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Duplicat Original p Ardasair
Canton, Decbr. 14, 1844
Werther Herr Metzendorff.
Gestern hatte ich leider nur Zeit, Ihnen einige Zeilen zu schreiben, ich hoffe aber, daß dieser Brief ebenso noch mit derselben Gelegenheit als der gestrige abgehen wird & habe ich heute die Zeit Ihnen über Alles ausführlich zu berichten. Wenn ich gestern lieber zuerst an R. V. & Co. schrieb, so geschah es weil diese Gelegenheit eine vorzüglich gute für die Februar Overlandmail von Bombay aus ist welche ich nicht gerne vorübergehen lassen wollte.
Am 5t. ds. kamm ich in Macao an, nachdem wir bei den Paracels-Inseln in der chinesischen See am 29t. Novbr. morgens auf Klippen gestoßen hatten, welche dem Schiffe indessen glücklicher Weise keinen bedeutenden Schaden gethan haben. Es zieht jedoch etwas Wasser und hat ein Stück des falschen Kiels verloren, so daß es ehe wir laden kielholen muß & ausbessern muß. Genau weiß Capt. Bruhn noch nicht, wie viel das Kupfer gelitten hat, vor dem 1t. Janr. wird er aber wol keinenfalls im Stande sein Ladung einzunehmen, wahrscheinlich dauert es noch länger. Das Schiff stieß 7–9 mal, einige Male sehr schwer ohne jedoch festzukommen, da wir uns aber überall von unter dem Wasser liegenden Klippen umgeben sahen, waren wir eine halbe Stunde in nicht geringer Angst, das Schiff zu verlieren. Die ersten Stöße empfanden wir gegen Tagesanbruch & ich & die eine Hälfte der Mannschaft kamen nicht wenig verstört aus den Kojen. Wir waren während dreitägigem Sturm & dickem Wetter 1 1/2 Grad nördlich getrieben, anstatt daß der Strom gewöhnlich in dieser Jahreszeit südwestlich setzt. Der Vasco da Gama, welcher hier endlich condemnirt ist, hat vor zwei Monaten auf demselben Riff gesessen & ein Amerikaner auch.
So wie der Productenmarkt augenblicklich beschaffen, ist der Aufenthalt, welcher durch dies Unglück verursacht wird,|2. Blatt, Vorderseite|
nur angenehm, da von manchen Artikeln als Thee, Cassia lignea, Rhabarber, Galanga die Preise billiger erwartet werden. Von Cassia lignea würde ich jetzt selbst nur Kleinigkeiten zu enorm hohen Preisen 13–13 1/2 $ an Bord bekommen können, da fast die ganze Aernte durch Streitigkeiten mit den Mandarinen im Innern zurückgehalten wird, sie wird aber Ende dieses oder Anfang nächsten Monats in Canton erwartet.
Von Macao hat sich fast aller Handel weggezogen, ohne daß er deshalb nach Hongkong gegangen ist, dagegen hat er sich ganz in Canton concentrirt, wo fast alle Häuser ihre Hauptetablissemente haben & die, welche noch nicht übergesiedelt sind, warten nur auf neue Häuser, deren hier jetzt viele gebaut werden, um auch herzukommen. In Macao sind nur noch drei oder vier Häuser & so lebhaft es früher gewesen sein muß, so todt fand ich es bei meiner Ankunft & was das schlimmste war, kein Mensch bekümmerte sich um den neuen Ankömmling, so daß ich sehr bedauerte keinen einzigen Empfehlungsbrief zu haben. Endlich fand ich Reiche auf, welcher mir doch einigermaßen, wenn auch nicht viele Auskunft über die Platzverhältnisse geben konnte. Von ihm hörte ich, daß Flechter Larkins & Co jetzt nur in Hongkong etablirt wären & erst später vielleicht auch nach Canton ziehen würden. Hongkong ist aber wo möglich wie ich höre, da ich noch nicht dort gewesen bin, noch todter als Macao, da selbst die Rüstfahrzeuge, einiger Verordnungen der engl. Regierung wegen weg bleiben & nach Macao kommen und diese Herren hätten mich, falls ich mich an sie gewandt, jedenfalls an irgend ein uns zum wenigsten unbekanntes Haus in Canton und hier adressirt. Russell & Co. sind sicher für den Einkauf sehr gut, aber es ist jetzt für den Productenhandel ohne Widerrede Number One wie die Chinesen sagen & ich fürchtete, daß ich mit den 18000 $ an einem Platze, wo so oft Ladungen von 100–150000 $ versandt werden, bei diesem Hause ohne alle Empfehlungsbriefe kaum solche Beachtung finden würde, als wünschenswerth & nothwendig ist, um eine gut assortirte kleine Ladung billig zu kaufen.|3. Blatt, Vorderseite|
So bleiben nur, da uns die andern Häuser, wie Sie wissen kaum dem Namen nach
bekannt sind, Reynvaan &
Co., Boustead & Co.
