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Nr. 2.4.2.01

Walter Edelmann, Teilhaber der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, aus Trogen, an Arnold Otto Meyer, Teilhaber der Firmen Behn, Meyer & Co. in Singapur und Arnold Otto Meyer in Hamburg, nach Hamburg, betr. seine Gespräche mit Abnehmern von Kopra in Marseille und Lyon, 20. Juli 1891

Geschäftsbrief

Regest:

Walter Edelmann, ein aus der Schweiz stammender Teilhaber der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, schreibt von seinem Heimatort Trogen an Arnold Otto Meyer, den in Hamburg ansässigen Teilhaber von Behn, Meyer & Co. sowie der Firma Arnold Otto Meyer, um ihn ausführlich über die kürzlich in Marseille und Lyon geführten Gespräche mit dem dort angesiedelten Vertreter sowie verschiedenen Abnehmern des Handelshauses zu informieren. Bei einem dieser Abnehmer in Marseille gibt es massive Beschwerden sowohl über den Vertreter als auch die Firma Behn, Meyer & Co. selbst, da sie ihn trotz erkennbaren Preisverfalls für Kopra noch zu weiteren Ankäufen ermutigt und zudem schlechte Qualität geliefert hätten. Edelmann legt dar, dass es ihm gelungen sei, die Sachlage aufzuklären und einen annehmbaren Kompromiss zur vorläufigen Entspannung der Lage zu finden und durch weitere Gespräche die Voraussetzungen dafür zu schaffen, den Absatz von Kopra und Gambier künftig auf andere, in seinen Augen seriösere Geschäftspartner in Marseille und Lyon stützen zu können.

Trogen, 20 Juli 1891

nachträglich von anderer Hand ergänzt: E. 22 Juli 1891

nachträglich von anderer Hand ergänzt: B. 22 Juli 1891 durch M.


Mein lieber Herr Meyer,

In Bestätigung meiner Telegramme vom 18.t aus Lyon, berichte ich Ihnen nun über m. Reise nach Marseille. –

Wie geplant kam ich in M. am Donnerstag Nachmittag an & wie abgemacht, stellte Günther sich einige Minuten nach mir im Hotel ein & blieb mit mir 2 Stunden in Unterredung. Ich fand in Gunther eine sehr sympathische Persönlichkeit, ein Mann der sich schon durch sein Auftreten, sein Äußeres, überall Gehör verschaffen wird. Er scheint zum Agenten, zum Anwalt sehr geschaffen. Er redet gut & was er sagt, zeugt von klarem Denken & gutem gesunden Verstand. Selbst wenn er zuweilen für eigene Rechnung speculirt (was er ganz aufgegeben haben will, was ich aber nicht so recht glaube) würde ich doch trotz allem Drohen Barroils nicht daran denken ihn je fallen zu lassen. –

Günther behauptet kein Interesse in Coprah zu haben, andere meinen er besitze ca 2 000 tons; uns kann das ziemlich einerlei sein. Günther sagt, ihm in’s Gesicht seien P & Barroil immer sehr freundlich, daß sie hinter seinem Rücken immer so schimpfen, kann er gar nicht recht verstehen, kränken thut es ihn aber anscheinend eben so wenig als ob ein Hund ihn anbellte. – Er sagte sogar, stellen P & Barroil seine Kündigung unserseits als Bedingung sine qua non & angenommen Barroil sei uns sehr werthvoll, so sollen wir uns von ihm xxx trennen, er werde uns keinen Groll bewahren.

