|1. Bogen, 1. Seite|
Auszug
aus dem Bericht des hanseatischen Consuls in Hongkong,
Hr. Woldemar Nissen, vom 31 März 1866 an S. Magn. Herrn Syndicus Dr. Merck.
Ein Gegenstand der kürzlich sehr die Aufmerksamkeit der Herren Vertreter europäischer Nationen in China auf sich gezogen, ist der seit Jahren bereits betriebene, in letzterer Zeit aber besonders ausgedehnte Handel in chinesischen Kulies nach der Westküste Americas und hauptsächlich Havana. – Nominell sind es allerdings freie Auswanderer, die nach vorher besprochenen und abgeschlossenen Contracten sich verpflichten, für eine bestimmte Anzahl Jahre nach Havana oder Callao zu gehen und dort für die sie engagirenden Herren zu arbeiten; in Wirklichkeit kommt diesen Contracten aber der Sclavenhandel sehr nahe, in dem sie bei Eintreffen der Kulies an ihrem Bestimmungsorte und theilweise schon vor Ankunft derselben meistbietend verkauft werden, und die laut solchen Contracten den Kulies zugestandene Freiheit nach einer bestimmten Anzahl Jahren wieder in ihr Vaterland zurückzukehren, dadurch sehr illusorisch wird, daß die Schiffsgelegenheiten von jenen Plätzen retour nach China hauptsächlich von Havana|1. Bogen, 2. Seite| gesprochen, sehr selten sind. Fortdauernd sind deshalb auch am Bord dieser Kulieschiffe, die meistens von Macao expedirt werden, wo die portugiesische Regierung dieser Auswanderung wenig beschränkende Maßregel entgegensetzt, Meutereien der Kulie-Passagiere vorgekommen; dieselben haben während der letzten Monate aber sich so häufig wiederholt und haben stellenweise, wie kürzlich in dem Falle des franz. Schiffes „Hongkong“ mit Besitzergreifung des Schiffes Seitens der Kulies geendet, daß die Gesandten Englands und Frankreichs, wie ich vernehme, mit der Chinesischen Regierung übereingekommen, den englischen und französischen Schiffen diese Beschäftigung zu untersagen.
Glücklicherweise haben bisher nur wenige Schiffe unter hanseatischer Flagge aus diesem Handel Nutzen gezogen, im Interesse unserer ganzen Rhederei würde es aber gewiß sein, wenn auch die Möglichkeit, eine solche Beschäftigung anzunehmen, für einzelne Schiffe unter unserer Flagge gesetzlich ausgeschlossen würde und ersuche ich Ew. Magnificenz es zu veranlassen, daß mir und meinen Herren Collegen an dieser Küste demgemäß Instructionen zukommen. Die Passage „und ersuche ich Ew. Magnificenz es zu veranlassen, daß mir und meinen Herren Collegen an dieser Küste demgemäß Instructionen zukommen“ wurde nachträglich unterstrichen, offenkundig durch einen Leser der Abschrift des Auszugs, vermutlich Johann Heinrich Wilhelm Smidt.
Am linken Rand, quer zu den Zeilen: Nachträgliche Anstreichung, offenkundig durch einen Leser der Abschrift des Auszugs, vermutlich Johann Heinrich Wilhelm Smidt
|1. Bogen, 3. Seite|P. S.
Nachdem ich Umstehendes über den Kuliehandel geschrieben, ersehe ich aus den inzwischen von Shanghai zu Händen gekommenen Zeitungen den Wortlaut der zwischen den Gesandten Englands und Frankreichs und der Chinesischen Regierung getroffenen Uebereinkunft, wie in Zukunft die Emigration von chinesischen Unterthanen betrieben werden darf. Ich erlaube mir, Ew. Magnificenz die betreffende Zeitung unter Kreuzband zuzusenden. Am linken Rand nachträglich von anderer Hand ergänzt: „Letzteres auch hierher geschehen und der HK. bereits mitgetheilt Smidt.“ Da Macao und Hongkong resp. portugiesische und englische Colonie, so findet meiner Ansicht nach die Uebereinkunft auf diese Plätze, wenigstens speciell Macao, keine Anwendung und würde ich mir deshalb erlauben darauf anzutragen, daß Schiffe unter hanseatischer Flagge sich in chinesischen Häfen den obigen Regulationen unterwürfen und daß ab Macao die Passage „ab Macao“ wurde nachträglich unterstrichen, offenkundig durch einen Leser der Abschrift des Auszugs, vermutlich Johann Heinrich Wilhelm Smidt, wenn die portugiesische Regierung beitreten sollte, Schiffen unter unserer Flagge die Einnahme von chinesischen Kulies ganz untersagt werden sollte. Die Passage „Schiffen unter unserer Flagge die Einnahme von chinesischen Kulies ganz untersagt werden sollte“ wurde nachträglich unterstrichen, offenkundig durch einen Leser der Abschrift des Auszugs, vermutlich Johann Heinrich Wilhelm Smidt.
