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BEHN, MEYER & CO.
Singapore and Penang
A. B. C., Scott’s & Watkin’s Codes used.
TELEGRAMS: BEHN
Penang, 16. Juli 96.
E 19 Aug
B 19 Aug
Sehr geehrter Herr Meyer!
Ihre freundlichen Zeilen vom 19. Juni sind mir geworden; ich danke Ihnen dafür. Dieselben waren geschrieben unter dem ersten Eindruck meiner Depesche, daß Penang £ 35,000 -, - verlieren würde. Die Geschichte ist ja an und für sich ganz schauderhaft, aber wir dürfen doch noch immer ganz vertrauensvoll in die Zukunft sehen & uns der Erwartung mit voller Berechtigung hingeben, daß die beiden Firmen in Singaporeund Penang zusammen bei vorsichtigem Management den Verlust in höchstens 3 Jahren wieder wettmachen. Ueber die Aussichten unserer Geschäfte in Singapore habe ich Ihnen vor vier Wochen ausführlich berichtet, und seitdem ich hier in Penang weile, habe ich mir alle Mühe gegeben, Allem auf den Grund zu kommen.
In erster Linie habe ich Alles nach Singapore Muster eingerichtet und verbessert, von der Buchhaltung bis zu den Hülfsbüchern & Calculationen. Den Import habe ich strict vom Export und Shipping separirt, so daß Jeder im Geschäft seinen
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bestimmten Wirkungskreis hat. Im Import arbeiten fortan die Herren Engler, Ziege & Oechsle, im Export die Herren Sielcken & Asmus, die Buchhaltung besorgt Herr Bergmann.
Um nun der Erwerbsfähigkeit unserer Penang Firma auf die genaue Spur zu kommen, habe ich nach den Büchern genaue Aufstellungen gemacht & komme zu folgenden Resultaten.
Wenn Export und Shipping, sowie Import sich in bisheriger Weise weiter vorwärts bewegen, so dürfen wir für Penang auf +/- $ 88,000 -. Brutto Gewinn rechnen. Die Ausgaben für Salaire, Miethen etc. etc., incl. hamburger Charges berechne ich auf jährlich +/- $ 48000.-, das würde also +/- $ 40,000 .- Netto Gewinn abwerfen.
Unser Import entwickelt sich erfreulicher Weise. Es ist hier allerdings nicht dasselbe große & gleich gut zahlende Geschäft zu machen, wie in Singapore, weil wir noch nicht lange genug im hiesigen trade sind und daher keine so gut eingeführten Marken hier haben, wie in Singapore. Nehmen Sie z. B. nur das Schlüsselbier, das bringt uns ja allein ca. $ 10,000.-. ein. So etwas können
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wir hier erst im Laufe der Jahre bekommen. Engler ist ein guter Importmann & giebt sich außerordentliche Mühe, den Import hoch zu bringen. Im Laufe der Zeit hat er den hiesigen Platz kennen gelernt & wird Fehler zu vermeiden wissen, welche ihm früher passirt sind. Wenn ich ihm das Wort rede, so geschieht es nur in seiner Eigenschaft als Importmann, und wenn Ihnen vielleicht der Gedanke kommen sollte, ich spreche etwas pro domo, so versichere ich Sie dessen aufs Wort, es ist nicht so, Geschäft ist Geschäft, und weil ich verdienen will und durch einen Wechsel im Import die Chance laufe, bei diversen Bankrotten hineinzufliegen & durch die allgemeine Geschäftsführung im Import auf +/- Null zu kommen, sage ich, wir müssen Engler halten & so stellen, daß ihm die Lust zum Geschäft nicht in eine aufgezwungene Last verwandelt wird. Aus meinem Telegramm vom 11. ds. werden Sie entnommen haben, daß Engler Willens ist, seinen Antheil mit zu dem durch die Zinn Affaire entstandenen Schaden zu tragen. Sein Haushalt wird ihn $ 600.-. bis $ 700.-. monatlich kosten. Er konnte nach seinem bisherigen
