in das US-amerikanische Innenministerium und wurde ein Jahr später in das Board der neugegründeten Federal Reserve Bank berufen. Während des Ersten Weltkriegs war Miller der einzige Ökonom im Führungsgremium der Bank. Insgesamt sollte er diese Position für 22 Jahre behalten, bevor er 1936 zurücktrat.
Studium der Rechtswissenschaften, das er 1881 mit dem Lizensiat abschloss. Von 1885–1920 war er Abgeordneter in der Nationalversammlung. Von 1899–1902 war Millerand Handelsminster, von 1909–1910 Minister für öffentliche Arbeiten, Post und Telegraphen, von 1912–1913 und von 1914-Oktober 1915 Kriegsminister. Ab 1918 fungierte er als Generalkommissar der Republik für die Wiedereingliederung des von Deutschland zurückgewonnenen Territoriums, also Elsass-Lothringen. Im Januar 1920 wurde Millerand Ministerpräsident einer Mitte-rechts-Regierung des Bloc national, zusätzlich bekleidete er das Amt des Außenministers. Im September 1920 wurde er Präsident der Französischen Republik. Nach dem Sieg des Cartel des Gauches bei den Parlamentswahlen 1924 erzwang die neue Mehrheit seinen Rücktritt. Zu seinem Nachfolger wurde Gaston Doumergue gewählt.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Harvard Law School, das er 1907 mit der Promotion abschloss, wurde Mills 1908 als Rechtsanwalt in New York zugelassen. Zudem war er Direktor verschiedener großer Gesellschaften wie der Atchison, Topeka and Santa Fe Railway und der Mergenthaler Linotype Company. 1911 begann er seine politische Laufbahn und 1914 wurde er in den Senat von New York gewählt. Nach dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg trat er 1917 in die Armee ein und diente bis zum Ende des Krieges als Captain der American Expeditionary Forces. Von 1921–1927 war er Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus. 1927 wurde er Staatssekretär im Finanzministerium. Nach dem Rücktritt von Andrew W. Mellon wurde er am 13. Februar 1932 zum Finanzminister ernannt. Als Finanzminister war er ein starker Verfechter der Kopplung des Dollar an den Goldpreis. Nach 1933 profilierte er sich als vehementer Kritiker des New Deals von Präsident Franklin D. Roosevelt.
Nach der Promotion 1899 und der Habilitation 1901 wurde er 1903 Dozent für Versicherungswissenschaft an der Handelshochschule Köln. Von 1920–1930 saß er für die DVP im Reichstag. Von 1929–1930 war er Reichswirtschaftsminister und Reichsfinanzminister. 1931–1943 war er Honorarprofessor an der Universität Berlin. 1933 war er Mitglied der deutschen Delegation bei der Genfer Abrüstungskonferenz. Nach 1945 war er mit der Regelung der Pensionskassen der I. G. Farben befasst.
Nach dem Maschinenbau-Studium an der Technischen
Hochschule Charlottenburg (1901-1906), bekleidete er eine führende Stellung
bei der AEG. Nach Ausbruch des Erstenweltkrieges folgte er Walther Rathenau in die auf dessen
Initiative gegründete Kriegsrohstoffabteilung und arbeitete dort in der
Sektion Chemie. 1916 wechselte er zum neu geschaffenen Kommissariat für die
Übergangswirtschaft. 1918 wurde er auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie
und Finanzwissenschaften an die TH Hannover berufen. Nach der
Novemberrevolution berief ihn Rudolf Wissel als Unterstaatssekretär ins
Reichswirtschaftsamt. Hier versuchte er, seine im Krieg ausgearbeitete
Konzeption zur Gemeinwirtschaft in die Praxis umzusetzen, scheiterte jedoch
an der Ablehnung seines Plans durch die Reichsregierung 1919. In der
Weimarer Republik leitete Moellendorff unter anderem das Materialprüfungsamt
und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung. Nach der
Machtergreifung der Nationalsozialisten schied er nach und nach aus allen
Ämtern aus. 1937 beging er Selbstmord.
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Moreau, Émile
Bankier
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09.11.1950
Moreau war seit 1893 in wechselnden hohen Positionen in der französischen und algerischen Finanzverwaltung tätig. Von 1926 bis 1930 amtierte er als Gouverneur der Banque de France und war maßgeblich an der Stabilisierung des Franc Poincaré 1926/28 beteiligt. 1929/30 war er französischer Delegierter der Verhandlungen zum Young-Plan.
Moret begann seine Laufbahn zunächst im Finanzministerium. 1919 wurde er zum Directeur du Mouvement Général des Fonds ernannt. 1928 wurde er Vizegouverneur der Banque de France, als deren Gouverneur er von 1930 bis 1935 amtierte.
Nach seinem Abschluss 1889 in Harvard trat er in das väterliche Bankhaus J. P. Morgan & Cie. New York ein. Von 1892–1900 war er in der Londoner Filiale der Bank tätig und seit 1913 Inhaber der Bank. Morgan gehörte zu den wichtigsten Personen in der internationalen Finanzwirtschaft während der Zwischenkriegszeit. Das Bankhaus J. P. Morgan & Cie. gehörte zu den bedeutendsten international agierenden Finanzinstituten und war besonders im Staatskreditgeschäft stark engagiert.
Von 1908–1913 arbeitete er als Dozent für Politik am Williams College. Von 1908–1913 war er Reporter der Zeitung New York Sun. Von 1913–1916 arbeitete er als Sekretär in der Finanzabteilung der Stadtverwaltung New Yorks und war von 1917–1924 bei der Federal Reserve BankNew York angestellt. Von 1924–1930 fungierte er erst als Berater, dann als Finanzdirektor beim Generalagenten für Reparationszahlungen in Berlin. Ab 1938 amtierte er als Vizepräsident der Chase Manhattan Bank in New York.
Morrow galt als Fachmann in Fragen internationaler Finanzbeziehungen. Von 1899–1914 war er Partner beim Bankhaus J. P. Morgan & Cie. und von 1914–1927 arbeitete er als Berater des Allied Maritime Transport Councils. 1918 fungierte Morrow als US-amerikanischer Botschafter in Mexiko. 1930 wurde er zum Senator für New Jersey gewählt.
Müller arbeitete zunächst im Zeitungswesen. Seit 1909 saß er im Landesvorstand der bayerischen SPD. Von 1919 bis 1933 war er deutscher Botschafter in der Schweiz.
Müller war von 1919–1928 Vorsitzender der SPD. 1919–1920 war er zunächst Außenminister und von März bis Juni 1920 für kurze Zeit Reichskanzler. Von 1928–1930 war er erneut Reichskanzler, musste aber im März 1930 zurücktreten, als die von ihm geführte Koalitionsregierung auseinanderbrach.
Er arbeitete seit 1903 in der Firma Carl Weber & Co. in Oerlinghausen. Im Ersten Weltkrieg war er Vorsitzender der Kriegswirtschaftsorganisation der Flachsindustrie und zugleich Inhaber und Geschäftsführer von Carl Weber & Co. In den 1920er Jahren war er Präsidiumsmitglied des Reichsverbands der Deutschen Industrie. Von 1920–1933 fungierte er als Vorsitzender der Fachgruppe Textilindustrie.
Er war von 1922–1943 Ministerpräsident des Königreiches Italien. Als Duce del Fascismo („Führer des Faschismus“) und Capo del Governo („Chef der Regierung“) stand er ab 1925 als Diktator an der Spitze des faschistischen Regimes in Italien.
