Das Schreiben Erich Ludendorffs an Reinhold von Sydow entstand im Kontext politischer Umbrüche und diplomatischer Friedensbemühungen im Spätsommer und Herbst 1917. Ludendorff stand als eigentlicher Leiter der Obersten Heeresleitung nach dem Rücktritt des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg im Juli 1917 auf dem Zenit seiner Macht. Gleichzeitig hatte im Reichstag die Zentrumspartei unter Führung von Matthias Erzberger eine neue Koalition mit gemäßigten Sozialdemokraten und Fortschrittlichen Volkspartei ins Leben gerufen. Am 19. Juli verabschiedete diese Koalition die Friedensresolution des Reichstages, die einen Verständigungsfrieden postulierte. Auf die Friedensresolution bezugnehmend, übergab Papst Benedikt XV am 15. August 1917 den Krieg führenden Staaten seine Friedensnote Dès le début, in der er ebenfalls für einen Verständigungsfrieden eintrat. Im Kontext der päpstlichen Note entwickelten sich im August und September 1917 verschiedene diplomatische Initiativen und Kontakte zwischen den Mittelmächten und der Entente, die jedoch letztlich scheiterten.
Als unnachgiebiger Verfechter eines Siegfriedens und weitreichender annexionistischer Pläne stand Ludendorff den genannten Friedensinitiativen ablehnend gegenüber. In der vorliegenden Quelle kommt diese ablehnende Haltung im Kontext der Handelspolitik zum Ausdruck, wobei der von Ludendorff dargestellte enge Zusammenhang zwischen dem Außenhandel und der militärischen Stärke Deutschlands besonders interessant ist. Schließlich steht diese Aussage unter Anderem im Gegensatz zur von Ludendorff gleichzeitig initiierten Propagandakampagne, die die innere Stärke Deutschlands betonte. Seine Skepsis gegenüber einem vertraglich abgesicherten Zugang zum Weltmarkt hängt in erster Linie damit zusammen, dass er von vorneherein nicht mit einem dauerhaften Frieden rechnete. Unter dem Eindruck der britischen Blockade wollte er stattdessen die Voraussetzungen dafür schaffen, den Zugang zum Weltmarkt auch in einem zukünftigen Krieg aufrechterhalten zu können. Ludendorff selbst hatte einige Wochen zuvor im Kronrat seine eigene Version dieser festen Garantien vorgestellt, die seiner annexionistischen Grundlinie entsprach.
In diesem instruktiven Memorandum an James Headlam-Morley, Mitglied der britischen Delegation bei den Pariser Friedensverhandlungen, beschreibt "A.B.M ." (die Identität des Briefschreibers war nicht zu klären), die wirtschaftlichen und sozialen Zustände in Deutschland direkt nach der Revolution vom November 1918. Der Autor zeichnet ein düsteres Bild der deutschen Lage, wobei soziale Unruhen, ökonomische Schwierigkeiten und politisches Chaos die Hauptrolle spielen. Die Zahlenangaben sind angesichts der mit Ende des Krieges dynamisch fortschreitenden Geldentwertung kaum nachprüfbar.
Der Hamburger Privatbankier Max Warburg reagierte in dieser vor der Hamburger Kaufmannskammer gehaltenen Rede auf die Vorschläge, die Wirtschaftsminister Rudolf Wissell zur zukünftigen Gestaltung des deutschen Wirtschaftslebens nach dem Weltkrieg kurz zuvor am selben Ort gemacht hatte. Wissell war ein klarer Befürworter einer stärkeren staatlichen Organisation und der Verstaatlichung (Sozialisierung) von Schlüsselindustrien. Diesen Vortrag in Hamburg zu halten, dem Zentrum des deutschen internationalen Handels, lässt sich durchaus als Provokation interpretieren.
Entsprechend antwortete Max Warburg, Generaldirektor und Mitinhaber der Hamburger Privatbank M.M. Warburg & Co. sowie Mitglied der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Paris: Er betonte die Bedeutung der Wiederanbahnung freier Handelsbeziehungen und der Öffnung für internationale Märkte. Ausführlich beschreibt er mögliche Wege und Maßnahmen, diese Ziele zu erreichen. Insbesondere plädiert er für die Ablösung der bestehenden Devisenbewirtschaftung durch einen freien Zahlungsverkehr, der allein eine Stabilisierung der Mark gewährleisten könne. Handelsliberalisierung sah er als eine Voraussetzung dafür, dass Deutschland verlorengegangene Marktpositionen auf den internationalen Märkten zurückgewinnen konnte.
In diesem Interview, das ein Mitarbeiter der britischen Botschaft mit dem deutschen Bankier Hjalmar Schacht führte, ließ letzterer bemerkenswert offen seine nationalistische Einstellung erkennen. Interessant ist das Dokument nicht zuletzt deswegen, weil Schacht zwischen 1923 und 1930 Präsident des Direktoriums der Reichsbank war und dabei besonders eng mit dem Präsidenten der Bank of England, Montagu Norman, zusammenarbeitete.
Der Leiter der American Relief Administration und spätere US-Präsident (1929–1933), Herbert Hoover, beschreibt in diesem Gutachten für den Völkerbund eindringlich die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Europas, deren Hauptursachen er in den Spätfolgen des Weltkriegs, zerstörten oder gegenwärtig nicht funktionierenden Infrastrukturen sowie den massiven politischen Spannungen erblickte. Sollten diese Probleme nicht gelöst und der europäische Handel nicht wiederbelebt werden, seien 450 Millionen Menschen von Hunger und Krankheit bedroht. Die Lösung dieser Probleme könne aber auf die Dauer nicht die Aufgabe der Vereinigten Staaten sein. Vielmehr müssten die Vorraussetzungen geschaffen werden, dass die europäischen Staaten aus eigener Kraft die Produktivität ihrer Wirtschaft wieder erhöhen könnten. Dazu seien Preiskontrollen und die Fortsetzung der Kriegswirtschaft im Frieden der falsche Weg.
Ernest Tennant war ein britischer Industrieller und Bankier, der während den 1920er Jahren immer wieder nach Deutschland reiste und enge Verbindungen zu dem Land knüpfte. Ab 1934 war er ein führendes Mitglied der Anglo-German-Fellowship, die sich für eine Verständigung und intensivere Kontakte zwischen Großbritannien und dem nationalsozialistischen Deutschland einsetzte. Erst ab 1935 begann sich Tennant zumindest vom Antisemitismus der Nationalsozialisten zu distanzieren.
Gleichwohl handelt es bei dem hier präsentierten Brief an William Goode, einen wichtigen Funktionär der britischen Relief-Organisation, um ein interessantes Stimmungsbild der deutschen Lage aus britischer Perspektive. Bemerkenswert ist insbesondere die Auffassung, eine Hilfe der deutschen Wirtschaft könnte britischen Wirtschaftsinteressen dienstbar sein. Tatsächlich wurde in Deutschland jedoch das Engagement ausländischer Firmen mit großem Argwohn betrachtet und führte zu Debatten um eine "Überfremdung" der deutschen Wirtschaft.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte zu einem drastischen Bruch in den globalen Handelsbeziehungen. Nicht nur brachen die Kriegsgegner die Handelsbeziehungen weitgehend ab, sondern die Briten verhängten eine, bis zum Ende des Krieges sukzessive verschärfte Blockade gegen die Mittelmächte. Als Reaktion darauf und auf die Anforderungen der Kriegsführung wurde die Organisation der deutschen Wirtschaft seit 1915 fundamental umgestaltet. Die Produktion der einzelnen Branchen wurde kontingentiert, Preise und Löhne festgesetzt, die Branchen schließlich seit 1916 in zunächst noch von Branchenvertretern dominierten Verbänden organisiert. Insbesondere die Frage des Exports war dabei ein sensibles Thema: Auf der einen Seite sollten möglichst alle Ressourcen der Volkswirtschaft für die Kriegsanstrengungen mobilisiert werden. Auf der anderen Seite brauchte das Deutsche Reich Devisen, um bestimmte Rohstoffe, über die das Land nicht verfügte, einzuführen.
Nach dem Krieg wurden die kriegswirtschaftlichen Regelungen erst nach und nach aufgehoben. Viele Regelungen wurden sogar erst zu Beginn der 1920er Jahre abgeschafft. Allerdings hatte sich die wirtschaftliche Situation grundlegend geändert: Jetzt bestand ein großes Bedürfnis nach Export, um Geld für die Rekonstruktion der Wirtschaft zu verdienen und die Reintegration Deutschlands in die Weltwirtschaft voranzubringen. Die hier präsentierte Quelle der Dortmunder Firma August Klönne, spezialisiert auf Brücken und andere Eisenbauten, beschreibt anschaulich die Widersprüche, die sich aus dieser Lage ergaben.
In Deutschland wurde bereits während des Krieges intensiv darüber diskutiert, wie und ob es der deutschen Industrie gelingen würde, verlorengegangene Märkte zurückzugewinnen. Dabei überwog die skeptische Ansicht, dass dies außerhalb der Bereiche, in denen die deutschen Industrie unbestreitbar einen großen technologischen Vorsprung besaß, sehr kompliziert werden würde. In dieser Quelle findet sich eine britische Perspektive auf diese Frage: Dort wurde die deutsche Konkurrenz gefürchtet und der dortige Pessimismus eher mit Erstaunen wahrgenommen. Das Projekt, in großem Stil russische Rohstoffvorräte auszubeuten, blieb bis zu Beginn der 1920er Jahre auf der Tagesordnung der deutschen Politik und wurde 1921 sogar im Reichstag verhandelt.
Der Reparationsbeauftragte der Reichsregierung, Carl Bergmann, spricht in diesem Schreiben an Louis Loucheur, dem französischen Minister für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete (regions devastées) über die Schwierigkeiten der deutschen Seite, die im Versailler Vertrag festgeschriebene Verpflichtung der Deutschen, Kohlenlieferungen insbesondere an Frankreich zu erfüllen. Nicht nur spricht Bergmann das Problem der Kohleknappheit an, das Deutschland noch bis Mitte der 1920er Jahre begleiten sollte. Zudem werden die technischen und logistischen Schwierigkeiten des Transports thematisiert, die die deutsche Außenwirtschaft in den folgenden Jahren stark belasten sollten.
Die Frage, inwiefern Deutschland in der Lage war, die nach dem Ersten Weltkrieg zu zahlenden Reparationen aufzubringen, gehörte zu Beginn der 1920er Jahre zu den zentralen und am emotionalsten diskutierten Problemen. John Maynard Keynes argumentierte in seinem Bestseller "The Economic Consequences of the Peace" (1919), dass Deutschland durch die Reparationen und weitere Sanktionen seine unverzichtbare Rolle in der europäischen wirtschaftlichen Arbeitsteilung nicht länger erfüllen könne und dadurch auch nicht in der Lage sei, die Reparationen in der geforderten Höhe zu bezahlen. Hingegen wurde, wie der deutsche Botschafter in Paris Wilhelm Mayer hier berichtet, gerade in Frankreich argumentiert, dass Deutschlands wirtschaftliche Stellung durch den Ersten Weltkrieg nicht nachhaltig erschüttert worden sei. Die - auch durch die Inflation bedingten - Exporterfolge nach dem Ersten Weltkrieg schienen das aus französischer Sicht zu bestätigen. Die Frage: "Kann Deutschland zahlen?" sollte die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen während der gesamten Zeit der Weimarer Republik prägen und belasten.
Dieser Brief, den der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Carl Legien kurz vor seinem Tod (15.12.1920) an den US-amerikanischen Außenminister Robert Lansing schrieb, ist ein gutes Beispiel für die aufgeheizte, stark politisierte Atmosphäre in den internationalen Handelsbeziehungen nach dem Ersten Weltkrieg. Die Maßnahme, sämtliche Dieselmotoren in Deutschland zu zerstören und ihren Neubau zu verhindern, stellte in gewissen Kreisen eine Antwort auf den unbeschränkten U-Boot-Krieg dar. Sie stand im Zusammenhang mit ähnlichen Sanktionen, die konkret die Rüstungsproduktion betrafen. Ob diese Maßnahme allerdings durchzusetzen und zu kontrollieren gewesen wäre, ist eine andere Frage. Zugleich ist die Quelle ein gutes Beispiel für die angespannte Lage, in der sich die Gewerkschaften befanden, nachdem sie sich im Zuge des Stinnes-Legien-Abkommens eindeutig zur deutschen Republik bekannt hatten, sie zugleich aber auch nicht in die nationalistische Rhetorik der politischen Rechten einstimmen wollten.
In Artikel 233 des Versailler Vertrages wurde die Pflicht Deutschlands zur Zahlung von Reparationen festgelegt und die Einrichtung eines "Wiedergutmachungsausschusses" bestimmt, der die konkreten Leistungen der Deutschen festlegen sollte. Anlage IV des VIII. Teils des Versailler Vertrages regelte die unmittelbaren Sachleistungen, die Deutschland insbesondere zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in Frankreich und Belgien zu leisten hatte. Dabei ging es um Güter, Maschinen, aber auch große Zahlen an lebenden Tieren. In der vorliegenden Quelle wird ersichtlich, wie die Sachlieferungen bereits durch die Geldentwertung verkompliziert wurden und wie die Frage der Sachlieferungen mit der nach der Wiederaufnahme von Handelsbeziehungen in Konflikt geriet. Zugleich werden die fortdauernden Widersprüche zwischen den ehemaligen Feindstaaten deutlich.
Auch wenn das Deutsche Reich mit dem Versailler Vertrag die zollpolitische Souveränität bis 1925 aufgegeben hatte, besaß das Land gleichwohl Spielräume mit Ländern, die keine Vertragspartner waren, Handelsvereinbarungen auszuhandeln. Hier wiedergegeben ist ein Schreiben des österreichischen Gesandten Post an das österreichische Außenministerium, in dem er den Fortgang solcher Verhandlungen beschreibt. Österreich war aufgrund seiner geographischen Lage und der (naheliegenderweise) engen Wirtschaftsverbindungen zu beiden Ländern am Ausgang dieser Verhandlungen stark interessiert. Interessant ist im Übrigen auch der Verweis auf den Stand der Valuta als Argument für Zölle bzw. Exportverbote (hier im Fall von Automobilen).
Friedrich Bach, Prokurist der Dortmunder Firma August Klönne, spezialisiert auf Ofenbau, Brückenbau und Eisenkonstruktionen aller Art, beschreibt in diesem Schreiben als Antwort auf eine Anfrage der Dortmunder Handelskammer die konkreten Schwierigkeiten, die sich zu Beginn der 1920er Jahre im Geschäfts- und Handelsverkehr mit Polen ergaben. Beide Länder befanden sich während der 1920er Jahre in beständigen Konflikten miteinander, die sich an Fragen wie der Anerkennung der deutsch-polnischen Grenzziehung, der polnischen Nationalisierungspolitik und vor allem der Schlesienfrage entzündeten. Dabei ging es darum, ob das wirtschaftlich starke Schlesien zu Deutschland oder zu Polen gehören sollte. Nach einer Volksabstimmung im März 1921, die einen Mehrheitsentscheid für Deutschland ergeben hatte, wurde ein stark industrialisierter Teil Oberschlesiens abgetrennt und der Republik Polen zugeschlagen. Diese Konflikte wurden von mehrwöchigen bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen ("Kampf um Annaberg") begleitet.
Der während des Krieges im War Trade Board in Washington beschäftigte und an den Pariser Friedensverhandlungen beteiligte John Foster Dulles (der spätere Außenminister der USA) schildert hier detailliert, welche unvorhergesehenen finanziellen und handelspolitischen Folgerungen sich aus dem US-amerikanischen Isolationismus ergeben konnten. Dabei geht es ihm insbesondere um die Notwendigkeit, der Beziehung zu Deutschland eine klar umrissene institutionelle Basis zu verschaffen. Diese Bemühungen fanden ihren Niederschlag schließlich im am 25. August 1921 zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland abgeschlossenen separaten Friedensvertrag ("Berliner Vertrag").
Der hier präsentierte Brief der Singer Manufacturing Company (Hersteller von Nähmaschinen) an den US-amerikanischen Außenminister Charles Evan Hughes verdeutlicht die institutionelle Unsicherheit der ersten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, welche die internationalen Handels- und Finanzbeziehungen stark erschwerte. Die Sorge der Firma, die deutsche Regierung könne US-amerikanische Eigentumstitel verstaatlichen, um damit die Reparationen zu bezahlen, ist dafür ein gutes Beispiel. Tatsächlich wurde im wenige Zeit später zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland abgeschlossenen Berliner Vertrag die Einrichtung einer Mixed Claims Commission beschlossen, deren Aufgabe u. a. die Entschädigung US-amerikanischer Eigentumsverluste durch die deutsche Seite darstellte.
Seit dem Ende des Krieges gab es fortwährende Konflikte um die territoriale Integrität Polens und insbesondere die Frage, ob die wohlhabende Provinz Schlesien zu Deutschland oder zu Polen gehören sollte. Diese Konflikte spitzten sich insbesondere im Jahr 1921 zu, als französische, britische und italienische Truppen nach Schlesien einrückten, um dort die Abhaltung eines Plebiszites im März 1921 zu gewährleisten. Trotzdem kam es insgesamt zu drei polnischen Aufständen, besonders nachdem die Volksabstimmung mit etwa 60 Prozenz zugunsten einer Zugehörigkeit zu Deutschland ausgefallen war. Am Ende wurde die Lösung gewählt, einen Teil Oberschlesiens, in dem das Plebiszit eine polnische Mehrheit ergeben hatte, abzutrennen und Polen zuzuteilen. Das war deswegen politisch heikel, weil genau diese Gebiete einen Großteil der schlesischen Schwerindustrie um Kattowitz beheimateten.
