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…]
Das Jahr (1857) und die darauffolgenden wird so leicht kein Kaufmann vergessen, der damals mitten im großen Geschäft stand. Im Anfang des Jahres 1857 war ich von Singapore nach Hamburg zurückgekehrt. Kaum war ich eingerichtet, brach im Herbst die Krise los. In Calcutta hatte Schreiber die Freunde Pehmöller beauftragt, monatlich einen Posten Häute (Kits) für unsere Rechnung nach London zu verladen und dagegen auf J. H. Schröder & Co. zu ziehen. Da hatte ich denn das Glück, wohl sechsmal den Besuch von Herrn Telge zu empfangen mit der Mittheilung, für den gezogenen Betrag einen Garanten zu bringen, denn die Häute brächten nur den halben Facturapreis. Was thun? Ich ging jedesmal zu August Behn, und der garantirte. Schröders kündigten hier auch bei Theodor Wille. Die Hamburger Börse und mit ihr Wille selbst waren darüber sehr aufgeregt. Wechsel auf London waren hier schlecht verkäuflich. Ich schickte daher meine Singapore Remessen nach London und bezog dagegen zwei dicke Silberbarren; wie zwei Zinnblöcke ohne Ohren sahen sie aus. Durch die Einfuhrliste hatte Krogmann Wind von meinem schönen Silber erhalten. Sofort war sein Sohn Carl bei mir am Contor und entführte es mir zum Credit von B. M. & Co. Wenn man dir das Silber so wegholt, so laß dir lieber von London Wechsel auf Hamburg kommen. Sie trafen ein, – aber nur wenige wurden eingelöst, voran die auf Lipmann & Geffken, die waren Gold. Später gingen auch die anderen ein. Eines Tages besuchte mich der alte Vorwerk. Er holte einen spannedicken Packen mit Wechseln hervor, schüttelte sie vor meinen Augen und sagte: Sehen Sie, morgen können alle diese Wechsel wertlos sein. Krogmann hatte eine unserer Reisladungen an H. J. Merck & Co. verkauft. Man frug sich: werden|2. Seite, 138| Merck sich halten können? – Krogmann brauchte Geld; für B. M. & Co. sollte ich Mbco 100 000,– anschaffen. Ich schrieb dafür Wechsel aus auf 3 Mt. dato. Wachsmuth & Krogmann acceptirten und mein Vater G. C. Lorenz Meyer indossirte. Ehe er es that, frug er seinen Associé und Sohn Friedrich Max: werden wir in 3 Monaten hunderttausend Mark bezahlen können? Auf die Bestätigung hin setzte er seinen Namen auf den Wechsel, der nun schlank discontirbar ward. W. & K. lösten den Wechsel bei Verfall ein.
A. Tesdorpf & Sohn ließen mich rufen: Lieber Herr Meyer, die Post ist herein; sie bringt Tratten Ihres Hauses gegen große Reisverladung per – ? – Wenn Sie unsere Briefe erinnern, so werden Sie finden, daß wir nur unter gewissen Bedingungen Reis haben wollten. Ihr Haus hat diese Bedingungen nicht erfüllt. Daher müssen wir eine Betheiligung ablehnen und müssen die Tratten zurückgehen lassen, es sei denn, daß Sie die Ladung für die alleinige Rechnung Ihres Hauses übernehmen. Tratten nach Singapore zurückgehen lassen, war gleichbedeutend mit einer Zahlungseinstellung, also übernahm ich die ganze Ladung für B. M. & Co.‛s Rechnung.
So steuerte ich denn durch die Krisis hindurch, aber wenn ich auch durchkam, die Folgen derselben trafen B. M. & Co. ganz furchtbar. Bis zum Ausbruch der Krisis waren alle Produktenpreise sehr hoch getrieben; nach der Krisis fielen sie, und je länger die Verkäufe hinausgezogen wurden, um so tiefer gingen die Preise. Einen Verlust von 33 % hätten wir schon gutmachen können, nicht aber einen von 50 %. Darauf kam es für B. M. & Co. hinaus. Es war eine schwere, bittere Zeit. Was ich mir bis dahin erworben hatte, verschwand, und mehr als das. Ich kam ins Debet. Johannes Mooyer hatte viel Geld ausgegeben für seinen Hausbau auf dem Hügel Sweet Briars und für seine Hausreise und Verheiratung. Er geriet ohne Weiteres ins Debet. Also was wir besaßen, das war an unsere Geschäftsfreunde abgeführt; ihr Verlangen nach fernerer Begleichung konnte von mir nicht mehr gestillt werden.
