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Singapore 12 Dec. 1840
p Wm. Nicol.
Mein lieber Wagener. Ich habe vor einiger Zeit Deinen lieben Bf/ vom 16t Juny empfangen & nehme an den mir darin mitgetheilten traurigen Verlusten, die Dich betroffen, herzlichen Antheil, sowie ich Deine übrigen Nachrichten, wie es Dir selbst geht mit Interesse gelesen habe.
Meine Zeit ist augenblicklich, da außer dem Wm. Nicol., auch der Wm. Ludwig nach Bremen segelt & Meyer in Batavia ist, sehr in Anspruch genommen, ich kann deshalb nur mit wenigen Zeilen heute erwidern. Deine Berichte über den Markt sind uns sehr willkommen und bitte ich um deren Fortsetzg/ von Zeit zu Zeit. Ich will Dir dafür einige unserer Notirungen geben.
Banca Zinn verkaufte ich heute in einer von Batavia gekommenen Parthie à 17 3/4 $ p. Pic. Straits Zinn 16 3/4 - 17 $ werth. Die in Batavia angekündigte öffentliche Verkaufung des Gouvernements ist wie Du weißt wiederrufen, unsere Notirungen von dort sind 46 fl.
Sapan Holz Manila hier 1 3/8 $ zu haben p. Pic in Manila gewöhnl. à 1 $ oft 75 c.
Reis bester Siam 1 3/4 $ bester Java 1 1/2 $ p. Pic.
Tamarinden in schwarzer Waare 1 3/8 $ angeboten, gelbe kosten hier 2 - 2 1/2 $, die schwarze Farbe ist nur ein Zeichen des Alters.
Arrac verkaufte ich kürzlich à 16 $ p. 1/2 Legger von 80 Gallons, vor Ankunft der Engl. Flotte für China wurde hier 37 1/2 $ p. 1/2 L. bezahlt.
Stuhlrohr gute Mittelwaare kaufte ich für den W. L. à 1 3/4 $, sehr schönes weisses dünnes Stuhlrohr würde 2 1/2 $ jetzt zu kaufen sein.
Schwarzer Pfeffer 5 $ 60 c für Sumatra, Singapore & Rhio, welche etwas stielig 5 1/4 $ 1/8 $ weisser 12–13 $
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Gelbe Terra catechu 2 $ 60 c.
Preise von Zucker, welche für den Bombay Markt aufgekauft werden, sind zu hoch für Europa, Caffee wird von hier nie nach Hamburg rendiren, da die Engländer des Zolls wegen höhere Preise anlegen können.
Cassia ist zu 13 $ begeben.
Bei zeitiger Order kann man immer Chinesische Artikel hier zu billigen Preisen bereit haben, d. h. bei regulärem Verkehr mit Canton, was jetzt wie Du weißt blockirt ist.
Cours auf London 4/7 d. für 6/mt Sicht Wechsel nachgefragt.
Wir schreiben mit dieser Gelegenheit an Gleichmann & Busse & fordern sie zu einer kleinen Probesend. ihrer Lichte auf, sie sollten 5 St/ auf 1 $ gehen & wenn sie gefallen, kann leicht der Absatz davon bedeutend werden.
Ueber das Batavia Haus, wonach Du anfragst & mit dem wir selbst in Verbindung stehen, weiß ich nichts Nachtheiliges; im vorigen Jahr sind freilich mehre ihrer Wechsel für americanische Rechn. auf Rotterdam protestirt. Augenblickl. ist die Geldnoth in Batavia sehr groß & alle Häuser der Bank schuldig 4 Europäische Häuser haben bereits fallirt, worunter eins mit 900/m fl.
Doch ich muß schließen, lieber Wagner, lebe herzlich wohl & grüße alle etwaigen früheren Schulcollegen herzlich von mir.
Dein aufrichtiger
August Behn.
Eine Parthie gelbe Seife in Kisten von 15 Steigen 20 $ p. Kiste verkaufte ich 1 1/2 $. Seife rendirt, wenn sie 7 $ p. Picul verkauft werden kann.
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Singapore, 1st November, 1840.