H., Hr, Hr., Hrn, Hrn.Herr, Herren, Herrn
S. Magn.Seine Magnificenz
Dr.Doktor
franz., französ.französisch
Ew., Ew: Eure [Magnificenz]
P. S.post scriptum (lateinisch)
resp.respektive
AHKBArchiv der Handelskammer Bremen
AHKBArchiv der Handelskammer BremenMA - Hp II 83, Bd. 2Handelspolitik - Außenhandel, China, Bd. 2: (1863–1870)
Foster Farley
, M.: The Chinese Coolie Trade 1845–1875, in: Journal of Asian and African Studies 3 (1968), 3, S. 257–270
Foster Farley
, Chinese Coolie Trade
1968
Meagher
, Arnold J.: The Introduction of Chinese Laborers to Latin America: The „Coolie Trade“, 1847–74, Diss., University of California at Davis 1975
Meagher
, Chinese Laborers
1975
Irick
, Robert L.: Ch‛ing Policy Toward the Coolie Trade 1847–1878 (Asian Library Series, 18), San Francisco 1982
Irick
, Ch‛ing Policy
1982
YEN
Ching-Hwang: Coolies and Mandarins: China‛s Protection of Overseas Chinese During the Late Ch‛ing Period (1851–1911), Singapur 1985
YEN
, Coolies and Mandarins
1985
Narvaez
, Benjamin Nicolas: Chinese Coolies in Cuba and Peru: Race, Labor, and Immigration, Diss., The University of Texas at Austin 2011
Narvaez
, Chinese Coolies
2011
Sinn
, Elizabeth: Pacific Crossing. California Gold, Chinese Migration, and the Making of Hong Kong, Hong Kong 2012
Sinn
, Pacific Crossing
2012
Ginés-Blasi
, Mònica: Exploiting Chinese Labour Emigration in Treaty Ports: The Role of Spanish Consulates in the „Coolie Trade“, in: International Review of Social History 66 (2021), 1, S. 1–24
Ginés-Blasi
, Exploiting Chinese Labour
2021
Wagner
, Winfried: „… so verwerflich die Sache an sich sein mag…“. Kulitransport auf hanseatischen Schiffen, in: Roder, Hartmut (Hg.), Bremen - Ostasien. Eine Beziehung im Wandel. 100 Jahre Ostasiatischer Verein Bremen, Bremen 2001, S. 204–210
Wagner
, „… so verwerflich die Sache an sich sein mag…“
2001
Wippich
, Rolf-Harald: „… kein respectables Geschäft“. Oldenburg und der chinesische Kulihandel im 19. Jahrhundert, in: Oldenburger Jahrbuch 109 (2004), S. 145–162
Wippich
, „… kein respectables Geschäft“
2004
Steen
, Andreas: Deutschland, China und die „Kuli-Frage“, 1850–1914, in: Leutner, Mechthild (Hg.), Preußen, Deutschland und China. Entwicklungslinien und Akteure (1842–1911) (Berliner China-Studien, 53), Berlin 2014, S. 231–294
Steen
, Deutschland, China und die „Kuli-Frage“
2014
Goey
, Ferry de: Consuls and the Institutions of Global Capitalism, 1783–1914 (Perspectives in Economic and Social History, 34), London 2014
Goey
, Consuls
2014
Regierung Chinas
Regierung Portugals
Cumsing Moon [Ort in China, nahe Hongkong]
Hamburg
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Havana
Amerika; auch: America (englisch), Nord-, Mittel- und Südamerika
Macau [Portugiesischer Stützpunkt in China]; auch: Aomen (Pinyin), MacaoDie Stadt Macau im Delta des Perlflusses wurde seit Mitte des 16. Jahrhunderts von den Portugiesen als Handelsstützpunkt genutzt und von ihnen 1845 einseitig zum Freihafen erklärt. Der rechtliche Status der Stadt blieb zwischen Chinesen und Portugiesen umstritten.
