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HELFFERICH & RADEMACHER.
BATAVIA; SOERABAYA, TELOK-BETONG.
Telegrams: HELFFERICH.
A. B. C. Code 4th. & 5th. Ed.
Mercuur Code.
Batavia, den 7. December, 1907.
Herrn
Arnold Otto Meyer,
HAMBURG. -
Ich schrieb ihnen zuletzt am 28. November und wechselte inzwischen die einliegenden Telegramme mit Ihnen.
Ausser der Ihnen gemeldeten Blanko Tratte im Betrage von £. 2500.–, die am 7. November von der Handelsgesellschaft H. & R. auf Sie abgegeben wurde, befindet sich noch eine weitere Blanko-Tratte von £. 2500.– auf Sie von H. & R. unterwegs. Dass diese beiden Tratten gezogen wurden, verstiess gegen die Instruktion, aber nach den Auseinandersetzungen Helfferichs befand er sich den Banken gegenueber in einer solchen Zwangslage, dass er zu dem allerdings gegen die Abmachungen verstossenden Auskunftsmittel der Blancotratten greifen musste. Nach Ihren drahtlichen Mitteilungen steht ausserdem Batavia bei Ihnen im Debet mit einem Betrage von £. 2000.– und ebenso Soerabaya mit der gleichen Summe. Rademacher behauptet, sich nicht erklaeren zu koennen, woher Soerabaya‛s Debet stamme. Ich habe ihm natuerlich gesagt, die Sache wuerde jedenfalls seine Richtigkeit haben. Inzwischen sind nun bereits gestern, bezw. vorgestern je £. 2500,– von Soerabaya und Batavia als T. T. an Sie ueberwiesen worden. Soweit die finanzielle Position, auf die ich beim Sclusse dieses Briefes noch des naeheren zurueckkommen werde.
Die Pfefferinteressen H. & R.s gab ich Ihnen mit 3100 tons Lampong (genau 3125 tons) zu M. 36.–, White Muntok mit 650 tons (genau 645 tons) zu M. 61.– (genau 60 3/4) und Black Java mit 150 t. zu M. 42.– auf.|2. Blatt, Vorderseite|
Ausserdem halten Sie in Hamburg das Ihnen bekannte unverkaufte Lager zu den von Ihnen per ult. Juni angesetzten Preisen der provisorischen Verkaufsrechnungen. H. & R. hatten noch nach etham (25 tons White Muntok) 130 tons White Muntok und nach ethersme (10 tons Black Pepper) 160 tons Black Pepper auf den Weg gebracht, weil sie Kontrakte dagegen an die Banken abliefern mussten. Das restliche Lager koennen sie hier nun finanzieren. Der Satz „Das restliche Lager koennen sie hier nun finanzieren.“ wurde nachträglich handschriftlich unterstrichen und am rechten Rand mit drei Strichen und einem Ausrufezeichen markiert
Die Bilanz vom 30. Juni scheint mir richtig zu sein, sie wird Ihnen mit dieser oder naechster Post mit allen Belegen von H. & R. eingesandt werden. Im Balance Account finden Sie einen Posten von fl. 63 560,95., der die Summe repraesentiert, um welche die Herren Helfferich, Rademacher und Paulmann zu kurz gekommen sind, um Ihre Einzahlungen auf ihre fl. 300 000.– shares voll zu machen. Es ist notariell festgelegt worden, dass die Betreffenden diesen Betrag bis zum 31. December, 1908 voll nachzuzahlen haben. Nach den Erklaerungen der drei Herren darf ich annehmen, dass dies unter Zuhilfenahme von Familiengeldern richtig geschehen wird. Den entsprechenden Betrag an Aktien behalten Sie in Verwahrung.
