|1. Blatt, Vorderseite|
Abschrift
Batavia d. 20 May 1859.
Ew. Magnificenz
Erlaube ich mir einliegend den schon vor längerer Zeit versprochenen Bericht über den Handel mit Japan zu behändigen; Liste dort gehender Waaren ist aus ganz sicherer Quelle, immerhin bei dem nun auf kommenden freien Verkehr einer größeren Vervollständigung fähig.
Einen Tractat mit Japan zu schließen erlaube ich mir hier nochmals Ew. Magnificenz Aufmerksamkeit zu empfehlen. – Japan hat die Bereitwilligkeit erklärt mit allen Nationen gleiche Uebereinkünfte wie mit den Niederländern schließen zu wolle, und glaube ich, wenn vom hiesigen Gouvernement unterstützt, ich die Unterhandlung leicht zu einem gewünschten Ziele bringen würde.
Am 1 Juny findet hier nun auf Java die Offenstellung der verschiedenen kleinen Häfen für den directen Handel mit Europa statt. Specification dieser Plätze sandte ich Ew. Magnificenz schon unterm 20. Octbr. 1858 ein. Die directe Einfuhr von Manufacturen bleibt indeß vorläufig noch untersagt, diese neue Maaßregel mag seinen Grund darin haben, daß die Offenstellung der Häfen in den holländ. Kammern eine große Opposition fand, hauptsächlich wohl weil eine Verordnung v. 1841 nach der Holländische Manufacturen mit Anspruchs-Certificate unter Zollbegünstigung nur auf Batavia, Samarang, Sourabay u. Padang eingeführt werden dürfen, nicht gleichzeitig eingezogen wurde; demnach hätten holländ: Manufacturen, während dafür der Zoll Schutz noch in voller Kraft ist, auf allen diesen Sätzen gleich den fremden Fabrikanten Zoll zahlen müssen.
Ein neuer höchst liberaler Tarif für die hiesige Colonie, wird übrigens in nächster Zeit zur Berathung der Kammer in Holland vorgelegt werden. – Nach diesem werden alle Indisfferential-Zölle abgeschafft, Einfuhr u. Ausfuhr-Zölle auf ein Maximum von 6 % heruntergebracht, während die Einfuhr vieler Rohstoffe, wie auch die Ausfuhr mancher Producte, ganz frei gegeben werden. Eine englische Uebersetzung des Tarif, so wie er proponirt wird, sende ich Ew. Magnificenz mit heutiger Post unter Kreuzband. Einer Kommission von Kaufleuten, durch die hiesige Regierung ernannt, ist derselbe zur Beurtheilung vorgelegt worden, und ihr Bericht darüber geht mit einer der nächsten Posten nach Holland. Unter den hiesigen holländ. Häusern findet natürlich die Abschaffung aller Differenzial Zölle manche Opposition, doch im Allgemeinen bleibt man dennoch den liberalen Vorschlägen sehr zugethan.
Mit hochachtungsvoller Ergebenheit habe ich die Ehre zu verharren
Ew: Magnificenz
Ergebenster Diener
gez. H. C. Wilmans
Sr. Magnificenz
Herrn Syndicus C. H. Merck Dr.
Hamburg|1. Blatt, Rückseite|
Der Handel mit Japan.
Die beifolgende Liste über nach Japan vor einigen Jahren ab hier gesandte Waaren, habe ich nach glaubwürdiger Factura aufgemacht, die ich Gelegenheit fand zur Einsicht zu erhalten.
Wie zu erwarten war ist, nach dem die Japanische Regierung den Verkehr mit dem Auslande erlaubt hat, die allgemeine Aufmerksamkeit auf dieses Land sehr gerichtet gewesen; auf Decima bestehen jetzt zwei holländische Handlungshäuser, ein deutsches und verschiedene Engländer u. Americaner haben sich dort auch niedergelassen, die indeß sich namentlich auf den Verkehr zwischen Japan u. China beschränken. Das Japanesische Volk durchschnittlich sehr industriel, ist seit Jahrhunderten fast ausschließlich auf sich selbst beschränkt gewesen, und so ist es sehr erklärlich, daß augenblicklich noch, für Alles was vom Auslande kommt ein sehr geringer Consum besteht, der dann auch bei den gleichzeitig mangelhaften Auswahl passender Retouren das Geschäft dorthin im Allgemeinen noch kein besonderes günstiges hat werden lassen.
Unter Kreuzband erfolgt hierneben ein Exemplar des neuen Niederländischen Tractats mit Japan, dem ich den einliegend gedruckten Berichte eines Hauses auf Japan diejenigen Puncte, welche für’s Geschäft am wichtigsten sind, enthält, beifüge.