[Handschriftlich vom Autor ergänzt: Hr Wagener Esqr Hamburg]
[Handschriftlich vom Autor ergänzt: Dear Sir],
We beg to inform you, that we have this day established ourselves as a House of Agency in Singapore, under the Firm of BEHN, MEYER & Co., and solicit your attention to the undermentioned references.
We are [handschriftlich vom Autor ergänzt: dear Sir],
Your Most Obedient Servants,
AUGUST BEHN,
V. LORENZ MEYER.
Signature of [vom Autor handschriftlich ergänzt: A] BEHN. Handschriftliche Unterschrift: Behn, Meyer & Co.
Signature of V. L. MEYER. Handschriftliche Unterschrift Behn Meyer & Co.
|1. Bogen, 4. Seite, um 90 Grad nach links gedreht, zur Adressierung im Mittelfeld beschriftet, dann gefaltet und versiegelt, Siegel fehlt, Papier beim Öffnen beschädigt|
Herrn Heinr. Wagener
addr. Herren Gleichmann & Busse
Hamburg.
Dec, Dec., Decb, Decbr, Decbr.December
p, p., pr.per (lateinisch)
Bf/Brief
Fortsetzg/Fortsetzung
Cap., Capt.Capitel
gewöhnl.gewöhnlich
Engl., engl.englisch
p. a.per annum (lateinisch)
Anl., Anl:Anlage
d. h. das heißt
/mtmonatlich
Probesend.Probesendung
St., St/Stück
Rech., Rechn., Rechng.Rechnung
augenblickl.augenblicklich
/m.mille (lateinisch)
H., Hr, Hr., Hrn, Hrn.Herr, Herren, Herrn
Esq., Esqr, Esqr.Esquire (englisch)
addraddress (englisch)
BMABehn Meyer Archiv, Hamburg
BMABehn Meyer Archiv, HamburgBM&C, HHFirma Behn, Meyer & Co., Historische Handschriften
Behn, Meyer & Co. (seit 1906: Ltd.), SingapurDas 1840 von Theodor August Behn und Valentin Lorenz Meyer gegründete Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur entfaltete eine rege Geschäftstätigkeit, vor allem in Südostasien, geriet 1857 jedoch in eine schwere Krise, die vor allem dank Arnold Otto Meyer, eines jüngeren Bruders von Valentin Lorenz Meyer, der seit 1851 zu den Teilhabern zählte und außerdem kurz zuvor eine eigene Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg etabliert hatte, bewältigt werden konnte. In den 1880er und 1890er Jahren engagierte sich die Firma Behn, Meyer & Co. verstärkt im Schiffsgeschäft und übernahm die Vertretung namhafter Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter seit 1887 der Norddeutsche Lloyd in Bremen, seit 1890 die Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft in Hamburg und seit 1897 die Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg. Treibende Kraft in diesem Geschäftsfeld war Franz Heinrich Witthoefft, der seit 1900 neben Eduard Lorenz Meyer und Adolf Laspe zu den drei Teilhabern zählte. 1891 wurde eine erste Niederlassung in Penang eröffnet, die sich dem Handel mit Zinn zuwandte. Im Jahr 1900 versuchte man auf den Philippinen Fuß zu fassen, 1901 wurde eine weitere Niederlassung in Sandakan (Britisch-Nordborneo) eröffnet, die zugleich als Agentur der Chartered Bank of India, Australia and China fungierte. 1906 wurde die Firma in eine britische Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, die Behn, Meyer & Co. Ltd. mit Sitz in Singapur. Alleinige Aktionäre blieben die drei bisherigen Teilhaber, die sich künftig auf die Leitung der „Schaltzentrale“ Hamburg konzentrierten und sich in Singapur nicht länger auf Teilhaber, sondern auf angestellte Manager stützten. 1906 wurden zudem neue Niederlassungen in Cebu, Zamboanga und Ilo Ilo auf den Philippinen eröffnet sowie eine Beteiligung an der Singapore Rubber Company Ltd. in Singapur erworben, um am „Rubberboom“ partizipieren zu können. 1907 kam eine weitere Niederlassung in Bangkok (Siam) hinzu. Im Jahr darauf erfolgte die Übernahme der Handelsgesellschaft vorheen Helfferich & Rademacher mit Niederlassungen in Batavia, Surabaya, Telok Betong und Samarang in Niederländisch-Indien. 1913 gab es bei Behn, Meyer & Co. Ltd. mehr als einhundert europäische Angestellte. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam 1914 noch eine Niederlassung in Rangun (Britisch-Burma) hinzu. Vgl. ausführlich zur Unternehmensgeschichte, die aufgrund erhalten gebliebenen Überlieferungen eingehend untersucht werden kann:
Arnold Otto Meyer, Hamburg (Behn, Meyer & Co., Singapore, Penang, Manila und Sandokan)
;
Sieveking, Anfänge des Hauses Behn-Meyer & Co.
