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Asien.
Die „Free Press“ von Singapore schreibt: „Die bevorstehende Übertragung von Holt’s Bangkok- und Borneo-Dampfern an ein deutsches Syndikat bedeutet einen großen Schritt in der rapiden Entwickelung unserer unternehmenden Nachbarn zur Eroberung des Handels im fernen Osten. In Zukunft werden die Dampfer der einzigen regulären Linie, die den Verkehr zwischen den Straits, Siam und Britisch Borneo unterhält, unter deutscher Flagge laufen. Die britische Flagge wird an Bord von 11 Dampfern gestrichen und durch die deutsche Trikolore ersetzt werden. Ungefähr 1000 britische Kapitäne, Offiziere und Ingenieure werden allmählich entlassen werden, um deutschen Mitbewerbern Platz zu machen. Die grosse Masse des Verkehrs und Handels zwischen Siam und Borneo wird in deutsche Hände fallen. Ferner wird ein sehr wichtiger Handelsverkehr in gemischten Gütern, in Kohlen, Oel und allen den zahllosen Vorräthen und Provisionen für Schiffe an deutsche Häuser übergehen. In welcher Ausdehnung dies möglich ist, mag aus der Thatsache gefolgert werden, dass die deutsch-australische Gesellschaft im letzten Jahre etwa 20.000 Tonnen Kohlen nach Singapore gebracht hat und das gleiche Quantum in diesem Jahre hinbringen wird. In Anbetracht dessen, dass wir Britisch-Borneo geschaffen haben, und dass es unser Stolz war, zu konstatieren, dass unsere Interessen in Siam 98 p Zt. betrugen, kann das Resultat denen keine Ehre machen, die unsere Schifffahrtsinteressen leiten. Niemand kann unsere deutschen Freunde tadeln oder etwas anderes thun, als das Geschick und die Energie bewundern, mit der das grosse deutsche Haus der Straits diesen Coup zur Vollendung gebracht hat. Aber es ist nichts desto weniger für britische Interessen beunruhigend, die fast unglaubliche Entwicklung des deutschen Handels und der deutschen Schiffahrt in diesem Theile der Welt zu betrachten. Deutschlands Geschick und|1. Seite, 3, Spalte 3, oben| Unternehmungsgeist ist seitens der britischen Rheder nur in armseliger Weise begegnet worden. Zuerst sehen wir unsere grossen Gesellschaften in einem ungesunden Kampfe, Cargo für 7,5 oder selbst 5 M die Tonne übernehmen – lächerliche Sätze, die kaum die Kanalgebühren decken. Dann fallen sie in das andere Extrem und treiben durch den Ring, die sogenannte „Konferenz“, die Sätze auf 35 und 42,5 M. Nachdem sie nun endgültig zu hohe Sätze eingeführt haben, die unziemlichen Gewinn abwerfen, sehen unsere Schiffsbesitzer, dass die Deutschen ganze Flotten grosser, moderner Dampfer aussenden, um das Gros des Verkehrs zu erobern. Man muss sich das ansehen, was jetzt durch die Flotten des „Norddeutschen Lloyd“, der „Hamburg Amerika“ und der „Deutsch-Australischen Linie“ geleistet wird. Die Statistik über die Tonnengehaltsverhältnisse des letzten Halbjahres wird deren peinliche Aufmerksamkeit erregen, die sich um unsere Schiffahrts-Interessen bekümmern. Wenn unsere Rheder nicht imstande sind, sich mit fremdem Wettbewerb abzufinden, und es vorziehen, ihre Dampfer an Fremde zu übertragen, so mag die Nation im Ganzen dem Beispiel folgen und die britische Marine zu geziemendem Preise verkaufen. Denn es sieht augenblicklich wirklich so aus, als ob wir nicht viel an Kauffahrtei-Marine zur Beschützung durch unserer Schlachtschiffe und Kreuzer behalten würden.“ So schlimm ist es nun doch nicht.
pC., pCt., p. Ct., p Zt.pro Cent, pro Zent
Alfred Holt & Co., LiverpoolDie 1865 von Alfred Holt (1829–1911) gegründete Gesellschaft Alfred Holt & Co. in Liverpool betätigte sich u. a. in der Dampfschifffahrt nach Ostasien und fasste diesen Teil der Geschäfte schon bald in der eigenen Gesellschaft zusammen, der Ocean Steamship Company Ltd. Vgl.
