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Abschrift
Hanseatisches Consulat
Bangkok, Siam 26. Januar 1860
Auf Herrn Consul Th. Thies‘s Depesche vom 4. August v. J. Bezug nehmend, beehre ich mich Ew. Magnificenz mit einem Auszug der in letztem Jahre im hiesigen Consulate ein- und ausclarirten Schiffe, nebst deren Import- und Exportladungen aufzuwarten. Ferner mit einer Uebersicht der Exporten in 1859 in fremden und Native-Schiffen im Vergleich zu denen in 1858 und 1857.
Ew. Magnificenz werden diesen Statistiken entnehmen, daß die Ausfuhr 1859, mit Ausnahme einiger Artikel geringer wie in 1858, was jedoch keineswegs seinen Grund in einer verminderten Production, sondern nur darin hat, daß bei hergestelltem Frieden im Süden Chinas und den guten Reis-Erndten daselbst, genügend für den Consum, weniger Schiffe unseren Hafen besuchten, als in den Jahren 1857 und 1858. – Die Artikel, die wie erwähnt eine Ausnahme bilden, sind:
Zucker, wovon Preise hier meist nach Singapore und respect: Europa-Preisen regulirt, und demnach eine regelmäßige Exportation zulassen, dann:
Häute &
Hörner, in Folge einer ansteckenden Seuche, die in den heißen Sommermonaten Tausende von Büffeln tödtete, und erst mit dem Eintreten der nassen Jahreszeit endete.
Die Production meist aller Artikel und besonders solcher für den Export, ist mit jedem Jahre, seit fremde Schiffe diesen Platz besuchen, fortgeschritten, wofür der|1. Bogen, 2. Seite| Umstand das beste Zeugniß giebt, daß nicht mehr wie im ersten Jahre Preise bei eintretendem starken Begehr sofort bedeutend stiegen, sondern jetzt Preise gewöhnlich eine gute Marge zwischen hier und den benachbarten Häfen lassen.
Auch unser Import-Handel hat sich bei steigendem Wohlstand der Eingeborenen bedeutend vermehrt, und dürfte mit der Zeit nicht allein eine Quelle des Verdiensts für Europäische Kaufleute am Platz und für Europ. Fabrikanten daheim werden, sondern wäre auch wünschenswerth als eine Rimesse gegen hiesige Producte, zu deren Einkauf die Fonds jetzt meistens baar hergelegt werden müssen.
Bis jetzt ist der Import-Handel noch zum großen Theil in den Händen unserer eingeborenen Chinesen, die ihre Waaren (mit Ausnahmen einiger Maschinerien, die von Amerika und England für Siames:Fluß-Dampfböte bezogen werden), in Singapore auf 3 – 6 Monat Credit kaufen; dieselben in ihren eigenen Schiffen herbringen, und hier auf 1 a 2 Monat Credit wieder verkaufen, wodurch das Geschäft für Europäer, die auf größeren Unkosten sitzen und nicht die Facilitäten haben, ausstehende Gelder von Detaillisten einzucassiren unprofitabel und unsicher ist. Auf der anderen Seite sind von China hier importirte Waaren, meist wirklich Chines: Manufacturen und Seidenstoffe, denen unsere Eingeborenen, zum größten Theil aus eingewanderten Chinesen bestehend, – viel den Vorzug geben. Im Laufe der Zeit bei directer Communication möchten jedoch auch diese den Europ: Waaren das Feld räumen.
Ich unterlasse es daher eine Aufmachung der Importe beizuschließen, da es sehr schwer, eine einigermaßen richtige Schätzung der in Siamesischen Schiffen|1. Bogen, 3. Seite| eingeführten Ladungen zu machen.
Die Reis- und Zucker-Erndten sind äußerst befriedigend ausgefallen, und bei guter Frage dürfen wir in diesem Jahr auf ein lebhaftes Geschäft rechnen.
Auch der Gesundheits-Zustand der hier verweilenden Europäer war im Allgemeinen befriedigend; Krankheit und Todesfälle kommen meist nur vor, wo Leute sich unvorsichtig den Einflüssen des Climas aussetzten oder eine unregelmäßige Lebensweise führten.
Politisch bleibt hier Alles unverändert. Seitdem französische Truppen einen Theil Cochin China’s beherrschen, halten die Grenzstreitigkeiten zwischen den Cochin Chinesen und Siamesen auf.