…
M., Mon, Mt.; Mts, Mts.Monat, Monate; [vorigen] Monats
Behn, Meyer & Co. (seit 1906: Ltd.), SingapurDas 1840 von Theodor August Behn und Valentin Lorenz Meyer gegründete Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur entfaltete eine rege Geschäftstätigkeit, vor allem in Südostasien, geriet 1857 jedoch in eine schwere Krise, die vor allem dank Arnold Otto Meyer, eines jüngeren Bruders von Valentin Lorenz Meyer, der seit 1851 zu den Teilhabern zählte und außerdem kurz zuvor eine eigene Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg etabliert hatte, bewältigt werden konnte. In den 1880er und 1890er Jahren engagierte sich die Firma Behn, Meyer & Co. verstärkt im Schiffsgeschäft und übernahm die Vertretung namhafter Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter seit 1887 der Norddeutsche Lloyd in Bremen, seit 1890 die Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft in Hamburg und seit 1897 die Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg. Treibende Kraft in diesem Geschäftsfeld war Franz Heinrich Witthoefft, der seit 1900 neben Eduard Lorenz Meyer und Adolf Laspe zu den drei Teilhabern zählte. 1891 wurde eine erste Niederlassung in Penang eröffnet, die sich dem Handel mit Zinn zuwandte. Im Jahr 1900 versuchte man auf den Philippinen Fuß zu fassen, 1901 wurde eine weitere Niederlassung in Sandakan (Britisch-Nordborneo) eröffnet, die zugleich als Agentur der Chartered Bank of India, Australia and China fungierte. 1906 wurde die Firma in eine britische Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, die Behn, Meyer & Co. Ltd. mit Sitz in Singapur. Alleinige Aktionäre blieben die drei bisherigen Teilhaber, die sich künftig auf die Leitung der „Schaltzentrale“ Hamburg konzentrierten und sich in Singapur nicht länger auf Teilhaber, sondern auf angestellte Manager stützten. 1906 wurden zudem neue Niederlassungen in Cebu, Zamboanga und Ilo Ilo auf den Philippinen eröffnet sowie eine Beteiligung an der Singapore Rubber Company Ltd. in Singapur erworben, um am „Rubberboom“ partizipieren zu können. 1907 kam eine weitere Niederlassung in Bangkok (Siam) hinzu. Im Jahr darauf erfolgte die Übernahme der Handelsgesellschaft vorheen Helfferich & Rademacher mit Niederlassungen in Batavia, Surabaya, Telok Betong und Samarang in Niederländisch-Indien. 1913 gab es bei Behn, Meyer & Co. Ltd. mehr als einhundert europäische Angestellte. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam 1914 noch eine Niederlassung in Rangun (Britisch-Burma) hinzu. Vgl. ausführlich zur Unternehmensgeschichte, die aufgrund erhalten gebliebenen Überlieferungen eingehend untersucht werden kann:
Arnold Otto Meyer, Hamburg (Behn, Meyer & Co., Singapore, Penang, Manila und Sandokan)
;
Sieveking, Anfänge des Hauses Behn-Meyer & Co.
;
Sieveking, Behn-Meyer & Co.
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
;
Yacob, Trans-generational Renewal
;
Yacob, Rising of the Phoenix
;
Fiedler, Von Hamburg nach Singapur
.