& vd. Burg, Romswinckel &
Co. zu beachten. B. & Co.
würden da die Esmeralda noch hier
ist & auch weil wir in S. mit ihren
Nebenbuhlern arbeiten, vielleicht nicht ihr Möglichstes gethan haben, vd. B., R. & Co. würden Ihnen
nicht angenehm gewesenen sein & so entschloß ich mich, mich an Reynvaan & Co. zu wenden
obgleich Ihnen R. in Batavia nicht gefiel. Er war natürlich angenehm
überrascht & erklärte mir gleich, daß er Ihnen in B. keinen Besuch gemacht, weil vd. Burg mit dem er jetzt wie Sie wissen sehr
gespannt ist, ihm die damalige China Wurzel & Galanga Geschichte gerade nicht zu u/ Gunsten dargestellt hätte. Er ist überdies mit manchen deutschen
Einfuhrartikeln durch Consignationen von holländischen Häusern bekannt & hat mir die
ausführlichste Auskunft versprochen. Auch ist ihm diese neue Verbindung bei der
starken Concurrenz von holländischen Häusern vd Burg Romsw. & Co.
von Basel, Friese (für die Factorei) & vielleicht noch Toelaer & Jonkman gewiß sehr angenehm
& ich muß sagen, daß er sich sehr viele Mühe giebt. Was mich auch mit bewog
an B & Co. zu gehen ist daß Sauer jetzt auf dessen Comptoir arbeitet.
Derselbe soll nach Allem, was ich darüber höre, sehr gut mit dem chinesischen
Handel namentlich auch in den nördlichen Häfen bekannt sein & ist jetzt
sicher geneigter, ausführlicher Auskunft zu geben, als wenn ich mich an ein
anderes Haus gewandt hätte.
Da fast alle Producte jetzt von Canton verschifft werden so wird die Christian VIII wahrscheinlich nach Whampoa heraufgehen. Capt. Bruhn, mit dem ich auf sehr gutem Fuße stehe, thut dies ohne andere Vergütung als Hafen- & Lootsgelder, welche ca. $ 250 betragen werden. Ich werde ihn natürlich nur herkommen lassen, wenn ich so viele Waren bekomme, daß die Leichterfracht nach Macao, welche sehr theuer ist, mehr als die Hafengelder &c. beträgt.
Gekauft habe ich bis jetzt ca. 140 Pic. Camphor à 19 $ a. B. mit 2 % Decort für baare Zahlung. Dies steht unter 5 ₤, ca. 4 3/4 ₤|4. Blatt, Vorderseite|
ein & die Qualität ist gut; in den letzten Monaten soll nur sehr wenig von hier verschifft sein.
Vom cand. Ingber in sehr guter frischer Waare kaufte ich 200 Kisten à 3 $ 55 cs. an Bord mit 2 % Decort, welches nur ca. 8 – 8 1/2 s. einsteht, so wie 10 Kisten à 50 Catti Zinnober à 50 $ 90 cs. = ca. 53 1/2 $ an Bord. Auch nahm ich zum Versuch 10 Pic. Soya viel dicker & nicht so salzig als die Japansche, 10 $ p Pic.