Indem ich mich Ew. Magnificenz etc. etc.
(gez:) Paul Pickenpack
Consulatsverweser
v. J.vorigen Jahres
Ew., Ew: Eure [Magnificenz]
resp.respektive
europ.europäisch
chin., chines.chinesisch
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
gez., gez:gezeichnet
AHKBArchiv der Handelskammer Bremen
AHKBArchiv der Handelskammer BremenMA - Hp II 91Handelspolitik - Außenhandel, Siam (1856–1942)
Pickenpack, Thies & Co., BangkokDas Handelshaus Pickenpack, Thies und Co. wurde 1858 von Paul Pickenpack und Theodor Thies in Bangkok gegründet, unmittelbar nachdem es den
Hansestädten gelungen war,
durch die von Arnold Otto
Meyer angestoßenen und von Theodor Thies geführten Verhandlungen
einen Freundschafts-,
Handels- und Schifffahrtsvertrag mit dem Königreich Siam
abzuschließen. Die Firma Pickenpack, Thies & Co. entwickelte sich zu
einem namhaften Handelshaus, das sich in den 1890er Jahren auch in Penang etablieren konnte und später
die dortige Firma Hermann
Jebsen & Co. übernahm. Vgl. Khoo,
Khoo, More than
Merchants
, S. 47–49.
Platt
, Stephen R.: Autumn in the Heavenly Kingdom. China, the West, and the Epic Story of the Taiping Civil War, New York 2012
Platt
, Autumn in the Heavenly Kingdom
2012
Brocheux
, Pierre/
Hémery
, Daniel: Indochina. An Ambiguous Colonization, 1858–1954 [zuerst: 2001], Berkeley 2009
Brocheux/Hémery
, Indochina
2009
Brötel
, Dieter: Frankreich im Fernen Osten. Imperialistische Expansion und Aspiration in Siam und Malaya, Loas und China, 1880–1904, Stuttgart 1996
Brötel
, Frankreich im Fernen Osten
1996
Konsulat der Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck (Hanseatisches Konsulat)
Bangkok [Stadt in Siam]; auch: Bangkong, Bankog
Hamburg
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Europa; auch: Europe (englisch)
Vereinigte Staaten von Amerika; auch: United States (US), United States of America (USA), Vereinigte Staaten von Nordamerika
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Frankreich
Tonkin [Region in Vietnam]; auch: Tongking
Französisch-IndochinaVietnam wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts formell noch immer von der Nguyen-Dynastie regiert, die sich gegenüber dem Chinesischen Kaiserreich als tributpflichtig verstand. Doch schon mit dem im Zuge des Zweiten Opiumkrieges zwischen China und Frankreich geschlossenen Vertrag von Tianjin musste China den Norden Vietnams, der von den Franzosen Tonkin genannt wurde, als französisches „Protektorat“ anerkennen. Darüber hinaus annektierten die Franzosen 1862 den Süden Vietnams und erklärte ihn zu ihrer Kolonie Cochinchina. 1870 besetzten sie weitere vietnamesische Städte, darunter nun auch die Hauptstadt Hanoi unweit der chinesischen Grenze. Nach der französischen Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg (1870 bis 1871) stand kurzzeitig zur Debatte, Cochinchina im Zuge der französischen Reparationszahlungen an das Deutsche Reich abzutreten, doch dazu kam es nicht, denn Reichskanzler Otto von Bismarck lehnte einen solchen Vorschlag ab. 1874 bekamen die Franzosen in der nahe Hanoi gelegenen Hafenstadt Haiphong eine eigene Konzession zugesprochen, wo seither ein französischer Konsul residierte und eine französisch-vietnamesische Zollbehörde eingerichtet wurde. In den 1880er Jahren versuchte Frankreich seinen Einfluß in Vietnam noch weiter auszudehnen, wobei nun die zwischen Cochinchina im Süden und Tonkin im Norden liegende Region Annam in den Mittelpunkt rückte. Aus dem dadurch ausgelösten Krieg zwischen Frankreich und China, der im Juni 1884 militärisch entbrannte, ging Frankreich siegreich hervor und erlangte zugleich die volle Kontrolle über die Regionen Tonkin und Annam, das 1884 ebenfalls zum französischen „Protektorat“ erklärt wurde. Im November 1887 etablierte Frankreich schließlich die Union de l’Indochine française (Französisch-Indochina), die Cochinchina, Annam und Tonkin umfasste, und unterstellte sie dem französischen Ministerium für die Kolonien. Ein französischer Generalgouverneur trat an die Spitze der Verwaltung Französisch-Indochinas. - Ein eingehende historische Untersuchung zur Imperial- und Kolonialpolitik Frankreichs in Ostasien liegt bislang nicht vor. Erste Überblicke bieten:
Brötel, Frankreich im Fernen Osten
;
Brocheux/Hémery, Indochina
.