Arnold Otto Meyer, HamburgDie Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg wurde 1857 von dem in die Hansestadt zurückgekehrten Arnold Otto Meyer gegründet, der zuvor einige Jahre in dem von Theodor August Behn gemeinsam mit seinem älteren Bruder Valentin Lorenz Meyer etablierten Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur tätig gewesen war. Die neue Firma in Hamburg sollte die Interessen von Behn, Meyer & Co. in Deutschland und Europa wahrnehmen. Arnold Otto Meyer trug durch seine persönliche Präsenz in Hamburg maßgeblich dazu bei, dass die Firma Behn, Meyer & Co. mit ihren internationalen Verflechtungen die Weltwirtschaftskrise von 1857 weitgehend unbeschadet überstand, denn es gelang ihm, ihre Gläubiger in Hamburg, Bremen und London zu einem langfristigen Zahlungsaufschub zu bewegen. Da er im Sommer 1862 zur Überwindung der Krisenfolgen nochmals für einige Jahre nach Singapur zurückkehrte, spielte die von ihm gegründete Firma Arnold Otto Meyer zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Das änderte sich, als Arnold Otto Meyer 1864 nach Hamburg zurückgekehrt war und die Geschicke der beiden Schwesterfirmen nun von Hamburg aus als deren führender Kopf zu lenken begann. Mit den anderen Teilhabern von Behn, Meyer & Co. in Singapur stand er in einem intensiven brieflichen Austausch. Als er sich zur Jahrhundertwende aus den beiden Schwesterfirmen zurückzog, um ihre Geschicke künftig nur noch als stiller Gesellschafter zu begleiten, übernahmen sein Sohn Eduard Lorenz Meyer, Adolf Laspe und Franz Heinrich Witthoefft die verantwortliche Leitung der Geschäfte. Unter ihrer Führung entwickelte sich die Firma Arnold Otto Meyer zur eigentlichen Schaltzentrale des Handelshauses Behn, Meyer & Co. in Singapur, das 1906 in eine Aktiengesellschaft britischen Rechts umgewandelt wurde und nun stark expandierte. Die Firma Arnold Otto Meyer selbst eröffnete vor dem Ersten Weltkrieg keine Niederlassungen in Ostasien, beteiligte sich aber an einigen Gesellschaften, so beispielsweise an dem 1910 gegründeten Straits und Sunda Syndikat, das in die Plantagenwirtschaft Südostasiens investierte. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
.
F. J. Tesdorpf & Sohn, HamburgDas Handelshaus F. J. Tesdorpf & Sohn in Hamburg betätigte sich auch als Merchant Bank, stand frühzeitig in Geschäftsverbindung zu Ostasienhandelshäusern wie Behn, Meyer & Co. in Singapur und gehörte 1856 zu den Mitbegründern der Norddeutschen Bank AG. 1866 übernahm Adolph Tesdorpf (1811–1887) das Geschäft und benannte es um zu A. Tesdorpf & Sohn. Adolph Tesdorpf gehörte von 1877 bis 1887 dem Aufsichtsrat der Norddeutschen Bank an. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, S. 96, 138, 140;
Schmidt, Bankwesen
.
Rosenberg
, Hans: Die Weltwirtschaftskrise von 1857–1859 (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beiheft 30), Stuttgart 1934
Rosenberg
, Weltwirtschaftskrise
1934
Ahrens
, Gerhard: Krisenmanagement 1857. Im Schriftwechsel der Geschwister Jenisch und Godeffroy widergespiegelte Weltwirtschaftskrise und ihre Lösung in Hamburg 1857 (Veröffentlichungen der Wirtschaftsgeschichtlichen Forschungsstelle e. V., 42), Hamburg 1980
Ahrens
, Krisenmanagement 1857 im Schriftwechsel
1980
Ahrens
, Gerhard: Krisenmanagement 1857. Staat und Kaufmannschaft in Hamburg während der ersten Weltwirtschaftskrise (Veröffentlichungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, 28), Hamburg 1986
Ahrens
, Krisenmanagement 1857
1986
Schmidt
, Olaf: Bankwesen und Bankpolitik in den Freien Hansestädten um die Mitte des 19. Jahrhunderts (Schriftenreihe des Instituts für Bankhistorische Forschung, 10), Frankfurt am Main 1988
Schmidt
, Bankwesen
1988
Börse von Hamburg
Beclan Bay [Bucht mit Hafen nahe Singapur]
Hamburg
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
London
Vereinigte Staaten von Amerika; auch: United States (US), United States of America (USA), Vereinigte Staaten von Nordamerika
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Bremen
Skandinavien
Südamerika; auch: Süd-Amerika
Asien
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Kalkutta, auch: Calcutta
Mount Sweet Briars [Singapur]
Meyer, Arnold OttoArnold Otto MeyerKaufmann, Kunstsammler und Mäzen11755570301.09.182512.03.1913Arnold Otto Meyer absolvierte eine kaufmännische Lehre bei Burmester & Stavenhagen in Hamburg, ging nach New York und trat in die von Theodor August Behn und seinem älteren Bruder Valentin Lorenz Meyer 1840 gegründete Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur ein, denn Valentin Lorenz Meyer wollte sich zurückziehen. Von 1851 bis 1900 war Arnold Otto Meyer Teilhaber des Unternehmens. 1857 kehrte er zurück nach Hamburg, wo er seine eigene Firma Arnold Otto Meyer gründete, die die Vertretung von Behn, Meyer & Co. in Europa übernehmen sollte. Um die Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1857 zu überwinden, kehrte Arnold Otto Meyer im September 1862 jedoch nochmals für einige Jahre nach Singapur zurück unbd benannte Johannes Mooyer als seinen Bevollmächtigten in Hamburg. In Singapur übernahm Arnold Otto Meyer das Amt des Konsuls der Hansestadt Hamburg
bzw. des Konsuls der Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck
. Als Teilhaber und führender Kopf der Firma Arnold Otto Meyer verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit danach auf Hamburg, Deutschland und Europa. 1899 zog er sich als Teilhaber von Arnold Otto Meyer zurück, blieb aber bis zu seinem Tod stiller Gesellschafter. In Hamburg betätigte er sich auch als Kunstsammler und Mäzen. Vgl.