Daß die Häfen Kanahawa vom 4 July 1859. – Jedo im Jahre 1862, Hiogo im Jahre 1863. Und Osaka im Jahre 1863 dem Verkehr mit dem Auslande geöffnet werden sollen, ferner daß künftig die Ausfuhr von Gold und Silber gestattet sein soll und die lästige Vermittlung der Schatzkammer des Reichs aufhört, wird für sehr wichtig gehalten, überhaupt dürfte der Handel selbst sich nach und nach immer bedeutenderen Absatz von europäischen Industrie-Artikeln aufsuchen, die in einem Reiche dessen Bevölkerung man auf reichlich 30 Millionen schätzt, bedeutend genug werden kann, bisher dahin gemachte Unternehmungen sollen indeß mit wenigen Ausnahmen keine sonderliche Resultate geleistet haben.
Der größte Nachtheil des Geschäfts ist das es an Retouren, passend für den europäischen Markt fehlt. Ob dem Uebelstande durch die jetzt freigegebene Ausfuhr edler Metalle zur Genüge abgeholfen wird, muß erst die Erfahrung zeigen; – für Kupfer hat die Niederländische Regierung noch einen Contract, den man wenn damit die Japanische Schuld getilgt ist, wohl wird ablaufen lassen. – In diesem Falle wird der Artikel dann auch in den Handel kommen, man glaubt indeß, daß bei dem hohen Arbeitslohn in Japan Kupfererz sich für den Export, besser, als gereinigtes|2. Blatt, Vorderseite| Kupfer in Stangen bezahlt machen wird. – Von allen anderen Japanischen Producten hat sich nur vegatabilisches Wachs bis jetzt von einiger Wichtigkeit gezeigt, davon schienen bedeutende Quantitäten geliefert werden zu können, und in Europa hat man dafür eine gute Verwendung ausgefunden. Camphor producirt Japan nur wenig Kleinigkeiten und Soya, Lackirte Waaren etc: sind Artikel von soch untergeordnetem Range, daß sie für einen bedeutenden geschäftlichen Verkehr kaum in Anwendung kommen. – Seide producirt Japan zeither nur hinreichend für den eigenen Bedarf; man glaubt die Cultur aber noch stark ausdehnen zu können.
Eine vor ca. drei Monaten auf Decima stattgefundene Feuersbrunst, soll verschiedene der neuen [nachträglich ergänzt: europäischen] Etablissemente mehr oder minder empfindliche Verlüste bereitet haben, Gebäude in dem fremden Bezirk, zum größtentheils [nachträglich ergänzt: in Eile] von Holz errichte, sollen bis auf einige in Asche gelegt sein, die massiven Gebäude, der holländ. Regierung gehörend, sind indeß ganz unversehrt geblieben und man dürfe darauf Bedacht nehme, hier die neuen Locale nur in dieser Art wieder auszuführen. Bei Gelegenheit dieses Feuers wurden übrigens abseiten der Fremden bittere Klage laut, über den äußerst mangelhaften Schutz, den die Japanische Regierung den Fremden bietet, viel soll von dem, was aus dem Feuer gerettet wurde, gestohlen worden sein, ohne daß die Japanische Regierung solches zu verhindern wußte. – Ueberhaupt soll sich der geringere Japanese sehr brutal und diebisch dem Europäer gegenüber benehmen und dieser abseiten der einheimischen Polizei wenig oder gar kein Schutz genießen.
Hamburg sollte übrigens sobald wie thunlich einen Tractat mit Japan zu schließen suchen, ohne einen solchen wird die Hamburger Flagge dort nicht zugelassen werden, es wird ihr dann ebenso gehe, wie vor Kurzem einem dänischen Schiffe welches von Hongkong nach Decima ging und unverrichteter Sache wieder umkehren mußte; Unterthanen von Nationen die noch keinen Tractat haben, dürfte es nicht besser gehen, zwar sind mehrere Deutsche von hier dorthin gegangen und zugelassen worden, solches dürfte aber vielleicht nur dadurch gekommen sei, daß sie mit holländischen Pässen versehen waren.
