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Nr. 2.2.1.1.12

Georg Theodor Siemssen, Angestellter der Firma T. E. Vidal & Co. in Batavia, aus Macao, an Christian Martin Metzendorff, Teilhaber und Leiter der Firma T. E. Vidal & Co., Batavia, betr. Ein- und Verkäufe in Macao und Kanton, 7. Februar 1845

Brief

Regest:

Georg Theodor Siemssen, Angestellter der Firma T. E. Vidal & Co. in Batavia, der sich gerade in Macao aufhält und demnächst mit dem der Firma gehörenden Schiff Christian VIII via Singapur nach Batavia zurückkehren will, berichtet Christian Martin Metzendorff, dem Teilhaber und Leiter dieser Firma, über seine in Kanton und Macao getätigten Einkäufe, darunter Cassia und Kampfer. Zusätzliche Frachtgüter für Singapur oder Batavia für den Christian VIII zu finden, ist ihm wegen starker Konkurrenz durch andere Anbieter nicht gelungen. Der ihm aufgetragene Verkauf von gebrochenem Glas gestaltet sich schwierig, da mehrere Zwischenhändler eingeschaltet werden müssen. Siemssen fügt seinem Brief Abschriften seiner Korrespondenz mit diesen Zwischenhändlern bei.

p Daniel.

Macao d. 7t. Febr. 1845.

Werther Herr Metzendorff.

Ich hatte das Vergnügen Ihnen am 22t. v. Mts. zu schreiben und kann Ihnen heute mittheilen, daß ich am 9t. ds. mit dem Christian VIII nach Singapore weiter gehen werde.

Seit ich Ihnen zuletzt schrieb, ist es mir noch gelungen 600 Kisten Cassia à 11 $ 06 cs. ohne Decort, gute Waare zu kaufen. Dies steht ca. 6.45 s. p Pfund ein und ich hoffe daß R. V. & Co damit noch ein gutes Geschäft machen. Seit ich kaufte ist freilich Cassia bedeutend gewachsen & vor einigen Tagen soll selbst zu 9 3/4 $ mit Vorausbezahlung & in 3 Wochen zu liefern zu kaufen gewesen sein, aber da hier die Fracht nach Europa ca. 10 s. Stlg. p Kiste ist, so steht 11 $ 06 cs. mit der billigen Fracht p. Christian fast noch billiger ein. Ich hatte noch 400 Kisten, der Probe nach ausgezeichnet schöne Waare zu 11 $ 10 cs. gekauft, mußte sie aber da die Waare sehr schlecht fiel aufschießen. Inliegend finden Sie einen kurzen Auszug der Factura über in Canton geladene Waaren, welche $ 11318.67. beträgt.

Hier habe ich 150 Pic. Camphor à 18 $ gekauft, welches nur ca. 9 1/8 s. in Hamburg oder £ 4 1/2 in London einsteht. Der Probe nach soll die Waare gut sein, aber da ich schon zweimal Camphor habe aufschießen müssen, so fürchte ich auch dies Mal. Morgen wird die Waare empfangen & da sie fertig ist auch verschifft. Des chinesischen Neujahrs wegen, war es weder gestern noch heute möglich Kulies zu erhalten, sonst würde ich schon früher haben segeln können.

Fracht hat sich weder für Batavia noch Singapore gefunden, obgleich wir uns die größte Mühe deshalb gegeben haben. Nach Batavia laden aber jetzt 3 holländische Schiffe, der Daniel, Maria Jacoba & Jadul Barie, so daß es erklärlich genug ist, daß wir nichts erhalten können, selbst die Aletta soll nicht ganz voll geworden sein. Nach Singapore gehen fast täglich Schiffe mit wenig oder gar keiner Fracht.