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Contract darauf rechnen, außer seinem Salair von $ 300.-. monatlich noch ca. $ 10.000.-. jährlich Tantiemen zu machen. Für 1895 und 1896 bekommt er nichts an Tantiemen, aber für die folgenden Jahre muss er doch jedenfalls so viel haben, daß er ohne die drückende Sorge leben kann, von heute auf morgen in seinen Finanzen ganz und gar weiter zurückzukommen. Es ist ja Alles ganz gut und schön zu sagen: „Engler war der verantwortliche Mann in Penang, unter dessen Management die schauerliche Zinn Geschichte passirte“, aber, so sage ich mir: „Laspe war im Februar auch hier, Sielcken, der immer zweifelte an Lowchang’s Thun und Treiben, war zugegen. Hat Lowchang es nicht verstanden, auch diese beiden Herren zu täuschen? Wie er ihnen das Tin dross am Lungei Penang vorschmolz, hat er ihnen ganz sicher etwas vorgemacht, das giebt Sielcken jetzt selber zu, denn damals bekam Lowchang 75 % Zinn aus dem dross heraus, während die Taxation jetzt auf $ 8.-. kommt & wir dazu kaum werden verkaufen können.“ Diejenigen, welche ich für die wirklich Schuldigen an der ganzen Affaire erachte, gab ich Ihnen mit meinem
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Brief vom 28. Juni, und seitdem hat sich meine Ueberzeugung ins nichts geändert. – Hasenbalg war ein Mann, der durch seine Vertrauensseligkeit Alle beeinflusst hat, in erster Linie auch Engler, und daß Letzterer Hasenbalg in seiner Meinung schließlich folgte, ist der moralische Antheil an der Schuld, die ihn trifft. – Das gesteht Engler auch in fairer Weise zu, er erklärt sich bereit, dafür mitzubüßen und mitzutragen, aber, sagte er, „ich kann unmöglich auf ganz unbestimmte Zeit durch ein neues Arrangement verpflichtet werden, welches mir nicht mehr einbringt, als ich zum Leben nöthig habe; ich bin jetzt 14 Jahre hier & werde in geraumer Zeit fertig sein für die Tropen.“ Ich schlage daher vor, Engler vom 1. Juli d. J. ab monatlich $ 700.-. Salair, ohne jede Tantieme, zu gewähren, bis zum 31. Dez. 1899. Dann müssen wir weiter sehen. Während seines Urlaubs, der für Engler im nächsten Jahr in Aussicht genommen ist, und den er haben muß, weil er desselben, infolge der durch die Zinn Affaire geschaffenen Aufregungen mehr denn je bedarf, würde ich evtl. Biedermann von Singapore nach hier kommen lassen. Wir müssen hier dann ein nicht so großes
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Geschäft machen & von Singapore gute Controlle halten. Sie werden ein erstes Salair von $ 700.-. vielleicht reichlich hoch finden, aber ich will, daß Engler nicht den freudigen Schaffensmuth verliert. In dieser Beziehung penny wise zu sein, würde uns sehr schaden können. Biedermann ist noch nicht lange genug hier, der muß sich erst einmal mehr Erfahrung sammeln. Zur Aushülfe ist er gut, aber noch nicht zum permanenten Management.
Wenn mein Vorschlag Ihr Billigung findet, so werden sich die Unkosten für den Import ungefähr folgendermaßen stellen:
Eine weitere, nachträglich angestellte und am Rand notierte Überschlagsrechnung ist nicht nachvollziehbar
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Rechnen Sie zu dieser Summe noch vermuthlich $ 200.-., als halben Antheil an den Hamburger Charges für Import, so kommen Sie auf ca. $ 2000.-. per Monat. Die Ergebnisse des letzten Jahres nun zeigen im Durchschnitt über $ 3200.-. Gewinn per Monat am Import Geschäft, und da diese Branche sich, wie gesagt, entwickelt, so ist ein netto Verdienst an Importen von $ 15,000.-. bis $ 20,000 per Jahr ziemlich wahrscheinlich.