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
Pickenpack, Paul Johann MartinPaul Johann Martin PickenpackKaufmann, Konsul124392417913.05.183420.10.1903Paul Pickenpack gründete 1858, unmittelbar nach dem Abschluss eines Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrages zwischen den Hansestädten Lübeck, Bremen und Hamburg und dem Königreich Siam gemeinsam mit Theodor Thies die Firma Pickenpack, Thies & Co. mit Sitz in Bangkok, das erste deutsche Handelshaus in Siam überhaupt, das sich in den folgenden Jahren im Reishandel mit den Straits Settlements und China etablieren konnte. Von 1864 bis 1868 amtierte Paul Pickenpack als Hanseatischer Konsul in Bangkok, nachdem er das Amt zuvor schon mehrfach für Theodor Thies verwaltet hatte. 1868 kehrte Paul Pickenpack nach Hamburg zurück, wo er seit 1881 als siamesischer Generalkonsul wirkte. Im März 1900 gehörte er zu den Mitbegründern des Ostasiatischen Vereins in Hamburg. Vgl.
Khoo, More than Merchants
, S. 47–49;
Eberstein, Ostasiatischer Verein
.
Merck, Carl Hermann (seit 1831: Dr.)Carl Hermann MerckJurist, Politiker11689138603.05.180916.10.1880Carl Hermann Merck studierte Jura und wurde 1831 promoviert. Anschließend ging er für einige Jahre auf Reisen, was ihm durch ein ererbtes Vermögen möglich war. Nach seiner Rückkehr nach Hamburg im Jahr 1839 engagierte er sich u.a. für den Eisenbahnbau. 1843 zum Ratssekretär berufen, wählte man ihn 1847 zum Senatssyndikus und betraute ihn wenig später zugleich mit den auswärtigen Angelegenheiten Hamburgs - eine Aufgabe, die er bis zu seinem Tod mehr als 30 Jahre lang wahrnahm. Für die Konsuln der Hansestadt in anderen Ländern war er über Jahre der wichtigste Ansprechpartner, der erheblichen politischen Einfluss besaß. Vgl.
Beneke, „Merck“
.
Thies, TheodorTheodor ThiesKaufmann, KonsulTheodor Thies war ein in den späten 1850er Jahren in Bangkok ansässiger Kaufmann, der dort die Vertretung von Behn, Meyer & Co. wahrnahm. Nach dem Abschluss eines Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrages zwischen den Hansestädten Lübeck, Bremen und Hamburg und Siam im Oktober 1858, die er im Auftrag der Senate der drei norddeutschen Hansestädte
geführt hatte, beteiligte sich Thies am Handelshaus Pickenpack, Thies & Co. in Bangkok, das sich zu einer wichtigen Adresse für den innerasiatischen Reishandel entwickelte. Anfang 1959 wurde Theodor Thies zum Hanseatischen Konsul in Bangkok berufen und übte dieses Amt offiziell bis 1864 aus, bevor er zurück nach Deutschland ging. Zuvor hatte er sich durch Paul Pickenpack als Verwalter des Hanseatischen Konsulats vertreten lassen. Vgl. Helfferich
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, S. 95.
