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17. September 1908.
Lieber Heinrich!
Seit ich Dir am 9. ds. schrieb, kam ich in den Besitz Deiner lieben Briefe vom 12. & 21. August. Letzterem entfaltete ich den Vertrag ueber Aufloesung von D.J&Co, zu dem ich nichts zu bemerken habe. Ich werde also demnaechst im Konsulat Austrittserklaerungen fuer die Filialen aufmachen lassen. Ebenfalls lasse ich Dir die gewuenschte Erklaerung betreffs Ph. Moellers partnership in den naechsten Tagen zugehen. Hoffentlich brauchen wir diese Prozedur nicht fuer alle Filialen zu wiederholen.
Personalia. Ich bemerke mir, dass Du Herbert Eggers der Name „Herbert Eggers“ wurde nachträglich blau unterstrichen engagiert hast. Bis er fertig ist, werden aber noch ueber zwei Jahre verstreichen. Inzwischen wird es sich darum handeln, die Personalverhaeltnisse hier anderz einzurichten. Es wird dabei u. a. darauf ankommen, ob wir Exporten aufnehmen wollen. Ich moechte dies vorlaeufig nicht thun, sondern erst einmal sehen wie Vogler in Canton mit den Importen in Gang kommt, fuer Exporten habe ich hier niemand, denn Finke arbeitet nur an der Buchfuehrung die Passage „Finke arbeitet nur an der Buchfuehrung“ wurde nachträglich handschriftlich blau unterstrichen und hat ja auch von den Artikeln keine Keentnis und wenig Interesse am Geschaeft. Er steht ja im dritten Jahre seines Kontrakts und es scheint dass er nach Europa zurueck will. Sonst kaeme er bei einer Erneuerung als Buchhalter in Frage. Diese Sachen macht er ordentlich und einen Europaeer muessen wir dafuer neben Silva die Worte „neben Silva“ wurden nachträglich handschriftlich blau unterstrichen behalten. Letzterem habe ich verweigert, seine Schulden zu zahlen, ihm aber schliesslich $ 500 vorgeschossen, nachdem er mir ein statement seiner Glaeubiger beigebracht hatte nach welchem ich die Verteilung angeordnet habe. Er will nun monatlich von seinen outside Schulden $ 50 abtragen und will mir von Zeit zu Zeit ein statement geben, wie die Betraege sich veraendern. Aus der bredouille kommt er sein Lebenlang nicht heraus wenn er auch $ 500 p. M. verdiente. ASAI hat nachdem sein Hotel pleite gegangen und er $ 5–6000 losgeworden ist, wieder mit dem frueheren Eifer seine Thaetigkeit aufgenommen. Wenn er sich wieder einige|2. Blatt, Vorderseite| Tausend Dollars verdient hat, wird er wohl in einem neuen Unternehmen diese loszuwerden versuchen. – Hintze waere ich wenn Magge wieder da ist gern los, da ich nicht weiss, was ich mit ihm anfangen soll, als No 2 unter Magge wird er nichts nuetzen und in den Waarenabteilungen kann ich ihn nicht gebrauchen. Hast Du Diede vorgeschlagen, ihn zurueckzunehmen? Eventuell werde ich Moeller bei seiner Durchreise naeher treten. Die Canton Etablierung die Worte „Canton Etablierung“ wurden nachträglich handschriftlich blau unterstrichen wird auch fuer Hongkong allerhand Arbeit machen da die Telegramme, Korrespondenz etc ueber hier gehen die Passage „Telegramme, Korrespondenz etc ueber hier gehen“ wurde nachträglich handschriftlich blau unterstrichen werden, dies wird Riecken der Name „Riecken“ wurde nachträglich handschriftlich blau unterstrichen mitmachen koennen. Wenn wir aber in Canton Exporten machen wollen, dann muessen wir das auch hier thun und dafuer einen besondern Mann haben, der etwas von den Artikeln versteht. Hamburg hat uns mit letzter Post eine Reihe von Anfragen auf Exportartikel geschickt, die ich aber zum groessten Teil nicht bearbeiten werde. Haben die Leute denn die noetigen Verbindungen dafuer? Sollte Schmidt auf Urlaub gehen und ich hier bleiben, dann wuerde ich fuer seine Abwesenheit Jahrand der Name „
Jahrand“ wurde nachträglich handschriftlich blau unterstrichen die piecegoods geben und Anilinfarben selbst ueber nehmen, Bier, Leder etc muss dann Riecken noch mitmachen, wenn noetig. Fuer spaeter ist unbedingt ein zweiter Mann fuer das shipping noetig. Am besten wohl irgend ein juengerer Mann, der bei Hern, Schuldt oder aehnlichen Leuten gewesen ist. – In Canton wird sich Vogler wohl vorlaeufig mit einem Portugiesen die Passage „In Canton wird sich Vogler wohl vorlaeufig mit einem Portugiesen“ wurde nachträglich handschriftlich rot unterstrichen behelfen.
