|1. Blatt, Vorderseite|
Privatim Herrn Edgar Ross in Firma Herren Ross, Vidal & Co., Hamburg
Im Verfolg unsrer jüngsten Unterhaltung gereicht es mir zum Vergnügen Ihnen, speziell auch als Vertreter der Norddeutschen Bank in den bisherigen Verhandlungen, Bericht über das weiter Geschehene abzustatten und Namens der hiesigen Herren um Ihre fernere gütige Mitwirkung zu bitten. Von meiner kleinen Reise, auf der ich, wie Ihnen schon mitgetheilt, überall die lebhafteste Sympathie für das Projekt einer deutsch-überseeischen Bank antraf, zurückgekehrt habe ich den hiesigen Herrn ein Memoire vorgelegt, das natürlich nur bestimmt sein kann, in allgemeinen Umrissen die Basis des Unternehmens anzugeben. Ich beehre mich, Ihnen einliegend ein Exemplar dieses Exposés zu begleiten, worauf hier die Ihnen bekannten hiesigen Herren bereit sind, die Sache aufzunehmen in der Voraussetzung, dass auch Sie und die dortigen Herren ihnen dabei Ihre Mitwirkung gewähren. Da die Jahreszeit ungünstig ist, um schneller mit dem Projekt voranzugehen, so haben mir die Herren – in Anbetracht, dass ich inzwischen alle anderen Pläne und Arbeiten werde ruhen lassen müssen – ausser meinen Auslagen eine Vergütung von Rd. 1.000 bis 1. Octbr. zugesagt, wogegen ich mich selbstverständlich allen nöthigen Vorarbeiten unterziehe. Die Zwischenzeit soll nun dazu benutzt werden, die Mitwirkung solcher Firmen & Persönlichkeiten zu gewinnen, die dem Projekt, wenn man damit vor die Öffentlichkeit tritt, eine gute Aufnahme beim Publikum zu sichern geeignet scheinen und den Aufruf mitunterzeichnen sollen. Im Auftrage der hiesigen Herren ergeht daher meine ergebene Bitte an Sie dahin, dass Sie sich gütigst der Mühe unterziehen wollen, sich mit Herrn Senator Godeffroy und Herrn Director Maas darüber zu besprechen, welche Herren ausser den Genannten es gerathen sein dürfte, dort zur Mitunterzeichnung eines natürlich weiterer Berathung vorbehaltenden Prospectus & zur Formierung eines Gründungs Comités aufzufordern. – Zunächst möchte ich dabei hinweisen auf die Herren C. Eggert, J. A. Schön, P. Siemsen oder Woldemar Nissen, dort, Herrn Wm Pustau in Altona und Herrn Jacob, Associé der dortigen Firma H. C. Bock & Co. Die 5 Erstgenannten habe ich dort gesprochen und begegnete bei Allen, namentlich aber bei den Herren Eggert, Schön und Pustau einem sehr regen Interesse für den Plan. Herr Jacob, der die Preuss. Expedition nach Ost-Asien mitgemacht hat und von competenter Seite sehr empfohlen wird, war zur Zeit abwesend.|2. Blatt, Vorderseite| Wichtig wäre es jedenfalls, wenigstens Eines der grössten Deutschen Häuser in China von vornherein mit der Sache zu identificieren, ob Herr Siemsen oder Herr Nissen, die bekanntlich bei der Hongkong-Shanghai Bank & Comp. ein grosses Interesse haben, mit in ein Gründungs Comité werden treten wollen, möchte ich noch nicht behaupten, Herr Wm Pustau aber wäre gewiss dazu zu bestimmen, obschon auch er in der genannten Bank interessiert & sein Partner in Hongkong gerade jetzt Vice chairman ist. – Es versteht sich von selbst, dass die Herren es Ihrem Beschluss überlassen, welche von den Genannten & welche weiteren Persönlichkeiten Sie zum Miteintritt in das Gründungs Comité einladen wollen.
An Herrn Consul H. H. Meier, der von Anfang an den Vorberathungen beigewohnt und der Sache sein regstes Interesse geschenkt hat, schreibe ich heut in gleichem Sinne.
Ich füge Ihnen hierbei ein Concept eines Briefes, den man beabsichtigt, unter Begleitung meines Memorias an die folgenden Herren zu senden, um sie zur Theilnahme an dem Gründungs Comité aufzufordern, nämlich:
Herrn Comm. Rath Wendelstaedt, Cöln (Schaaffh. Bkverein)
Herrn Al. Heimendahl, Crefeld, Firma Jacob Beckerath Sohn,
Herrn Gustav Gebhard, Elberfeld, Firma Gebhard & Co.
Herrn Frege & Co., Leipzig,
Herrn Leopold Schöller, Düren,
Herrn Ludwig Bamberger, Paris,
Herrn Herrm. Marcuse, Ffurt a./M. (früher Marcuse & Baltzer, New York).
Diese Briefe würden natürlich von den hiesigen Herren ausgehen, die Sie und die dortigen Herren, so wie Herrn Consul Meier ersuchen, sie mit unterzeichnen zu wollen.
Im Auftrage der hiesigen Herren habe ich sie schliesslich nun noch um Ihre gütigen Andeutungen über etwaige andere Schritte, die Sie gerathen achten möchten, zu bitten, so wie ferner um Ihre recht baldige gefällige Rückäusserung, da ich gern sofort die Briefe absenden und Ende dieser Woche zur Ordnung meiner Angelegenheiten nach Amsterdam abreisen möchte.
Ihre Mittheilungen bitte ich, entweder an Herrn Victor von Magnus oder auch an mich Adr.: Herrn F. Mart. Magnus richten zu wollen.
Mit Hochachtung
Ihr Ergebener
gez.: G. Dufresne.
|1. Anlage, 1. Blatt, Vorderseite|
Confidentiell
Berlin im Juli 1869
Während auf allen Haupthandelsplätzen der Welt das deutsche Element in sämmtlichen übrigen Geschäftsbranchen bereits eine hervorragende Stellung einnimmt, ist im Bankfache allein stets noch die Vermittelung des überseeischen Verkehrs beinahe ausschließlich in den Händen Englischer Credit-Institute.
Englische Capitalisten waren auf diesem Felde die Pioniere zunächst im Osten und die Geschichte der Oriental Bank namentlich zeigt, welche Erfolge das Unternehmen krönten, dass sich zuerst die Aufgabe stellte, den Verkehr zwischen dem Osten und Europa zu fördern und zu vermitteln. Die Oriental Bank Corporation vertheilte ihren Actionairen zuletzt eine Dividende von 12 %, bei einem Kapitale von £ 1 500 000 Stl. Hat sie bereits eine Reserve von £ 444 000 Stl. angesammelt und ihre Actien stehen jetzt 64– 68 % Praemie. Von anderen Nationen angehörigen Instituten verdient zunächst Erwähnung das Comptoir d‛Escompte de Paris, das seit 8 bis 9 Jahren Etablissements in Ostindien, China und Japan eröffnet und – obschon der Stütze namhafter französischer Häuser an verschiedenen Plätzen im Osten entbehrend, ja selbst vielfach behindert durch die Beschränkungen, die eine schutzzöllnerische Handelspolitik dem internationalen Verkehre Frankreichs mit dem Osten auferlegt, – zeigen die Operation dieser Branchen doch so glänzende Resultate, daß die Direction in ihrem letzten Jahresberichte auf die Etablissements in Indien, China, Japan als eine wesentliche Stütze dieser großartigen Schöpfung des Jahres 1848 hinweisen mochte. In diesem Zeitraum vom 1. Juli 1867 bis 15. Juni 1868 haben die Branchen Calcutta, Bombay, Hongkong, Shanhay, Réunion und London dem Comptoir d’Escompte an Zinsen und Gewinnen eine Total-Summe von ca. frcs. 4 250 000 verdient und der letzte|1. Anlage, 2. Blatt, Vorderseite| Jahresbericht hebt besonders den hohen Werth der Branchen in Zeiten hervor, wo niedrige Disconto-Sätze in Europa die Gewinne sehr geschmälert haben würden, hätten die Branchen nicht die Ausgleichung geboten. Außer den Engländern und Franzosen haben nur noch die Holländer einen Versuch auf diesem Terrain gemacht. Die 1863 mit einem verhältnißmäßig kleinen Capital errichtete Rotterdamer Bank meinte nämlich, von einer in Batavia etablirten General-Agentur aus Branchen in Singapore und später in Indien und China organisiren und trotz ihrer beschränkten Mittel dieses Indische mit einem ausgedehnten und speculativen Europäischen Fonds- und Arbitrage-Geschäft verbinden zu können. Sie mußte bald ihre Mittel unzureichend finden und beschränkt jetzt ihre Thätigkeit auf ihr Central-Bureau in Rotterdam und eine General-Agentur in Batavia mit einer Unter-Agentur innen Soerabaya, nachdem sie ihr Etablissement in Singapore eingezogen. Ein großer Fehler in der Organisation dieses Unternehmens lag darin, daß man sofort Gestion in die Hand einer in Batavia bestehenden Firma legte, deren Associé Director in Rotterdam wurde und die von Anfang an durch feste Kapital-Anlagen auf hypothekarische Sicherheit etc. den Operationen eine Richtung gab, die sorgfältig hätte vermieden werden müssen. Dennoch fasste die Rotterdamer Bank festen Fuß in Batavia und nach den gemachten Erfahrungen werden die jüngsten Personal-Veränderungen ohne Zweifel auch dieses Institut wieder grösserer Prosperität zuführen, als dasselbe sich im letzten Jahr daran zu erfreuen hatte. –
Die Errichtung einer Deutschen Bank, deren Aufgabe es sein würde, vermittelnd und erleichternd einzutreten in den überseeischen Verkehr Deutschlands und den Weg zu verfolgen, den z. B.|1. Anlage, 3. Blatt, Vorderseite| die Oriental Bank mit so ausgezeichnetem Erfolge eingeschlagen hat, darf ein Bedürfniß genannt werden, dessen Befriedigung nicht allein von den deutschen Firmen im Auslande, sondern auch von den deutschen Industriellen mit Freuden begrüßt werden und überall auf die thatkräftigste Sympathie und Unterstützung rechnen dürfte. Die deutsche Flagge trägt den deutschen Namen jetzt in alle Welttheile, hier wäre ein weiterer Schritt, dem deutschen Namen im ferneren Gegenden Ehre zu machen und endlich Deutschland auf dem Felde der finanziellen Vermittelung eine Stellung zu erobern, – angemessen derjenigen, die unser Vaterland bereits auf dem Gebiete der Civilisation, des Wissens und der Kunst einnimmt. Aber nicht ausschließlich deutsche Mitwirkung braucht dies Unternehmen zu stützen, das sich auf den cosmopolitischen Standpunkt stellen sollte. Die Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit Englischer Bank-Directoren hat oft ihre Aufgabe verkannt und Häusern ihre legitimen Geschäfte erschwert, statt sie zu erleichtern, während die deutschen Leiter des Etablissements des Comptoir d’Escompte diesem Institut im Osten große Popularität zu sichern wussten. Die Etablissements einer solchen Deutschen Bank würden überall sofort eine gute Clientele finden und was eine solche vermag, illustrirt am besten die Hongkong und Shanghai Banking-Corporation. Dieselbe wurde im Jahre 1865 von den größten in China ansässigen Europäischen Firmen gegründet und hat ihren Sitz in Hongkong mit Branchen in Shanghai, London und Calcutta, denen sie jetzt auch eine in Bombay hinzufügt. Sie hat im letzten Jahre ihren nun auf $ 700 000. angewachsen Reservefonds um $ 200 000. vermehrt und 12 % Dividende gezahlt. Ihr Capital ist bis jetzt $ 3 000 000., doch hat sie bereits die Nothwendigkeit erkannt, ihr Capital zu vergrößern und neuerdings in 4|1. Anlage, 4. Blatt, Vorderseite| voneinander ziemlich entfernten Raten Einzahlungen ausgeschrieben um ihr Capital bis 1. Januar 1873 auf $ 5 000 000. zu bringen. Die Actien sind jetzt ca. 35 % über pari notirt.
