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Nr. 2.2.3.14

„Instructionen für Herrn Johannes Mooyer“, aufgesetzt von Arnold Otto Meyer in Hamburg im August 1862

Briefliche Anweisung

Regest:

Kurz bevor Arnold Otto Meyer am 2. September 1862 noch einmal für zwei Jahre nach Singapur aufbricht, um nach der nur mit Mühe überstandenen Krise von 1857 direkt vor Ort für eine Neuausrichtung der Geschäftspolitik zu sorgen, erteilt er dem früheren Teilhaber von Behn, Meyer & Co. in Singapur, Johannes Mooyer, der inzwischen nach Hamburg zurückgekehrt ist, genaue Anweisungen für die Wahrnehmung der Vertretung von Behn, Meyer & Co. während seiner langen Abwesenheit. Er stattet ihn mit weitgehenden Vollmachten aus, erteilt ihm jedoch keine Prokura, um nicht den Anschein zu erwecken, die Firma Behn, Meyer & Co. habe eine eigene Niederlassung in Hamburg errichtet. Generell soll Mooyer keine Handelsgeschäfte auf eigenes Risiko mehr betreiben, sondern reine Kommissionsgeschäfte vereinbaren. Meyer legt ausführlich dar, mit welchen Geschäftspartner die Firma in den einzelnen Geschäftsbereichen in Hamburg, Großbritannien, verschiedenen Regionen Deutschlands, den Niederlanden und den USA in Verbindung steht und wie die üblichen Konditionen für Geschäftsabschlüsse mit ihnen aussehen. Der Handel mit Tuchwaren, Schießpulver und Waffen tritt dabei besonders hervor. Auch die Frage der Transportversicherung nimmt einen hohen Stellenwert ein. Außerdem wird Mooyer genau darüber informiert, bei welchen Banken und Handelshäusern die Firma Behn, Meyer & Co. Kredite in Anspruch nehmen kann.

Instructionen

für Herrn Johannes Mooyer

Beiliegend behändige ich Ihnen eine General-Vollmacht Kraft derer Sie für mein Haus Behn Meyer & Co. sehr ausgedehnte Gewalt bekommen, Geschäfte für Ihr früheres Haus einzuleiten.1 –

Unserer Uebereinkunft gemäß erhalten Sie für Ihre Mühwaltung ein Fixum von mindestens Bco. 8000 – (Acht tausend) per Jahr und außerdem Wiedererstattung des verausgabten Portos und Ihrer persönlichen Reisespesen für im Intresse von BM&Co. gemachte Geschäftsreisen. –

Leiten Sie viele neue Commissions Geschäfte (reine) ein, so werden BM&Co., wie auch schon angedeutet, sich auch liberal gegen Sie erweisen und Ihnen Zulage geben um Ihnen die Möglichkeit zu bieten Capital anzusammeln zu können. –

Nach Rectification aller unserer Verhandlungen werde ich dafür sorgen, daß auch von Herrn Schreiber Ihnen die Vollmacht bestätigt werde. –

Laut derselben ernennen wir Sie zu unserem Agenten und Special Bevollmächtigten. –

Wie Ihnen bekannt, würde ich Sie, in Ihrer neuen Capazität, per Procura BM&Co. haben zeichnen lassen, wenn ich nicht dadurch eine Firma BM&Co. in Hamburg zu schaffen befürchtete. – Dieses darf aber nicht sein und da es überall ungewöhnlich ist einer vom Comptoir gänzlich getrennten Persönlichkeit die Procura zu geben, so werden Sie es gewiß ganz in der Ordnung finden wenn ich die Ertheilung der Procura in der Vollmacht anullire. Mein Vertrauen in Sie ist dadurch um keinen Tittel verringert. –

Sie werden also Ihre officielle Correspondenz mit Ihrem vollen Namen zeichnen

Johannes Mooyer

Special Agent von Behn Meyer & Co.

