|1. Blatt, Vorderseite|
Beginn des Auszugs aus dem Gesamtbericht
Die Extendirung der freien Küstenfahrt im britischen Indien für die Flaggen aller Nationen ist für unseren Hafen von besonderer Wichtigkeit und man darf erwarten, daß es mit der Zeit dahin kommen wird, daß unsere hanseatischen Flaggen sich wesentlich an dieser Fahrt betheiligen. Schon in diesem Jahre haben hanseatische Schiffe Frachtgüter hierher gebracht von Calcutta, von Akyab (Arracan) bekanntlich der Engl. Ostindischen Compagnie gehörig. Zwischen Singapore & Akyab besteht während der Reissaison von October bis Juli ein sehr lebhafter Verkehr, & bietet derselbe vielen Schiffen Beschäftigung. Früher war die Participation an dieser Fahrt unserer Flagge untersagt. Auch für combinirte Reisen, wo z. B. Schiffe theilweise in Calcutta, Akyab oder einem Hafen Ceylons beladen werden & dann zum |1. Blatt, Rückseite| Auffüllen auf hier versegeln, ist diese Erlaubniß der Zwischenfracht eine große Erleichterung, da der in dem ersteren Hafen freigebliebene Raum sich jetzt mit Frachtgütern für hier füllen läßt. Ebenfalls in der Fahrt zwischen unserm Hafen & San Francisco haben sich hanseatische Schiffe betheiligt & es ist meine Ansicht, daß zwischen den verschiedenen indischen Häfen & der Westküste sich mit der Zeit ein ganz bedeutender Verkehr entwickeln wird, schon ist während eines Monats von Manila auf San Francisco von rohen Güthern ein Quantum von 1.000.000 Pfund exportiert, größtentheils unter amerikanischer Flagge, doch haben auch hanseatische & dänische Schiffe hier, in Manila & China für San Francisco geladen. So lange der Goldreichthum Californiens & die Einwanderung daselbst fortdauert u. wie jetzt in stetem Zunehmen begriffen ist, wird auch dieser Verkehr wachsen. Consumptionsgegenstände wie Zucker, Caffe, Reis &c. können von keinem anderen Hafen so billig nach der Westküste Amerikas exportirt werden, als von den Productionsländern, & somit ist es wünschenswerth, daß unsere|2. Blatt, Vorderseite| Flaggen in diesem Handel fortgesetzte Beschäftigung finden mögen.
Da noch immer das Risico des Desertirens der Mannschaft in San Francisco groß ist, so würde es vielleicht gut sein, die Mannschaft von hanseatischen Schiffen sei es durch auszusetzende Prämien oder auf andere Weise bei den Schiffen zu erhalten, damit unsere Flagge in dieser Fahrt sich einen guten Namen erwirbt & vorzugsweise dafür verwand wird.
Die Mission, welche von hier aus unter Sir James Brooke auf Siam gemacht ist, hat ihren Zweck verfehlt & ist ohne einen neuen Handelstractat zu schließen zurückgekehrt, es wird wahrscheinlich dieser Gegenstand innerhalb einigen Monaten von neuen aufgenommen werden, und ist wahrscheinlich mit der letzten Mail Lord Palmerston wegen neuer Instructionen angegangen worden. Unser Handel mit Siam ist für den Augenblick in Folge dieser obschwebenden Differenzen gestört, doch hofft man daß unter einem liberalen Gouvernement in Siam sich die Productionsfähigkeit dieses Landes |2. Blatt, Rückseite| außerordentlich entwickeln wird.