Reinhardt, Navigating Semi-Colonialism
, S. 72, 75–77, 95, 98, 107, 137, 326;
Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft (DADG), HamburgDie 1888 als Aktiengesellschaft gegründete Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft verkehrte von 1899 bis 1914 regelmäßig zwischen Hamburg und Australien und entwickelte sich in dieser Zeit zur fünftgrößten deutschen Reederei. An ihrer Gründung waren Kaufleute und Reeder aus Hamburg ebenso beteiligt wie die Deutsche Bank in Berlin. Hauptmotiv der Gründungsinitiatoren war die Einstellung der einzigen, zuvor von Robert M. Sloman & Co. betriebenen Dampferlinie von Hamburg nach Australien. Seit 1891 nutzte die DADG aus Kostengründen nicht mehr den Suezkanal, sondern bezog afrikanische Häfen in ihre Route ein, die nun um das Kap der Guten Hoffnung herum führte. Die Vertretung der Gesellschaft in Singapur übernahm die Firma Behn, Meyer & Co., die auch davon profitierte, dass sie die von der DADG mitgebrachte Bunkerkohle an andere Reedereien verkaufen konnte. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 48, 86f., 122;
Kludas, Passagierschiffahrt, Bd. 1
, S. 180–182;
Seiler, Australienfahrt
, S. 62.
Behn, Meyer & Co. (seit 1906: Ltd.), SingapurDas 1840 von Theodor August Behn und Valentin Lorenz Meyer gegründete Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur entfaltete eine rege Geschäftstätigkeit, vor allem in Südostasien, geriet 1857 jedoch in eine schwere Krise, die vor allem dank Arnold Otto Meyer, eines jüngeren Bruders von Valentin Lorenz Meyer, der seit 1851 zu den Teilhabern zählte und außerdem kurz zuvor eine eigene Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg etabliert hatte, bewältigt werden konnte. In den 1880er und 1890er Jahren engagierte sich die Firma Behn, Meyer & Co. verstärkt im Schiffsgeschäft und übernahm die Vertretung namhafter Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter seit 1887 der Norddeutsche Lloyd in Bremen, seit 1890 die Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft in Hamburg und seit 1897 die Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg. Treibende Kraft in diesem Geschäftsfeld war Franz Heinrich Witthoefft, der seit 1900 neben Eduard Lorenz Meyer und Adolf Laspe zu den drei Teilhabern zählte. 1891 wurde eine erste Niederlassung in Penang eröffnet, die sich dem Handel mit Zinn zuwandte. Im Jahr 1900 versuchte man auf den Philippinen Fuß zu fassen, 1901 wurde eine weitere Niederlassung in Sandakan (Britisch-Nordborneo) eröffnet, die zugleich als Agentur der Chartered Bank of India, Australia and China fungierte. 1906 wurde die Firma in eine britische Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, die Behn, Meyer & Co. Ltd. mit Sitz in Singapur. Alleinige Aktionäre blieben die drei bisherigen Teilhaber, die sich künftig auf die Leitung der „Schaltzentrale“ Hamburg konzentrierten und sich in Singapur nicht länger auf Teilhaber, sondern auf angestellte Manager stützten. 1906 wurden zudem neue Niederlassungen in Cebu, Zamboanga und Ilo Ilo auf den Philippinen eröffnet sowie eine Beteiligung an der Singapore Rubber Company Ltd. in Singapur erworben, um am „Rubberboom“ partizipieren zu können. 1907 kam eine weitere Niederlassung in Bangkok (Siam) hinzu. Im Jahr darauf erfolgte die Übernahme der Handelsgesellschaft vorheen Helfferich & Rademacher mit Niederlassungen in Batavia, Surabaya, Telok Betong und Samarang in Niederländisch-Indien. 1913 gab es bei Behn, Meyer & Co. Ltd. mehr als einhundert europäische Angestellte. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam 1914 noch eine Niederlassung in Rangun (Britisch-Burma) hinzu. Vgl. ausführlich zur Unternehmensgeschichte, die aufgrund erhalten gebliebenen Überlieferungen eingehend untersucht werden kann:
Arnold Otto Meyer, Hamburg (Behn, Meyer & Co., Singapore, Penang, Manila und Sandokan)
;
Sieveking, Anfänge des Hauses Behn-Meyer & Co.