Sie uebernehmen von den drei vorgenannten Herren Aktien im Gesammtbetrage von fl. 30 000.– und zwar auf den Namen von Arnold Otto Meyer. Diese fl. 30 000.– representieren die M. 50 000.–, welche Sie seinerzeit als Vorschuss zur Begleichung der von ihnen fuer die volle Aufnahme ihrer shares noetigen Gelder gegeben haben. Ich habe darueber den beifolgenden Briefwechsel mit den drei Herren gehabt, und der Transfer wird sobald als moeglich gemacht werden. Durch diese Uebernahme von fl. 30 000.– shares auf Arnold Otto Meyer sichern wir uns 24 Stimmen gegenueber den 18 Stimmen der Herren Helfferich, Rademacher und Paulmann, haben somit also die Majorität.|3. Blatt, Vorderseite|
Und um uns ganz sicher zu stellen, werden auch die Statuten entsprechend abgeaendert. Ebenso wird ein Paragraf aufgenommen, der besagt, dass die Bilanz von H. & R. von einem Buecherrevisor anerkannt werden muss die Passage „Ebenso wird ein Paragraf aufgenommen, der besagt, dass die Bilanz von H. & R. von einem Buecherrevisor anerkannt werden muss“ wurde nachträglich am rechten Rand doppelt angestrichen und mit einem Fragezeichen versehen, das aber wieder durchgestrichen und durch ein „ok“ ersetzt wurde, der von den Kommissaris zu ernennen und von der Handelsgesellschaft zu besolden ist. Weiter ist eine Aenderung der Statuten dahin vorgenommen worden, dass der Kommissaris sich jederzeit durch eine andere Persoenlichkeit in der Ausuebung seiner Befugnisse vertreten lassen kann.
Um der Firma Handelsgesellschaft Helfferich & Rademacher die fuer den Betrieb notwendigen Mittel zur Verfuegung zu stellen, werden fl. 120 000.– Obligationen, auf Ihren Namen lautend, per 1. Januar naechsten Jahres creiert. Diese Obligationen tragen 8 % Zinsen. Die Rate ist indessen zu ermaessigen, wenn der Geldmarkt leichter wird, aber nicht unter 6 %. Wenn ich die heutigen Pfefferwerte als Basis fuer die Realisation annehme, fuerchte ich, dass die Handelsges. H. & R. fl. 250 000.– bei ihren unsinnigen Pfefferspekulationen verliert. Um nun dem grossen Publikum gegenueber nicht fuer das erste Geschaeftsjahr einen zu schlechten Eindruck zu erwecken, soll die erste Bilanz erst per 31. December, 1908 aufgemacht werden. Vorab aber werden Helfferich, Rademacher und Paulmann zusammen per 1. Juli, 1907 fl. 50 000. – des zu erwartenden Verlustes als persoenliche Schuld der Handelsgesellschaft gegenueber debitiert, und als Sicherheit dafuer geben sie shares im gleichen Betrage dafuer bei Ihnen in Depôt. Gesetzt den Fall nun, dass die Handelsges. im Rahmen ihrer uebrigen Geschaefte bis zum 31. December, 1908 fl. 100 000.– verdient, so wuerde unter Beruecksichtigung vorgenannter fl. 50 000.– bei einem Pfefferverluste von fl. 250 000.– per 31. December, 1908 noch eine Unterbilanz von fl. 100 000.– vorhanden sein. Diese fl. 100 000.– waeren dann auf das Debet|4. Blatt, Vorderseite| von Helfferich, Rademacher und Paulmann zu bringen und die Handelsgesellschaft verpflichtet sich, fuer 1909 und die folgenden Jahre den Nettogewinn abzueglich 5 % Dividende fuer alle shareholders zur Tilgung der so verbuchten Unterbilanz zur Verfuegung zu stellen. Auf diese Weise, hoffe ich, wird es moeglich sein, bis Ende 1910 den Verlust auszumerzen, wenn die Zeiten nicht allzu widrig sind; denn ich glaube wohl, dass die Handelsges. H. & R. jaehrlich fl. 100 000.– und mehr verdienen kann, wenn das Menagement ein vernuenftiges bleibt. Die vorhin erwaehnten fl. 50 000.– zu Lasten von Helfferich, Rademacher und Paulmann sind von ihnen aus eigenen Mitteln zu tilgen innerhalb eines Jahres, nachdem die Unterbilanz per 31. December 1908 abgedeckt worden ist. Ich hatte in meinem Telegramm Ihnen gegenueber von £. 10 000.– preference shares gesprochen, das liess sich jedoch nach hollaendischem Gesetz nicht machen, und so kamen wir auf diese Form der Obligationen, die Sie jedenfalls vollkommen deckt. Alle vorhin genannten Aenderungen und Abmachungen sind notariell festgelegt. Die Abschriften werden indessen erst morgen frueh fertig und Ihnen vom Notar direkt eingesandt werden.
