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Vertrag zwischen der Hongkong and Shanghai Banking Corporation und der Deutsch-Asiatischen Bank betreffend chinesische Geschäfte vom
27. Juli 1895
Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation in Hongkong einerseits und die Deutsch-Asiatische Bank in Shanghai und die mit ihr verbundenen deutschen Banken und Bankhäuser andererseits vereinigen sich über nachstehende Punkte behufs gemeinsamer Behandlung und Abwickelung chinesischer Geschäfte.
§ 1.
Das Uebereinkommen wird namens der Hongkong and Shanghai Banking Corporation in Hongkong von der Vertretung dieser Bank in London abgeschlossen.
Das unter Führung der Deutsch-Asiatischen Bank für chinesische Geschäfte gebildete deutsche Syndikat besteht aus:
der Direction der Disconto-Gesellschaft,
S. Bleichröder,
der Deutschen Bank,
der Berliner Handels-Gesellschaft,
Robert Warschauer & Co.,
Mendelssohn & Co.,
der Dresdner Bank,
dem A. Schaaffhausen‘schen Bankverein,
Born & Busse,
für die oben stehenden Firmen wird mit geschweifter Klammer rechts der Namen der Sitz in Berlin angegeben
Jacob S. H. Stern in Frankfurt a. M.,
Sal. Oppenheim jun. & Co., Köln,
der Norddeutschen Bank in Hamburg,
der Deutsch-Asiatischen Bank in Shanghai.
Für dieses Syndikat wird das Uebereinkommen von der Direction der Deutsch-Asiatischen Bank in Berlin und namens der anderen Mitglieder von der Direction der Disconto-Gesellschaft, der Deutschen Bank, der Berliner Handels-Gesellschaft und den Bankhäusern S. Bleichröder und Robert Warschauer & Co. vollzogen.
Die Direction der Deutsch-Asiatischen Bank in Berlin ist von dem deutschen Syndikat ermächtigt, sich mit der Vertretung der Hongkong and Shanghai Banking Corporation in London über die Ausführung des Abkommens zu benehmen.
§ 2.
Gegenstand der Vereinbarung sind alle Anleihe- und Vorschuß-Geschäfte, welche mit der Regierung des chinesischen Reiches oder mit einer einzelnen zum chinesischen Reiche gehörigen Provinz|2. Blatt, Vorderseite| abgeschlossen werden. Jedes derartige Geschäft, welches einem der Contrahenten sich darbietet, muß von demselben der gemeinsamen Behandlung nach Maßgabe der Bestimmungen dieses Uebereinkommens unterstellt werden. Das Gleiche gilt für Anleihe- und Vorschuß-Geschäfte, welche mit Behörden und Gesellschaften unter Garantie der Regierung des chinesischen Reiches oder einer chinesischen Provinzial-Regierung abzuschließen sind.
Ueber die gemeinsame Behandlung von Finanzgeschäften mit Eisenbahn- oder anderen Gesellschaften ohne eine solche Garantie bleibt die Vereinbarung von Fall zu Fall vorbehalten.
Kleinere Operationen, die im wesentlichen den Charakter des laufenden Bankgeschäftes haben, fallen ebenso wie dieses letztere nicht unter das gegenwärtige Uebereinkommen.
§ 3.
Das Uebereinkommen beruht auf dem Grundsatze in der Parität.
Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation und die Deutsch-Asiatische Bank für ihre Gruppe treten gemeinsam in die Verhandlung ein; sie nehmen gleichen Anteil an den Geschäften und unterzeichnen gemeinsam die zum Abschluß gelangenden Verträge; sie tragen in gleichem Verhältnis die mit dem Abschluß eines Geschäftes verbundenen Lasten und schließen die Verträge mit gleichen Rechten und Pflichten ab.
Die Verträge werden ohne Solidarität der beiden Kontrahenten abgeschlossen. Jeder Kontrahent wickelt selbständig die aus einem Vertrage übernommenen Verpflichtungen mit der Gegenpartei in China ab.