Aus diesen Konflikten ergab sich auch die Ausfuhrsperre, die Deutschland gegen Polen bereits 1920 einführte und die nur eine Ausfuhr von Waren mit Sondergenehmigungen erlaubte. Diese vor allem politisch motivierte Maßnahme erwies sich jedoch nicht nur als vergleichsweise unwirksam, sondern es wurde bereits im Laufe des Jahres 1921 diskutiert, inwiefern sie nicht die schlesische Wirtschaft insgesamt schädigte. Das hier präsentierte Schreiben eines niederschlesischen Verbandsvertreters macht diesen Punkt nachdrücklich deutlich. Insbesondere wandte er sich gegen eine nationalistische Symbolpolitik, unter der am Ende vor allem Schlesien zu leiden hatte.
Das hier präsentierte Memorandum ist eine Analyse der deutschen Währungssituation Anfang März 1920, nachdem die Mark in den vorangegangenen Monaten einen starken Verlust ihres Außenwerts erlitten hatte. Der Text beschäftigt sich mit der Frage, wie die britische Rheinarmee mit ihren Markbeständen umgehen sollte - wobei diese Form der spekulativen Militärfinanzierung durchaus bemerkenswert erscheint. Wesentlich ist aber vor allem die zugespitzte Analyse, warum eine Stabilisierung der Mark nicht zu erwarten stand: Die Inflation wirke als eine Exportprämie und die sozialen Verhältnisse in Deutschland erlaubten keine Stabilisierung, die üblicherweise mit starken Reallohnsenkungen und weiteren hohen sozialen Kosten einherging. Der Autor geht an einer Stelle sogar soweit (Punkt 13), die Inflation als bewusste Strategie der deutschen Regierung zu betrachten, um ihre Auslandsschulden loszuwerden (was bekanntermaßen nicht funktionierte). Auch wenn die These einer "absichtlichen" Inflationspolitik von der Forschung zumeist abgelehnt wird, so ist die Herausarbeitung der Systemdynamik, die in den Folgejahren zur totalen Zerrüttung der deutschen Währung führen sollte, in der vorliegenden Quelle bemerkenswert.
Zu den Begleiterscheinungen der inflationären Entwicklung während und nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das Phänomen der Kapitalflucht, dass also vor allem deutsche Staatsbürger Kapitalbeträge ins Ausland schafften, um sie der Wertminderung durch die Inflation zu entziehen. Bereits zeitgenössisch gab es intensive Debatten darum, ob die Maßnahmen, die das Deutsche Reich gegen die Kapitalflucht ergriff, gegen internationales Recht und die Bestimmungen des Versailler Vertrages - insbesondere gegen die Regelungen zum Handelsverkehr - verstießen. Auf dieser Voraussetzung beruhte allem Anschein nach auch die Klage, um die es in diesem Schreiben geht und in dem die Reichsbank-Direktion ihr Entscheidungsrecht in Fragen der Genehmigung von Kapitaltransfers ins Ausland verteidigt.
Der italienische Ökonom Costatino Bresciani Turroni, der u. a. 1937 eine wichtige Theorie der Inflation am deutschen Beispiel 1914–1923 veröffentlichte, kannte die deutschen Verhältnisse gut. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte er in Berlin Volkswirtschaftslehre studiert. Als Finanzfachmann im Dienste der Reparationskommission konnte er auf zahlreiche Kontakte und Ansprechpartner aus dieser Zeit zurückgreifen, um der Kommission ein differenziertes Bild der Lage der deutschen Außenwirtschaft zu liefern. Bemerkenswert ist dabei, als wie gering er die Möglichkeit einer Stabilisierung der deutschen Währung im Jahr 1920 einschätzt - zu einem Zeitpunkt, als zumindest Teile der historischen Forschung eine solche Stabilisierung noch für möglich hielten. Interessant ist auch, wie stark sich die deutsche Außenwirtschaft nach Aussage von Bresciani Turroni im Herbst 1920 nach Osteuropa und Russland orientierte, obwohl sich die dortigen Märkte zu diesem Zeitpunkt oftmals durch hohe Zollmauern abschotteten.
Der Volkswirt Moritz Julius Bonn zeichnete sich in der Weimarer Republik nicht nur durch seine liberale Einstellung und seine hervorragenden Kontakte in die USA aus, sondern auch durch seine engen Beziehungen zur Reichskanzlei und dem Reichswirtschaftsministerium, für die er insbesondere in den ersten Nachkriegsjahren in beratender Funktion tätig war. In diesem Schreiben an den Staatssekretär der Reichskanzlei Heinrich Friedrich Albert fasst er die interalliierte Schuldenproblematik und die daraus folgenden Zwänge zusammen. Insbesondere beeinflusste sie die deutschen Möglichkeiten, Staatsanleihen in den Vereinigten Staaten zu platzieren und durch die Aufnahme von Krediten die deutsche Zahlungsbilanz zu verbessern. Letztere betrachtete Bonn als eine der wesentlichen Ursachen der deutschen Inflation. Zugleich fällt auf, dass für Beobachter wie Bonn die Frage der Interalliierten Schulden und die Reparationsfrage eindeutig zusammenhingen.
Die Liberalisierung des Außenhandels war nach dem Ersten Weltkrieg ein großes Thema. Das Deutsche Reich brauchte zur Bezahlung der Reparationen sowie zur Bestreitung der 26%igen Exportabgabe, mit der die Reparationen an Großbritannien bezahlt wurden (Reparation Recovery Act, 1921), ausländische Zahlungsmittel. Das war auch deswegen notwendig, damit zur Bestreitung der Reparationen nicht Mark in Devisen getauscht werden mussten, was den ohnehin schwachen Kurs der Mark weiter gedrückt hätte. Allerdings war die Erfassung und Ablieferung von Devisen aus Exportgeschäften mit einem gigantischen bürokratischen Aufwand verbunden, der den deutschen Außenhandel insgesamt zu hemmen drohte. Diese technischen Schwierigkeiten werden in der hier präsentierten Quelle klar ersichtlich.
In diesem Schreiben wendet sich der Gouverneur der Bank of England, Montagu Norman, an den Präsidenten der Reichsbank Rudolf Havenstein. Die Übersetzung des Briefes auf deutsch ist dabei bereits ein Hinweis auf die Absicht des Verfassers, nämlich eine stärkere Kooperation der großen Zentralbanken in Europa zu erreichen. Dazu sollte zum einen deren Kommunikation verbessert werden, aber auch die Unabhängigkeit der Zentralbanken von den jeweiligen Regierungen (die Norman für Deutschland ganz und gar nicht gegeben sieht) gestärkt werden. Zentral ist Normans Wunsch, dass die Zentralbankpräsidenten direkt miteinander kommunizieren sollten und nicht über Ministerien oder Mittelsmänner. Darin sieht er die beste Möglichkeit, Zentralbankpolitik unter Ausschluss politischer Einflussnahme zu koordinieren.
Der Generalbevollmächtigte der Privatbank M.M. Warburg & Co. und ehemalige Leiter der deutschen Finanzdelegation bei den Pariser Friedensverhandlungen, Carl Melchior, entwickelte in diesem Memorandum ein Konzept zur Stabilisierung der Mark. Der Text umreißt die enormen Schwierigkeiten und das Ausmaß an internationaler Kooperation, das ihm notwendig erschien, um die Mark zu stabilisieren und gleichzeitig eine schwere Wirtschaftskrise zu vermeiden. Melchior war bewusst, dass eine Stabilisierung mittels Kreditverknappung und starker Diskontsatzerhöhung zu wirtschaftlichen Turbulenzen und einem politischen Zusammenbruch in Deutschland führen konnte. Um das zu vermeiden, schlug er die Bildung eines internationalen Konsortiums vor. Der Hinweis am Ende des Textes, der Vorschlag sei "a private one", verweist darauf, wie stark politisiert das Thema der Währungsstabilisierung zu Beginn der 1920er Jahre gewesen ist.
Konsul Machtan aus Neapel berichtet von einem Fall von "Kapitalflucht", der weniger aufgrund der Summen interessant erscheint, als aufgrund des alltäglichen Charakters, den die Kapitalflucht im Verlauf der Inflation annahm und welch kreative Strategien entwickelt wurden, um die Gesetze und Verordnungen gegen die Kapitalflucht zu unterlaufen. Außerdem handelt es sich um ein Beispiel dafür, wie umstritten Deutschlands Zahlungsfähigkeit und ökonomische Leistungskraft zu Beginn der 1920er Jahre waren, wenn das Verhalten einzelner deutscher Staatsbürger als Argument hinsichtlich der Angemessenheit der Reparationen dienen konnte.
Der Reichsbankpräsident Rudolf Havenstein liefert in diesem Brief an John Maynard Keynes eine Analyse des Umfangs und Charakters der deutschen Kapitalflucht, die damals in der Öffentlichkeit ein breit diskutiertes Thema war, über deren Bedeutung und Umfang aber aufgrund ihres klandestinen und oftmals illegalen Charakters nur wenig bekannt war. Auch wenn Havenstein zugibt, die Frage nach dem Umfang der Kapitalflucht nicht zureichend beantworten zu können, so liefert er doch zugleich eine instruktive Analyse der Abwicklung von Handels- und Finanzgeschäften während der Inflation. Unverkennbar trägt das Schreiben rechtfertigende Züge, auch wenn der Adressat - der bekannte Ökonom John Maynard Keynes - durch seinen Weltbestseller "The Economic Consequences of the Peace" von 1919 als "deutschfreundlich" bekannt war. Interessant scheinen besonders Havensteins Bemerkungen dazu, wie lange Importgeschäfte noch in Mark getätigt wurden. Das Schreiben Havensteins erreichte Keynes allerdings zu spät, so dass er den Inhalt nicht mehr in seinen publizistischen Arbeiten und seiner Beratertätigkeit verwerten konnte.
Legationsrat Post vom Österreichischen Amt für Äußeres beschreibt aus deutschösterreichischer Perspektive die Herausforderungen und Anstrengungen, die in Deutschland unternommen wurden, um den Export zu steigern und die wirtschaftlichen Nachkriegsschwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Zugleich gibt das Schreiben einen anschaulichen Einblick in die Schwierigkeiten insbesondere der Devisenbewirtschaftung, mit denen sich Exportfirmen in der Nachkriegszeit konfrontiert sahen. Zum Kontext dieses Schreibens gehört auch, dass im Mai 1919 ein Zusammenschluss Deutschlands und Deutschöstereichs durchaus noch nicht endgültig vom Tisch war.
In diesem Schreiben gibt ein US-amerikanischer Diplomat eine Übersicht über die deutschen Bestimmungen über die Ein- und Ausfuhr sowie den Zahlungsverkehr mit dem Ausland nach dem Weltkrieg. Signifikant ist zum einen, dass abgesehen von bestimmten Gütern (zumeist Lebensmitteln und verwandte Rohmaterialien) alle Handelsgeschäfte der Genehmigung durch den Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligungen bedurften. Das System der Kapital- und Devisenkontrolle, das während des Ersten Weltkriegs installiert worden war, wurde über das Ende der Kampfhandlungen hinaus aufrechterhalten. Zum anderen gehörten die Finanzierung von Handelsgeschäften und das Problem, in welcher Währung diese bezahlt werden sollten, ebenfalls zu den drängenden Fragen in der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Die Firma Albert Klincke Heinr. Sohn aus Altena in Westfalen, Hersteller von blanken komprimierten Stahlwellen und Gussstahlfabrikaten aller Art, argumentiert in diesem Schreiben gegen die Aufhebung der Außenhandels- und Devisenkontrollen, die nach dem Ersten Weltkrieg weiter in Kraft geblieben bzw. erneuert worden waren. Das dabei vorgebrachte Argument, durch einen dadurch ausgelösten Exportboom ließe sich der inländische Bedarf nicht mehr decken, erscheint als durchaus unkonventionell. Zugleich zeigt es jedoch, dass der Abbau der kriegswirtschaftlichen Organisation keineswegs von allen Unternehmen begrüßt wurde, sondern sich viele Firmen darin durchaus "eingerichtet" hatten.
Die Handelskammer Hamburg analysiert in diesem Schreiben tiefgehend die Außenhandelssituation Deutschlands nach dem Krieg und die aktuell drängenden Probleme, die sich aus dem Versailler Vertrag und dem damit einhergehenden Handelsrestriktionen, der Besetzung des Rheinlandes durch alliierte Truppen und der bereits fühlbar werdenden inflationären Entwicklung ergaben. Zu beachten ist dabei, dass Hamburg stark vom Handel abhängig war und deswegen der hier vertretene Standpunkt stark auf Möglichkeiten von dessen Wiederbelebung abzielte.
In diesem Schreiben beschreibt der Direktor der Hamburger Privatbank M.M. Warburg & Co., Max Warburg, seinem in den USA wirkenden Bruder Paul die gegenwärtigen Zustände in Deutschland anlässlich von Paul Warburgs Plänen, eine Bank zu gründen, die wesentlich mit der europäischen Handelsfinanzierung befasst sein sollte (die International Acceptance Bank). Das Schreiben ist Zeugnis eines durchaus typischen Optimismus Max Warburgs, der davon ausging, das ökonomische Erwägungen am Ende politische Konflikte überlagern würden. Gleichzeitig warnt er seinen Bruder vor leichtfertigen Handlungen angesichts der politisch instabilen Verhältnisse in Deutschland.
In dieser ausführlichen Analyse beschreibt F. Thelwall, Wirtschaftsberater der britischen Regierung, den Zustand des deutschen Außenhandels im Frühsommer 1920. Auffällig ist dabei zunächst, dass er auf das Fehlen einer offiziellen deutschen Außenhandelsstatistik verweist, die tatsächlich vom Deutschen Reich nicht zuletzt aus reparationstaktischen Gründen zurückgehalten wurde (und deren Unterlagen im Zweiten Weltkrieg verlorengegangen sind). Die außenwirtschaftlichen Beschränkungen, insbesondere die Verschärfung der Importgenehmigungspflicht und der Devisenbewirtschaftung im Außenhandel, werden von ihm einer elaborierten Kritik unterzogen. Nach einem ausführlichen Überblick über die Handelsbeziehungen zu einzelnen Ländern beschreibt er am Ende, welche Herausforderungen die temporäre Stabilisierung der Mark im Frühjahr 1920 für die deutsche Außenwirtschaft bedeutete. Die Auswirkungen der fortschreitenden Geldentwertung auf die deutsche Außenwirtschaft werden hier schlaglichtartig deutlich.
Diese umfangreiche Quelle gibt einen anschaulichen Einblick in die konkreten Schwierigkeiten der Abwicklung von Handelsgeschäften zwischen Deutschland und Großbritannien nach der Verschärfung der Einfuhrkontrollen und der Devisenbewirtschaftung im Frühjahr 1920. F. Thelwall, angesehener Economic Councillor des britischen Foreign Office, beschreibt die Durchführung des Handels und der Devisenbewirtschaftung allgemein. Historischer Hintergrund waren die Versuche, das "Loch im Westen" zu schließen, dass also insbesondere in den von Frankreich besetzten deutschen Gebieten eine Durchsetzung der Verordnungen über Handel und Kapitalstransfers kaum möglich war. Dagegen war die Einfuhrverordnung vom 22. März 1920 gerichtet, die nicht nur jede Einfuhr genehmigungspflichtig machte, sondern auch drakonische Strafen für die Verletzung der Verordnung festlegte und Einfuhrwaren grundsätzlich unter den Verdacht der Illegalität stellte. Damit wurden dem Handel bewusst kaum tragbare Beschränkungen auferlegt. Thelwall analysiert in dem hier präsentierten Gutachten die Folgen und er beschreibt zahlreiche Fälle, in denen sich das Foreign Office - zumeist mit Erfolg - zugunsten einheimischer Firmen einsetzte. Deutlich wird, wie kompliziert und zeitaufwändig der Handel durch die neuen Einfuhrregelungen wurde. Thelwall kam mit guten Gründen zu der Auffassung, die Deutschen würden auf diese Weise ihren Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland eher schaden als nutzen, was aber durchaus beabsichtigt gewesen sein könnte.
Die Quelle ist ein interessantes Beispiel für die unterschiedliche Wahrnehmung von Deutschlands Stellung auf den Weltmärkten. Während von deutscher Seite immer wieder der Verlust internationaler Märkte und die mannigfachen Behinderungen im Außenhandel beklagt wurden, zeichnet die französische Handelskammer in Buenos Aires hier ein ganz anderes Bild: Die deutsche Konkurrenz wird vielmehr als höchst erfolgreich und als Bedrohung für die eigenen Handelsanstrengungen beschrieben. Diese Debatten waren hochpolitisch, weil hier die Lage der deutschen Wirtschaft insgesamt verhandelt wurde und damit auch ihre Fähigkeit, Reparationen zu bezahlen.
Die Berliner Handels-Gesellschaft, ein in Berlin ansässiges Handelshaus, gibt in diesem internationalen Kunden-Bulletin einen Überblick über die Wirtschaftslage und den Außenhandel Deutschlands. Dabei wird nicht nur die Lage einzelner Firmen thematisiert, sondern auch die Rückwirkungen politischer Ereignisse – wie des Kapp-Putsches im März 1920 oder des darauf folgenden kommunistischen Aufstandes im Ruhrgebiet – auf die Börsenkurse und die Handelsaussichten.