Ich finde das sehr loyal von Günther. Ich nehme an daß er uns für fair genug hält, zu daß wir ihm dann doch einen return auf Geschäft mit P & B. gäben & er würde schon die Vertretung eines andern S’pore Hauses bekommen, als Ersatz für uns. –

Wie schon angedeutet, würde ich ganz & gar nicht daran denken Günther aufzugeben, jedenfalls nicht Perdomos wegen. – Ich sprach mit Günther offen wegen uns. Differenzen mit Barroil resp Perdomo. –

Sein Rath ist:

1). Zieht niemals D / S auf die Leute, denn wenn sie auch heute noch reich sind so kann man bei deren wildem speculiren deren Ende doch nicht voraus sehen

2) Geht unter keinen Umständen auf Qualitäts-Garantien ein, denn sie würden uns schrecklich behandeln

3) übernehmt keinesfalls das Bank Credit Risiko denn das wäre der reine Unsinn. P & B. können bei ihrer Schlauheit wenn sie wirklich wollen, sich gegen das Risiko schon schützen

4) Sucht aber Perdomo als Käufer zu behalten, denn er nimmt große Quantitäten; zeigt euch jetzt z B bereit Credite des Comptoir d‛Escompte zu benutzen, denn das Vertrauen in dasselbe ist ganz allgemein zurückgekehrt; für 1/2 %, vielleicht noch billiger wäre das Risiko in Marseille leicht zu decken.

Nach Günther hält Barroil ca 6 000 tons Coprah, auf denen großer Verlust liege. –

Ich erwähnte daß sich in Mars. noch immer Leute bei uns melden, die direkt mit uns in Coprah arbeiten wollen, Vermittlung uns. Agenten refüsiren. Gunthers offener Rath ist, arbeitet mit all diesen Leuten direkt, sichert Euch alle Käufer, so lange sie zu Euren Conditionen arbeiten wollen. – Ich nannte den Namen Baron fils.

Gunther lachte laut auf; sicherlich feines Haus, aber nur Seifen- nicht Oelfabrikant, braucht somit nur wenig Coprah. So kleine Consumenten, wenn sie Geld haben, meinen z B Coprah ca fr 5 – p % ko billiger zu bekommen, wenn sie direkt aus Indien beziehen. Bevor Sie also für Baron einen Code ausarbeiten fragen Sie ihn besser mal, welche Quantitäten er denn brauchen können werde.1 Eventuel soll er seine Order doch uns. Agenten geben. Den Namen Wulfram Onget nahm Gunther ernster; sichert Euch diesen Kunden meint er, die Leute sind reich & sind Speculanten, würden also nie durch ihn oder andere Agenten kaufen. Da aber Onget Qual. Garantie & Ch. 1 % return haben wollen, so ist das einstweilen nichts für B. M Co. –

Wegen Ch. habe ich Onget auch nicht besucht wohl aber Baron, fand ihn aber nicht zu Hause & seine Fabrik war mir zu weit entfernt. –

Ich sagte Gunther daß seine Hausse Berichte ihn B M Co geschadet hätten, er sagt es thue ihm leid (was ich glaube, da er wie ich glaube, selbst hinein gefallen ist) aber Java habe ihn mit falschen Berichten betreffs Exports sehr getäuscht.

Daß wir an Charlet verschiffen hat er aus Manifesten auch schon erfahren; ich sagte das sei Geschäft für Lyoner Rechnung, Jomein? frug er, ja, antwortete ich einfach & damit ist die Sache erledigt & Gunther hat verstanden, daß er sich da keinen Return besehen wird.

Betreffs des Asessor Claims meint Günther sollen wir uns nicht beunruhigen,2 ein Glück sei es, daß jener Brief aus Ihrem Office an ihn & nicht direkt gegangen sei: – Gunther hat Ihnen ausführlich geschrieben & ich theile seine Ansicht in dieser Sache ganz. – Bei dieser Gelegenheit bitte ich Sie dringend in solchen Fällen Sich niemals auf direkte Correspondenz mit Kunden einzulassen. Der Satz „Bei dieser Gelegenheit bitte ich Sie dringend in solchen Fällen Sich niemals auf direkte Correspondenz mit Kunden einzulassen.“ wurde nachträglich am linken Rand angestrichen Lassen Sie, wenn Sie dem Kunden überhaupt antworten lassen, den Brief immer durch die Hände des Agenten, der ihn eventuel zurückhalten kann, gehen. Am besten wird solche direkte Correspondenz ganz vermieden. Wozu hat man den Agenten? nicht allein zur Rücknahme von Orders. –

nachträglich von anderer Hand ergänzt: Trogen 20 July 1891.

nachträglich von anderer Hand ergänzt: E. 22/23 July 1891.

nachträglich von anderer Hand ergänzt: B. 23 July 1891.