Die beiden Kontrahenten verständigen sich über die sonstige Abwickelung der Geschäfte.
Dabei soll die Bestimmung gelten, daß die Begebung der Anleihen gleichviel auf welchem Wege, für gemeinschaftliche Rechnung erfolgt dergestalt, daß die beiden Kontrahenten an dem Erlös abzüglich der Spesen gleichen Anteil haben.
Vorbehaltlich anderweitiger Vereinbarung bleibt dem Bevollmächtigten der Hongkong and Shanghai Banking Corporation überlassen, eine Verhandlung mit der Regierung des chinesischen Reiches oder einer Provinz dieses Reiches, in welche die beiden Kontrahenten gemeinsam eingetreten sind, namens derselben fortzuführen, unbeschadet jedoch der jederzeitigen Verständigung der beiden Kontrahenten über die Bedingungen im Laufe der Verhandlung.
§ 4.
Sollte der Fall eintreten, daß einer der beiden Kontrahenten die Teilnahme an einem bestimmten Geschäft, sei es von vornherein, sei es im Laufe der Verhandlung, ablehnt, so steht dem anderen Kontrahenten der Abschluß dieses Geschäftes für alleinige Rechnung frei, ohne daß im übrigen das gegenwärtige Uebereinkommen hierdurch berührt wird.
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§ 5.
Die erfolgreiche Emission einer gemeinsamen übernommenen Anleihe wird die Hongkong and Shanghai Banking Corporation im englischen Markte und die Gruppe der Deutsch-Asiatischen Bank im deutschen Markte nach Kräften zu sichern suchen.
Wenn der Hongkong and Shanghai Banking Corporation bei der Uebernahme und Emission einer Anleihe, namentlich bei einer solchen von größerer Bedeutung, eine Mitwirkung im englischen Geldmarkt nach Lage der Verhältnisse angemessen erscheint, so wird sie in erster Linie das Geschäft dem Hause Rothschild in London anbieten.
Das deutsche Syndikat behält sich vor, von Fall zu Fall noch deutsche Teilnehmer in demselben zuzulassen oder Teilnehmer, welche gegenwärtig dem Syndikate angehören, aus demselben zu entlassen.
§ 6.
Zu der Beteiligung an einem Geschäft, welche einer der beiden Kontrahenten in seinem Markte abgibt, hat der andere Kontrahent keinen Beitrag zu leisten.
Soweit durch Beschluß der beiden Kontrahenten im gemeinsamen Interesse für erforderlich erachtet wird, Beteiligungen an Banken oder Bankhäuser außerhalb des englischen und deutschen Geldmarkts abzugeben, werden diese Beteiligungen von den beiden Kontrahenten in gleichem Verhältnis getragen.
§ 7.
Bei Emission einer gemeinsam übernommenen Anleihe im Wege der Subskription wird die Zweigniederlassung der Hongkong and Shanghai Banking Corporation in Hamburg als Subskriptionsstelle unter den Bedingungen, welche für andere deutsche Subskriptionsstellen festgesetzt werden, auf Rechnung des deutschen Syndikats mitwirken.
§ 8.
Beide Kontrahenten sind einverstanden, auch in sonstigen Geschäftsbeziehungen in Asien außer den chinesischen Anleihe- und Vorschuß-Geschäften gemeinsame Interessen anzubahnen und zu pflegen und hierüber demnächst in Verhandlungen zu treten.
§ 9.
Das gegenwärtige Uebereinkommen dauert solange, bis dasselbe von der einen oder anderen Seite in einjähriger Frist gekündigt wird. Die Kündigung ist bis zum Ablauf des Jahres 1897 ausgeschlossen und kann nur auf den Schluß eines Kalenderjahres gerichtet werden.