Nach einer Banklehre in Hamburg arbeitete Nathan seit 1884 bei der Privatbank Mendelssohn & Co. in Berlin. 1890 wurde er Prokurist in der Bank Arons & Walter und 1895 Prokurist in der Dresdner Bank. 1897 wurde er Stellvertretender Direktor und 1903 Vorstandsmitglied, 1920 schließlich Vorstandsvorsitzender. 1931 gab er das Vorstandsamt auf. Darüber hinaus war er Mitglied von Aufsichtsräten zahlreicher Firmen, Mitglied im Generalrat der Reichsbank und Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.
John Turner Walton Newbold, genannt Walton Newbold, gehörte zu den ersten kommunistischen Abgeordneten, die während der 1920er Jahre in das Parlament gewählt wurden. Dort fiel er nicht zuletzt durch seine bildhafte Rede und seinen unkonventionellen Kleidungsstil auf.
Er war von 1919–21 Präsident des Ministerrats (Ministerpräsident). Anschließend arbeitete er als Publizist, der sich mit seiner franzosenfeindlichen Haltung in der Öffentlichkeit profilierte.
Nach einer frühen Karriere im Privatbankensektor trat Norman 1907 als Direktor bei der Bank of England ein. Während des Ersten Weltkriegs beriet er verschiedene Stellen der britischen Regierung. 1917 wurde er zum Deputy Governor und 1920 schließlich zum Governor der Bank of England ernannt, die er bis 1944 leiten sollte. Er gehörte zu den wichtigsten Zentralbankiers der Zwischenkriegszeit und war an zahllosen politischen Maßnahmen zur Stabilisierung des europäischen Wirtschaftslebens beteiligt. Mit dem langjährigen ReichsbankpräsidentenHjalmar Schacht verband ihn über lange Zeit eine freundschaftliche Beziehung.
Nach seinem Studium trat Norris 1911 in die Stadtverwaltung von Philadelphia ein. Im Jahr 1914 trat er in die Federal Reserve Bank von Philadelphia ein. 1916 baute er ein Kreditsystem für landwirtschaftliche Betriebe auf, die unter dem Krieg besonders zu leiden hatten. 1920 wurde er Governeur der Federal Reserve Bank von Philadelphia und verblieb auf diesem Posten bis zu seinem Ruhestand 1936.
1885 wurde er Mitglied der Gewerkschaft und 1886 Mitglied der SPD. Er war Redakteur sozialdemokratischer Zeitungen in Brandenburg/Havel und Königsberg. 1902 wurde er Chefredakteur der Volksstimme in Chemnitz. Noske war von 1906–1918 Mitglied des Reichstages für die SPD, wo er als Experte für Militär-, Marine- und Kolonialfragen auftrat. 1918 wurde er Gouverneur von Kiel und war 1919 Verantwortlicher für Heer und Marine im Rat der Volksbeauftragten. Als Reichswehrminister war er 1919 verantwortlich für die Niederschlagung sozialistischer Unruhen und trat nach dem Kapp-Putsch im März 1920 zurück. Von 1920–1933 war er Oberpräsident von Hannover.
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Lund, Stockholm und Harvard promovierte Ohlin 1924 an der Universität Stockholm. 1925 wurde er Professor für Volkswirtschaftslehre in Kopenhagen. International bekannt wurde er am Ende der 1920er Jahre durch eine Debatte mit John Maynard Keynes über die Reparationen. Er erweiterte Konzepte Eli Heckschers zum sog. Heckscher-Ohlin-Theorem des internationalen Handels. Dafür bekam er 1977 den Wirtschaftsnobelpreis verliehen.
Nach dem Studium der Staatswissenschaften an der Budapester Universität und der Universität München wurde er 1915 mit einer Arbeit über die "romantische Geldtheorie" promoviert. Palyi arbeitete anschließend für kurze Zeit für den österreichisch-ungarischen Staat und übernahm von 1918 bis 1922 einen Lehrauftrag der Handelshochschule München. 1921 habiliierte sich Palyi an der Universität Göttingen. 1929 wurde er zum Außerordentlichen Professor an der Handelshochschule Berlin ernannt. Von 1928–1933 saß er in einem Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Bank. Er war Direktor des 1931 gegründeten Berliner Instituts für Währungsforschung und rechtfertigte als Publizist während der Weltwirtschaftskrise das politische Vorgehen der Reichsbank und setzte sich für den Fortbestand des Goldstandards ein. 1933 emigrierte Palyi über England in die USA. Von 1937–1940 arbeitete er als Partner in einem Handelsgeschäft und war danach als Unternehmensberater und Publizist tätig.
Parmentier trat 1903 in die Finanzverwaltung ein. 1915 wurde er Inspekteur der Finanzen in Marokko, 1916 übernahm er dieselbe Funktion in Rumänien. 1917 trat er in das französischeFinanzministerium ein und wurde 1919 stellvertretender Direktor, 1921 dann Generaldirektor. 1923 trat er aus dem Staatsdienst aus, fungierte aber 1924 als Mitglied des 1. Sachverständigenkomitees (Dawes-Komitee) und war Mitglied der Reparations-Transferkomission. 1929 wurde er Mitglied des Young-Plan-Komitees und fungierte 1929 und 1930 als Berater bei den Haager Konferenzen.
Pauwels absolvierte zunächst eine Ausbildung als Mechaniker und wurde Mitglied der Christlichen Gewerkschaft der Belgischen Metallarbeiter. Diese Organisation war eng verbunden mit der Confederation of Christian Trade Unions (ACV), deren Stellvertretender Generalsekretär Pauwels 1919 und Generalsekretär er 1921 wurde. 1932 wurde er zu ihrem Präsident gewählt. Von 1933–1937 war er außerdem Vizepräsident der Internationalen Vereinigung der Christlichen Gewerkschaften. 1945 wurde er Minister für die Kriegsopfer. Er starb bei einem Flugzeugabsturz in Neufundland.
Nach dem Studium in Cambridge trat Phipps 1899 in den Diplomatischen Dienst ein. Nach Stationen in St. Petersburg, Madrid und Paris nahm er 1919 als britischer Sekretär an der Versailler Friedenskonferenz teil. Zwischen 1922 und 1928 bekleidete er das Amt des Bevollmächtigten Ministers in Paris und war von 1928 bis 1933 außerordentlicher Gesandter und Bevollmächtigter Minister in Österreich. Von 1929 bis 1930 nahm er als Delegierter an den Konferenzen in Den Haag teil. Von 1933 bis 1937 bekleidete er das Amt des Britischen Botschafters in Berlin.
Nach seinem Jurastudium mit Promotion in Mailand trat Pirelli 1900 in die Firma Pirelli & Co. ein, die sich in den Folgejahren zu einem der größten europäischen Unternehmen in den Bereichen der Elektronik- und Reifenherstellung entwickelte. Von 1915–1918 leitete Pirelli die Auslandsabteilung im Waffen- und Munitionsministerium. Nach dem Krieg hatte er dann verschiedene offizielle Funktionen inne: So saß er im Obersten Wirtschaftskomitee bei den Verhandlungen um den Versailler Vertrag und war Mitglied der Economic and Financial Section des Völkerbundes. Er vertrat die italienische Regierung bei zahlreichen internationalen Konferenzen, insbesondere zum Dawes- und Youngplan. Von 1927–1929 war er Präsident der Internationalen Handelskammer.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und Nationalökonomie in Freiburg und Leipzig folgte dort 1898 die Habilitation. Ab 1901 war er Professor für Staatswissenschaft an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt/M. Von 1918–1925 lehrte er als Ordentlicher Professor für Nationalökonomie in Leipzig. Nach dem Ersten Weltkrieg fungierte er verschiedentlich als Berater der Reichsregierung.