Das Geschaeft liegt im allgemeinen schlecht in Batavia. Aus diesem Grunde sollen die Transaktionen im Import beschraenkt werden. Der Pfeffervorrat ist nach Moeglichkeit in aller Beschleunigung zu realisieren, damit die drin festgelegten Gelder frei kommen. Herr Helfferich darf niemals wieder derartige Spekulationen machen. Er hat mir sein Ehrenwort gegeben, in Zukunft derartiges zu unterlassen. Das ganze Geschaeft ist sonst gut aufgezogen, nur habe ich den Eindruck, dass es hier und da noch etwas an Genauigkeit mangelt, aber die meisten Leute sind neu, und Herr Helfferich wird sein moeglichstes thun, um dort, wo es noetig ist, Verbesserungen einzufuehren.|5. Blatt, Vorderseite|
Ich gehe morgen ueber Garoet nach Soerabaya, wo ich am Mittwoch einzutreffen gedenke, und werde Sie entsprechend telegrafisch benachrichtigen.
Mit freundschaftlichen Gruessen
Ihr
FHWitthoefft
Handschriftlich ergänzt: Die notariellen Schriften sind soeben gezeichnet u. gehen Ihnen am Mittwoch mit der holländischen Post die Abschriften direkt vom Notar Alting zu. Der Passus betr. Zustg. des General Gouverneur ist nach Aussage des Notars nun formeller Natur. Die Zustimmung wird erteilt werden, dafür übernimmt der Notar die Garantie.
unleserliche Paraphe
Ed.Edition (englisch)
bezw., bzw.beziehungsweise
T. T., T/T-Kontrakt[Angabe zur näheren Bestimmung des vereinbarten Wechselverkehrs, basierend auf Tratten]
ult, ult., ulto.ultimo (lateinisch)
Handelsges.Handelsgesellschaft
betr.betreffend
Zustg.Zustimmung
BMABehn Meyer Archiv, Hamburg
BMABehn Meyer Archiv, HamburgBM&C, HHFirma Behn, Meyer & Co., Historische Handschriften
Arnold Otto Meyer, HamburgDie Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg wurde 1857 von dem in die Hansestadt zurückgekehrten Arnold Otto Meyer gegründet, der zuvor einige Jahre in dem von Theodor August Behn gemeinsam mit seinem älteren Bruder Valentin Lorenz Meyer etablierten Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur tätig gewesen war. Die neue Firma in Hamburg sollte die Interessen von Behn, Meyer & Co. in Deutschland und Europa wahrnehmen. Arnold Otto Meyer trug durch seine persönliche Präsenz in Hamburg maßgeblich dazu bei, dass die Firma Behn, Meyer & Co. mit ihren internationalen Verflechtungen die Weltwirtschaftskrise von 1857 weitgehend unbeschadet überstand, denn es gelang ihm, ihre Gläubiger in Hamburg, Bremen und London zu einem langfristigen Zahlungsaufschub zu bewegen. Da er im Sommer 1862 zur Überwindung der Krisenfolgen nochmals für einige Jahre nach Singapur zurückkehrte, spielte die von ihm gegründete Firma Arnold Otto Meyer zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Das änderte sich, als Arnold Otto Meyer 1864 nach Hamburg zurückgekehrt war und die Geschicke der beiden Schwesterfirmen nun von Hamburg aus als deren führender Kopf zu lenken begann. Mit den anderen Teilhabern von Behn, Meyer & Co. in Singapur stand er in einem intensiven brieflichen Austausch. Als er sich zur Jahrhundertwende aus den beiden Schwesterfirmen zurückzog, um ihre Geschicke künftig nur noch als stiller Gesellschafter zu begleiten, übernahmen sein Sohn Eduard Lorenz Meyer, Adolf Laspe und Franz Heinrich Witthoefft die verantwortliche Leitung der Geschäfte. Unter ihrer Führung entwickelte sich die Firma Arnold Otto Meyer zur eigentlichen Schaltzentrale des Handelshauses Behn, Meyer & Co. in Singapur, das 1906 in eine Aktiengesellschaft britischen Rechts umgewandelt wurde und nun stark expandierte. Die Firma Arnold Otto Meyer selbst eröffnete vor dem Ersten Weltkrieg keine Niederlassungen in Ostasien, beteiligte sich aber an einigen Gesellschaften, so beispielsweise an dem 1910 gegründeten Straits und Sunda Syndikat, das in die Plantagenwirtschaft Südostasiens investierte. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
.