Im Allgemeinen glaube ich, daß der Verkehr zwischen den Hansestädten und hier eher zu- als abgenommen hat, und sind jetzt die Hansestädte mehr als in früheren Jahren die importirenden Häfen solcher Producte geworden, wofür sich in Deutschland ein Abzug zeigt, während in früheren Jahren die Hansestädte einen großen Theil ihres Bedarfs solcher Producte von den englischen Importmärkten, namentlich von London bezogen. Die natürliche Folge davon ist, daß England diesen, wenn ich so sagen darf, indirecten Handel in eben dem Maße verlieren wird, als der directe Handel in den hanseatischen Importhäfen zunimmt, daß künftig die Häfen von indischen u. chinesischen Producten am meisten importiren werden, welche den Consumptionsländern für den Bezug dieser Artikel am nächsten und gelegensten sind. Um diese Behauptung durch ein Beispiel zu belegen, weise ich auf den Artikel Cassia lignea hin, von dem in früheren Jahren London bei einer unbedeutenden Consumtion in England enorm importirte. Nach statistischen Tabellen betrug z. B. der |3. Blatt, Vorderseite| Import von Cassia lignea in London in den ersten 8 Monaten des Jahres 1843 (andere liegen mir gerade nicht vor) 30280 Collis. Im gleichen Zeitraum wurden für die Consumtion in England nur verwandt 2864 Collis, also circa der eilfte Theil der Importation, dagegen für den Export 22408 Collis, die Ablieferungen für den Export betrugen demnach das achtfache desjenigen, was für home use genommen wurde. In anderen Jahren ist bei einer verhältnißmäßig viel kleineren Einfuhr dieses Artikels das Verhältniß der Exportation zur Consumtion ungefähr dasselbe.
Die Einfuhr von Cassia lignea in Hamburg betrug nach den Jahresberichten der Makler im Jahre
| 1847 |
3953 Kisten |
directe und indirecte Einfuhr |
| 1848 |
5000 Kisten |
directe und indirecte Einfuhr |
| 1849 |
10640 Kisten |
directe und indirecte Einfuhr. |
und in diesem Jahre 1850 vom 1. Januar bis Anfang Juli bereits 15000 Kisten. Trotz dieser anscheinend ungewöhnlich großen Zufuhr erwähnen Marktberichte von Hamburg vom 19. August dieses Jahres, daß dringender Bedarf vorhanden sei und ganz übereinstimmend damit erwähnen Hamburger Makler-Berichte, ult. Dec. 1849 daß in Lauf des Jahres 1849 sich für Cassia lignea |3. Blatt, Rückseite| Abnehmer einstellten von Plätzen, die sich sonst nicht von Hamburg aus zu versorgen pflegten. Die Exporte dieses Artikels nach den Hansestädten von China direct betrugen vom 1. Januar – 15. Sept 1850 nach Hamburg 7518 Kisten, von hier aus 1555 Kisten während im gleichen Zeitraum von China nach England nur 4100 Kisten, von hier nach England garnichts versandt wurde. Im gleichen Zeitraum gingen von China nach England 1849 11410 Kisten, also ca. 7300 Kisten mehr als dieses Jahr.
Wenn auch nicht in gleich auffallenden Maßen, so läßt sich doch das von Cassia lignea Gesagte noch auf manchen anderen Artikel anwenden und wir sehen in dieser erfreulichen Zunahme der directen Zufuhren, die durch das Hinwegräumen aller Schranken und Hemmungen des freien Verkehrs nur unterstützt und vermehrt werden kann, den Beweis, daß die Hansestädte auch in dem Verkehr mit Ostindien und China den ihnen gebührenden Rang mehr und mehr einnehmen. Ich habe immer hier die Erfahrung gemacht, daß englische Schiffe bis jetzt noch sehr ungern oder nur mit unverhältnißmäßiger Frachterhöhung Charters nach den Hansestädten annehmen, ja mehr durch die Aufhebung der englischen|4. Blatt, Vorderseite| Navigationsacte veranlaßt, unsere Flaggen sich in der hiesigen Fahrt betheiligen werden, desto mehr Gelegenheit wird dieses zur Belebung des directen Verkehrs bieten und ich glaube, man kann mit Recht eine größere Ausdehnung desselben erwarten. Die Importation von Steinkohlen von England hier, in Manila und China wird seit Aufhebung der Navigationsacte größtentheils von holländischen Schiffen beschafft, die dann für eine Rückfracht nach Batavia versegeln. Nach England zurück haben von hier bis jetzt keine hanseatischen Schiffe geladen wohl aber ein preußisches, doch sind in Zwischenfahrten zwischen hier und China mehr hanseatische und dänische Schiffe beschäftigt gewesen, und noch beschäftigt.