Dieses Dokument, von dem unklar ist, wie es zur Kenntnis von Thomas W. Lamont von der US-Bank J. P. Morgan gelangt ist, stellt ein Beispiel für das Konzept einer aggressiven Wirtschaftsaußenpolitik dar. Diese stand in bemerkenswertem Kontrast zu der häufig defensiven, Deutschlands wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten sowie die durch den Versailler Vertrag bedingten geringen politischen Handlungsspielräume hervorhebenden offiziellen Verlautbarungen. Der Handelsrat (Attaché) bei der Deutschen Botschaft in Rom, Heinrich Stroheker, entwirft vielmehr die Grundlinien einer offensiven Strategie deutscher Unternehmen, sich an italienischen Firmen zu beteiligen und auf diese Weise einen Zugriff insbesondere auf Exportmärkte in Osteuropa zu bekommen, die den Deutschen aufgrund des Versailler Vertrages und eines strikten Protektionismus oftmals weitgehend verschlossen waren. Dabei geht es Stroheker insbesondere auch darum, die damals in Italien virulenten Konflikte zwischen Kapital und Arbeit - speziell in der Turiner Industrie - für deutsche Wirtschaftsinteressen auszunutzen.
Dieses von dem deutschen Botschafter in Rom, John von Berenberg-Gossler, verfasste Schreiben an das Auswärtige Amt zeigt, wie früh die Frage eines europäischen Eisen- und Stahlkartells bereits europaweit - trotz der schweren politischen Verwerfungen - diskutiert wurde und welche Hoffnungen und Ängste ein solches Projekt auslöste. Italien war nach dem Krieg dringend auf deutsche Kohle angewiesen und hatte Sorgen, von einem europäischen "Wirtschaftskonzern", beherrscht von der deutschen und französischen Schwerindustrie, an die Wand gedrückt zu werden. Bereits 1921 wurde intensiv debattiert, wie Italien sich im Falle eines solchen Zusammenschlusses verhalten sollte und wie das Land sich evtl. daran beteiligen könne.
Die Phoenix Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb reagiert in diesem Schreiben auf ein Rundschreiben der Handelskammer Dortmund, die den Fall eines "Stahlwerks des Westens" angesprochen hatte, dem es bei der Organisierung des Veredelungsverkehrs nach § 13 der Veredelungsverordnung vom 7. April 1918 nicht möglich war, den Verbleib des ausländischen Roheisens nachzuvollziehen (Schreiben Handelskammer Dortmund an 8 Firmen vom 24.12.1921, WWA Dortmund, K1, 1303). Die Firma beschreibt diesen Fall detailliert aus ihrer Sicht und kritisiert dabei zugleich die mannigfachen Regulierungen des Außenhandels, die mit den Anforderungen des Handelsverkehrs immer wieder in Konflikt gerieten. Am Ende steht ein Plädoyer für eine Liberalisierung der Handelsbeziehungen.
Die alliierte Besetzung des Rheinlandes schuf durch das "Loch im Westen" gravierende Probleme bei der Durchsetzung der Außenhandels- und Devisenkontrolle. Aus diesem Grund war die Reichsregierung in ständigen Verhandlungen mit den Alliierten, um die Durchsetzung der deutschen Handelsbestimmungen auch für die besetzten Gebiete zu erreichen. Das hier präsentierte Schreiben der Handelskammer Mainz macht deutlich, wie ein dafür notwendiger Kompromiss als Bedrohung nationaler Souveränität in der Wirtschaftspolitik empfunden und zum Gegenstand nationaler Erregung werden konnte.
Hier wiedergegeben ist das Protokoll einer Versammlung wichtiger deutscher Schwerindustrieller, deren institutioneller Rahmen nicht ganz klar ist, bezüglich der Bildung eines Syndikats oder Kartells mit der französischen Schwerindustrie. Aufgrund der französischen Erzvorkommen und der deutschen Kohlevorkommen war ein solcher Zusammenschluss aus ökonomischen Gründen naheliegend, zugleich aber durch die politischen Konflikte, die Besetzung des Rheinlandes und des Saarlandes sowie die Reparationsfrage stark belastet. Interessant erscheint hier nicht zuletzt, wie sich nationalistische Ressentiments immer wieder mit taktischen Überlegungen vermischen, ein möglichst vorteilhaftes Arrangement zu erreichen.
In dem hier präsentierten Briefabschnitt werden die Folgen der unterschiedlichen Ausmaße der Geldentwertung deutlich. Neben dem "Loch im Westen" gab es gewissermaßen auch ein "Loch im Osten": Die Tschechoslowakei hatte nach dem Ersten Weltkrieg, wie die anderen Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie auch, zunächst mit starken inflationären Tendenzen zu kämpfen. Durch einscheidende Maßnahmen des Finanzministers Alois Rašín gelang es in der Tschechoslowakei jedoch - anders als in Deutschland - die Inflation seit dem Winter 1921/22 erfolgreich zu bekämpfen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung werden in dem folgenden Brandbrief einer bayerischen Gemeinde an das Reichsfinanzministerium beschrieben.
In dem hier vom 1914 gegründeten Verband Deutsch-Ausländischer Wirtschaftsvereine wiedergegebenen Bericht des Reichswirtschaftsministeriums über die Qualitätsprobleme deutscher Waren im Ausland werden anschaulich die Probleme der deutschen Exportwirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg fassbar. Diese hatten mit der fortschreitenden Geldentwertung zu tun, die ein Kalkulieren mit festen Preisen erschwerte. Aber auch die Probleme der Transportinfrastruktur und generelle Qualitäts- und Kenntnismängel werden in dem Bericht fassbar. Dies alles ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass die deutsche Industrie nach dem Weltkrieg vor der großen Herausforderung stand, sich wieder in die Weltwirtschaft zu integrieren. Zugleich stellte die Geldentwertung und - nach Wahrnehmung des Auslandes - auch ein Absinken der deutschen Geschäftsethik, diese Versuche vor große Probleme. Der hervorragende Ruf deutscher Waren und Geschäftspraktiken vor 1914 ging im Zuge der Inflation zumindest temporär verloren.
In diesem Memorandum diskutiert Alberto Pirelli die Möglichkeiten, eine internationale Anleihe zur Stabilisierung der deutschen Währung zu platzieren. Interessant ist die Quelle u. a. aus dem Grund, weil sie zeigt, dass Überlegungen, die stark den schließlich im Zuge der Dawes-Verhandlungen beschlossenen Maßnahmen ähnelten, sich bereits zu Beginn der 1920er Jahre in der Diskussion befanden. Das betraf insbesondere die Unterstützung der Reparationskommission durch die USA sowie die Organisation einer internationalen Anleihe. Aus Sicht Pirellis bestand das besondere Interesse Italiens darin, Sachleistungen als Reparationen zu erhalten, da das Land unter einem dramatischen Mangel an Energieträgern (insbesondere Kohle) litt.
Die vorliegende Quelle zeigt, zu welcher Zerrüttung die Inflation im auswärtigen Handelsverkehr führte. Der US-amerikanische Konsul in Berlin, E. Verne Richardson, warnt aus privilegierter Beobachterposition seine Landsleute eindringlich davor, zu versuchen, US-amerikanische Industriewaren in Deutschland anzubieten bzw. solche Waren aus Deutschland zu beziehen. Durch die dynamische Geldentwertung seien solche Geschäfte mit derartigen Unsicherheiten belastet, dass erst nach der Wiederherstellung stabiler Währungsverhältnisse an einen geordneten Geschäfts- und Handelsverkehr zu denken sei.
In den Vereinigten Staaten gab es bereits seit 1914 eine intensive Debatte um die Frage, ob die Löhne und Preise in Europa nicht als Folge des Weltkrieges so stark absinken würden, dass ihre Exportwaren konkurrenzlos günstig würden. Solche Befürchtungen waren ein Grund dafür, warum das Land nach dem Ende des Krieges europäische Importe zu erschweren suchte - wobei ein ausgeprägter Schutzzoll das Land seit dem frühen 19. Jahrhundert auszeichnete. Diese Anstrengungen wurden in Folge der Wirtschaftskrise 1920/21 nochmals verschärft und fanden 1922 Ausdruck im sog. Fordney-McCumber-Tarif, der die Importzölle auf Industriewaren z.T. drastisch erhöhte. Trotzdem konnte das nicht verhindern, dass aufgrund der Inflation günstige deutsche Waren auf dem US-amerikanischen Markt auftauchten. Der hier präsentierte Brief eines New Yorker Produzenten von Taxametern macht deutlich, wie stark das von vielen US-amerikanischen Firmen als eine Bedrohung empfunden wurde.
Dieser Entwurf für ein europäisches Reformprojekt aus der Feder des italienischen Industriellen Alberto Pirelli gehörte zu den Vorarbeiten für die Konferenz von Genua im April 1922, an der Pirelli für sein Heimatland als Delegierter teilnahm. Chancen auf Verwirklichung hatte der Entwurf nicht, aber er bezeugt gleichwohl eine sensible Problemwahrnehmung: Auf der einen Seite war eine Form der europäischen Wirtschaftskooperation unter Einbezug Deutschlands notwendig, auf das in der internationalen Arbeitsteilung nicht verzichtet werden konnte. Auf der anderen Seite war aber sicherzustellen, dass Deutschland seine Reparationen bezahlen würde. Der Vorschlag sucht hier einen Mittelweg und zeigt, dass es im Kontext der politisch so spannungsreichen Nachkriegszeit auch prominente Stimmen gab, die eine vermittelnde Position vertraten.
Die Quelle zeigt zunächst, wie genau die französische Politik bzw. die Reparationskommission die Vorgänge in Deutschland und die Lage der Wirtschaft beobachtete. Zugleich wird hier deutlich, wie eng verbunden in der zeitgenössischen Debatte von Seiten der Arbeitgeber die Inflation mit den sozialpolitischen Errungenschaften der Weimarer Republik gesehen wurde. Die meisten Maßnahmen, die der Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, die Arbeitgebervereinigung der deutschen Schwerindustrie, hier vorschlugen, liefen auf verlängerte Arbeitszeiten, Lohnzurückhaltung und weitere Zugeständnisse der organisierten Arbeiterbewegung hinaus. Auch wenn das von Seiten eines Arbeitgeberverbandes als eine erwartbare Position erscheint, war es auch eine Reaktion auf die vermehrten Lohnkonflikte, zu denen die Inflation tatsächlich geführt hatte.
In diesem Bericht werden die Probleme der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten angesichts der Doppelkrise von Inflation und der französisch-belgischen Besetzung des Ruhrgebiets seit dem Januar 1923 deutlich. Auch wenn die Hyperinflation tatsächlich bereits im Sommer 1922 begonnen hatte, sollte die Lage in den folgenden Monaten angesichts von französischen Ausfuhrkontrollen in dem von ihnen besetzten Gebieten und einer sich weiter verschärfenden inflationären Dynamik sogar noch deutlich dramatischer werden. Insofern dokumentiert die hier präsentierte Quelle gewissermaßen eine Zwischenstation auf dem Weg in das "Chaos" seit dem Frühjahr des Jahres 1923, als die fortschreitende Geldentwertung das gesamte öffentliche Leben in Deutschland zu bestimmen anfing.
Dieses Telegramm an das US-Amerikanische Außenministerium fasst die Klagen von Firmen zusammen, die in Deutschland ihr Geschäft betrieben, aber zumindest teilweise das Eigentum von US-amerikanischen Firmen bzw. Staatsbürgern waren. Es gibt einen anschaulichen Einblick in die Schwierigkeiten, die sich durch die Besetzung des Ruhrgebietes durch französische und belgische Truppen seit dem 11. Januar 1923 ergaben. Die Etablierung einer Zollgrenze zwischen besetztem und unbesetztem Gebiet warf - wie schon beim besetzten Rheinland - Konflikte der nationalen Souveränität auf und warf die Frage auf, wer wann welche Zölle folgend welchem Recht erheben durfte. Die Franzosen erhoben beispielsweisee Ausfuhrzölle, die wiederum nach deutschem Recht nicht errichtet werden durften.
In dieser Quelle beschreibt der US-amerikanische Konsul Don S. Haven am Beispiel des Pelzhandels anschaulich die Schwierigkeiten, in Deutschland Handel zu treiben. Insbesondere während der Inflationsjahre (hier auf dem Höhepunkt der Hyperinflation) gab es eine weitverbreitete Angst vor einer "Überfremdung" der deutschen Wirtschaft und des weiteren Verlusts von Handelspositionen. Das führte am Standort Leipzig zu zahlreichen Behinderungen und Sanktionen von ausländischen Geschäftsleuten. Die Industrie- und Handelskammer spielte dabei eine wichtige Rolle, in dem ihre Bewertungen offensichtlich entscheidend für den Aufenthaltsstatus von - in diesem Fall - US-Amerikanern waren. Im Hintergrund wurde hier aber auch die Frage verhandelt, wie stabile Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands mit dem Ausland in Zukunft möglich sein könnten.
Die hier präsentierte ausführliche Schilderung des US-amerikanischen Vizekonsuls in Hamburg, Maurice Walk, beschreibt - teils als Analyse, teils als Warnung an US-amerikanische Geschäftsleute, die in Deutschland zu tun hatten - die Geschäftsmöglichkeiten und Risiken, die sich aus der Hyperinflation ergaben. Letztere strebte damals mit zunehmender Geschwindingkeit auf ihren Höhepunkt zu, die sie schließlich im Herbst 1923 erreichen sollte. Die ausführliche Schilderungen der Möglichkeiten betrügerischer Geschäftspraktiken ist für das Verständnis der Inflation hilfreich und zeigt, zu welchen Unwägbarkeiten diese führte.
Zugleich zeichnet Walk aber auch ein Sittenbild eines Geschäftslebens, in dem man stets auf der Hut zu sein hatte und niemanden mehr vertrauen konnte. Die Deutschen waren für Walk dabei in erster Linie ein Opfer der Umstände, was die Sache für potentielle US-Amerikanische Geschäftspartner aber nicht besser machte. Trotzdem hegte er die Hoffnung, dass bei einer Besserung der Verhältnisse und einer Stabilisierung der Währung sich auch die Geschäftsmoral wieder aufrichten könnte. Walk liefert hier eine Außensicht auf Phänomene, die innerhalb der deutschen Gesellschaft intensiv diskutiert wurden, nämlich die "moralischen" Auswirkungen, welche die Inflation auf die deutsche Gesellschaft hatte.
In diesem Schreiben gibt Paul Warburg, Bankier und einer der geistigen Gründerväter der Amerikanischen Federal Reserve Bank, einen Bericht aus dem Innenleben der Finanzwelt auf dem Höhepunkt der Inflation, der zeigt, das selbst im Sommer 1923 noch so etwas wie "Normalität" in internationalen Bankgeschäften möglich war.
Die Textilindustrie gehörte in den 1920er Jahren zu den wichtigsten Industriebranchen Deutschlands und stand von der Beschäftigtenzahl her sogar an zweiter Stelle. Gleichzeitg befand sie sich in einer besonders verwundbaren Position, weil sie auf die Rohstoffeinfuhr - insbesondere von Baumwolle - aus dem Ausland angewiesen war. Die Inflation musste eine Branche, die beständig auf Devisen zur Finanzierung von Rohstoffimporten angewiesen war, besonders hart treffen. Die hier präsentierte interne Stellungnahme des Reichswirtschaftsministeriums analysiert die Probleme der Textilindustrie ausführlich und differenziert. Die Zusammenhänge zwischen Inflation, Importfinanzierung und Außenhandel werden dabei anschaulich herausgearbeitet.
Rudolf Dalberg, seit 1921 Oberregierungsrat im Reichsministerium der Finanzen und Direktor des Kommissariats für Aus- und Einfuhrbewilligung, kommentiert in diesem Brief an die Devisenbeschaffungsstelle mögliche Wege der Handelspolitik, angemessen auf die Probleme der Hyperinflation zu reagieren. Während er das Mittel der Importeinschränkung skeptisch betrachtet, zumal die Industrie auf den Import von Rohstoffen u. ä. angewiesen war, plädiert er vor allem für Strategien der Wertsicherung.
Dieses Dokument wurde von den französischen Besatzungsbehörden im Rheinland gesammelt. Der Verfasser ist wahrscheinlich der Zentrumspolitiker und Funktionär der Christlichen Gewerkschaften im Rheinland, Karl Schmitz. Es handelt sich um einen eindrucksvollen Stimmungsbericht vom Höhepunkt der Hyperinflation in Deutschland, die allerspätestens nach der gescheiterten Stützungsaktion der Reichsbank vom April 1923 immer stärker an Dynamik gewann. Panik und Verzweiflung werden in dem Rundschreiben genauso sichtbar wie die Erwartung, dass es bald zu einschneidenden Maßnahmen kommen müsse, um die Katastrophe in den Griff zu bekommen.
Zu Beginn der 1920er Jahre war die deutsche Kapitalflucht in die Schweiz und die Niederlande ein großes Thema in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit. Insbesondere wurde befürchtet, dass auf diese Weise die Inflation weiter angeheizt werden könnte und Deutschland die Mittel entzogen würden, die Reparationsleistungen zu stemmen. Zugleich bestand Unklarheit, ob die Empfängerländer wirklich etwas gegen die Kapitalflucht unternahmen, sondern sie nicht vielmehr sogar förderten. Dementsprechend stieg in der ersten Hälfte der 1920er Jahre der politische Druck seitens Deutschlands und Frankreichs (das ebenfalls mit einer gravierenden Kapitalflucht zu kämpfen hatte), mehr dagegen zu unternehmen. In dem hier wiedergegebenen Dokument wehrt sich das schweizer Justiz- und Polizeidepartment gegen diese Vorwürfe und sieht in ihnen letztlich eine Bedrohung der nationalen Souveränität der Schweiz.