;
Sieveking, Behn-Meyer & Co.
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
;
Yacob, Trans-generational Renewal
;
Yacob, Rising of the Phoenix
;
Fiedler, Von Hamburg nach Singapur
.
De Javasche Bank, BataviaDie 1828 gegründete Javasche Bank mit Sitz in Batavia war von erheblicher Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Niederländisch-Indiens. Als zentrale Notenbank mit Geschäftsbankfunktion schuf sie die Voraussetzungen dafür, dass Handel und Gewerbe sich nicht länger wechselseitig Kredit einräumen mussten, was infolge der bestehenden Informationsdefizite mit erheblichen Ausfallrisiken verbunden gewesen war. Das Gründungskapital der Bank in Höhe von 1 Millionen fl. wurde zur Hälfte von der niederländischen Regierung, in Höhe von 150.000 fl. von der Nederlandschen Handel-Maatschappij, ansonsten von privaten Handelshäusern aufgebracht. Vgl.
De Bree, Javasche Bank
, Bd. 1, S. 174f., 200f., 205–208; 213f.
Mansvelt, Nederlandsche Handel-Maatschappij
, Bd. 1, S. 191f.;
Claver, Dutch Commerce
, S. 30–33.
MacVicar, Burn & Co., BombayDas britische Handelshaus MacVicar, Burn & Co. in Bombay, dessen Teilhaber John MacVicar schon 1829 zum Konsul der Hansestadt Hamburg in Kanton berufen worden war, stellte sich 1840 auch als Referenz für die Geschäftsgründung von Behn, Meyer & Co. in Singapur zur Verfügung. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, S. 70.
C. Poehls & Lomer, BordeauxDas Handelshaus C. Poehls & Lomer in Bordeaux stellte sich 1840 bei Geschäftseröffnung der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur als Referenz zur Verfügung.
Frederick Huth & Co., LondonDie 1809 von dem aus Deutschland stammenden Johann Friedrich Andreas Huth (1777–1864) gegründete Firma Frederick Huth & Co. in London war zunächst im Handel tätig, entwickelte sich aber rasch zu einer international bedeutenden Merchant Bank, die an zahlreichen Handelsplätzen vertreten war. Huth nahm 1819 die britische Staatsbürgerschaft an und anglisierte seinen Namen zu John Frederick Andrew Huth. Vgl.
Chapman, Merchant Banking
, passim;
Llorca-Jana, Globalization of Merchant Banking
.
Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co., BremenDas 1642 gegründete Handelshaus Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. in Bremen wurde seit 1802 von Wilhelm Heinrich Oelrichs geleitet und zählte im frühen 19. Jahrhundert zu den angesehensten in der Hansestadt. Bis dahin vor allem im Handel mit Nord-, Mittel- und Südamerika tätig, stieg die Firma in den 1830er und 1840er Jahren auch in den Handel mit Ostasien ein. Nach seiner Ausbildung in Hamburg war Theodor August Behn als Comis für Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. tätig und wurde 1839 als Supercargo mit einer Handelsexpedition nach Ostasien entsandt, die er 1840 zur Gründung seines eigenen Unternehmens in Singapur nutzte, an dem sich auch Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. beteiligten. Der Bankier Wilhelm Heinrich Oelrichs war zu dieser Zeit noch immer Teilhaber der Firma, inzwischen gemeinsam mit G. C. Oelrichs, die Leitung lag jedoch in den Händen des Teilhabers Carl Friedrich Ludwig Hartlaub. Die Geschäftsbeziehungen zwischen Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co., die sich immer mehr auf die Reederei verlegten und auch an anderen deutschen Ostasienhandelshäusern wie beispielsweise Melchers & Co. in Hongkong beteiligten, und der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur blieben freundlich. 1886 versuchten Joh. Lange Sohn‘s Witwe & Co., deren Hauptgeschäft noch immer der Tabakimport aus Mittelamerika war, eine eigene Tabakplantage in der Provinz Asahan auf Sumatra zu etablieren, was jedoch am niederländischen Monopolanspruch scheiterte. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, passim.