Finanzen. Ich bemerke mir, dass Du die Gelder von D.J&Co in Hamburg zum Bezahlen unserer Tratten benutzen willst, was ganz meinen Beifall hat, nur moechte ich spaeter einen groesseren Betrag fuer andere Zwecke, Schiffsbeteiligungen etc frei haben, dies kann ja aber auch spaeter geschehen. Die noetigen Kodearrangements mit den Banken werde ich machen sobald ich von Dir definitiv gehoert habe, wie das Kind heissen soll. – Direkte Rimessen nach Manchester habe ich nur zu Anfang des Jahres in geringem Umfang gemacht. Nachher verbot sich dies von selbst.|3. Blatt, Vorderseite|
Das Manchester Geschaeft werden wir wohl wie bisher weiter finanzieren, wiederholt machte ich Dich darauf aufmerksam, dass es wuenschenswert ist, die Chartered B. moeglichst wenig zu benutzen. Haigh und Hiltermann haben ja wohl Instruction die andern zu ihrer Verfuegung stehenden Credite erst zu benutzen?
Einliegend schicke ich Dir einen Auszug aus einem Prospect, den Schuldt circuliert wegen Gruendung einer Petroleum Gesellschaft auf Sachalin. Ich bin gespannt darauf, ob es ihm gelingt, das Kapital zusammen zu bringen. Gegen seine Kalkulation ist mancherlei einzuwenden, trotzdem kann es ja sein, dass die Sache an und fuer sich gut ist. 100 % Dividende wird es allerdings wohl kaum geben, die Haelfte thut es aber auch schon. Die Agentur eines solchen Oelconcerns in China waere eine feine Sache
Morgen wollen wir in unser office zurueckziehen die Passage „wollen wir in unser office zurueckziehen“ wurde nachträglich handschriftlich rot unterstrichen, ich bin froh, dass der ungemuetliche Zustand aufhoert. Unser Verlust aus dieser Sache wird doch wohl auf ca $ 1000 kommen.
Wie hat man in Kiel eigentlich das vorjaehrige Resultat der hiesigen sundries Abteilung ausgerechnet, aus denen mir gesandten Papieren ist dies nicht ersichtlich und es waere zum Vergleich ganz interessant. Im laufenden Jahre wird in der Abteilung auch nichts mehr erreicht, als die Kosten zu decken. Nennenswerte Verluste haben wir nicht gehabt, aber die Profite an diesen kontinentalen Artikel sind doch zu gering. Am besten hat sich noch das Geschaeft mit den Schwellen gemacht bei dem rein netto ca $ 4.500 uebrig sein werden. An den Lauts‘schen Sachen wuerde wenn die Retourkommission nicht waere trotz des schlechten Kurses noch ganz nett verdient, nur bei Bier hapert es und es wird sich vielleicht empfehlen, im naechsten Jahre entweder die Hamburger Kommission fortfallen zu lassen oder die 5 % ordinaeren Frachtrabatt nach hier zu vergueten. Hast Du Dir mal ueberlegt|4. Blatt, Vorderseite| wie es mit der Lauts’schen Abfindung werden soll? Wie denkst Du das neue Hamburger office einzurichten, hast Du schon jemand engagiert der an die Boerse gehen und mit den Exportagenten verhandeln kann etc? – Riecken klagt augenblicklich sehr darueber, dass er mit Hamburg nichts mehr machen kann. Die letzten Quotierungen zeigen dass man mit der vollen Fracht rechnet und sind gegen unsere frueheren Preise und diejenigen der Konkurrenz so aus der Kehr, dass Riecken sie zum Teil garnicht an die Haendler weitergeben kann ohne sich laecherlich zu machen. Siemssens machen infolgedessen, das meiste und es ist klar dass diese auch irgendwo Verguenstigungen geniessen. Hat Diede denn schon das gesamte Frachtquantum fuer dies Jahr zusammen? Riecken kann sich besonders nicht erklaeren, wie es kommt, dass man trotz der xxx gleichen Fracht der Shanghai-Firma bar-iren etc ca 4/- unter dem von uns verlangten Preise verkauft. Moellers Verkaufe mit einer avance von 1/- per Ton wovon noch Zinsen abgehen, muessen uebrigens auch ein schoenes Resultat geben.