In dieser Antwort auf einen Artikel des französischen Journalisten Victor Truant werden aus deutscher Perspektive noch einmal die Gründe aufgelistet, die gegen den Zusammenschluss in einem internationalen Kartell bzw. Syndikat sprachen. Ein solcher Zusammenschluss war seit langem in der Debatte, vor allem weil die jeweilige Rohstoffbasis Deutschlands (Kohle) und Frankreichs (Erze) sehr gut zusammenpassten. Allerdings verhinderten die politischen Gegensätze nach dem Ersten Weltkrieg für viele Jahre eine verstärkte Zusammenarbeit, die dann schließlich mit der kurzlebigen Internationalen Rohstahlgemeinschaft ab 1926 zustandekommen sollte.
In diesem Bericht an Max Warburg gibt das Mitglied der Geschäftsleitung des Centralverbands des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes, Otto Bernstein, einen Einblick in die Verhandlungen während der "heißen" Phase der Einführung der Rentenmark und der (temporären) Stabilisierung der deutschen Währung. Auffällig sind die zahlreichen rechtlichen Probleme, die bei der Einführung des neuen Zahlungsmittels eine Rolle spielten. Auch der Name der neuen Währung war äußerst umstritten. Insgesamt wird deutlich, wie komplex sich die Währungsstabilisierung gestaltete und wie stark sie zwischen den Interessensgruppen umstritten war.
Dieses Schreiben Montagu Normans an Rudolf Havenstein zieht gewissermaßen den Schlusstrich unter die Annäherungen zwischen der Bank of England und der Reichsbank, die unter der Ägide Havensteins - im Gegensatz zu der Amtszeit seines Nachfolger Hjalmar Schacht - allerdings nie besonders intensiv gewesen sind. Havenstein wird den Subtext, dass er gewissermaßen zu einem Paria in der internationalen Finanzwelt geworden ist, sehr wohl verstanden haben. Klar ist zudem, dass es im Zuge der Stabilisierung der Mark nur noch darum ging, einen Nachfolger für ihn zu finden. Havenstein starb am 20. November 1923.
Die hier präsentierte Paraphrase einer Rede, die der designierte Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht vor der Zürcher Finanzwelt hielt, ist aus verschiedenen Gründen interessant. Zunächst zeigt die lebhafte Reaktion und Anteilnahme des Publikums die Wirkung, die Schacht in der mündlichen Rede entfaltete und die ein wichtiges Fundament seiner internationalen Bedeutung als Finanzfachmann und Zentralbankpräsident war. Gleichzeitig wird deutlich, welche Bedeutung die Stabilisierung der Mark nicht nur für Deutschland, sondern für den europäischen Wirtschaftsraum insgesamt hatte.
Den Gouverneur der Bank of England, Montagu Norman, und den Gouverneur der Federal Reserve Bank of New York, Benjamin Strong, verband während der 1920er Jahre eine bemerkenswert enge Geschäftsbeziehung und eine ausgeprägte Kooperation bei der Lösung europäischer Finanz- und Währungsprobleme. Dieser Brief gibt nicht nur Einblicke in eine solch "klandestine" Zentralbankpolitik, sondern ist auch deswegen bemerkenswert, weil Norman hier Strong den neuen Präsident der Reichsbank, Hjalmar Schacht, vorstellt. Während Schachts Vorgänger Rudolf Havenstein von Norman an anderer Stelle als typischer "Direktor" bezeichnet wurde, wird Schacht hier als äußerst kompetenter Zentralbankier vorgestellt. Tatsächlich entwickelten Norman und Schacht eine enge Vertrauensbeziehung, die auch während der 1930er Jahre noch andauerte.
Der neue Reichsbank-Präsident Hjalmar Schacht berichtet dem deutschen Außenminister Gustav Stresemann von den Verhandlungen im Rahmen der Vorbereitung des Dawes-Plans in Paris, zu denen er erstmals am 21. Januar bestellt worden war. Zu diesem Zeitpunkt war die neugeschaffene Rentenmark stabil und die Reichsbank konnte den Diskontsatz auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau halten. Allerdings sollten sich Schachts eher pessimistischen Voraussagen hinsichtlich der Stabilität der Währung und des Zustandes der deutschen Wirtschaft durchaus bewahrheiten: Ab April 1924 war die Reichsbank gezwungen, den Diskontsatz stark zu erhöhen und zwischenzeitlich den Kreditverkehr in Deutschland drastisch zu beschneiden. Darüber hinaus ist die Quelle interessant aufgrund Schachts pointierter Einschätzung der zentralen Personen innerhalb der beiden Dawes-Kommittees, wobei Schachts ausgeprägt nationalistische politische Einstellung durchscheint. Von besonderer Bedeutung ist dabei die "Goldbank" (im März 1924 als Golddiskontbank AG gegründet), die jenseits der strikten, für die Reichsbank geltenden Vorschriften zur Währungspolitik der Reichsbank Spielräume einer aktiven Zentralbankpolitik eröffnen sollte.
In diesem ausführlichen Bericht beschreibt Basil Miles (aus durchaus sympathisierender Perspektive) die wirtschaftlichen und politischen Zustände in Deutschland nach der provisorischen Stabilisierung der Währung, die mit der sukzessiven Einführung der Rentenmark seit dem November 1923 stattgefunden hatte. Bemerkenswert ist die positive Einschätzung der deutschen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie der sozialen und kulturellen Stabilisierung, die mit der neugewonnenen Währungsstabilität einherging.
Die hier präsentierte Quelle gibt eine Rede Carl Friedrich von Siemens, Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens AG, vor dem Expertenrat im Rahmen der Verhandlungen um den Dawes-Plan wieder. Ziel war eine Neuorganisation der Reparationszahlungen sowie das Ergreifen von Maßnahmen für eine dauerhafte Stabilisierung der deutschen Währung.
Siemens beschreibt hier ausführlich die zurückliegenden Erfahrungen und gegenwärtigen Probleme der deutschen Wirtschaft während der Inflationsjahre aus der Sicht eines Industriellen. Dabei geht er auch ausführlich auf die Herausforderungen des Außenhandels während der zurückliegenden Jahre ein. Auch wenn Siemens sicherlich die Absicht verfolgt, die Lage der deutschen Wirtschaft in eher düsteren Farben zu malen, findet sich in der Rede doch ein anschaulicher und persönlicher Rückblick auf die Inflationserfahrungen und deren Auswirkungen auf den Außenhandel und die Industriellen Beziehungen.
Nach der provisorischen Stabilisierung der Mark Ende 1923 war tatsächlich unklar, wieviel Vermögensbestände, Sachwerte und vieles andere mehr eigentlich noch wert waren. Das führte etwa dazu, dass deutsche Unternehmen im Laufe des Jahres 1924 sog. Goldmarkbilanzen erstellen mussten, in denen ihre Vermögenswerte, Außenstände etc. in Goldmark bewertet waren. Ausländische Vermögensbestände wie Markguthaben in US-amerikanischem Besitz, um die es in diesem Schreiben des Vice President von Bankers Trust, Fred I. Kent, an den US-amerikanischen Außenminister Charles E. Hughes geht, ließen sich nicht ohne außenpolitische Verwerfungen einfach abschreiben. Das war zumal der Fall, weil Deutschland in Zukunft Kredite in den Vereinigten Staaten aufnehmen wollte, weshalb eine Einigung hier vorteilhaft, aber auch außenpolitisch sensibel war. Insofern geht es in dem Schreiben nicht einfach nur um den Umrechnungskurs von Goldmark in Dollars, sondern um das außenpolitische "Management" dieser Frage im Rahmen der sich bereits in Gang befindlichen Verhandlungen um den Dawes-Plan.
Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht gibt in diesem Schreiben an den einflussreichen deutsch-amerikanischen Bankier Paul Warburg eine Einschätzung Deutschlands außenpolitischer und außenwirtschaftlicher Lage während der noch in Gang befindlichen Verhandlungen um den Dawes-Plan, die erst mit den Londoner Abkommen vom August 1924 zum Abschluss kommen sollten. Deutlich wird die wichtige Rolle, die Schacht der Golddiskontbank zuschreibt: als eine Möglichkeit, "aktive" Zentralbankpolitik unter dem Regime des Goldstandards zu betreiben. Interessant ist zudem, dass sich dieses an Warburg gerichtete Schreiben als Abschrift im Nachlass von Thomas W. Lamont befindet, der als US-amerikanischer Unterhändler an den Dawes-Verhandlungen teilnahm. Offensichtlich gab Warburg den Inhalt des Schreibens weiter, was Schacht einkalkuliert haben dürfte.
Dieses Telegramm, aus New York nach London gesendet, ist ein Beispiel für die komplexe Finanzdiplomatie während der 1920er Jahre. Das Board of Directors der stark in europäischen Geschäften engagierten Bank J. P. Morgan gibt ihrem Generalbevollmächtigten Thomas W. Lamont - einer zentralen Figur der internationalen Finanzdiplomatie der 1920er Jahre - Anweisungen. Dabei geht es insbesondere darum, die Zahlungsunfähigkeit eines europäischen Landes zu verhindern. Gleichzeitig geht es darum, eine klare politische Botschaft zu senden, dass Deutschland angesichts der Notwendigkeit einer gesamteuropäischen Stabilisierung wieder auf die Beine kommen muss. J. P. Morgan spielte dabei eine zentrale Rolle, nicht nur weil die Bank zu einem guten Teil für die mit dem Dawes-Plan verbundene Stabilisierungsanleihe in Höhe von 800 Millionen Reichsmark verantwortlich sein sollte. Vielmehr sah die Bank stabile europäische Verhältnisse als eine Voraussetzung für eine funktionierende weltwirtschaftliche Arbeitsteilung und ein profitables Geschäft mit Auslandskrediten an.
Anhand dieser Quelle aus dem Zusammenhang der Dawes-Verhandlungen in London wird deutlich, wie eng die Fragen der Reparationszahlungen und der Währungsstabilisierung mit Fragen der Gestaltung der Handelsbeziehungen zwischen den großen Wirtschaftsmächten verknüpft waren. Das entscheidende Argument in den Verhandlungen lautete von deutscher Seite, dass sich die anderen Länder seit 1914 eigene Produktionskapazitäten in der Farbenherstellung aufgebaut hätten. Von der vormaligen deutschen Beherrschung des internationalen Farbenmarktes könne also nicht mehr gesprochen werden. Deswegen sei eine allgemeine Regelung der Handelspreise abzulehnen und eine Liberalisierung des Marktes (die weniger politische Diskriminierung ermöglichte) vorzuziehen. Eine stärkere Liberalisierung sollte jedoch erst mit den verschiedenen Handelsverträgen der zweiten Hälfte der 1920er Jahre erreicht werden.
In diesem Schreiben an den britischen Premierminister (in Personalunion Außenminister) J. Ramsay MacDonald berichtet der Bevollmächtigte Minister in Paris, Eric Phipps, über ein Gespräch, in dem der ehemalige Arbeitsminister und Schatzkanzler Sir Robert Horne seiner Sorge vor industriellen Zusammenschlüssen der deutschen und der französischen Industrie Ausdruck gab. Wichtig ist dabei insbesondere der Hinweis auf unterschiedliche Lohnniveaus und die Möglichkeit einer Abschließung von Märkten durch die Bildung internationaler Kartelle.
Nach den Regelungen des Versailler Vertrags sollte Deutschland am 10. Januar 1925 seine zollpolitische Souveränität zurückgewinnen. In Vorbereitung darauf wurden bereits im Jahr 1923 und 1924 intensive Verhandlungen geführt, die sich rasch als äußerst kompliziert erwiesen. Das Schreiben der Kölner Industrie- und Handelskammer entwirft mögliche Leitlinien der Handelsvertragsverhandlungen. Dabei geht es zum einen um die Verhandlungen mit dem Ausland, aber auch darum, einen Ausgleich nach Innen herzustellen und die Interessen von Industrie, Handel und Landwirtschaft miteinander zu vermitteln. Nur dann wäre es nach Ansicht der Kammer möglich, eine gute Verhandlungsposition bei der Aushandlung zukünftiger Handelsverträge zu erlangen.
Schweden hatte seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts eine beeindruckende nachholende Industrialisierung erlebt. Der Erste Weltkrieg war für das neutrale Land wirtschaftliche vergleichsweise günstig gewesen, weil ein hoher Bedarf an Rohstoffen (vor allem Eisenerzen) und Industriegütern bestand, nachdem die Kriegsparteien ihre Wirtschaft stark auf die Rüstung ausrichteten. Nach dem Krieg stellte sich jedoch die Frage, ob das Land seine gute Position halten konnte, zumal die deutsche Wirtschaft in vielen Bereichen eine direkte Konkurrenz zur schwedischen darstellte. Darüber gibt der französische Botschafter in Stockholm, Armand Bernard, seinem Außenminister Poincaré Auskunft und referiert die Ausführung des jungen, später international renommierten Ökonomen Bertil Ohlin. Im Mittelpunkt von dessen Überlegungen stehen insbesondere die Auswirkungen der Währungsstabilisierung im Zuge des Dawes-Plans 1924.
Der Deutsche Botschafter in London, Friedrich Sthamer, fasst die Interessenskonstellationen auf der Pariser Finanzkonferenz im Januar 1925 zusammen, in der die alliierten Gegensätze hinsichtlich der Regelung der finanziellen Nachkriegsfolgen eindeutig zu Tage traten. Davon waren auch die deutschen Interessen stark betroffen, weil von einer Einigung der Alliierten mögliche Zugeständnisse gegenüber Deutschland abhingen. Zugleich gibt der Text einen guten Einblick in das "Innenleben" einer der zahllosen Konferenzen, bei denen die Regelung der Kriegsfolgen und der wirtschaftlichen Nachkriegsordnung verhandelt wurden.
Anhand dieses Protokolls einer Sitzung des Reichsverbands der Deutschen Industrie wird deutlich, wie kompliziert sich die deutsch-französische Verständigung in Handelsfragen lange Zeit während der 1920er Jahre gestaltete. Deutschland erlangte mit dem 10.1.1925 seine zollpolitische Souveränität zurück, die im Versailler Vertrag suspendiert worden war. Die Folge war Mitte der 1920er Jahre eine Vielzahl an neu auszuhandelnden Handelsverträgen. Die Verhandlungen mit Frankreich waren dabei besonders kompliziert: Zwar war insbesondere die Schwerindustrie beider Länder in vielerlei Hinsicht komplementär, jedoch erschwerten politische Gegnerschaften und die große Sensibilität der Öffentlichkeit gegenüber handelspolitischer Kompromissen die Verhandlungen. Angesichts der mit harten Bandagen geführten Debatten der letzten Jahre ist der harte, unversöhnliche Ton erklärlich. Umso bemerkenswerter ist es allerdings, dass einige Zeit später die Bildung der Rohstahlgemeinschaft und der Abschluss eines (zunächst provisorischen) Handelsabkommens erreicht werden konnten.
Der britische Botschafter in Paris, Robert Crewe-Milnes (1st Marquess of Crewe) beschreibt in diesem Memorandum die Ergebnisse der französisch-deutschen Verhandlungen über den Abschluss eines Handelsvertrages. Diese Verhandlungen stellten in hohem Maße ein Politikum dar: Deutschland hatte erst mit Beginn des Jahres 1925 seine zollpolitische Souveränität zurückgewonnen. Vorher galten die Bestimmungen des Versailler Vertrages, dass Deutschland gegenüber den Siegerstaaten des Ersten Weltkriegs unbedingte Meistbegünstigung anwenden musste, d. h. dass für sie stets dieselben niedrigsten Zollsätze zu gelten hatten, die von anderen Ländern erhoben wurden. Handelsverträge waren darüber hinaus eine schwierige Materie, weil die Zollsätze einer gewaltigen Zahl von Gütern verhandelt werden und dabei die Interessen der einzelnen Wirtschaftszweige sorgsam gegeneinander abgewogen werden mussten. Die Briten wiederum beobachteten die Verhandlungen mit Argwohn und Interesse, weil es sich bei Frankreich und Deutschland um die größten Konkurrenten auf dem europäischen Markt handelte. Zudem wurde insbesondere die Frage einer deutsch-französischen Zusammenarbeit in der Schwerindustrie - wie sie mit der Rohstahlgemeinschaft 1926 dann ja auch zustande kommen sollte - als potentielle Bedrohung für die britische Schwerindustrie betrachtet. Insofern stellten die hier dokumentierten Verhandlungen in vielfacher Hinsicht ein Politikum dar.
Die Handelsvertragsverhandlungen sollten sich insgesamt als äußerst komplex erweisen, zumal sie mit zahlreichen politischen "Baustellen" wie der Saarfrage eng verbunden waren. Hinzu kam der rapide Wertverfall des Franc zwischen 1924 und 1926, der die Verhandlungen verkomplizierte. Ein provisorischer Handelsvertrag wurde im Oktober 1926 vereinbart, bevor im Februar 1927 dann ein "tatsächlicher" Handelsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich unterschrieben werden konnte.
Die Quelle ist ein gutes Beispiel für die zahlreichen "informellen" Verständigungsversuche zwischen französischen und deutschen Industriellen während der 1920er Jahre. Die beiden Volkswirtschaften waren aufeinander angewiesen, jedoch waren die politischen Beziehungen zwischen den Ländern mehr als zerrüttet. Mitunter hatten Unternehmer wie Hugo Stinnes vor allem deshalb ein Interesse daran, an den großen Wirtschaftskonferenzen teilzunehmen, weil sie sich dort mit französischen Industriellen besprechen konnten, ohne als "Vaterlandsverräter" gebrandmarkt zu werden. Zugleich zeigt sich hier, welche Wendung die Locarno-Verträge vom Herbst 1925 bedeuteten. Erst danach wurde der reguläre Austausch zwischen der deutschen und französischen Industrie möglich, was dann 1926 in der Bildung der Internationalen Rohstahlgemeinschaft mündete. Pierre Amidieu du Clos war ein lothringischer Industrieller, der sich seit den späten 1920er Jahren zunehmend auch politisch betätigte. Dabei war er dezidiert nationalistisch orientiert. Während der Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg kollaborierte er mit den Deutschen und saß u. a. in der Leitung der Société Française Krupp.