Singapore

Diese Unterschrift paßt für deutsche wie für englische Briefe. –

Ein Circulair lege ich diesem, der Ordnung wegen, bei. –

Ich hoffe zu Gott daß unsere neue Verbindung eine gegenseitig angenehme und nützliche werden möge. –

Die fernere Zukunft berühre ich hier nicht, weil sie uns dunkel, nur spreche ich hier den Wunsch aus nach einer längeren Dauer unseres neuen Verhältnisses. –

Durch die Vollmacht lege ich eine fast unbeschränkte Gewalt in Ihre Hände, über Geschäfte die Ihnen eine reine Commission, ohne irgend einen Risico Ihrerseits, eintragen. –

Die Gefahr der Verluste wird einzig und allein durch das Haus BM&Co. getragen.

Sie werden also eine schon darin suchen, mein Haus, soviel dies in Ihrer Macht steht, vor Capital Verlusten zu bewahren. –

Sie werden, sobald es sich um einen Risico von Bco. 10000 – handelt, oder so wie Sie Sich in irgend einer unangenehmen, rathlosen, Lage befinden, mit unseren Freunden Herrn August Behn und oder Herren Wachsmuth & Krogmann unterhalten, um deren Meinung einzuholen und darnach die Ausführung betreiben oder unterlassen. –

Ziehen Sie vor Sich an Herrn G. F. Vorwerk zu wenden, so steht Ihnen dies durchaus frei und soll mir willkommen sein. –

Diese Rath-Einholung empfehle ich Ihnen angelegendlichst; ein Handeln, in Uebereinstimmung mit gewiegten Kaufleuten verleiht Ihnen größere Sicherheit und Ruh vor dem Einschlagen der Unternehmung, mag sie nur in Worten oder in Werken bestehen. –

Ihr Hauptaugenmerk bei Einleitungen wird darauf gerichtet sein, Behn Meyer & Co. reine Commissions Geschäfte zuzuführen, bestehend:

in Schiffsadressen

in Consignationen von Waaren

in reinen Orders auf Produckte

in Vermittelung von Disbursements

u. s. w. –

Es wird hin und wieder von Ihnen verlangt werden, Schiffen, der Adresse wegen, ein gewisses Quantum Cubic Maaße zu geben. –

Von hier aus stehen vorläufig wenig Güter für diesen Zweck zu Gebote. – Hohlglas, Spirituosen und ähnliche Artikel wollen Sie, ohne begründete Aussicht auf prompten Absatz in Singapore, nicht senden und lieber die Schiffsadresse fahren lassen. –

Kohlen von England (Cardiff) dürften noch am besten passen. –

Als Ausnahme lasse ich gelten, wenn der größte Theil der Ladung, vom Rheder an BM&Co. consignirt wird und zum Auffüllen, von uns ein Quantum Waare verlangt. –

Haben Sie sonst selbstständig einen größeren Posten Gut zusammen, so werden Sie suchen, in Gemeinschaft mit einem guten Hause in China, ein kleines Schiff aufzunehmen. –

Können Sie es später veranlassen daß von hier aus Schiffe regelmäßig n/ Singapore anlegen, mit der Verpflichtung der Consignation des Schiffes, sobald ein gewisses Quantum Stückgüter an das Haus in S. verladen sind, so würden Sie dem Geschäft n/ Singapore wesentlich aufhelfen. –

Ihr ganz besonderes Bestreben wird darauf gerichtet sein, Rheder zu veranlassen, uns ihre Schiffe pure zu consigniren, damit wir ihnen lohnende Beschäftigung in Singapore verschaffen. –

Wird von einem Rheder das Verlangen nach einer Commissions Reduction für zu besorgende Frachten gestellt, so ermächtige ich Sie, im äußersten Fall bis zu 2 1/2 p. Ct., Netto, für BM&Co., für Frachtbesorgung abzuschließen, doch muß dann das Schiff ohne weiteres fest an BM&Co. adressirt sein damit nicht solche Wiederholungen wie beim Willy stattfinden. –