Gossler, „Meyer, Arnold Otto“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
.
Schreiber, Friedrich AlbertFriedrich Albert SchreiberKaufmann, KonsulFriedrich Albert Schreiber war seit 1841 Angestellter, seit Januar 1852 dann Teilhaber der Firma Behn, Meyer, Co. in Singapur. 1852 übernahm er kurzzeitig die Amtsgeschäfts des Konsuls der Hansestadt Hamburg in Singapur. Vgl.
Sieveking, Anfänge des Hauses Behn-Meyer & Co.
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
.
Behn, Theodor AugustTheodor August Behn (August Behn)Kaufmann, Konsul11610978523.12.181605.06.1886August Behn verlor noch als Kind beide Eltern und wuchs bei entfernten Verwandten in Harburg auf. Seine gesetzlichen Vormünder ermöglichten ihm den Besuch einer bei Hamburger Kaufleuten beliebten Privatschule in Hamburg, wo er von 1828 bis 1833 in Pension unterkam. Hier lernte er u. a. seinen späteren Geschäftspartner Valentin Lorenz Meyer kennen. Nach einer kaufmännischen Lehre bei der Firma Gorrissen & Lutze in Hamburg wechselte er als erster Commis zum Handelshaus Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. in Bremen, das ihn Ende 1838 als Supercargo des Segelschiffs Heloise nach Ostasien entsandte. Gemeinsam mit Valentin Lorenz Meyer gründete er die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, die sich zu einem bedeutenden Handelshaus entwickelte. Nach dem Ausscheiden Valentin Lorenz Meyers Ende 1849 führte August Behn die Firma gemeinsam mit Friedrich Albert Schreiber und Arnold Otto Meyer fort. 1852 entschloss er sich, nach Europa zurückzukehren und gründete noch im selben Jahr die Firma August Behn in Hamburg, die als Reederei tätig wurde und in den 1860er Jahren über zehn eigene Schiffe verfügte. 1856 schied August Behn als Teilhaber aus der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur aus, blieb aber mit ihren Teilhabern in enger Verbindung. August Behn war insgesamt dreimal verheiratet und Vater von 15 Kindern. Vgl.
Gossler, „Behn, Theodor August“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
.
Meyer, Georg Christian LorenzGeorg Christian Lorenz Meyer (G. C. Lorenz Meyer)Kaufmann, Senator124400192917871866G. C. Lorenz Meyer betrieb unter seinem Namen die Weinhandlung G. C. Lorenz Meyer in Hamburg. Sein ältester Sohn, Valentin Lorenz Meyer, gründete 1840 gemeinsam mit Theodor August Behn die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, in die später auch sein jüngster Sohn, Arnold Otto Meyer, eintrat. Er selbst wurde zum Senator der Hansestadt Hamburg gewählt. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, passim.
Mooyer, Johannes; auch: Mooyer, JohnJohannes MooyerKaufmann1017590060Johannes Mooyer, ein früherer Angestellter der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, übernahm im Herbst 1862 - als Arnold Otto Meyer nach Überwindung der Krise von 1857 sich entschieden hatte, noch einmal nach Singapur zurückzukehren - die Vertretung der Firma in Hamburg. Er wurde mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet, bekam andererseits aber sehr genaue „Instructionen“, wie er die Geschäfte zu führen habe. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, passim;
Fiedler, Von Hamburg nach Singapur
, passim.
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
InhaberDer Inhaber eines Unternehmens ist im Gegensatz zum Teilhaber eines
Unternehmens dessen alleiniger Eigentümer.