Poincaré gehörte zu den dominierenden Figuren der Dritten Republik. Von 1913–1920 amtierte er als Staatspräsident. Anschließend war er in den 1920er Jahren mehrfach Ministerpräsident, u.a. von 1926–1928.
Nach Studium der Rechtswissenschaftt und der Promotion zum Dr. jur. wurde Posse 1913 Regierungsassessor in Beuthen. 1918 trat er zunächst als Hilfsarbeiter in das Preussische Handelsministerium ein. 1924 wurde Posse Ministerialdirektor und Leiter der zoll- und handelspolitischen Abteilung im Reichswirtschaftsministerium. Von 1927–1933 fungierte er als Leiter verschiedener deutscher Delegationen bei Wirtschaftsverhandlungen. Von 1932–1933 war er Mitglied der Economic and Financial Section beim Völkerbund. Von 1933–1938 war Posse Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium und von 1938–1945 Staatssekretär für Sonderaufgaben im Reichswirtschaftsministerium und Stellvertreter des Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft. 1940 wurde er Leiter eines Sonderstabes des Oberkommandos des Heeres und 1941 Reichskommissar für Unilever in Rotterdam.
Nach der Promotion zum Dr. jur. erfolgte 1914 der Eintritt in den preussischen Justizdienst. Von 1919–1926 arbeitete er im Reichsfinanzministerium und war seit 1926 Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei. Nach seinem Rücktritt 1932 amtierte er als Regierungspräsident in Münster, aus welchem Amt er 1933 entlassen wurde. 1941 wurde Pünder Grubenvorstand der Erdölgewerkschaft Münsterland, Hannover und war stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Berlinischen Bodenkredit-Gesellschaft AG. 1945 gehörte er zu den Mitbegründern der CDU im Rheinland. 1948/49 wurde er Oberdirektor des Verwaltungsrats des Vereinigten Wirtschaftsgebiets und von 1949–1957 saß er für die CDU im Bundestag. 1952 wurde er Vizepräsident der Hohen Behörde der Montanunion.
Studium der Medizin, später dann Rechtswissenschaft in Prag bis 1891. Bereits als junger Mann trat er als scharfer Gegner der Habsburgermonarchie auf. Nach Schaffung der Tschechoslowakei wurde Rašín erst Justizminister, dann Finanzminister. Als solcher verhinderte er durch teilweise radikale Maßnahmen das Abgleiten der jungen Republik in eine Hyperinflation, u. a. als er mitten in einer Wirtschaftskrise 1922 Deflationspolitik betrieb. Am 5. Januar 1923 wurde in Prag ein Attentat auf Rašín verübt, an dessen Nachwirkungen er einige Wochen später verstarb.
Rathenau betätigte sich seit 1865 als Unternehmer, zunächst im Bereich Maschinenbau. 1883 gründete er die AEG. Unter seiner Leitung entwickelte sich die AEG zu einem der größten deutschen Unternehmen.
Rathenau war der älteste Sohn des Industriellen und AEG-Gründers Emil Rathenau. Von 1886 bis 1889 studierte er in Straßburg und Berlin Physik, Philosophie und Chemie bis zur Promotion. Seit 1892 bekleidete er verschiedene Posten bei deutschen Industrieunternehmen, so von 1900 bis 1907 im Vorstand der AEG. Danach verlegte sich Rathenau immer stärker auf die Mitgliedschaft in Aufsichtsräten von Industrieunternehmen. Er gab wesentliche Anstöße zur Etablierung der Rohstoffbewirtschaftung während des Ersten Weltkrieges. Daneben entfaltete er eine vielbeachtete schriftstellerische Tätigkeit zur wirtschaftlichen und kulturellen Lage. Im Mai 1921 wurde Rathenau Wiederaufbauminister und schloss im Oktober 1921 mit Frankreich das Wiesbadener Abkommen über privatwirtschaftliche deutsche Sachlieferungen ab. Im Januar 1922 wurde Rathenau zum Außenminister ernannt, um Deutschland bei der Konferenz von Genua zu vertreten. Im Juni 1922 wurde er bei einem Attentat ermordet.
Nach der Promotion im Verwaltungsdienst wurde Raumer 1899 Regierungsassessor. 1905 wurde er Landrat im Kreis Wittlage, bevor er 1911 aus dem Staatsdienst ausschied. Anschließend wurde er Leiter der Hannoverschen Kolonisations- und Moorverwertungsgesellschaft in Osnabrück und amtierte seit 1915 als Direktor des Bundes der Elektrizitätsversorgungs-Unternehmungen Deutschlands. Von 1916–1918 war er Kriegsreferent im Reichsschatzamt. Er war Mitbegründer der Zentral-Arbeitsgemeinschaft (ZAG) und deren Vorstandsmitglied. Von 1920–30 war er Mitglied des Reichsverbands der Deutschen Industrie und Mitglied des Reichstages für die DVP. Von 1920–1921 war er Reichsschatzminister und 1923 Reichswirtschaftsminister.
Bekannt wurde Rechberg durch seine Versuche, vor allem mit Paul Reynauld eine „private“ Wirtschafts-Außenpolitik zu betreiben. Diese zielte während der Weimarer Republik auf eine Annäherung an die Westmächte und die Bildung eines antibolschewistischen Bündnisses ab.
Mabel Regnier war in den 1920er Jahren zunächst die engste Mitarbeiterin, dann die Ehefrau des US-amerikanischen AußenministersHenry L. Stimson (1929–1933).
Nach einem Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Mannheim wurde Reichert 1912 Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller in Berlin. Dabei fungierte er als Mittler zwischen der Schwerindustrie im Ruhrgebiet und Finanz- und Handelskreisen in Berlin. Von 1914 bis 1920 leitete Reichert die Zentralstelle für Ausfuhrbewilligungen für Eisen- und Stahlerzeugnisse. Nach dem Krieg amtierte er von 1920 bis 1924 als Reichsbevollmächtigter der Außenhandelsstelle für Eisen- und Stahlerzeugnisse in Berlin. Politisch engagierte Reichert sich in der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). 1930 verließ Reichert die Partei aus Ablehnung des Kurses der Parteiführung um Alfred Hugenberg.
Nach dem Studium der Jurisprudenz und dem Militärdienst trat er 1913 in den Diplomatischen Dienst ein und arbeitete als Gesandter u. a. in Budapest, Konstantinopel und Bern. 1926 wurde er zum Legationsrat und wenige Monate später zum Vortragenden Legationsrat ernannt. Von 1926–1933 war er Mitglied der Politischen Abteilung des Völkerbundsekretariats in Genf. 1936 wurde er Deutscher Gesandter in Dänemark.
Reynaud studierte Rechtswissenschaften und schloss das Studium 1904 mit der Promotion ab. 1919 wurde er als Abgeordneter in die Nationalversammlung gewählt. Nach seiner Abwahl 1924 agitierte er außerhalb des Parlaments gegen sozialistische und kommunistische Kräfte. Bei der Parlamentswahl im April 1928 zog er als Abgeordneter für Paris erneut in die Nationalversammlung ein. In den schnell wechselnden konservativen Kabinetten zur Zeit der Weltwirtschaftskrise war er Finanz-, Kolonial- und Justizminister. Seine wichtigsten politischen Ziele dieser Zeit waren eine Abwertung des Francs und der Ausbau der Panzerstreitkräfte. Er war ein Gegner der Appeasement-Politik gegenüber den Nationalsozialisten.