Da Sie 1/2 % von allen reinen Commissionen beziehen, so dürfen Sie also keine niedrigere Co. als 3 % erlauben; fragen andere Agenten um Reductionen an, so müssen daran Retour Co. neben der Ihrigen in Anschlag gebracht werden, damit BM&Co. immer das Minimum von 2 1/2 % rein bleibt. –

Sie wollen übrigens mit dieser Reduction sehr zähe sein. –

Herrn Rickmers in Geestmünde ist nun einmal 2 1/2 p. Ct. zugestanden, doch datirt sich dieses aus meiner Zeit & ist dabei keine Aenderung einzuführen. –

Unsere Nachbarn in Singapore sollen zu 2 1/2 % arbeiten! Wir wollen diesen zarten Punkt unseren Geschäftsfreunden gegenüber aber möglichst wenig berühren. –

Wird ein Druck versucht so erlangt man schon durch 1 % [nachträglich ergänzt: retour] sehr häufig die Zufriedenheit der Rheder. –

Schiffs-Parten refüsiren Sie gef. immer für Rechnung von BM&Co.

Waaren von Europa

Auch von diesen wollen Sie vorzugsweise nur in Consignation an BM&Co. Sendungen influenciren. –

Sie haben jedoch die Freiheit BM&Co. von einem ganzen Intresse bis zu einem Bruchtheil dabei zu intressiren. –

Das Manchester Geschäft läßt sich sehr schwer von reinen Consignationen nähren. – Mit Jacob Behrens und Gebr. Rohmer thun wir gut auf alte Weise fortzuarbeiten; also für u/ alleinige Rechnung mit ersterem, & mit 1/2 Betheiligung mit Letzteren. –

Jacob Behrens betheiligt sich principiell nicht; an meinen Anforderungen dazu hat es nicht gefehlt; dagegen ist er ein famoser Einkäufer. – Unserer langjährigen Verbindung wegen, besonders aber meines Bruder Valentin Lorenz Meyer halber, der Behrens Agent, bitte ich Sie diese Connection aufrecht zu erhalten, so lange wir nicht vollständig durch Commissions Verbindungen in Manchester für unser Capital & Credite genügend beschäftigt sind. –

Gebr. Rohmer müssen bei Expeditionen immer vor allen Häusern den Vorzug haben, sobald wir unser Intresse mit in die Wagschaale legen müssen. – Sie wissen aber auch daß diese Freunde immer zu gute Waare schicken, daher auch immer theurer sind in ihren Preisen als die Nachbaren. –

Es ist Ihnen aber auch bekannt daß unser Singapore Markt nur auf die billigen Sorten reflectirt & für bessere Sorten kein entsprechendes Equivalent bietet. – Behrens Bedienung convenirt daher besser als die von Rohmers.

du Fay & Co. Mit dieser Firma sind wir noch immer nicht ganz im Klaren wegen der Atkinschen 3000 St. Shtgs.2 Sie, als unser Vertreter und ohne Interesse am Hause können die Herren gelegentlich wieder aufsuchen, wenn es sich gerade so trifft; hüten Sie Sich aber denselben eine Chance zu geben ihre Hand auf Gelder, oder Guthaben oder Waaren zu legen die BM&Co. gehören. – Bevor Sie Sich nicht auf das Bündigste überzeugt haben, daß du Fay & Co. ihre etwanigen Ansprüche an BM&Co. gänzlich quittirt haben, dürfen Sie du Fay & Co. keine Credite welcher Art bestätigen. – Angenehm ist mir das Haus nicht; wäre es nicht um die Consignationen, welche durch dasselbe vermittelt werden dürften, so gäbe ich die Leute gern auf. –

Ino Fox Turner – ist BM&Co.‛s Agent in Manchester. – Seine Hauptthätigkeit hat er entwickelt durch Herbeischaffung von Consignationen von Imitat. Americ Drills von Ralph Rowstron gegen 75 % Vorschuß; sonst liegt wenig Geschäft zwischen uns; T. ist ein fixer Mann der warm gehalten werden muß. –