Alexander Post, Präsident der Hagener Industrie- und Handelskammer sowie Vorsitzender der Vereinigung von Industrie- und Handelskammern des südwestfälischen Industriebezirks (Altena, Arnsberg, Hagen, Iserlohn, Lüdenscheid und Siegen), die sich 1930 zu einer Kammer zusammenschließen sollten, äußert in diesem Brief an den Reichskanzler Wilhelm Marx seine drastisch formulierten Sorgen über Deutschlands Lage und Aussichten angesichts des sich anbahnenden deutsch-französischen Ausgleichs mit dem Vertrag von Locarno. Darüber wurde damals gerade in London verhandelt. wobei nicht zuletzt die Anerkennung der westlichen und östlichen Grenzen Deutschlands einen Streitpunkt darstellte. In dem Schreiben werden signifikante Forderungen artikuliert, was Deutschland mit diesem Vertrag erreichen solle. Es ist insgesamt ein Beispiel für die nationalistische Haltung vieler deutscher Wirtschaftsfunktionäre und Unternehmer. Doch selbst in diesen Kreisen wären manche Formulierungen möglicherweise als überspitzt und wenig realistisch wahrgenommen worden. Der Vertrag von Locarno (bzw. Verträge) wurde am 1. Dezember 1925 unterzeichnet.
Der Ministerialrat im Reichswirtschaftsministerium Ludwig Imhoff gibt dem angesehenen italienischen Mitglied der Economic and Financial Section des Völkerbundes,Pietro Stoppani, in diesem ausführlichen Schreiben Auskunft über die Entwicklung und die Wirkung der Inflation - insbesondere auch auf den Außenhandel - in Deutschland. Der Text besticht durch die genaue Kenntnisse der Verhältnisse und die detaillierte Analyse der wirtschaftlichen Zusammenhänge während der Inflation.
In diesem Schreiben belehrte der General Agent of Reparation Payments, Seymour Parker Gilbert, den Leiter der Reichskanzlei, Hermann Pünder, ausführlich darüber, dass der Prospekt des Preußischen Staates für die Auflage einer Anleihe sich nicht korrekt auf den Artikel 248 des Versailler Vertrages bezog. Es folgen langatmige juristische Erläuterungen, unter welchen Bedingungen das Reich, die Länder und Kommunen solche Anlagen auflegen konnten. Insgesamt gibt das Schreiben einen guten Einblick in die unterkühlten Beziehungen zwischen dem Reparationsagenten und den Reichsbehörden. Ersterer war - anders als vergleichbare "Aufpasser" in Österreich, Polen oder Ungarn - in keinster Weise bereit, sich in das politische Leben der Stadt zu integrieren. Der pedantische, langatmige Tonfall des Briefes macht deutlich, wie gering die Verhandlungs- und Toleranzspielräume für das Reich von Seiten des Reparationsagenten waren.
Hierbei handelt es sich um ein Beispiel für die während der 1920er Jahre sehr wichtige informelle Verständigung zwischen Zentralbankpräsidenten. Der Vorsitzende der Bank of England, Montagu Norman, glaubte an eine "Brotherhood of International Bankers", die sowohl Sachverstand als auch ein unpolitischer, wirtschaftsliberaler Ansatz in einer hochpolitisierten Zeit auszeichnete. Das Schreiben aus dem Nachlass von Hjalmar Schacht (von 1924 bis 1929 Reichsbankpräsident) stellt ein gutes Beispiel für eine solche Form der Schattendiplomatie dar, die wesentlich von einem kleinen Kreis internationaler Bankiers betrieben wurde. Dabei wurde zeitgenössisch die Beziehungen zwischen Norman und Schacht als besonders vertraut wahrgenommen, was sowohl in persönlicher Sympathie als auch gegenseitigem Respekt vor den Fähigkeiten als Zentralbankiers begründet lag.
Die Frage des Dumpings spielte in den 1920er Jahren im internationalen Handel eine zentrale Rolle. Weit verbreitet war zu Beginn der 1920er Jahre zunächst das "Valuta-Dumping", d. h. die Ausnutzung von Geldwertdifferenzen - so wirkte etwa die deutsche Inflation häufig als eine Exportprämie. Daneben spielte aber auch das von Kartellen und Verkaufsverbänden (wie dem Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat) ausgeübte Dumping auf auswärtigen Märkten eine wichtige Rolle. Der Text aus dem internen Schriftverkehr des Reichswirtschaftsministeriums, der die Überlegungen des bekannten Ökonomen Jacob Viner repliziert, gibt einen Überblick über die verschiedenen Erscheinungsformen des Dumpings und Möglichkeiten, sie gesetzlich zu regulieren. Ausgewählt wurde diese Quelle vor allem, weil sie die Komplexität von Problemen deutlich macht, mit denen sich die Wirtschaftspolitik während der 1920er Jahre zu beschäftigen und die sie zu durchdringen hatte.
In diesem Gesprächsprotokoll äußerst sich ein Mitarbeiter einer besonders stark in Europa aktiven US-amerikanischen Investmentbank, W.A. Harriman & Co., über die Erfolgssaussichten deutscher Anleihen im US-amerikanischen Markt. Auffällig ist, auf dem Höhepunkt der amerikanischen Kreditvergabe nach Deutschland, der Optimismus betreffend den transatlantischen Kreditverkehr, obwohl die Inflation erst wenige Jahre zurücklag. Die Quelle gibt einen guten Einblick in das Geschäft mit US-amerikanischen Krediten, das erst ab dem Herbst 1928 langsam auslief.
In diesem Brandbrief des Reichsbank-Direktoriums an den Reichskanzler Wilhelm Marx wird dringend eine Regulierung und Beschränkung der deutschen Kreditaufnahme im Ausland (insbesondere in den USA) angemahnt. Gewarnt wird insbesondere davor, was passiert, wenn der Kreditstrom nach Deutschland einmal versiegen sollte - was dann während der Weltwirtschaftskrise ab 1929 tatsächlich und mit den in dem Schreiben skizzierten Folgen passieren sollte. Eine Reaktion war im Jahr 1927 dann die Einrichtung einer Beratungsstelle bei der Reichsbank, die tatsächlich die langfristige Kreditaufnahme stark beschränkte, was aber vor allem zu einem Umschwenken zu kurzfristigen Krediten führte. Trotzdem wird hier deutlich, dass die Probleme des Schuldenkarussels und der übermäßigen auswärtigen Kreditaufnahme in der deutschen Wirtschaft und Finanzwirtschaft bereits deutlich vor Beginn der Weltwirtschaftskrise intensiv debattiert wurden.
Mit den Londoner Abkommen vom 9. August 1924, mit denen die Dawes-Verhandlungen zum Abschluss kamen, wurde u. a. festgelegt, dass die Reichsbank ein international besetztes Kontrollgremium (General Council, Generalrat) bekommen sollte. Das hier präsentierte Protokoll der Sitzung des General Councils vom 10.12.1928 gibt einen guten Einblick in die wichtige Rolle der Zentralbankpolitik, deren Politik immer auch als Gradmesser der generellen Lage der deutschen Wirtschaft betrachtet wurde. Der Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht zeichnet hier ein ziemlich pessimistisches Lagebild, das nicht zuletzt vor dem Hintergrund der damals virulenten Konflikte von Kapital und Arbeit (insbesondere im sog. Ruhreisenstreit) verständlich erscheint. Bemerkenswerterweise teilten gerade die auswärtigen Mitglieder diese negative Einschätzung Schachts nicht.
In diesem Schreiben an die deutschen diplomatischen Missionen beschreibt der deutsche Außenminister Gustav Stresemann seine Erwartungen hinsichtlich der vorzubereitenden, von Louis Loucheur initiierten Weltwirtschaftskonferenz, die vom 4. bis zum 23. Mai 1927 in Genf stattfand, sowie das damit verbundene politische Projekt einer stärkeren politischen und wirtschaftlichen Integration Europas. Stresemann gibt hier die Weisung, solche Einigungsprojekte nicht zu hintertreiben, zugleich aber skeptisch zu sein, was ihre Erfolgsaussichten betraf. Es handele sich um Initiativen einzelner Persönlichkeiten, die im gegenwärtigen politischen Klima und angeesichts der wirtschaftlichen Interessensdivergenz keine Erfolgsaussichten besäßen. Tatsächlich konnte Aristide Briand mit seinem 1929 initiierten Europa-Plan nicht durchdringen, was nicht zuletzt auch an der deutschen Skepsis lag.
Die Weltwirtschaftskonferenz, die im Juni und Juli 1927 im schweizerischen Genf stattfand, ging vor allem auf die Initiative des französischen Politikers Louis Loucheur zurück. Es handelte sich um den großangelegten Versuch, Lösungsansätze für die Strukturprobleme der europäischen Nachkriegsordnung zu entwickeln. Dazu gehörten Probleme der Währungsstabilität und Protektionismus. Als Problem wurde von vielen Politikern und Unternehmern aber auch die scharfe Konkurrenz auf vielen Märkten wahrgenommen, der am Besten durch Zusammenschlüsse in Form von Kartellen und Trusts begegnet werden sollte. Im Rahmen der Vorbereitung der Genfer Konferenz wurde durch den Völkerbund ein Komitees gebildet, in dem sich hochrangige Vertreter der europäischen Politik, Wirtschaft und der Gewerkschaften versammelten. In dem hier präsentierten Protokoll werden die unterschiedlichen Vorstellungen der Ursachen der europäischen Probleme und Visionen zu ihrer Lösung sichtbar. Klar war jedoch, worum es ging: Währungsstabilisierung, Handelsliberalisierung sowie eine zunehmende Regelung des Wettbewerbs durch Kartelle und andere Formen von Zusammenschlüssen.
Der Ministerialdirektor im Reichswirtschaftsministerium, Hans Posse, skizziert in diesem Memorandum die Notwendigkeit eines verbesserten Berichtswesens für die Förderung des deutschen Außenhandels, worin beispielsweise Großbritannien sehr versiert war. Zugleich werden dabei die Schwierigkeiten deutlich, vor denen deutsche Exporteure häufig standen. Zugleich warnt Posse vor übertriebenen Erwartungen hinsichtlich dessen, was ein amtliches Berichtswesen leisten könne.
In der hier präsentierten Quelle wird deutlich, dass Handelsdiskriminierungen längst nicht nur auf der Ebene der "großen Politik" erfolgen konnten, sondern ihren Ausdruck in alltäglichen Geschäftspraktiken fanden. Bezeichnenderweise stellen beide Gesprächspartner am Ende einmütig fest, solche Praktiken würden weder gegen die Bestimmungen des Berliner Vertrages vom August 1921 (dem Friedensvertrag zwischen beiden Ländern) noch gegen den Handelsvertrag zwischen Deutschland und den USA vom Dezember 1923 (und der darin gewährten unbedingten Meistbegünstigung) verstoßen.
In diesem Aktenvermerk eines Mitarbeiters des Auswärtigen Amtes in Berlin wird zunächst deutlich, dass protektionistische Maßnahmen in den Vereinigten Staaten, die während der Großen Depression mit dem Smoot-Hawley-Tarif vom Juni 1930 eine signifikante Steigerung erfuhren, schon seit längerer Zeit diskutiert wurden und keineswegs reines Resultat der Weltwirtschaftskrise waren. Zugleich wird in dem Aktenvermerk in bemerkenswerter Offenheit ausgesprochen, dass Deutschland praktisch keine Mittel in der Hand hielt, etwas gegen diese Politik zu unternehmen. Das war zum einen aufgrund der enormen Kreditsummen der Fall, die das Land seit dem Abschluss des Dawes-Plans 1924 in den USA aufgenommen hatte. Zum anderen sah man sich in Deutschland auf gute Beziehungen zu den USA angewiesen, um zu einer Revision in der Reparationsfrage zu gelangen. Ein Ausweg sieht der Autor des Vermerks nur in einem wirtschaftlichen Zusammenschluss der europäischen Länder, der damals durch Aristide Briand und andere in der Debatte war, den er aber zugleich als selbstverständlich utopisch bezeichnet.
In diesem Schreiben äußert Russell Leffingwell, einer der Partner der Bank J. P. Morgan und mit Thomas W. Lamont wesentlich verantwortlich für die europäischen Finanzbeziehungen des Bankhauses, seine Befürchtungen bezüglich der instabilen finanziellen Situation in Europa und der - aus seiner Sicht - Illusionen, denen sich die europäischen Finanzfachleute bei der Ausarbeitung des Young-Plans hingaben. Signifikant ist, dass Leffingwell die finanziellen Risiken der Weltwirtschaft vor allem in einer übergebührlichen Kreditausweitung und der nicht strikten Befolgung der "Rules of the game" des Goldstandards erblickt. So kritisiert er beispielsweise an der Zentralbankpolitik Montagu Normans, dass dieser nicht - was diesen Regeln entsprochen hätte - das Mittel des Diskontsatzes einsetzte, um die Gold- und Devisenbestände der Bank of England zu regulieren. Zugleich wird in dem Schreiben auch deutlich, welche Bedeutung der mit dem Young-Plan avisierten "endgültigen" Regelung der Reparationszahlungen für das globale Finanzsystem zugeschrieben wurde.
Walter Lichtenstein wurde 1880 in Braunschweig geboren, bevor seine Eltern 1882 in die Vereinigten Staaten emigrierten. Er war Bibliothekar an der Harvard University und wurde dort 1918 wegen des Verdachts, mit den Deutschen zu sympathisieren, entlassen. Alternativ schlug er eine Karriere als Bankier bei der The First Bank of Chicago ein und brachte es dort zum Vice-President. Max Warburg charakterisierte ihn in einem Schreiben gegenüber Hjalmar Schacht im September 1929 folgendermaßen: "Dr. Lichtenstein ist ein nuetzlicher kleiner Mann, der sich allen deutschen Angelegenheiten immer auf eifrigste in Chicago widmet […]". In der hier vorliegenden Ansprache ist das Bemühen erkennbar, gerade nicht als Sympathisant der deutschen Seite zu erscheinen ("debts owned to us"), gleichzeitig aber scharf die Widersprüche der US-amerikanischen Europapolitik hervorzuheben, nämlich Schuldendienst zu verlangen, zugleich aber den eigenen Markt durch hohe Zölle abzuschotten.
Die Stellung der Interessensverbände der deutschen Wirtschaft zu den Dawes- und Young-Verhandlungen war zwiespältig. Auf der einen Seite wurde die außenpolitische Normalisierung begrüßt, die als eine Voraussetzung für die Liberalisierung des Handelsverkehrs und einen stabilen europäischen Wirtschaftsraum betrachtet wurde. Auf der anderen Seite wurden die deutschen Reparationsverpflichtungen als zu hoch eingeschätzt und die Art ihrer Aufbringung kritisiert. Die hier präsentierte Stellungnahme des Reichsverbands der Deutschen Industrie spiegelt das wider: Auf der einen Seite wird den Verhandlungsführern gedankt und eine Fundamentalkritik findet nicht statt. Auf der anderen Seite werden die Bedenken hinsichtlich der deutschen Zahlungsfähigkeit deutlich geäußert. Diese hatten beispielsweise dazu geführt, dass das Delegationsmitglied Albert Vögler, Geschäftsführer des größten deutschen schwerindustriellen Konzerns Vereinigte Stahlwerke, im Mai 1929 die Zustimmung zum Young-Plan verweigert hatte und aus der Delegation zurücktrat. Auch Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht sparte keineswegs mit Kritik an den Regelungen des Young-Plans, was zu seiner Demissionierung im Frühjahr 1930 beitrug.
Mit kaum einem anderen Land blieben die wirtschaftlichen Beziehungen während der 1920er Jahre so angespannt wie mit Belgien. Das lag zum einen an der Besetzung während des Ersten Weltkriegs und der Zerstörung wichtiger Kulturgüter und Industrieanlagen durch die Deutschen sowie den bis heute umstrittenen "Franktireur"-Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzer. Zum anderen lag es aber auch an der ungelösten Markfrage: Die Deutschen hatten während des Krieges in Belgien die Mark als Zahlungsmittel eingeführt und damit Leistungen der belgischen Industrie bezahlt. Durch den starken Wertverlust der Mark bekamen sie diese Leistungen jedoch beinahe umsonst. Dafür wollte Belgien - neben den Kriegsreparationen - eine Entschädigung bekommen. Die hier abgedruckte Quelle dokumentiert die Bemühungen um Verständigung im Jahr 1929, als mit Frankreich (Verträge von Locarno 1925) längst eine Verständigung erreicht werden konnte. Auch wenn die Diplomatie holprig anmutet, kam es 1929 zu einem Einlenken der Deutschen in der Markfrage im Zuge der Verhandlungen um den Young-Plan. Die belgische Seite wiederum wünschte sich von den Deutschen Unterstützung in der Frage des Standorts der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (auch als "Reparationsbank" bezeichnet), deren Gründung ein Ergebnis der Young-Verhandlungen darstellte. Tatsächlich wurde am Ende aber weder Brüssel noch Amsterdam, sondern Basel in der Schweiz als Standort ausgewählt.
