|1. Blatt, Vorderseite|
Hongkong.
Abschrift
Ew. Magnificenz
Mich auf mein Ergebenes Letztes v. 8t. v. Mts. beziehend erlaube ich mir jetzt Ew. Magnificenz anzuzeigen, daß der üblichen Form gemäß das Königl. Englische Gouvernement beim hiesigen Gouverneur angefragt, ob irgend etwas wegen meiner Ernennung als Hamburger Consul hieselbst im Wege stehe, und daß mit der Mail v. 11. Decbr. eine zufriedenstellende Antwort von Sir George Bonham Bart dem Gouverneur für die Insel Hongkong an die Königl: Engl: Regierung gegangen und ich also Ende März dieses Jahres mein Exequatur gehörig confirmirt erhalten werde. –
Zu gleicher Zeit erlaube ich mir auch Ew. Magnificenz beiliegend eine Liste der angekommenen hamburger Schiffe während des Jahres 1853 zu schicken, mehrere von diesen Schiffen haben interimistischen Reisen nach Amoy, Shanghae, Singapore, Californien gemacht und haben diesen Platz in Folge mehrere Mal während des Jahres berührt. –
Was den Bestand der eingebrachten und mitgenommenen Ladungen dieser Schiffe anbetrifft so ist es unmöglich davon eine richtige und richtige und treue Beschreibung zu geben indem die Insel Hongkong ein Freihafen und obgleich den Capitainen und Agenten der Schiffe vom Hafenmeister ein Import- und Export-Manifest zum Einfüllen gegeben, so wird nicht mehr in diesen Documenten eingefüllt, wie es die Capitaine oder Agenten für nöthig halten ferner ist die Ausfuhr von Hongkong außer nach San Francisco wohin hauptsächlich Seidenwaaren, Reis, Zucker, hölzerne Häuser, Granitblöcke und Ziegel, sowie Mauersteine zum Bauen, Lebensmittel für die chinesische Bevölkerung in Californien, Manila Cigarren, etwas Thee und Caffe, wenig oder nicht der Mühe werth, die Hamburger Schiffe, wenn sie|1. Blatt, Rückseite| hier von Hamburg via Batavia oder Singapore ankommen, löschen und solche Artikel hier, welche zum Schiffsbedarf nothwendig, wie zum Beispiel Tauwerk, Salz, Fleisch, Brandwein, Cordials, so wie verschiedene Artikel zum Luxus der Europaer und Chinesen einige Ballen Wollenzeuge, wollene Decken &c. ein großen Theil von den Letzteren, wird aber wieder nach dem Norden von China oder anderen Gegenden verschifft. – Nachdem das Schiff seine Löschung hier beendet welches von 10 Tagen bis 3 Wochen dauert, so segeln sie nach Whampoa, 80 Meilen von hier im Canton River, um die gänzliche Ladung zu entlöschen, und gehen entweder mit Theen oder Drogen befrachtet direct von dort oder via Batavia, Manila & Singapore nach Haus, oder kommen zurück nach Hongkong nur um Passagiere nach San Francisco oder Australien zu bringen, oder Reis von Akyab zu laden, oft gehen diese Schiffe auch mit etwas Opium und Stückgüter nach Amoy oder Shanghae, oder wie es vor 1 Monat geschah, werden gechartert von Foochow Foo mit Theen nach England zu gehen; die größeren Schiffe werden gewöhnlich wegen ihrer guten Accomodation für Passagiere nach Californien oder Australien aufgenommen, welches ihnen zugleich eine gute Fracht giebt, indem sie gewöhnlich $ 50 à 60 pr. Kopf bekommen und von 2 bis 400 Passagiere nehmen. – Ich bin stolz darauf sagen zu können, daß die meisten Hamburger Schiffe hier in China vor allen andern Schiffen von Engländern sowohl wie von Amerikanern, wegen des guten Betragens der [nachträglich ergänzt: Capitaine und] Mannschaft & der guten Beschaffenheit der Schiffe vorgezogen werden.