Sonst haben wir keine Freunde in Manchester. –

In Liverpool lasse ich immer durch Ino Taylor Cross spediren, mit dem Einverständniß daß wir später, nach Completirung eines gewissen Cubicinhaltes ein Schiff ein & ausgehend an u/ Adresse in Singapore bekommen. –

Die Manchester Häuser ziehen immer in Begleitung von Connt. auf den Londoner Banquier bei dem ich ihnen einen Credit für ihre 6. Mt dato Tratten eröffnet habe. –

Den Londoner Banquiers steht es zu die Assecuranz gegen Seegefahr auf die Verschiffungen ab Manchester – Liverpool &c. zu decken, da die Condition „frei von 3 %“ in England auf Waaren in Ballen jedoch nur zu ganz exorbitanter Prämie zu versichern ist, so besorgte ich die Assecz. hier, hielt die Police zur Verfügung der Banquiers und gab diesen die versicherte Summe auf, damit sie ihre Assecz. Co. darauf berechnen können.

Als feste Regel wollen Sie Sich bemerken, daß ich unsere Versicherungen immer frei von 3 % Beschädigung, jedes Collo separat taxirt, decke. – Waaren in Blech sind gegen jede Gefahr, spottbillig in London unterzubringen, zu 1 1/2 %! Hier zeichnen Assecuradeurs „frei von Beschädigung außer im Strandungsfalle“ zu 1 3/4 %. In diesen Fällen sollte in London versichert werden falls Unkosten dafür nicht zu hoch. –

Waaren, welche nach Usance frei von Beschädigung validiren, als Stahl, rohes Eisen, Pulver, Hohlglaß versichere ich frei von 3 %, gegen Praemienverbesserung.

G. W. Koning Jr. in Rotterdam. –

Durch diesen Freund sind wir in‘s holländische Geschäft hineingekommen, freilich durch Betheiligung seitens BM&Co. von 1/1, 1/2, 1/4. – Wir haben dadurch unser Haus introducirt und dürfen, bei günstigen Abrechnungen auf größere Sendungen rechnen. – Thun Sie Ihr Bestes um das holländische Geschäft in reiner Commissions Weise zu einer großen Ausdehnung zu bringen. – Ein Besuch daselbst mit Introductionsschreiben von Herrn Wilmans & Londoner Häusern wäre gewiß sehr heilsam. –

Herr Koning hat häufig bei mir angefragt, ob wir nicht durch Hamburger Häuser die uns zu machenden Consignationen, den Absendern guarantiren lassen könnten, wie dies von unseren Nachbar Häusern mehrfach geschieht. – Ich fand hierzu früher auch wohl ein hiesiges Haus bereit, unter der Bedingung der persönlichen Garantie eines jeden Associés außer der Verpflichtung der Firma, doch habe ich Koning das Ansinnen stets als „hier ganz ungebräuchlich“ zurückgegeben. –

Sie werden auf diese Vorschläge ebenso wenig eingehen als ich es gethan; wollen die Leute ohne Garantie für uns nicht arbeiten, so müssen sie’s lassen. – Uebrigens gebe ich von nun an, meine persönliche Garantie nicht mehr für die Firma. – Die Zeiten sind vorbei. –

Die Commissions Berechnung für Holland ist finaliter festgestellt mit

5 % für den Verkauf

2 1/2 % für Garantie des Käufer

1 1/2 % für Remesse in Commercial Paper mit u/ Indorso

1 % für Remesse in Bank Paper ohne u/ Indorso

und gilt dieser Satz für alle Verkaufsrechnungen, falls Sie nicht im Ganzen 10 % durchbringen. –

Die Waaren welche ich bisher von Hamburg n/ Singapore für meistens u/ alleinige Rechnung gesandt habe, sind Ihnen bekannt. –