Was nun den Export und das Shipping angeht, so ist Sielcken einverstanden mit einem monatlichen Salair von $ 300.-. und 10 % vom Brutto Gewinn auf Exporten und Shipping. Darunter wurde verstanden der Ueberschuß auf Charges an. & Commission an., abzüglich irgendwelcher Verluste, resp. zuzüglich irgendwelcher Gewinne auf Produce an. & Verschiffungen für eigene Rechnung. – Nach den letzten sechs Monaten zu urtheilen haben wir im Durchschnitt auf Charges an. $ 1000.-. & auf Comm. an. $ 2600.-. über gehabt. Man darf also wohl per Jahr auf +/- $ 40,000.-. Brutto Profit für Export & Shipping rechnen. Von dieser Zahl ausgehend,
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komme ich auf folgende Unkosten Liste für den Export etc. per Monat:
Eine weitere, nachträglich angestellte und am Rand notierte Überschlagsrechnung ist nicht nachvollziehbar
Nehmen Sie auch dazu vermuthlich $ 200.-. als halben Antheil an den Hamburger Charges für Export und Shipping, so kommen Sie auf monatliche Unkosten von ca. $ 2000.-., das würde uns auch für Export und Shipping auf einen jährlichen Netto-Verdienst von +/- $ 20,000.-. bringen.
Für Interessen werden wir in Zukunft 1/2 % in u/ Facturen berechnen, für Telegramme 1 %. Diese Ansätze, welche sich ganz gut durchhalten lassen, werden Interest an. & Telegraph an. am Ende des Jahrs ziemlich square erscheinen lassen.
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Definitive Abmachungen habe ich weder mit Engler noch mit Sielcken getroffen, aber ich zweifle nicht, daß Sie meine Vorschläge gutheißen werden. Ich soll hier Alles wieder in’s richtige Geleise bringen, daher bedarf ich Leute, auf welche ich mich für ihre früher ganz unbedingte verlassen kann. Es wird mir daher lieb sein, wenn Sie mir nach Empfang dieser das Wort
Ludwig
drahten, falls Sie meine Dispositionen genehmigen. Ich wiederhole nochmals, ich will nicht die Verantwortlichkeit laufen das penny wise and pound foolish practisch durch knickrige Maßnahmen zu demonstriren.
Hasenbalg kann ich weder hier noch in Singapore gebrauchen, sein Salair muß ihm bis ulto Dez. 1896 ausgezahlt werden, das ist Alles, was er von uns erwarten kann.
Ich schreibe morgen und folgende Tages Weiteres & verbleibe inzwischen mit den freundschaftlichsten Grüßen
Ihr aufrichtig ergebene
FHWitthoefft
E, E., Eing.Eingang
Aug, Aug.August
B, B.Bearbeitung
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
incl.inclusive
z. B.zum Beispiel
ca, ca.circa (lateinisch)
ds., dss.dieses [Monats, Schreibens etc.]
d. J., d Js, d. Js., ds. Js.dieses Jahres
Dez.Dezember
insu.insurance (englisch)
an.annually (englisch)
resp.respektive
Comm., Comm:Commission [Gremium]
Divd.Dividende
u/unser
BMABehn Meyer Archiv, Hamburg
BMABehn Meyer Archiv, HamburgBM&C, HHFirma Behn, Meyer & Co., Historische Handschriften
Behn, Meyer & Co. (seit 1906: Ltd.), SingapurDas 1840 von Theodor August Behn und Valentin Lorenz Meyer gegründete Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur entfaltete eine rege Geschäftstätigkeit, vor allem in Südostasien, geriet 1857 jedoch in eine schwere Krise, die vor allem dank Arnold Otto Meyer, eines jüngeren Bruders von Valentin Lorenz Meyer, der seit 1851 zu den Teilhabern zählte und außerdem kurz zuvor eine eigene Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg etabliert hatte, bewältigt werden konnte. In den 1880er und 1890er Jahren engagierte sich die Firma Behn, Meyer & Co. verstärkt im Schiffsgeschäft und übernahm die Vertretung namhafter Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter seit 1887 der Norddeutsche Lloyd in Bremen, seit 1890 die Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft in Hamburg und seit 1897 die Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg. Treibende Kraft in diesem Geschäftsfeld war Franz Heinrich Witthoefft, der seit 1900 neben Eduard Lorenz Meyer und Adolf Laspe zu den drei Teilhabern zählte. 1891 wurde eine erste Niederlassung in Penang eröffnet, die sich dem Handel mit Zinn zuwandte. Im Jahr 1900 versuchte man auf den Philippinen Fuß zu fassen, 1901 wurde eine weitere Niederlassung in Sandakan (Britisch-Nordborneo) eröffnet, die zugleich als Agentur der Chartered Bank of India, Australia and China fungierte. 