Batavia d. 20 May 1859.
gez: H. C. Wilmans.
d.der, die, das
Ew., Ew: Eure [Magnificenz]
Oct, Oct., Octb., Octbr, Octbr., Octr.October
holl., holländ.holländisch
v.vom, von
u, u.und
gez., gez:gezeichnet
Se., Sr.Seiner
Dr.Doktor
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
ca, ca.circa (lateinisch)
SHWAStiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv, Hamburg
SHWAStiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv, HamburgS/562Consulatsberichte
Metzendorff & Wilmans, BataviaDie Firma Metzendorff & Wilmans in Batavia ging Mitte der 1840er Jahre aus der Firma T. E. Vidal & Co. hervor, an der Christian Martin
Metzendorff bereits seit 1842 beteiligt war und für die auch Georg Theodor Siemssen
gearbeitet hatte, bevor er sich in Kanton selbständig machte. Vgl. Ernst
Hieke, Über die Anfänge des deutschen Handels mit Ostindien. Das
hamburgische Handelshaus Ross, Vidal & Co. und die Vorgeschichte von
Siemssen & Co., unveröffentlichtes Manuskript, in: Staatsarchiv Hamburg (StAH), 622-1/506, 27.
L. Kniffler & Co., Nagasaki / YokohamaDie Firma L. Kniffler & Co. wurde im Frühjahr 1859 von Louis L. Kniffler und Martin Hermann Gildemeister, beide zuvor für Pandel & Stiehaus in Batavia tätig, in der niederländischen Konzession auf Dejima vor Nagasaki gegründet. Da sich nach dem Abschluss des Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrages zwischen Preußen und Japan neben Nagasaki auch Yokohama rasch zu einem wichtigen Hafen für den japanischen Außenhandel entwickelte, richteten sie bald auch dort eine Niederlassung ein, deren Leitung Gildemeister übernahm, während Kniffler in Nagasaki blieb. Die Firma L. Kniffler & Co. beteiligte sich am japanischen Außenhandel zunächst ohne spezielles Profil, d. h. sie exportierte vor allem Rohseide, Rohbaumwolle, Tee, Meeresfrüchte sowie Kupfer und Steinkohle über Shanghai nach China und über Batavia nach Niederländisch-Indien, und sie importierte in erster Linie Tuche, gefolgt von Zink, Blei und Eisen sowie Baumwollgarn über Batavia nach Japan. In den 1860er Jahren weitete die Firma L. Kniffler & Co. das Netz ihrer Geschäftsbeziehungen zielstrebig auf Importfirmen in Europa und den USA aus, vor allem in Lyon, Marseille und London sowie San Francisco. Eisen- und Metallwaren gewannen bei den Importen einen wachsenden Stellenwert, hinzu kamen später japanische Regierungsaufträge für Investitions- und Rüstungsgüter. Kniffler selbst kehrte schon 1865 nach Deutschland zurück und eröffnete 1866 eine weitere Niederlassung in Düsseldorf, die als Einkaufsgesellschaft und Koordinationsstelle für Kontakte nach Westeuropa tätig wurde. Auch Gildemeister ging 1868 nach Deutschland zurück, schied aber aus der Firma aus. In Japan übernahmen Gustav Reddelien (Nagasaki) und Carl Illies sen. (Yokohama) die Führung, wobei Yokohama Ende der 1860er Jahre zum Hauptsitz der Firma wurde. Vor dem Hintergrund des Kampfes um die Wiederherstellung der Kaiserherrschaft gewannen Waffen- und Rüstungsimporte einen immer höheren Stellenwert. L. Kniffler & Co. gelang es, die wachsenden Risiken des Zahlungsausfalls durch vertraglich gesicherte Exportwarenlieferungen zu mildern. Weitere Niederlassungen konnten in Hyōgo (später: Kōbe) und Osaka etabliert werden. Im Auftrag der Firma Siemens lieferte die Firma L. Kniffler & Co. in Düsseldorf 1870 eine erste Telegraphenanlage nach Japan und wies damit den Weg für die nachhaltige Veränderung des Importprofils zu Gunsten von Industriewaren, Maschinen und Anlagen in den folgenden Jahren. 1880 wurde das von Louis Kniffler aufgebaute Unternehmen von Carl Illies sen. übernommen und in die Firma C. Illies & Co. überführt. Vgl.
Schmidtpott, Aufstieg
. Vgl. auch die digitale Edition: „Die internationale Geschäftskorrespondenz von L. Kniffler & Co. (1859–1876)“. Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Ostasienwissenschaften, Geschichte Japans. URL: https://kniffler.ub.rub.de .