Es dürfte überflüßig erscheinen hier durch Zahlen die Bedeutung des deutschen, überseeischen Geschäfts constatiren zu wollen. Die officiellen Ziffern des directen transatlantischen Imports
(: in 1868 Mark Bco. 81 493 350. in Hamburg
in 1868 Louis d’or 45 451 098. in Bremen :)
geben nur eine schwache Idee davon, da sie natürlich weder die bedeutenden Summen der von transatlantischen Häfen via England, Holland, Belgien und Frankreich für deutsche Rechnung importirten Waaren einschließen, noch von den für deutsche Rechnung auf anderen Plätzen realisirten sehr ausgedehnten Waaren-Transaktionen irgendwelche Notiz nehmen können. Es ist eine bekannte Thatsache, daß die Vermittelung dieses ganzen Verkehrs fast ausschließlich durch Englische Hände geht. Mit Ausnahme von New York – wo bereits die Devisen auf viele deutsche Wechselplätze notirt werden – von Buenos-Aires – wo einzeln auf Hamburg und Cöln gezogen wird – und endlich von Rio de Janeiro – wo Hamburg notirt ist; – werden die Rembourse für diese Geschäfte beinahe ohne Ausnahme über London genommen. Trotz der Bedeutung der verschiedenen Plätze für unsere deutsche Industrie und der großen Summen die also fortwährend nach Deutschland zu remittiren waren, haben bisher die deutschen Devisen in Indien und China|1. Anhang, 5. Blatt, Vorderseite| gar nicht, in Südamerika so wenig introducirt werden können, weil es an einem mächtigen und einer so großen Aufgabe gewachsenen Institute fehlte. Nur durch stete Frage und Angebot läßt sich auf jenen entfernten Märkten die deutsche Devise einführen, da für die gewöhnliche Arbitrage die Daten der Basis und der Realisation zu weit auseinander liegen und daher, um den Arbitrageur gegen Verluste durch Coursfluctuation zu schützen, zu große Gewinn Margen erheischen.
Geben nun einerseits die officiellen Hamburger und Bremer Handels Statistics kein genügendes Bild von der Ausdehnung des Import-Geschäfts – über die gesamte Export Bewegung sind officielle Zahlen gar nicht vorhanden. Nur über den Export nach den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika bestehen officielle Angaben: der deklarirte Werth aller vom 1. Juli 1866 bis 30. Juni 1867 in die Ver. Staaten aus Deutschland importirten Waaren zum Beispiel $ 55 146 385. davon aus Norddeutschland allein $ 50 702 753. (direct ca. $ 26 000 000., indirect ca. $ 24 000 000. :) und aus den Süddeutschen Zollvereins-Staaten $ 4 443 572. –
Nachweislich giebt es indessen bereits gewisse Industrie-Zweige in Deutschland, die ihren Debouché fast ausschließlich auf überseeischen Märkten finden, während für andere das Rohmaterial zu lebhaften directen Relationen Anlaß giebt. Es sei hier nur erinnert an die Tuch-Industrie (: Lennep, Aachen, Eupen, Berlin, Görlitz, Sachsen.) mit ihrem Export nach Nord- und Süd-Amerika, China, Japan und Ostindien – Remscheid, Solingen, Iserlohn mit großem Handel nach Nord-Amerika, Brasilien, La Plata, Westküste von Süd-Amerika, China und Japan – die Elberfelder Zanella-Fabrikation, die etwa 6000 Webestühle|1. Anhang, 6. Blatt, Vorderseite| beschäftigt mit einer jährlichen Produktion von über rs 20 000 000. und die bereits auf den Nord-Amerikanischen Märkten Leeds und Bradford beinahe ganz verdrängt hat, – das bedeutete türkischroth Garn Geschäft des Wupperthales hauptsächlich nach Ostindien – den großen Seidenhandel von Crefeld und Elberfeld (: Umsatz der Station etwa 24 fl. 3 000 000. pr. Monat :) und die lebhafte Betheiligung dieser Gegend in dem chinesischen und japanischen Seidenhandel (: Kayser Siegfried mit Häusern in London und Lyon und Commanditen in China, Japan, New York, Mailand, Turin, Basel und Zürich :) – die stets wachsende Baumwollen Industrie von Rheinland, Westphalen, Franken, Voigtland, Sachsen, Schlesien, an die Leinenproduction von Schlesien, Sachsen und Westphalen u. s. w. – Will man endlich den Erwartungen Raum geben, die im Allgemeinen auf dem Continent an die bevorstehende Eröffnung des Suez Canals geknüpft werden, so steht dem deutschen Handel mit dem Osten dadurch eine großartige Entwicklung befuhr die man in Oesterreich bereits mehrfach zu exploitiren bestrebt ist.
Bei einem so bedeutenden Interesse Deutschlands am Welthandel und dem noch wichtigeren Einfluß, den das deutsche Element sich auf allen großen Handelsplätzen gesichert hat, kann also die Lebensfähigkeit eines Instituts keinem Zweifel unterliegen, dessen leitender Gedanke wäre, jenes Interesse zu fördern und diesen Einfluss zu kräftigen und zu fördern. Ein solches Unternehmen – hervorgegangen aus dem Bedürfniß der Emancipation von fremder Bevormundung, genährt durch den mit den erleichterten Communikationsmitteln stets wachsenden Verkehr Deutschlands mit den überseeischen Handels-Central-Punkten – und getragen durch deutsche auf in den verschiedensten Weltgegenden gesammelte Erfahrungen gestützte Intelligenz – ein solches Unternehmen trägt so viele Elemente des Gedeihens in sich, daß demselben mit Sicherheit auch gleich lohnende Resultate prognosticirt werden dürfen, als die|1. Anhang, 7. Blatt, Vorderseite| Operationen der Oriental Bank, der Chartered Mercantile Bank of India, London & China, der Chartered Bank of India, Australia & China, des Comptoir d’Escompte und der Hongkong & Shanghai Banking Corporation ihren Theilhabern gewährt haben.
Zur practischen Ausführung dieses schon so vielfach und von so verschiedenen und einflußreichen Seiten angeregten Projectes übergehend, wäre zunächst der Wirkungskreis der zu begründenden Bank zu präcisiren und der modus operandi zu bestimmen. – Es würde selbstverständlich erforderlich sein, an denjenigen überseeischen Plätzen, die die besten Chancen des Erfolges bieten, Branchen zu errichten. Nur anfänglich wäre ein Anlehnen an andere überseeische Banken oder Privat-Firmen thunlich, da eine Beschränkung auf von Europa zu initiierenden Operationen, deren Realisation allenfalls fremden Händen anvertraut werden könnte, den Wirkungskreis der Bank allzusehr einengen müßte. Die Thätigkeit der Branchen wäre etwa wie folgt zu bestimmen:
A. Ein- und Verkauf von Wechseln auf Europa, gesichert je nach den Verhältnissen durch die Position der Zieher und der Bezogenen, Dokumente über Waarenverschiffungen oder bestätigte Credite. Hierin liegt eine Hauptquelle des Gewinns der Banken, die eine solche Position einzunehmen gewußt haben, daß ihr Papier von 1/2 bis 2 % mehr als Privatpapier werth ist und im Europäischen Disconto-Markt leichter und zu billigeren Sätzen begebbar wird. Die Producten-Verschiffungen concentriren sich in gewissen Saisons, während deren natürlich das Wechselangebot am größten ist und die Course sich demgemäß drücken, davon machen die Banken Gebrauch um später die Frage der Rimessen zu besseren Coursen zu befriedigen, sobald das Angebot der Producten Tratten abnimmt oder ganz aufhört.
