| Regest: |
Adolf Laspe, geschäftsführender Teilhaber der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, wendet sich mit einem ausführlichen Brief an Arnold Otto Meyer, den in Hamburg ansässigen Teilhaber der Firmen Behn, Meyer & Co. in Singapur und Arnold Otto Meyer in Hamburg, um ihn davon abzuhalten, das bedeutende Zinngeschäft der Niederlassung Penang aufzugeben, wie Walter Edelmann, ein anderer Teilhaber von Behn, Meyer & Co., kurz zuvor vorgeschlagen hatte. Dieser habe erhebliche Vorbehalte gegen den chinesischen Geschäftspartner CHIN Kee in Penang, auf den Behn, Meyer & Co. hinsichtlich des Einschmelzens von Rohzinn zur Verfeinerung der Qualität angewiesen sind; offenbar befürchte er, von CHIN Kee übervorteilt und in eine Krise hineingerissen zu werden. Laspe legt dar, warum es seiner Meinung nach falsch wäre, den Handel mit Zinn einzustellen und damit zugleich auch die wichtige Geschäftsverbindungen zur Firma A. Strauß & Co. in Penang und London aufzugeben, die das verfeinerte Zinn auf den Markt in Europa brachte. Edelmann leide unter einer schweren Nervenkrankheit, versetzte die Mitarbeiter des Hauses ungewollt in große Unruhe und sei - auch nach eigenem Bekunden - seinen Aufgaben nicht mehr gewachsen. Laspe macht konkrete Vorschläge, wie seiner Meinung nach mit der Situation umgegangen werden sollte und welche personellen Konsequenzen mit dem von ihm erhofften schnellen Ausscheiden Edelmanns verbunden wären. Deutlich wird, dass die Ausweitung des eigenen Handelsnetzes zu wachsende Risiken und zudem zu einer angespannten personellen Lage geführt hat. Laspe plädiert dafür, künftig mehr Personal einsetzen zu können. |
| Formalia: | 20 Blätter, jeweils mit gedrucktem Briefkopf auf der Vorderseite, handschriftlich einseitig beschrieben, mit Unterschrift. |
Gedruckter Briefkopf:
A. B. C. Scott‛s & Watkins Codes.
TELEGRAMS: BEHN.
Singapore, [handschriftlich ergänzt: 1 Mai 1894.]
[nachträglich handschriftlich ergänzt: E. 30 Mai 1894.]
[nachträglich handschriftlich ergänzt: B. 31 Mai 1894]
Lieber Herr Meyer.
Von Edelmann hörte ich brieflich & seither mündlich (E. war 8 Tage hier), daß Sie ihm auf seinen Brief re Penang Tin business das Stichwort "Walter" gedrahtet haben & ihn also ermächtigen, das Zinngeschäft in Penang aufzugeben.
Da Sie, Ihr Herr Sohn & Edelmann in dieser Sache übereinstimmen, muß ich mich bescheiden, die Sache ihren Weg gehen zu lassen & nur mein abweichendes Urtheil ad notam zu geben.
Ich bin nach wie vor der Ansicht, daß nichts vorliegt, uns zu veranlassen, das Zinngeschäft in Penang & besonders die dortige Verbindung mit Strauß fallen zu lassen. Ich glaube auch daß Edelmann selbst inzwischen zu dieser Ansicht gelangt ist & nur durch krankhafte Stimmung & Überreizung der Nerven dahin gekommen ist, in diesem Zinngeschäft am hellen Tage Gespenster zu sehen. Daß Manches in dem Verkehr mit Chin Kee nicht so gut & sicher aufgezogen war wie es nöthig ist, war ja auch meine Ansicht, aber
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das lässt sich ja ändern & ist zum großen Theil geändert worden.1
Strauß in Penang über Bord zu werfen vergleiche ich damit, wenn ein Arzt dem Patienten den Kopf abschneidet um ihn zu kuriren.