Der deutsche Botschafter in den Vereinigten Staaten, Karl-Maximilian Prittwitz, beschreibt in diesem Schreiben an das Auswärtige Amt die Einstellung gegenüber Fragen von Reparationen und Interalliierten Schulden in den USA. Auf der einen Seite gab es ein klares Bewusstsein, dass im Sinne einer Normalisierung der politischen Beziehungen eine Revision der Reparationsfrage zu erfolgen habe. Auf der anderen Seite blieb die Herabsetzung oder gar Streichung der Interalliierten Schulden ein Tabuthema und war politisch nicht durchzusetzen, was jedoch wiederum eine pragmatische Revision der Reparationspolitik verhinderte. Insgesamt gibt das Schreiben einen anschaulichen Einblick darein, wie eng politische Forderungen mit internationalen Finanzfragen verknüpft waren und wie innenpolitisch heikel umfassende Lösungsansätze auch kurz vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise immer noch waren. Gleichwohl ist - noch einige Monate vor dem Börsencrash an der New Yorker Wall Street - der Optimismus bemerkenswert, mit dem Prittwitz die Erfolgsaussichten des Young-Plans und die positive Wahrnehmung Deutschlands in der US-amerikanischen Öffentlichkeit beschreibt. Das sollte sich gerade in Bezug auf die Person Hjalmar Schachts ändern, der seit dem Herbst 1929 öffentlich gegen den Young-Plan zu agititieren begann.
In diesem Text beschreibt Carl Melchior, Generalbevollmächtigter der Privatbank M.M. Warburg & Co. und Leiter der deutschen Finanzdelegation bei den Friedensverhandlungen zum Versailler Vertrag zu Beginn der Weltwirtschaftskrise, als das Ausmaß des wirtschaftlichen Zusammenbruchs noch nicht absehbar war, die wesentlichen Probleme der deutschen und der globalen Wirtschaft aus seiner Sicht. Wie viele Beobachter aus den Kreisen der Wirtschaft hoffte er auf "rationalere" Wirtschaftsverhältnisse, also weniger Überhitzung, weniger Spekulation sowie eine vernünftige Regelungen der Reparationen und interalliierten Schulden. Das betraf nicht zuletzt auch eine rationalere und solidere Unternehmensführung, die er u. a. durch verstärkte Auflagen einer professionellen Revision gewährleistet sehen wollte. Bezeichnenderweise sollte diese auch für staatliche Betriebe gelten, womit Melchior die weitverbreitete Kritik an der während der 1920er Jahre zunehmenden staatlichen Regiewirtschaft zum Ausdruck brachte. Darüber hinaus ist auch die Kritik am überbordenden Protektionismus typisch für wirtschaftliberale Stimmen während der 1920er Jahre.
Das hier wiedergegebene Interview der Nachrichtenagentur United Press Corporation mit dem deutschen Finanzminister Paul Moldenhauer ist als historisches Dokument vor allem deshalb interessant, weil es zeigt, dass sich die Erkenntnis der Schwere der Großen Depression erst nach und nach durchsetzte. Sicher ist in Rechnung zu stellen, dass Moldenhauer vor der Internationalen Presse nicht "schwarzmalen" wollte, auch um die Erfolgsaussichten der Young-Anleihe nicht zu gefährden, die hauptsächlich in den USA gezeichnet werden sollte. Trotzdem erscheint Moldenhauers Zuversicht, bald wieder zu normalen Verhältnissen zurückkehren zu können, im Juni 1930 bemerkenswert.
Die hier präsentierte Quelle ist ein Beispiel dafür, wie genau britische und andere internationale Beobachter die Verhältnisse in bestimmten deutschen Schlüsselindustrien beobachteten. Als bemerkenswert wird hervorgehoben, dass es zum ersten Mal gelungen sei, Lohneinschränkungen in der traditionell stark umkämpften Eisen- und Stahlindustrie durchzusetzen. Das wurde aus wirtschaftsliberaler Perspektive als wichtiger Schritt hin zu einer wirtschaftlichen Erholung betrachtet. Die Lohnfrage in der deutschen Eisen- und Stahlindustrie konnte darüber hinaus aber auch potentiell Rückwirkungen auf Tarifverhandlungen in Großbritannien haben, obwohl Thelwall darauf hinweist, dass eine Auswirkung auf das Preisniveau aufgrund umfassend kartellierter Märkte nicht zu erwarten stände.
In diesem bemerkenswerten Dokument analysiert der britische Verband "British Electrical & Allied Manufacturers Association" die strukturellen Probleme des Welthandels und der internationalen Finanzbeziehungen. Hingewiesen wird insbesondere auf die Gründe, warum der "Goldautomatismus", also insbesondere Geldmengen- und Preisanpassungen als Folge von Goldzu- und abflüssen, nicht mehr angemessen funktionierte. Dabei wird die Ursache in der US-amerikanischen, besonders aber der französischen Geldpolitik gesehen. Zudem werden die Folgen der Politisierung der Finanzbeziehungen infolge des Ersten Weltkriegs beklagt. Vorausgesagt wird der Höhepunkt der Krise für den Sommer 1931 und eine Erholung nicht vor dem Jahr 1932 einhergehend mit einer grundlegenden Revision des Reparationsregimes, was sich schließlich auch bewahrheiten sollte. Nicht zuletzt der deflationäre Einfluss der französischen Goldakkumulation wird von der Forschung mittlerweile als eine wichtige Krisenursache betont.
Das Projekt einer deutsch-österreichisches Zollunion war zunächst eine geheime Abmachung zwischen dem österreichischen Außenminister Schober und dem deutschen Außenminister Julius Curtius, von der selbst Reichskanzler Brüning erst vergleichsweise spät, nämlich kurz vor seiner Verkündigung im März 1931 in Kenntnis gesetzt wurde. Der deutschen Seite erschien das Projekt vom politischen Standpunkt aus günstig zu sein. Allerdings sorgte die Zollunion nach dem Bekanntwerden für große Aufmerksamkeit und Empörung. Insbesondere Frankreich sah darin einen ersten Schritt zur Vereinigung Deutschlands und Österreichs. Im Zuge der Verhandlung um die Rettung der Creditanstalt wurde das Projekt während des Sommers 1931 sukzessive begraben. Die hier vorliegende Quelle beleuchtet einen von der Forschung eher selten beachteten Aspekt dieses Projekts, denn die Zollunion als "klandestines" politisches Projekt war auch in der Wirtschaft der beteiligten Länder keineswegs unumstritten. Die selbstbewusste Stellungnahme des Verbands der österreichischen Edelstahlwerke lässt darüber hinaus aber auch Rückschlüsse auf die Wahrnehmung der deutschen Wirtschaft zu, deren Leistungen auf vielen Gebieten tatsächlich als führend galten.
J. A. M. de Sanchez, Chefökonom von J. P. Morgan und enger Mitarbeiter von Thomas W. Lamont, gibt anlässlich seiner Demission als Reichsbankpräsident im März 1930 und der anschließenden Vortragsreise durch die USA eine anschauliche Einschätzung der Person Hjalmar Schachts und seiner zurückliegenden Tätigkeit als Präsident des Reichsbank-Direktoriums. Das geschieht vor dem Hintergrund der harten öffentlichen Kritik, die Hjalmar Schacht am Young-Plan übte. Darüber hinaus werden dessen Forderungen nach einer Revision des Reparationsregimes analysiert und kritisch kommentiert.
Walton Newbold gehörte zu den ersten kommunistischen Abgeordneten, die zu Beginn der 1920er Jahre in das Britische Parlament gewählt wurden. In diesem Schreiben an Cecil Lubbock, Deputy Governor der Bank of England und enger Vertrauter Montagu Normans, gibt er eine Einschätzung der gegenwärtigen Lage in Deutschland, die er in düsteren Farben malt. Im Anschluss daran entwirft er ein Bild, welche Anforderungen sich aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise für die britische Politik ergeben. Dabei erteilt er einer revolutionären Perspektive genauso eine Absage wie der Ausgestaltung des Empires als Wirtschaftsraum, in dem Maschinen und Fertigwaren gegen Rohstoffe getauscht werden. Insgesamt handelt es sich um eine Rekapitulation ordnungspolitischer Perspektiven, die während der Krise diskutiert wurden, aus der Sicht eines Politikers auf der extremen Linken. Der unkonventionelle Sprachstil war typisch für Newbold, der sich in seiner Rhetorik und seiner äußerlichen Erscheinung kaum an zeittypische Konventionen hielt.
Dieser Tagebucheintrag des US-amerikanischen Außenministers Henry L. Stimson beschreibt die Wirkung von Heinrich Brünings Erklärung, mit der er die zweite Notverordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen" vom 5. Juni 1931 begleitete. Darin machte er deutlich, dass Deutschland gegenwärtig keine weitere Reparationszahlungen leisten könne. Dabei übernahm Brüning die Diktion der Rechtsradikalen und bezeichnete die Reparationen als "Tribute". Das internationale Echo auf diese Erklärung war verheerend, auch wenn Brüning später betonte, er habe nur das wiederholt, was er in den Monaten zuvor immer schon verkündet habe. Zugleich zeigte sich jedoch, wie das Erstarken der Nationalsozialisten seit der Wahl am 14. September 1930 den Druck auf die Politik, nationalistische Rhetoriken zu bedienen, erhöht hatte. Die "Tribute"-Rede schwächte die deutsche Währung und trug mit zu der Verschlechterung der internationalen Position Deutschlands bei, die schließlich ab dem 13. Juli zum Ausbruch der deutschen Bankenkrise führte. Diese stellte de facto einen Zusammenbruch des europäischen Kapitalmarkts dar.
Die hier präsentierte Abhandlung der Statistischen Abteilung der Reichsbank gibt einen Überblick über die Lage des deutschen Außenhandels während der Weltwirtschaftskrise. Der Bericht macht eindrücklich deutlich, wie stark der Welthandel im Verlauf der Krise zusammenschrumpfte. Abgesehen von der Sowjetunion, die ihre "Exporterfolge" allerdings mit furchtbaren Verlusten an Menschenleben erkaufte, brachen Exporte und Importe überall ein. Zugleich ist es für den deutschen Fall allerdings bemerkenswert, dass der Import deutlich stärker gefallen war als der Export, weshalb Deutschland zum ersten Mal seit dem Jahr 1926 eine positive Handelsbilanz vorweisen konnte. Allerdings wird dieses Phänomen nicht als Zeichen der Gesundung der deutschen Wirtschaft betrachtet, die während der 1920er Jahre ständig Importüberschüsse erzielt hatte und diese teilweise mit US-amerikanischen Krediten finanziert hatte. Vielmehr wird es als ein Krisenphänomen benannt: Sollte sich die Lage bessern, würde der dann einsetzende Importsog die Handelsbilanz wieder negativ gestalten.
Die Statistische Abteilung der Reichsbank beschreibt in diesem für den internen Gebrauch bestimmten Memorandum die Entwicklung der Devisenkrise, die die Golddeckung der Reichsmark seit 1930 gefährdete. Minutiös wird dargestellt, dass die Bank aufgrund starker Devisen- und Goldabzüge insbesondere seit der Septemberwahl 1930 - bei der die NSDAP mit 18 % der Wählerstimmen erstmals einen echten Erfolg gehabt hatte - immer wieder Gegenmaßnahmen und Erhöhungen des Diskontsatzes vornehmen musste. Im Mai 1931 sorgte dann der Zusammenbruch der Österreichischen Creditanstalt für eine große Verunsicherung, während das Hoover-Moratorium seine Wirkung aufgrund der zunächst ablehnenden Haltung Frankreichs nicht entfalten konnte. Zugleich ist die vorliegende Quelle interessant, weil sie direkt vor dem Losbrechen des eigentlichen "Sturms" verfasst wurde, nämlich der Bankenkrise, die am 13. Juli 1931 mit der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit der Danat-Bank begann.
Auf dem Höhepunkt der Verhandlungen über das Hoover-Moratorium, dessen Annahme zunächst von Frankreich blockiert wurde, berichtet der britische Botschafter in Washington über die Stimmungslage in den USA gegenüber Deutschland und den europäischen Problemen. Es wird deutlich, wie gemischt die Stimmungslage im Land war und wie diplomatisch Hoover agieren musste, damit nicht der Eindruck "about Uncle Sam playing Santa Claus again" entstand. Es war insgesamt typisch für die Zwischenkriegszeit, dass bei den komplizierten Finanz- und Wirtschaftsverhandlungen stets Rücksicht auf die Stimmung in der Bevölkerung genommen werden musste, zumal in den Vereinigten Staaten für den Herbst 1932 die Präsidentschaftswahl terminiert war, die Herbert Hoover gegen Franklin D. Roosevelt verlieren sollte.
Der Vortragende Legationsrat im Auswärtigen Amt, Emil Wiehl, gibt in diesem Schreiben einen Einblick in die außen- und finanzpolitische Lage im August 1931 - direkt nach dem Hoover-Moratorium, der Bankenkrise und der Einführung der Devisenbewirtschaftung im Deutschen Reich. Die Pläne einer Zollunion mit Österreich, die seit dem März des Jahres zu intensiven Auseinandersetzungen geführt hatten, scheinen aus seiner Sicht mehr oder weniger vom Tisch zu sein. Insbesondere wird hier deutlich, wie eng verzahnt außen- und finanzpolitische Fragen auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise gewesen sind.
Der Governor der New Yorker Federal Reserve Bank, George Harrison, beschwert sich in diesem Brief an den Governeur der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich über die mangelnde Initiative und die Abhängigkeit der Banken von den Maßnahmen der Zentralbanken während der Bankenkrise und im Rahmen der Verhandlungen um das Stillhalteabkommen. Der Brief zeigt die Anspannung in den Verhandlungen rund um die Einführung der Devisenbewirtschaftung im Deutschen Reich.
In diesem Brief beschreibt der italienische Industrielle und inoffizielle "Wirtschaftsaußenminister" Italiens, Alberto Pirelli, eine Unterhaltung mit dem Geschäftsführer der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, dem Franzosen Pierre Quesnay. Diskutiert werden Fragen einer möglichen europäischen Verständigung und Möglichkeiten, nach dem Hoover-Abkommen zu einer erneuten Verständigung über die interalliierten Schulden und die Reparationsproblematik zu gelangen. Deutlich wird, wie gering die Chancen für ein solches Projekt waren und wie isoliert Frankreich gleichzeitig in der Zwischenzeit international dastand. Der Brief ist im Original auf Italienisch abgefasst.
Am 20./21. September verließ Großbritannien den Goldstandard - eine Maßnahme, die bis dahin als kaum vorstellbar erschienen war und die gewaltige weltwirtschaftliche Auswirkungen hatte: Durch den folgenden Wertverlust des Pfundes um etwa ein Drittel verlor die deutsche Wirtschaft stark an Wettbewerbsfähigkeit, weil Deutschland seine Währung nicht ohne Weiteres abwerten konnte. In der Folge sackte der Export, der bis dahin die Wirtschaft noch einigermaßen stabilisiert hatte, stark ab. An diesem knappen Mitteilungsschreiben der Bank of England an Reichsbankpräsident Luther sind verschiedene Punkte bemerkenswert: Zunächst ist das Schreiben nicht von Montagu Norman, sondern vom Chief Cashier Ernest Harvey gezeichnet. Norman hatte während der letzten Monate einen Nervenzusammenbruch erlitten und unternahm ausgedehnte Erholungsreisen. Gleichzeitig wird aus dem Schreiben ein Bewusstsein dafür deutlich, welchen Einschnitt diese Maßnahme darstellte, zumal die anderen großen Zentralbanken über die Lage der Bank of England die längste Zeit nicht im Klaren waren. Harvey schließt das Schreiben mit einem klaren Bekenntnis zum Goldstandard, als dem einzigen Währungssystem, das Vertraueen und Stabilität in den internationalen Handels- und Finanzbeziehungen gewährleisten könne.
Der Geschäftsführer des Reichsverbands der Deutschen Industrie, Ludwig Kastl, analysiert in diesem ausführlichen Memorandum die Folgen des britischen Abgehens vom Goldstandard. Nach fortgesetzten Devisen- und Goldabflüssen seit dem Mai 1931 hatte Großbritannien am 20. September 1931 die Goldeinlösepflicht des Pfundes aufgegeben. Das hatte in den folgenden Wochen der Wertverlust des Pfundes um ca. ein Drittel zur Folge. Gleichzeitig folgten zahlreiche Ländern - aus dem Commonwalth, aber beispielsweise auch in Skandinavien - dem britischen Beispiel und gaben die Golddeckung der Währung auf. Gerade Länder, die während der frühen 1920er Jahre intensive Erfahrungen mit Inflationen gesammelt hatten (wie Deutschland oder Frankreich), konnten und wollten dem britischen Beispiel jedoch nicht folgen. Insgesamt handelte es sich um eines der zentralen Ereignisse der Weltwirtschaftskrise, das den Auftakt zu einer monetären Desintegration markierte und das "Zerplatzen" der Welt in verschiedene Währungs- und Handelsblöcke einleitete. Kastl sieht durchaus die kurzfristig positiven Auswirkungen der Aufgabe des Goldstandards für die britische Wirtschaft, gewichtet aber den Verlust an Prestige und wirtschaftlicher Integrationskraft Großbritanniens sehr viel höher.
In diesem Brief fragt der Direktor der Bank of England, Harry Siepmann, den Direktor der Reichsbank, Richard Fuchs, über seine Meinung zur Einrichtung eines "Forward Exchange Markets" für Reichsmark, bei dem hauptsächlich die Banken Reichsmark zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu einem festgelegten Wechselkurs ankaufen sollten. Diese Form des Handels mit "Futures" sollte als Teil eines aktiven Währungsmanagements zur Stabilität der Währung nach Abschied vom Goldstandard dienen. Zugleich ist der Brief als ein vorsichtiger Versuch der Fortsetzung der Kooperation der Zentralbanken unter den Bedingungen einer Devisenzwangswirtschaft zu verstehen.