;
Sieveking, Behn-Meyer & Co.
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
;
Yacob, Trans-generational Renewal
;
Yacob, Rising of the Phoenix
;
Fiedler, Von Hamburg nach Singapur
.
Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG), Hamburg; auch: Hamburg-Amerika-Linie (HAL)Zur Unternehmensgeschichte der 1847 gegründeten HAPAG in Hamburg, die sich zunächst der Transatlantikfahrt zuwandte, ihre Schiffe dann aber auch in der Ostasien- und Australienfahrt einsetzte und sich unter der Leitung ihres Generaldirektor Albert Ballin seit der Jahrhundertwende zu einer der größten Dampfschifffahrtsgesellschaften der Welt entwickelte. Ballin stützte sich u.a. auf ein „Literarisches Bureau“, in dem umfassend und systematisch Informationen über die weltweite Schiffahrt gesammelt und aufbereitet wurden. Vgl.
Witthöft, HAPAG
;
Witthöft, Hapag-Lloyd
,
Seiler, Ostasienfahrt
;
Seiler, Australienfahrt
;
Ritter, Der Kaiser und sein Reeder
;
Wiborg/Wiborg, Unser Feld ist die Welt
.
Helfferich
, Emil: Zur Geschichte der Firmen Behn, Meyer & Co., gegründet in Singapore am 1. November 1840, und Arnold Otto Meyer, gegründet in Hamburg am 1. Juni 1857, Bd. 1: Gründung und Frühzeit 1840–1862, Hamburg 1957
Helfferich
, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
1957
Helfferich
, Emil: Zur Geschichte der Firmen Behn, Meyer & Co., gegründet in Singapore am 1. November 1840, und Arnold Otto Meyer, gegründet in Hamburg am 1. Juni 1857, Bd. 2: 1863–1933, Hamburg 1967
Helfferich
, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
1967
Marine, britische
Hamburg
Asien
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
Britisch-Nordborneo [Territorium auf der Insel Borneo]Das im Nordosten der Insel Borneo gelegene Britisch-Nordborneo war von 1881 bis 1946 ein von der North Borneo Chartered Company verwaltetes britisches „Protektorat“, von 1942 bis 1946 japanisch besetzt, und von 1946 bis 1963 eine britische Kronkolonie. Schon 1865 hatte der Sultan von Brunei einen Pachtvertrag für die Region mit den USA abgeschlossen, der 1875 von dem deutschen Kaufmanns Gustav Overbeck übernommen wurde, 1881 jedoch in britische Hände bzw. die North Borneo Chartered Company überging.
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Bangkok [Stadt in Siam]; auch: Bangkong, Bankog
Deutschland; auch: Deutsches Kaiserreich, Deutsches ReichBis zur Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 kann von Deutschland nicht im Sinne eines Nationalstaates gesprochen werden. Doch in den Quellen wird der Begriff Deutschland auch zuvor häufig verwendet, wenn es den Urhebern nicht um eine Differenzierung zwischen den verschiedenen deutschen Teilstaaten ging.
Suezkanal; auch: Suez CanalDer von Ferdinand de Lesseps angestoßene und maßgeblich vorangetriebene Bau des Suezkanals in den Jahren 1854/59 bis 1869 erforderte erhebliche finanzielle Mittel und bewirkte eine starke Abhängkeit des bis dahin unter osmanischer Oberherrschaft stehenden Ägyptens von internationalen Anleihen. Formell blieb Ägypten zwar ein selbständiger Staat, doch de facto übernahm die von Großbritannien und Frankreich eingerichtete Staatsschuldenverwaltung die Regierungsgeschäfte. Zudem erwarb Großbritannien die ägyptischen Anteile an der Suezkanal-Gesellschaft und besetzte 1882 schließlich das gesamte Land, um den Seeweg nach Ostasien abzusichern. - Vgl. zum Bau des Kanals und seiner Finanzierung:
Lesseps, Entstehung des Suezkanals
;
Idrissi, Ferdinand de Lesseps
;
Bonin, Suez
. Zu den Auswirkungen auf Ägypten und den Nahen Osten:
Haikal, Lion‛s Tail
;
Huber, Channelling Mobilities
;
Carminati, Seeking Bread
. Zu den Auswirkungen auf die Handelsströme zwischen Europa und Ostasien:
Bogaars, Effect of the Opening
;
Curli, Italy and the Suez Canal
.