Für Schießpulver stehe ich durch V. L. Meyer mit H. Aug. Wolff in Walsrode in Contract, monatlich 500 Fässer à 20 Pfd. Englisch zu liefern. – Den Contract finden Sie anbei. –

Mindesten sechs Tage ehe das Pulver bei Neumühlen übergenommen werden soll, müssen Sie Herrn J. G. Scharlemann in Harburg durch Brief & Schiffs Zettel beordern das Pulver zur rechtzeitigen Verladung zu bringen. –

Jedes Faß mißt 1‘ 2‘‘ x 10‘‘ x 10‘‘ = 10‘‘ p. Faß Hamburger Maaße. Im October – Novbr. kann gern ein „Posten“ kommen von mehreren tausend Fäßern da die Junken im April – Mai große Consumenten sind, zumal da europäische Schiffe es schwer, ja nachgerade unmöglich finden, in die nicht treaty Häfen China‛s einzulaufen. – Unser Pulver von Wolff wird seiner großen Billigkeit wegen, bei sehr beliebter Qualität, der Concurrenz der englischen Waare immer gewachsen bleiben. – Canister Pulver bleibt für die Zukunft ganz vage. –

Ich habe bisher den Credit gegen Pulver auf W & Krogmann gestellt, vielleicht ändern Sie dies ab & benutzen die Credite von Lührmann.

Dasselbe gilt für die regelmäßigen a meta Sendungen von Eisenwaaren von Fr. Wm. & Fr. Lohmann in Altenvoerde b/ Milspe. Diese Herren liefern auch sehr schönen Stahl. –

In den Preisen müssen wir die Herren etwas drücken, weil sonst Schaden realisirt wird, oder mit Beziehungen pausirt werden müßte, was doch nicht wünschenswerth bei unserem geringen Intresse an Eisenwaaren. –

Carl Kölver in Düsseldorff fährt ja mit seinen Consignationen ruhig fort. –

Von P. D. Röltgen Nachfolger (Moll und Fachlan ) kaufte ich für den „Japan“ verschiedene Sorten Gewehre. – Neuerdings nahm ich 200 St. Imitation Tower Gewehre mit Steinschloß, für die sich immer noch Frage erhalten wird. –

Sonst liegt der Markt für Waffen momentan sehr flau; sollte es jedoch wieder besser damit gehen, so empfehle ich Ihnen d. H. Röltgen als das solideste Haus für Waffen. –

Sehr gefährlich würde es sein, wollten Sie alte Gewehre kaufen und Selbst, durch angenommene Arbeiter ausrepariren lassen. Einmal dürfte Ihre Zeit es Ihnen nicht erlauben fortwährend die Arbeiter zu überwachen und dann würden Ihnen die fehlenden Montirstücke viel zu theuer zu stehen kommen. –

Russisches 2 ‘‘ Tauwerk kaufen wir hier fest von Herrn Wm. Reimers, dem Agenten von Cazalet & Söhne in St. Petersburg. –

Stockholmer Theer habe ich jüngst durch hiesigen Herrn J. D. Matthaei bezogen, der uns regelmäßige Sendungen von Staerin Lichtern macht. –

Billige Spirituosen & Genever, kaufte ich von hiesigen H. Herwig und Ferd. Blass. –

Herr Gayen in Altona schuldet uns einen größeren Posten reiner Consignation Spirituosen so wie eine reine Schiffsadresse, in Andenken seiner, an Puttfarcken, Rheiner & Co. gegangenen „Altona“.