Was den sonstigen Handel von Hongkong anbetrifft, so ist es nicht von Bedeutung, es ist ein Transito Platz, die Schiffe berühren gewöhnlich diesen Hafen erst, und die Waaren, welche nicht für Whampoa bestimmt, werden hier gelöscht, und nachher wieder verschifft. Opium ist vorzüglich ein Artikel der hier nur oder in Cumsing Moon, 40 Meilen von hier am Eingange des Cantonrivers gelagert werden kann, und von hier wird die ganze Küste Chinas damit versorgt, welches ca. 50,000 Kisten pr. Jahr im Geldbetrage von 25 Millionen|2. Blatt, Vorderseite| Dollars beträgt. – Schiffe kommen auch oft hier an um zu repariren, indem gewöhnlich der Markt mit Masten und gutem Bauholz wohl versehen ist. –
Zölle oder Schiffsabgaben existiren hier nicht, die Lootsen sind Chinesen, und warten gewöhnlich außerhalb den Inseln auf Schiffe um sie in den Hafen zu bringen, sie sind sehr tüchtige Leute, welche das Fahrwasser gut verstehen ihre Kosten sind gewöhnlich 12 bis 30 $ je nach der Freigebigkeit der Capitaine und Größe der Schiffe. – Der Hafen von Hongkong und Eingang desselben ist so gut bekannt und mit so wenigen Gefahren verbunden daß jede weitere Erörterung unnöthig ware, die Tiefe des Hafens ist von 5 bis 7 Faden, und sicherer Haltungsgrund gegen jede Winde.
Der übrige Handel von Hongkong wird meistentheils in Junken oder chinesischen Fahrzeugen betrieben, die Zahl derselben welche jährlich im Hafen hier ankommen ist verschieden, in 1851 arrivirten hier 1004 Junken von auswärts, die Ladungen derselben bestehen aus trockenen Fischen, Früchte, Reis, Holz, Eisen, grasscloth, Oel, Thee, Zucker, Drogum von Siam und den indischen Inseln, und andere Artikel welche meistentheils zum Gebrauch der Chinesen verwandt werden. – Salz & Salpeter werden hier in großen Quantitäten, vorzüglich Erstens ca. 280,000 Peculs (133 1/3 $ pr. pecul) jährlich eingeführt, und von hier wieder von Smuggle Böten, nach Canton und dem Innern von China befördert, beides sind Monopol-Artikel der chinesischen Regierung. – Hongkong ist also vorzüglich gelegen, um diese Artikel hier zu landen und die Ankunft der Böte abzuwarten. – Im Jahre 1852 wurde auch eine große Menge Schiffsprovision und Bauholz verbraucht, indem während 3 Monaten 37 Wallfischfänger hier ankamen, man schmeichelte sich schon daß eine neue Quelle für Absatz dergleichen Artikel gefunden wäre, leider indessen hat sich dieser wieder zerschlagen, indem die Sandwichs Inseln diesen Schiffen näher und bequemer liege, es liefen also auch nur sehr wenige hier im vorigen Jahre an, sollten jedoch die Lebensmittel auf diesen Inseln wie in 1852 theuer und selten werden, so ist kein Zweifel daran, daß diese Schiffe hier wieder proviantiren müssen, und welches sehr zu wünschen wäre.|2. Blatt, Rückseite|
Die Zahl der Einwohner nach dem letzten Census v. 1. Janr. 185 betrug Europaer & Americaner 1004. Farbige und Chinesen 37000. – Das Klima von Hongkong hat sich seit den letzten Paar Jahren sehr verbessert, indem das englische Gouvernement gehörige Ablässe und Siele für das Wasser, welches von den Hügeln kommt gebaut hat, die Hitze des Sommers von April bis Septbr. ist von 68° bis 90° und den übrigen Theil des Jahres von 60 bis 70°. Ansteckende Krankheiten haben auf dieser Insel bis jetzt noch nicht existirt. –
Obgleich der letzte Paragraph meines ergebenen Schreibens, nicht zu den merkantilistischen gehört, so habe ich mir die Freiheit genommen Selbigen hinzuzufügen indem es vielleicht von Interesse sein mögte so wie ich mir auch erlaube unter Kreuzcouvert die letzte Gouvernement Gazette zu schicken welches die neuen Regulationen für Passagierschiffe enthält, welches vielleicht von Interesse für Rheder sein könnte.
Wir haben jetzt in Hongkong zwei Overland-Posten von England v. 8t. und 24te. jeden Monats, welche in ca. 42 bis 48 Tagen hier ankommen, so daß die Communication mit Europa sehr erleichtert worden.
Ich habe sonst nichts von Interesse hinzuzufügen, und verbleibe deshalb
Ew. Magnificenz
Ergebener Diener
gez. Eduard Reimers
Hongkong
d: 10 Janr. 1854.
Sr. Magnificenz
Herrn Syndicus Dr. Merck.