Helfferich & Rademacher, Batavia / Telok BetongDie 1903 von Emil
Helfferich, Georg
Rademacher und Albert
Paulmann gegründete Firma Helfferich & Rademacher in Batavia widmete sich - gestützt auf
eine von Helfferich schon
zwei Jahre zuvor eingerichtete Niederlassung in Telok Betong im Süden Sumatras sowie eine von Rademacher geleitete neue Niederlassung
in Surabaya – insbesondere dem
Export von Pfeffer und
Kopra. Das
prosperierende Unternehmen wurde Anfang 1907 zum Zweck einer Beteiligung von
Arnold Otto Meyer in
eine Aktiengesellschaft niederländischen Rechts überführt, die
Handelsvereeniging voorheen Helfferich & Rademacher, die sowohl von Arnold Otto Meyer als auch
von verschiedenen anderen Firmen großzügige Kredite eingeräumt bekam und zudem mit der Vertretung des Norddeutschen Lloyds
beauftragt wurde. Durch den unerwarteten Verfall der Pfefferpreise
geriet die Firma noch im gleichen Jahr in wachsende finanzielle
Schwierigkeiten und wurde schließlich im Februar 1908 von der Firma Behn, Meyer & Co. Ltd. in
Singapur im Stillen aufgekauft.
Rademacher und Paulmann blieben als
Leiter der Filialen von Behn, Meyer
& Co. Ltd. in Surabaya
und Telok Betong tätig, Helfferich schied zunächst
aus. Vgl.
Helfferich,
Ein Leben
, S. 106–172;
Helfferich, Behn, Meyer
& Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 108–111.
Hamburg
London
Batavia [Stadt auf der Insel Java]
Surabaya [Stadt auf der Insel Java]; auch: Soerabaiya, Soerabaya, Sourabay, Sourabaya
Telok Betong [Ort auf der Insel Sumatra]
Garoet [Ort in Niederländisch-Indien]
Witthoefft, Franz HeinrichFranz-Heinrich WitthoefftKaufmann, Wirtschaftsvertreter, Politiker13011735819.11.186306.07.1941Franz Heinrich Witthoefft absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg und war von 1885 bis 1896 als leitender Angestellter für deren Schwesterfirma Behn, Meyer & Co. in Singapur tätig. 1896 stieg er zum Teilhaber des Unternehmens auf und blieb es bis 1905. Von 1900 bis 1941 war er zudem Teilhaber der Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg und übernahm zahlreiche Ämter in Wirtschaft und Politik (u.a. als Aufsichtsratsvorsitzender der Commerz- und Privatbank, als Präses der Handelskammer Hamburg, als Präsidiumsmitglied des Hansa-Bundes für Gewerbe, Handel und Industrie, als Vorsitzender des Wirtschaftsrats der Hansestadt Hamburg, als Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und im Senat der Hansestadt Hamburg). Ausführlicher zum beruflichen und politischen Wirken Witthoeffts:
Krause, „Witthoefft, Franz Heinrich“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
.