B. Operation in Contanten und von Europa initiirte|1. Anhang, 8. Blatt, Vorderseite| Wechsel-Transactionen zu denen z. B. die regelmäßigen Trassirungen der Englischen Regierung auf Bombay und Calcutta häufig je nach den Cours-Constellationen Anlaß bieten. Silbersendungen aus Europa nach Indien und China lassen oft gute Rechnung. Bekanntlich bestehen Münzen in Bombay, Madras, Calcutta, Hongkong, Shanghai und Japan.
C. Vorschüße auf Aussendungen von Manufacturen, wie sie in verschiedenen Formen bereits sowohl von den alten Englischen Banken und dem Comptoir d’Escompte als auch vielfach von Holländischen Credit-Instituten und Englischen Privat-Banquiers gegeben werden. Die Sicherheit dieser übrigens von Coursschwankungen unabhängigen Geschäfte scheint beinahe eine vollkommene, da außer der in gehöriger Form verpfändeten Waare der Vorschußnehmer und der Consignatair verantwortlich bleiben, oder da, wo Beide eine und dieselbe Firma sind, die Connoissemente an die eigene Branche respective an Correspondenten gehen können, bei denen sie gegen Zahlung auszulösen wären. Vermutlich in China und Japan wären solche Vorschuß-Conditionen für die dortigen Häuser durchaus acceptable, da daselbst alle Importe per comptant verkauft werden. Die Commissionen variiren je nach den Verhältnissen von 1/2 % pr. 3. Monat bis zu 2 1/2 % Prozent pr. Jahr mit entsprechender höherer Zinsberechnung bei Baarauslagen. Was indessen diese Transactionen für ein Bank-Institut besonders lohnend macht, ist daß sie nicht ein Festlegen von Capital bedingen, sondern daß die Vorschüsse durch Accepte geleistet werden, wo denn natürlich in den Händen der Vorschußnehmer Bankpapiere besser und leichter discontabel ist als|1. Anhang, 9. Blatt, Vorderseite| Privat-Accepte, während der Bank wiederum die freie Roulance ihres Capitals nicht behindert wird. Diese Art Geschäfte würde sofort mit den zahlreichen überseeischen Häusern einzuleiten sein, deren in Europa ansäßige Associés die finanziellen Dispositionen in Händen haben.
D. Local-Geschäfte der verschiedenen Branchen die sich etwa bezeichnen ließen, als:
1. Giro Verkehr
2. Discontirung localer Wechsel
3. Vorschüße und Unterpfand von Waaren, Contanten und so weiter
4. Ein- und Verkauf von Contanten
5. Annahme von verzinsbaren Depositen
6. Später auch wohl an einzelnen Plätzen Noten Ausgabe
Auf den verschiedenen Plätzen werden diese Operationen je nach den Usancen verschiedener Natur sein. In New York ist z. B. ein großes Geschäft zu machen in localem Discont, Beleihung von Gold oder Currency. In Japan wird localer Emploi mehr in Darlehn auf Unterpfand von Waaren und in Ankäufen von Boos – der Japanischen Münze, die zur Zeit, wenn die inländischen Händler ins Inland zurückkehren stark gefragt ist – zu suchen sei; während in China Vorschüße auf Dollars hohe Zinsen gewähren und den Mangel an localem Discont ersetzen, der wiederum in Singapore und Britisch-Indien wo die Import-Häuser längere Credite geben und dafür Accepte bekommen leicht zu finden ist. Ähnlich liegt dies Geschäft in Süd-Amerika, wo die pagarés, die die zweite Hand den|1. Anhang, 10. Blatt, Vorderseite| Importeurs giebt Gelegenheit zu remunerativer Geldbelegung bieten. Sorgfältig wäre hierbei immer langes Festlegen von Capitalien zu vermeiden, selbst zu hohen Zinsen, da nur ein schneller Umsatz günstige Resultate liefern kann. Vorschüße auf hypothecirten Grundbesitz, Plantagen oder Erndten wären grundsätzlich auszuschließen und nur als additionelle Sicherheit in solchen unglücklichen Fällen zuläßig, wo keine andere Garantie erhältlich ist.
Localer Emploi von Fonds sollte immer nur als ein Moment in Wechseloperationen angesehen werden und dienen, die für spätere Wechselankäufe bestimmten Fonds zeitweise zu verwenden so lange die Mittel nicht etwa localen Depositen entsproßen sind. Der auf den überseeischen Plätzen durchgängig erreichbare höhere Zinsfuß darf Anhäufung von Capitalien bei den Branchen durchaus nicht rechtfertigen.
E. Wechsel- und Contanten-Arbitragen der Branchen untereinander. Zwischen Indien und China geben z. B. das Opium-Geschäft nach China und der Export von Sycee Silber nach Indien den Banken Stoff zu einem sehr regen und häufig sehr lucrativen Verkehr.
Außerdem würde in den Wirkungskreis der Bank das Verleihen von Crediten zur Erleichterung von überseeischen Waarenbeziehungen gezogen werden müssen in gleicher Weise wie das bisher von Englischen Banken und von Häusern wie Baring Brothers, J. S. Morgan & Co., F. Huth & Co., Frühling & Goeschen, J. C. Hambro & Sohn, J. C. im Thurm & Co. und Vielen anderen geschieht.
Zur Erreichung dieser Zwecke wäre zunächst eine unerläßliche|1. Anhang, 11. Blatt, Vorderseite| Nothwendigkeit die Errichtung
einer Branche in London. Nicht allein ist
London noch die Metropole des
Welthandels und die Introduction der deutschen Devise auf den überseeischen Plätzen nur graduell
erreichbar, sondern die vorerwähnten Vorschüsse auf namentlich von Manchester verschiffte Manufacturen würden
auch in London zu leisten sein, während
vielerlei wichtige Momente das Etablissement einer solchen Londoner Branche als ein in sich selbst schon
Vortheil versprechendes Unternehmen hinstellen, das sofort dem Institut eine
geeignete remunerative Beschäftigung bieten würde. Die ausgedehnten Beziehungen
zwischen England und Norddeutschland werden noch
durch kein in London und Berlin ansäßiges Bank-Institut exploitirt, die Preußische Valuta ist in London kaum notirt und deutsche Fonds werden eben so
wenig in London als Englische in Berlin verhandelt. Ein Etablissement in
London wäre auch ferner schon dadurch
bedingt, weil daselbst ein wachsames Auge gehalten werden muß, auf Alles, was
die mit den verschiedenen Plätzen engagierten Firmen betrifft, so wie auch auf
die Preis-Fluctuationen der hauptsächlichsten Artikel, wie Baumwolle, Seide, Thee, Caffee, Zucker
etc. Die Branchen die von London aus leichter auf den überseeischen
Hauptplätzen zu organisiren wären, müßten auf eine Local-Bank in London, wie die Union Bank, London Joint Stock Bank, London & Westminster Bank oder City Bank ziehen um dem Publikum eine
doppelte Garantie zu
bieten, die dem Papier der Branchen auch einen entsprechenden höheren Werth verleihen
würde.
Als danach zuerst zu organisirende Branche möchte sich wohl New York empfehlen, woselbst freilich die Gesetzgebung die das ganze verantwortliche Capital mit einer hohen|1. Anhang, 12. Blatt, Vorderseite| Steuer belastet zur Commanditirung einer bestehenden Firma nöthigen würde. Die großen Handelsbeziehungen zwischen Nord-Amerika und Deutschland würden ein reiches und lucratives Feld bieten, das überdies noch durch die Branchen auf anderen Plätzen, wie namentlich in China und Japan und Süd-Amerika, später stark ausgedehnt werden würde. Das bedeutende Amerikanische Geschäft von Japan und China in Seide und Thee, von Java in Caffe, Britisch Indien in Indigo, Saaten etc. von Süd-Amerika in Caffe bedarf noch der englischen Credit-Vermittlung (: Baring Brothers, J. S. Morgan & Co. :) und ein Theil dieser Geschäfte würde ohne Zweifel einer in New York und London etablirten Deutschen Bank mit Branchen in Indien, China und Japan zufallen. Bereits ist der Verkehr speziell zwischen Japan, China und Nord-Amerika so lebhaft, – und er wird gestützt und gehoben durch die Pacific Steam Navigation Company mit ihrer Linie San Francisco – Japan und die Eröffnung der directen Eisenbahn-Verbindung zwischen New York und San Francisco – daß noch vor Kurzem von competenter Seite die Idee einer Amerikanisch-Chinesisch-Japanischen Bank angeregt wurde. Das bereits bestehende ausgebreitete Fonds und Wechsel Arbitrage-Geschäft zwischen New York und Deutschland würde für die Bank mit Nutzen zu exploitiren sein.
Es würde zu weit führen nach diesen Prämissen schon jetzt in eine weitere detaillirte Auseinandersetzung der Vortheile zu treten, die die Bank von Branchen in Yokohama, Shanghai, Hongkong, Singapore, Calcutta, Bombay, Rio de Janeiro, Buenos Aires anticipiren darf, oder welche Branchen zuerst und welche erst später aufzunehmen wären. Die dazu erforderlichen Persönlichkeiten können sich erst finden, sobald das Institut eine Existenz hat. Wichtiger ist es, alsbald ins Auge|1. Anhang, 13. Blatt, Vorderseite| zu faßen, welche Schritte zu thun sind, nachdem die Conzession im Norddeutschen Bunde und in England erlangt & das Capital gesichert ist: Die Andeutung möchte daher hier am Orte sein, daß ein Verständniß mit der Preußischen Bank nothwendig wäre, insofern als auf 6. Monats-Accepte des zu begründenden Instituts stets bei der Preuß. Bank gut u. leicht discontabel sein müßten. In gleicher Weise wäre eine geeignete Introduction bei der Bank of England eine Bedingung für die Aufnahme des jungen Instituts im Londoner Disconto Markt. Die Zeit muss lehren, in wie weit ein Zusammengehen mit den älteren Englisch-Indischen Banken und dem Comptoir d’Escompte wünschenswerth und möglich sein wird.