HansestädteMit dem Sammelbegriff Hansestädte sind im 19. Jahrhundert in der Regel die drei norddeutschen Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck gemeint.
Callao [Stadt in Peru]
Shanghai (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Schanghai, Shang-hae, Shang-hai, Shanghae, Shanhay
Merck, Carl Hermann (seit 1831: Dr.)Carl Hermann MerckJurist, Politiker11689138603.05.180916.10.1880Carl Hermann Merck studierte Jura und wurde 1831 promoviert. Anschließend ging er für einige Jahre auf Reisen, was ihm durch ein ererbtes Vermögen möglich war. Nach seiner Rückkehr nach Hamburg im Jahr 1839 engagierte er sich u.a. für den Eisenbahnbau. 1843 zum Ratssekretär berufen, wählte man ihn 1847 zum Senatssyndikus und betraute ihn wenig später zugleich mit den auswärtigen Angelegenheiten Hamburgs - eine Aufgabe, die er bis zu seinem Tod mehr als 30 Jahre lang wahrnahm. Für die Konsuln der Hansestadt in anderen Ländern war er über Jahre der wichtigste Ansprechpartner, der erheblichen politischen Einfluss besaß. Vgl.
Beneke, „Merck“
.
Smidt, JohannJohann SmidtTheologe, Politiker, Bürgermeister der Hansestadt Bremen11784853X05.11.177307.05.1857Johann Smidt amtierte von 1813 bis 1821 als Senator, von 1821 bis zu seinem Tod als Bürgermeister der Hansestadt Bremen und gilt als einer ihrer bedeutendsten Politiker, vor allem auf dem Gebiet der auswärtigen Angelegenheiten und der Förderung von Handel und Schifffahrt. Als konservativer Politiker wandte er sich zugleich gegen eine liberale Verfassung und sorgte für die Rücknahme der rechtlichen Emazipation der Juden. Vgl.
Schulte, „Smidt, Johann“
;
Wurthmann, Senatoren, Freunde und Familie
, passim.
Hongkong
Konsul der Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck (Hanseatischer Konsul)
Senatssyndikus der Hansestadt Hamburg
Kuli; auch: Coolie, Koolie, Kulie, Kuliehandel, Kulihandel, Lastenträger„Kuli“ war in China und anderen Ländern Ostasiens im 19. Jahrhundert die übliche Bezeichnung für einen ungelernter Hand- oder Hilfsarbeiter, der vor allem als Lastenträger beschäftigt wurde.
Kontraktarbeiter; auch: gezwungene Arbeiter, indentured laborers (englisch)In den meisten von Regionen Ostasiens wurden Arbeitskräfte seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr zur Arbeit als Lastenträger, auf Plantagen oder in Bergwerken gezwungen, sondern diese Arbeit beruhte formell auf einem von beiden Seiten freiwillig vereinbarten Arbeitsvertrag. In der Realtität sahen sich viele Chinesen, Inder und Angehörige anderer Ethnien jedoch gezwungen, Arbeitsverträge zu Bedingungen abzuschließen, die ausgesprochen niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen und erhebliche Einschränkungen ihrer individuellen Freiheiten vorsahen. Die Lage chinesischer Kontraktarbeiter in den Zinnminen auf der Malayischen Halbinsel, die überwiegend von chinesischen Eigentümern betrieben wurden, erinnerten in vielem genauso an Zwangsarbeit wie die Lage einheimischer, chinesischer und indischer Plantagenarbeiter in Niederländisch-Indien. Vgl.
Allen/Donnithorne, Western Enterprise
, S. 149–164;
Tate, Making of Modern South-East Asia, Bd. 2
, S. 185–192. Die Arbeits- und Lebensbedingungen auf den von Europäern betriebenen Plantagen Sumatras in Niederländisch-Indien dokumentierte der deutsche Plantagenarzt Dr. Bernhard Hagen. Einige seiner erschütternden Fotografien finden sich in:
Agthe, Arm durch Reichtum
. Vgl. hierzu auch
Zangger, Koloniale Schweiz
, S. 186–195.