Helfferich, EmilEmil HelfferichKaufmann, 12436165X17.01.187822.05.1972Emil Helfferich stammte - wie sein ältester Bruder Karl Theodor Helfferich und fünf weitere Geschwister - aus Neustadt an der Bergstraße, durchlief eine kaufmännische Lehre in Hamburg und gründete 1903 gemeinsam mit Georg Rademacher und Albert Paulmann die Firma Helfferich & Rademacher in Batavia / Telok Betong. Er selbst übernahm die Leitung der Niederlassung in Telok Betong. Als die 1907 mit Unterstützung von Arnold Otto Meyer in Hamburg in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Firma bald darauf durch Pfefferspekulationen in finanzielle Schwierigkeiten geriet und im Februar 1908 von Behn, Meyer & Co. Ltd. in Singapur aufgekauft wurde, schied er zunächst aus, betätigte sich jedoch bald darauf als Berater für die Neuorganisation des Produktengeschäfts von Arnold Otto Meyer. Gemeinsam mit Franz Heinrich Witthoefft trat er für verstärkte deutsche Investitionen in die Plantagenwirtschaft
Südostasiens ein und zählte zu den treibenden Kräften für die Gründung des Straits und Sunda Syndikats, an dem deutsche und belgische Investoren beteiligt waren. Er blieb bis 1928 in Niederländisch-Indien, übernahm nach seiner Rückkehr nach Deutschland politische und wirtschaftliche Ämter, etwa als Hamburgischer Staatsrat, als Vorsitzender des Ostasiatischen Vereins und als Vorsitzender des Aufsichtsrats der HAPAG. 1932 engagierte er sich im sogenannten Keppler-Kreis, dessen Mitglieder Reichspräsident Paul von Hindenburg aufforderten, Adolf Hitler zum Reichskanzler zu berufen. 1933 trat er der NSDAP bei. Vgl.
Helfferich, Ein Leben
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, passim;
Kemper/Rentschler, Handlungsspielräume
, S. 273–281.
Meyer, Arnold OttoArnold Otto MeyerKaufmann, Kunstsammler und Mäzen11755570301.09.182512.03.1913Arnold Otto Meyer absolvierte eine kaufmännische Lehre bei Burmester & Stavenhagen in Hamburg, ging nach New York und trat in die von Theodor August Behn und seinem älteren Bruder Valentin Lorenz Meyer 1840 gegründete Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur ein, denn Valentin Lorenz Meyer wollte sich zurückziehen. Von 1851 bis 1900 war Arnold Otto Meyer Teilhaber des Unternehmens. 1857 kehrte er zurück nach Hamburg, wo er seine eigene Firma Arnold Otto Meyer gründete, die die Vertretung von Behn, Meyer & Co. in Europa übernehmen sollte. Um die Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1857 zu überwinden, kehrte Arnold Otto Meyer im September 1862 jedoch nochmals für einige Jahre nach Singapur zurück unbd benannte Johannes Mooyer als seinen Bevollmächtigten in Hamburg. In Singapur übernahm Arnold Otto Meyer das Amt des Konsuls der Hansestadt Hamburg
bzw. des Konsuls der Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck
. Als Teilhaber und führender Kopf der Firma Arnold Otto Meyer verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit danach auf Hamburg, Deutschland und Europa. 1899 zog er sich als Teilhaber von Arnold Otto Meyer zurück, blieb aber bis zu seinem Tod stiller Gesellschafter. In Hamburg betätigte er sich auch als Kunstsammler und Mäzen. Vgl.
Gossler, „Meyer, Arnold Otto“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
.
Rademacher, GeorgGeorg RademacherKaufmann, KonsulGeorg Rademacher stammte aus Hamburg und gründete 1903 gemeinsam mit Emil Helfferich und Albert Paulmann die Firma Helfferich & Rademacher in Batavia / Telok Betong. Er selbst übernahm die Leitung der Niederlassung in Surabaya. Als die Firma, die 1907 in eine Aktiengesellschaft überführt worden, bald darauf durch Pfefferspekulationen in massive finanzielle Schwierigkeiten geriet und im Februar 1908 von Behn, Meyer & Co. Ltd. in Singapur aufgekauft wurde, übernahm er Leitung der Niederlassung Surabaya der Firma Behn, Meyer & Co. Ltd.. 1909 wurde er außerdem zum deutschen Konsul in Surabaya ernannt. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, passim.
Paulmann, AlbertAlbert PaulmannKaufmannAlbert Paulmann stammte aus Elberfeld und gründete 1903 gemeinsam mit Emil Helfferich und Georg Rademacher die Firma Helfferich & Rademacher in Batavia / Telok Betong. Er selbst übernahm die Leitung der Niederlassung in Telok Betong. Als die Firma, die 1907 in eine Aktiengesellschaft überführt worden war, bald darauf jedoch durch Pfefferspekulationen in massive finanzielle Schwierigkeiten geriet und im Februar 1908 von Behn, Meyer & Co. Ltd. in Singapur aufgekauft wurde, übernahm er Leitung der Niederlassung Telok Betong der Firma Behn, Meyer & Co. Ltd.. 1909 wurde er zudem zum deutschen Konsul in Surabaya ernannt. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, passim.