Senatssyndikus der Hansestadt Hamburg
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Telegramm; auch: Depesche, Kabel
Taipingaufstand (1851–1864)Ausgelöst durch Proteste der ursprünglich vor allem religiös motivierten Gruppe der „Taiping“ um den Mystiker HONG Xiuquan (1814–1864), die nach dem „Himmlischen Reich des Großen Friedens“ (Taiping Tianguo) strebten, kam es in China in den 1850er Jahren zu einem von verschiedenen ethnischen Minderheiten getragenen, langjährig schwelenden Bürgerkrieg, der das von der mandschurischen Qing-Dynastie regierte chinesische Kaiserreich schwer erschütterte und die Regierung schwächte. Schätzungen zufolge kamen bis zu 30 Millionen Menschen im Verlauf dieses Bürgerkrieges ums Leben, der sich ausgehend vom Süden des Landes immer mehr nach Zentralchina verlagerte. Durch die Kämpfe stieg der Bedarf an Waffen in China massiv an und brachte den internationalen Waffenhandel in Schwung. Die Taiping eroberten mehrere Städte, darunter Nanjing, und drohten mit ihrer erstarkten Armee schließlich auch Shanghai einzunehmen. Die britische Regierung, die den Taipingaufstand zunächst genutzt hatte, um von der durch ihn bedrängten chinesischen Regierung mit dem vorsätzlich herbeigeführten Zweiten Opiumkrieg (1856–1860) weitere Handelsprivilegien zu erlangen, entschloss sich angesichts dieser Entwicklung, als es im Januar 1862 zu neuen Angriffen der Taiping auf Shanghai kam, unmittelbar in die Kämpfe einzugreifen: Mit der „Ever Victorious Army“ wurde eine gemischt chinesisch-ausländische Streitmacht aufgestellt, der es gemeinsam mit einem britisch-französischen Freiwilligenkorps von 2.000 Mann gelang, Shanghai erfolgreich gegen die Taiping zu verteidigen und im Sommer 1864 - unterstützt von weiteren Eingriffen der britischen Armee - den Taipingaufstand endgültig niederzuschlagen. Die Briten, Franzosen und anderen Ausländer stabilisierten dadurch die Herrschaft der Qing-Dynastie. Vgl.
Michael/CHANG, The Taiping Rebellion
;
Gregory, Great Britain and the Taipings
;
Platt, Autumn in the Heavenly Kingdom
;
Chew, Arming the Periphery
;
Osterhammel, Verwandlung der Welt
, passim.
Konsum; auch: Consumption, Consumtion, Konsument, Verbrauch, Verbraucher
Zucker; auch: Raffinadezucker, Rohzucker, sugar (englisch), zeeker (niederländisch), zuykar (niederländisch), zuyker (niederländisch)
Häute; auch: hides (englisch)
Hafen; auch: free port (englisch), Freihafen, port (englisch), VertragshafenHäfen spielten für den Handel mit und in Ostasien im langen 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle, zum einen als „Freihäfen“, wie zum Beispiel Singapur, in denen Waren ein- und ausgeführt werden konnten, ohne mit Zöllen belastet oder durch nichttarifäre Handelshemnisse beschränkt zu werden, zum anderen - und das war die häufigere Form - als „Vertragshäfen“, die zumeist nicht freiwillig, sondern unter Androhung von militärischer Gewalt oder auch erst nach einer militärischen Niederlage von den betreffenden Territorialstaaten, vor allem China und Japan, für den internationalen Handel geöffnet wurden. Dies geschah in der Regel auf der Basis eines mehr oder weniger erzwungenen Handelsvertrages, der keine gleichen Rechte für die Vertragspartner vorsah, sondern in erster Linie den Interessen der ausländischen imperialen Mächte entsprach und deshalb als Ungleicher Vertrag bezeichnet wurde. Über die Vertragshäfen wurde in China, Japan und anderen Ländern Ostasiens eine kommerzielle Revolution mit tiefgreifenden Veränderung für alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang gesetzt. Vgl.
Fairbank, Trade and Diplomacy
;
HAO, Commercial Revolution
;
Hoare, Japan‛s Treaty Ports
;
So/MyersTreaty Port Economy
;
Bickers/Jackson, Treaty Ports
;
Brunero/Villalta Puig, Life in Treaty Port China and Japan
.
Remesse; auch: RimesseEinen Wechsel, der vom Aussteller an den Wechselnehmer geschickt wird, also dem Zweck des Zahlungstransfers dient, nennt man Remesse.