Sklaven; auch: Sklavenhandel, Sklaverei
Kulitransport; auch: Cooly-Verschiffung, Kulie-PassagierVor dem Hintergrund schlechter Lebensverhältnisse und steigender Bevölkerungszahlen in China auf der einen, hoher Nachfrage nach billigen Arbeitskräften für den Eisenbahnbau, für Bergwerke und Plantagen in Amerika sowie Niederländisch-Indien auf der anderen Seite nahm die chinesische Auswanderung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stark zu, obwohl sie von der chinesischen Obrigkeit weiterhin mißbilligt wurde. Auch deutsche Kaufleute und Reeder stiegen frühzeitig in das Geschäft mit dem Transport von Kulis an die amerikanischen Westküste ein, wo das nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861–1865) geltende Verbot der Sklaverei den Arbeitskräftemangel noch verschärfte. Angesichts der teils menschenunwürdigen Zustände auf den Schiffe entbrannte in China allerdings bald eine heftige Diskussion über diese Transporte und die mit den Auswanderungswilligen geschlossenen Arbeitsverträge, die dem Sklavenhandel nahe kam. Auf ein verbindliches Abkommen mit der chinesischen Regierung zur Regelung der Bedingungen für Kulitransporte konnten sich die europäischen Mächte lange Zeit nicht verständigen. Großbritannien und Frankreich preschten dabei vor, die deutschen Staaten hielten sich jedoch zurück. Deutsche Kaufleute und Reeder profitierten offenkundig sogar von der wachsenden Zurückhaltung ihrer britischen und französischen Wettbewerber, während zugleich der Bedarf an billigen Arbeitskräften in den Zinnminen und Plantagen auf der Malayischen Halbinsel und in Niederländisch-Indien gegen Ende des 19. Jahrhunderts weiter kräftig anwuchs. Die Kulitransporte entwickelten sich nun aber zunehmend zur modernen Passagierschifffahrt. - In der einschlägigen Forschungsliteratur wird die Frage der Beteiligung deutscher Reeder und Kaufleute bisher kaum angesprochen. Vgl.
Foster Farley, Chinese Coolie Trade
;
Meagher, Chinese Laborers
;
Irick, Ch‛ing Policy
;
YEN, Coolies and Mandarins
;
Loh, Beyond the Tin Mines
;
Narvaez, Chinese Coolies
;
Sinn, Pacific Crossing
;
Ginés-Blasi, Exploiting Chinese Labour
. Dass sie möglicherweise viel größer war, als die Zeitgenossen angaben, zeigen jedoch erste Pionierstudien. Vgl. insbesondere:
Wagner, „… so verwerflich die Sache an sich sein mag…“
;
Wippich, „… kein respectables Geschäft“
;
Steen, Deutschland, China und die „Kuli-Frage“
;
Goey, Consuls
, S. 79–84.
Presse; auch: Tageszeitung, Wochenzeitung, Zeitung
Syndikus; auch: Sindicus, SyndicusSchon seit der Frühen Neuzeit wurden in den Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck zunächst zeitweise, später dauerhaft Juristen mit Fachausbildung und oft auch Promotion mit dem Amt des „Syndikus“ betraut. Ihre Aufgaben lagen nicht nur in der Leitung von Kanzlei und Archiv sowie in der Rechtsberatung des Rats bzw. Senats der Stadt, sie vertraten diese auch bei Gericht und in Verhandlungen mit anderen Staaten; teils nahmen sie selbst richterliche Aufgaben wart. Mit der Einführung der Gewaltenteilung und entsprechenden Verfassungsreformen zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Aufgaben und Befugnisse der Syndici eingeschränkt. Vgl. exemplarisch:
Bruns, Lübecker Syndiker
.