Coprah liege in Marseille entsetzlich flau, sagte Gunther:

Total Imports in Marseille sind:

1 Jan 91 – 15 Juli 1891 34 000 tons

1 Jan 90 – 15 Juli 1890 20 000 tons

1 Jan 90 – 31 Dec 1890 33 400 tons

Alles hänge nun von S‛pore & Java ab, fallen Zufuhren von dort stark ab, so werden sich Preise in einigen Monaten stark wieder befestigen, aber einstweilen sehe er nur weiteren Rückgang vor sich. – Die einzige Order die Gunther los machen konnte war 300 tons Kilndried:

Sept / Oct fw fr 35. – c rf d er. & diese Order auch nur für umgehende Antwort. Ich entschloß mich dem Telegram beifügen zu lassen, daß ich Ausführung empfehle, daraus ersah Singapore daß ich in Marseille sei. –

Charlet sandten gleichen Tags Order auf 200 tons Sundried fr 35.75 c rf d er. Aug / Sept fw also ungefähr gleich limitirt. –

Andern Tags drathete dann auch S‛pore an mich wie folgt: (resp. am 176. Juli; andern Tags am 178 t Nachmittags 3 Uhr mich erreichend)3

Equestrium We do

diebesdaum operate on bear side

Caspidatis have not yet bought

Overlooks 350 tons Coprah

Eradendum We fear

Dividnal supplies likely fall off

Demandress at very low prices

but

Equivalve If you expect

diptych downward tendency likely to continue

Erbkemmerer you have authority

Derdanidal Order executed at your limit

both

Charlet

Gunther, inform by cable of what has been done

Admensus

Perdomo

Drawell is there any change in

(? Deawevell) standing of this firm

Jomeins

Epitomarum do your utmost

Dezuzieht let us have renewed orders

present prices warrant

further operations.

Meine Freitag Abend ab Mars. gesandte Antwort lautete wie folgt:

Charlet, Gunther, Cynosure

(We have sold at)

Dilebantur have no confidence in present prices

Diffundunt expect a decline caring heavy arrivals

but

Equientes if

Djerrid shipments promise to decrease

Delacerent prices are sure to advance

later

perhaps

November

Perdomo

Dreaded standing good

but

Erbamtern they insist on

impossible

terms

Erbmonarch nothing can be done at present

Erbpachtung we are still in treaty

Adjust shall write next mail

Entrollst I am leaving for

Lyon

Edelmann

Dieses Telegram, den Abschluß mit Gunther & Charlet meldend ging wie gesagt Abends ab, nachdem an der Börse (4 pm) Coprah um fernere 50 Cts gefallen war. Hoffentl machen B M Co mit den 500 tons leidlich aus. –

Morgens, um 10 Uhr sprach ich erst bei U Charlet Co vor & besuchte selbe Nachmittags nochmals. Für diese Leute habe ich sehr gute Meinung, sie sind ohne Zweifel gentlemen & ihr Debut in S‛pore Coprah (soweit ca 1 000 tons) hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen. Sie sind keine Speculanten & deren Order & Limits werden S‛pore immer genau zeigen, wie es mit dem Trade steht. Barroils & theilweise Günthers Orders darf man nie so auffassen. – Charlet scheinen mit der Kundschaft gut in Gang zu kommen, sie haben schon manchen Käufer, der mit Perdomo nichts mehr zu thun haben will. Wir müssen Charlet mit aller Macht poussiren die Passage „Wir müssen Charlet mit aller Macht poussiren wurde nachträglich am linken Rand angestrichen, Orders auch ausführen wenn sie kaum eine Commission lassen, damit Charlet sich eine große Kundschaft sichern. Sitzen sie mal bei den Coprah Käufern so fest, wie Jomeins bei der Gambier Kundschaft, so wird das noch eine gute Sache für uns.