Ew., Ew: Eure [Magnificenz]
v.vom, von
v., vor.vorige, voriger, voriges
M., Mon, Mt.; Mts, Mts.Monat, Monate; [vorigen] Monats
Kg., Kgl., königl., kongl:, konigl.Königlich, königlich
Dec, Dec., Decb, Decbr, Decbr.December
Engl., engl.englisch
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
p, p., pr.per (lateinisch)
ca, ca.circa (lateinisch)
Sep., Sept, Sept., Septb., Septr., Septbr, Septbr.September
gez., gez:gezeichnet
d, d:den [in einer Datumsangabe]
Jan., Janr, Janr.Januar
Se., Sr.Seiner
Dr.Doktor
SHWAStiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv, Hamburg
SHWAStiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv, HamburgS/562Consulatsberichte
Regierung Großbritanniens
Regierung Chinas
Gouvernement Hongkongs
Hamburg
Kanton [Stadt in China]; auch: Canton, Guangzhou (Pinyin)
Cumsing Moon [Ort in China, nahe Hongkong]
Batavia [Stadt auf der Insel Java]
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Philippinen
Kalifornien; auch: Californien
Australien; auch: Australia (englisch)
Europa; auch: Europe (englisch)
Xiamen (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Amoi, Amoy
Shanghai (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Schanghai, Shang-hae, Shang-hai, Shanghae, Shanhay
San Francisco
Amur [Fluß zwischen China und Russland]
Whampoa [Reede im Delta des Perlflusses bei Kanton in China]
Perlfluss [Fluss in China]; auch: Cantonfluss, Chu Kiang, Zhu Jiang (Pinyin)
Manila
Akyab [Stadt in Britisch-Burma] (heute: Sittwe)
Fuzhou (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Faochofoo, Foo-Chow-foo, Foochow, Fu-tšau, Fuh-Chow-foo
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Sandwich-Inseln
Merck, Carl Hermann (seit 1831: Dr.)Carl Hermann MerckJurist, Politiker11689138603.05.180916.10.1880Carl Hermann Merck studierte Jura und wurde 1831 promoviert. Anschließend ging er für einige Jahre auf Reisen, was ihm durch ein ererbtes Vermögen möglich war. Nach seiner Rückkehr nach Hamburg im Jahr 1839 engagierte er sich u.a. für den Eisenbahnbau. 1843 zum Ratssekretär berufen, wählte man ihn 1847 zum Senatssyndikus und betraute ihn wenig später zugleich mit den auswärtigen Angelegenheiten Hamburgs - eine Aufgabe, die er bis zu seinem Tod mehr als 30 Jahre lang wahrnahm. Für die Konsuln der Hansestadt in anderen Ländern war er über Jahre der wichtigste Ansprechpartner, der erheblichen politischen Einfluss besaß. Vgl.
Beneke, „Merck“
.
Konsul der Hansestadt Hamburg
Senatssyndikus der Hansestadt Hamburg
Exequatur; auch: Exequatur ad iterimDer aus dem Lateinischen stammende völkerrechtliche Fachbegriff „Exequatur“ (zu deutsch: er möge ausüben) bezeichnet im Kontext des Konsulatswesens die Bestätigung des Gastlandes, dass ein von einem fremden Land ernannter Konsul sein Amt ausüben darf.
Freihandel; auch: fair trade (englisch), Handelsfreiheit
Versorgung; auch: Beköstigung, Kost, Kostgeld, Proviant, Provision
Schmuggel, Schmuggler; auch: smuggling (englisch)
Dschunke; auch: Jonke, Junke, YongDer Begriff „Dschunke“ bezeichnet ein Segelschiff traditioneller chinesischer Bauart. Für die Küstenschifffahrt in Ostasien blieb es im 19. Jahrhundert von Bedeutung wurde aber schrittweise von Dampfern verdrängt. Vgl.
HAO, Commercial Revolution
, S. 19f., 122, 191, 199, 262.
