|1. Blatt, Vorderseite, 82|
Abschrift.
Notizen über meine Unterredung mit Changchihtung im Yamen des Vizekönigs in Wuchang am 1. und 2. Juli 1907.
Tientsin-Chinkiang-Eisenbahn.
Der Vizekönig drückte wiederholt seine Freude darüber aus, dass ich ihm Gelegenheit biete hierüber persönlich Rücksprache zu nehmen, weil er aus Liangtunyen’s Telegrammen trotz aller Ausführlichkeit nicht recht klug haben werden können. Alle Fragen des Vizekönigs zeugen von einem grossen persönlichen Interesse und einem lebhaften Wunsche, an der Förderung der Sache mitzuwirken. Beherrscht wird der Vizekönig aber geradezu von der Furcht vor den Literaten der drei Provinzen. Er sagt: „wenn wir nicht einigermassen den Wünschen der Vernünftigeren und Massgebensten unter ihnen Rechnung tragen, so werden wir auf Schritt und Tritt von der unter der Leitung der Literaten stehenden Bevölkerung beim Landkauf und am Bau behindert werden. Unsere Regierung ist augenblicklich viel zu schwach, um mit Gewalt dagegen auftreten zu können. Wir müssen deshalb einen räsonablen Mittelweg finden zwischen den auf dem Präliminarvertrage basierenden fremden Ansprüchen und den Forderungen der Notablen. Nur dann kann etwas Gedeihliches aus dem Werke werden. Ich verspreche Ihnen, dass ich, wenn Sie in diesem Sinne mit mir zusammenarbeiten können, mit allen Kräften meinen Einfluss auf die Literaten ausüben werde.“
Zum Schlusse der Besprechung, während deren ich mich an der Hand der mitgebrachten Entwurfs- und Vertragstexte rein auf Erklärungen beschränkte, schrieb der Vizekönig 15 Punkte auf, die ihm das wesentlichste für eine glatte Erledigung der Angelegenheit zu enthalten schienen. Ich bekam eine Abschrift davon zur Mitteilung an Liangtunyen. Diese 15 Punkte sind nicht aufzufassen|1. Blatt, Rückseite, 83| als unabänderliche Forderungen des Vizekönigs, sondern es sind Gesichtspunkte, welche nach seiner Kenntnis der Sachlage im obigen Sinne die Unterhändler auf den richtigen Weg leiten werden.
Es sind folgende Punkte:
1. Höhe der Anleihe nicht über £ 5 000 000 (Argument: „Für die Luhan-Bahn haben wir seinerzeit auch nur £ 5 000 000 aufgenommen. Wir müssen uns mit Rücksicht auf die Stimmung augenblicklich so billig wie möglich einrichten“).
2. Es wird zunächst eine eingleisige Bahn gebaut. (Mündlich setzte der Vizekönig hinzu: „Es wird gut sein, wenn man von vornherein das Land für ein zweites Gleis mit erwirbt“).
3. Die ganze Bahn soll in drei Jahren fertig sein.
4. Die Arbeiten an der Huangho-Brücke bei Lokow sollen ebenfalls innerhalb der dreijährigen Bauzeit fertiggestellt werden. (Mündlich: „Es soll wenigstens versucht werden. Man kann die Frist ja ausdehnen“).
5. Uebernahmepreis der Anleihen 94; Zinsfuss 5 % p. a.
6. In den ersten 10 Jahren werden nur Zinsen bezahlt. Vom elften Jahre ab beginnt die Tilgung. Wenn Fonds vorhanden sind, so kann die Anleihe im elften Jahre ganz getilgt werden oder es kann die Tilgungsquote verstärkt werden.
7. Bei Rückzahlung des Kapitals im 11. Jahre wird keine Prämie von 2 1/2 % gewährt.
8. Als Sicherheit für die Anleihe wird nicht die Bahn verpfändet, sondern es werden Einkünfte der drei Provinzen dafür verpfändet. Die Bestimmung derselben wird Yuanshihkai überlassen.