In piecegoods werden wir wohl wieder leidlich abschneiden. An der Abteilung hat man doch wenigstens mehr Freude als an den sundries an denen wir hier immer nur schweres Geld verloren haben. Diederichsen wird auch noch seine Freude daran haben, was an den alten Lagerhuetern noch verloren wird.
Hier spuken bestaendig weitere Projecte von Weaving and Dying
die Worte „Weaving and Dying“ wurden nachträglich
handschriftlich rot unterstrichen Gesellschaften herum. Jetzt
wollen Sincere mit Canton
Patrioten zusammen eine
grosse Anlage wahrscheinlich in Kowloon
starten. Die Leute reden davon, Maschinenbetrieb einzufuehren, ich schrieb ja schon neulich wegen
eines kleinen Handwebstuhls,
moechte Dich aber bitten, mir auch einiges Material ueber Webstuehle mit Dampfbetrieb
zu verschaffen. Da einer von den Leuten angeblich in Amerika
Faerberei und Weberei gelernt hat, ist
allerdings anzunehmen, dass amerikanische Maschinen die beste Chance haben, es waere aber
doch moeglich, dass Pekwan oder Chun Sui Ying, welche beide mit
den Leuten schon in|5. Blatt, Vorderseite| Verbindung stehen, uns
einen show geben koennten. Wenn diese Bewegung so weiter geht, dann werden wir
hier mehr technische Unterstuetzung in dem Geschaeft mit der BASF noetig haben, denn es koennen dann
die komplisierteren Faerbweisen in Anwendung. Ich versuche nun erst einmal, Sinceres zu veranlassen ihre
zukuenftigen Faerber zu Ahrens nach Yokohama zu schicken, denn wer die Leute
ausbildet, der bekommt nachher die Orders, solange die Ausbildung der Leute nicht eine so gruendliche
wird, dass sie selbst die verschiedenen Fabrikate untersuchen und gegen einander
vergleichen koennen. Pekwan ist seit
ueber 2 Monaten unterwegs in Amoy und Hinling, er ist sehr wertvoll fuer uns
geworden, ein Mann allein genuegt aber nicht und mit der Zeit werden wir
entweder noch einen Chinesen
haben muessen der aber mehr gelernt haben muss als Pekwan oder gar einen Europaeer. Wenn die deutsche Schule in Canton erst arbeitet, kann man vielleicht
einen dort mit der Sprache
bekannt gewordenen jungen Chinesen nach Ludwigshafen schicken. Er wird allerdings Jahre vergehen, bis ein
solcher uns nuetzen koennte, aber die Entwicklung wird uns zu aehnlichen
Schritten zwingen, wenn die BASF nicht hier einen Laboratorium einrichten will die Passage „die BASF nicht hier einen Laboratorium einrichten
will“ wurde nachträglich handschriftlich rot unterstrichen und
uns einen Techniker zur
Verfuegung stellt. Sander,W.&Co wollen seit einigen Monaten einen Cantonesen bei Cassella in der Ausbildung haben.
Ganz klar ist mir dass die naechsten Jahre eine grosse Umwaelzung im Geschaeft
bringen werden, die modernen Ideen entwickeln sich rapide und der japanische Boykott hat eine große
Streebung ausgeloest, sich von Japan soviel als moeglich unabhaengig zu machen und
die bisher von dort bezogenen Fabrikate selbst herzustellen. – Den Japanern hat die schlechte Geschaeftslage auch sehr
mitgespielt und selbst den großen Concerns N.Y.K und M.B.K. scheint es
sehr schlecht zu gehen. Sie geben eine ganze Reihe von Filialen in China wieder auf (u. a.