Einen Punkt der Untersuchung wird die Frage der Gesetzgebung in England ausmachen, mit Bezug auf die Modalitäten der Zulassung einer fremden Gesellschaft mit limitirter Verantwortlichkeit, doch ist hierin keine ernste und unüberwindliche Schwierigkeiten zu erwarten und es wäre vielleicht der Ausweg eines Local Board in London zu empfehlen.
Der Gedanke einer deutsch-überseeischen Bank – eingeführt, durch achtungsgebietende Namen die dem jungen Institut sofort den Stempel der Solidität aufdrücken würden, gestützt zunächst durch jene deutschen Stämmen entsprossenen Firmen, die den deutschen Namen bereits in allen Welttheilen zur Geltung zu bringen wußten und endlich genährt durch die immermehr sich entwickelnde deutsche Thätigkeit auf dem Gebiete des Handels und der Industrie, vereinigt somit alle Elemente der Lebensfähigkeit, die nicht allein dem deutschen Geldmarkt eine neue glänzende Aera zu eröffnen versprechen, sondern auch den Unternehmern bei besonnener Leitung reichlich lohnende Durchschnitts-Resultate liefern werden.
G. Dufresne
Oct, Oct., Octb., Octbr, Octbr., Octr.October
preuss., Preuß.preußisch
Comm. RathCommerzienrath
Adr.Adresse
gez., gez:gezeichnet
ca, ca.circa (lateinisch)
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
z. B.zum Beispiel
p, p., pr.per (lateinisch)
u. s. w., usw., & s. w.und so weiter
u, u.und
HADBHistorisches Archiv der Deutschen Bank, Frankfurt am Main
HADBHistorisches Archiv der Deutschen Bank, Frankfurt am Main K01Norddeutsche Bank
Deutsche Bank (seit 1929: Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft), BerlinDie 1870 gegründete Deutsche Bank in Berlin maß der Finanzierung des deutschen Außenhandels große Bedeutung bei. Ihr Versuch, sich neben den beiden ersten Inlandsfililen in Hamburg und Bremen schon 1872 auch mit jeweils einer Filiale in Shanghai und Yokohama zu etablieren, war allerdings trotz des durchaus erfahrenen Personals, das u. a. vom Comptoir d‛Escompte de Paris angeworbenen wurde, kein dauerhafter Erfolg beschieden. Die beiden Filialen in Ostasien, die Wechsel an- und verkauften, kurzfristige Kredite bewilligten und langfristige Darlehen gegen Sicherheiten gewährten und auch Depositen hereinnahmen, mussten nach nur drei Jahren wieder geschlossen werden. Denn zum einen fielen die Geschäftsmöglichkeiten schwächer aus als erwartet, zum anderen erwies sich die Kapitalausstattung der beiden Filialen mit Silberdotationen angesichts des Verfalls des Silberpreises als problematisch. 1875 wurden die verlustreichen Geschäfte der Filialen Shanghai und Yokohama deshalb auf die im März 1873 etablierte Deutsche Bank London Agency übergeleitet, wo sie nun in Pfund Sterling, einer stabilen Goldwährung, abgewickelt und die hohen Währungsrisiken damit gemildert werden konnten. Die spätere Beteiligung der Deutschen Bank an der Deutsch-Asiatischen Bank war ein weniger riskanter Weg, bei der Finanzierung des deutschen Ostasienhandels, bei Eisenbahn- und Bergbauprojekten sowie bei Emissionsgeschäften in China und Japan mitzuwirken. - Als Überblicksdarstellung zur Geschichte der Deutschen Bank von den Anfängen bis 1914:
Plumpe, Zeitalter der Ersten Globalisierung
.
Roß, Vidal & Co., HamburgDie Geschichte der Kaufmannsreederei Roß, Vidal & Co. in Hamburg ist eng verknüpft mit der hugenottischen Kaufmannsfamilie Vidal, deren Spuren sich in Hamburg bis in das frühe 18. Jahrundert zurückverfolgen lassen. Nach dem Tod des Inhabers der Firma Vidal & Co., Charles Louis Vidal (1758–1809) verheiratete sich dessen Witwe Sophie Vidal, geb. Roß (1770-?) mit Johann Heinrich Liebrecht, der zuvor einige Jahre als Prokurist für die Firma tätig gewesen war. Unter dem Namen Witwe Vidal & Co. führten sie das Unternehmen gemeinsam fort und kauften 1823 ein erstes eigenes Segelschiff, das im Sommer 1823 über Rio de Janeiro und Buenos Aires nach Batavia auf Fahrt ging. Mit dem Eintritt von Daniel Roß (1777–?) in die Firma, einem jüngeren Bruder Sophie Vidals, der zuvor als Kaufmann in London tätig gewesen war, änderte diese 1827 ihren Namen zu Roß & Liebrecht. Nur zwei Jahre später etablierten Roß & Liebrecht die erste deutsche Handelsagentur in Batavia, die von Theodor Edmund Vidal und Camille Vidal, zwei Söhnen von Charles Louis und Sophie Vidal, geleitet und später von ihnen unter dem Namen T. E. Vidal & Co. als eigenständige Firma weitergeführt wurde. Roß & Liebrecht firmierte 1830, mit dem Ausscheiden von Johann Heinrich Liebrecht um zu Roß & Co., um nur drei Jahre später, als Daniel Roß seinen Sohn Edgar Daniel Roß und seinen Schwiegersohn Adolph Eduard Vidal in die Firma aufnahm, erneut umbenannt wurde, nun zu Roß, Vidal & Co. Seine Blütezeit als Kaufmannsreederei erlebte das Haus Roß, Vidal & Co. in der zweiten Hälfte der 1850er Jahre, als es die eigenen sieben Segelschiffe, darunter die „Mary Stewart“, das einst größte hamburgische Segelschiff überhaupt, mehrfach nach Batavia, Singapur und China entsandte; in Ostasien betätigten sich diese Schiffe auch in der Küstenschifffahrt und kehrten nach ein, zwei Jahren mit Waren nach Hamburg zurück. Außerdem beteiligten sich Roß, Vidal & Co. an der Finanzierung der Handelsgeschäfte anderer Kaufleute, wobei ihnen nicht zuletzt die guten Verbindungen der ursprünglich aus Schottland stammenden Familie Roß zu verschiedenen Merchant Bankern in London von Nutzen waren. 1856 gehörten Roß, Vidal & Co. zu den Mitbegründern der Norddeutschen Bank AG. - Weitere Informationen zur frühen Unternehmensgeschichte finden sich in: Ernst Hieke, Über die Anfänge des deutschen Handels mit Ostindien. Das hamburgische Handelshaus Ross, Vidal & Co. und die Vorgeschichte von Siemssen & Co., unveröffentlichtes Manuskript, in: Staatsarchiv Hamburg (StAH), 622-1/506, 27. Vgl. außerdem
Schmidt, Bankwesen
.
Chartered Bank of India, Australia and China, LondonDie 1853 durch eine Royal Charter von Queen Victoria an den aus Schottland stammenden James Wilson gegründete Chartered Bank of India, Australia and China eröffnete 1858 Niederlassungen in Kalkutta, Bombay und Shanghai, 1859 eine weitere in Hongkong sowie eine Agentur in Singapur, die 1861 zur Niederlassung erhoben wurde; seit 1863 war die Bank außerdem in Karachi vertreten. Ihr Hauptgeschäftszweck bestand zunächst in der Finanzierung des Handels zwischen Indien und China, insbesondere des Opium- und Baumwollhandels, hinzu kam die Finanzierung des europäischen Exports nach Ostasien. Später gab die Bank auch Banknoten heraus, zunächst in Shanghai, dann auch in Hongkong und anderen Orten. In Shanghai entwickelte sie sich zu einem der wichtigsten Emittenten ausländischer Banknoten; nur die Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) konnte ihr in diesem Geschäftsfeld das Wasser reichen. Um 1900 begann die Chartered Bank of India, Australia and China erneut stark zu expandieren, was zur Etablierung von Niederlassungen in ganz Asien, aber auch in Hamburg und New York führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich die Bank aus China zurückziehen, dehnte sich aber im Mittleren Osten weiter aus. 1969 kam es zur Fusion mit der in Südafrika tätigen Standard Bank zur Standard Chartered Bank. Vgl.
Mackenzie, Realms of Silver
;
JI, Modern Shanghai Banking
;
Campbell-Smith, Crossing Continents
.
Norddeutsche Bank AG bzw. KGaA, HamburgDie 1856 von Kaufleuten und Privatbankiers gegründete Norddeutsche Bank AG entwickelte sich
rasch zur größten Geschäftsbank
Hamburgs. Zu ihren Mitbegründern
zählten u. a. die Handelshäuser J. C. Godeffroy & Sohn,
Ross, Vidal & Co.
sowie F. J. Tesdorpf &
Sohn. Die Aktienbank erhielt zwar nicht, wie anfangs erhofft, das Recht zur Ausgabe
von Banknoten,
betätigte sich aber sehr erfolgreich im Emissionsgeschäft und in der Industriefinanzierung. Sie brachte nicht nur öffentliche und
private Anleihen, sondern
auch Aktien auf den Markt,
darunter die der HAPAG.
Die enge Zusammenarbeit mit der Disconto-Gesellschaft in Berlin auf dem Gebiet der Industriefinanzierung führte 1895 zur Übernahme durch die Berliner
Großbank, die der Norddeutschen Bank in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktienbasis jedoch weiterhin ein recht
selbständiges Agieren ermöglichte. Max von Schinckel, der bisherige erste
Direktor der Norddeutschen Bank trat bei der Übernahme als Geschäftsinhaber
in die Disconto-Gesellschaft ein. 1929 gingen beiden Banken schließlich in der
Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft auf. Vgl.
Wulff, Norddeutsche
Bank
;
Schmidt, Bankwesen
.