9. Für die nördliche Strecke wird ein deutscher Ingenieur engagiert, für die südliche ein englischer. Beide werden von dem mit der Oberleitung der Bahn betrauten hohen chinesischen Beamten selbständig ausgewählt und angestellt. Diese Ingenieure unterstehen der Leitung, den Anordnungen und Weisungen des|2. Blatt, Vorderseite, 84| chinesischen Direktors.
10. Der englische und deutsche Ingenieur haben sich nur um die Bauarbeiten zu kümmern und dürfen sich nicht in andere Sachen mischen.
11. Es ist früher verabredet worden, dass das Syndikat (und) die Ingenieure von den Betriebsüberschüssen 20 % erhalten sollten. Hiervon muss abgesehen werden, damit die Tilgung der Anleihe dadurch nicht eine Verzögerung erfährt. Der Unterhändler, Herr Liang, soll auf Mittel und Wege sinnen, um hierfür einen Extra Bonus als Abfindung zu gewähren.
12. Ueber die Höhe der den Banken zu gewährenden Provision auf Materialkäufe oder eventuell über eine andere Behandlung dieser Frage (durch Abfindung) soll Herr Liang eine Abmachung überlassen sein. (Der Vizekönig äussert mündlich hierzu, dass man eventuell eine Abfindungssumme zugestehen könne, welche nach Massgabe der im Canton-Kowloon-Vertrage zugebilligten £ 35 000 zu berechnen wäre.
13. Die Bauarbeiten sollen zu gleicher Zeit in Angriff genommen werden an der Nordstrecke von Tientsin aus, an der Südstrecke von Pukow aus und an der Mittelstrecke von Tsinan aus. Von Tsinan geht der Bahnbau nach Norden und nach Süden. Die Arbeiten sollen daher zugleich nach beiden Richtungen gefördert werden, um die Fertigstellung des Baus möglichst zu beschleunigen.
14. Im Gebiete von Shantung soll Deutschland keine andre Linie bauen, damit sie nicht mit dieser Linie kollidiere (Hiermit meint Changchihtung, wie aus seinem mündlichen Aeusserungen hervorgeht, dass Deutschland in Shantung keine Konkurrenzlinie bauen soll.)
15. Sollte, wenn der Bahnbau sich dem Ende nähert, die Anleihesumme nicht reichen, so kann von der deutsch-asiatischen Bank und der Hongkong & Shanghai Banking Corporation eine weitere Anschlussanleihe aufgenommen werden.
2. Juli 1907. gez: H. Cordes.
p. a.per annum (lateinisch)
gez., gez:gezeichnet
PA AAPolitisches Archiv des Auswärtigen Amts, Berlin
PA AAPolitisches Archiv des Auswärtigen Amts, BerlinRZ 201Deutsches Reich, Zentrale, Abt. IA
Deutsch-Asiatische Bank (DAB), Shanghai / BerlinDie Deutsch-Asiatische Bank wurde 1889 auf Wunsch und mit Unterstützung der deutschen Regierung durch ein von der Disconto-Gesellschaft in Berlin geführtes Konsortium gegründet, dem insgesamt dreizehn deutsche Aktienbanken sowie Privatbankhäuser angehörten, überwiegend aus Berlin und Frankfurt am Main. Neben der Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank waren das die Häuser S. Bleichröder (Berlin), Berliner Handels-Gesellschaft KGaA, Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank), Robert Warschauer & Co. (Berlin), Mendelssohn & Co. (Berlin), Jacob S. H. Stern (Frankfurt am Main), M. A. von Rothschild & Söhne (Frankfurt am Main), Norddeutsche Bank AG (Hamburg), Sal. Oppenheim jr. & Cie. (Köln), die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank AG (München) und die Preußische Seehandlung (Staatsbank). Die