Die Importation von deutschen Fabrikaten und Manufacturen hat eher zu- als abgenommen in unserem Hafen, doch bietet sich hier kein großes Absatzfeld dafür.
Es freut mich hinzufügen zu können, daß in Allgemeinen unsere Schiffe von inländischen Kaufleuten vorzugsweise in der Küstenfahrt beschäftigt werden, da man die größere Ruhe und Ordnung und das ruhigere Betragen|4. Blatt, Rückseite| der Capitaine und Mannschaft gegen eingeborene Passagiere zu schätzen weiß.
Ende des Auszugs aus dem Gesamtbericht
z. B.zum Beispiel
u, u.und
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
ult, ult., ulto.ultimo (lateinisch)
Dec, Dec., Decb, Decbr, Decbr.December
ca, ca.circa (lateinisch)
SHWAStiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv, Hamburg
SHWAStiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv, HamburgS/562Consulatsberichte
Behn, Meyer & Co. (seit 1906: Ltd.), SingapurDas 1840 von Theodor August Behn und Valentin Lorenz Meyer gegründete Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur entfaltete eine rege Geschäftstätigkeit, vor allem in Südostasien, geriet 1857 jedoch in eine schwere Krise, die vor allem dank Arnold Otto Meyer, eines jüngeren Bruders von Valentin Lorenz Meyer, der seit 1851 zu den Teilhabern zählte und außerdem kurz zuvor eine eigene Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg etabliert hatte, bewältigt werden konnte. In den 1880er und 1890er Jahren engagierte sich die Firma Behn, Meyer & Co. verstärkt im Schiffsgeschäft und übernahm die Vertretung namhafter Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter seit 1887 der Norddeutsche Lloyd in Bremen, seit 1890 die Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft in Hamburg und seit 1897 die Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg. Treibende Kraft in diesem Geschäftsfeld war Franz Heinrich Witthoefft, der seit 1900 neben Eduard Lorenz Meyer und Adolf Laspe zu den drei Teilhabern zählte. 1891 wurde eine erste Niederlassung in Penang eröffnet, die sich dem Handel mit Zinn zuwandte. Im Jahr 1900 versuchte man auf den Philippinen Fuß zu fassen, 1901 wurde eine weitere Niederlassung in Sandakan (Britisch-Nordborneo) eröffnet, die zugleich als Agentur der Chartered Bank of India, Australia and China fungierte. 1906 wurde die Firma in eine britische Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, die Behn, Meyer & Co. Ltd. mit Sitz in Singapur. Alleinige Aktionäre blieben die drei bisherigen Teilhaber, die sich künftig auf die Leitung der „Schaltzentrale“ Hamburg konzentrierten und sich in Singapur nicht länger auf Teilhaber, sondern auf angestellte Manager stützten. 1906 wurden zudem neue Niederlassungen in Cebu, Zamboanga und Ilo Ilo auf den Philippinen eröffnet sowie eine Beteiligung an der Singapore Rubber Company Ltd. in Singapur erworben, um am „Rubberboom“ partizipieren zu können. 1907 kam eine weitere Niederlassung in Bangkok (Siam) hinzu. Im Jahr darauf erfolgte die Übernahme der Handelsgesellschaft vorheen Helfferich & Rademacher mit Niederlassungen in Batavia, Surabaya, Telok Betong und Samarang in Niederländisch-Indien. 1913 gab es bei Behn, Meyer & Co. Ltd. mehr als einhundert europäische Angestellte. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam 1914 noch eine Niederlassung in Rangun (Britisch-Burma) hinzu. Vgl. ausführlich zur Unternehmensgeschichte, die aufgrund erhalten gebliebenen Überlieferungen eingehend untersucht werden kann:
Arnold Otto Meyer, Hamburg (Behn, Meyer & Co., Singapore, Penang, Manila und Sandokan)
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Sieveking, Anfänge des Hauses Behn-Meyer & Co.