Butler, Sykes & Co., ManilaDie Firma Butler, Sykes & Co. in Manila beruhte auf einer Zusammenarbeit von Mitgliedern der Familien Boustead und Schwabe, aus der bereits die Firma Sykes & Co. hervorgegangen war, in die sich zusätzlich Benjamin Butler mit einbrachte. Sie stützten sich anfangs auf den Kommissionshändler Edward Little in London, der sich jedoch 1838 aus der Kooperation zurückzog. Vgl.
Hale, Pioneer Merchants
, S. 169.
Russell & Co., Kanton / Hongkong (chinesischer Firmenname: Ke-chong)Die 1818 gegründete amerikanische Firma Russell & Co. in Kanton verlagerte ihren Sitz nach dem Ersten Opiumkrieg nach Hongkong. 1891 musste die Firma in Liquidation gehen, wurde von Shewan & Co. aufgekauft und seit 1895 unter der Firma Shewan, Tomes & Co. weitergeführt. Vgl.
Allen/Donnithorne, Western Enterprise in China and Japan
, S. 128, 131, 269;
Baur, China um 1900
, 158, 252, 413, 492.
Augustine Heard & Co., KantonDas angesehene amerikanische Handelshaus Augustine Heard & Co. in Kanton, zu dem auch Behn, Meyer & Co. von Singapur aus in den 1840er und 1850er Jahren freundliche Geschäftsbeziehungen unterhalten hatten, geriet durch das Ausbleiben amerikanischer Segelschiffe während des Amerikanischen Bürgerkrieges in zunehmende Schwierigkeiten und zog sich aus Ostasien zurück. An der Gründung der Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) war es gleichwohl noch beteiligt. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 49;
HAO, Commercial Revolution
, passim;
King, Hongkong and Shanghai Banking Corporation, Bd. 1
, passim.
Sieveking & Co., Marseille
Lovell
, Julia: The Opium War. Drugs, Dreams and the Making of China, London 2011
Lovell
, Opium War
2011
MAO
Haijian: The Qing Empire and the Opium War. The Collapse of the Heavenly Dynasty, Cambridge 2016
MAO
, Qing Empire
2016
Platt
, Stephen R.: Imperial Twilight. The Opium War and the End of China‛s last Golden Age, London 2018
Platt
, Imperial Twilight
2018
Gouvernement Niederländisch-Indiens
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Hamburg
Europa; auch: Europe (englisch)
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Kanton [Stadt in China]; auch: Canton, Guangzhou (Pinyin)
Batavia [Stadt auf der Insel Java]
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
Bremen
Manila
Java [Insel in Niederländisch-Indien]
Sumatra [Insel in Niederländisch-Indien]
Rio de Janeiro [Stadt in Braslien]; auch: Rhio
Bombay
London
Rotterdam
Antwerpen
Bordeaux
Manchester
Kalkutta, auch: Calcutta
Marseille; auch: Marseilles
Behn, Theodor AugustTheodor August Behn (August Behn)Kaufmann, Konsul11610978523.12.181605.06.1886August Behn verlor noch als Kind beide Eltern und wuchs bei entfernten Verwandten in Harburg auf. Seine gesetzlichen Vormünder ermöglichten ihm den Besuch einer bei Hamburger Kaufleuten beliebten Privatschule in Hamburg, wo er von 1828 bis 1833 in Pension unterkam. Hier lernte er u. a. seinen späteren Geschäftspartner Valentin Lorenz Meyer kennen. Nach einer kaufmännischen Lehre bei der Firma Gorrissen & Lutze in Hamburg wechselte er als erster Commis zum Handelshaus Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. in Bremen, das ihn Ende 1838 als Supercargo des Segelschiffs Heloise nach Ostasien entsandte. Gemeinsam mit Valentin Lorenz Meyer gründete er die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, die sich zu einem bedeutenden Handelshaus entwickelte. Nach dem Ausscheiden Valentin Lorenz Meyers Ende 1849 führte August Behn die Firma gemeinsam mit Friedrich Albert Schreiber und Arnold Otto Meyer fort. 1852 entschloss er sich, nach Europa zurückzukehren und gründete noch im selben Jahr die Firma August Behn in Hamburg, die als Reederei tätig wurde und in den 1860er Jahren über zehn eigene Schiffe verfügte. 1856 schied August Behn als Teilhaber aus der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur aus, blieb aber mit ihren Teilhabern in enger Verbindung. August Behn war insgesamt dreimal verheiratet und Vater von 15 Kindern. Vgl.