AltingAltingNotarAlting war um 1907 als Notar in Batavia tätig.
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Spekulation, Spekulationsgeschäft; auch: Differenzgeschäft, Speculation
Zahlung; auch: Auszahlung, Barzahlung, Bezahlung, Disbursement, Einzahlung, Geldüberweisung. Giro Verkehr, payment (englisch), Rückzahlung, Vorausbezahlung, Zahlungsanweisung, Zahlungsausfall, Zahlungsbedingungen, Zahlungsbereitschaft, Zahlungsmethode, Zahlungsmodus, Zahlungsschwierigkeit, Zahlungsverkehr, Zahlungsverweigerung, Zahlungsverzögerung
Lager; auch: Lagerhaus, Magazin, Speicher, Warenhaus, Warenvorrat
Pfeffer; auch: Black Java, Black Pepper, Lampong, peeper (niederländisch), White Muntok
Kapital; auch: Aktienkapital, Bankkapital, Capital, Einschuß, Gesellschaftskapital, Privat-Capital, Stamm-Capital, working capital (englisch)
Verlust; auch: loss (englisch), Verlustbeteiligung
Anleihe; auch: bond (englisch), Obligation, loan (englisch)„Anleihe“ ist die Bezeichnung für ein Wertpapier, das von einem Staat, einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft, einem Industrieunternehmen, einer Versicherung oder einer Bank auf den Kapitalmarkt gebracht wird, um Fremdkapital zu beschaffen. Mit einer solchen, Anleihe oder auch Obligation genannten Schuldverschreibung werden Forderungsrechte des Käufers (Gläubigerrechte) verbrieft, insbesondere das Recht auf Verzinsung und das Recht auf Tilgung. Die Verzinsung erfolgt in der Regel zu einem festen, bei der Emission für die gesamte Laufzeit der Schuldverschreibung festgelegten Satz und wird vom Emittenten zumeist jährlich entrichtet; es gibt aber auch Schuldverschreibungen mit flexibler Verzinsung. Wichtige Beispiele für festverzinsliche Schuldverschreibungen sind Staatsanleihen, Kommunalobligationen, Eisenbahn- und andere Unternehmensanleihen sowie Bankschuldverschreibungen.
Bilanz; auch: balance sheet (englisch), bilanzieller Status
Gulden, niederländischer [Währungseinheit]; auch: fl., gld. Der niederländische Gulden, abgekürzt gld., wurde auch florin (französich) oder florijn (niederländisch) genannt, beides abgekürzt fl.
Ertrag; auch: Erwerb, Erlös, verdiente Gelder, Nutzen
Telegrafie; auch: Cabeln, Code, Drahten, Private Code (englisch), Special Code (englisch), Telegraph, telegraph (englisch), Telegraphic Address (englisch), TelegraphieNeben Briefen und anderen schriftlichen Nachrichten wurde die Telegrafie im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Kommunikationsmedium der im Fernhandel tätigen Kaufleute und Reeder. Nachdem die technischen Infrastrukturen geschaffen worden waren, ging es nicht zuletzt darum, neue Routinen und Rhythmen im Umgang mit dem Medium sowie Wege zu finden, eigene Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Zu diesem Zweck wandten die Kaufleute in ihrer telegrafischen Geschäftskorrespondenz häufig eigene, speziell entwickelte Codes an, sodass die übermittelten Informationen, etwa sensible Preisinformationen oder Namen von Auftraggebern und Kunden, nicht ohne Weiteres von Dritten mitgelesen werden konnten. Durch Verkürzung der Wortlängen konnten zudem erhebliche Kosten gespart werden. Vgl. hierzu exemplarisch:
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 78f. - Zur generellen Bedeutung der Telegrafie für die wirtschaftliche Globalisierung:
Wenzlhuemer, Connecting the Nineteenth-Century World
.
ABC Code„ABC Code“ ist die Bezeichnung für einen speziellen Telegramm-Code.
Mercuur Code„Mercuur Code“ ist die Bezeichnung für einen speziellen Telegramm-Code.