Weltwirtschaftskrise von 1857Ausgehend von dem überraschend schnellen Ende des Krimkriegs
(1853–1856) und dem dadurch ausgelösten Preissturz
für Rohstoffe und Eisenbahnaktien kam es 1857 zuerst in den USA, dann auch in Großbritannien und von
dort auf Hamburg und Bremen, Skandinavien, Südamerika und Asien übergreifend zu einer schweren
internationalen Wirtschaftskrise. Ob es sich
dabei um die erste Weltwirtschaftskrise des
Industriezeitalters handelte, ist in der älteren Forschung umstritten
geblieben, doch die Auswirkungen für international tätige Handelshäuser
waren zweifellos erheblich. In Großbritannien stemmte sich die Bank of England gegen
den drohenden Zusammenbruch des von den Londoner
Merchant Bankern
getragenen internationalen Wechselverkehrs, doch es kam trotzdem zu zahlreichen Zahlungseinstellungen, von denen nicht zuletzt Hamburger Kaufleute betroffen waren. Vgl.
Rosenberg,
Weltwirtschaftskrise
;
Ahrens, Krisenmanagement
1857 im Schriftwechsel
;
Ahrens, Krisenmanagement
1857
;
Schmidt, Bankwesen
, S.
111–135;
Wagner,
Geschichte der Krise
.
Krimkrieg (1853–1856)Im Krimkrieg von 1853 bis 1856 standen sich Russland und das geschwächte Osmanische Reich gegenüber, das jedoch von Frankreich, Großbritannien und Sardinien unterstützt wurde, um eine stärkere Expansion Russlands in Europa zu verhindern. Der mit moderner Waffentechnik und großen menschlichen Verlusten geführte Krieg wurde nicht nur auf der Krim, sondern u. a. auch in der Ostsee ausgetragen, endete mit einer russischen Niederlage und erschütterte das Gleichgewicht der fünf Großmächte in Europa schwer, denn Russland geriet nun in die Isolation. Auch Österreich war indirekt in den Krieg involviert gewesen, nur Preußen hatte sich neutral verhalten. - Vgl. die Gesamtdarstellung:
Figes, Crimean War
.
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Wechsel; auch: bill (englisch), draft (englisch), Solawechsel, Tratte, WechselverkehrDer Wechsel ist ein Wertpapier, bei dem grundsätzlich zwischen einem Solawechsel und einer Tratte zu unterscheiden ist.
Garantie, private; auch: guarantee (englisch)
Verlust; auch: loss (englisch), Verlustbeteiligung
Vermögen; auch: assets (englisch), Vermögenswerte
Kaufmann, Kaufleute; auch: Händler
Bankier; auch: banker (englisch), Banquier, merchant banker (englisch), Privatbankier
Häute; auch: hides (englisch)
Rechnung; auch: account (englisch), Factur, Factura, Faktur
Garantie, staatliche; auch: guarantee (englisch)
Remesse; auch: RimesseEinen Wechsel, der vom Aussteller an den Wechselnehmer geschickt wird, also dem Zweck des Zahlungstransfers dient, nennt man Remesse.
Silber; auch: Silberladen, Silbermarkt, Silberpreis
Kontor; auch: Contor, Privat Contor
Kredit; auch: Anleihen an dritte Personen, Ausleihung von Geldern, Blanco Credit, Credit, credit (englisch), Darlehen, Kreditgeschäft
Geld; auch: Baares, Geldmittel, Kassa-System, money (englisch), Verkehrsmittel, Zahlungsmittel
Associé; auch: Ahsocié, Associe s. auch Teilhaber
Der aus dem Französischen stammende Begriff „associé“ steht für einen geschäftlichen Teilhaber.
Tratte s. auch Wechsel
Der finanztechnische Fachbegriff „Tratte“ bezeichnet einen Wechsel, der vom Wechselaussteller (auch Trassant genannt) gezogen, also mit einer unbedingten Zahlungsanweisung auf einen bestimmten Bezogenen (auch Trassat genannt) versehen und in Umlauf gesetzt, von diesem Bezogenen aber noch nicht akzeptiert wurde. Erst mit seiner Unterschrift, dem so genannten Akzept, erkennt der Bezogene die Zahlungsverpflichtung verbindlich an, sodass der Wechsel von einer Tratte zu einem Akzeptwechsel mit einer bestimmten Laufzeit bis zur Zahlung wird. Mit Hilfe von Tratten können also so genannte Trassierungskredite gewährt werden, deren Laufzeit mit dem Akzept des Bezogenen beginnt. - Grundsätzlich von der Tratte zu unterscheiden ist der „Solawechsel“, mit dem der Aussteller selbst ein Zahlungsversprechen abgibt, entweder für einen bestimmten Termin oder bei Sicht.
Schulden; auch: Buchschulden, Debet
Gebäude; auch: Fabrikgebäude, Geschäftshaus, Gerichtsgebäude, Haus, Konsulatsgebäude, Verwaltungsgebäude