Selbstverständlich bleiben alle für die Abwickelung der abgeschlossenen Geschäfte in gegenwärtigem Uebereinkommen festgestellten Bedingungen auch nach Ablauf der einjährigen Kündigungsfrist in Kraft.|4. Blatt, Vorderseite| Verhandelt in Berlin am 27. Juli 1895 im Auftrage der Hongkong and Shanghai Banking Corporation durch Herrn Julius Brussel, im Auftrage der Deutsch-Asiatischen Bank und der mit ihr verbundenen Deutschen Banken und Bankhäuser durch Herrn A. von Hansemann.
(gez.) Brussel
(gez.) A. von Hansemann
Einverstanden
Deutsch-Asiatische Bank
(gez.) Erich Breustedt
Direction der Disconto-Gesellschaft
(gez.) A. Hansemann E. Russell
Deutsche Bank
(gez.) Roland-Lücke pp. Schröter
Berliner Handels-Gesellschaft
(gez.) Fürstenberg Jaffé
ppa. S. Bleichröder
(gez.) R. Imelmann
ppa. Robert Warschauer & Co.
(gez.) Alfred Cohn.
Abt.Abteilung
gez., gez:gezeichnet
RWWARheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Köln
RWWARheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv, KölnAbt. 603Familienarchiv Oppenheim
Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC), HongkongDie Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) wurde im März 1865
als Hongkong and Shanghae Banking Company Ltd. von verschiedenen britischen, indischen,
amerikanischen und deutschen Handelshäusern in Hongkong ins Leben gerufen, die sich
auf Initiative von Thomas Sutherland (1834–1922), einem Vertreter der Peninsular & Oriental
Steam Navigation Company zusammengefunden hatten. Zu den
Gründungsmitgliedern gehörte die deutsche Firma Siemssen & Co., die weitere Anteile an
Joh. Berenberg, Gossler &
Co., an Roß, Vidal &
Co. sowie Conrad
Hinrich Donner vermittelte. Die neue Bank verstand sich als eine von den Kaufleuten vor
Ort getragene Einrichtung, die den freien Handel in Ostasien finanzieren und fördern wollte. Noch
im März 1865 eröffnete sie eine Niederlassung in Shanghai und begann, sowohl in Hongkong als auch in Shanghai eigene Banknoten herauszugeben. Im August 1866 wurde
sie von den Behörden offiziell zugelassen, bekam das formelle Recht zur Ausgabe
von Banknoten und zur
Verwaltung von Regierungsgeldern zugesprochen und firmierte um zur Hongkong
and Shanghai Banking Corporation (HSBC). Bald darauf eröffnete sie eine
weitere Niederlassung in Yokohama.
In den 1870er und 1880er Jahren entwickelte sich die HSBC zu einer der
wichtigsten Außenhandelsbanken in Ostasien, die das Vertrauen der Kaufleute vor Ort besaß und sich
gleichzeitig in London refinanzieren
konnte, sodass ihr China- und Japangeschäft fast ausschließlich in Pfund Sterling abgewickelt
wurde, also in einer stabilen Goldwährung. Zu den Kunden der
Bank, die ihr
Niederlassungsnetz in Ostasien kräftig ausbaute, zählten auch zahlreiche
deutsche Firmen, darunter beispielsweise Arnhold, Karberg & Co. sowie Carlowitz & Co., die bis
1914 auch im Board of Directors vertreten waren. 1889 eröffnete die HSBC
eine Niederlassung in Hamburg, die
von Julius Brüssel
geleitet wurde. Im Zweiten Weltkrieg verlagerte die Bank ihren Hauptsitz vorübergehend nach London, kehrte aber schon 1946 nach
Hongkong zurück. Die
kommunistische Machtübernahme in China
beschränkte die erneute Geschäftsausweitung, auch wenn die Niederlassung Shanghai fortbestand und sich
weiterhin der Exportfinanzierung widmen durfte. 1989 änderte die HSBC, die 1959
die Mercantile Bank of India
Ltd. übernommen und danach auf forcierten internationalen
Expansionskurs gegangen war, ihre Rechtsform zur Hongkong and Shanghai
Banking Corporation Ltd. Seit 1991
ist sie eine Tochtergesellschaft der HSBC Holdings plc mit Sitz in London. Vgl. zur
Unternehmensgeschichte die umfassende Darstellung:
King, Hongkong and Shanghai
Banking Corporation
.