Internationale Bank, HamburgDie Internationale Bank wurde 1870 von verschiedenen Repräsentanten Hamburger Handels- und Bankhäuser ins Leben gerufen, um den Plänen zur Gründung der Deutschen Bank in Berlin eine eigene Initiative zur Förderung des deutschen Außenhandels entgegenzusetzen. Die Internationale Bank richtete noch im selben Jahr eine Niederlassung in London ein, konnte sich aber nicht dauerhaft etablieren, sondern ging 1879 in Liquidation. Vgl.
Barth, Hochfinanz
, S. 17f.
Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC), HongkongDie Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) wurde im März 1865
als Hongkong and Shanghae Banking Company Ltd. von verschiedenen britischen, indischen,
amerikanischen und deutschen Handelshäusern in Hongkong ins Leben gerufen, die sich
auf Initiative von Thomas Sutherland (1834–1922), einem Vertreter der Peninsular & Oriental
Steam Navigation Company zusammengefunden hatten. Zu den
Gründungsmitgliedern gehörte die deutsche Firma Siemssen & Co., die weitere Anteile an
Joh. Berenberg, Gossler &
Co., an Roß, Vidal &
Co. sowie Conrad
Hinrich Donner vermittelte. Die neue Bank verstand sich als eine von den Kaufleuten vor
Ort getragene Einrichtung, die den freien Handel in Ostasien finanzieren und fördern wollte. Noch
im März 1865 eröffnete sie eine Niederlassung in Shanghai und begann, sowohl in Hongkong als auch in Shanghai eigene Banknoten herauszugeben. Im August 1866 wurde
sie von den Behörden offiziell zugelassen, bekam das formelle Recht zur Ausgabe
von Banknoten und zur
Verwaltung von Regierungsgeldern zugesprochen und firmierte um zur Hongkong
and Shanghai Banking Corporation (HSBC). Bald darauf eröffnete sie eine
weitere Niederlassung in Yokohama.
In den 1870er und 1880er Jahren entwickelte sich die HSBC zu einer der
wichtigsten Außenhandelsbanken in Ostasien, die das Vertrauen der Kaufleute vor Ort besaß und sich
gleichzeitig in London refinanzieren
konnte, sodass ihr China- und Japangeschäft fast ausschließlich in Pfund Sterling abgewickelt
wurde, also in einer stabilen Goldwährung. Zu den Kunden der
Bank, die ihr
Niederlassungsnetz in Ostasien kräftig ausbaute, zählten auch zahlreiche
deutsche Firmen, darunter beispielsweise Arnhold, Karberg & Co. sowie Carlowitz & Co., die bis
1914 auch im Board of Directors vertreten waren. 1889 eröffnete die HSBC
eine Niederlassung in Hamburg, die
von Julius Brüssel
geleitet wurde. Im Zweiten Weltkrieg verlagerte die Bank ihren Hauptsitz vorübergehend nach London, kehrte aber schon 1946 nach
Hongkong zurück. Die
kommunistische Machtübernahme in China
beschränkte die erneute Geschäftsausweitung, auch wenn die Niederlassung Shanghai fortbestand und sich
weiterhin der Exportfinanzierung widmen durfte. 1989 änderte die HSBC, die 1959
die Mercantile Bank of India
Ltd. übernommen und danach auf forcierten internationalen
Expansionskurs gegangen war, ihre Rechtsform zur Hongkong and Shanghai
Banking Corporation Ltd. Seit 1991
ist sie eine Tochtergesellschaft der HSBC Holdings plc mit Sitz in London. Vgl. zur
Unternehmensgeschichte die umfassende Darstellung:
King, Hongkong and Shanghai
Banking Corporation
.
Jacob Beckerath Sohn, Krefeld
Gebhard & Co. (seit 1907: AG), Hardenberg bzw. Elberfeld bzw. VohwinckelDie Seidenweberei Gebhard & Co. in Elberfeld geht auf eine 1797 in Hardenberg gegründete und 1807 nach Elberfeld verlagerte Firma zurück, die 1859 von Franz Josef Gebhard (1801–1876) in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt wurde; sie stellte nicht nur Seidenstoffe her, sondern vertrieb diese auch. selbst. 1886 verlegte die Firma ihren Sitz nach Vohwinkel, 1907 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. 1974 ging das Unternehmen, das zeitweise mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigte, in Konkurs. Vgl.
Schell, „Gebhard, Franz Josef“
.
Bank- und Handelshaus Frege & Co., LeipzigDas Bank- und Handelshaus Frege & Co. in Leipzig wurde 1739 von dem Kaufmann und Bankier Christian Gottlob Frege (1715–1781) gegründet, eröffnete alsbald eine Niederlassung in Marseille und wurde von seinen Nachkommen erfolgreich fortgeführt. Vgl.
Franke, „Frege, Gottlob“
.
Oriental Bank Corporation (OBC), LondonDie Oriental Bank Corporation (OBC) wurde 1842 als Bank of Western India mit Sitz in Bombay gegründet. Diese Vorgängerbank, die Niederlassungen in Colombo auf Ceylon (1843), in Kalkutta (1844), Shanghai (1845) und Kanton (1845) sowie in Hongkong (1846) und Singapur (1846) eröffnete, verlagerte ihren Hauptsitz 1845 nach London. 1850 übernahm die Bank of Western India die fallierende Bank of Ceylon. Die daraus hervorgehende Bank erhielt 1851 eine Royal Charter und firmierte seither unter dem Namen Oriental Bank Corporation (OBC). Hauptgeschäftszwecke der Bank waren die Finanzierung des Handels sowie der Devisenhandel. In Hongkong, wo die OBC die erste Bank überhaupt war, gab sie auch Banknoten heraus. Sie eröffnete zahlreiche weitere Niederlassungen, u. a. in Australien und Neuseeland, außerdem in Fuzhou, Yokohama und Hyōgo sowie in San Francisco. In den 1860er Jahren galt die OBC als eine der wichtigsten Banken in Britisch-Indien und China, geriet in 1870er Jahren wegen problematischer Kredite für Kaffeeplantagen auf Ceylon und Zuckerplantagen auf Mauritius jedoch in finanzielle Schwierigkeiten. Im Mai 1884 musste sie ihre Zahlungen einstellen. Dass der Bankrott des chinesischen Kaufmanns Hu Kwang-Yung auschlaggebend für diesen Konkurs der OBC war, wie viele Zeitgenossen annahmen und die ältere Forschung zu bestätigen schien, konnte inzwischen widerlegt werden. Im Zuge der Liquidation wurden die Geschäfte reorganisiert und die meisten Niederlassungen auf die neu gegründete New Oriental Bank Corporation übertragen, die 1892 jedoch ebenfalls fallierte. Vgl.
King, Hongkong and Shanghai Banking Corporation, Bd. 1
, passim;
McGuire, Rise and Fall of the Oriental Bank
;
Sheehan, Bankcrupcy of Hu Kwang-Yung
.
Comptoir d‛Escompte de ParisAls Comptoir Nationale d’Escompte de la Ville de Paris unmittelbar nach dem Zusammenbruch des französischen Finanzsystems im Zuge der Februarrevolution im März 1848 durch die provisorische französische Regierung gegründet und 1854 privatisiert, firmierte die Bank seither als Comptoir d’Escompte de Paris. Sie expandierte sowohl in Frankreich als auch in Übersee und widmete sich nicht zuletzt der Finanzierung des französischen und kontinentaleuropäischen Ostasienhandels. Zu diesem Zweck wurden Niederlassungen in Shanghai und Kalkutta (1860), auf der Insel La Réunion, in Bombay, Hongkong und Saigon (1862) sowie Yokohama und London (1867) eröffnet, für die auch deutsche Mitarbeiter angeworben wurden. Als sich die Bank nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges im Sommer 1870 von ihren deutschen Angestellten trennen musste, wechselten einige von ihnen, wie etwa Hermann Wallich (1833–1928), zur gerade gegründeten Deutschen Bank in Berlin und halfen dort bei der Ausarbeitung der internationalen Geschäftspläne. 1875 beteiligte sich das Comptoir d’Escompte de Paris an der Gründung der Banque de l’Indochine, in die es u. a. seine Filiale in Saigon einbrachte. Eigene Niederlassungen wurden nun in San Francisco (1877), Alexandria, Melbourne und Sydney (1881) sowie auf der Insel Madagaskar (1885) eröffnet. Das Comptoir d’Escompte de Paris geriet in den späten 1880er Jahren jedoch in eine finanzielle Schieflage, brach schließlich zusammen und wurde 1889 unter dem Namen Comptoir National d’Escompte de Paris reorganisiert. Der Schwerpunkt der Geschäfte verlagerte sich nun nach Nordafrika. 1945 erfolgte die Verstaatlichung, 1966 kam es zu einer Fusion mit der Banque nationale pour le commerce et l’industrie, aus der die Banque Nationale de Paris hervorging. Vgl.
Bonin, Le comptoir national d'escompte de Paris
;
Stoskopf, La fondation
.
Chartered Mercantile Bank of India, London and China, Bombay / London1853 auf Initiative des indischen Unternehmers Cowasjee Nanabhoy als Mercantile Bank of Bombay eröffnet, firmierte die Bank 1857 um zur Mercantile Bank of India, London and China, bekam eine Royal Charter verliehen und verlagerte ihren Hauptsitz 1858 nach London. Geschäftszweck war die Finanzierung des Handels zwischen Indien und China und zahlreichen anderen Ländern Ostasiens, in denen es britische Kolonien gab. Dies geschah vor allem durch Wechselgeschäfte sowie den An- und Verkauf verschiedener Währungen. Schon 1854 war eine Niederlassung in Shanghai, 1857 eine weitere in Hongkong eröffnet worden, wo die Bank – genau wie in Singapur und Penang – auch Banknoten emittierte. 1863 kam eine weitere Niederlassung in Yokohama hinzu, die zweite ausländische Bank Japans überhaupt. Infolge anhaltender geschäftlicher Schwierigkeiten, die nicht zuletzt aus der großen räumlichen Distanz zwischen dem Entscheidungszentrum in London und den für das Tagesgeschäft verantwortlichen Managern in Ostasien resultierten, reorganisierte sich die Bank 1892 als Mercantile Bank of India Ltd., sodass die Royal Charter 1893 zurückgezogen wurde. Die Mercantile Bank of India Ltd. konnte sich konsolidieren und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostasien präsent. Aus Shanghai zog sie sich 1952 zurück. Im Zuge verschiedener Fusionen und Übernahmen änderte die Bank ihren Namen 1959 zu Mercantile Bank Ltd. und wurde noch im selben Jahr durch die Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) übernommen, die das Unternehmen 1984 an die Citibank verkaufte. Vgl.