Riesser war Jurist und wurde 1888 Direktor der Darmstädter Bank für Handel und Industrie. Er war an zahlreichen Verbandsgründungen beteiligt. So initiierte er 1901 die Gründung des Centralverbandes des deutschen Bank- und Bankiergewerbes. 1909 gründete Riesser den Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie als Interessensvertretung des Bürgertums gegen die agrarischen Interessensgruppen im Kaiserreich.
1898 erwarb Rist den Doktor der Rechte und arbeitete seit 1899 als Dozent an der Universität Montpellier, wo er 1906 Professor wurde. 1913 wurde er als Professor nach Paris berufen. Von 1926–1929 amtierte er als Stellvertretender Gouverneur der Banque de France. Von 1928–1930 agierte er als Berater der rumänischen Nationalbank, dann der Österreichischen Nationalbank. Seit 1926 war Rist Mitglied in verschiedenen internationalen Finanzkommissionen. Während der Weltwirtschaftskrise trat er für eine kontrazyklische Konjunkturpolitik und den Abgang vom Goldstandard ein.
Nach dem 1885 abgeschlossenen Jurastudium war Robineau zunächst journalistisch tätig. 1887 trat er als Inspekteur in die Banque de France ein und amtierte von 1902–1920 als Generaldirektor. Von 1920–1926 amtierte er als Gouverneur der Banque de France und musste mit der zunehmenden Entwertung des Franc zurechtkommen.
Röchling war seit 1898 Leiter im Familienunternehmen Röchlingsche Eisen- und Stahlwerke GmbH in Völklingen und seit 1905 Teilhaber. 1915 wurde der Konzern auf Rüstungsproduktion umgestellt. Wegen der Requirierung von Maschinen und Werkzeugen in Frankreich wurde er während des Krieges von einem französischen Gericht wegen Demontage in Abwesenheit zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Während der 1920er Jahre war er Vertreter der Deutsch-Saarländischen Volkspartei im Landesrat und des Saarlandes im Völkerbund. 1934 agierte er als Mitbegründer der Deutschen Front bei der Saarabstimmung. Seit 1942 war er Leiter der Reichsvereinigung Eisen, der Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie und des Hauptrings Eisenerzeugung. Darüber hinaus war Röchling im Zweiten Weltkrieg Reichsbeauftragter für Eisen und Stahl. Nach 1945 wurde er verhaftet und von einem französischen Militärgericht verurteilt. 1951 wurde er aus der Haft entlassen.
Einer wohlhabenden New Yorker Familie entstammend wurde Roosevelt 1913 Staatssekretär, wobei er seit einer Erkrankung an Kinderlähmung 1921 im Rollstuhl saß. 1933 wurde er US-amerikanischer Präsident und proklamierte den New Deal. Er blieb bis 1945 im Amt und wurde insgesamt dreimal wiedergewählt.
Von 1923–1930 war Rueff Professor am Institut für Statistik der Universität Paris. 1933 wurde er an die École libre des sciences politiques berufen. Im Kabinett Raymond Poincaré war er 1926 Finanzminister. Auch in der Folgezeit bekleidete er eine Vielzahl von Ämtern mit finanz- und währungspolitischen Aufgaben sowohl in der Regierung als auch im diplomatischen Dienst und beim Völkerbund. Rueff war maßgeblich an der finanziellen Sanierung 1927/28 von Griechenland, Bulgarien und Portugal unter der Ägide des Völkerbundes beteiligt. In den frühen 1930er Jahren war er als Financial Attaché in London für das Management der französischen Sterling-Reserven verantwortlich.
Von 1889–1890 übernahm Rumboldt den Posten des britischen Botschaftsattachés in Den Haag. Anschließend übernahm er Posten in Kairo, Teheran, Wien und München. Von 1909 bis 1913 war er in Tokyo und von 1913 bis 1914, bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges, in Berlin tätig. Von 1916 bis 1919 war er Gesandter in Bern. 1919 war er Gesandter in Warschau im neu entstandenen Polen. Von 1920–1924 war Rumboldt britischer Hochkommissar in Konstantinopel, Es folgte 1924–1928 der Botschafterposten in Madrid und von 1928–1933 in Berlin.
Salandra war ein konservativer Politiker, Journalist und Schriftsteller. Von 1914–1916 war er italienischer Minsterpräsident. Er war ein maßgeblicher Befürworter des Kriegseintritts auf der Seite der Entente. 1901 war einer der Mitbegründer des Giornale d´Italia.
Regierungsbeamter, Hochschullehrer, Politiker der Conservative Party
123338999
15.03.1881
27.06.1975
Nach dem Studium in Oxford trat er 1904 in den öffentlichen Dienst ein. Während des Ersten Weltkrieges war er für Schiffsblockaden zuständig. Im Jahr 1919 übernahm er die Funktion als Secretary des Supreme Economic Councils (SEC), der die Aufgaben des Allied Maritime Transport Council, des Inter-Allied Food Council, des Supreme Council of Supply and Relief und des Superior Blockade Council zusammenfasste. Danach wurde er Leiter der Economic and Financial Section des Völkerbundes. Er war u.a. beteiligt an den Währungsstabilisierungen in Österreich und Ungarn. Von 1937–1950 und 1951–1953 war er Mitglied des House of Commons. Von 1951–1952 war er Wirtschaftsminister sowie von 1952 bis 1953 Minister for Resources.
Nach seiner Auswanderung aus Weißrussland erlebte er in New York bei der Firma Marconi einen steilen Aufstieg. 1916 entwickelte er eine Radio Music Box. 1921 übernahm General Electric die US-amerikanische Sparte von Marconi und wandelte sie zur Radio Corporation of America um. 1930 wurde Sarnoff deren Präsident. Bei der New York World’s Fair 1939 führte Sarnoff die erste regelmäßige Fernsehsendung ein. Anfang der 1950er Jahre setzte er das Farbfernseh-System von NBC durch.
1900 wurde Schacht Assistent in der Zentralstelle zur Vorbereitung von Handelsverträgen. 1901 wechselte er als Geschäftsführer zum Handelsvertragsverein und wurde 1903 Archivar bei der Dresdner Bank. 1908 stieg er dort zum Stellvertretenden Direktor auf und wurde 1914/15 Repräsentant der Dresdner Bank bei der Bankabteilung des Generalgouvernements Brüssel. 1916 stieg er zum Direktor der Nationalbank auf, die 1922 mit der Darmstädter Bank zur Danat-Bank fusionierte. 1923 wurde er nach der Einführung der Rentenmark zum Reichsbankpräsident ernannt. Von diesem Amt trat er im März 1930 zurück. Ab 1931 war er Mitglied der Harzburger Front. Von 1933–1939 amtierte er erneut als Reichsbankpräsident und 1934–1937 gleichzeitig als Reichswirtschaftsminister, wobei er wesentlich für eine reflationierende Finanzpolitik verantwortlich war. 1944 wurde er zunächst von den Nationalsozialisten verhaftet und in einem Konzentrationslager interniert. 1945–1948 folgte die Inhaftierung und der Freispruch im Rahmen der Nürnberger Prozesse. Anschließend arbeitete Schacht als Privatbankier, Publizist und Berater ausländischer Regierungen.