McOmie
, William: The Opening of Japan, 1853–1855. A Comparative Study of American, British, Dutch and Russian Naval Expeditions to Compel the Tokugawa Shogunate to Conclude Treaties and Open Ports to their Ships, Folkstone 2006
McOmie
, The Opening of Japan
2006
Auslin
, Michael R.: Negotiating with Imperialism. The Unequal Treaties and the Culture of Japanese Diplomacy, Cambridge 2004
Auslin
, Negotiating with Imperialism
2004
Regierung der Niederlande
Regierung Niederländisch-Indiens
Regierung Japans
Regierung Japans, Schatzkammer bzw. Finanzministerium
Batavia [Stadt auf der Insel Java]
Hamburg
Shimonoseki [Stadt in Japan]; auch: Bakan
Europa; auch: Europe (englisch)
Niederländisch-Indien; auch: holländisch Indien (heute: Indonesien)Gestützt auf die Vereenigde Oostindische Compagnie gelang es den Niederländern um 1600, sich sowohl gegenüber den konkurrierenden Portugiesen als auch gegenüber den verschiedenen Inselkönigreichen auf Java, Sumatra, Borneo, Celebes, Neuguinea und zahlreichen anderen Inseln Südostasiens sich als Kolonialherren durchzusetzen. Ausgehend von der Insel Java bauten sie ihre Kolonie Niederländisch-Indien immer weiter aus und behaupteten sie im frühen 19. Jahrhundert trotz zeitweiliger Abtretungen auch gegenüber den Briten. Erst 1949, nach der japanischen Besatzung und einem mehrjährigen, erbittert geführten Unabhängigkeitskampf, erlangte Indonesien schließlich seine staatliche Souveränität. Vgl.
Schulze, Geschichte Indonesiens
.
Anjer [Ort auf der Insel Java]; auch: Angier, Anyer
Samarang [Stadt auf der Insel Java]; auch: Semarang
Surabaya [Stadt auf der Insel Java]; auch: Soerabaiya, Soerabaya, Sourabay, Sourabaya
Padang [Ort auf der Insel Sumatra]
Niederlande; auch: Holland
Dejima [künstlich angelegte Insel in der Bucht von Nagasaki, Japan]; auch: Decima
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Kanagawa [Stadt in Japan]; auch: Kanagara, Kanagava, Kanahawa
Tokio [Stadt in Japan]; auch: Edo (bis 1868), Jedo (bis 1868), Jeddo (bis 1868), Tokyo, Yeddo (bis 1868)
Hyōgo [Stadt in Japan]; auch: Hiogo;In den ersten japanischen Handelsverträgen mit anderen Staaten wurde die Stadt Hyōgo als Niederlassung für ausländische Kaufleute genannt und ihr Hafen zum 1. Januar 1868 geöffnet. Doch die Niederlassung der ausländischen Kaufleute verlagerte sich aus örtlichen Gründen mehr und mehr in das angrenzende Dorf Kōbe. Dennoch hielten die westlichen Mächte vorerst am Namen Hyōgo fest oder sie verwendeten den der nahegelegenen Stadt Osaka, deren Hafen zum 1. September 1868 ebenfalls zugänglich gemacht wurde.
Osaka [Stadt in Japan]
Merck, Carl Hermann (seit 1831: Dr.)Carl Hermann MerckJurist, Politiker11689138603.05.180916.10.1880Carl Hermann Merck studierte Jura und wurde 1831 promoviert. Anschließend ging er für einige Jahre auf Reisen, was ihm durch ein ererbtes Vermögen möglich war. Nach seiner Rückkehr nach Hamburg im Jahr 1839 engagierte er sich u.a. für den Eisenbahnbau. 1843 zum Ratssekretär berufen, wählte man ihn 1847 zum Senatssyndikus und betraute ihn wenig später zugleich mit den auswärtigen Angelegenheiten Hamburgs - eine Aufgabe, die er bis zu seinem Tod mehr als 30 Jahre lang wahrnahm. Für die Konsuln der Hansestadt in anderen Ländern war er über Jahre der wichtigste Ansprechpartner, der erheblichen politischen Einfluss besaß. Vgl.
Beneke, „Merck“
.
WilhelmineDie „Wilhelmine“ war ein dänisches Frachtschiff, das 1859 zwischen Hongkong und Japan zu verkehren suchte, dort mit seiner Fracht jedoch abgewiesen wurde, weil es noch keinen Handelsvertrag zwischen Dänemark und Japan gab.