Leitung der Hauptniederlassung in Shanghai übernahm Ferdinand Rinkel. Die ursprüngliche Absicht der Gründungsbanken, sich umgehend an der Finanzierung von Eisenbahnprojekten in der Provinz Shandong zu beteiligen, ließ sich nicht umsetzen. Doch nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten, die u. a. aus dem Verfall des Silberpreises resultierten, konnte sich die DAB in einem von scharfem Wettbewerb geprägten Umfeld in China als eine der führenden Auslandsbanken etablieren, die in allen Bereichen des Bankgeschäfts tätig war, in der wechselbasierten Handelsfinanzierung, im
Einlagen- und Kreditgeschäft
, im Devisenhandel, in der Notenausgabe sowie bald auch im internationalen Emissionsgeschäft. Der Durchbruch in diesem Bereich gelang durch enge Kooperation mit der Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC). Weitere Niederlassungen der DAB wurden 1896 in Kalkutta (Britisch-Indien), vor allem aber in China eröffnet: 1897 in Hankou (zunächst als Agentur, 1910 zur Filiale aufgewertet), 1898 in Tsingtau, 1900 in Hongkong, 1904 in
Tsinan
, 1905 in Peking (zunächst als Repräsentanz, 1910 zur Filiale aufgewertet) und 1910 in Kanton. In Japan konnte die DAB 1905 mit der Eröffnung einer Filiale in Yokohama ebenfalls Fuß fassen, 1906 folgte eine weitere Filiale in Kōbe. Noch im gleichen Jahr wurde außerdem eine Niederlassung in Singapur eröffnet. Durch den Ersten Weltkrieg kamen die Geschäftsaktivitäten der DAB weitgehend zum Erliegen, lebten in der Zwischenkriegszeit wieder auf, wurden aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der schrittweisen Neuordnung der Eigentümerstrukturen und der Überführung in die zur European Bank’s International Company (EBIC) gehörende European Asian Bank auf eine neue Grundlage gestellt. Vgl.
Müller-Jabusch, Deutsch-Asiatische Bank
;
Bauert-Keetman, Unternehmens-Chronik
;
Barth, Hochfinanz
;
Moazzin, Foreign Banks
;
Historische Gesellschaft der Deutschen Bank, Deep Roots
.
Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC), HongkongDie Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) wurde im März 1865
als Hongkong and Shanghae Banking Company Ltd. von verschiedenen britischen, indischen,
amerikanischen und deutschen Handelshäusern in Hongkong ins Leben gerufen, die sich
auf Initiative von Thomas Sutherland (1834–1922), einem Vertreter der Peninsular & Oriental
Steam Navigation Company zusammengefunden hatten. Zu den
Gründungsmitgliedern gehörte die deutsche Firma Siemssen & Co., die weitere Anteile an
Joh. Berenberg, Gossler &
Co., an Roß, Vidal &
Co. sowie Conrad
Hinrich Donner vermittelte. Die neue Bank verstand sich als eine von den Kaufleuten vor
Ort getragene Einrichtung, die den freien Handel in Ostasien finanzieren und fördern wollte. Noch
im März 1865 eröffnete sie eine Niederlassung in Shanghai und begann, sowohl in Hongkong als auch in Shanghai eigene Banknoten herauszugeben. Im August 1866 wurde
sie von den Behörden offiziell zugelassen, bekam das formelle Recht zur Ausgabe
von Banknoten und zur
Verwaltung von Regierungsgeldern zugesprochen und firmierte um zur Hongkong
and Shanghai Banking Corporation (HSBC). Bald darauf eröffnete sie eine
weitere Niederlassung in Yokohama.