Deutsch-Asiatische Bank (DAB), Shanghai / BerlinDie Deutsch-Asiatische Bank wurde 1889 auf Wunsch und mit Unterstützung der deutschen Regierung durch ein von der Disconto-Gesellschaft in Berlin geführtes Konsortium gegründet, dem insgesamt dreizehn deutsche Aktienbanken sowie Privatbankhäuser angehörten, überwiegend aus Berlin und Frankfurt am Main. Neben der Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank waren das die Häuser S. Bleichröder (Berlin), Berliner Handels-Gesellschaft KGaA, Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank), Robert Warschauer & Co. (Berlin), Mendelssohn & Co. (Berlin), Jacob S. H. Stern (Frankfurt am Main), M. A. von Rothschild & Söhne (Frankfurt am Main), Norddeutsche Bank AG (Hamburg), Sal. Oppenheim jr. & Cie. (Köln), die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank AG (München) und die Preußische Seehandlung (Staatsbank). Die Leitung der Hauptniederlassung in Shanghai übernahm Ferdinand Rinkel. Die ursprüngliche Absicht der Gründungsbanken, sich umgehend an der Finanzierung von Eisenbahnprojekten in der Provinz Shandong zu beteiligen, ließ sich nicht umsetzen. Doch nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten, die u. a. aus dem Verfall des Silberpreises resultierten, konnte sich die DAB in einem von scharfem Wettbewerb geprägten Umfeld in China als eine der führenden Auslandsbanken etablieren, die in allen Bereichen des Bankgeschäfts tätig war, in der wechselbasierten Handelsfinanzierung, im
Einlagen- und Kreditgeschäft
, im Devisenhandel, in der Notenausgabe sowie bald auch im internationalen Emissionsgeschäft. Der Durchbruch in diesem Bereich gelang durch enge Kooperation mit der Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC). Weitere Niederlassungen der DAB wurden 1896 in Kalkutta (Britisch-Indien), vor allem aber in China eröffnet: 1897 in Hankou (zunächst als Agentur, 1910 zur Filiale aufgewertet), 1898 in Tsingtau, 1900 in Hongkong, 1904 in
Tsinan
, 1905 in Peking (zunächst als Repräsentanz, 1910 zur Filiale aufgewertet) und 1910 in Kanton. In Japan konnte die DAB 1905 mit der Eröffnung einer Filiale in Yokohama ebenfalls Fuß fassen, 1906 folgte eine weitere Filiale in Kōbe. Noch im gleichen Jahr wurde außerdem eine Niederlassung in Singapur eröffnet. Durch den Ersten Weltkrieg kamen die Geschäftsaktivitäten der DAB weitgehend zum Erliegen, lebten in der Zwischenkriegszeit wieder auf, wurden aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der schrittweisen Neuordnung der Eigentümerstrukturen und der Überführung in die zur European Bank’s International Company (EBIC) gehörende European Asian Bank auf eine neue Grundlage gestellt. Vgl.
Müller-Jabusch, Deutsch-Asiatische Bank
;
Bauert-Keetman, Unternehmens-Chronik
;
Barth, Hochfinanz
;
Moazzin, Foreign Banks
;
Historische Gesellschaft der Deutschen Bank, Deep Roots
.