King, Hongkong and Shanghai Banking Corporation, Bd. 1
, passim;
Muirhead, Crisis Banking
.
Baring Brothers & Co., LondonDie 1806 aus dem ursprünglichen Handelsgeschäft des Bremer Kaufmanns Johann Baring hervorgehende Bank Baring Brothers & Co. in London betätigte sich im 19. Jahrhundert vor allem in der Regierungsfinanzierung. Durch die Zahlungsschwierigkeiten Argentiniens, in dessen Anleihen Baring Brothers & Co. im großen Umfang investiert hatten, geriet die Bank 1890 ins Wanken, konnte aber durch ein von der Bank of England zusammengebrachtes Konsortiums vor dem Untergang gerettet werden: Aus der Konkursmasse der Baring Brothers & Co. ging die Baring Brothers & Co. Ltd. hervor. Vgl.
Ziegler, Sixth Great Power
;
Austin, Baring Brothers
.
J. P. Morgan & Co., New YorkDas Bankhaus J. P. Morgan & Co. in New York ging 1895 aus der Firma Drexel, Morgan & Co. hervor, das Anthony Joseph Drexel (1826–1893) gemeinsam mit John Pierpont Morgan sen. (1837–1913) schon 1871 gegründet hatten. Durch Eisenbahn- und Industriefinanzierungen sowie Emissionsgeschäfte machte es sich einen Namen und stieg zu einer der führenden Investment Banken der Welt auf. Vgl.
Chernow, House of Morgan
.
Frederick Huth & Co., LondonDie 1809 von dem aus Deutschland stammenden Johann Friedrich Andreas Huth (1777–1864) gegründete Firma Frederick Huth & Co. in London war zunächst im Handel tätig, entwickelte sich aber rasch zu einer international bedeutenden Merchant Bank, die an zahlreichen Handelsplätzen vertreten war. Huth nahm 1819 die britische Staatsbürgerschaft an und anglisierte seinen Namen zu John Frederick Andrew Huth. Vgl.
Chapman, Merchant Banking
, passim;
Llorca-Jana, Globalization of Merchant Banking
.
Union Bank of Australia (Ltd.), LondonDie 1837 gegründete Union Bank of Australia mit Sitz in London war mit einer Royal Charter ausgestattet und wurde als Kolonialbank für Australien tätig. Durch einige Übernahmen konnte sie schon in den 1840er Jahren kräftig wachsen und dehnte ihr Geschäft bis Mitte der 1870er Jahre auf fast ganz Australien aus. Um ihre Krisenanfälligkeit zu begrenzen, firmierte sie 1880 um zu einer Limited Company.
Pacific Steam Navigation Company, Liverpool
Königlich Preußische Seehandlungs-Societät bzw. Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank), BerlinDie 1772 gegründete Königlich Preußische Seehandlungs-Societät in Berlin wurde zunächst als staatliches Seefahrtsunternehmen tätig, blieb im Vergleich mit ihren englischen und holländischen Vorbildern, der East India Company (EIC) und der Vereenigden Oostindischen Compagnie (VOC), im Überseehandel mit Ostasien aber nahezu bedeutungslos. Im Zuge der Napoleonischen Kriege mit der Verwaltung der Staatsschulden beauftragt, betätigte sich seither verstärkt auch als Bank. 1807 wurde sie dem preußischen Finanzministerium unterstellt, agierte seit 1822 aber als ein selbstständiges Unternehmen und war mit einigen überseeischen Unternehmungen befasst, u. a. zum Zweck des Vertriebs schlesischer Textilwaren in Mittel- und Südamerika. In den 1830er Jahren stieg sie in den Bau von Dampfschiffen ein und war bis 1848 selbst als Dampfschifffahrtsgesellschaft aktiv. Schon seit 1845 überwiegend als Staatsbank tätig, firmierte das Unternehmen 1904 um zur Königlichen Seehandlung (Preußische Staatsbank) und 1918 schließlich zur Preußischen Staatsbank (Seehandlung). Bis 1945 war sie in allen Bereichen des Bankgeschäfts aktiv, wurde 1947 in den Stand einer „ruhenden Altbank“ versetzt und 1983 schließlich liquidiert. Vgl.
Meuß, Unternehmungen
;
Radtke, Preußische Seehandlung
;
Eberstein, Preußen und China
, S. 89–126.
Pohl
, Manfred: Ausgewählte Dokumente zur Geschichte der Deutschen Bank, in: Beiträge zu Wirtschafts- und Währungsfragen und zur Bankgeschichte 21 (1986), S. 79–90
Pohl
, Ausgewählte Dokumente
1986
Deutscher Zollverein
Regierung Großbritanniens
Berlin
Hamburg
Batavia [Stadt auf der Insel Java]
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
London
New York; auch: Neuyork, Newyork
IndienDie geographische Bezeichnung Indien wurde im 18. und langen 19. Jahrhundert zum einen nahezu synonym verwendet für das unter britischer Vorherrschaft stehende Britisch-Indien, zum anderen wurde sie von Europäern auch genutzt, wenn die Länder Ostasiens insgesamt gemeint waren.
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Japan; auch: Japon (französisch), Jappan
Altona
Köln; auch: Cöln, Cöln am Rhein, Deutz, Köln-Deutz
Krefeld; auch: Crefeld
Elberfeld
Leipzig
Düren
Paris
Amsterdam
Europa; auch: Europe (englisch)
OstindienIm 19. Jahrhundert wurde der deutsche Begriff „Ostindien“ häufig synonym verwendet für Ostasien.
Frankreich
Kalkutta, auch: Calcutta
Bombay
Shanghai (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Schanghai, Shang-hae, Shang-hai, Shanghae, Shanhay
La Réunion [Insel im Pazifik]
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Rotterdam
Surabaya [Stadt auf der Insel Java]; auch: Soerabaiya, Soerabaya, Sourabay, Sourabaya
Deutschland; auch: Deutsches Kaiserreich, Deutsches ReichBis zur Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 kann von Deutschland nicht im Sinne eines Nationalstaates gesprochen werden. Doch in den Quellen wird der Begriff Deutschland auch zuvor häufig verwendet, wenn es den Urhebern nicht um eine Differenzierung zwischen den verschiedenen deutschen Teilstaaten ging.
Bremen
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Niederlande; auch: Holland
Belgien
Buenos Aires
Rio de Janeiro [Stadt in Braslien]; auch: Rhio
Südamerika; auch: Süd-Amerika
Vereinigte Staaten von Amerika; auch: United States (US), United States of America (USA), Vereinigte Staaten von Nordamerika
Norddeutschland
Süddeutschland
Lennep
Aachen
Eupen
Görlitz
Sachsen [Königreich]
Amerika; auch: America (englisch), Nord-, Mittel- und Südamerika
Remscheid
Solingen
Iserlohn
Brasilien
La Plata-StaatenIn Anlehnung an das spanische Vizekönigreich Rio de la Plata, das von 1776 bis 1814 bestand, wurden die heutigen Staaten Argentinien, Bolivien, Paraguay, Uruguay und ein Teil des nördlichen Chile im 19. Jahrhundert auch als La Plata-Staaten bezeichnet.
Leeds [Stadt in England]
Bradford [Stadt in Großbritannien]
Wuppertal [Tal]
Lyon
Mailand
Turin
Basel
Zürich
Rheinland
Westfalen; auch: Westphalen
Franken
Voigtland
Schlesien
Kontinentaleuropa; auch: Continent (englisch)
Suezkanal; auch: Suez CanalDer von Ferdinand de Lesseps angestoßene und maßgeblich vorangetriebene Bau des Suezkanals in den Jahren 1854/59 bis 1869 erforderte erhebliche finanzielle Mittel und bewirkte eine starke Abhängkeit des bis dahin unter osmanischer Oberherrschaft stehenden Ägyptens von internationalen Anleihen. Formell blieb Ägypten zwar ein selbständiger Staat, doch de facto übernahm die von Großbritannien und Frankreich eingerichtete Staatsschuldenverwaltung die Regierungsgeschäfte. Zudem erwarb Großbritannien die ägyptischen Anteile an der Suezkanal-Gesellschaft und besetzte 1882 schließlich das gesamte Land, um den Seeweg nach Ostasien abzusichern. - Vgl. zum Bau des Kanals und seiner Finanzierung:
Lesseps, Entstehung des Suezkanals
;
Idrissi, Ferdinand de Lesseps
;
Bonin, Suez
. Zu den Auswirkungen auf Ägypten und den Nahen Osten:
Haikal, Lion‛s Tail
;
Huber, Channelling Mobilities
;
Carminati, Seeking Bread
. Zu den Auswirkungen auf die Handelsströme zwischen Europa und Ostasien:
Bogaars, Effect of the Opening
;
Curli, Italy and the Suez Canal
.