In den 1870er und 1880er Jahren entwickelte sich die HSBC zu einer der
wichtigsten Außenhandelsbanken in Ostasien, die das Vertrauen der Kaufleute vor Ort besaß und sich
gleichzeitig in London refinanzieren
konnte, sodass ihr China- und Japangeschäft fast ausschließlich in Pfund Sterling abgewickelt
wurde, also in einer stabilen Goldwährung. Zu den Kunden der
Bank, die ihr
Niederlassungsnetz in Ostasien kräftig ausbaute, zählten auch zahlreiche
deutsche Firmen, darunter beispielsweise Arnhold, Karberg & Co. sowie Carlowitz & Co., die bis
1914 auch im Board of Directors vertreten waren. 1889 eröffnete die HSBC
eine Niederlassung in Hamburg, die
von Julius Brüssel
geleitet wurde. Im Zweiten Weltkrieg verlagerte die Bank ihren Hauptsitz vorübergehend nach London, kehrte aber schon 1946 nach
Hongkong zurück. Die
kommunistische Machtübernahme in China
beschränkte die erneute Geschäftsausweitung, auch wenn die Niederlassung Shanghai fortbestand und sich
weiterhin der Exportfinanzierung widmen durfte. 1989 änderte die HSBC, die 1959
die Mercantile Bank of India
Ltd. übernommen und danach auf forcierten internationalen
Expansionskurs gegangen war, ihre Rechtsform zur Hongkong and Shanghai
Banking Corporation Ltd. Seit 1991
ist sie eine Tochtergesellschaft der HSBC Holdings plc mit Sitz in London. Vgl. zur
Unternehmensgeschichte die umfassende Darstellung:
King, Hongkong and Shanghai
Banking Corporation
.
Moazzin
, Ghassan: Foreign Banks and Global Finance in Modern China. Banking on the Chinese Frontier, 1870–1919, Cambridge 2022
Moazzin
, Foreign Banks
2022
Baur
, Georg: China um 1900. Aufzeichnungen eines Krupp Direktors, herausgegeben und bearbeitet von Elisabeth Kaske, Köln 2005
Baur
, China um 1900
2005
WU
, Shellen: Engineering Empire: German Influence on Chinese Industrialization, 1880–1925, in: Berghoff, Hartmut/Biess, Frank/Strasser, Ulrike (Hgg.), Explorations and Entaglements. Germans in the Pacific Worlds from the Early Modern Period to World War I, Oxford 2019, S. 153–168
WU
, Engineering Empire
2019
Regierung Chinas
Eisenbahnamt, chinesisches; auch: Imperial Chinese Railway Administration, seit 1897: Imperial Railways of North China, 1901/1902: British Railway Administration, seit 1902 wieder: Imperial Railways of North China, seit 1910 auch: Peking-Mukden-Railway (chinesisch: Jing-Feng Tielu) Das chinesische Eisenbahnamt ging 1892 aus der seit den späten 1880er Jahren so genannten China Railway Company hervor, die wiederum auf die schon in den frühen 1880er Jahren gegründete Kaiping Railway Company zurückging. Verantwortlicher Engineer in Chief blieb bis in die späten 1890er Jahre der Brite Claude William Kinder, dann setzte ein heftiger innerchinesischer Machtkampf um die Leitungspositionen in dieser Institution ein. Durchsetzen konnte sich schließlich SHENG Xuanhuai, der HU Yufen mit dem wichtigsten Posten in der Direktion der Imperial Railways of North China betraute. Der weitere Streckenausbau in Richtung Norden wurde 1898 und 1899 mit Unterstützung der British and Chinese Corporation (Limited) vorangetrieben, hinter der die Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) sowie das Handelshaus Jardine, Matheson & Co. standen. Vgl. hierzu das Abkommen vom 18. Mai 1899, an dem auch die Deutsch-Asiatische Bank beteiligt war (Dok.-Nr. 5.2.05). Dies lief jedoch russischen Interessen zuwider, die ihren eigenen Einfluss auf die Mandschurei und die Chinese Eastern Railway ausdehnen wollten. Der Boxeraufstand von 1900/1901 beendete vorerst alle weiteren Ausbaupläne und brachte die stark beschädigten Strecken der Imperial Railways of North China vorübergehend unter die britische militärische Kontrolle der British Railway Administration. Im September 1902 wurde die Institution wieder in chinesische Hände zurückgegeben, wobei zugleich der frühere Engineer in Chief Claude William Kinder in seine Position zurückkehrte. In den folgenden Jahren wurde insbesondere der Ausbau der Hauptstrecke nach Mukden vorangetrieben, sodass sich um 1910 allmählich der Name „Peking-Mukden-Railway“ durchsetzte. Obwohl die Linie profitabel betrieben werden konnte, blieben die erhofften wirtschaftlkichen Effekte auf die Belebung von Landwirtschaft und Industrie weitgehend aus. Vgl.