Witthoefft, Franz HeinrichFranz-Heinrich WitthoefftKaufmann, Wirtschaftsvertreter, Politiker13011735819.11.186306.07.1941Franz Heinrich Witthoefft absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg und war von 1885 bis 1896 als leitender Angestellter für deren Schwesterfirma Behn, Meyer & Co. in Singapur tätig. 1896 stieg er zum Teilhaber des Unternehmens auf und blieb es bis 1905. Von 1900 bis 1941 war er zudem Teilhaber der Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg und übernahm zahlreiche Ämter in Wirtschaft und Politik (u.a. als Aufsichtsratsvorsitzender der Commerz- und Privatbank, als Präses der Handelskammer Hamburg, als Präsidiumsmitglied des Hansa-Bundes für Gewerbe, Handel und Industrie, als Vorsitzender des Wirtschaftsrats der Hansestadt Hamburg, als Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und im Senat der Hansestadt Hamburg). Ausführlicher zum beruflichen und politischen Wirken Witthoeffts:
Krause, „Witthoefft, Franz Heinrich“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
.
Hamburgischer CorrespondentDer „Hamburgische Correspondent“ war eine seit 1724 erscheindende Tageszeitung, die sich im 18. ud 19. Jahrhundert zu einem weit über Hamburg hinaus gelesenen, einflussreichen Presseorgan entwickelte.
The Singapore Free Press & Mercantile AdvertiserDie Zeitung „The Singapore Free Press & Mercantile Advertiser“ erschien von 1835 bis 1869 in erster Serie, von 1884 bis 1918 in zweiter Serie und von 1946 bis 1962 in dritter Serie, wobei sie 1946 von „The Straits Times“ übernommen wurde. 1962 ging sie in „The Malay Mail“ auf. Gegründet wurde diese zweite englischsprachige Zeitung Singapurs - nach dem „The Singapore Chronicle“ - am 1. Oktober 1835 durch William Napier gemeinsam mit Edward Boustead, Walter Scott Lorrain und George Drumgoole Coleman. Da 1835 für Singapur der so genannte „Gagging Act“ aufgehoben wurde, unterlag die Zeitung keiner Zensur hinsichtlich kritischer Äußerungen über die East India Company sowie die britische Regierung und ihre Politik mehr. Herausgeber war zunächst William Napier (1835 bis 1846), gefolgt von Abraham Logan (1846 bis Ende der 1860er Jahre) und Jonas Daniel Vaughan (1869). Die Zeitung erschien anfangs wöchentlich und umfasste vier Seiten mit Artikeln, Werbeanzeigen sowie gebündelten Informationen über Handel und Schifffahrt (ein- und auslaufende Schiffe samt ihrer Ladung, Preislisten für Waren, Frachten und Versicherungen, allgemeine Marktberichte etc.). 1869 wurde das Erscheinen des Blattes vorübergehend eingestellt, da sich die 1845 gegründete „The Straits Times“ im Wettbewerb besser behauptete. 1884 unternahm Charles Burton Buckley als neuer Herausgeber jedoch einen erfolgreichen Versuch, „The Singapore Free Press“ wieder in Umlauf zu bringen; sie erschien seit Juli 1887 sogar täglich. Vgl.
Buckley, Anecdotal History
;
THULAJA, Singapore Free Press
.