Lassen Sie uns doch um Gottes willen Strauß behalten & Chin Kee mehr & mehr in solche Stellung bringen, daß wir nicht zu stark mitgenommen werden können. Chin Kee ist doch auch kein Straßenräuber & vergleicht sich am Ende noch ganz gut mit manchen Anderen, denen wir auch größere Beträge fidiren.2
Immerhin scheint es mir aber, daß wir eine Verbindung wie Strauß so leicht nicht wieder bekommen, während mir Chin Kee nicht unersetzlich scheint, obschon wir vorläufig kaum einen Ersatz für ihn hätten.
Ich glaube aber fest, daß Chin Kee uns & Strauß auch zu schätzen weiß & daß wir ihn allmählich dahin kriegen, wo wir ihn haben wollen. So ein Chinese ist natürlich zähe & bockbeinig & da müssen wir langsam aber sicher mit unseren Reformideen vorgehen.
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Das refined Tin & Tin in course of smelting ist uns durch Edelmanns neueste Maßregeln sicher gestellt; das Einzige was E. jetzt noch beunruhigt, ist daß Chin Kee schon unseren Cheque bekommt, wenn das gekaufte Rohzinn noch in den Böten liegt & erst zum Schmelzen in Chin Kee‛s smelting premises gebracht werden soll.
Nun, da können wir doch erst einmal darauf bestehen, diesen modus abzuschaffen & erst Geld zu geben, wenn das Zinn effektiv in den smelting premises ist. Machen wir bei dem modus dann ein kleineres Geschäft, so ist das doch immer besser als garnichts & ich glaube sogar, daß die tin sellers sich rasch genug an die neue Art & Weise gewöhnen werden.
Bisher ist Alles mit Chin Kee von Engler ganz senang & voll Vertrauen behandelt worden & es ist ja Gottlob auch alles gut gegangen! Wenn Chin Kee hätte schwindeln & einen großen coup machen wollen, so hätte er die großartigste Gelegenheit gehabt, die
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ihm nie wieder blühen dürfte.
Jetzt kam Edelmann aber voller Mißtrauen (wegen Chin Kee‛s sale an Guthrie Co. von 75 Tons Tin) nach Penang, wollte alles umstürzen & fand, daß das nicht auf einmal ging!
Darauf hieß es einfach: „Über Bord mit Zinn“!
Ich sage: „nanti dhulu“, nur keine Überstürzung!
Edelmann ist inzwischen in seinen ruhigeren Momenten auch ungefähr auf meinem Standpunkte angelangt, ist aber so schwer nervenkrank, daß er sich gegen trübe Vorstellungen & recht weit vorgeschrittene Hypochondrie nicht mehr zu wehren vermag.
Dr. Maurer hier hat ihn untersucht & ihm erklärt, er leide an Neurasthenie im höchsten Grade & müsse sofort nach Europa & dort ganz ruhig ohne jede Theilnahme an oder Verbindung mit Geschäft leben, andernfalls könnten die ernstesten Folgen entstehen. Dieses habe ich von Dr. Maurer privat erfahren, nachdem ich
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von Edelmann selbst gehört hatte, er könne Nachts nicht mehr schlafen, litte an unglaublichen Wahnvorstellungen & sähe Alles so schwarz & verhängnißvoll, daß er selbst bei Tage & in ruhigen Stunden keinerlei Zutrauen zu seinem eigenen Urtheil mehr habe.
E. sagte mir, er wolle sich von Dr. M. untersuchen lassen, hat mir aber dessen Urtheil nicht selbst mit getheilt, sondern dann nur den Wunsch ausgesprochen, nach Europa zu gehen, wenn sein Zustand sich nicht prompt bessere.
E. ist jetzt nach Penang zurückgekehrt, um das management pro tem. in Hasenbalg‘s Hände zu legen & er selbst will nur noch kurze Zeit dort bleiben, um den Leuten dort ihre Wege anzuweisen, to keep the mill going!