;
Sieveking, Behn-Meyer & Co.
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
;
Yacob, Trans-generational Renewal
;
Yacob, Rising of the Phoenix
;
Fiedler, Von Hamburg nach Singapur
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Regierung Siams
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Hamburg
Britisch-Indien; auch: British India (englisch), Englisch-Indien, Englisch-Ostindien, Hinter-Indien, Indien, Vorder-IndienDie Bezeichnung Britisch-Indien bezog sich im 17., 18. und der ersten Hälftre des 19. Jahrhunderts auf die Besitzungen der East India Company (EIC). Mit deren Auflösung im Jahr 1858 wurde die Kronkolonie Britisch-Indien geschaffen, seit 1876 auch als „Kaiserreich Indien“ bezeichnet. Bei ihrer größten Ausdehnung umfasste Britisch-Indien die heutige Republik Indien sowie die Territorien der heutigen Staaten Myanmar (früher Britisch-Burma), Bangladesch, Bhutan, Nepal und Pakistan sowie diejenigen Teile der Region Kaschmir, die heute zur Volksrepublik China gehören. Nur die Hälfte der Landfläche und etwa zwei Drittel der Bevölkerung Britisch-Indiens standen jedoch unter direkter britischer Herrschaft, denn diese stützte sich auch auf zahlreiche einheimische Fürstendynastien (Maharadschas). - Einen Überblick über die Geschichte Britisch-Indien gewährt:
Stuchtey, Britisches Empire
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China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Philippinen
Amerika; auch: America (englisch), Nord-, Mittel- und Südamerika
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
Kalkutta, auch: Calcutta
Akyab [Stadt in Britisch-Burma] (heute: Sittwe)
Ceylon [Insel in Britisch-Indien]; auch: Ceilon
San Francisco
Manila
Kalifornien; auch: Californien
HansestädteMit dem Sammelbegriff Hansestädte sind im 19. Jahrhundert in der Regel die drei norddeutschen Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck gemeint.
Deutschland; auch: Deutsches Kaiserreich, Deutsches ReichBis zur Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 kann von Deutschland nicht im Sinne eines Nationalstaates gesprochen werden. Doch in den Quellen wird der Begriff Deutschland auch zuvor häufig verwendet, wenn es den Urhebern nicht um eine Differenzierung zwischen den verschiedenen deutschen Teilstaaten ging.
London
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Batavia [Stadt auf der Insel Java]
Behn, Theodor AugustTheodor August Behn (August Behn)Kaufmann, Konsul11610978523.12.181605.06.1886August Behn verlor noch als Kind beide Eltern und wuchs bei entfernten Verwandten in Harburg auf. Seine gesetzlichen Vormünder ermöglichten ihm den Besuch einer bei Hamburger Kaufleuten beliebten Privatschule in Hamburg, wo er von 1828 bis 1833 in Pension unterkam. Hier lernte er u. a. seinen späteren Geschäftspartner Valentin Lorenz Meyer kennen. Nach einer kaufmännischen Lehre bei der Firma Gorrissen & Lutze in Hamburg wechselte er als erster Commis zum Handelshaus Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. in Bremen, das ihn Ende 1838 als Supercargo des Segelschiffs Heloise nach Ostasien entsandte. Gemeinsam mit Valentin Lorenz Meyer gründete er die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, die sich zu einem bedeutenden Handelshaus entwickelte. Nach dem Ausscheiden Valentin Lorenz Meyers Ende 1849 führte August Behn die Firma gemeinsam mit Friedrich Albert Schreiber und Arnold Otto Meyer fort. 1852 entschloss er sich, nach Europa zurückzukehren und gründete noch im selben Jahr die Firma August Behn in Hamburg, die als Reederei tätig wurde und in den 1860er Jahren über zehn eigene Schiffe verfügte. 1856 schied August Behn als Teilhaber aus der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur aus, blieb aber mit ihren Teilhabern in enger Verbindung. August Behn war insgesamt dreimal verheiratet und Vater von 15 Kindern. Vgl.