Österreich bzw. (seit 1867:) Österreich-Ungarn
Britisch-Indien; auch: British India (englisch), Englisch-Indien, Englisch-Ostindien, Hinter-Indien, Indien, Vorder-IndienDie Bezeichnung Britisch-Indien bezog sich im 17., 18. und der ersten Hälftre des 19. Jahrhunderts auf die Besitzungen der East India Company (EIC). Mit deren Auflösung im Jahr 1858 wurde die Kronkolonie Britisch-Indien geschaffen, seit 1876 auch als „Kaiserreich Indien“ bezeichnet. Bei ihrer größten Ausdehnung umfasste Britisch-Indien die heutige Republik Indien sowie die Territorien der heutigen Staaten Myanmar (früher Britisch-Burma), Bangladesch, Bhutan, Nepal und Pakistan sowie diejenigen Teile der Region Kaschmir, die heute zur Volksrepublik China gehören. Nur die Hälfte der Landfläche und etwa zwei Drittel der Bevölkerung Britisch-Indiens standen jedoch unter direkter britischer Herrschaft, denn diese stützte sich auch auf zahlreiche einheimische Fürstendynastien (Maharadschas). - Einen Überblick über die Geschichte Britisch-Indien gewährt:
Stuchtey, Britisches Empire
.
Manchester
Java [Insel in Niederländisch-Indien]
San Francisco
Yokohama [Stadt in Japan]; auch: Yokuhama
Roß, Edgar DanielEdgar Daniel RoßKaufmann13400800611.02.180723.03.1885Edgar Daniel Roß war ein Sohn von Daniel Roß, der ihn 1833 gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Adolph Eduard Vidal in die bisher zusammen mit Johann Heinrich Liebrecht geführte Firma Roß & Liebrecht in Hamburg aufnahm, die daraufhin zu Roß, Vidal & Co. umfirmierte. Vgl.
Brietzke, „Ross, Edgar“
. - Weitere detaillierte biografische Informationen zu Mitgliedern der Kaufmannsfamilien Vidal und Roß finden sich in: Ernst Hieke, Über die Anfänge des deutschen Handels mit Ostindien. Das hamburgische Handelshaus Ross, Vidal & Co. und die Vorgeschichte von Siemssen & Co., o. O. [Hamburg], o. D., unveröffentlichtes Manuskript, in: Staatsarchiv Hamburg (StAH), 622-1/506, 27.
Eggert, C.C. EggertC. Eggert zählte um 1869 in Hamburg zu den potenziellen Interessenten, die sich an der Gründung der Deutschen Bank beteiligen wollten.
Schön, J. A.J. A. SchönJ. A. Schön zählte um 1869 in Hamburg zu den potenziellen Interessenten an einer Gründung der Deutschen Bank in Berlin.
Siemssen, P.P. SiemssenP. Siemssen zählt um 1869 in Hamburg zu den potenziellen Interessenten an der Gründung der Deutschen Bank in Berlin.
Siemssen, Georg TheodorGeorg Theodor SiemssenKaufmann, Konsul101991322315.03.181624.11.1886Georg Theodor Siemssen ging im Auftrag des Handelshauses Roß, Vidal & Co. in den 1830er Jahren auf Expeditionsfahrten nach Ostasien und wurde schließlich für deren Niederlassung in Batavia, die Firma T. E. Vidal & Co. tätig. Er stand im engen Austausch mit seinen früheren Schulfreunden Theodor August Behn und Valentin Lorenz Meyer, die sich 1840 mit der Firma Behn, Meyer & Co., in Singapur selbständig gemacht hatten. Er selbst konnte sich dazu erst 1846 entscheiden und ließ sich mit der Firma Siemssen & Co. in Kanton nieder. 1852 wurde er zum Konsul der Hansestadt Hamburg in Kanton berufen, 1855 bzw. 1856 übernahm er auch die Aufgaben eines Konsuls der Hansestädte Bremen und Lübeck. Das von ihm gegründete Unternehmen entwickelte sich zu einem der bedeutendsten deutschen Handelshäuser in China mit Verbindungen nach Südostasien, Europa und Amerika. Er selbst kehrte 1858 nach Hamburg zurück, konzentrierte sich mit der Firma G. T. Siemssen auf die Pflege der Geschäftsverbindungen in Europa und übernahm verschiedene Ehrenämter. Von 1862 bis 1873 gehörte er der Hamburgischen Bürgerschaft an. Vgl.
Möring, Siemssen & Co.
.
Pustau, Carl Wilhelm Engelbrecht vonCarl Wilhelm Engelbrecht von Pustau (Wilhelm von Pustau)Kaufmann, Konsul, Politiker13399238101.08.18201879Wilhelm von Pustau stammte aus Holstein und durchlief eine käufmännische Lehre bei Conrad Hinrich Donner in Altona. Schon 1842 entsandte er ein eigenes Segelschiff nach China, wo er am 1. Januar 1845 die erste deutsche Firma in China überhaupt etablierte: das Handelshaus Wm. Pustau & Co. in Kanton. 1851 wurde Wilhelm von Pustau zum Konsul der Hansestadt Bremen in Kanton berufen, geriet bei den anderen deutschen Kaufleuten vor Ort jedoch rasch in die Kritik, weil er sein Amt in deren Augen über Gebühr für eigene geschäftliche Belange nutzte. Spätestens 1855 zog er sich aus diesem Amt zurück und kehrte 1858 nach Altona zurück, wo er eine Niederlassung seines Unternehmens etablierte. Er reiste danach noch mehrfach nach China und Japan. Seit 1870 gehörte er dem Verwaltungsrat der gerade gegründeten Deutschen Bank in Berlin an, außerdem war eine einige Jahre Mitglied des Deutschen Reichstags. Sein Handelshaus ging 1876 in Konkurs. Eine Neugründung seines Sohnes Theodor von Pustau führte seit 1889 den Firmennamen Reuter, Bröckelmann & Co. und wählte als Firmensitz Shanghai. Vgl.
Möring, Siemssen & Co.
, S. 28, 34;
Eberstein, Hamburg - China
, S. 37;
Bard, Traders of Hong Kong
, S. 103.
Meier, Hermann Henrich, jun.Hermann Henrich Meier jun.Kaufmann, Reeder, Politiker11755443X16.10.180917.11.1898Hermann Henrich Meier jun. durchlief eine kaufmännische Ausbildung in der von seinem Vater gegründeten Firma H. H. Meier & Co. in Bremen, für die er anschließend als Repräsentant nach Boston ging. Zurück in Bremen, begann er sich politisch zu engagieren, u. a. seit 1849 als Mitglieder der Bremischen Bürgerschaft für die Förderung der Dampfschifffahrt. 1856 zählte er zu den Mitbegründern der Bremer Bank, 1857 war er die treibende Kraft für die Gründung des Norddeutschen Lloyds. Vgl.
Hardegen/Smidt, H. H. Meier
;
Duensing, „Meier, Hermann Henrich“
;
Wixforth, Hermann Henrich Meier
.
Gebhard, GustavGustav GebhardKaufmannGustav Gebhard repräsentierte um 1869 die Firma Gebhard & Co. in Elberfeld.
Schöller, LeopoldLeopold Schöller
Magnus, Victor vonVictor von Magnus
Magnus, F. Mart.F. Mart. Magnus
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Bank; auch: Aktienbank, Bankenwelt, Bankgeschäft, Bankhaus, banking operations (englisch), Geldgeber, Geldinstitut, Geschäftsbank, Großbank, Investmentbank, issuing bank (englisch), merchant bank (englisch), Privatbankhaus
Tuchwaren; auch: Halbtuche, Tuche, Tuchwarenhandel
Seide; auch: Abfallseide, rohe Seide, Rohseide, Seidenhandel, silk (englisch)
Wechsel; auch: bill (englisch), draft (englisch), Solawechsel, Tratte, WechselverkehrDer Wechsel ist ein Wertpapier, bei dem grundsätzlich zwischen einem Solawechsel und einer Tratte zu unterscheiden ist.
Devisen; auch: Devisenhandel, fremde Währungen, Valuta
Vorschussgeschäft; auch: Vorschuß-GeschäftZur Abwicklung chinesischer Regierungsaufträge zur Lieferung von Industriewaren, Ausrüstungen sowie Maschinen und Anlagen gewährten die in China ansässigen Auslandsbanken den jeweiligen Bestellern verzinsliche Vorschüsse, also Kredite, die an das entsprechende Warengeschäft gekoppelt waren, sodass insgesamt von einem Vorschussgeschäft gesprochen wurde.
Zahlung; auch: Auszahlung, Barzahlung, Bezahlung, Disbursement, Einzahlung, Geldüberweisung. Giro Verkehr, payment (englisch), Rückzahlung, Vorausbezahlung, Zahlungsanweisung, Zahlungsausfall, Zahlungsbedingungen, Zahlungsbereitschaft, Zahlungsmethode, Zahlungsmodus, Zahlungsschwierigkeit, Zahlungsverkehr, Zahlungsverweigerung, Zahlungsverzögerung
Depositen; auch: Einlagen, EinlagengeschäftAls „Depositen“ werden die Geldeinlagen bei Banken bezeichnet.
Banknoten; auch: Bankpapier, Papiergeld
Associé; auch: Ahsocié, Associe s. auch Teilhaber
Der aus dem Französischen stammende Begriff „associé“ steht für einen geschäftlichen Teilhaber.
Investor; auch: Capitalist, Financier, Kapitalist
Aktionär; auch: Actionär, Anteilseigner, Interessent, shareholder (englisch)
Aktien; auch: Actien, shares (englisch)
Zins; auch: interest (englisch), Zinsentwicklung, Zinsfuß
Gewinn; auch: Avanz, Ayanz, Capital Avance (niederländisch), Gewinn, Gewinnbeteiligung, Gewinnst, Gewinst, Netto-Gewinn, Profit, profit (englisch), profit sharing (englisch), Verdienst
Diskont; auch: Discont, discount (englisch)Als „Diskont“ bezeichnet man einen Abschlag auf den Nennwert von Wechseln und anderen Wertpapieren, die zur Zahlung eingereicht werden.