Sobald E. sich wieder schlecht fühlt, (& leider dürfte das nicht lange dauern) kehrt er nach Singapore zurück & will resp muß dann nach Europa. E. selbst hat eine große
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Angst, welche er sich aber kaum eingestehen mag & mir auch nur kurz aber deutlich angedeutet hat, nämlich daß sein Zustand mal so schlimm werden könnte, daß er für seine Handlungsweise nicht mehr verantwortlich wäre.
Diese Eventualität darf ich nun bei E’s Zustand auch nicht außer Berechnung lassen & da E. mich davor in plain words gewarnt hat, wäre es unbedacht von mir, das als idle talk anzusehen, umsomehr wo
Dr Maurer E. als schwer krank bezeichnet.
E. selbst wünscht unter diesen Umständen sein ganzes Verhältniß zu B. M. Co zu lösen & obwol ich ihn zuerst damit zurückwies, daß Sie resp Ihr Herr Sohn mir vor meiner Abreise von Hamburg erklärten, sich darauf nicht einlassen zu wollen, so habe ich doch auf E’s weiteres Drängen nachgegeben & ihm versprochen, seinen Wunsch bei Ihnen zu befürworten.
Sie resp Herr E L Meyer erklärten
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mir damals, daß – wenn E. amtsmüde oder unfähig sei – Sie nichts dagegen hätten, wenn E. für den Rest seines Contraktes nach Europa ginge & sich mit mir abfände dahin, daß ich das alleinige management übernähme.
Das convenirt E. aber nicht; er will jeder Verantwortlichkeit, jeder Theilnahme (selbst nur mit seinem Namen) an Geschäften irgend welcher Art ledig sein, sich ganz still irgendwo in die Schweizer Berge setzen (ich fürchte es wird eine Kaltwasserkur werden müssen) & das Gefühl haben, ein ganz freier Mann & Rentier zu sein der so & so viel besitzt & seine Zinsen in Ruhe verzehren kann.
Er möchte also bei B. M. Co austreten per ulto. 1893 & ersucht dann ihm eine Abfindungssumme zuzugestehen, die ulto. 1895 so zu reguliren wäre daß E. dann genau das Equivalent von 20 % der Profite von 1894/95 als Abfindung erhielte. Er will dagegen
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mit seinem jetzigen Besitz nicht mehr verantwortlich für 1894/95 sein.
Es wäre ja eigentlich egal, welche Abfindungssumme (solange mäßig) wir vorläufig nennen, denn dieselbe würde ja ulto 1895 genau auf 20 % des Profits 1894/95 regulirt, aber ich glaube, es ist gesetzlich nöthig, um E. von Verantwortung zu befreien.
Danach erkundige ich mich noch! Mir ist es sehr peinlich, Freund Edelmann‛s traurigen Zustand in so krasser Weise beleuchten zu müssen, aber das Interesse von B M Co erheischt es, daß wir Alle uns genau darüber klar werden, welches Risiko wir laufen, wann wir E’s Vorschlag nicht annehmen.
Er selbst sagte mir: „Später können Sie mich vielleicht mal nicht mehr los werden, wenn ich zu krank bin, um überhaupt Etwas zu verhandeln“.
Er deutete ferner an: „ich könnte ja auch während solcher Momente, wo ich unter einem Wahn leide, B M Co unbewußt so schädigen, wie ich
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es in gesundem Zustande garnicht verantworten könnte.“
In plain words meint das, daß E. sich fürchtet, bei Verschlimmerung seines Leidens mal die Herrschaft über seinen Geist zu verlieren.
Daß der arme Rob. White, unser broker & mein guten Freund, hier jetzt mit Gehirnerweichung im Lunatic Asylum sitzt, hat auf E. tiefen Eindruck gemacht & er glaubt sich beinah auch solchem Schicksal verfallen, grübelt sich jedenfalls nach & nach in Ideen hinein, die ihm nur weiter schaden können.
Es ist wirklich in E’s Interesse, ihn sobald als möglich aus seinem jetzigen Verhältniß zu befreien, welches ihn schwer drückt. Andererseits erfordert es das Interesse von B M Co ebenfalls, einer Eventualität wie sie E. bedroht oder bedrohen könnte, aus dem Wege zu gehen, wenn dieser Weg offen steht.