Seit 1911 war er Mitglied des Reichstages für die Nationalliberalen. 1916 wurde er Leiter der Rechtsabteilung im Kriegsamt des Kriegsministeriums, 1918/1919 Staatssekretär im Reichsschatzamt und 1919 Reichsfinanzminister. 1919–1920 war er Reichsjustizminister und Vizekanzler. 1921 wurde Schiffer erneut Reichsjustizminister. 1921 agierte er als Vertreter des Reichs bei den Verhandlungen der Oberschlesienfrage in Genf und als deutscher Repräsentant am Internationalen Gerichtshof in Den Haag. 1924 zog sich Schiffer aus der aktiven Politik zurück.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft erfolgte 1899 die Promotion zum Dr. jur. Ab 1901 arbeitete er als Gerichtsassessor in Königsberg und wurde 1904 Richter in Lyck. 1908 wechselte er nach Berlin und wurde dort 1914 Kammergerichtsrat. Im Jahr 1918 wurde er Geheimer Regierungsrat im Reichsjustizministerium, wo er 1927 zum Ministerialdirektor befördert wurde. 1931 wurde er dort schließlich zum Staatssekretär ernannt. 1941 wurde er zum kommissarischen Reichsjustizminister ernannt, ein Amt, aus dem er 1944 von Hitler entlassen wurde. Schlegelberger war der höchstrangigste Jurist, der in den Nürnberger Prozessen angeklagt wurde.
Nach einer kaufmännischen Lehre und Besuch der Handelshochschule erlebte er 1906–1914 als Prokurist, Revisor und Stellvertretendes Vorstandsmitglied bei der Berg- und Metallbank und der Metallurgischen Gesellschaft (Metallgesellschaft) einen steilen Aufstieg. Er war Aufsichtsratsmitglied zahlreicher Aktiengesellschaften in Paris und London. 1914 wurde er Kommissar des Preussischen Kriegsministeriums und 1919 Sachverständiger für Nitrate und Düngemittel bei der Friedensdelegation in Versailles. Seit 1919 war er Leiter der Finanz- und Auslandsabteilung und Vorstandsmitglied der BASF, die 1925 Teil der I. G. Farben wurde. Seit 1926 amtierte er als Vorstandsmitglied und Finanzchef der I. G. Farben. 1927 wurde er Mitglied im Zentralausschuss der Reichsbank und 1935 Vorstandsvorsitzender der I. G. Farben. 1948 wurde er im I. G. Farben-Prozeß zu vier Jahren Haft verurteilt, aber bereits 1950 entlassen.
Schmitz war gelernter Dreher. Schon früh engagierte er sich bei den Christlichen Gewerkschaften und der Zentrumspartei. 1905 wurde er Bezirkssekretär des Christlichen Metallarbeiterverbandes in Köln. 1919 wurde er in die Hauptleitung des Christlichen Metallarbeiterverbandes in Duisburg berufen und 1920 Verbandsvorsitzender des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands. Im März 1933 wurde er in den Reichstag gewählt. Bereits vier Monate später schied Schmitz jedoch als Reaktion auf die Machtergreifung aus dem Parlament aus. Von 1934 bis 1944 betrieb er ein Textilgeschäft.
Seit 1894 arbeitete er zunächst als Gerichtsreferent, 1898 dann als Gerichtsassessor im preussischen Staatsdienst. 1908 folgte der Wechsel in das Preussische Finanzministerium. 1915/1916 Stellvertreter des Generalkommissars für die Banken in Belgien. Ab 1918 war er Ministerialdirektor der Etatsabteilung im Reichsschatzamt. Als Unterstaatsekretär agierte er als Vertreter der Finanzverwaltung bei den Friedensschlüssen von Brest-Litowsk und Bukarest. 1920 wurde Schroeder Staatssekretär im Reichsfinanzministerium. 1933 wurde er Mitglied im Zentralausschuss der Reichsbank.
Schumpeter wurde als Ökonom bekannt durch seine Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie seine Arbeiten zur Dogmengeschichte und zum Konjunkturzyklus.
1885 trat Seeckt in die preussische Armee ein und war seit 1899 im Generalstab. 1913 wurde er Chef des Generalstabs des II. Armeekorps. 1914–1918 amtierte er als Generalstabsoffizier. 1919 wurde Seeckt Chef des Truppenamtes im Reichswehrministerium und 1920 Chef der Heeresleitung und militärischer Oberbefehlshaber. 1923 war Seeckt vorübergehend mit der vollziehenden Gewalt beauftragt. 1926 wurde er im Range eines Generaloberst verabschiedet und saß 1930–1932 für die DVP im Reichstag. 1934/1935 war er militärischer Berater Tschiang Kai-Scheks in China.
Nach dem Studium der Staatswissenschaften in Straßburg und Leipzig wurde Sering 1883 an der Univeristät Bonn habilitiert. Von 1889 bis 1906 lehrte er an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und von 1897 bis 1925 als Ordinarius an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Sering galt als wichtiger Agrarökonom. 1921 rief er das deutsche Forschungsinstitut für Agrar- und Siedlungswesen ins Leben, das er bis 1934 auch leitete. Er arbeitete den Entwurf des 1919 erlassenen Reichssiedlungsgesetzes aus und amtierte 1927 als deutscher Vertreter in der Agrarkommission der Genfer Weltwirtschaftskonferenz. Ab 1933 wurde er sukzessive von den Nationalsozialisten aus allen Ämtern verdrängt.
Zwischen 1922-1929 war Serruys Direktor im Ministerium für Handel und Industrie. 1930 wurde er Mitglied der französischen Delegation bei der Zollfriedenskonferenz in Genf. Seit 1931 amtierte er als Präsident des Komitees für Wirtschaftsvereinbarungen der Regierung.
Ausbildung als Werkzeugschlosser. 1902 wurde Severing Geschäftsführer des Metallarbeiterverbandes in Herford. Von 1907–1912 war er Mitglied des Reichstags für die SPD. 1912 arbeitete er als Schriftleiter der Bielefelder Volkswacht und Mitarbeiter bei den Sozialistischen Monatsheften. 1919/20 amtierte er als Staatskommissar für das Ruhrgebiet und Westfalen. Von 1920–1926 war er Preussischer Innenminister und von 1928–1930 Reichsinnenminister. In dieser Position übernahm er eine entscheidende Rolle bei der Schlichtung von Tarifauseinandersetzungen. Nach dem Ende der Regierung Müller amtierte er von 1930–1932 erneut als Preussischer Innenminister. 1945–1952 war er Mitbegründer der rheinisch-westfälischen SPD.
Seydoux war Abkömmling einer protestantischen Familie von Textilproduzenten. Er verbrachte einen Großteil seiner beruflichen Karriere im Außenministerium (Quai d´Orsay). Während des Ersten Weltkriegs war er eine dominierende Figur der dortigen Blockade-Abteilung. Von 1919–1924 war er stellvertretender, von 1924–1926 dann Abteilungsleiter für politische und wirtschaftliche Angelegenheiten im Außenministerium. In dieser Funktion war er zuständig für die Reparationen und die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Deutschen Reich.
Siemens studierte ab 1893 Naturwissenschaften, Mathematik und Technik in Straßburg, München und Berlin-Charlottenburg, ohne das Studium jedoch abzuschließen. Seit 1899 war er bei der Siemens & Halske AG tätig und leitete von 1901 bis 1908 die Starkstromabteilung der Siemens Brothers & Co. in London. 1912 wurde er Vorsitzender des Direktoriums der Siemens-Schuckertwerke und 1919 wurde er Vorsitzender der Aufsichtsräte der Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckertwerke. Die Weltwirtschaftskrise nach 1929 führte zu großen Einbrüchen, die nationalsozialistische Rüstungskonjunktur ermöglichte jedoch eine erneute Expansion, die Siemens zeitweilig zum größten Elektrokonzern der Welt machte.