Sarongs beziehen wir nur in ganz Prima rother Waare von C. F. Weiss in Helmbrechts b/ Münchberg im Voigtlande. Alle andere Fabrikanten & Qualitäten vermeiden wir gänzlich für u/ alleinige Rechnung. – Consignationen gingen uns aus der Schweiz, und aus Holland durch Koning zu. – Letzteren verhinderte ich mehr zu senden, weil nur schlechte Verkäufe in Aussicht stehen. –

Von jeher haben wir es Weiss gänzlich überlassen, wie er seine Waare facturirt und wir haben uns gut dabei gestanden. –

Ich bitte Sie in diesem Sinne den Verkehr mit Herrn Weiss fortzusetzen. – Bei den fabelhaften Garnpreisen müssen wir uns zum Herbst auf einen wesentlichen Aufschlag in den Facturen gefaßt machen. – Die Verbindung wünsche ich jedenfalls festzuhalten damit dieser famöse Fabrikant, der einzige in seiner Art nicht in andere Hände falle und uns verlohren gehe. – Mit R. Schmidt & Co. arbeitet er schon seit langer Zeit. –

Mit H. C. Bock haben wir bisher zwei Artikel angefaßt; die Ihnen bekannten, schwarzen und blauen Tuche, und neuerdings Spanish Stripes à meta mit J. F. Mayer in Eupen. Für beide Artikel geht Bock in Vorschuß wie Sie dies aus anliegenden Notizen ersehen. –

Hohlglas nehmen wir von C. E. Gätcke der immer prompt, jedes Sortiment liefert. –

Herr Heye in Bremen hat seinen Sohn hier etablirt, den auch nach Orders verlangt. –

Bier in Flaschen sandte ich von Deetjen in Bremen. Die Waare soll drüben sehr beliebt sein und paßt gut zum Auffüllen von Schiffen. –

Gesalzene Provisionen kaufe ich durch den Altonaer Makler Traulsen. – Sottmann muß uns noch eine Vergütung machen auf Fässer, die schlecht verpackt waren. Wir reclamiren B. … ein an dieser Stelle nachzutragender Betrag fehlt von ihm. – Sehen Sie zu solche gelegentlich von ihm herauszubringen. – BM&Co. wollen von dem Artikel nur wissen, wenn er zu $ 18 – per Faß zum Verkauf hinaus gelegt werden kann. – Sonst dürfte der jetzige Zeitpunkt der richtige sein, weil nun kein Mensch an Verschiffungen denkt, weil’s drüben so grundschlecht. –

Mit Herren Hochgreve & Vorwerk habe ich im Blei Geschäfte gemacht, die Conditionen finden Sie auf einer anderen Stelle verzeichnet. – Sie werden bessere Bedingungen von diesen Freunden herausholen als bisherige. –

Der alte Bichel vermittelt das Geschäft für Herrn Schmidt, dem Consignatair der Geldschränke und Herrn Sussner dem Schwefelholz Liferanten. – Auch ist er Agent für verschiedene andere Häuser. – Suchen Sie aus dem Mann möglichst viel Waare herauszuholen, damit er seinen Saldo cr. B. 600 – abtragen kann. – Geben Sie ihm aber keinen Schilling Geld in die Hand, das würde unrettbar verlohren sein. –

Mit Agenten aller Art werden Sie überlaufen werden. – Ich habe nicht gern mit ihnen verkehrt; Sie dürften gleiche Erfahrung machen. –

Ich empfehle Ihnen Sich nur mit Fabrikanten direct einzulassen und nur glatte Artikel zu führen. –

H. E. Möring veranlaßt Consignationen von Waaren von Amerika, theils ohne allen theils mit Vorschuß. – Augenblicklich hat er cr. £ 2000 – als Vorschuß auf Pistolen, Doppeltgewehre, Preußische & Tower Gewehre absorbirt. – Sie wollen ihm keine weiteren Credite irgend welcher Art eröffnen, bis er obige 2000 £ per appoint saldirt hat. – Möring ist sehr thätig & sehr fix, allein er muss sehr kurz gehalten werden, sonst geht er durch. – Ohne Connt. darf er auch nicht ziehen; die letzten 1000 £ trassiren E. L. Amsinck & Co. statt seiner; so muß er auch künftig gehalten werden, es ist unrichtig Möring das Bank Geschäft zu überlassen. Die dadurch erwachsenden Kosten fallen dem Vorschuß-Nehmer zur Last. – Dies Vorschuß Geschäft mit Amerika hat für uns sein großes Bedenken wir müssen annehmen daß die Waaren so sind, wie sie repräsentirt werden, eine Gewißheit über die Qualität giebt uns kein Mensch. – Ich habe versucht ein in New York etablirtes Haus zu finden welches die Waaren gründlich nachsieht; es will sich aber keines dazu finden! Außerdem würde solche Vermittelung sehr theuer kosten. –