Ich zähle schon die Idee, Tin business in Penang abzustoßen, zu einem
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von krankhaften Vorstellung conzipirten Angstprodukt, die Sie an Ort & Stelle bei Kenntniß aller détails & Anhörung diverser Betheiligter nicht weiter verfolgen würden; ich habe daher E. auch das Versprechen abgenommen, nichts in der Sache zu thun.
Er hatte sich ja in seinen ruhigen Stunden auch schon bekehrt & nach Empfang des Stichworts „Walter“ zurückgedrahtet „do nothing in the matter until you hear from us again“!
E. kam nach hier bereits mit dem ziemlich ausgesprochenen Vorsatze, sich von mir überreden zu lassen, Nichts in Sachen Penang Tin business zu thun, mir aber dann die Verantwortung zuzuschieben.
Die habe ich dann auch übernommen & ihm gesagt, ich würde Ihnen entsprechend schreiben.
Vorläufig wird also hinsichtlich Abschaffung des Penang Tin Geschäfts Nichts gethan & warte ich Ihre weiteren Nachrichten ab.
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Ich habe Witthoefft gebeten, Ihnen über détails in der Tin Sache noch etwas mehr en détail zu schreiben, da ich für diese Post schon stark in Anspruch genommen bin & ich mit Witthoefft alles durchgesprochen habe
Im Übrigen muß ich eben Ihr Vertrauen zu m/ ruhigen Beurtheilung der Sachlage & vorsichtigen Handhabung zukünftigen Geschäfts in Anspruch nehmen & hoffe mich darin nicht zu täuschen.
Edelmann hat hier & in Penang mit seiner Unruhe & ewigen Quälerei seiner selbst & Anderen Alles rebellisch gemacht; seit er in Penang ist, herrscht hier Ruhe & Frieden & es geht auch nicht schlechter. Dafür ist nun in Penang der Teufel los & ich bedauere die armen Angestellten dort von Herzen. Edelmann selbst thut das sogar mit, denn er merkt es ganz gut, daß er trouble & Ärger produzirt, wohin er geht.
Wie er über Engler einen Tag furchtbar schlecht & den nächsten ganz gut urtheilt, kann er auch kaum
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verantworten; wenn ich nicht noch ein bischen für Engler eingetreten wäre, so wäre derselbe wohl gegangen worden oder von selbst gegangen & was dann?
Das wäre ein großes Unrecht gegen Engler & eine Dummheit unsererseits gewesen, denn besseren Ersatz haben wir nicht!
Zu Penang Tin business zurückkehrend, so werde ich Hr. Hasenbalg nächstens veranlassen, ein exposé über den ganzen Geschäftsmodus im Verkehr mit Chin Kee aufzusetzen nebst seinen Ansichten über sichere Handhabung desselben, einzuführende Verbesserungen &c.
Strengste Überwachung der Zinnvorräthe ist & bleibt angeordnet & bei vorsichtigem Aufpassen sollte wirklich nichts passiren können.
Risiko puncto Qualität fürchtet selbst Edelmann jetzt nicht mehr, nachdem careful test geübt wird. –
Nun muß ich auf Edelmann‛s Vorschlag re Austritt zurückkommen & empfehle auf‘s Allerdringendste,
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denselben anzunehmen. Edelmann in his present condition is a source of danger to B M Co! Er mag & will nicht mehr arbeiten, kann es auch effektiv nicht & würde sein Verbleiben in der Firma nur zu Aufregung für uns alle & schlimmeren Consequenzen für ihn selbst führen können.
Ich proponire Ihnen die folgenden Codewörter (Adresse Laspe Singapore), um mir Ihre Ansicht & Entscheidung mitzutheilen:
Sing.