Gunther sei ein gentil homme, auch Barroil so ziemlich, aber Perdomo, der sei alles eher als ein Biedermann, dem würden sie alles zutrauen!

Mit der Qual uns. Sundried sind sie zufrieden, mit Ausnahme eines lots, das zieml viel Kilndried enthielt & auf das sie eine bonification gewähren mussten. Letzteres werden sie immer thun müssen, wenn mehr als 1/2 % Kilndried sich in Sundried findet. – S‛pore muss also bitte alles aufbieten, diese Freunde betr Qualität zu befriedigen; wir haben zu großes Interesse daran, daß Charlet am Coprah Geschäft Freude erleben. Sie sind uns sehr ergeben. Ich war mit den beiden Associes, Charlet & Viannay (letztere besuchte Sie mal) auch noch Abends zusammen; ich bin überzeugt es sind feine Leute ganz im Genre Jomeins, aber eben noch jung & kaum reich. – Nehmen Sie diese Herren bitte recht gut auf, falls sie mal wieder nach Hamburg kommen. –

Sie wollen B M Co nächstens Code Zusätze senden & wollen gerne aufnehmen

Coprah nach Holland ° rf. d. er

Gambier nach Genua ° rf

Cre Pepper nach Genua ° rf. d er

Cre Pepper nach Venice ° rf. d er

Die vorstehenden vier Zeilen wurden nachträglich am linken Rand mit dem Vermerk „Charlet“ versehen

Solchen Geschäften steht kaum was im Wege? Da wir an Charlet Marseille fakturiren & sie doch die Waren hinbeordern können, wohin sie wollen. –

Bei Barroil war ich 2 mal, Vormittags 2 & Nachmittags eine Stunde. –

Erst war ich mit Barroil allein & kam mit ihm auch sehr gut voran & zweifle ich auch nicht daran, daß in einer halben Stunde eine Einigung zu uns. terms zu Stande gekommen wäre. Da erschien Perdomo auf den Brettern, that erst als ob er keine Zeit hätte & als ich ihm sagte, daß Hr Barroil sich mit mir im Prinzip schon geeint habe, da geberdete er sich, wie ein Bull, dem man ein rothes Tuch zeigt. –

Er hielt mir voll Gift & Galle speihend eine fulminante franz. Rede, 30 Minuten lang, mich kaum je 1/2 Minute zu Worte kommen lassend & B M Co aller möglichen Schandthaten anklagend.

1) uns. Informationen re shipments seien meistens zu spät & oft unrichtig.

2) uns. Tendenzberichte seien gefärbt; wir seien Schuld daß die letzte Baisse ihn überrascht habe; ein kleines S‛pore Haus, ich denke McKerrow, habe ihn ganz genau & richtig gleichzeitig informirt, leider habe er diesen Leuten nicht gefolgt. B M Co seien eben Haussier gewesen, haben ihre theure Coprah los sein wollen & ihn absichtlich falsch informirt. –

3) dann kam die bekannte Tirade gegen Gunther, der schon mal fallirt habe & nächstens wieder falliren müsse. 3 – 4 000 tons habe er, Perdomo, in den letzten Monaten mit uns. Nachbarn gemacht, die wären uns zugefallen, wenn wir Günther abgesetzt hätten, wir mit ihm, Perdomo dem Großen, arbeiten würden. Ich glaube er leidet an Größen Wahn. Er sagte wörtlich:

En Coprah, Perdomo c‘est Marseille, Marseille c’est Perdomo. –

Und dann kam last not least

4) die Qualitäts Klage. B M Co kaufen allen Schund, der im Markte ist, den sonst kein Haus in Singapore nimmt! Es ist so weit gekommen, daß Perdomo von B M Co keine Sundried mehr haben wolle denn wir senden ihm den reinen Schund, er werde keine Orders auf Sundried mehr senden & sie nur zu Kilndried Preisen nehmen, es sei denn wir garantiren die Qual-Arbitrage in Marseille oder London nach uns. Wahl. – Uns. Kilndried sei auch viel schlechter als die uns. Nachbarn, ein lot von McKerrow habe er fr 2 – besser verkaufen können als uns. Qual.

folgl bestelle er, wenn überhaupt bei uns jetzt Kilndried nur zu niedrigern limits, und dann uns.

5) Mißtrauen in seine Firma sei beleidigend; weshalb sonst refüsiren wir denn D / S auf ihn zu ziehen. Und gar uns. Mißtrauen in‛s Comptoir d‛Escompte, das sei kindisch, lächerlich. Und die Zumuthung, daß er Bankrisiko tragen solle, ob er denn bei uns für dumm genug gehalten werde, eventuel 2 x bezalen zu wollen? Er ein vorsichtiger Kaufmann, Vater von 8 Kindern werde sich such foolish risks nie aussetzen. Uebrigens sage das law Frankreichs deutlich, daß wir nicht Perdomo solches Risiko laufen!

Ich ließ ihn ruhig speien & verrauchen & sagte dann ganz freundlich, ich sei eigentlich ganz stolz darauf daß er nach den eben gehabten kleinen Proben meines Französisch dieses Idiom für meine Muttersprache halte & mich einer so rapiden & ohne Zweifel brillanten Tirade würdige, deren größter Theil aber ohne Eindruck auf mich bleiben xxx werden müsse, weil ich bei meinen leider mangelhaften Kenntnissen seiner Sprache eben lange nicht alles verstanden habe. Diese kleine Unterbrechung verblüffte ihn einigermaßen, aber sie beruhigte ihn auch, der Biedermann versuchte mögl liebenswürdig zu werden, bediente sich von da an der englischen Sprache, xxx die er ganz genügend beherrscht, die aber auch seiner Zunge den sonst abwesenden [nachträglich ergänzt: wünschenswerthen]] Grad der Ruhe aufnöthigt. – Er widerholte alle seine Anschuldigungen in etwas milderer Form, widersprach sich oft aber immerhin bekam ich den Eindruck, daß wir es mit einem Mann zu thun, der weiß was er will & der wenn wir einen Punkt nachgeben


[Nachträglich von anderer Hand beschriftet: Köder]

fortwährend fernere Concessionen verlangen wird. – Ich sah gleich daß es einerlei wäre, ob ich mit ihm 2 Stunden oder 2 Monate rede, ich sagte ihm ich hätte keine Lust zwecklos mit ihm um einen runden Tisch Carroussel zu laufen, ich werde Abends abreisen, weil ich andern Tags in Lyon sein müsse. Marseille habe ich überhaupt nur en passant besucht. – Das Resultat m. Besuches ist also so ziemlich von voraus gesehen, wir haben die Beruhigung daß Perdomo weiß, was wir wollen, aber ebenso klar hat mir Perdomo gesagt, daß er Bankrisiko nicht laufe, daß er Qual. Garantie haben wolle, wenn wir großes Geschäft sehen wollen.

Die einzigen Köder das Wort „Köder“ wurde nachträglich rot unterstrichen den ich Perdomo hinwerfen konnten waren:

1) wir wollen Credit Comptoir d‛Escompte wieder nehmen

2) wenn Perdomo uns Credite sendet kurz bis 30 Tage Sicht, so geben wir ihm 1 % Return die Passage „kurz bis 30 Tage Sicht, so geben wir ihm 1 % Return“ wurde nachträglich rot unterstrichen, statt 1/2 % bar 3 ac/s & sein Risiko bei der Bank wird ganz unbedeutend.