Deutsche Bank (seit 1929: Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft), BerlinDie 1870 gegründete Deutsche Bank in Berlin maß der Finanzierung des deutschen Außenhandels große Bedeutung bei. Ihr Versuch, sich neben den beiden ersten Inlandsfililen in Hamburg und Bremen schon 1872 auch mit jeweils einer Filiale in Shanghai und Yokohama zu etablieren, war allerdings trotz des durchaus erfahrenen Personals, das u. a. vom Comptoir d‛Escompte de Paris angeworbenen wurde, kein dauerhafter Erfolg beschieden. Die beiden Filialen in Ostasien, die Wechsel an- und verkauften, kurzfristige Kredite bewilligten und langfristige Darlehen gegen Sicherheiten gewährten und auch Depositen hereinnahmen, mussten nach nur drei Jahren wieder geschlossen werden. Denn zum einen fielen die Geschäftsmöglichkeiten schwächer aus als erwartet, zum anderen erwies sich die Kapitalausstattung der beiden Filialen mit Silberdotationen angesichts des Verfalls des Silberpreises als problematisch. 1875 wurden die verlustreichen Geschäfte der Filialen Shanghai und Yokohama deshalb auf die im März 1873 etablierte Deutsche Bank London Agency übergeleitet, wo sie nun in Pfund Sterling, einer stabilen Goldwährung, abgewickelt und die hohen Währungsrisiken damit gemildert werden konnten. Die spätere Beteiligung der Deutschen Bank an der Deutsch-Asiatischen Bank war ein weniger riskanter Weg, bei der Finanzierung des deutschen Ostasienhandels, bei Eisenbahn- und Bergbauprojekten sowie bei Emissionsgeschäften in China und Japan mitzuwirken. - Als Überblicksdarstellung zur Geschichte der Deutschen Bank von den Anfängen bis 1914:
Plumpe, Zeitalter der Ersten Globalisierung
.
Bankhaus Robert Warschauer & Co., BerlinDas Bankhaus Robert Warschauer & Co. in Berlin wurde 1849 von Robert Warschauer (1816–1884) und Eduard Veit (1824–1901) als Filiale des Bankhauses Oppenheim & Warschauer in Königsberg gegründet, machte sich 1868 aber unabhängig vom Mutterhaus. Robert Warschauer & Co. fanden ihr Geschäftsfeld in der Eisenbahn- und Industriefinanzierung, beteiligten sich an internationalen Emissionsgeschäften und stiegen zu einer bedeutenden Privatbank auf. Vgl.
Herr, Arbeit ist des Bürgers Zierde
.
A. Schaaffhausen‛scher Bankverein, Köln / BerlinDer A. Schaaffhausen‛sche Bankverien in Köln geht zurück auf das 1791 von Abraham Schaaffhausen unter seinem Namen gegründete Handelshaus, das auch Bankgeschäfte betrieb und im 19. Jahrhundert verstärkt in die rheinisch-westfälische Montan- und Schwerindustrie zu investieren begann. Durch Immobilienspekulationen 1848 in eine schwere Krise geraten, wurde die Bank von anderen Bankiers und Kaufleuten mit Hilfe staatlicher Garantiezusagen aufgefangen, um einen Zusammenbruch und negative Folgen für ihre zahlreichen Geschäftspartner in der Industrie, darunter beispielsweise auch J. J. Langen & Söhne, zu verhindern. Im Zuge der Rettungsaktion wurde die Bank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt; sie war die erste Bank in Preußen überhaupt, die als Aktiengesellschaft zugelassen wurde und konnte sich in den folgenden Jahren rasch erholen und wieder stabilisieren. Sie betätigte sich erneut vor allem in der Industriefinanzierung. Nach 1900 begann der Aufbau eines Filialnetzes. Vgl.
Pohl, Europäische Bankengeschichte
, passim.