Edelmann. = AOM & E. L. M sind einverstanden, daß Hr Edelmann per 31 Dec. 1893 aus der Firma B M Co scheidet & ihm für Abondonnirung der Contraktjahre 1894/95 eine Abfindungssumme von M ...... (to be expressed by a cipher from Gen l Code) zugestanden wird, welche nach Abschluß 1895. nach Maßgabe der Profite 1894/95 auf 20 % derselben erhöht resp vermindert wird. –
Als Abfindungssumme würde ich
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vorschlagen, M. 70,000 zu nennen, eventuell auch M 80,000., welche Hr E. per 1/1. 1894 zu creditiren wäre, aber ohne Zinsen zu tragen bis 1/1. 1895. & von da an Zinsen nur auf verdiente 20 %.
Hr Edelmann‛s Gelder hätten sämmtlich bis 31/12 1895 in der Firma zu bleiben & Auszahlung würde dann in der Weise erfolgen, wie im Associat-Contrakt vorgesehen.
Es bliebe uns natürlich unbenommen, auch früher auszuzahlen, wenn uns dies paßt.
Penang = A. O. M. & E L M sind mit Hr Edelmann‛s Austritt einverstanden. Abfindungssumme M ……, zu reguliren nach Abschluß 1895 auf … % der Profite 1894/95. –
Dies für den Fall, daß Ihnen 20 % zu viel erscheinen. Ich möchte aber empfehlen, 20 % gutzuheißen, um alle Weitläufigkeiten zu vermeiden.
Appenzell. A O M & E L M refüsiren den Vorschlag Hr Edelmann‛s. Weitere
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Nachrichten brieflich. –
Letzteres Wort werden Sie kaum anwenden, denn damit übernähmen Sie eine große Verantwortung für eventual irresponsible acts of Edelmann‛s, welche ich meinerseits nicht auf mich nehmen kann. Edelmann würde dann doch wohl nach Hause gehen müssen, ohne die Möglichkeit uns zu nützen & mit der chance für uns of much future trouble.
Nehmen Sie E’s Vorschlag an, so kommen 13 % von E’s Antheil am Profit den übrigen partners zu Gute, doch hoffe ich, daß Sie analog dem Arrangement beim Austritte des Hr Mühry dem dann alleinigen managing partner in the Straits für die doppelte Arbeit & Verantwortlichkeit durch jene vermehrte Prozentage entschädigen werden. Edelmann ist an der Arbeit & Verantwortlichkeit zu Grunde gegangen, wenigstens temporär & wahrscheinlich für längere Zeit. Meine Constitution & Temperament
Nachträglich von anderer Hand am linken Rand notiert:
AOM. 24 3/4.
ELM. 24 3/4
W. E. 20 –
A. L. 30 1/2
zusammen: 100 %
W. E.: M. 185,327.36. + M. 70,000 = M. 255,327.36
sind ja robuster, aber Kinderspiel ist es nicht, hier allein à la tête zu sein & man muß also auch wissen, wofür man sich abrackert & seinem Ziele dafür einen guten Schritt näher rücken.
Sollten Sie sich meiner Ansicht über diesen Punkt anschließen, so drahten Sie mir bitte im Anschluß an obige Codewörter noch das Wort
Adolf.
Dann würde das ganze Arrangement mit E. quasi darauf herauskommen, daß ich Edelmanns Antheil übernehme & ihm daraus 20 % vergüte. Das war ja auch das, womit Sie resp Hr E L M sich damals in Hamburg einverstanden erklärten.
Schließlich habe ich für den Fall von Edelmann‛s Austritt noch einen Vorschlag zu machen, nämlich daß die Herren Sielcken & von Roessing Prokura bekommen & Herr Witthoefft gleichzeitig autorisirt wird, die Firma zu zeichnen. Alle Drei sind ja sichere Leute
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& Eckpfeiler des Geschäfts.
Sind Sie auch damit einverstanden, so bitte ich, das Wort
In dem Falle würde ich Edelmanns Austritt & vorstehende Beförderungen in hiesigen Zeitungen & Govmnt Gazette annonciren; wünschen Sie aber, daß E’s Austritt noch nicht annoncirt wird, so drahten Sie bitte anstatt Prokura das Wort Prokurist. Edelmann wird dann hoffentlich einverstanden sein.