Passage; auch: Passagegeld, Passageschein, Passagier, Passagierdampfer, Passagierschifffahrt
Schiffsmannschaft; auch: Equipage, Mannschaft
Gouverneur der britischen Kolonie Hongkong
Hafen; auch: free port (englisch), Freihafen, port (englisch), VertragshafenHäfen spielten für den Handel mit und in Ostasien im langen 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle, zum einen als „Freihäfen“, wie zum Beispiel Singapur, in denen Waren ein- und ausgeführt werden konnten, ohne mit Zöllen belastet oder durch nichttarifäre Handelshemnisse beschränkt zu werden, zum anderen - und das war die häufigere Form - als „Vertragshäfen“, die zumeist nicht freiwillig, sondern unter Androhung von militärischer Gewalt oder auch erst nach einer militärischen Niederlage von den betreffenden Territorialstaaten, vor allem China und Japan, für den internationalen Handel geöffnet wurden. Dies geschah in der Regel auf der Basis eines mehr oder weniger erzwungenen Handelsvertrages, der keine gleichen Rechte für die Vertragspartner vorsah, sondern in erster Linie den Interessen der ausländischen imperialen Mächte entsprach und deshalb als Ungleicher Vertrag bezeichnet wurde. Über die Vertragshäfen wurde in China, Japan und anderen Ländern Ostasiens eine kommerzielle Revolution mit tiefgreifenden Veränderung für alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang gesetzt. Vgl.
Fairbank, Trade and Diplomacy
;
HAO, Commercial Revolution
;
Hoare, Japan‛s Treaty Ports
;
So/MyersTreaty Port Economy
;
Bickers/Jackson, Treaty Ports
;
Brunero/Villalta Puig, Life in Treaty Port China and Japan
.
Kapitän; auch: Capitän, Capitain, captain (englisch), Kapitaen, Schiffscapitän
Hafenbehörde; auch: Hafenmeister
Seide; auch: Abfallseide, rohe Seide, Rohseide, Seidenhandel, silk (englisch)
Zucker; auch: Raffinadezucker, Rohzucker, sugar (englisch), zeeker (niederländisch), zuykar (niederländisch), zuyker (niederländisch)
Gebäude; auch: Fabrikgebäude, Geschäftshaus, Gerichtsgebäude, Haus, Konsulatsgebäude, Verwaltungsgebäude
Steine; auch: Blendziegel, Formsteine, Granitblöcke, Mauersteine, Ziegelsteine
Lebensmittel; auch: Esswaaren, Victualien
Chinesen; auch: Chinese (englisch)
Tee; auch: tea (englisch), Teehandel, TheeTee und Teehandel sind wegen ihrer großen Bedeutung für die Export- wie die Importländer im 19. Jahrundert schon häufiger Gegenstand eingehender wirtschaftshistorischer Untersuchungen gewesen. Aus der jüngeren Forschungsliteratur seien nur zwei Studien hervorgehoben:
Rappaport, Thirst for Empire
;
LIU, Tea War
.
Kaffee; auch: Caffe, Caffee, coffee (englisch), coffy (niederländisch), Liberia Kaffee
Schiffsausrüstung; auch: Holme, spars (englisch), sails (englisch), lumber (englisch), Schiffsholz, Schifs-Geräthschaften, Segel, Wasserfässer, water-casks (englisch)
Branntwein; auch Brandwein, Franzbranntwein, Franzbranntewein
CordialsDie aus dem amerikanischen Sprachgebrauch stammende Bezeichnung „cordials“ wird für Spirituosen verwendet, die mit Früchten oder Gewürzen aromatisiert werden und denen teils auch medizinische Wirkung zugeschrieben wird.
Europäer, Europäerin; auch: Westländer
Ballen [Gewichtseinheit]; auch: bale (englisch)„Ballen“ ist eine vor allem für Baumwolle und Tuchwaren verwendete Gewichtseinheit, wobei ein Ballen etwa 100 englischen Pfund entspricht.
Wollwaren; auch: Wollenwaaren, Wollmaterial, woollens (englisch)
Opium; auch: Droge, Gift, Rauschgift
Stückgüter; auch: piece-goods (englisch)
Fracht [Frachtgut]; auch: Ladung, Schiffsladung
à; auch: à rata, pro rataDie aus dem Französischen stammende Präposition „à“, die mit „je nach Verhältnis“ ins Deutsche zu übersetzen ist, wird zur Bezeichnung von Relationen genutzt, etwa für „3 Stück à 1 Kilogramm“.
Briten; auch: British (englisch), Britons (englisch), Engländer, English (englisch), Englishmen (englisch)
Amerikaner; auch: Americans (englisch)
Transithandel; auch: Transit
Kiste [Raummaß]; auch: chest (englisch)Die Kiste ist ein vor allem im Teehandel übliches Raummaß, das im 19. Jahrhundert regional noch stark schwankte. Nicht nur unterschiedliche Kantenlängen, auch die schwankende Feuchtigkeit des Tees machen eine präzise Umrechung in standardisierte Gewichtseinheiten schwierig. In Hamburg wurde eine Kiste Tee in den 1840er Jahren üblicherweise mit 25 Kilogramm veranschlagt.