Briten; auch: British (englisch), Britons (englisch), Engländer, English (englisch), Englishmen (englisch)
Franzosen; auch: French (englisch)
Niederländer; auch: Dutch (englisch), Holländer
Kapital; auch: Aktienkapital, Bankkapital, Capital, Einschuß, Gesellschaftskapital, Privat-Capital, Stamm-Capital, working capital (englisch)
Vertreter, Vertretung; auch: agency (englisch), agent (englisch), Agent, Agentur, Alleinvertretung, Handelsagentur, representation (englisch), representative (englisch), Vertretungsgebiet, Vertretungsvertrag
Sicherheit [für Vorschüsse, Kredite, Darlehen und Anleihen]; auch: security (englisch)
Flagge; auch: flag (englisch), Flaggenstock, Nationalflagge, SchiffsflaggeDie in der Regel aus Tuch bestehende Flagge eines Schiffes dient der Übertragung von Informationen auf weite Sicht. Dabei geht es zumeist um die Zugehörigkeit zu einer Reederei oder zu einem Staatswesen, in deren Schiffsregister das Schiff eingetragen ist; in letzterem Fall müssen weder die Eigner noch der Kapitän und die anderen Mitglieder der Schiffsmannschaft zwangsläufig ihren Sitz in dem betreffenden Staat haben. Die Nationalflaggen der Europäer wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Ostasien auch vermehrt an Land gehisst, etwa vor den ausländischen Faktoreien im chinesischen Kanton oder auf Konsulatsgebäuden.
pariDer Preis eines Wertpapiers liegt in der Regel nicht genau pari, also beim nominellen Wert des Papiers, sondern über pari oder unter pari.
Louis d‛or [Währungseinheit]Der „Louis d‛or“ war eine französische Goldmünze, die von Ludwig XIII. (1601–1643) um 1640 eingeführt wurde.
Hafen; auch: free port (englisch), Freihafen, port (englisch), VertragshafenHäfen spielten für den Handel mit und in Ostasien im langen 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle, zum einen als „Freihäfen“, wie zum Beispiel Singapur, in denen Waren ein- und ausgeführt werden konnten, ohne mit Zöllen belastet oder durch nichttarifäre Handelshemnisse beschränkt zu werden, zum anderen - und das war die häufigere Form - als „Vertragshäfen“, die zumeist nicht freiwillig, sondern unter Androhung von militärischer Gewalt oder auch erst nach einer militärischen Niederlage von den betreffenden Territorialstaaten, vor allem China und Japan, für den internationalen Handel geöffnet wurden. Dies geschah in der Regel auf der Basis eines mehr oder weniger erzwungenen Handelsvertrages, der keine gleichen Rechte für die Vertragspartner vorsah, sondern in erster Linie den Interessen der ausländischen imperialen Mächte entsprach und deshalb als Ungleicher Vertrag bezeichnet wurde. Über die Vertragshäfen wurde in China, Japan und anderen Ländern Ostasiens eine kommerzielle Revolution mit tiefgreifenden Veränderung für alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang gesetzt. Vgl.
Fairbank, Trade and Diplomacy
;
HAO, Commercial Revolution
;
Hoare, Japan‛s Treaty Ports
;
So/MyersTreaty Port Economy
;
Bickers/Jackson, Treaty Ports
;
Brunero/Villalta Puig, Life in Treaty Port China and Japan
.
Rechnung; auch: account (englisch), Factur, Factura, Faktur
Trassierungskredit; auch: Trassierungscredit, Trassirungen, TrassirungscreditEin Kredit, der sich auf Tratten stützt, wird als Trassierungskredit bezeichnet.
Importe in die Hansestädte
Rembours; auch: rs.Der aus dem Französischen stammende Begriff „Rembours“ bezeichnet in einem weiten Sinne die Überweisung des Rechnungsbetrages für die im Überseeverkehr gelieferten Waren. Von einem Bankrembours im engeren Sinne spricht man, wenn eine Bank die Verpflichtung zur Bezahlung der überseeischer Warenlieferungen übernommen hat.
Remesse; auch: RimesseEinen Wechsel, der vom Aussteller an den Wechselnehmer geschickt wird, also dem Zweck des Zahlungstransfers dient, nennt man Remesse.
Verlust; auch: loss (englisch), Verlustbeteiligung
Währungskurs; auch: Buchungskurs, Cours, Curs, Kurs, Kursdifferenzen, Kurskontrakte
Exporte aus den Hansestädten
DebouchéDer aus dem Französischen stammende Begriff „Debouché“ wurde im Handel des 19. Jahrhundert für den Absatz von Waren benutzt.
Tuchfabrikant, Tuchfabrik, Tuchindustrie
Nadeln; auch: Nähnadeln, needles (englisch)
Türkisch RotgarnAls „Türkisch Rotgarn“ wurden im Handel des 18. und 19. Jahrhunderts Baumwollstoffe bezeichnet, bei denen das Garn mit der getrockneten und gemahlenen Wurzel des Färberkrapps leuchtend rot gefärbt worden war.
Leinenweberei, Leinenproduktion
Kredit; auch: Anleihen an dritte Personen, Ausleihung von Geldern, Blanco Credit, Credit, credit (englisch), Darlehen, Kreditgeschäft
Bank PaperMit dem englischen Begriff „Bank Paper“ bezeichnet man ein von einem Bankier oder Bankhaus herausgegebenes Wertpapier zur Beschaffung von Liquidität.
Kurs; auch: Aktienkurs, Anleihekurs, Cours, Coursnotiz, WechselkursBörsenkurs
Tratte s. auch Wechsel
Der finanztechnische Fachbegriff „Tratte“ bezeichnet einen Wechsel, der vom Wechselaussteller (auch Trassant genannt) gezogen, also mit einer unbedingten Zahlungsanweisung auf einen bestimmten Bezogenen (auch Trassat genannt) versehen und in Umlauf gesetzt, von diesem Bezogenen aber noch nicht akzeptiert wurde. Erst mit seiner Unterschrift, dem so genannten Akzept, erkennt der Bezogene die Zahlungsverpflichtung verbindlich an, sodass der Wechsel von einer Tratte zu einem Akzeptwechsel mit einer bestimmten Laufzeit bis zur Zahlung wird. Mit Hilfe von Tratten können also so genannte Trassierungskredite gewährt werden, deren Laufzeit mit dem Akzept des Bezogenen beginnt. - Grundsätzlich von der Tratte zu unterscheiden ist der „Solawechsel“, mit dem der Aussteller selbst ein Zahlungsversprechen abgibt, entweder für einen bestimmten Termin oder bei Sicht.
ContantenDer aus dem Niederländischen stammende Begriff „Contanten“ steht für Bargeld oder Barzahlung.
Silber; auch: Silberladen, Silbermarkt, Silberpreis
Manufakturwaren; auch: Manufacte, Manufaktur, Manufacturwaaren
Bankier; auch: banker (englisch), Banquier, merchant banker (englisch), Privatbankier
Konsignatär; auch: ConsignatärDer Empfänger von Konsignationsware wird „Konsignatär“ genannt.
Konnossement; auch: Conossement, Conossment, ConnossementMit dem aus dem Italienischen stammenden Begriff „Konnossement“ wird eine frachtbriefähnliche Urkunde für die Frachtschifffahrt bezeichnet.
per comptantDer aus dem Französischen stammende Begriff „per comptant“ steht für „per Barzahlung“.
Kommission, Kommissionsgebühr; auch: commission (englisch), Commission, Commißion
Geld; auch: Baares, Geldmittel, Kassa-System, money (englisch), Verkehrsmittel, Zahlungsmittel
Akzeptwechsel; auch: accept (englisch) Setzt ein Wechselaussteller eine Tratte in Umlauf, so erhält diese erst mit dem Akzept des darin Bezogenen ihre Verbindlichkeit, sodass der Wechsel von einer Tratte zu einem Akzeptwechsel mit einer bestimmten Laufzeit bis zur Zahlung wird.
Bu, Ichibu [Währungseinheit]; auch: Bo (sing.), Boos (pl.), ItzibuDer japanische Bu oder Ichibu (= 1 Bu) war eine im 19. Jahrhundert gebräuchliche Silbermünze, deren Wert stark schwankte. Vgl.
Schiltz, Fall of Silver
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Pagaré (spanisch)Der spanische Begriff „pagaré“ bezeichnet eine Schuldverschreibung.
Grund und Boden; auch: Grundstück, Land
Plantage; auch: Cultur, Estates-Geschäft, Pflanzung, Plantagengeschäft, Plantagengesellschaft
Garantie, private; auch: guarantee (englisch)
Sycee; auch: Shanghai Sycee, Ssaissie-SilberUngemünztes Silber, das in China zu Zahlungszwecken genutzt wurde, bezeichnete man als Sycee.
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Baumwolle, Baumwollhandel; auch: Rohbaumwolle, Rohbaumwollhandel
Tee; auch: tea (englisch), Teehandel, TheeTee und Teehandel sind wegen ihrer großen Bedeutung für die Export- wie die Importländer im 19. Jahrundert schon häufiger Gegenstand eingehender wirtschaftshistorischer Untersuchungen gewesen. Aus der jüngeren Forschungsliteratur seien nur zwei Studien hervorgehoben:
Rappaport, Thirst for Empire
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LIU, Tea War
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Kaffee; auch: Caffe, Caffee, coffee (englisch), coffy (niederländisch), Liberia Kaffee
Zucker; auch: Raffinadezucker, Rohzucker, sugar (englisch), zeeker (niederländisch), zuykar (niederländisch), zuyker (niederländisch)
Commercial PaperDer aus dem Englischen stammende Begriff „Commercial Paper“ bezeichnet ein von einem Handelshaus herausgegebenes Wertpapier zur Beschaffung von Liquidität.
Samen; auch: seeds (englisch), Sesamsaaten, Zuckerrübensamen
Eisenbahn; auch: Eisenbahnbau, Eisenbahngesellschaft, Eisenbahnlinie, Eisenbahnprojekt, Eisenbahnschienen, Eisenbahnschwellen, Eisenbahnverwaltung, Eisenbahnwerkstätte, Eisenbahnwesen, line (englisch), moderne Verkehrseinrichtung, railway (englisch), rollendes Material, rolling stock (englisch)
Geldwirtschaft; auch: circulatie (niederländisch), Geldmarkt, Geldverhältnisse, Geldverkehr, Geldzirkulation