Ueber das gebrochene Glas habe ich nach Abgang meines letzten Briefes nähere Erkundigungen eingezogen, die Aussichten sind aber leider viel ungünstiger. Der Preis von $ 3 1/2 und 3 3/4 ist nur für weißes zu machen. Dies hat wie Sie wissen einen grünlichen Schein und während ich in Canton war, wurden nur 2 & 2 1/4 $ geboten, doch höre ich daß nach dem Neujahr mehr zu bedingen sein wird, da es vor demselben fast mit allen Einfuhrartikeln so flau ist, daß sie nur zu viel niedrigeren Preisen als zu andern Zeiten zu verkaufen sind. Ich sprach Fletcher in Canton & da es ihm lieb zu sein schien, obgleich er es nicht geradezu sagte, werde ich es an Reynvaan ausliefern lassen, mit dem wir nun doch einmal in Rechnung stehen Wie bereits versichert hatte Fletcher es einem Chinesen in Canton zum Verkauf übergeben und es ist gewiß bei Reynvaan in bessern Händen. Da durchaus keine Aussichten vorhanden sind, den in Batavia facturirten Preis nebst Kosten zu bedingen, werde ich es nicht limitiren. Das höchste was dafür zu machen sein wird, ist $ 2 3/4, vielleicht $ 3.

Bei meiner Zurückkunft hieselbst fand ich auch Ihren werthen Brief vom 30t. Octb. p George Ryan vor, der auf dem Postcomptoir liegen geblieben war, obgleich ich meine Adresse aufgegeben hatte. Ich danke Ihnen recht sehr für die Mühe, welche Sie sich meiner Auction wegen gegeben haben. Das Resultat ist leider ein sehr ungünstiges. V.1 – er thäte positiv am bestem, Sie zum Administrator aller seiner laufenden Sachen zu ernennen, nach & nach werden Sie es doch werden & er hat dann nur doppelte Mühe. Das einzige was mich wundert ist, daß er so viele Correspondenten zu haben scheint.

2. Blatt, Vorderseite, am linken Rand: In der Hoffnung bald nach Ankunft dieses Briefes wieder bei Ihnen einzutreffen verbleibe ich freundschaftlich Ihr G. T. Siemssen.

Copy

Macao Febr. 8, 1845.

Messrs. Fletcher & Co

Victoria

Dear Sirs

With reference to my recent conversation with your Mr. Fletcher at Canton, I beg to inform you that I have requested Messrs. Reynvaan & Co to take care of the consignment of broken Glass en Pilot shipped Ex. my house in Batavia.

At the same time I beg to express my regret that your removal from Macao has not allowed me to enter into more extensive transactions with your esteemed firm as also that only the wish not to trouble you with so small a consignment as the above has induced me to alter its original destination.

I am tc.

G. T. Siemssen.

Copy

Macao Febr. 10, 1845.

Messrs. Reynvaan & Co.

Macao

Dear Sirs.

I beg to hand you an order on Messrs. Fletcher & Co for 24 cashs of Broken Glass, wh. about 134 Pic. which I request you to receive and sell for acct. of Messrs. T. E. Vidal & Co. of Batavia. The Glass is now in hands of the Chinese Ling-shong in Canton who has already received instructions of the above gentlemen, to deliver them to my order and to whom or to Messrs. Fletcher & Co you will also please to reimburse their expenses on the time. Lingshong spoke me of abt. 2 1/2 $ p Pic. but I hope that you will be able to attain a better price. However I do not wish to bind you to a certain price but request you to dispose of it at the highest price obtainable.

Should Mr. Board furnish you with the gross and tareweight of the Teas p Christian, I shall feel obliged to you to forward them to me care of Messrs. Behn, Meyer of Singapore, to whose address I also request you so forward any letters that should arrive for me after my departure. Though I left a written order at the postoffice here, that to forward any letters for me to you, I fear that it will not be properly attended to and you will oblige me by having inquiries made at the postoffice during a short time after my departure. I found after my last return from Canton some letters for me there, notwithstanding their having your address, that had remained there upwards of a fortnight.

Believe me, dear Sirs,

Yours faithfully,

G. T. Siemssen