Holz; auch: Balken, Baumstamm, Bretter, Holtz, Holzlager, Holzmuster, Holzsplitter, Planken, Rinde, Sägemehl, Stamm
Zoll; auch: costums dues (englisch), Differentialabgabe, duty (englisch), measurement duty (englisch), ship duty (englisch), Zollabgaben, Zolltarif
Lotse; auch: Lootse, Lotsendienst, Loots-Wesen, Lootsen-Ordnung, pilotage (englisch)
Geschäftskosten; auch: costs (englisch), Handlungs-Unkosten, Kosten, Schiffs-Unkosten, Spesen, Unkosten
Faden [Längenmaß]Der nautische „Faden“ ist ein in der Schifffahrt übliches Längenmaß für die Tiefe. Im 19. Jahrhundert variierte die genaue Länge zwischen gut 1,62 Metern (Französischer Faden) und gut 1,88 Metern (Holländischer Faden). Heute geht man davon aus, dass 1 Faden 1,8288 Metern entspricht.
Eisen; auch: iron (englisch), Roheisen
Grasgewebe; auch: Binsen Matten, grass cloth (englisch), Matten
Öl [Speiseöl]; auch: Oel, Oelfabrikant
Picul [Gewichtseinheit]; auch: Pecul, Pekul, Pikkel, pikolIn China und anderen Ländern Ostasien war das „Picul“ im 19. Jahrhundert eine weit verbreitete Gewichtseinheit, die in etwa dem entsprach, was ein erwachsener Mann mittels einer Schulterstange und zwei daran befestigten Körben tragen konnte. Dabei bestand jedoch eine große regionale Variationsbreite, die sich zwischen 39 und 69 Kilogramm für ein Picul bewegte, das sich wiederum in 100 Catties aufteilen lies. In Hongkong versuchten die Briten 1844 eine Vereinheitlichung durchzusetzen: Ein Picul sollte genau 133 1/3 englischen Pfund entsprechen, was sich aber nicht durchsetzen ließ. Nach moderner Definition entspricht ein Picul exakt 60,478982 Kilogramm.
Grad Fahrenheit [Temperaturmaß]; auch: °F Die im 18. und 19. Jahrhundert in Europa weit verbreitete Maßeinheit für Temperatur, benannt nach dem deutschen Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit (1686–1736), setzte den Nullpunkt der eigenen Skala bei dem kältesten Punkt an, den Fahrenheit bei einer Mischung aus Wasser, Eis und Salmiak feststellen konnte (= 0 °F); als weitere Fixpunkte wählte er den Gefrierpunkt reinen Wassers (= 32 °F) und die Körpertemperatur eines gesunden Menschen (= 96 °F). Im 19. Jahrhundert setzte sich dann allerdings die metrische Celsius-Skala mehr und mehr durch, die den Gefrier- und den Siedepunkt von Wasser als Fixpunkte wählte; demnach entsprechen 32 °F genau 0 °C und 212 °F genau 100 °C.
Hong Kong Government GazetteDie „Hong Kong Government Gazette“ erschien seit 1853 und war ein auch für Kaufleute wichtiges amtliches Publikationsorgan.
Reederei; auch: Rederei, Rhederei
Postverkehr; auch: Landverbindung, overland mail (englisch), Overlandmail, Postdampfer, Postschifffahrt, Postverlauf, Sattelkurier, Ueberlandweg
Syndikus; auch: Sindicus, SyndicusSchon seit der Frühen Neuzeit wurden in den Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck zunächst zeitweise, später dauerhaft Juristen mit Fachausbildung und oft auch Promotion mit dem Amt des „Syndikus“ betraut. Ihre Aufgaben lagen nicht nur in der Leitung von Kanzlei und Archiv sowie in der Rechtsberatung des Rats bzw. Senats der Stadt, sie vertraten diese auch bei Gericht und in Verhandlungen mit anderen Staaten; teils nahmen sie selbst richterliche Aufgaben wart. Mit der Einführung der Gewaltenteilung und entsprechenden Verfassungsreformen zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Aufgaben und Befugnisse der Syndici eingeschränkt. Vgl. exemplarisch:
Bruns, Lübecker Syndiker
.