Während der Versailler Verhandlungen war Siepmann der persönliche Assistent von John Maynard Keynes. Während der 1920er Jahre arbeitete er für die Bank of England u. a. als Berater der Ungarischen Nationalbank. 1933 wurde er Assistent des Gouverneurs der Bank of England. Von 1945–1954 war er Executive Director der Bank of England.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete er zunächst ab 1904 als Gerichtsassessor und kommissarischer Hilfsarbeiter im Reichsjustizamt. 1908 wurde er Landrichter in Düsseldorf, bevor er 1910 ins Reichsjustizamt wechselte. 1911 wurde er dort Vortragender Rat und 1918 Ministerialdirigent im Reichswirtschaftsamt. 1918 wechselte Simson als Vortragender Rat und Geheimer Legationsrat in die Rechtsabteilung des Auswärtigen Amts. 1919 wurde er dort Ministerialdirektor und Leiter der Rechtsabteilung sowie der Friedensabteilung. Von 1921-1922 war er Staatssekretär im Auswärtigen Amt und dort Leiter der Wirtschaftsabteilung. Ab 1926 war Simson Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglied der AgfaBerlin und von 1926 bis 1938 Mitglied im Verwaltungsrats der I. G. Farben. Er hatte während der 1920er Jahre den Vorsitz des Rechtsausschusses des Reichsverbands der Deutschen Industrie inne. 1938 emigrierte Simson nach England.
1892 trat Sobernheim in die Breslauer Disconto-Bank ein. 1902 wechselte er zur Nationalbank für Deutschland, erst als stellvertretender Direktor, dann als Direktor. Ab 1911 war er im Vorstand der Commerz- und Disconto-Bank in Berlin, zudem akkumulierte er zahlreiche Aufsichtsratsmandate. Im Zuge der Bankenkrise verlor Sobernheim 1931 seinen Posten. Nach der Machtergreifung flüchtete er 1933 nach Paris. 1940 wurde er dort von den Nationalsozialisten verhaften. Wenig später verschied er in Haft.
Nach der Schulausbildung ging Sonnino in den Diplomatischen Dienst u. a. in Madrid, Wien und Paris. Nach einigen Jahren als Finanzminister wurde Sonnino 1906–1909 Ministerpräsident und Außenminister. 1915 befürwortete er den Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg. 1901 war er einer der Gründer des Giornale d´Italia.
Studium der Volkswirtschaftslehre in Padua und Venedig. Nach Kriegsteilnahme wurde er 1917 Dozent für Finanzwissenschaft an der Universität Padua. Von 1922–1925 war er Finanzminister unter Mussolini und blieb auch nach seiner Entlassung Mitglied im Großen Faschistischen Rat. Obwohl er weiterhin Parteimitglied blieb, entwickelte er sich während der 1930er Jahre zu einem Kritiker der faschistischen Wirtschaftspolitik.
Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Stewart in der Division for Planning and Statistics des War Industries Board. 1922 trat er in das Federal Reserve Board als Director of Research ein. Er war von 1928–1930 als erster US-Amerikaner Wirtschaftlicher Berater der Bank of England. Während des Zweiten Weltkriegs war er Mitglied der IAS School of Economics und arbeitete ab 1944 zusammen mit Robert B. Warren für das Treasury Department beratend über die Beziehung zwischen Steuerfragen und dem Bankensystem. Von 1953–1955 war er Teil von Dwight D. Eisenhowers Council of Economic Advisers.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg wurde er 1878 in Göttingen zum Dr. jur promoviert. Nachdem er viele Jahre als Rechtsanwalt gearbeit hatte, wurde er 1902 in den Hamburger Senat gewählt. Von 1920 bis 1930 war er Botschafter in London und handelte u. a. das Locarno-Abkommen mit aus. 1930 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Stimson schloss sein Jura-Studium 1888 an der Yale-Universität ab. 1906 wurde er United States Attorney für den Southern District of New York. 1911 bis 1913 war er Kriegsminister, ein Amt, das er von 1940 bis 1945 erneut bekleidete. Von 1929 bis 1933 war er unter Herbert HooverAußenminister der Vereinigten Staaten.
Stinnes gehörte zu den schillerndsten Unternehmerpersönlichkeiten der Weimarer Republik. Seit 1903 hatte er mit der Hugo Stinnes AG einen selbständigen Handelskonzern aufgebaut, der zunehmend zur Basis des Großprojekts einer vertikalen Integration in der Schwerindustrie wurde. Er etablierte die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-AG unter den großen schwerindustriellen Unternehmungen des Ruhrgebiets. Während der Inflationsjahre setzte Stinnes seinen Expansionskurs fort, kaufte zahlreiche Unternehmen auf und etablierte u. a. die Siemens-Rheinelbe-Schuckert-Union, die einen großen vertikalen Zusammenschluss von der Urproduktion bis hin zum Handel darstellte.
Das Studium der Volkswirtschaftslehre in Berlin schloss Stresemann 1900 mit der Promotion ab. Seit 1907 war er Geschäftsführer von verschiedenen Wirtschaftsverbänden und seit 1907 Mitglied des Reichstags (NLP, DVP). 1917 wurde er zum Fraktionsvorsitzender der DVP und amtierte 1923 während der Hyperinflation als Reichskanzler. Von 1923–1929 amtierte er als Außenminister und war einer der zentralen Architekten der deutsch-französischen Verständigungspolitik. 1926 erhielt er dafür zusammen mit Briand und Chamberlain den Friedensnobelpreis.
Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Stringher wurde 1873 in Ökonomie von der Universität Venedig promoviert. Nach verschiedenen öffentlichen Ämtern wurde er 1900 Direktor, 1928 dann bis zu seinem Tod 1930 Gouverneur der Banca d´Italia. Über 30 Jahre spielte er eine entscheidende Rolle in der italienischen Finanzpolitik.
Nach einer Ausbildung zum Bankbeamten und einer erfolgreichen Karriere bei verschiedenen Trustgesellschaften trat Strong 1904 bei Bankers Trust ein. Nach erfolgreicher Intervention während der Finanzkrise 1907 wurde Strong 1909 Vizepräsident und 1914 Präsident der Bank. Von 1914 bis 1928 amtierte Strong als Gouverneur der Federal Reserve Bank of New York und war in dieser Rolle einer der einflussreichsten Zentralbankiers der 1920er Jahre. Insbesondere seine enge Zusammenarbeit mit Montagu Norman war für die Stabilisierung zahlreicher Finanzkrisen von großer Bedeutung.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Berlin und
Heidelberg und der Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg arbeitete Sydow
zunächst als Anwalt und Justitiar. 1883 begann sein Aufstieg innerhalb der
preußischen Verwaltung mit der Ernennung zum Oberpostrat bei der Reichspost.
1908 wurde er zum Leiter des Reichsschatzamtes und gleichzeitig zum
preußischen Staatsminister ohne Ressort ernannt. Die von ihm durchgeführte
Finanzreform führte war ein zentraler Faktor für den Bruch des Bülow-Blocks.
Unter Bülows Nachfolger Bethmann Hollweg wurde Sydow 1909 zum Preußischen
Handelsminister ernannt. Er verblieb auch nach der Entlassung Bethmann
Hollwegs 1917 auf diesem Posten und schied erst im Oktober 1918 im Zuge der
Oktoberreformen aus dem Staatsdienst aus.