Von Cassia lignea ist wie oben erwähnt, noch fast nichts angekommen. Die Esmeralda hat hier 10 Wochen danach gewartet und nur 500 Kisten bekommen, die letzten 100 Kisten wie ich höre à 13 $ a. B. p Pic. Heute sollen 100 Pic. à 13 1/2 $ verkauft sein. Im Januar hoffe ich, wenn überhaupt die Cassia dann herunterkommt, bedeutend billiger zu kaufen. Die Ladung der Esmeralda, welche Sie am Fuße finden ist nicht bedeutend & wie mir scheint sehr schlecht assortirt.
Von schwarzen Theen werden die Preise, welche bisher sehr hoch waren, niedriger erwartet, von grünen Theen ist dagegen erst wenig am Markt & die Preise sind 30 % höher als voriges Jahr, so daß ich darin Nichts für R. V & Co. werde thun können, von schwarzen Theen, hoffe ich aber Einiges zu bekommen.
Von Flores Cassiae & Sternanies werde ich nichts nehmen, da die Esmeralda den hamb. Markt damit reichlich versorgen wird. Sternanies zu 9–9 1/2 $ steht überdies nicht billig ein, ebenso wenig Flores Cassiae à 14 1/2 – 15 1/2 $.
Mit den Dollars komme ich gegen das neue Jahr hier an einen sehr guten Markt. Für die Carolus wenn es die rechte Sorte ist, denke ich ca. 9 % zu bedingen. Der Cours ist 4/6 d. p $ & die Dollars mit Kosten & 5 % Zinsen werden ungefähr ebenso viel kosten. Wechsel würden überdies jetzt schwer zu begeben sein & der Preis Cours wird noch niedriger erwartet.
Der Pilot kam hier zwei Tage nach dem
Christian an. Die Frachten sind ₤ 3.10.15
s. nach England, nach dem Continent bietet sich über gar
keine dar, Petersen muß also nach
Manila, wohin er in einigen Tagen mit
ca. 1500 Pic.
Waitzen, wofür er ca. $ 350 à
Fracht bekommt, segeln
wird. Wie ich von Leuten|5. Blatt, Vorderseite|
höre, welche [nachträglich vom Autor ergänzt: von] dort kommen, sollen aber auch dort keine Aussichten für Frachten sein & wenn es ihm in Singapore ebenso geht, wird er wol wieder zu Ihnen kommen.
Harkort & von Carlowitz sind noch
beide hier. Ersterer denkt in
ca. 8 Tagen nach Singapore & Calcutta zu gehen, Carlowitz in ca. 4–6 Wochen nach Singapore & dann wahrscheinlich nach dort. Sie haben noch Tuche, vorzüglich Spanish Stripes &
Long Ells unverkauft,
ich konnte aber zu keinen Einsendungen auffordern, da unter den Halbtuchen, welche sie noch
haben, zu viele für dort unpassende Farben sind auch schienen die Preise, die allenfalls zu machen sein
werden ihnen zu niedrig. Dagegen haben sie noch Gold & Silberdraht & wenn Harkort es nicht in Singapore verkaufen kann, wird er es Ihnen
consigniren. Jap Han sagte mir früher,
daß er von Suermondt & Co. zu
72–75 fl.
p
Bdl. von ca. 9 Unzen gekauft hätte, hier, höre ich aber von einem Passagier des McCezard, daß S & Co. dessen Gelddraht zu 80 fl.
p
Amsterd. Mark oder halbes Pfund
verkauft haben. Jap Han gab mir eine
Probe, welche sehr fein war, das von H. & C. ist viel gröber, sie glauben aber, daß
das per McCezard, von welchem sie
hier auch eine Probe gesehen haben im Verhältniß zu ihrem nur ca. 10–15 fl. mehr werth ist. Ich sagte ihnen, daß Preise
wahrscheinlich etwas fallen würden, da sie hier aber nur ca. 30 $ p
Catti bekommen können, hoffe
ich doch, daß sie es Ihnen senden.
Ueber den Einfuhrhandel habe ich erst wenig gehört, ich hoffe aber darüber genaue Auskunft zu erhalten. So wie es jetzt scheint, werde ich nicht vor Ende Januar segeln & also Zeit haben mich nach Allem zu erkundigen, wenn die Leute nur geneigt sind auch gehörig zu antworten.