Dampfschiff; auch: Dampfbarkasse, Dampfboot, Dampfer, steamboat (englisch), steamer (englisch)
Investor; auch: Capitalist, Financier, Kapitalist
Schifffahrt; auch: Schifffahrtsbranche, Schifffahrtsgesellschaft
Kohlen; auch: Kohlenhandel
Öl [Speiseöl]; auch: Oel, Oelfabrikant
Versorgung; auch: Beköstigung, Kost, Kostgeld, Proviant, Provision
Gemischtwaren; auch: sundries (englisch)
Unternehmergeist; auch: ondernemingsgeest (niederländisch)
Frachtfahrt; auch: Befrachtung, Frachtschifffahrt, Verfrachtung
Dampfschifffahrt; auch: Dampferlinie, Dampfschifffahrtsgesellschaft
Flagge; auch: flag (englisch), Flaggenstock, Nationalflagge, SchiffsflaggeDie in der Regel aus Tuch bestehende Flagge eines Schiffes dient der Übertragung von Informationen auf weite Sicht. Dabei geht es zumeist um die Zugehörigkeit zu einer Reederei oder zu einem Staatswesen, in deren Schiffsregister das Schiff eingetragen ist; in letzterem Fall müssen weder die Eigner noch der Kapitän und die anderen Mitglieder der Schiffsmannschaft zwangsläufig ihren Sitz in dem betreffenden Staat haben. Die Nationalflaggen der Europäer wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Ostasien auch vermehrt an Land gehisst, etwa vor den ausländischen Faktoreien im chinesischen Kanton oder auf Konsulatsgebäuden.
Kapitän; auch: Capitän, Capitain, captain (englisch), Kapitaen, Schiffscapitän
Ingenieur; auch: engineer (englisch), Chefingenieur, Engineer in Chief (englisch)
Tonne [Gewichtseinheit]; auch: t., ts., ton (englisch) Die Gewichtseinheit Tonne war im 19. Jahrhundert noch nicht normiert. Sie wurde teilweise auch noch als ein Raummaß verwendet, also etwa für eine Tonne voll Bier, Getreide, Fisch oder Salz mit ganz unterschiedlichem Gewicht. Für die Tonne als Gewichtseinheit setzte sich im 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum das metrische Maß von 1.000 Kilogramm durch. Im angelsäsischen Sprachraum dagegen ist weiterhin zwischen der metrischen Tonne (metric ton), der britischen „long ton“ (~ 1.016 Kilogramm) und amerikanischen „short ton“ (~ 907 Kilogramm) zu unterscheiden.
Vertreter, Vertretung; auch: agency (englisch), agent (englisch), Agent, Agentur, Alleinvertretung, Handelsagentur, representation (englisch), representative (englisch), Vertretungsgebiet, Vertretungsvertrag
Fracht [Frachtgut]; auch: Ladung, Schiffsladung
Straits Homeward ConferenceDie Straits Homeward Conference wurde 1897 auf Initiative der Firma Behn, Meyer & Co. von britischen und deutschen Schifffahrtsgesellschaften, darunter die Peninsular & Oriental Steam Navigation Company und der Norddeutsche Lloyd, gemeinsam mit anderen wichtigen Verladefirmen in den Straits Settlements gegründet, um den ausgesprochen scharfen Wettbewerb in der Überseeschifffahrt nach Europa einzuschränken und die Frachtraten zu stabilisieren. Bei britischen Schifffahrtsgesellschaften und Verladefirmen war das Abkommen allerdings stark umstritten, nicht zuletzt deshalb, weil es den beteiligten Verladefirmen Adamson, Gilfillan & Co., Boustead & Co. sowie Behn, Meyer & Co. zusätzlich zu dem anderen Firmen eingeräumten Rabatt für die exklusive Zusammenarbeit mit den beteiligten Reedereien einen geheimen Zusatzrabatt einräumte. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 84f.;
DING, Early Conference System
;
Sunderland, British Economic Development in Southeast Asia, Bd. 3
, S. 99–116.
Fracht [Frachtkosten]; auch: Frachtpreis, Frachtrate, Frachtspesen
Gewinn; auch: Avanz, Ayanz, Capital Avance (niederländisch), Gewinn, Gewinnbeteiligung, Gewinnst, Gewinst, Netto-Gewinn, Profit, profit (englisch), profit sharing (englisch), Verdienst
Deutsche; auch: Germans (englisch)
Tonnengehalt [nach Registertonne]Der Tonnengehalt eines Frachtschiffes, der in Bruttoregistertonnen gemessen wurde, bestimmte über die Höhe des bei der Ankunft in einem Hafen zu entrichtenden Tonnengeldes.
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Kriegsschiff; auch: Kanonenboot, Panzerschiff