1906 wurde die Firma in eine britische Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, die Behn, Meyer & Co. Ltd. mit Sitz in Singapur. Alleinige Aktionäre blieben die drei bisherigen Teilhaber, die sich künftig auf die Leitung der „Schaltzentrale“ Hamburg konzentrierten und sich in Singapur nicht länger auf Teilhaber, sondern auf angestellte Manager stützten. 1906 wurden zudem neue Niederlassungen in Cebu, Zamboanga und Ilo Ilo auf den Philippinen eröffnet sowie eine Beteiligung an der Singapore Rubber Company Ltd. in Singapur erworben, um am „Rubberboom“ partizipieren zu können. 1907 kam eine weitere Niederlassung in Bangkok (Siam) hinzu. Im Jahr darauf erfolgte die Übernahme der Handelsgesellschaft vorheen Helfferich & Rademacher mit Niederlassungen in Batavia, Surabaya, Telok Betong und Samarang in Niederländisch-Indien. 1913 gab es bei Behn, Meyer & Co. Ltd. mehr als einhundert europäische Angestellte. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam 1914 noch eine Niederlassung in Rangun (Britisch-Burma) hinzu. Vgl. ausführlich zur Unternehmensgeschichte, die aufgrund erhalten gebliebenen Überlieferungen eingehend untersucht werden kann:
Arnold Otto Meyer, Hamburg (Behn, Meyer & Co., Singapore, Penang, Manila und Sandokan)
;
Sieveking, Anfänge des Hauses Behn-Meyer & Co.
;
Sieveking, Behn-Meyer & Co.
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
;
Yacob, Trans-generational Renewal
;
Yacob, Rising of the Phoenix
;
Fiedler, Von Hamburg nach Singapur
.
Arnold Otto Meyer, HamburgDie Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg wurde 1857 von dem in die Hansestadt zurückgekehrten Arnold Otto Meyer gegründet, der zuvor einige Jahre in dem von Theodor August Behn gemeinsam mit seinem älteren Bruder Valentin Lorenz Meyer etablierten Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur tätig gewesen war. Die neue Firma in Hamburg sollte die Interessen von Behn, Meyer & Co. in Deutschland und Europa wahrnehmen. Arnold Otto Meyer trug durch seine persönliche Präsenz in Hamburg maßgeblich dazu bei, dass die Firma Behn, Meyer & Co. mit ihren internationalen Verflechtungen die Weltwirtschaftskrise von 1857 weitgehend unbeschadet überstand, denn es gelang ihm, ihre Gläubiger in Hamburg, Bremen und London zu einem langfristigen Zahlungsaufschub zu bewegen. Da er im Sommer 1862 zur Überwindung der Krisenfolgen nochmals für einige Jahre nach Singapur zurückkehrte, spielte die von ihm gegründete Firma Arnold Otto Meyer zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Das änderte sich, als Arnold Otto Meyer 1864 nach Hamburg zurückgekehrt war und die Geschicke der beiden Schwesterfirmen nun von Hamburg aus als deren führender Kopf zu lenken begann. Mit den anderen Teilhabern von Behn, Meyer & Co. in Singapur stand er in einem intensiven brieflichen Austausch. Als er sich zur Jahrhundertwende aus den beiden Schwesterfirmen zurückzog, um ihre Geschicke künftig nur noch als stiller Gesellschafter zu begleiten, übernahmen sein Sohn Eduard Lorenz Meyer, Adolf Laspe und Franz Heinrich Witthoefft die verantwortliche Leitung der Geschäfte. Unter ihrer Führung entwickelte sich die Firma Arnold Otto Meyer zur eigentlichen Schaltzentrale des Handelshauses Behn, Meyer & Co. in Singapur, das 1906 in eine Aktiengesellschaft britischen Rechts umgewandelt wurde und nun stark expandierte. Die Firma Arnold Otto Meyer selbst eröffnete vor dem Ersten Weltkrieg keine Niederlassungen in Ostasien, beteiligte sich aber an einigen Gesellschaften, so beispielsweise an dem 1910 gegründeten Straits und Sunda Syndikat, das in die Plantagenwirtschaft Südostasiens investierte. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
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Kaiserbrauerei Beck & Co., BremenDie 1873 unter dem Namen Kaiserbrauerei Beck & May oHG und 1875 zur Kaiserbrauerei Beck & Co. umfirmierte Bremer Brauerei verwendete seit 1877 den Schlüssel des Bremer Stadtwappens als Markenzeichen, sodass sich für das von ihr weltweit exportierte Bier der Name „Schlüsselbier“ durchsetzte. Vgl. .