In einigen Tagen denke ich wieder nach Macao zu gehen da hier augenblicklich Nichts für mich zu thun ist, um zu sehen wie der Capt mit Löschen & Reparieren avancirt, & den Camphor der in Macao lagert zum Verschiffen fertig machen zu lassen.
Herrn Wilmans so wie Vaupel & Schröder &c. bitte ich herzlich zu grüßen. Für Sie habe ich einen sehr hübschen Nähkastentisch zu $ 20 bestellt. Ich wüßte dem Obigen nichts hinzuzufügen & verbleibe mit Freundschaft
Ihr G. T. Siemssen
p, p., pr.per (lateinisch)
Dec, Dec., Decb, Decbr, Decbr.December
ds., dss.dieses [Monats, Schreibens etc.]
Nov., Novb, Novbr, Novbr.November
Jan., Janr, Janr.Januar
Engl., engl.englisch
u/unser
ca, ca.circa (lateinisch)
c.cetera (lateinisch)
a. B.an Bord
cand.candiert
hamb., Hambg.hamburger, Hamburg, Hamburger
Bdl.Bündel
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
PABBPrivatarchiv Bert Becker, Hongkong (China)
PABBPrivatarchiv Bert Becker, Hongkong (China)Sammlung Siemssen
T. E. Vidal & Co., BataviaAus dem von den beiden Brüdern Theodor Edmund Vidal und Camille Vidal 1828 etablierten Handelsstützpunkt Batavia der Kaufmannsreederei Roß, Vidal & Co. in Hamburg, ging bald darauf die eigenständige Firma T. E. Vidal & Co. hervor. Sie importierte in erster Linie Roheisen aus englischer und schwedischer Produktion nach Java, aber auch Glaswaren, Messer, Spielzeug und Tauwerk, außerdem Leder, Leisten und Seife aus deutscher Herstellung. Zucker, Reis und Gewürze bildeten die
Rückfracht nach Hamburg
. Als 1841 viele etablierte Handelshäuser in Batavia in eine finanzielle Krise gerieten, weil sie von der Javaschen Bank zuvor für den steigenden Import an europäischen Manufaktur- und Fabrikwaren in Ermangelung von Silbermünzen zu großzügig mit Krediten in Form von Papiergeld ausgestattet worden waren, standen T. E. Vidal & Co. relativ gut da. - Weitere Informationen zur Unternehmensgeschichte finden sich in: Ernst Hieke, Über die Anfänge des deutschen Handels mit Ostindien. Das hamburgische Handelshaus Ross, Vidal & Co. und die Vorgeschichte von Siemssen & Co., unveröffentlichtes Manuskript, in: Staatsarchiv Hamburg (StAH), 622-1/506, 27.
Fletcher, Larkins & Co., Hongkong
Russell & Co., Kanton / Hongkong (chinesischer Firmenname: Ke-chong)Die 1818 gegründete amerikanische Firma Russell & Co. in Kanton verlagerte ihren Sitz nach dem Ersten Opiumkrieg nach Hongkong. 1891 musste die Firma in Liquidation gehen, wurde von Shewan & Co. aufgekauft und seit 1895 unter der Firma Shewan, Tomes & Co. weitergeführt. Vgl.
Allen/Donnithorne, Western Enterprise in China and Japan
, S. 128, 131, 269;
Baur, China um 1900
, 158, 252, 413, 492.
Reynvaan & Co., MacaoDie Firma Rynvaan & Co. war um 1844 in Macao ansässig.
Boustead & Co. bzw. Boustead, Schwabe & Co., SingapurDie 1828 von Edward Boustead gegründete Firma Boustead & Co. in Singapur ging 1834 eine Verbindung mit dem aus Hamburg stammenden Gustav Christian Schwabe ein und firmierte um zu Boustead, Schwabe & Co. Schwabe war sowohl familiär als auch geschäftlich eng mit der Hamburger Firma P. G. Schwabe verbunden, die sich schon zuvor gemeinsam mit Angehörigen der Familie Boustead an der Etablierung anderer Handelsfirmen in Ostasien beteiligt hatte, u. a. an der Firma Sykes & Co. in Manila. Schwabe vermittelte der Firma Boustead, Schwabe & Co. in Singapur aber nicht nur Kontakte zu P. G. Schwabe und A. J. Hertz in Hamburg, sondern beispielsweise auch zu Joh. Lange Sohn’s Witwe & Co. in Bremen. Als er sich 1867 aus der Firma Boustead, Schwabe & Co. in Singapur zurückgezog, firmierte sie wieder unter ihrem ursprünglichen Namen Boustead & Co., stand aber weiterhin in Verbindung mit deutschen Firmen, darunter auch Behn, Meyer & Co.. Boustead & Co. pflegten außerdem gute Verbindungen zu malayischen und chinesischen Kaufleuten. Vgl.