Amerikanischer Bürgerkrieg (1861–1865)Der Amerikanische Bürgerkrieg entbrannte im April 1861, nachdem die meisten Südstaaten in Reaktion auf die Wahl des gemäßigten Sklavereigegners Abraham Lincoln zum US-Präsidenten aus den Vereinigten Staaten von Amerika ausgetreten waren, weil sie mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes unzufrieden waren. Sie schlossen sich zur Konföderation der vereinigten Südstaaten zusammen, griffen im April 1861 Fort Sumters an, unterlagen im Juni 1865 aber endgültig den Truppen der verbliebenen Nordstaaten und wurden schließlich wieder in die Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen. Die Sklaverei wurde endgültig abgeschafft, außerdem gewann die industrielle Entwicklung der USA nach dem Ende des Bürgerkriegs an Gewicht. - Einen Überblick über die Hintergründe, den Verlauf und die Auswirkungen bietet:
Hochgeschwender, Der amerikanische Bürgerkrieg
.
Arbeiter, Arbeiterin; auch: Handarbeiter, Hilfsarbeiter, Vorarbeiter
Plantage; auch: Cultur, Estates-Geschäft, Pflanzung, Plantagengeschäft, Plantagengesellschaft
Eisenbahn; auch: Eisenbahnbau, Eisenbahngesellschaft, Eisenbahnlinie, Eisenbahnprojekt, Eisenbahnschienen, Eisenbahnschwellen, Eisenbahnverwaltung, Eisenbahnwerkstätte, Eisenbahnwesen, line (englisch), moderne Verkehrseinrichtung, railway (englisch), rollendes Material, rolling stock (englisch)
Bergbau; auch: mining (englisch)
Einwanderung; auch: Immigration
Auswanderung; auch: Emigration
Flagge, hanseatischeDer Begriff „hanseatische Flagge“ ist unpräzise, denn es gab auch im 19. Jahrhundert keine gemeinsame Flagge, unter der die aus den Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck stammenden Schiffe hätten segeln können.
Reederei; auch: Rederei, Rhederei
Flagge; auch: flag (englisch), Flaggenstock, Nationalflagge, SchiffsflaggeDie in der Regel aus Tuch bestehende Flagge eines Schiffes dient der Übertragung von Informationen auf weite Sicht. Dabei geht es zumeist um die Zugehörigkeit zu einer Reederei oder zu einem Staatswesen, in deren Schiffsregister das Schiff eingetragen ist; in letzterem Fall müssen weder die Eigner noch der Kapitän und die anderen Mitglieder der Schiffsmannschaft zwangsläufig ihren Sitz in dem betreffenden Staat haben. Die Nationalflaggen der Europäer wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Ostasien auch vermehrt an Land gehisst, etwa vor den ausländischen Faktoreien im chinesischen Kanton oder auf Konsulatsgebäuden.
Chinesen; auch: Chinese (englisch)
Hafen; auch: free port (englisch), Freihafen, port (englisch), VertragshafenHäfen spielten für den Handel mit und in Ostasien im langen 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle, zum einen als „Freihäfen“, wie zum Beispiel Singapur, in denen Waren ein- und ausgeführt werden konnten, ohne mit Zöllen belastet oder durch nichttarifäre Handelshemnisse beschränkt zu werden, zum anderen - und das war die häufigere Form - als „Vertragshäfen“, die zumeist nicht freiwillig, sondern unter Androhung von militärischer Gewalt oder auch erst nach einer militärischen Niederlage von den betreffenden Territorialstaaten, vor allem China und Japan, für den internationalen Handel geöffnet wurden. Dies geschah in der Regel auf der Basis eines mehr oder weniger erzwungenen Handelsvertrages, der keine gleichen Rechte für die Vertragspartner vorsah, sondern in erster Linie den Interessen der ausländischen imperialen Mächte entsprach und deshalb als Ungleicher Vertrag bezeichnet wurde. Über die Vertragshäfen wurde in China, Japan und anderen Ländern Ostasiens eine kommerzielle Revolution mit tiefgreifenden Veränderung für alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang gesetzt. Vgl.
Fairbank, Trade and Diplomacy
;
HAO, Commercial Revolution
;
Hoare, Japan‛s Treaty Ports
;
So/MyersTreaty Port Economy
;
Bickers/Jackson, Treaty Ports
;
Brunero/Villalta Puig, Life in Treaty Port China and Japan
.
Briten; auch: British (englisch), Britons (englisch), Engländer, English (englisch), Englishmen (englisch)
Franzosen; auch: French (englisch)