Konsul der Hansestadt Hamburg
Senatssyndikus der Hansestadt Hamburg
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Manufakturwaren; auch: Manufacte, Manufaktur, Manufacturwaaren
Fracht [Frachtgut]; auch: Ladung, Schiffsladung
Handelsvertrag; auch: commercial treaty (englisch), convention of commerce (englisch), Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag, Handelsabkommen, Handels- und Schifffahrtsvertrag, Schifffahrtsvertrag, Tractat, Zollvertrag
Niederländer; auch: Dutch (englisch), Holländer
Hafen; auch: free port (englisch), Freihafen, port (englisch), VertragshafenHäfen spielten für den Handel mit und in Ostasien im langen 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle, zum einen als „Freihäfen“, wie zum Beispiel Singapur, in denen Waren ein- und ausgeführt werden konnten, ohne mit Zöllen belastet oder durch nichttarifäre Handelshemnisse beschränkt zu werden, zum anderen - und das war die häufigere Form - als „Vertragshäfen“, die zumeist nicht freiwillig, sondern unter Androhung von militärischer Gewalt oder auch erst nach einer militärischen Niederlage von den betreffenden Territorialstaaten, vor allem China und Japan, für den internationalen Handel geöffnet wurden. Dies geschah in der Regel auf der Basis eines mehr oder weniger erzwungenen Handelsvertrages, der keine gleichen Rechte für die Vertragspartner vorsah, sondern in erster Linie den Interessen der ausländischen imperialen Mächte entsprach und deshalb als Ungleicher Vertrag bezeichnet wurde. Über die Vertragshäfen wurde in China, Japan und anderen Ländern Ostasiens eine kommerzielle Revolution mit tiefgreifenden Veränderung für alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang gesetzt. Vgl.
Fairbank, Trade and Diplomacy
;
HAO, Commercial Revolution
;
Hoare, Japan‛s Treaty Ports
;
So/MyersTreaty Port Economy
;
Bickers/Jackson, Treaty Ports
;
Brunero/Villalta Puig, Life in Treaty Port China and Japan
.
Importe nach Niederländisch-Indien
Zoll; auch: costums dues (englisch), Differentialabgabe, duty (englisch), measurement duty (englisch), ship duty (englisch), Zollabgaben, Zolltarif
Exporte aus Niederländisch-Indien
Syndikus; auch: Sindicus, SyndicusSchon seit der Frühen Neuzeit wurden in den Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck zunächst zeitweise, später dauerhaft Juristen mit Fachausbildung und oft auch Promotion mit dem Amt des „Syndikus“ betraut. Ihre Aufgaben lagen nicht nur in der Leitung von Kanzlei und Archiv sowie in der Rechtsberatung des Rats bzw. Senats der Stadt, sie vertraten diese auch bei Gericht und in Verhandlungen mit anderen Staaten; teils nahmen sie selbst richterliche Aufgaben wart. Mit der Einführung der Gewaltenteilung und entsprechenden Verfassungsreformen zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Aufgaben und Befugnisse der Syndici eingeschränkt. Vgl. exemplarisch:
Bruns, Lübecker Syndiker
.
Rechnung; auch: account (englisch), Factur, Factura, Faktur
Briten; auch: British (englisch), Britons (englisch), Engländer, English (englisch), Englishmen (englisch)
Amerikaner; auch: Americans (englisch)
Japaner; auch: Japanesen, japanische Unterthanen
Konsum; auch: Consumption, Consumtion, Konsument, Verbrauch, Verbraucher
Silber; auch: Silberladen, Silbermarkt, Silberpreis
Lohn; auch: Bezüge, Gage, Gehalt, Salair, salary (englisch), Vergütung, wage (englisch)
Kampfer; auch: Campher, CamphorDer aus den Bestandteilen des in Asien weit verbreiteten Kampferbaums gewonnene Kampfer, ein farbloses oder weißes Pulver, wurde im 19. Jahrhundert vor allem für medizinische Zwecke verwendet.
Seide; auch: Abfallseide, rohe Seide, Rohseide, Seidenhandel, silk (englisch)
Feuer; auch: Feuersbrunst
Gebäude; auch: Fabrikgebäude, Geschäftshaus, Gerichtsgebäude, Haus, Konsulatsgebäude, Verwaltungsgebäude
Holz; auch: Balken, Baumstamm, Bretter, Holtz, Holzlager, Holzmuster, Holzsplitter, Planken, Rinde, Sägemehl, Stamm
Europäer, Europäerin; auch: Westländer
Flagge; auch: flag (englisch), Flaggenstock, Nationalflagge, SchiffsflaggeDie in der Regel aus Tuch bestehende Flagge eines Schiffes dient der Übertragung von Informationen auf weite Sicht. Dabei geht es zumeist um die Zugehörigkeit zu einer Reederei oder zu einem Staatswesen, in deren Schiffsregister das Schiff eingetragen ist; in letzterem Fall müssen weder die Eigner noch der Kapitän und die anderen Mitglieder der Schiffsmannschaft zwangsläufig ihren Sitz in dem betreffenden Staat haben. Die Nationalflaggen der Europäer wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Ostasien auch vermehrt an Land gehisst, etwa vor den ausländischen Faktoreien im chinesischen Kanton oder auf Konsulatsgebäuden.