Wiesser, Lüder Rautenberg
, S. 379–388.
Weisser
, Michael: Lüder Rutenberg. Der Baumeister und Gründer der Kaiserbrauerei Beck & Co. in Bremen. Quellensammlung zur Stadtgestaltung und Baukunst sowie zur Entwicklung des Hauses im 19. Jahrhundert, Oldenburg 2023
Wiesser
, Lüder Rautenberg
2023
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Penang [Insel in der Straße von Malakka]; auch: Prince of Wales Island (englisch), Pulo Pinang (malaiisch)
Hamburg
Bremen
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
Witthoefft, Franz HeinrichFranz-Heinrich WitthoefftKaufmann, Wirtschaftsvertreter, Politiker13011735819.11.186306.07.1941Franz Heinrich Witthoefft absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg und war von 1885 bis 1896 als leitender Angestellter für deren Schwesterfirma Behn, Meyer & Co. in Singapur tätig. 1896 stieg er zum Teilhaber des Unternehmens auf und blieb es bis 1905. Von 1900 bis 1941 war er zudem Teilhaber der Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg und übernahm zahlreiche Ämter in Wirtschaft und Politik (u.a. als Aufsichtsratsvorsitzender der Commerz- und Privatbank, als Präses der Handelskammer Hamburg, als Präsidiumsmitglied des Hansa-Bundes für Gewerbe, Handel und Industrie, als Vorsitzender des Wirtschaftsrats der Hansestadt Hamburg, als Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und im Senat der Hansestadt Hamburg). Ausführlicher zum beruflichen und politischen Wirken Witthoeffts:
Krause, „Witthoefft, Franz Heinrich“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
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Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
.
Meyer, Arnold OttoArnold Otto MeyerKaufmann, Kunstsammler und Mäzen11755570301.09.182512.03.1913Arnold Otto Meyer absolvierte eine kaufmännische Lehre bei Burmester & Stavenhagen in Hamburg, ging nach New York und trat in die von Theodor August Behn und seinem älteren Bruder Valentin Lorenz Meyer 1840 gegründete Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur ein, denn Valentin Lorenz Meyer wollte sich zurückziehen. Von 1851 bis 1900 war Arnold Otto Meyer Teilhaber des Unternehmens. 1857 kehrte er zurück nach Hamburg, wo er seine eigene Firma Arnold Otto Meyer gründete, die die Vertretung von Behn, Meyer & Co. in Europa übernehmen sollte. Um die Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1857 zu überwinden, kehrte Arnold Otto Meyer im September 1862 jedoch nochmals für einige Jahre nach Singapur zurück unbd benannte Johannes Mooyer als seinen Bevollmächtigten in Hamburg. In Singapur übernahm Arnold Otto Meyer das Amt des Konsuls der Hansestadt Hamburg
bzw. des Konsuls der Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck
. Als Teilhaber und führender Kopf der Firma Arnold Otto Meyer verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit danach auf Hamburg, Deutschland und Europa. 1899 zog er sich als Teilhaber von Arnold Otto Meyer zurück, blieb aber bis zu seinem Tod stiller Gesellschafter. In Hamburg betätigte er sich auch als Kunstsammler und Mäzen. Vgl.
Gossler, „Meyer, Arnold Otto“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
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LOW ChangLOW ChangKaufmann, LagerverwalterIn den 1890er Jahren war LOW Chang für die Firma Behn, Meyer & Co. in der Niederlassung Penang als Lagerverwalter tätig. Als die von ihm systematisch betriebene Unterschlagung von Zinn entdeckt wurde, gelang es ihm, sich schnell und unerkannt abzusetzen. Die Verluste für Behn, Meyer & Co. waren ganz erheblich und in den folgenden Jahren nur schwer wieder auszugleichen. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 83f., 87–90.
CranusCranusKaufmannCranus war in den 1890er Jahren ein Mitarbeiter von Behn, Meyer & Co. in der Niederlassung Penang.