Gossler, „Behn, Theodor August“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
.
Meyer, Valentin LorenzValentin Lorenz MeyerKaufmann13233047423.10.181701.03.1901Gemeinsam mit seinem Jugendfreund Theodor August Behn gründete Valentin Lorenz Meyer im Herbst 1840 das Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur, schied jedoch infolge von Differenzen über den Handel mit Opium zum Jahresende 1849 als Teilhaber aus und ging zurück nach Hamburg, um sich anderen Geschäften zuzuwenden. Vgl.
Grolle, „Meyer, Valentin Lorenz“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, passim.
Meyer, Georg Christian LorenzGeorg Christian Lorenz Meyer (G. C. Lorenz Meyer)Kaufmann, Senator124400192917871866G. C. Lorenz Meyer betrieb unter seinem Namen die Weinhandlung G. C. Lorenz Meyer in Hamburg. Sein ältester Sohn, Valentin Lorenz Meyer, gründete 1840 gemeinsam mit Theodor August Behn die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, in die später auch sein jüngster Sohn, Arnold Otto Meyer, eintrat. Er selbst wurde zum Senator der Hansestadt Hamburg gewählt. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, passim.
Wilhelm Nicolaus
Wilhelm Ludwig
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Angestellter; auch: Beamter (Privatbeamter), Employé
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Geldknappheit; auch: Geldmangel, Mißcredit
Konkurs; auch: Bankrott, faillissement (niederländisch), failure (englisch), Falliment, Insolvenz, Pleite
Marktbeobachtung, Marktbericht
Zinn; auch: Rohzinn, tin (englisch), tin business (englisch), Zinngeschäft, Zinnhandel, Zinnhandelsgesellschaft
à; auch: à rata, pro rataDie aus dem Französischen stammende Präposition „à“, die mit „je nach Verhältnis“ ins Deutsche zu übersetzen ist, wird zur Bezeichnung von Relationen genutzt, etwa für „3 Stück à 1 Kilogramm“.
Auktion; auch: Auction, auction (englisch), Auktionsverkauf
Sapanholz; auch: Sapan Holz, Siapan Holz, Siappan Holz
TamarindenDie Früchte des Tamarindenbaums, auch indische Datteln genannt, werden in der Küche vieler Länder Ostasiens, Afrikas und Südamerikas zu Lebens- und Genußmittel verarbeitet.
Arak; auch: Arrac, Arrack, Arrak
Legger [Flüssigkeitsmaß]Der aus dem Niederländischen stammende Begriff „Legger“ (englisch: leaguer; französisch: lègre) bezeichnet ein Gefäß sowie ein Flüssigkeitsmaß speziell für Arak. Umgerechnet kann ein Legger zwischen 550 bis 590 Liter umfassen, je nach regionaler Gepflogenheit: In den Niederlanden beispielsweise waren im späten 19. Jahrhundert für einen Legger nur 563 Liter anzusetzen, in Kapstadt dagegen 575 Liter und auf Ceylon oder in Singapur sogar 588 Liter. Vgl.
Bott, Handwörterbuch des Kaufmanns, Bd. 3
, S. 651.