Buckley, Anecdotal History
, passim;
Wright/Cartwright, Twentieth Century Impressions of British Malaya
, passim;
MacLean, Pattern of Change
, passim;
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, S. 67f.;
Drake, Merchants
, S. 143–171;
Hale, Pioneer Merchants
, passim.
Vd. Burg, Romswinckel & Co., MacaoDie Firma Vd. Burg, Romswinckel & Co. war um 1844 in Macao ansässig.
Von Basel, MacaoVon Basel war ein um 1844 in Macao ansässige niederländische Handelshaus.
Friese, MacaoFriese war ein um 1844 in Macao ansässiges niederländisches Handelshaus.
Toelaer & Jonkman, MacaoToelaer & Jonkman war ein um 1844 in Macao ansässiges niederländisches Handelshaus.
Bankhaus Robert Suermondt & Cie., AachenDas Bankhaus Robert Suermondt & Cie. in Aachen wurde 1867 von dem erst 23jährigen Robert Suermondt (1844–1919) gegründet und diente in erster Linie er Finanzierung der in Aachen ansässigen Spinnereien und Webereien. 1901 ging das Bankhaus in die Liquidation und wurde in die Bergisch-Märkische Bank überführt, die wiederum 1914 von der Deutschen Bank übernommen wurde.
Batavia [Stadt auf der Insel Java]
Kanton [Stadt in China]; auch: Canton, Guangzhou (Pinyin)
Macau [Portugiesischer Stützpunkt in China]; auch: Aomen (Pinyin), MacaoDie Stadt Macau im Delta des Perlflusses wurde seit Mitte des 16. Jahrhunderts von den Portugiesen als Handelsstützpunkt genutzt und von ihnen 1845 einseitig zum Freihafen erklärt. Der rechtliche Status der Stadt blieb zwischen Chinesen und Portugiesen umstritten.
Bombay
Paracel-Inseln [Inseln im Südchinesischen Meer]
Südchinesisches Meer; auch: China See, chinesische See
Whampoa [Reede im Delta des Perlflusses bei Kanton in China]
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Kontinentaleuropa; auch: Continent (englisch)
Manila
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Kalkutta, auch: Calcutta
Siemssen, Georg TheodorGeorg Theodor SiemssenKaufmann, Konsul101991322315.03.181624.11.1886Georg Theodor Siemssen ging im Auftrag des Handelshauses Roß, Vidal & Co. in den 1830er Jahren auf Expeditionsfahrten nach Ostasien und wurde schließlich für deren Niederlassung in Batavia, die Firma T. E. Vidal & Co. tätig. Er stand im engen Austausch mit seinen früheren Schulfreunden Theodor August Behn und Valentin Lorenz Meyer, die sich 1840 mit der Firma Behn, Meyer & Co., in Singapur selbständig gemacht hatten. Er selbst konnte sich dazu erst 1846 entscheiden und ließ sich mit der Firma Siemssen & Co. in Kanton nieder. 1852 wurde er zum Konsul der Hansestadt Hamburg in Kanton berufen, 1855 bzw. 1856 übernahm er auch die Aufgaben eines Konsuls der Hansestädte Bremen und Lübeck. Das von ihm gegründete Unternehmen entwickelte sich zu einem der bedeutendsten deutschen Handelshäuser in China mit Verbindungen nach Südostasien, Europa und Amerika. Er selbst kehrte 1858 nach Hamburg zurück, konzentrierte sich mit der Firma G. T. Siemssen auf die Pflege der Geschäftsverbindungen in Europa und übernahm verschiedene Ehrenämter. Von 1862 bis 1873 gehörte er der Hamburgischen Bürgerschaft an. Vgl.