Ich glaube dieser letzte Vorschlag fängt; ich trennte mich ganz freundschaftl von Perdomo & Barroil, sie wollen sich meinen Vorschlag überlegen. Der Satz „Ich glaube dieser letzte Vorschlag fängt; ich trennte mich ganz freundschaftl von Perdomo & Barroil, sie wollen sich meinen Vorschlag überlegen.“ wurde nachträglich am linken Rand angestrichen

Bei 30 Tage Sicht Tratten ist uns. Curs immer 2/8 d niedriger als bei 3 ac/s, daraus bestreiten wir das 1/2 % Return mehr; Singapore muß dann trotz den 30 d/l Tratten immer 3 ac/s Curs calculiren. –

Ich werde nun nächster Tage einen Brief an Perdomo entwerfen, den Sie dann in Ihrem Namen in franz Uebersetzung diesem Biedermann einsenden wollen.

Dieser Brief wird die Lage noch ganz klar machen. –

Ich habe noch zu erwähnen daß Perdomo die Vergütung der Bank Comm., die Sie in Zukunft Bonification nennen wollen, in jeder Ihrer final Abrechnungen wünscht.

Perdomo hat Singapore instruirt gegen die letzten 300 tons, ich glaube Kilndried zu fr. 36 1/4 a vue die Passage „a vue“ wurde nachträglich rot unterstrichen auf Comptoir d‛Escompte zu ziehen. Hierauf wollen Sie s. Z nur 1/2 die Angabe „1/2“ wurde nachträglich zusätzlich rot unterstrichen nicht 1 % die Angabe „1 %“ wurde nachträglich zusätzlich blau unterstrichen Bonification vergüten, das habe ich abgemacht mit Barroil. Der Satz „Hierauf wollen Sie s. Z nur 1/2 die Angabe „1/2“ wurde nachträglich zusätzlich rot unterstrichen nicht 1 % die Angabe „1 %“ wurde nachträglich zusätzlich blau unterstrichen Bonification vergüten, das habe ich abgemacht mit Barroil. wurde nachträglich am linken Rand blau angestrichen. Auf uns Kosten wird das Comptoir diese Trassirung an B M Co teleg. bestätigen. Es wird genügen wenn die schriftliche Bestätigung an Sie geht. Auch diesen Punkt werde ich berühren in m. Briefe an Perdomo. –

Sonnabend Morgen war ich in Lyon & Nachmittags eine Stunde mit Brussel bei Jomeins, wo mich die beiden Herren Jomeins & Mr Andonard sehr freundlich aufnahmen. Auch sie freut es ungemein, daß wir mit Charlet so gut voran kommen, sie widerholen, daß sie für alles verantwortlich seien, in fact, es sei ihr Haus. –

Die Färber haben wohl große Stocks von Gambier & deshalb können Jomeins mit dem besten Willen noch keine neue Ladung nehmen, ich setzte ihnen hart zu & sie versprachen, aufmerksam zu bleiben & sich bald zu melden. Ich glaube wenn wir ihnen bald einen passenden Segler billig anstellen würden, sie würden zugreifen, denn ich habe sie aufmerksam gemacht, wie schwierig es sei passende Segler zu finden. Sie & Singapore müssen also gut ausschauen & sich dann melden. Jomeins baten mich noch, den Schiffen doch ja immer mögl wenig Coprah zu geben & Outside leicht Gut stets zu engagiren [nachträglich ergänzt: wenn was zu haben ist], um ihnen weniger oder kein Coprah zu senden – Hr Brüssel versicherte mir, daß Jomeins nach wie vor ganz Ia seien, sie seien sehr reich er wolle fortwährend aufpassen! Er meint, sie brauchen nicht anzufragen, wenn Sie vom Fallissement irgend eines Londoner Lyoner Hauses hören, so wie neulich. – Jomeins sowie Brüssel meinen Comptoir d‛Escompte sei ganz sicher. Actien bedeutend über pari. –