In diesem Telegramm des Reichsbank-Präsidenten Hans Luther zeigt sich, dass trotz der großen außenpolitischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich auf der Ebene der Zentralbanken weiterhin Anstrengungen unternommen wurden, um Kredite verfügbar zu machen und die Bedingungen für die Wirtschaft zu verbessern.
Der informelle italienische "Wirtschaftsaußenminister", Alberto Pirelli, beschreibt die Stimmung im Beratenden Ausschuss, der im Zuge des Young-Plans eingerichtet wurde. Nach dem Hoover-Moratorium und dem britischen Abgehen vom Goldstandard blieb die Frage offen, ob Deutschland jemals wieder Reparationszahlungen leisten würde. Der deutsch-französische Gegensatz wird hier erneut sichtbar, während die Frage der deutschen Zahlungsfähigkeit weiterhin in der Schwebe blieb. Insgesamt gibt die Quelle einen Einblick darin, zu welcher Resignation die US-amerikanische Initiative in der Frage von Reparationen und Interalliierten Schulden insbesondere auf französischer Seite im Jahr 1931 führte. Die Quelle ist im Original auf italienisch abgefasst.
Hermann Schmitz, Finanzdirektor des Chemietrusts I.G. Farben, arbeitete während der Weltwirtschaftskrise eng mit Heinrich Brüning zusammen und war u. a. entscheidend an der Aushandlung des Stillhalteabkommens beteiligt, mit dem die Privatgläubiger Deutschlands zunächst für ein Jahr auf den Abzug ihrer Kredite verzichteten. Insofern sprach er hier nicht nur als Repräsentant eines der größten deutschen Industrieunternehmen, sondern auch als semi-offizieller Repräsentant der deutschen Regierung. Zugleich war Schmitz aber auch Befürworter einer kontrazyklischen Konjunkturpolitik und Mitglied im Wagemann-Kreis, der eine Kreditausweitung und Abkehr von der Sparpolitik befürwortete. In der hier wiedergegebenen Radioansprache an ein US-amerikanisches Publikum wird das u. a. in der Forderung nach einer stärkeren Rolle der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sichtbar, die nach Schmitz Meinung deutlich über die Abwicklung der Reparationszahlungen hinaus ausgeweitet werden sollte.
In diesem instruktiven Brief beschreibt der US-amerikanische Außenminister Henry L. Stimson James W. Collier das Zustandekommen und die Umstände des am 20. Juni 1931 veründeten Hoover-Moratoriums, das sowohl die Interalliierten Schulden als auch die Reparationszahlungen zunächst für ein Jahr aussetzte. Collier war Vorsitzender des "Ways and Means Committee", das im Repräsentantenhaus für alle Gesetzentwürfe im Bereich der Steuerpolitik zuständig war, d. h. alle mit dieser Thematik zusammenhängenden Gesetzesentwürfe mussten dieses Gremium durchlaufen. Zugleich war Collier ein Südstaaten-Demokrat, was üblicherweise mit Vorbehalten sowohl gegen den Goldstandard, das Federal Reserve System, als auch die Wall Street und Banken im Allgemeinen einherging. In dem Text wird deutlich, wie umstritten das Hoover-Moratorium und die Aussetzung des Schuldendienstes für die alliierten Kriegsschulden innerhalb der Vereinigten Staaten war. Stimson versuchte auf wenig subtile Weise, entsprechende Bedenken zu zerstreuen, damit Hoover die Hürde des Kongresses nehmen konnte.
Das Protokoll dieser Sitzung von Vertretern des französischen Finanzministeriums, der Banque de France und des britischen Treasury Departments macht die latenten Spannungen zwischen Frankreich und Großbritannien hinsichtlich der Regelung der Reparationen und der Interalliierten Schulden deutlich. Während die britischen Vertreter für eine Streichung plädierten, befürchteten die französischen Vertreter bei einer Streichung der Reparationen ein rasches Erstarken Deutschlands. Im Juni 1932 kam es dann auf der Konferenz von Lausanne tatsächlich zur Suspendierung eines Großteils der Reparationen wie der Kriegsschulden. Profitieren konnten davon am Ende aber hauptsächlich die Nationalsozialisten, die hier als mögliche politische Nutznießer bereits angesprochen werden.
Deutschland erlebte während des 19. Jahrhunderts ein erstaunliches wirtschaftliches Wachstum. Insbesondere seit den 1840er Jahren entfaltete sich eine industrielle Dynamik, die sich zunächst in der Textil- und der Schwerindustrie am deutlichsten zeigte, besonders große Erfolge seit den 1880er Jahren dann aber auch in den Branchen der sog. „Zweiten Industriellen Revolution“ erzielen konnte. Insbesondere die Chemie- und Elektroindustrie wurden zunehmend zu wichtigen Exportbranchen, wie überhaupt das Deutsche Reich intensiv an der Globalisierung vor dem Ersten Weltkrieg partizipierte. Auch wenn die Hauptabsatzmärkte weiterhin in Europa lagen, so wurden deutsche Güter doch beinahe auf der ganzen Welt gehandelt. Deutsche Handelshäuser waren in Ostasien genauso präsent wie in Lateinamerika und Investitionen global weit gestreut.1 1Ronald Findlay, Kevin H. O'Rourke, Power and Plenty. Trade, War, and the World Economy in the Second Millennium, Princeton 2009, S. 365-426; Moritz Schularick, Finanzielle Globalisierung in historischer Perspektive. Kapitalflüsse von Reich nach Arm, Investitionsriskien und globale öffentliche Güter, Tübingen 2006.
Der Erste Weltkrieg zerriss diese Beziehungen. Durch die Kampfhandlungen, den Abbruch der Handelsbeziehungen zu den Kriegsgegnern und die alliierte Blockade war Deutschland weitgehend von der Weltwirtschaft abgeschnitten. Der Goldstandard, der bis dahin Geldwertstabilität und feste Wechselkurse im Handel garantiert hatte, wurde ausgesetzt. Über mehr als vier Jahre war die Wirtschaft, in den Worten von Major Koeth, allein darauf ausgerichtet, einen Krieg zu gewinnen – den die Deutschen am Ende jedoch verloren.2 2Gerald D. Feldman, Armee, Industrie und Arbeiterschaft in Deutschland 1914-1918, Berlin/Bonn 1985, S. 410 f.
Die Folgen dieser Niederlage prägten die wirtschaftliche Situation während der gesamten 1920er Jahre und führten zu einer kaum überschaubaren Anzahl von Konferenzen, auf denen Probleme der Reparationen, der interalliierten Schulden, der Handelsbeziehungen, der internationalen Kreditbeziehungen, Fragen der Gebietsaufteilung bzw. –abtretung, der Abrüstung diskutiert und verhandelt wurden. Dabei stellte sich die grundsätzliche Frage, wie Deutschland wieder in die Weltwirtschaft integriert werden konnte. Zahllose Märkte waren während des Krieges verloren gegangen und zugleich hatte das Land mit dem Versailler Vertrag – auf Zeit – seine handelspolitische Souveränität aufgeben müssen. Zudem war die deutsche Konkurrenz gerade von den Kriegsgegnern gefürchtet. Das inhaltlich durchaus überzeugende Argument, dass nur über Exportüberschüsse das Geld verdient werden konnte, um die Reparationen zu bezahlen, führte kaum jemals zu Maßnahmen, die Zölle zu senken oder den deutschen Handel anderweitig zu erleichtern. Als wäre die Lage nicht schon kompliziert genug gewesen, schuf die fortschreitende Geldentwertung noch ein zusätzliches Element, das die Handelsbeziehungen verkomplizierte und die politischen Positionen verhärtete. Die internationalen Handelsbeziehungen waren folglich mit starken Verzerrungen und Unsicherheiten konfrontiert. Die Regelung der politischen Nachkriegsfolgen und die Stabilisierung der wirtschaftlichen Beziehungen erwiesen sich als zunehmend miteinander verknüpft. Der Dawes-Plan von 1924 regelte insofern nicht nur die Reparationszahlungen und schuf einen institutionellen Rahmen für eine stabile Währung, sondern bildete aber auch den Startschuss für eine handelspolitische Liberalisierung, welche die Jahre vor der Weltwirtschaftskrise kennzeichnete.
Tatsächlich waren Versuche der Handelsliberalisierung und der nationalen und internationalen Kartellbildung wichtige Tendenzen der zweiten Hälfte der 1920er Jahre. In diesem Zeitraum konnte es so scheinen, als ob sich die wirtschaftlichen Verhältnisse langsam normalisierten und Deutschlands Industrie dabei war, ihre wichtige Rolle in der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung zurückzugewinnen. Dann jedoch veränderte die Weltwirtschaftskrise alles. Die Länder schotteten sich durch hohe Zollschutzmauern voneinander ab. Die internationalen Finanzbeziehungen wurden zunehmend volatil und der während der 1920er Jahre eingeführte Golddevisenstandard erwies sich als ein krisenverschärfender Faktor. Die große Finanzkrise im Frühsommer 1931 und die anschließend eingeführte Devisenzwangswirtschaft führten schließlich zu einer ökonomischen Desintegration, die im Grunde erst nach dem Zweiten Weltkrieg dauerhaft überwunden werden konnte.
Die hier präsentierte Quellenedition dokumentiert und beleuchtet verschiedene Aspekte der außenwirtschaftlichen Beziehungen und der Wiedereingliederung Deutschlands in die Weltwirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg. Dokumentiert wird dabei die politische Regelung der Kriegsfolgen, die für die internationale wirtschaftliche Integration Deutschland von großer Bedeutung war. Das gilt jedoch im selben Maße für die Inflation und ihre handelspolitischen Folgen sowie die folgenden Stabilisierungen und die (relative) Liberalisierung der Handelsbeziehungen während der zweiten Hälfte der 1920er Jahre. Dabei sollen unterschiedliche Akteursgruppen zu Wort kommen: Einerseits soll die Verhandlung und Beobachtung der genannten Problemkomplexe aus Sicht der Wirtschaftspolitik dokumentiert werden. Andererseits wird auch die Perspektive von Unternehmen, Wirtschaftspraktikern und Arbeitnehmern abgebildet. Zudem sollen in den Quellen die konkreten Auswirkungen der skizzierten Problemkomplexe auf einzelne Handelsgeschäfte fassbar werden.
Der erste Teil „Wirtschaftsordnung nach dem Weltkrieg“ veranschaulicht, welche Pläne und Erwartungen in Bezug auf die zukünftige internationale wirtschaftliche Nachkriegsordnung in den kriegführenden Ländern noch während des Krieges und nach dem Waffenstillstand herrschten. Der zweite Abschnitt „Versailles und die Folgen“ (1919-1922) behandelt die unmittelbare Regelung der Kriegsfolgen, insbesondere die Frage der Reparationen, aber beispielsweise auch das während des Krieges beschlagnahmte Eigentum. Zudem werden die noch stark von politischen Konflikten überschatteten Versuche des deutschen Staates und von Unternehmen, durch den Krieg verlorengegangene Märkte zurückzugewinnen, in den Blick genommen. In diesem Zusammenhang schuf die fortschreitende Geldentwertung noch ein zusätzliches Element, das die Handelsbeziehungen verkomplizierte und die politischen Positionen verhärtete. Sie wirkte als eine Exportprämie, gegen die sich wiederum andere Länder mit entsprechenden Schutzzöllen wehrten. Zudem war Deutschland längst nicht das einzige Land, das während der 1920er Jahre mit einer ausgeprägten Geldentwertung zu kämpfen hatte.
Die Rekonstruktion des europäischen Wirtschaftsraums, die im Rahmen des dritten Abschnittes dokumentiert werden soll, begann dann im Jahr 1922 mit der Stabilisierung der österreichischen Währung. Angesichts sich zunehmend verschärfender Inflationsprobleme in Europa war das die erste kooperative Initiative des Völkerbundes sowie der großen Zentralbanken, um eine wichtige europäische Währung zu stabilisieren. Damit wurde zugleich ein Muster geschaffen, an dem sich die folgenden Stabilisierungsinitiativen orientieren konnten, wobei sich die Stabilisierung der Mark 1923/24 im Rahmen des Dawes-Plans mit der Stabilisierungsanleihe, der Unabhängigkeit der Zentralbank sowie der Schaffung der Institution des Reparationsagenten eindeutig am österreichischen Vorbild orientierte. Damit ging zugleich eine relative „Befriedung“ der politischen Verhältnisse einher, die in den Locarno-Verträgen 1925 einen sichtbaren Höhepunkt erlebte. Die Regelung der politischen Nachkriegsfolgen und die Stabilisierung der wirtschaftlichen Beziehungen erwiesen sich als zunehmend miteinander verknüpft.
Die im vierten Abschnitt dokumentierte Phase der relativen Normalisierung 1925-1929 war dann einerseits durch Versuche der Handelsliberalisierung gekennzeichnet etwa im Rahmen der Genfer Weltwirtschaftskonferenz. Darüber hinaus warben internationale Organisationen wie die Internationale Handelskammer ausdauernd für Handelserleichterungen. Andererseits konnte Deutschland, aufbauend auf einer nun stabilen, rasch Vertrauen zurückgewinnenden Währung, nicht nur verlorengegangene Marktpositionen teilweise zurückerobern, sondern konnte auch wieder in größerem Ausmaß auf den internationalen Kapitalmärkten agieren. Die enormen Summen, die sich insbesondere Unternehmen und Kommunen bis 1928 in den USA liehen, sollten sich während der Weltwirtschaftskrise zwar als Bumerang erweisen. Sie verbesserten die Wirtschaftslage temporär aber beträchtlich und ermöglichten nicht zuletzt viele der Rationalisierungsinvestitionen, die die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf den internationalen Märkten verbesserten. Zugleich stellten insbesondere internationale Kartelle, mit dem prominentesten Beispiel der 1926 gebildeten Internationalen Rohstahlgemeinschaft, eine wichtige Strategie multilateraler Kooperation dar. Kartelle und andere Zusammenschlüsse wurden allgemein als sinnvolle Antwort auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Zeit und die chaotischen Nachkriegsjahre wahrgenommen. Mit dem Young-Plan wurde schließlich am Vorabend der Weltwirtschaftskrise versucht, eine endgültige Lösung der Reparationsproblematik zu erreichen.
Mit dem Auftakt der Weltwirtschaftskrise (5. Abschnitt) wurden diese Bemühungen zunichte gemacht. Überall in Europa und auf der Welt gingen die Zollschranken hoch. Für Deutschland stellte das eine besonders große Herausforderung dar, zumal die Reparationszahlungen trotz der Krise weiterhin gezahlt werden mussten. Die große Finanzkrise im Frühsommer 1931 und die anschließend eingeführte Devisenzwangswirtschaft stellten die deutschen weltwirtschaftlichen Verflechtungen auf eine harte Probe. Im Rahmen dieser Entwicklung stellte Englands Abgang vom Goldstandard einen entscheidenden Wendepunkt dar, wonach der Rückkehr zu einer liberal verfassten Weltwirtschaft erst einmal vom Tisch war. Damit endet der hier vorgelegte Quellenband.
Um die hier skizzierte Entwicklung zu dokumentieren wurde eine Vielzahl von internationalen Archiven besucht und zahlreiche Quellenbestände ausgewertet. Dabei wurde darauf geachtet, sowohl die zwischenstaatlichen finanziellen und wirtschaftlichen Beziehungen abzubilden, als auch die privatwirtschaftliche Perspektive zu dokumentieren. Ein Thema von diesem Umfang lässt sich jedoch immer nur partiell durch Quellen dokumentieren. Aus arbeitsökonomischen Gründen galt die Konzentration den Haupthandelspartnern Deutschlands und den Ländern, die im Rahmen der Abwicklung der Kriegsfolgen die Hauptrolle spielten.
Im Einzelnen wurden bislang folgende Archive gesichtet:
Die Quellen wurden nach den im Projekt verarbeiteten und in den Editionsrichtlinien festgelegten editorischen Standards bearbeitet. Englisch- und französischsprachige Quellen wurden nicht übersetzt, italienischsprachige (insbesondere aus dem Nachlass von Alberto Pirelli) indes schon. Personen, Institutionen, Firmen, Orte und Sachschlagwörter wurden referenziert, also markiert und mit einem Verweis auf den entsprechenden Registereintrag versehen. Für die in den Quellen erwähnten Personen wurden Kurzbiogramme angelegt. Bei der Bezugnahme auf konkrete, sich nicht aus dem Text erschließende Ereignisse wurde der Sachzusammenhang in einer Fußnote im Text erläutert.