Circulare über diese Veränderungen unterbleiben besser bis zu einer späteren Veranlassung, wenn Sie nicht gegentheiliger Ansicht sind.
Alles property der Firma, welches auf E‛s Namen steht, wird bei seinem nächsten Hiersein auf alle Fälle auf meinen Namen transferiert.
Event. Austritt E’s wird natürlich in optima forma urkundlich verbrieft & versiegelt.
Nun noch eine Eventualität: Wenn Sie keins der obigen
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Codeworte ganz Ihren Ideen entsprechend finden & Bedenken tragen über détails, sonst aber mit E’s Austritt einverstanden sind, so drahten Sie bitte
Gautier;
dann würde ich E vorschlagen, prompt nach Europa zu reisen & sich dort mit Ihnen zu verständigen.
Dabei habe ich freilich meine Bedenken; jetzt ist E. traitabel & würde gern seine Offerte angenommen sehen, aber E. ist sehr veränderlich & es dürfte später am Ende größeren Equivalents bedürfen, ihn seinen Antheil an Namen & Erwerbskraft B M Co’s aufgeben zu machen!
Was nun die Arrangements betrifft, welche puncto Personal durch Edelman‛s Austritt notwendig würden, so sehe ich darin keine unüberwindliche Schwierigkeit. Engler muß im Juli wieder in Penang sein; bis dahin frißt sich Hasenbalg mit seinen zwei Trabanten ganz gut durch & wir halten so lange auf kleines & ruhiges
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Geschäft. Wenn Engler wieder da ist, wird Biedermann nach Singapore abkommandirt, um hier im Import zu assistiren. vRoessing wollen wir doch lieber anyhow seinen Europa trip im Juli/Aug., antreten lassen, denn er braucht einen change.
Klütz hat Contrakt bis auf Frühjahr 1895 (April/Mai) verlängert & er nebst Biedermann werden den Import hier schon für 6 Monat zwingen.
Ich werde die Gelegenheit benutzen, mich auch mal etwas gründlicher um Importgeschäft zu bekümmern & mich dazu von Edelmann & Roessing erst etwas vorbereiten lassen.
Da Hr Klütz im Frühjahr 95 abgeht, müssen wir Ersatz für ihn haben, denn wir wollen nicht wieder mit Personal zu kurz kommen. Ein junger Mann, der auch nur etwas taugt, macht sich immer bezahlt & es ist verkehrte Politik, mit 1 man short arbeiten zu wollen; ich bin für 1 man over bei so großem Geschäft.
Ich werde Ihnen also mit Bezugnahme auf m/ offiz. Brief vom 17 April
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das Wort Kranis [nachträglich ergänzt: nächstens] drahten & Sie dadurch bitten, einen Importjüngling zu engagiren & ihn bald zu expediren.
Es sollen dann drei Mann stets im Import bleiben; das bezahlt sich & ist für alle Fälle sicherer!
Penang wird nun durch Biedermann’s Abgang nach hier um einen Mann vermindert. Edelmann hält 3 Mann in Penang für genug, aber ich proponire auch da noch Einen zuzugeben, damit nur ja die Überwachung des Zinn‛s nicht leidet & die Leute sich nicht überarbeiten. Unterhalten Sie sich darüber bitte noch mit Engler & event. engagiren Sie noch einen Jüngling für ihn. Aber bitte einen Deutschen.
Damit will ich diese inhaltsreiche Epistel schließen, welche natürlich in allen Theilen ebenfalls an Ihren Herrn Sohn gerichtet ist.
Mit dem Wunsche, daß dieser Brief eine neue friedliche Aera B M Co’s inauguriren möge, verbleibe ich
Ihr threu ergebener
Nachträglich von anderer Hand am linken Rand vermerkt:
Singapore 12 Juni Edelmann, Entrollung. I am leaving for … on the … tomorrow austritt annoncirt. –