Bankhaus Born & Busse, BerlinDas 1868 gegründete Bankhaus Born & Busse in Berlin beteiligte sich an der Industrie- und Immobilienfinanzierung und gehörte seit den frühen 1890er Jahren zu den Konsortialbanken der Deutsch-Asiatischen Bank (DAB) in Shanghai. 1906/07 fusionierte das Bankhaus mit der Nationalbank für Deutschland. wurde 1868 gegründet
Bankhaus Jacob S. H. Stern, Frankfurt am MainDas Bankhaus Jacob S. H. Stern in Frankfurt am Main geht auf die 1778 von Samuel Hayum Stern (1760–1819) und die 1799 von seinem Sohn Jacob Samuel Hayum Stern (1780–1833) gegründeten Weinhandlungen zurück, die 1819 zusammengelegt und unter dem Namen Jacob S. H. Stern fortgeführt wurden. Das Handelshaus wandte sich immer mehr auch dem Bankgeschäft zu und spezialisierte sich schließlich, gestützt auf Niederlassungen in Paris, London und Berlin, auf internationale Emissionsgeschäfte, was dem privaten Bankhaus einen ausgezeichneten Ruf und die enge Zusammenarbeit mit anderen namhaften Geschäftsbanken und Unternehmen einbrachte. So war Jacob S. H. Stern u. a. an der Gründung der Deutsch-Asiatischen Bank und der Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft und an der Emission japanischer Staatsanleihen beteiligt. Vgl.
Emden, Money Powers
, S. 256–277;
Kirchholtes, Jüdische Privatbanken
, passim;
Gower, Jacob Schiff
, S. 260–262;
Brötel, Kosmopolitische Finanzeliten
, passim.
Norddeutsche Bank AG bzw. KGaA, HamburgDie 1856 von Kaufleuten und Privatbankiers gegründete Norddeutsche Bank AG entwickelte sich
rasch zur größten Geschäftsbank
Hamburgs. Zu ihren Mitbegründern
zählten u. a. die Handelshäuser J. C. Godeffroy & Sohn,
Ross, Vidal & Co.
sowie F. J. Tesdorpf &
Sohn. Die Aktienbank erhielt zwar nicht, wie anfangs erhofft, das Recht zur Ausgabe
von Banknoten,
betätigte sich aber sehr erfolgreich im Emissionsgeschäft und in der Industriefinanzierung. Sie brachte nicht nur öffentliche und
private Anleihen, sondern
auch Aktien auf den Markt,
darunter die der HAPAG.
Die enge Zusammenarbeit mit der Disconto-Gesellschaft in Berlin auf dem Gebiet der Industriefinanzierung führte 1895 zur Übernahme durch die Berliner
Großbank, die der Norddeutschen Bank in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktienbasis jedoch weiterhin ein recht
selbständiges Agieren ermöglichte. Max von Schinckel, der bisherige erste
Direktor der Norddeutschen Bank trat bei der Übernahme als Geschäftsinhaber
in die Disconto-Gesellschaft ein. 1929 gingen beiden Banken schließlich in der
Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft auf. Vgl.
Wulff, Norddeutsche
Bank
;
Schmidt, Bankwesen
.
Regierung Chinas
Provinzialregierung, chinesische
Verwaltung, chinesische; auch: chinesische Behörden
Shanghai (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Schanghai, Shang-hae, Shang-hai, Shanghae, Shanhay
Berlin
Beijing (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Pekin (englisch), Peking
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
London
Frankfurt am Main
Köln; auch: Cöln, Cöln am Rhein, Deutz, Köln-Deutz
Hamburg
Asien
Brüssel, JuliusJulius BrüsselBankier18461908Julius Brüssel, der bis 1881 für die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur und danach für die Hongkong and Shanghai Banking Corporation in China tätig gewesen war, übernahm 1889 die Leitung ihrer Niederlassung in Hamburg. Er war ein in der Hamburger Geschäftswelt gut vernetzter Bankier. Als 1900 der Ostasiatische Verein gegründet wurde, übernahm er das Amt des Schatzmeisters. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, S. 68–70;
King, Hongkong and Shanghai Banking Corporation, Bd. 1
, passim;
King, Hongkong and Shanghai Banking Corporation, Bd. 2
, passim;
Eberstein, Hamburg - China
, S. 195;
Moazzin, Foreign Banks
, passim.