Rosenbaum, China‛s First Railway
;
Rosenbaum, Railway Enterprise
;
Crush, Imperial Railways
. Zur Bedeutung der Eisenbahnen für die weitere chinesische Entwicklung:
Köll, Railroads
.
Tianjin (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Tien-tsin, Tientsin
Shanghai (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Schanghai, Shang-hae, Shang-hai, Shanghae, Shanhay
Wuchang [Ort in China] (heute: Stadtbezirk von Wuhan)
Zhenjiang (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Chinkiang, Tschinkiang, Tšin-Kian
Luhan [Ort in China]
Huang He (Pinyin) [Fluss in China]; auch: Gelber Fluss, Hoangho
Lokow [Ort in China am Huang He]
Kanton [Stadt in China]; auch: Canton, Guangzhou (Pinyin)
Pukou [Ort in China]; auch: Pukow
Jinan [Stadt in China]; auch: Tsinan, Tsinanfu
Shandong (Pinyin) [Provinz in China]; auch: Shantung
Deutschland; auch: Deutsches Kaiserreich, Deutsches ReichBis zur Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 kann von Deutschland nicht im Sinne eines Nationalstaates gesprochen werden. Doch in den Quellen wird der Begriff Deutschland auch zuvor häufig verwendet, wenn es den Urhebern nicht um eine Differenzierung zwischen den verschiedenen deutschen Teilstaaten ging.
ZHANG Zhidong; auch: CHANG Chih-tungZHANG ZhidongBeamter, Reformpolitiker11898062902.09.183704.10.1909ZHANG Zhidong amtierte in den 1880er Jahren als Gouverneur der chinesischen Provinz Shanxi und als Generalgouverneur der Provinzen Guangdong und Guangxi, bevor er 1889 zum Generalgouverneur der Provinzen Hubei und Hunan ernannt wurde, ein Amt, das er bis 1907 inne hatte. Er war ein starker Befürworter des Eisenbahnbaus, um China zu modernisieren. Als Vertreter der chinesischen Regierung verhandelte er u. a. das vorläufige Abkommen zum Bau der Tientsien-Chinkiang-Eisenbahnlinie vom 18. Mai 1899 (vgl. Dok.-Nr. 5.2.05). Vgl.
Cameron, „Chang Chih-tung“
, S. 27–32;
MacMurray, Treaties and Agreements
, S. 694;
Baur, China um 1900
, passim;
Moazzin, Foreign Banks
, passim.
YUAN Shikai; auch: YUAN Shik-k‛ai, Yuanshikai, YÜAN Shik-k‛aiYUAN ShikaiOffizier, Politiker, Staatsmann12897686116.09.185906.06.1916YUAN Shikai, von 1900 bis 1901 Gouverneur der Provinz Shandong und seit 1901 Generalgouverneur von Zhili sowie Minister der nördlichen Häfen Chinas trat für wirtschaftliche Reformen Chinas ein. Seit 1902 war er außerdem Minister für Beiyang (eine Region, die die heutigen Provinzen Liaoning, Hebei und Shandong umfasst) und baute als solcher die sogenannte Beiyang-Armee auf, die als leistungsfähigste ganz Chinas galt. Wegen seiner wachsenden Macht und seine Vorschläge für eine Verfassungsreform nach britischem Vorbild fiel er am Kaiserhof jedoch in Ungnade und verlor 1908 alle Ämter. In der Chinesischen Revolution spielte er eine wichtige mäßigende Rolle, indem er einerseits von den Qing die Wiedererlangung hoher Ämter für sich forderte und andererseits als Anführer der Beiyang-Armee die Revolutionäre zu Verhandlungen mit der kaiserlichen Regierung zwang. Am 14. Februar 1912 wurde YUAN Shikai, der den jungen Kaiser PU YI zur Abdankung veranlasste, mit dem Einverständnis des Anführers der Revolutionäre und eigentlich bereits gewählten Übergangspräsidenten SUN Yat-sen zum ersten offiziellen Präsidenten der Republik China ernannt. Vgl.