Im Rahmen einer wirtschaftshistorischen Quellenedition spielen Zahlen eine wichtige Rolle. Jedoch ist die Nachprüfbarkeit von Statistiken gerade aus der ersten Hälfte der 1920er Jahre oftmals nicht seriös zu leisten. Bis Mitte der 1920er Jahre gibt es beispielsweise für das Deutsche Reich keine verlässliche Handelsstatistik. Aufgrund der Inflation sind Angaben zu Löhnen, Preisen etc. oftmals mit großer Vorsicht zu behandeln und kaum nachprüfbar. Zahlenangaben wurden aus diesem Grund dort überprüft, wo es verlässliche Statistiken gibt. Ansonsten muss man sich darauf verlassen, dass zeitgenössische quantitative Annahmen selbst einen Quellenwert besitzen, aber eben nicht als „objektive“ Angaben zu verstehen sind.
| Nummer | Datum | Titel | Zum Dokument |
|---|---|---|---|
| 5.5.2.09 | 18.09.1931 | Schreiben Alberto Pirelli an Dino Grandi (18.09.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.2.08 | 21.08.1931 | Schreiben George Harrison an Gates W. McGarrah (21.08.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.2.07 | 04.08.1931 | Schreiben Emil Karl Joseph Wiehl an Benthe-Fink (04.08.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.2.06 | 23.07.1931 | Schreiben Ronald Charles Lindsay an Arthur Henderson (23.07.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.2.05 | 10.07.1931 | Zur Entwicklung der deutschen Devisenkrise | Zum Dokument |
| 5.5.2.04 | 08.06.1931 | Wandlungen im Deutschen Außenhandel | Zum Dokument |
| 5.5.2.03 | 05.06.1931 | Tagebucheintrag Henry L. Stimson (05.06.1931) | Zum Dokument |
| 5.2.1.06 | 30.12.1920 | Über die Besprechung mit den Herren Mauclère (Frankreich) und Bemelmans (Belgien) vom Wiedergutmachungsausschuss einerseits und den Herren Geheimrat Lederer, Wolf, Schaefer andererseits betreffend Ausführung der Annexe IV vom 10. Dezember 1920 (30.12.1920) | Zum Dokument |
| 5.2.2.03 | 27.09.1920 | Le Commerce extérieur de l´Allemagne. | Zum Dokument |
| 5.2.2.02 | 12.06.1920 | Schreiben Reichsbank-Direktorium an das Auswärtige Amt (12.06.1920) | Zum Dokument |
| 5.1.2.05 | 23.03.1920 | Schreiben Ernest Tennant an William Goode (23.03.1920) | Zum Dokument |
| 5.2.2.01 | 03.02.1920 | Germany: (1) As to inflation of currency + disposal of Marks (2) Finances of Inter-allied Commission of Control (03.02.1920) | Zum Dokument |
| 5.2.3.03 | 08.10.1919 | Schreiben Fa. Albert Klincke Heinr. Sohn an das Reichswirtschaftsministerium (08.10.1919) | Zum Dokument |
| 5.2.1.03 | 26.08.1919 | Schreiben Carl Bergmann and Louis Loucheur betr. Reparationslieferungen (26.08.1919) | Zum Dokument |
| 5.1.2.04 | 03.07.1919 | Memorandum on the Economic Situation in Europe (03.07.1919) | Zum Dokument |
| 5.1.2.03 | 03.06.1919 | Notes of an interview with Dr. Schacht, Ober Praesident of the National Bank, Berlin (03.06.1919) | Zum Dokument |
| 5.1.2.02 | Mai 1919 | Bemerkungen zu den vom Reichswirtschaftsministerium aufgestellten Grundlinien für die künftige Gestaltung des Wirtschaftslebens (Mai 1919) | Zum Dokument |
| 5.3.2.07 | 07.08.1923 | Stellungnahme zur Lage der Textilindustrie (07.08.1923) | Zum Dokument |
| 5.5.1.05 | 01.06.1931 | Stellungnahme des Verbandes der österreichischen Edelstahlwerke zur geplanten deutsch-österreichisches Zollunion (01.06.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.2.02 | 10.10.1930 | Schreiben Walton Newbold an John Lubbock (10.10.1930) | Zum Dokument |
| 5.5.1.04 | 25.08.1930 | An International Study of Trade Conditions - prepared by The Economic & Statistical Department and published by The British Electrical & Allied Manufacturers´ Association (Inc.), 36 Kingsway, London, W.C. (25.08.1930) | Zum Dokument |
| 5.5.1.03 | 13.06.1930 | Schreiben F. Thelwall an das Ministry of Labor (13.06.1930) | Zum Dokument |
| 5.5.1.01 | 01.11.1929 | Memorandum Carl Melchior (01.11.1929) | Zum Dokument |
| 5.4.4.04 | 25.06.1929 | Schreiben Muntzinger (?) an das Auswärtige Amt (25.06.1929) | Zum Dokument |
| 5.4.4.03 | 22.06.1929 | Einmütigkeit der deutschen Industrie zu den Pariser Verhandlungen | Zum Dokument |
| 5.4.4.02 | 26.04.1929 | Walter Lichtenstein: Abstract of some Observations on War Debts Made at the First Session of the Annual Meeting of the American Academy of Politicial and Social Science (26.04.1929) | Zum Dokument |
| 5.4.4.01 | 08.03.1929 | Schreiben Russell C. Leffingwell an Thomas W. Lamont (08.03.1929) | Zum Dokument |
| 5.4.3.05 | 31.01.1929 | Schreiben N. N. an die Deutsche Gesandtschaft in Brüssel (31.01.1929) | Zum Dokument |
| 5.4.2.07 | 10.12.1928 | Notes on the Meeting of the General Council of the Reichsbank (10.12.1928) | Zum Dokument |
| 5.4.3.04 | 18.11.1928 | Memorandum of conversation of Mr. Baer of the German Embassy and Mr. DeWolf of the Department (18.11.1928) | Zum Dokument |
| 5.4.3.03 | Oktober 1928 | Memorandum von Hans Posse: Staatliche Exportpflege (Oktober 1928) | Zum Dokument |
| 5.4.2.06 | 15.08.1927 | Schreiben Reichsbank-Direktorium an den Reichskanzler Wilhelm Marx (15.08.1927) | Zum Dokument |
| 5.4.2.05 | 05.03.1927 | Bericht über eine Besprechung mit Herrn Oscar E. Stevens von der Firma W. A. Harriman & Co. Inc., New York | Zum Dokument |
| 5.4.2.04 | 13.11.1926 | Wesentlicher Inhalt der anliegenden Denkschrift des Professors Viner über das Dumping (13.11.1926) | Zum Dokument |
| 5.4.2.02 | 20.09.1926 | Schreiben Seymour Parker Gilbert an Hermann Pünder (20.09.1926) | Zum Dokument |
| 5.4.2.01 | 18.09.1926 | Einige Erfahrungen bei Festsetzung von Auslandspreisen während der Inflationszeit in Deutschland | Zum Dokument |
| 5.4.3.02 | 27.04.1926 | Komitee zur Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz (27.04.1926) | Zum Dokument |
| 5.4.3.01 | 21.01.1926 | Schreiben Gustav Stresemann an die Deutschen Diplomatischen Missionen (21.01.1926) | Zum Dokument |
| 5.4.1.04 | 21.08.1925 | Schreiben Ernst Woermann an das Auswärtige Amt (21.08.1925) | Zum Dokument |
| 5.4.1.03 | 28.02.1925 | Franco-German commercial negotiations (28.02.1925) | Zum Dokument |
| 5.4.1.02 | 10.01.1925 | Protokoll Besprechung im Reichsverband der deutschen Industrie am 8. Januar 1925: Zu den deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen (10.01.1925) | Zum Dokument |
| 5.4.1.01 | 08.01.1925 | Schreiben Friedrich Sthamer an das Auswärtige Amt: Pariser Finanz-Konferenz (08.01.1925) | Zum Dokument |
| 5.3.3.15 | 11.10.1924 | Schreiben Armand Bernard an Raymond Poincaré (11.10.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.3.14 | 08.09.1924 | Vorbereitung des neuen Zolltarifs und Abschluss künftiger Handelsverträge | Zum Dokument |
| 5.3.3.13 | 28.08.1924 | Schreiben Eric Phipps an J. Ramsay MacDonald (28.08.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.3.12 | 10.08.1924 | Report of Conservations between Experts in Reference to the German Government´s Observations on the Report of the Third Committee, held on Sunday, 10th August, 1924 | Zum Dokument |
| 5.3.3.11 | 19.07.1924 | Telegramm John Piepont Morgan, Dwight W. Morrow, Russell Leffingwell an Thomas W. Lamont (19.07.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.3.10 | 31.05.1924 | Schreiben Hjalmar Schacht an Paul Warburg (31.05.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.3.09 | 21.02.1924 | Schreiben Fred I. Kent and Charles Evan Hughes (21.02.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.3.08 | 18.02.1924 | Rapport sur la Situation actuelle et l‘avenir de l'Industrie allemande | Zum Dokument |
| 5.3.3.07 | 18.02.1924 | Basil Miles: Germany beyond the Crossroads (08.02.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.3.06 | 22.01.1924 | Schreiben Hjalmar Schacht an Gustav Stresemann (22.01.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.2.10 | 15.01.1924 | Auszug aus dem Protokoll der Sitzung des Schweizerischen Bundesrates: Kapitalflucht aus Deutschland (15.01.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.3.05 | 07.01.1924 | Schreiben Montagu Norman an Benjamin Strong (07.01.1924) | Zum Dokument |
| 5.3.3.04 | 22.12.1923 | La réforme monetaire allemande (Conférence faite à Zurich le 17/12/23 par le Dr. Schacht). | Zum Dokument |
| 5.3.3.03 | 23.10.1923 | Schreiben Montagu Norman an Rudolf Havenstein (23.10.1923) | Zum Dokument |
| 5.3.3.02 | 13.10.1923 | Protokoll der Sitzung im Reichsfinanzministerium am 13.10.1923 | Zum Dokument |
| 5.3.2.09 | 08.09.1923 | Copie des "Private Vertrauliche Informationen" adressée à Doteur Karl Schmitz, Düsseldorf, datées du 8/9/23 | Zum Dokument |
| 5.3.2.08 | 11.08.1923 | Schreiben Rudolf Dalberg an die Devisenbeschaffungsstelle (11.08.1923) | Zum Dokument |
| 5.3.2.06 | 23.07.1923 | Schreiben Paul Warburg an Max Warburg (23.07.1923) | Zum Dokument |
| 5.3.2.05 | 21.07.1923 | Miscellaneous Advice to American Importers making purchases thru German Houses (21.07.1923) | Zum Dokument |
| 5.3.3.01 | 08.06.1923 | Können Deutschland und Frankreich Verbündete in der Stahlindustrie sein? (08.06.1923) | Zum Dokument |
| 5.3.2.04 | 24.03.1923 | Schreiben Konsul Don. S. Haven an das State Department of the United States (24.03.1923) | Zum Dokument |
| 5.3.2.03 | 06.03.1923 | Telegramm Alanson B. Houghton an das Department of State (06.03.1923) | Zum Dokument |
| 5.3.2.02 | 20.02.1923 | What America is buying in the Berlin Consular District | Zum Dokument |
| 5.2.3.19 | 10.11.1922 | Schreiben F. Ducasse an Alanson R. Houghton (10.11.1922) | Zum Dokument |
| 5.2.3.18 | 17.10.1922 | Germany as a Present Day Market for American Manufactured Goods | Zum Dokument |
| 5.2.2.09 | 13.09.1922 | Schreiben Rudolf Havenstein an John Maynard Keynes (13.09.1922) | Zum Dokument |
| 5.3.2.01 | 19.08.1922 | L´Industrie Allemande Devant La Stabilisation du Mark | Zum Dokument |
| 5.2.3.17 | 01.06.1922 | Über das deutsche Auslandskreditgeschäft | Zum Dokument |
| 5.2.2.08 | 13.05.1922 | Schreiben Konsul Machtan an das Auswärtige Amt (13.05.1922) | Zum Dokument |
| 5.2.3.16 | 08.05.1922 | Verband Deutsch-Ausländischer Wirtschaftsvereine: Bericht des Reichswirtschaftsministeriums (08.05.1922) | Zum Dokument |
| 5.2.3.15 | 07.04.1922 | Abschrift Schreiben Gemeinde Neugersdorf an das Reichsfinanzministerium (07.04.1922) | Zum Dokument |
| 5.2.3.14 | 21.03.1922, 27.04.1922 | Maschinenschriftliche Übertragung stenographischer Aufzeichnungen vom 21.3. und 27.4.1922 betreffend Internationale Eisenkartelle (21.03.1922, 27.04.1922) | Zum Dokument |
| 5.2.3.13 | 03.03.1922 | Schreiben Handelskammer Mainz an die Handelskammern der besetzten Gebiete (03.03.1922) | Zum Dokument |
| 5.2.1.11 | 21.02.1922 | Schreiben N. N. an das Reichswirtschaftsministerium (21.02.1922) | Zum Dokument |
| 5.2.2.07 | 20.02.1922 | Carl Melchior: Memorandum zur Stabilisierung der Mark (20.02.1922) | Zum Dokument |
| 5.2.3.12 | 06.01.1922 | Schreiben Phoenix Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb an die Handelskammer Dortmund (06.01.1922) | Zum Dokument |
| 5.3.1.01 | 31.12.1921 | Propositions en vue de retablir en Europe de meilleure conditions économiques (31.12.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.2.06 | 05.12.1921 | Schreiben Montagu Norman an Rudolf Havenstein (05.12.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.1.10 | 19.08.1921 | Schreiben Singer Manufacturing Company an den Secretary of State (19.08.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.3.11 | 05.08.1921 | Schreiben John von Berenberg-Gossler an das Auswärtige Amt (05.08.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.3.10 | 25.05.1921 | Report of the German Commercial Attache to his Government (25.05.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.1.09 | 12.04.1921 | Memorandum John Foster Dulles (12.04.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.3.08 | 29.03.1921 | Schreiben Le Président de la Chambre de Commerce Française Buenos Aires an den französischen Handelsminister (29.03.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.1.07 | 21.02.1921 | Deutsch-czechoslovakische Wirtschaftsverhandlungen (21.02.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.3.07 | 27.01.1921 | Schreiben F. Thelwall an Thomas Hunter Urwick (27.01.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.1.05 | 24.10.1920 | Schreiben Carl Legien an Robert Lansing (24.10.1920) | Zum Dokument |
| 5.2.1.04 | 12.09.1920 | Schreiben Wilhelm Mayer an das Auswärtige Amt (12.09.1920) | Zum Dokument |
| 5.2.3.06 | 19.05.1920 | Report on Germany´s Foreign Trade, Imports and Exports, Foreign Relations and Commercial Treaties | Zum Dokument |
| 5.2.3.05 | 19.03.1920 | Schreiben Max Warburg an Paul Warburg (19.03.1920) | Zum Dokument |
| 5.2.3.04 | 17.11.1919 | Betr. Regelung der Ein- und Ausfuhr (17.11.1919) | Zum Dokument |
| 5.2.3.02 | 07.10.1919 | Memorandum Concerning German Regulations controlling Imports and Exports, and Financial Transactions with Foreign Countries | Zum Dokument |
| 5.2.1.02 | 08.07.1919 | The Supply of Raw Material for German Industry (08.07.1919) | Zum Dokument |
| 5.2.3.01 | 24.05.1919 | Schreiben Legationsrat Post an das Amt für Aeusseres. Betr.: Förderung des deutschen Aussenhandels (24.05.1919) | Zum Dokument |
| 5.1.2.01 | 25.01.1919 | The Economic Situation in Germany (25.01.1919) | Zum Dokument |
| 5.2.1.01 | 22.01.1919 | Ausfuhr-Erleichterungen | Zum Dokument |
| 5.1.1.01 | 30.09.1917 | Schreiben Erich Ludendorffs an den Preußischen Minister für Handel und und Gewerbe und Reichswirtschaftsminister | Zum Dokument |
| 5.5.3.08 | 18.12.1931 | Note of Meeting at the Ministere des Finances at 11 a.m. (18.12.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.3.07 | 16.12.1931 | War Debts: Letter from Secretary of State Stimson to Congressman James W. Collier (16.12.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.3.06 | 02.12.1931 | Radioansprache von Hermann Schmitz, Finanzdirektor der I.G. Farben (02.12.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.3.05 | 24.11.1931 | Alberto Pirelli: Deutsche Reparationen. Nachrichten, die am 24. und 25. November 1931 in Zürich und Basel gesammelt wurden (24.11.1931). | Zum Dokument |
| 5.5.3.04 | 14.11.1931 | Télégramme recu de la Reichsbank le 16 novembre 1931 (16.11.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.3.03 | 31.10.1931 | Schreiben Harry Siepmann an Richard Fuchs (31.10.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.1.02 | Juni 1930 | Transkript Interview Paul Moldenhauer mit UniPress (Juni 1930) | Zum Dokument |
| 5.4.4.05 | 10.07.1929 | Schreiben Karl-Maximilian Friedrich-Wilhelm von Prittwitz und Gaffron an das Auswärtige Amt in Berlin (10.07.1929) | Zum Dokument |
| 5.4.2.03 | 23.10.1926 | Schreiben Montagu Norman an Hjalmar Schacht (23.10.1926) | Zum Dokument |
| 5.4.1.05 | 21.11.1925 | Schreiben Alexander Post an Wilhelm Marx (21.11.1925) | Zum Dokument |
| 5.5.3.02 | 12.10.1931 | Memorandum Ludwig Kastl: Folgen des Abgangs vom Goldstandard (12.10.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.3.01 | 28.09.1931 | Schreiben Ernest Harvey an Hans Luther (28.09.1931) | Zum Dokument |
| 5.5.2.01 | 02.10.1930 | Memorandum for Mr. T. W. Lamont (02.10.1930) | Zum Dokument |
| 5.2.2.05 | 05.07.1921 | Rundschreiben der Reichsbankdirektion (05.07.1921) | Zum Dokument |
| 5.2.3.09 | 17.05.1921 | Bulletin économique No. 55 | Zum Dokument |
| 5.2.1.08 | 06.04.1921 | Handelspolitische Beziehungen zu Polen | Zum Dokument |
| 5.2.2.04 | 12.03.1921 | Schreiben Moritz Julius Bonn an Heinrich Friedrich Albert (12.03.1921) | Zum Dokument |
Deutschlands weltwirtschaftliche Verflechtungen im 19. und 20. Jahrhundert,
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