Nach Teilnahme am Ersten Weltkrieg nahm Tardieu an der Pariser Friedenskonferenz 1919 als Berater von Georges Clemenceau teil. Von 1926–1932 war Tardieu mehrmals Minister und Ministerpräsident. Insbesondere zwischen 1929–1932 war er eine der zentralen Personen in der französischen Politik.
Tennant war Bankier und Industrieller. Er war erfolgreich im kolonialen Bankgeschäft, hatte aber auch geschäftliche Beziehungen nach Deutschland. Bereits während der 1920er Jahre verfolgte er das Ziel, engere wirtschaftliche Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland anzubahnen. Anfanfgs war er ein enthusiastischer Anhänger der Nationalsozialisten und wichtiges Mitglied des Anglo-German Fellowship. Im Laufe der 1930er Jahre distanzierte er sich jedoch zunehmend vom Antisemitismus der Nationalsozialisten.
1901 trat er in die Leitung der Finanzmaklerfirma Hope & Co. ein. Nach 1918 nahm er an verschiedenen internationalen Währungskonferenzen teil. Seit 1920 war er Mitglied des Finanzausschusses des Völkerbundes. Er diente ab 1924 einige Jahre als Vorsitzender der Delegation des Völkerbundes in Wien zur Untersuchung der Finanzlage Österreichs. Bekannt wurde er Anfang der 1920er Jahre auch durch seinen Plan einer Erleichterung der europäischen Handelsfinanzierung (Ter-Meulen-Plan).
Theunis studierte Elektroingenieurwesen und arbeitete als Ingenieur im Militärdienst. Ab 1919 war er Mitglied der Reparationskommission. Im November 1920 wurde er belgischer Finanzminister. 1921–1925 war er Premierminister und Finanzministers in Personalunion. Nach der Ruhrgebietsbesetzung suchte er außenpolitisch verstärkte Anbindung an Großbritannien. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Aushandlung der Belgisch-Luxemburgischen-Wirtschaftsunion. 1929–1931 war er Präsident der Internationalen Handelskammer. Im Oktober 1932 wurde er zum Minister für Landesverteidigung ernannt. Von 1934–35 war er wieder Premierminister.
Aus der sozialistischen Bewegung stammend amtierte Thomas von 1915–1917 als Rüstungsminister und übernahm eine wichtige Rolle innerhalb der Union sacrée. Er war wesentlich für die Neuorganisation der kriegswirtschaftlichen Organisation verantwortlich. Als sein Nachfolger amtierte Louis Loucheur.
Thys war seit 1878 wesentlich an der wirtschaftlichen und kolonialen Erschließung des Kongos und dem Bau von Eisenbahnlinien dort beteiligt. 1899 wurde auf seine Initiative hin die belgische Banque d´Outremer gegründet.
1892 trat Thyssen in die väterliche Firma ein und war seit 1898 Vorstandsmitglied der August-Thyssen-Hütte. 1926 war er Mitgründer und bis 1935 Aufsichtsratsvorsitzender der Vereinigten Stahlwerke in Düsseldorf. Seit 1928 war er Vorsitzender der Internationalen Rohstahlgemeinschaft sowie Aufsichtsratsmitglied bzw. -vorsitzender zahlreicher Unternehmen der Montanindustrie. 1923 wurde er Mitglied des Zentralausschusses der Reichsbank sowie Präsidiums- und Vorstandsmitglied des Reichsverbands der Deutschen Industrie. Ab 1933 war Thyssen Preußischer Staatsrat und Mitglied des Reichstages für die NSDAP. 1939 übersiedelte Thyssen in die Schweiz und 1940 nach Frankreich. Dort wurde er verhaftet und bis 1945 zunächst in einer Heilanstalt, dann in den Konzentrationslagern Oranienburg und Buchenwald interniert. 1946 wurde er aufgrund seiner Rolle beim Aufstieg der NSDAP durch die Alliierten erneut verhaftet.
1889 trat Tyrell in den britischen Auswärtigen Dienst ein. Von 1896–1903 war er Unterstaatssekretär im Außenministerium und seit 1904 an der Botschaft in Rom beschäftigt. Von 1907–1915 war er Abteilungsleiter im Foreign Office und von 1925–1928 dort Staatssekretär. Von 1928–1934 amtierte er als Botschafter in Paris. Seit 1935 amtierte Tyrell als Präsident der Abteilung für britische Filmzensur.
Studium von Mathematik und Philosophie in München sowie Jura und Staatswissenschaft in Berlin und Königsberg. 1916 übernahm er die Leitung der mit kriegsbedingten Bewirtschaftungsaufgaben betrauten Zentralstelle für Ätzalkalien und Soda. 1920 wechselte er als Hauptgeschäftsführer und Syndikus zum Verein zur Wahrung der Interessen der Chemischen Industrie Deutschlands . 1935 wurde er zusätzlich Leiter der Prüfungsstelle Chemische Industrie und der Reichsstelle für Chemie.
Viner wurde 1922 an der Harvard University promoviert. 1925 wurde er Professor an der University of Chicago. Zusammen mit Frank H. Knight prägte Viner die wirtschaftsliberale Chicago School. 1946 wechselte er nach Princeton. Viners Publikationen drehen sich um den internationalen Handel. Aufbauend auf dem Handelsmodell von David Ricardo entwickelte er das so genannte Ricardo-Viner-Modell (Specific Factors Model).
Vissering war der Sohn des früheren niederländischen Finanzministers Gerard Vissering. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft arbeitete er von 1891–1895 zunächst als Rechtsanwalt in Amsterdam. Nach verschiedenen Stationen in der Amsterdamer Finanzwirtschaft war er von 1900–1906 Direktor der Amsterdam’schen Bank und von 1906 bis 1912 Präsident der Javaschen Bank. Von 1912 bis 1931 bekleidete er das Amt des Präsidenten der Niederländischen Nationalbank.
1901 wurde Vögler promoviert und trat als Hütteningenieur auf der Georgsmarienhütte bei Osnabrück ein. 1910 wechselte er zur Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-AG in Bochum, wo er von 1915–1926 als Generaldirektor unter Hugo Stinnes agierte. 1926 war er Mitgründer der Vereinigten Stahlwerke AG, deren Vorsitzender des Aufsichtsrats er von 1939–1945 war. Darüber hinaus saß Vögler in den Aufsichtsgremien zahlreicher Unternehmen. 1929 war er kurzzeitig Delegationsmitglied bei der Reparations-Sachverständigenkonferenz in Paris und 1932 Mitglied des Keppler-Kreises. 1933 nahm Vögler am Geheimtreffen führender Wirtschaftsvertreter mit Hitler teil. 1934 wurde er Reichsbevollmächtigter für die Verstaatlichung der rheinisch-westfälischen Kohlengruben. 1942–1945 agierte er als Wehrwirtschaftsführer und Mitglied des Deutschen Reichsrüstungsrats.