Möring, Siemssen & Co.
.
Metzendorff, Christian MartinChristian Martin MetzendorffKaufmannAnfang 1842 trat Christian Martin Metzendorff als Teilhaber in die Firma T. E. Vidal & Co. in Batavia ein, aus der später die Firma Metzendorff & Wilmans hervorging. Vgl. Ernst Hieke, Über die Anfänge des deutschen Handels mit Ostindien. Das hamburgische Handelshaus Ross, Vidal & Co. und die Vorgeschichte von Siemssen & Co., unveröffentlichtes Manuskript, in: Staatsarchiv Hamburg (StAH), 622-1/506, 27.
Carlowitz-Maxen, Richard Julius vonRichard Julius von Carlowitz-Maxen (Richard von Carlowitz)Kaufmann, Konsul12886163018171886Richard von Carlowitz entstammte der sächsischen Adelsfamilie von Carlowitz, besuchte die Handelsschule in Leipzig und war anschließend für das Handelskontor von Carl & Gustav Harkort in Leipzig sowie die Verwaltung der Leipzig-Dresdner-Eisenbahn tätig. Um internationale Erfahrung zu sammeln, war er außerdem einige Jahre in New York für das Handelshaus Napier tätig. Im November 1843 ging er gemeinsam mit Bernhard Harkort auf eine von den Leipziger Handelshäusern Carl & Gustav Harkort sowie C. Hirzel & Co. ausgestattete Erkundungsreise nach Ostasien. 1846 gründete er gemeinsam mit Bernhard Harkort das Handelshaus Carlowitz, Harkort & Co. in Kanton, das er 1856 ohne Harkort unter der Firma Carlowitz & Co. weiterführte und das sich zu einem der größten deutschen Handelshäuser in Ostasien entwickelte und zudem verstärkt industrielle Investitionen vornahm. Er selbst zog sich 1871 nach Deutschland zurück und ließ sich, gesundheitlich angeschlagen, wieder in Sachsen nieder. Vgl.
Bohner, Von Dresden nach Kanton
;
Beutler, Carlowitz & Co.
, passim.
ReicheReicheKaufmannReiche, wahrscheinlich ein deutscher Kaufmann, war um 1844 in Macao ansässig.
HAN JapHAN Jap KaufmannHAN Jap war um 1844 in Kanton im Handel mit Silberdraht tätig.
Ardasair
Vasco da Gama
Esmeralda
Pilot
McCezard
Angestellter; auch: Beamter (Privatbeamter), Employé
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Erster Opiumkrieg (1839–1842)Der Erste Opiumkrieg (1839–1842) zwischen Großbritannien und China entbrannte, nachdem China energische Versuche unternommen hatte, den illegalen Opiumhandel britischer und anderer Kaufleute über den Hafen von Kanton zu unterbinden, der bis dahin für den Ausgleich des britischen Handelsdefizits mit China sorgte. Die Beschlagnahmung umfangreicher Opiumbestände durch den chinesischen Sonderbeauftragten LIN Zexu im Herbst 1839 veranlasste Großbritannien zur Entsendung von Kriegsschiffen, die mehrere chinesische Küstenstädte belagerten und teils eroberten und so den Abschluss des Vertrages von Nanjing (29. August 1842) erzwangen, des ersten der so genannten Ungleichen Verträge. - Aus der umfangreichen Literatur zu Hintergründen, Verlauf und Folgen des Ersten Opiumkrieges vgl. insbesondere:
Fay, Opium War
;
Hunt, India-China Opium Trade
;
Purdue, First Opium War
;
Lovell, Opium War
;
Platt, Imperial Twilight
;
MAO, Qing Empire
;
CHEN, Merchants
.
Kampfer; auch: Campher, CamphorDer aus den Bestandteilen des in Asien weit verbreiteten Kampferbaums gewonnene Kampfer, ein farbloses oder weißes Pulver, wurde im 19. Jahrhundert vor allem für medizinische Zwecke verwendet.