Wir thun also gut unter diesen Umständen den einfachen Weg zu gehen und Möring zu veranlassen ferner nur reine, Vorschußfreie, Consignationen anzunehmen. – Wir machen dadurch weniger Geschäft aber auch desto sicherer. –

Credite

Unter separatem Couvert finden Sie die, von verschiedenen Häusern an BM&Co. bestätigten Credite, dergleichen den Stand jeder einzelnen Conto, deren Saldo also noch verwendbar ist. –

Die Disposition über diese Credite ist natürlich in Ihre Hand gegeben. – Suchen Sie nur recht große Umsätze durch unsere Facilitäten herbeizuführen. – Ein Geschäft wie bei Boos van Manen & Co., in dem wir nur bis zu einem Viertheil intressiren, auf die bleibenden 3/4 unsere volle Co. habend, scheint mir sehr empfehlenswerth. –

Unsere Credite sind folgende

bei Drake Kleinwort & Cohen £ 10,000 .. – ..

Frühling & Goschen £ 3,000 .. – ..

Suse & Sibeth £ 4,000 .. – ..

Wachsmuth & Krogmann £ 2,500 .. – ..

S. & B. Roosen £ 1,000 .. – ..

bei H. J. de Voss £ 2,000 .. – ..

Julius Leser £ 2,000 .. – ..

Stephan Lurmann & Co. £ 2,500 .. – ..

Joh. Lange Sohns Wwe. & Co. £ 2,000 .. – ..


Mit W & Krogmann habe ich ein Arrangement gemacht, laut welchem BM&Co. ihnen alle Remesse gegen meine bisherigen Arrangements, oder Dispositionen machen und W&K. von hier aus die Deckung besorgen. – Eventuell gehen W&K. bis B. 50,000 .. – .. bis zu 3 Monate in baaren Vorschuß. –

Sie werden dafür sorgen, daß alle Ihre gestellten Credite, sobald sie per festen Verfalltag aufgegeben werden können, Herren W&K. zur Kenntnißnahme des spätesten Deckungstages mitgetheilt werden. –

Weiter haben Sie wegen Deckung nichts zu thun. –

Dann haben Sie darüber zu wachen, daß die See-Versicherung auf alle Aussendungen richtig gedeckt wurde. –

Alle Policen auf die bisherigen Verschiffungen liegen bei W & Krogmann. –

Koning versichert in Holland. – Lasse ich in Hamburg versichern so geschieht’s durch W & Krogmann, sonst durch den Vorschußgeber. – Alle Assecuranzen für Aussendungen, gegen welche die Londoner Firmen acceptiren werden hier in Hambg. gedeckt, so lange nicht die Holz und Blech xxx Verpackung in Betracht kommt. – Diese ist, wie schon gesagt, nirgend billiger als in England. –

W & K. übertrage ich die Assecz. Besorgung weil sie die Deckung später besorgen. –

Mit Drake K’ & C., F & G. & S’ & S’ unterhalte ich mich erst ehe ich hier die Assecz. decke, wie hoch die Londoner Prämie; ersteren beiden gebe ich dann die Summe zur Berechnung ihrer Assecz. Provision auf. – Bei S. & S. ist in ihren Conditionen auf Assecz. Besorgung keine Rücksicht genommen. –

Die Herren Siedenburg Wendt & Co. in Bremen wollen Sie hier für Assecuranzen poussiren damit wir diesem aufstrebenden Hause Geschäft zuführen. –