Von der Ausbildung eigentlich Physiker wurde Wagemann 1919 Außerordentlichen Professor an der Universität Berlin und arbeitete gleichzeitig als Vortragender Rat im Reichswirtschaftsministerium. Von 1923–1933 war Wagemann Präsident des Statistischen Reichsamtes. 1925 gründete er das Institut für Konjunkturforschung. Im März 1933 verlor Wagemann zunächst seine Posten, wurde aber bald darauf wieder als Präsident des Instituts für Konjunkturforschung eingesetzt.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften wurde Walter 1909 Referendar. 1913 folgte die Promotion zum Dr. jur. 1915 wurde er Assessor und 1919 Gerichtsoffizier im Freikorps Weihlmann. Ab 1919 arbeitete er als Assessor im Reichswirtschaftsministerium und wechselte 1920 als Regierungsrat ins Reichsernährungsministerium. 1921 wurde er dort Oberregierungsrat. Ab 1925 wurde er Ministerialrat und 1935 Ministerialdirigent im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. 1937 trat Walter in die NSDAP ein und wurde 1939 SS-Sturmbannführer.
1904 wanderte Warburg in die USA aus und wurde 1905 Teilhaber be Kuhn, Loeb & Co. In der Folgezeit widmete sich Warburg allerdings weniger dem Bankgeschäft, sondern trat vor allem als Philanthrop und Mäzen in Erscheinung.
Warburg war der jüngste Spross der Hamburger Bankiersdynastie Warburg. Seine Brüder Paul Warburg, Max Warburg und Felix Warburg wirkten ebenfalls als international bedeutende Bankiers und Politikberater.
1892 trat er in das familiengeführte Bankhaus M.M. Warburg ein. 1903 wurde er in Hamburg Handelsrichter und agierte als Mitbegründer des Übersee-Clubs. 1919 war er Berater der deutschen Delegation in Versailles und amtierte 1919–1924 als Mitglied des Zentralausschusses der Reichsbank. Von 1924–1933 war er Mitglied des Generalrats der Reichsbank. Nach Rathenaus Ermordung 1922 ging er einige Wochen in den Niederlande. 1921 war er Mitbegründer der Deutschen Warentreuhand AG. 1933 wurde er aus allen Staatsämtern entlassen. Das Bankhaus M.M. Warburg wurde 1938 arisiert. Als führendes Mitglied der Reichsvertretung und im Hilfsverein der deutschen Juden war Warburg entscheidend an der Organisation der jüdischen Emigration beteiligt und Mitgründer der Palästina-Treuhand GmbH. 1938 emigrierte er in die USA.
Nach einer Bankausbildung in Hamburg setzte Warburg seine Ausbildung bei Samuel Montagu & Co. in London und der Banque Russe pour l'Etranger in Paris fort. 1893 wurde er Prokurist von M.M. Warburg. Während eines Aufenthalts in den USA heiratete er 1895 Nina Loeb (1870–1945), eine Tochter von Solomon Loeb, Mitbegründer und Inhaber des New Yorker Bankhauses Kuhn, Loeb & Co. Während sein Bruder Max M. Warburg die Bankgeschäfte in Hamburg weiterführte, gingen Paul Warburg nach New York. 1902 wurde Warburg Teilhaber von Kuhn, Loeb & Co. Vor dem Ersten Weltkrieg war Warburg wesentlich an der Gründung des Federal Reserve Bank-Systems beteiligt. Der Bank blieb er u. a. als Mitglied des Federal Advisory Councils bis 1926 verbunden. Zu Beginn der 1920er Jahre war er einer der Gründer International Acceptance Bank, die sich besonders in der Finanzierung überseeischer Handelsgeschäfte engagierte.
Nach einer kaufmännischen Lehre wurde Weinberg 1882 Teilhaber des Chemieunternehmens Leopold Cassella & Co. 1919 war er Delegierter bei den Verhandlungen um den Versailler Vertrag. 1924 nahm er an den Londoner Verhandlungen um den Dawes-Plan teil. 1925 wurde Cassella in die I. G. Farben überführt.
Nach der Promotion wurde Wiedemann 1906 Syndikus der Handelskammer Elberfeld. Von 1914–1917 war er Stadtverordneter in Elberfeld und von 1917–1927 Syndikus der Industrie- und Handelskammer Köln.
Wiedenfeld studierte Staatswissenschaften an den Universitäten Lausanne, München, Leipzig und Berlin. 1896 wurde er preußischer Gerichtsassessor und 1902 in Berlin für wirtschaftliche Staatswissenschaften habilitiert. 1903 wurde er Professor der wirtschaftlichen Staatswissenschaften in Posen. Von 1904 bis 1914 war er an der Handelshochschule Köln tätig und folgte 1914 einem Ruf an die Universität Halle. Ab 1916 arbeitete Wiedenfeld in der Kriegsrohstoffabteilung in Berlin und wurde 1918 Vortragender Rat in der Handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amts. 1919 wurde er zum Leiter der Außenhandelsstelle befördert, 1920 folgte die Ernennung zum Ministerialdirektor. Von 1921 bis 1922 war er vorläufiger Vertreter des Deutschen Reichs in Moskau und lehrte von 1923 bis 1936 Nationalökonomie an der Universität Leipzig.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft trat Wiehl 1906 in den badischen Justizdienst ein. Dort wurde er 1913 Gerichtsassessor. 1920 wechselte er in den Diplomatischen Dienst und war zunächst von 1921–1922 Legationssekretär bei der deutschen Botschaft in London. Von 1925–1927 wirkte er als Legationsrat bei der Deutschen Botschaft in Washington. Von 1933–1937 war er Generalkonsul in Pretoria.
Nach der Promotion 1905 arbeitete Wirth ab 1908 als Gymnasiallehrer. 1913 zog er für das Zentrum in den Badischen Landtag ein. 1919 wurde er Badischer Finanzminister, 1921 Reichskanzler und 1922 Außenminister. Von 1933–1948 war Wirth im Exil in der Schweiz.
Wissell war von Beruf Maschinenbauer. 1888 wurde er Mitglied der SPD und war seitdem auch gewerkschaftlich engagiert. 1919 wurde er in den Reichstag gewählt und war von Februar bis Juli diesen Jahres der ersten Wirtschaftsminister der Weimarer Republik. Unter der Kanzlerschaft Hermann Müllers 1928–1930 bekleidete er das Amt des Arbeitsministers. Wissell war ein ausgewiesener Sozialpolitiker und Befürworter einer Sozialisierung der Wirtschaft.
Studium der Jurisprudenz in Heidelberg, München, Freiburg und Leipzig. Nach Abschluss des Studiums mit der Promotion nahm Woermann am Ersten Weltkrieg teil. Danach trat er in Hamburg in den Justizdienst ein und war ab 1919 im Auswärtigen Amt tätig. 1920 gehörte er zur Deutschen Friedensdelegation in Paris und arbeitete bei der Deutschen Botschaft in Paris bevor er 1925 als Gesandter nach Wien ging. 1936 wechselte er zur Botschaft in London. 1938 wurde Woermann als Nachfolger von Ernst von Weizsäcker zum Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt befördert. Gleichzeitig trat er in die SS ein.
Er gründete im japanischen Exil in Tokyo den Bund der Tongmenghui, aus dem später die Kuomintang hervorging, und wurde 1912 erster provisorischer Präsident der Republik China. Nach mehreren Jahren im Exil wurde er 1921 Präsident der ausgerufenen Regierung in Guangzhou.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften übernahm Zimmermann verschiedene Funktionen innerhalb niederländischer Munizipalverwaltungen. Von 1906–1922 amtierte er als Bürgermeister von Rotterdam. Von 1922–1926 trat er in den Dienst des Völkerbundes und übernahm die Aufgabe, die österreichischen Finanzen nach der Stabilsierung der Krone zu überwachen.
Deutschlands weltwirtschaftliche Verflechtungen im 19. und 20. Jahrhundert,
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