Gossler, „Behn, Theodor August“
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Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
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Merck, Carl Hermann (seit 1831: Dr.)Carl Hermann MerckJurist, Politiker11689138603.05.180916.10.1880Carl Hermann Merck studierte Jura und wurde 1831 promoviert. Anschließend ging er für einige Jahre auf Reisen, was ihm durch ein ererbtes Vermögen möglich war. Nach seiner Rückkehr nach Hamburg im Jahr 1839 engagierte er sich u.a. für den Eisenbahnbau. 1843 zum Ratssekretär berufen, wählte man ihn 1847 zum Senatssyndikus und betraute ihn wenig später zugleich mit den auswärtigen Angelegenheiten Hamburgs - eine Aufgabe, die er bis zu seinem Tod mehr als 30 Jahre lang wahrnahm. Für die Konsuln der Hansestadt in anderen Ländern war er über Jahre der wichtigste Ansprechpartner, der erheblichen politischen Einfluss besaß. Vgl.
Beneke, „Merck“
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Brooke, James (seit 1848: Sir)James BrookeSoldat, Abenteurer, Raja von Sarawak11867433129.04.180311.06.1868James Brooke war seit 1817 für die East India Company als Soldat in Britisch-Indien tätig. 1839 kam er mit einem eigenen Schiff nach Borneo und unterstützte den Sultan von Brunei dabei, einen Aufstand friedlich beizulegen. Dafür wurde er 1841 mit einem großen persönlichen Lehen belohnt und zum Raja von Sarawak erklärt. Es gelang ihm, dieses Gebiet in eigener Souveränität zu verwalten und eine weiße Dynastie der Rajas von Sarawak zu begründen. Die britische Königiun Victoria schlug ihn 1848 zum Ritter. Außerdem wurde er zum britischen Generalkonsul in Borneo ernannt. Das von ihm beherrschte Gebiet wurde 1888 zum Protektorat Großbritanniens erklärt. Vgl.
Barley, White Raja
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Temple, Henry John, 3. Viscount Palmerston (seit 1802: Lord)Henry John TempleAußenminister, Premierminister11873906920.10.178418.10.1865Henry John Temple, seit 1802 Lord Palmerston, zog 1807 erstmals als Abgeordneter in das britische Unterhaus ein, dem er fast durchgängig bis zu seinem Tod angehörte. Seit 1809 war Lord Palmerston Staatssekretär im britischen Kriegsministerium, 1827 stieg er erstmals in das Kabinett auf. Er wechselte von den konservativen Tories zu den liberalen Whigs, wandte sich der auswärtigen Politik zu und verfolgte das Kernziel, ein Bündnis zwischen Frankreich und Russland als den beiden Großbritannien ebenbürtigen Großmächten in Europa zu verhindern. Er löste damit deren Bestreben aus, Großbritannien politisch zu isolieren, was von Königin Victoria zunehmend kritisch gesehen wurde. Lord Palmerston wechselte in die Innenpolitik, und übernahm 1855 erstmals das Amt des britischen Premierministers und trieb in den folgenden Jahren die britische Flottenrüstung voran. Vgl.