Chinesen; auch: Chinese (englisch)
Maschinen und Anlagen; auch: Apparat, Apperrat, machinery (englisch), Maschinenanlage
Dampfschiff; auch: Dampfbarkasse, Dampfboot, Dampfer, steamboat (englisch), steamer (englisch)
Kredit; auch: Anleihen an dritte Personen, Ausleihung von Geldern, Blanco Credit, Credit, credit (englisch), Darlehen, Kreditgeschäft
Europäer, Europäerin; auch: Westländer
Geschäftskosten; auch: costs (englisch), Handlungs-Unkosten, Kosten, Schiffs-Unkosten, Spesen, Unkosten
Ertrag; auch: Erwerb, Erlös, verdiente Gelder, Nutzen
Einzelhändler; auch: Detaillisten
Manufakturwaren; auch: Manufacte, Manufaktur, Manufacturwaaren
Seidenwaren; auch Seidenwarenhandel
Krankheit; auch: Ägyptische Augenkrankheit, Cholera, Gehirnerweichung, Gelbes Fieber, Hypochondrie, Malaria, Nervenkrankheit, Neurasthenie, Ruhr, Wahnvorstellungen
Tod; auch: decapitation (englisch), Enthauptung, execution (englisch), Hinrichtung, Mord, Sterbefall, Todesfall, Todestag, Todestrafe
Verträge von Tianjin (18. Oktober 1860)Im Zuge des Zweiten Opiumkrieges (1856–1860) kam es bereits im Juni 1858 zum Abschluss der Verträge von Tianjin zwischen dem Kaiserreich China auf der einen sowie Großbritannien bzw. Frankreich auf der anderen Seite, die ihre Truppen gemeinsam in diesen Krieg geführt hatten, um zusätzliche Handelszugeständnisse zu erlangen. Da der chinesische Kaiser Xianfeng seine Unterschrift unter diese neuen Ungleichen Verträge jedoch hinauszögerte, zumal zu dieser Zeit der durch den Taipingaufstand ausgelöste Bürgerkrieg große Aufmerksamkeit verlangte, flammten die Kämpfe erneut auf. Erst am 18. Oktober 1860 wurden sie, nun ergänzt um die Konvention von Peking, vom Xianfeng-Kaiser schließlich unterzeichnet. Den Vereinigten Staaten und Rußland, die sich den Vertragsverhandlungen der Briten und Franzosen frühzeitig angeschlossen, aber nicht an den militärischen Handlungen beteiligt hatten, war es schon im Mai 1858 gelungen, inhaltlich weitgehend gleiche Handelsverträgen mit China abzuschließen. Die Verträge von Tianjin sicherten den insgesamt vier Vertragsmächten das Recht zu, künftig diplomatische Vertretungen in der bis dahin für Ausländer verschlossenen chinesischen Hauptstadt Peking zu eröffnen; das führte 1861 zur Etablierung des Zongli Yamen, einer zuvor noch nicht bestehenden Behörde für die chinesischen Außenbeziehungen. Die vier Vertragsmächte bekamen außerdem das Privileg der Konsulargerichtsbarkeit zugesprochen; ihre Untertanen und Bürger unterstanden somit nicht länger allen chinesischen Gesetzen, sondern der Rechtsprechung ihrer eigenen Konsuln. Mit den Verträgen von Tianjin wurden außerdem elf weitere chinesische Häfen für den internationalen Handel geöffnet, darunter nun auch vier Häfen am Jangtsekiang, also im Landesinneren (Nanjing, Zhenjiang, Jiujiang und Hankou). Der umstrittene Opiumhandel wurde legalisiert und mit einem chinesischen Einfuhrzoll belegt. In allen Vertragshäfen wurde darüber hinaus eine zentral organisierte, seit 1863 von dem Briten Robert Hart als Generalinspekteur geführte chinesische Seezollverwaltung eingerichtet, die künftig für den Einzug sämtlicher Im- und Exportzölle verantwortlich war. Ob die Bestimmungen der Verträge von Tianjin für alle Handelsnationen gelten sollten, blieb unklar, weshalb auch in den norddeutschen Hansestädte und Preußen nun verstärkt Überlegungen angestellt wurden, ob nicht eigene Handelsverträge mit China erforderlich seien. Vgl.
WONG, Deadly Dreams
;
Platt, Autumn in the Heavenly Kingdom
.
Franzosen; auch: French (englisch)
Konsulatsverwalter; auch: Consulatsverweser