Geschäftsführer, Geschäftsführung
Telegramm; auch: Depesche, Kabel
Tratte s. auch Wechsel
Der finanztechnische Fachbegriff „Tratte“ bezeichnet einen Wechsel, der vom Wechselaussteller (auch Trassant genannt) gezogen, also mit einer unbedingten Zahlungsanweisung auf einen bestimmten Bezogenen (auch Trassat genannt) versehen und in Umlauf gesetzt, von diesem Bezogenen aber noch nicht akzeptiert wurde. Erst mit seiner Unterschrift, dem so genannten Akzept, erkennt der Bezogene die Zahlungsverpflichtung verbindlich an, sodass der Wechsel von einer Tratte zu einem Akzeptwechsel mit einer bestimmten Laufzeit bis zur Zahlung wird. Mit Hilfe von Tratten können also so genannte Trassierungskredite gewährt werden, deren Laufzeit mit dem Akzept des Bezogenen beginnt. - Grundsätzlich von der Tratte zu unterscheiden ist der „Solawechsel“, mit dem der Aussteller selbst ein Zahlungsversprechen abgibt, entweder für einen bestimmten Termin oder bei Sicht.
Pound Sterling [Währungseinheit]; auch: £, £ st., l., Pfund Englisch, Pfund SterlingDas britische Pound Sterling, üblicherweise abgekürzt mit dem Zeichen £, unterteilt sich in shilling, abgekürzt s oder sh, und pence, abgekürzt d (für „denarius“). Ein Pound Sterling entspricht dabei 20 shilling oder 240 pence (1 shilling = 12 pence).
Bank; auch: Aktienbank, Bankenwelt, Bankgeschäft, Bankhaus, banking operations (englisch), Geldgeber, Geldinstitut, Geschäftsbank, Großbank, Investmentbank, issuing bank (englisch), merchant bank (englisch), Privatbankhaus
Schulden; auch: Buchschulden, Debet
Tonne [Gewichtseinheit]; auch: t., ts., ton (englisch) Die Gewichtseinheit Tonne war im 19. Jahrhundert noch nicht normiert. Sie wurde teilweise auch noch als ein Raummaß verwendet, also etwa für eine Tonne voll Bier, Getreide, Fisch oder Salz mit ganz unterschiedlichem Gewicht. Für die Tonne als Gewichtseinheit setzte sich im 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum das metrische Maß von 1.000 Kilogramm durch. Im angelsäsischen Sprachraum dagegen ist weiterhin zwischen der metrischen Tonne (metric ton), der britischen „long ton“ (~ 1.016 Kilogramm) und amerikanischen „short ton“ (~ 907 Kilogramm) zu unterscheiden.
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Rechnung; auch: account (englisch), Factur, Factura, Faktur
Vertrag [gewerblicher Vertrag]; auch: Abkommen, Uebereinkommen, Vereinbarung
Postverkehr; auch: Landverbindung, overland mail (englisch), Overlandmail, Postdampfer, Postschifffahrt, Postverlauf, Sattelkurier, Ueberlandweg
Aktien; auch: Actien, shares (englisch)
Vorschuss; auch: advance (englisch)
Geld; auch: Baares, Geldmittel, Kassa-System, money (englisch), Verkehrsmittel, Zahlungsmittel
Wirtschaftsprüfer; auch: Bücherrevisor
Commissaris; auch: KommissarisDer nach niederländischem Recht bestellte Aufseher über ein Unternehmen wurde im 19. Jahrhundert als „Commissaris“ bezeichnet. Diese Aufgabe konnte auch von einem anderen Unternehmen - oft in Vertretung von oder in Gemeinschaft mit natürlichen Personen - wahrgenommen werden.
Zins; auch: interest (englisch), Zinsentwicklung, Zinsfuß
Geldwirtschaft; auch: circulatie (niederländisch), Geldmarkt, Geldverhältnisse, Geldverkehr, Geldzirkulation
Gewinn; auch: Avanz, Ayanz, Capital Avance (niederländisch), Gewinn, Gewinnbeteiligung, Gewinnst, Gewinst, Netto-Gewinn, Profit, profit (englisch), profit sharing (englisch), Verdienst
Aktionär; auch: Actionär, Anteilseigner, Interessent, shareholder (englisch)
Importe nach Niederländisch-Indien
Generalgouverneur, niederländisch-indischer