An Behn Meyer & Co. müssen Sie, zur Controlle der Buchungen mit W & K. & anderen Häusern, genau Ihre Dispositionen mit jeder Post aufgeben. –


Aus Vorstehendem ersehen Sie, daß ich Sie in die richtige Position zu stellen wünsche, daß ich Ihnen nämlich in keiner Weise eine Verpflichtung durch Accept oder Indosso oder andere Guarantie als Ihre moralische & Ihre Arbeitskraft, auflade. –

Spreche ich es hier daher auch geradezu aus, daß Sie für Behn Meyer & Co. in Singapore durchaus keine solche Engagements übernehmen dürfen. – Die Abwesenheit solcher Machtvollkommenheit in meiner Vollmacht läßt’s auch schon vorn herein nicht zu. –

Sie wissen, daß ich früher durch Tratten von BM&Co. auf hiesige unbezweifelte Firmen, die Hand bot zu Umsätzen, wenn Gelder momentan langsam eingingen. – Diese Umsätze können & dürfen Sie nicht machen, oder machen helfen. –

Um meinerseits Alles zu thun, um Ihnen die Einhaltung aller vorstehender Angaben zu ermöglichen, bemerke ich Ihnen hier, daß ich Herrn … ein an dieser Stelle nachzutragender Name fehlt meine Privat Vollmacht ertheilt habe und denselben darin ermächtige Wechsel, die an mich indossirt sind, weiter zu giriren. –

Sollten demnach nach meiner Abreise von hier noch Remessen oder Secunden oder Tertien zum Indosso vorkommen, so wollen Sie Solche* [nachträglich ergänzt am linken Rand: * nicht etwa eingehende Privatbriefe], obigem Herrn … ein an dieser Stelle nachzutragender Name fehlt zur Regulirung übermitteln. –

Remessen, über welche ich noch keine Bestimmung gemacht habe, gehen alle an Wachsmuth & Krogmann. –

Charterpartien

wollen Sie immer mit Betheiligung eines oder mehrere Häuser abschließen. – Für mein Haus allein wünsche ich mich nicht in diesen Risico zu begeben. –

In Produckten

von Indien nach Europa sind BM&Co. durch ihr Intresse bei

Joh. Lange Sohns Wwe. & Co. in Bremen

Wachsmuth & Krogmann in Hamburg

Ross Vidal & Co. in Hamburg

J. C. im Thurn & Co. in London

Drake Kleinwort & Cohen in London

Deichmann & vom Rath in Amsterdam

genügend intressirt. –

Sie wollen deßhalb keine neuen Intressen an Produckten für BM&Co.‘s Rechnung annehmen & derartige Anträge abweisen. –

Herr Martin Sames in Nymwegen trassirt hin und wieder für Rechnung von BM&Co., und für Rechn. des Herrn Schreiber, auf mich & remitttire ich ihm dann das Geld. – Sie wollen dies gef. besorgen; bei Deichmann & vom Rath in Amsterdam stehen noch cr. Fl. 300 – welche zu diesem Zweck zu verwenden sind. – Sonst kaufen Sie entweder kurz Amsterdam oder auch Recipiss von Stresow Eidam.3 –

Als Eigenthum von Herrn Schreiber hinterlasse ich Ihnen folgendes

es folgt eine detaillierte Auflistung von Wertpapieren und die Bitte, die Zinsen dafür regelmäßig einkassieren und auf einem Sparbuch gutschreiben zu lassen

Von Handlungs Utensilien lasse ich Ihnen das ganze bestehende Inventar wie Sie es vorgefunden haben: nämlich,

es folgt eine detaillierte Auflistung des Inventars und die Bitte, alles aufzubewahren, nur weniges davon zu verkaufen und den Erlös an Arnold Otto Meyers Ehefrau Luise auszuhändigen

Mit aufrichtiger Freundschaft

Ihr

Arnold Otto Meyer