Leonhard, Henry John Temple
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Konsul der Hansestadt Hamburg
Konsul der Hansestadt Bremen
Senatssyndikus der Hansestadt Hamburg
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Vertrag von Nanjing (29. August 1842)Mit dem Vertrag von Nanjing vom 29. August 1842, dem ersten der so genannten Ungleichen Verträge, wurde das im Ersten Opiumkrieg (1839–1842) unterlegene Kaiserreich China von Großbritannien gezwungen, sich dem internationalen Handel zu öffnen. China musste zusichern, neben Kanton künftig auch die Häfen von Xiamen, Fuzhou, Ningbo und Shanghai zu öffnen und hier einen weitgehend freien Handel zu dulden; zugleich wurde die Cohong-Gilde der chinesischen Händler in Kanton aufgelöst. China musste Großbritannien zudem Reparationen in Höhe von 21 Millionen Silber-Tael für das zu Beginn des Krieges in Kanton beschlagnahmte und zerstörte Opium sowie die britischen Kriegskosten zusagen und außerdem die Insel Hongkong, die von den Briten besetzt und schon im Februar 1842 zum Freihafen erklärt worden war, als Kronkolonie an Großbritannien abtreten. Detaillierte Regelungen zur Abwicklung des Handels in den fünf Vertragshäfen blieben einem Zusatzabkommen vorbehalten, dem im Oktober 1843 unterzeichneten Vertrag von Humen (8. Oktober 1843). Vgl.
Nord, Handelsverträge Chinas
, S. 11–25;
Fairbank, Trade and Diplomacy
, S. 84–103;
HAO, Commercial Revolution
, passim;
MAO, Qing Empire
, S. 416–432.
NavigationsakteDie englische Navigationsakte von 1651, derzufolge Importe nach England ausschließlich auf eigenen Schiffen erfolgen durften, um vor allem den Zwischenhandel der Niederlande und der norddeutschen Hansestädte zu beschränken, wurde seit dem späten 18. Jahrhundert sukzessive gelockert. So gestattete Großbritannien 1797 den Schiffen einiger befreundeter Nationen, darunter auch die Hansestadt Hamburg, die Häfen und Handelsstützpunkte in den britischen Kolonien anzulaufen. Auch die Schifffahrt zwischen den einzelnen britischen Kolonien wurde bald von Beschränkungen und Schutzzöllen befreit, nur für den Handel mit indischem Salz und Opium mussten ausländische Schiffe weiterhin Sonderzölle zahlen. Erst 1849 wurde die Navigationsakte schließlich ganz aufgehoben. Vgl.
Harper, English Navigation Laws
;
Krawehl, Hamburgs Schiffs- und Warenverkehr mit England
, S. 423–471;
Menzel, Ordnung der Welt
, S. 711f.
Importe in die Hansestädte
Schiffsmannschaft; auch: Equipage, Mannschaft
Küstenschifffahrt; auch: Cabotage, coast shipping (englisch)
Flagge; auch: flag (englisch), Flaggenstock, Nationalflagge, SchiffsflaggeDie in der Regel aus Tuch bestehende Flagge eines Schiffes dient der Übertragung von Informationen auf weite Sicht. Dabei geht es zumeist um die Zugehörigkeit zu einer Reederei oder zu einem Staatswesen, in deren Schiffsregister das Schiff eingetragen ist; in letzterem Fall müssen weder die Eigner noch der Kapitän und die anderen Mitglieder der Schiffsmannschaft zwangsläufig ihren Sitz in dem betreffenden Staat haben. Die Nationalflaggen der Europäer wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Ostasien auch vermehrt an Land gehisst, etwa vor den ausländischen Faktoreien im chinesischen Kanton oder auf Konsulatsgebäuden.
Hafen; auch: free port (englisch), Freihafen, port (englisch), VertragshafenHäfen spielten für den Handel mit und in Ostasien im langen 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle, zum einen als „Freihäfen“, wie zum Beispiel Singapur, in denen Waren ein- und ausgeführt werden konnten, ohne mit Zöllen belastet oder durch nichttarifäre Handelshemnisse beschränkt zu werden, zum anderen - und das war die häufigere Form - als „Vertragshäfen“, die zumeist nicht freiwillig, sondern unter Androhung von militärischer Gewalt oder auch erst nach einer militärischen Niederlage von den betreffenden Territorialstaaten, vor allem China und Japan, für den internationalen Handel geöffnet wurden. Dies geschah in der Regel auf der Basis eines mehr oder weniger erzwungenen Handelsvertrages, der keine gleichen Rechte für die Vertragspartner vorsah, sondern in erster Linie den Interessen der ausländischen imperialen Mächte entsprach und deshalb als Ungleicher Vertrag bezeichnet wurde. Über die Vertragshäfen wurde in China, Japan und anderen Ländern Ostasiens eine kommerzielle Revolution mit tiefgreifenden Veränderung für alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang gesetzt. Vgl.