Ingwer; auch: Chinaknolle, Galanga, Galangal, Ingber
Cassia lignea (lateinisch); auch: Cassia, Cassia buds (englisch), Cassia fleurs (französisch), Cassia flores (lateinisch), Cassia-lignea, Flores Cassiae (lateinisch)Der chinesische Zimtbaum (Cinnamomum cassia) aus der Gattung der Lorbeergewächse wird vor allem wegen seiner Gewürzrinde (Cassia lignea), aber auch wegen seiner Blütenstände (Cassia flores) geschätzt. Beides kann als zimtartiges Gewürz oder zu medizinischen Zwecken verwendet werden, ist aber kein echter Zimt.
Tee; auch: tea (englisch), Teehandel, TheeTee und Teehandel sind wegen ihrer großen Bedeutung für die Export- wie die Importländer im 19. Jahrundert schon häufiger Gegenstand eingehender wirtschaftshistorischer Untersuchungen gewesen. Aus der jüngeren Forschungsliteratur seien nur zwei Studien hervorgehoben:
Rappaport, Thirst for Empire
;
LIU, Tea War
.
Tuchwaren; auch: Halbtuche, Tuche, Tuchwarenhandel
Postverkehr; auch: Landverbindung, overland mail (englisch), Overlandmail, Postdampfer, Postschifffahrt, Postverlauf, Sattelkurier, Ueberlandweg
Schiffsmannschaft; auch: Equipage, Mannschaft
KondemnationEine als Bestrafung vorgenommene öffentliche Ächtung wird auch als Kondemnation bezeichnet.
Marktbeobachtung, Marktbericht
Mandarin, chinesischer; auch: mandarin (englisch)Die im westlichen Sprachgebrauch übliche Bezeichnung „Mandarin“ bezieht sich auf einen chinesischen Gelehrten, Richter, Berater oder Beamten, der eine lange Ausbildung und ein ausgesprochen strenges Prüfungs- und Auswahlsystem durchlaufen hatte, bevor er ein entsprechendes Amt übernehmen durfte. Für die staatliche Verwaltung des chinesischen Kaiserreichs spielten die Mandarine auch im 19. Jahrhundert noch eine tragende Rolle. Angesichts der Herausforderungen durch die ausländischen Imperialmächte, die zumeist auch moderne Industriestaaten waren, sodass Wirtschaft, Technik und empirische Wissenschaften in der Auseinandersetzung mit ihnen an Bedeutung gewannen, geriet das traditionelle System der chinesischen Beamtenprüfungen zunehmend in die Kritik und wurde 1905 schließlich abgeschafft. Vgl.
Osterhammel, China und die Weltgesellschaft
, S. 69–85.
Chinesen; auch: Chinese (englisch)
Chinawurzel; auch: China root (englisch), Radix chinae (lateinisch)Als „Chinawurzel“ wird der unter der Erde wachsende Teil der China-Stechwinde (Smilax Chinensis) bezeichnet. Er enthält Stoffe, die unter dem Namen Sarsaparille zu medizinischen Zwecken, etwa zur Behandlung von Syphilis, genutzt wurden.
Konsignation; auch: Consignation, Consignationssendungen, Konsignationslager, Konsignationsmotoren, KonsignationswareDer kaufmännische Fachbegriff „Konsignation“ bezieht sich auf ein Kommissionsgeschäft, bei dem das Eigentum an der zu verkaufenden Ware - zum Beispiel Motoren - beim Hersteller oder Großhändler verbleibt, der sich eines Zwischen- oder Einzelhändlers bedient.
Faktorei; auch: Factorei, factory (englisch)
Geschäftsraum; auch: Büro, Bureau, Comptoir, Comtoir
Lotsengeld; auch: Lootsgeld
à; auch: à rata, pro rataDie aus dem Französischen stammende Präposition „à“, die mit „je nach Verhältnis“ ins Deutsche zu übersetzen ist, wird zur Bezeichnung von Relationen genutzt, etwa für „3 Stück à 1 Kilogramm“.