Da von diesem Briefe Copie nach Singapore (direkt ab hier) geht, so erlaube ich mir an dieser Stelle Singapore noch dringend zu bitten, bei den Herren Sielcken / Xule & Guan Tuk dem Inder [nachträglich ergänzt: beizubringen]], daß wenn man von uns einen Artikel z B Coprah tel quel kauft, das nicht meint, daß wir auch tel quel von Chinesen kaufen sollen. – Jeder uns Kunden verläßt sich darauf daß B M Co scharf aufpassen. (Das muß besser geschehen als es oft bei uns, auch unter mir, geübt wird.) Ich möchte mir den Vorschlag erlauben daß Herr Laspe dem Herrn Sielcken einige Briefe & Calculationen abnehmen sollte & daß dann Hr Sielcken beim Empfangen der Producte mehr mit scharfen Augen zugegen sein sollte. Wir müssen uns ohnehin noch zu viel auf Chinesen verlassen. –

Erwähnen will ich noch, daß Hr. Brüssel auf dem Coprah Geschäft Charlet, Remburs Jomeins, bestimmt einen Return erwartet. Ich bitte S’pore ihm darauf wo Com. überhaupt verdient ist, bis zu 1/2 % zu geben, um so mehr, da er seit dem neuen Arrangement auf Gambier doch nur 1/2 % wie früher bekommt & Günther keinen Anspruch auf Geschäft Charlet hat. –

Erwähnen will ich noch, daß Gunther mir in seinen Büchern nachwies, daß all die letzten Orders bona fide für Kunden gedrathet wurden. –

Gunther macht in Kaffee sehr viel, meint Preise können sich nur bis zum Herbst halten, dann komme ein Krach. –

Bei diesem nassen Ern Sommer sind Erndte Aussichten für Getreide & Kartoffeln überall schlecht. – Was meinen Sie, sollten nicht Artikel wie Tapioca, Sago fleur, Sago einen Spurt erleben? –

Eventuel sollten Sie Sich bei Witt erkundigen & dann Behn M. Co. einen Wink drathen.

Sonst scheint alles à la Baisse bleiben zu wollen. Ueberall jammert man.

Daß Zinn sich in S’pore so hoch hält, nimmt mich wunder. In diesem Jahre gehen keine Coolies nach Borneo & Sumatra & desto mehr wohl nach den Minen der Halbinsel; das wird größere Supplies als letztes Jahr zur Folge haben! –

Nochmals Barroil; der Freund bat mich Sie & Lorenz freundlich zu grüßen, der alte Knabe thut mir leid; Perdomo beherrscht ihn ganz, behandelt ihn wie einen jungen Commis. Barroil Perdomo ist erst 26/28 Jahre alt, sieht aus wie ein half caste, stammt auch aus einem Räuberstaate Südamerikas, macht auf mich den denkbar ungünstigsten Eindruck. – Ich sah auch noch einen dritten Partner, der sieht erst recht schlimm aus & ist fortwährend voll beschäftigt mit Prozessen mit den Kunden. Mir graut vor dem Concern.

Darum nochmals meine dringende Bitte an S’pore, Charlet, auch Gunther, zu poussiren & gut zu bedienen, damit wir eines Tages Perdomo einen Tritt geben können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

W. Edelmann


War es uns bekannt, daß A Racme Co, die immer so wegen Gambier p Segler bei uns drangen, Agenten für Boustead Co waren & sind? – Jetzt z. B. wollen Sie fr 55 anlegen, was ich bei Jomeins berichtete. Gunther untersagte ich wegen Gambier p Segler zu drathen.