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Zinn; auch: Rohzinn, tin (englisch), tin business (englisch), Zinngeschäft, Zinnhandel, Zinnhandelsgesellschaft
Angestellter; auch: Beamter (Privatbeamter), Employé
Gewinn; auch: Avanz, Ayanz, Capital Avance (niederländisch), Gewinn, Gewinnbeteiligung, Gewinnst, Gewinst, Netto-Gewinn, Profit, profit (englisch), profit sharing (englisch), Verdienst
Lagerverwalter; auch: storekeeper (englisch)
Verlust; auch: loss (englisch), Verlustbeteiligung
Personal, Personalpolitik; auch: Hilfspersonal, Leitungspersonal
Handelshaus, innere Organisation
Telegrafie; auch: Cabeln, Code, Drahten, Private Code (englisch), Special Code (englisch), Telegraph, telegraph (englisch), Telegraphic Address (englisch), TelegraphieNeben Briefen und anderen schriftlichen Nachrichten wurde die Telegrafie im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Kommunikationsmedium der im Fernhandel tätigen Kaufleute und Reeder. Nachdem die technischen Infrastrukturen geschaffen worden waren, ging es nicht zuletzt darum, neue Routinen und Rhythmen im Umgang mit dem Medium sowie Wege zu finden, eigene Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Zu diesem Zweck wandten die Kaufleute in ihrer telegrafischen Geschäftskorrespondenz häufig eigene, speziell entwickelte Codes an, sodass die übermittelten Informationen, etwa sensible Preisinformationen oder Namen von Auftraggebern und Kunden, nicht ohne Weiteres von Dritten mitgelesen werden konnten. Durch Verkürzung der Wortlängen konnten zudem erhebliche Kosten gespart werden. Vgl. hierzu exemplarisch:
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 78f. - Zur generellen Bedeutung der Telegrafie für die wirtschaftliche Globalisierung:
Wenzlhuemer, Connecting the Nineteenth-Century World
.
Scott‛s & Watkin‛s CodesDie „Scott‛s & Watkin‛s Codes“ sind bestimmte Telegramm-Codes.
Telegramm; auch: Depesche, Kabel
Pound Sterling [Währungseinheit]; auch: £, £ st., l., Pfund Englisch, Pfund SterlingDas britische Pound Sterling, üblicherweise abgekürzt mit dem Zeichen £, unterteilt sich in shilling, abgekürzt s oder sh, und pence, abgekürzt d (für „denarius“). Ein Pound Sterling entspricht dabei 20 shilling oder 240 pence (1 shilling = 12 pence).
Kalkulation, betriebswirtschaftliche; auch: Berechnung, Calculation, Kalkulationsmodus
Schiffsgeschäft; auch: Chartergeschäft, Charterung, shipping (englisch), VercharterungDer Begriff Schiffsgeschäft umschreibt das gewerbliche Vermieten von eigenen oder fremden, selbst angemieteten Schiffen an Dritte.
Geschäftskosten; auch: costs (englisch), Handlungs-Unkosten, Kosten, Schiffs-Unkosten, Spesen, Unkosten
Lohn; auch: Bezüge, Gage, Gehalt, Salair, salary (englisch), Vergütung, wage (englisch)
Miete; auch: Contract, Miethe, Mietvertrag, rent (englisch)
Gebühren; auch: charges (englisch), fees (englisch)
Handelsmarke; auch: brand (englisch), Firmensignet, Mark, Marke, Markenschutz, Markenzeichen, Musterschutz
Konkurs; auch: Bankrott, faillissement (niederländisch), failure (englisch), Falliment, Insolvenz, Pleite
Privatausgaben; auch: Privat-Auslagen
Gesellschaftsvertrag; auch: Contract, GesellschaftervertragUnter einem Gesellschaftsvertrag versteht man den Vertrag zur Gründung einer juristisch selbständigen Firma bzw. zur Regelung der Rechte und Pflichten ihrer Teilhaber.
TantiemeDer Begriff „Tantieme“ bezeichnet eine Gewinnbeteiligung für Teilhaber oder leitende Angestellte eines Unternehmens.
Zinnschlacke; auch: tin dross (englisch)
Schlacke; auch: dross (englisch)
Feuerversicherung; auch fire insurance (englisch)
Kommission, Kommissionsgebühr; auch: commission (englisch), Commission, Commißion
Gemischtwaren; auch: sundries (englisch)
Rechnung; auch: account (englisch), Factur, Factura, Faktur