Fairbank, Trade and Diplomacy
;
HAO, Commercial Revolution
;
Hoare, Japan‛s Treaty Ports
;
So/MyersTreaty Port Economy
;
Bickers/Jackson, Treaty Ports
;
Brunero/Villalta Puig, Life in Treaty Port China and Japan
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Pfund [Gewichtseinheit]; auch: ℔, lb., lbs., libra (lateinisch), pound (englisch)Die aus dem lateinischen Begriff „libra“ abgeleitete Gewichtseinheit Pfund wird sowohl für das englische Pfund, das etwa 453,592 Gramm entspricht, als auch für das deutsche Pfund verwendet, das 500 Gramm entspricht.
Einwanderung; auch: Immigration
Zucker; auch: Raffinadezucker, Rohzucker, sugar (englisch), zeeker (niederländisch), zuykar (niederländisch), zuyker (niederländisch)
Kaffee; auch: Caffe, Caffee, coffee (englisch), coffy (niederländisch), Liberia Kaffee
Handelsvertrag; auch: commercial treaty (englisch), convention of commerce (englisch), Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag, Handelsabkommen, Handels- und Schifffahrtsvertrag, Schifffahrtsvertrag, Tractat, Zollvertrag
Importe nach Großbritannien
Cassia lignea (lateinisch); auch: Cassia, Cassia buds (englisch), Cassia fleurs (französisch), Cassia flores (lateinisch), Cassia-lignea, Flores Cassiae (lateinisch)Der chinesische Zimtbaum (Cinnamomum cassia) aus der Gattung der Lorbeergewächse wird vor allem wegen seiner Gewürzrinde (Cassia lignea), aber auch wegen seiner Blütenstände (Cassia flores) geschätzt. Beides kann als zimtartiges Gewürz oder zu medizinischen Zwecken verwendet werden, ist aber kein echter Zimt.
Collo (sing.), Colli (pl.) [Gewichtseinheit]Mit dem aus dem Italienischen stammenden Begriff „Collo“ wird im Handel mit Stückgut die kleinste Einheit einer Warensendung bezeichnet, gemeint sein kann die Verpackungseinheit oder das Warenstück selbst. Colli einer Warensendung können also ganz unterschiedliche Größe, Gewicht und Wert haben.
Exporte aus Großbritannien
Kiste [Raummaß]; auch: chest (englisch)Die Kiste ist ein vor allem im Teehandel übliches Raummaß, das im 19. Jahrhundert regional noch stark schwankte. Nicht nur unterschiedliche Kantenlängen, auch die schwankende Feuchtigkeit des Tees machen eine präzise Umrechung in standardisierte Gewichtseinheiten schwierig. In Hamburg wurde eine Kiste Tee in den 1840er Jahren üblicherweise mit 25 Kilogramm veranschlagt.
Exporte aus den Hansestädten
Fracht [Frachtkosten]; auch: Frachtpreis, Frachtrate, Frachtspesen
Schiffsgeschäft; auch: Chartergeschäft, Charterung, shipping (englisch), VercharterungDer Begriff Schiffsgeschäft umschreibt das gewerbliche Vermieten von eigenen oder fremden, selbst angemieteten Schiffen an Dritte.
Kohlen; auch: Kohlenhandel
Manufakturwaren; auch: Manufacte, Manufaktur, Manufacturwaaren
Kaufleute, einheimische; auch: eingeborne Kaufleute, inländische Kaufleute, native dealers (englisch)
Kapitän; auch: Capitän, Capitain, captain (englisch), Kapitaen, Schiffscapitän
Passage; auch: Passagegeld, Passageschein, Passagier, Passagierdampfer, Passagierschifffahrt