Hansemann, Adolph (seit 1872: von)Adolph Hansemann Unternehmer, Bankier11870142827.07.182609.12.1903Adolph Hansemann durchlief eine kaufmännische Ausbildung und war als Geschäftsführer einer Tuchfabrik tätig, bevor er 1857 in die von seinem Vater gegründete Disconto-Gesellschaft in Berlin eintrat, die sich unter seiner Leitung zur größten deutschen Geschäftsbank mit Verbindungen in alle Welt entwickelte. 1872 wurde Adolph Hansemann in den Adelsstand erhoben. Er gehörte zahlreichen Aufsichtsräten von Montanunternehmen an und engagierte sich für den Eisenbahnbau. Seit den 1880er Jahren unterstützte er die deutschen kolonialen Bestrebungen in Ozeanien, Asien und Afrika und gehörte beispielsweise schon 1882 zu den Mitbegründern des Neuguinea-Konsortiums. 1889 wurde auf seine Initiative die Deutsch-Asiatische Bank (DAB) gegründet, über deren Konsortium für Asiatische Geschäfte sich die Disconto-Gesellschaft maßgeblich an der Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) und der Schantung-Bergwerks-Gesellschaft (SBG) in der Provinz Shandong in China beteiligte. Vgl.
Münch, Hansemann
;
Achterberg, „Hansemann, Adolph von“
;
Reitmayer, Bankiers im Kaiserreich
, passim.
Breustedt, ErichErich BreustedtBankangestellterErich Breustedt war um 1895 für die Deutsch-Asiatische Bank in China tätig.
Kaufmann, Kaufleute; auch: Händler
Bank; auch: Aktienbank, Bankenwelt, Bankgeschäft, Bankhaus, banking operations (englisch), Geldgeber, Geldinstitut, Geschäftsbank, Großbank, Investmentbank, issuing bank (englisch), merchant bank (englisch), Privatbankhaus
Vertrag [gewerblicher Vertrag]; auch: Abkommen, Uebereinkommen, Vereinbarung
Vorschussgeschäft; auch: Vorschuß-GeschäftZur Abwicklung chinesischer Regierungsaufträge zur Lieferung von Industriewaren, Ausrüstungen sowie Maschinen und Anlagen gewährten die in China ansässigen Auslandsbanken den jeweiligen Bestellern verzinsliche Vorschüsse, also Kredite, die an das entsprechende Warengeschäft gekoppelt waren, sodass insgesamt von einem Vorschussgeschäft gesprochen wurde.
Bohrmaschine; auch: Bohrer, Bohrgerät, drill (englisch)
ParitätDer Grundsatz der Parität geht von der Gleichberechtigung aller Partner eines Abkommens aus.
Eisenbahn; auch: Eisenbahnbau, Eisenbahngesellschaft, Eisenbahnlinie, Eisenbahnprojekt, Eisenbahnschienen, Eisenbahnschwellen, Eisenbahnverwaltung, Eisenbahnwerkstätte, Eisenbahnwesen, line (englisch), moderne Verkehrseinrichtung, railway (englisch), rollendes Material, rolling stock (englisch)
Emission; auch: Begebung, EmissionsgeschäftDer finanztechnische Fachbegriff „Emission“ bezeichnet das Herausbringen und Platzieren von Wertpapieren bei bestimmten Investoren oder an der Börse.
Regierungsaufträge, chinesische
Konsortium; auch: Consortium, great financial group (englisch), Syndikat
Vertragspartner [gewerblicher Verträge]; auch: Contrahent, Kontrahent
Garantie, staatliche; auch: guarantee (englisch)
Rechnung; auch: account (englisch), Factur, Factura, Faktur
Ertrag; auch: Erwerb, Erlös, verdiente Gelder, Nutzen
Geschäftskosten; auch: costs (englisch), Handlungs-Unkosten, Kosten, Schiffs-Unkosten, Spesen, Unkosten
Subskription [einer Anleihe]
Kündigung; auch: Kündigungsfrist, Kündigungszeit