FANG, „YÜAN Shik-k‛ai“
;
CH‛EN, Yuan Shik-k‛ai
;
Young, Presidency of Yuan Shik-k‛ai
;
MacKinnon, Power and Politics
;
Shan, Yuan Shikai
.
Generalgouverneur, chinesischer (Provinzebene); auch: Gouverneur, Vice-König, Vizekönig
Eisenbahn; auch: Eisenbahnbau, Eisenbahngesellschaft, Eisenbahnlinie, Eisenbahnprojekt, Eisenbahnschienen, Eisenbahnschwellen, Eisenbahnverwaltung, Eisenbahnwerkstätte, Eisenbahnwesen, line (englisch), moderne Verkehrseinrichtung, railway (englisch), rollendes Material, rolling stock (englisch)
YamenDer chinesische Begriff „Yamen“ bezeichnet ein Amt oder einen Amtssitz.
Telegramm; auch: Depesche, Kabel
Mandarin, chinesischer; auch: mandarin (englisch)Die im westlichen Sprachgebrauch übliche Bezeichnung „Mandarin“ bezieht sich auf einen chinesischen Gelehrten, Richter, Berater oder Beamten, der eine lange Ausbildung und ein ausgesprochen strenges Prüfungs- und Auswahlsystem durchlaufen hatte, bevor er ein entsprechendes Amt übernehmen durfte. Für die staatliche Verwaltung des chinesischen Kaiserreichs spielten die Mandarine auch im 19. Jahrhundert noch eine tragende Rolle. Angesichts der Herausforderungen durch die ausländischen Imperialmächte, die zumeist auch moderne Industriestaaten waren, sodass Wirtschaft, Technik und empirische Wissenschaften in der Auseinandersetzung mit ihnen an Bedeutung gewannen, geriet das traditionelle System der chinesischen Beamtenprüfungen zunehmend in die Kritik und wurde 1905 schließlich abgeschafft. Vgl.
Osterhammel, China und die Weltgesellschaft
, S. 69–85.
Grund und Boden; auch: Grundstück, Land
Vertrag [gewerblicher Vertrag]; auch: Abkommen, Uebereinkommen, Vereinbarung
Pound Sterling [Währungseinheit]; auch: £, £ st., l., Pfund Englisch, Pfund SterlingDas britische Pound Sterling, üblicherweise abgekürzt mit dem Zeichen £, unterteilt sich in shilling, abgekürzt s oder sh, und pence, abgekürzt d (für „denarius“). Ein Pound Sterling entspricht dabei 20 shilling oder 240 pence (1 shilling = 12 pence).
Schienen; auch: Geleis, Gleis, Schinen, Schinengeleise
Arbeit; auch: labour (englisch)
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Zins; auch: interest (englisch), Zinsentwicklung, Zinsfuß
Zahlung; auch: Auszahlung, Barzahlung, Bezahlung, Disbursement, Einzahlung, Geldüberweisung. Giro Verkehr, payment (englisch), Rückzahlung, Vorausbezahlung, Zahlungsanweisung, Zahlungsausfall, Zahlungsbedingungen, Zahlungsbereitschaft, Zahlungsmethode, Zahlungsmodus, Zahlungsschwierigkeit, Zahlungsverkehr, Zahlungsverweigerung, Zahlungsverzögerung
Sicherheit [für Vorschüsse, Kredite, Darlehen und Anleihen]; auch: security (englisch)
Einnahmen; auch: Einkünfte, revenue (englisch)
Ingenieur; auch: engineer (englisch), Chefingenieur, Engineer in Chief (englisch)
Beamter, chinesischer; auch: officer (englisch)
Konsortium; auch: Consortium, great financial group (englisch), Syndikat
Bank; auch: Aktienbank, Bankenwelt, Bankgeschäft, Bankhaus, banking operations (englisch), Geldgeber, Geldinstitut, Geschäftsbank, Großbank, Investmentbank, issuing bank (englisch), merchant bank (englisch), Privatbankhaus
Provision; auch: provision (englisch), Umsatzprovision