Gallone [Raummaß]; auch: gallon (englisch)Das Raummaß „Gallone“, das im Handel des 19. Jahrhunderts sowohl für Flüssigkeiten als auch für trockene Stoffe verwendet wurde, beruhte auf einem mittelalterlichen englischen Biermaß und entsprach nach dem britischen imperialen Maßsystem genau 4,54609 Litern destillierten Wassers.
Opium; auch: Droge, Gift, Rauschgift
Rohr; auch: Bambus, Stöcke, Stuhlrohr„Rohr“ ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Rohrpflanzen, wie zum Beispiel Bambusrohr, Schilfrohr oder Zuckerrohr.
Pfeffer; auch: Black Java, Black Pepper, Lampong, peeper (niederländisch), White Muntok
Cent [Währungseinheit]; auch: c. (sing.), cs. (pl.)Der Cent wird in verschiedenen Ländern als Währungseinheit genutzt, um den hundertsten Teil anzugeben, etwa beim Dollar und beim Pfund Sterling.
Terra catechu; auch: cutch (englisch)Terra catechu ist ein Extrakt von Bestandteilen des Akazienbaums, das zum Färben oder als Zusatz zu Lebensmitteln verwendet werden kann.
Zucker; auch: Raffinadezucker, Rohzucker, sugar (englisch), zeeker (niederländisch), zuykar (niederländisch), zuyker (niederländisch)
Kaffee; auch: Caffe, Caffee, coffee (englisch), coffy (niederländisch), Liberia Kaffee
Zoll; auch: costums dues (englisch), Differentialabgabe, duty (englisch), measurement duty (englisch), ship duty (englisch), Zollabgaben, Zolltarif
Cassia lignea (lateinisch); auch: Cassia, Cassia buds (englisch), Cassia fleurs (französisch), Cassia flores (lateinisch), Cassia-lignea, Flores Cassiae (lateinisch)Der chinesische Zimtbaum (Cinnamomum cassia) aus der Gattung der Lorbeergewächse wird vor allem wegen seiner Gewürzrinde (Cassia lignea), aber auch wegen seiner Blütenstände (Cassia flores) geschätzt. Beides kann als zimtartiges Gewürz oder zu medizinischen Zwecken verwendet werden, ist aber kein echter Zimt.
Währungskurs; auch: Buchungskurs, Cours, Curs, Kurs, Kursdifferenzen, Kurskontrakte
Solawechsel s. auch Wechsel
Der Fachbegriff „Solawechsel“, auch „eigener Wechsel“ genannt, bezeichnet einen Wechsel, bei dem der Wechselaussteller selbst ein Zahlungsversprechen abgibt, entweder für einen bestimmten Zeitpunkt oder bei Sichtvorlage des Wechsels (dann auch „Sichtwechsel“ oder englisch „sight bill“ oder „sight draft“ genannt). - Grundsätzlich von einem Solawechsel zu unterscheiden ist die „Tratte“, bei der der Wechselaussteller einem bestimmten, im Wechsel genannten Bezogenen eine unbedingte Zahlungsanweisung erteilt, die von diesem erst noch akzeptiert werden muss.
Licht (sing.), Lichte (pl.)
Wechsel; auch: bill (englisch), draft (englisch), Solawechsel, Tratte, WechselverkehrDer Wechsel ist ein Wertpapier, bei dem grundsätzlich zwischen einem Solawechsel und einer Tratte zu unterscheiden ist.
Seife; auch: Seifenfabrikant
Picul [Gewichtseinheit]; auch: Pecul, Pekul, Pikkel, pikolIn China und anderen Ländern Ostasien war das „Picul“ im 19. Jahrhundert eine weit verbreitete Gewichtseinheit, die in etwa dem entsprach, was ein erwachsener Mann mittels einer Schulterstange und zwei daran befestigten Körben tragen konnte. Dabei bestand jedoch eine große regionale Variationsbreite, die sich zwischen 39 und 69 Kilogramm für ein Picul bewegte, das sich wiederum in 100 Catties aufteilen lies. In Hongkong versuchten die Briten 1844 eine Vereinheitlichung durchzusetzen: Ein Picul sollte genau 133 1/3 englischen Pfund entsprechen, was sich aber nicht durchsetzen ließ. Nach moderner Definition entspricht ein Picul exakt 60,478982 Kilogramm.