Dekort; auch: Decort s. auch Preisnachlass
Als „Dekort“ wird ein spezieller Preisnachlass im Großhandel bezeichnet, der dem Käufer bei Abnahme großer Posten gegen Barzahlung gewährt wird. Auch der Abzug an einer Rechnung wegen falscher Spezifikation oder schlechter Qualität wird als Dekort bezeichnet.
Preisnachlass; auch: Bonification, Dekort, Disconto, Rabatt, Reduction, Skonto
Kiste [Raummaß]; auch: chest (englisch)Die Kiste ist ein vor allem im Teehandel übliches Raummaß, das im 19. Jahrhundert regional noch stark schwankte. Nicht nur unterschiedliche Kantenlängen, auch die schwankende Feuchtigkeit des Tees machen eine präzise Umrechung in standardisierte Gewichtseinheiten schwierig. In Hamburg wurde eine Kiste Tee in den 1840er Jahren üblicherweise mit 25 Kilogramm veranschlagt.
Catty (sing.), catties (pl.) [Gewichtseinheit]; auch: Catti, kätties, kati, kattiCatty ist eine in China und anderen Ländern Ost- und Südostasiens im 19. Jahrhundert weit verbreitete Gewichtseinheit, die dem hundertsten Teil eines Piculs entsprach und vor allem für Früchte und andere Lebensmittel verwendet wurde.
ZinnoberZinnober ist ein Mineral mit intensiver roter Färbung.
Taler, spanische [Währungseinheit]; auch: $, Carolus-Dollar, Ferdinandus-Dollar, Pillar Dollar, Säulenpiaster, spanische Thaler Spanische Taler waren wegen ihres Silbergehalts im Handel mit China sehr beliebt. Sie wurden vor Ort mit
dem Sycee, dem
chinesischen Stücksilber, gleichgestellt und schon in den 1840er Jahren
mit hohen Aufschlägen gehandelt. Da sie das spanische Wappen mit den
zwei Säulen des Herkules trugen, wurden sie auch „Säulenpiaster“ oder
„Pillar Dollar“ genannt. Sofern sie in der Regierungszeit des spanischen
Königs Carolus geprägt worden waren, trugen sie außerdem den Namen
Carolus-Dollar. Waren sie in der Regierungszeit des Königs Ferdinand
geprängt worden, nannte man sie auch Ferdinandus-Dollar. Vgl.
Arnold Otto Meyer, Hamburg
(Behn, Meyer & Co., Singapore, Penang, Maniula und
Sandokan)
.
Währungskurs; auch: Buchungskurs, Cours, Curs, Kurs, Kursdifferenzen, Kurskontrakte
Zins; auch: interest (englisch), Zinsentwicklung, Zinsfuß
Wechsel; auch: bill (englisch), draft (englisch), Solawechsel, Tratte, WechselverkehrDer Wechsel ist ein Wertpapier, bei dem grundsätzlich zwischen einem Solawechsel und einer Tratte zu unterscheiden ist.
Fracht [Frachtkosten]; auch: Frachtpreis, Frachtrate, Frachtspesen
Fracht [Frachtgut]; auch: Ladung, Schiffsladung
Spanish StripesDer aus dem Englischen übernommene Begriff „Spanish Stripes“ bezieht sich auf ein spezielles Baumwollgewebe.
Long Cloth; auch: Long Ells, LongellsDer aus dem Englischen stammende Begriff „Long Cloth“ bezeichnet Tuchwaren aus Baumwollgarn, die in besonders großen Längen in den Handel kamen und zumeist für die Herstellung von Unterwäsche und Hemden verwendet wurden.
Farben; auch: Alizarinfarben, Anilinfarben, Benzofarben, dyes (englisch), Farbstoffe, Katigenfarben
Unze [Gewichtseinheit]; auch: oz., ounce (englisch)Die Unze war im 19. Jahrhundert eine nicht normierte Gewichtseinheit, die für leichte Stoffe wie Medikamente oder Edelmetalle verwendet wurde. Das Gewicht einer Unze lag umgerecht zwischen rund 27 und rund 31 Gramm. Die noch heute beispielsweise für Lebensmittel verwendete Unze entspricht genau 28,349523125 Gramm, die für Edelmetalle verwendete Feinunze dagegen entspricht genau 31,1034768 Gramm.