Swatow) und schraenken sich ueberall
ein.
Mit bestem Gruss
Dein ohne Unterschrift
ds., dss.dieses [Monats, Schreibens etc.]
u. a., u. A., U. A.unter anderem, unter anderen
p. m., P. M., pmpost meridiem (lateinisch)
No., N., n.Numero (italienisch)
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
ca, ca.circa (lateinisch)
JJHA AabenraaJebsen & Jessen Historical Archives, Aabenraa (Dänemark)
JJHA AabenraaJebsen & Jessen Historical Archives, Aabenraa (Dänemark)B10-01-0018
Diederichsen, Jebsen & Co., QingdaoDie Firma Diederichsen, Jebsen & Co. in Qingdao wurde 1898 auf Initiative von Heinrich Diederichsen aus Kiel errichtet. Als Vertreter des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats hatte er die Belieferung der deutschen Marine im „Pachtgebiet“ Kiautschou mit Kohlen übernommen und schlug der befreundeten Firma Jebsen & Co. in Hongkong deshalb vor, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen. An der Firma Diederichsen, Jebsen & Co. war er selbst mit 50 Prozent, Jacob Jebsen und Heinrich Jessen mit jeweils 25 Prozent beteiligt. Die Bereitstellung kleiner, flachbödiger Schiffe zum Löschen der überwiegend aus Hamburg angelieferten Materialien für den Städtebau in Qingdao sowie den Eisenbahn- und Bergbau in der Provinz Shandong, die vor der Fertigstellung des modernen Hochseehafens mit Hilfe von sogenannten Leichtern an Land gebracht werden mussten, entwickelte sich rasch zu einem einträglichen Geschäft für das neue Joint Venture. Neben dem Import von Kohlen und Materialien für die Bauwirtschaft übernahmen Diederichsen, Jebsen & Co. bald auch die Vertretung von Reedereien und Versicherungsunternehmen. Diederichsen, Jebsen & Co. etablierten weitere Niederlassungen in Zhifu, Hamburg, Shanghai, Wladiwostok und Tianjin und strebten darüber hinaus nach Japan. Da Jebsen & Co. sich auf China konzentrieren wollten, wurde die gemeinsame Firma 1908 aufgelöst. Vgl.
Wasmuth/Miller, Drei Makrelen
, S. 21–32.
Lauts, Wegener & Co., HongkongDie Firma Lauts, Wegener & Co. in Hongkong wurde 1893 von Johann Lauts und Oscar Wegener gegründet, die sich auf den Import europäischer Industriewaren konzentrierten. Doch nachdem ein chinesischer Komprador der Firma wegen hoher Verschuldung untergetaucht war, geriet sie 1902 in eine schwere Krise, die Oscar Wegener in den Selbstmord trieb, später mit Unterstützung der Firma Melchers & Co. jedoch überwunden werden konnte. Als im Herbst 1906 ein Taifun, der große Zerstörungen in Hongkong anrichtete, die Lage erneut verschlechterte, beschloss Johann Lauts, das Geschäft an die Firma Jebsen & Co. in Hongkong zu verkaufen. Vgl.
Hänisch, Jebsen & Co.
, S. 93f.;
Waßmann, (Selbst-)Bilder
.
Siemssen & Co., Kanton / HongkongDas 1846 von Georg Theodor
Siemssen etablierte Handelshaus Siemssen & Co. in Kanton war nach Wm. Pustau & Co. sowie
Carlowitz, Harkort &
Co. die dritte deutsche Firmengründung in China überhaupt. Das Unternehmen wurde rasch in
der chinesischen
Küstenschifffahrt aktiv, denn die in Hamburg gebauten, für Siemssen
& Co. fahrenden Segelschiffe waren den traditionellen chinesischen Dschunken technisch
überlegen, vor allem weil sie gegen den Wind kreuzen konnten, und sie
profitierten zudem vom Versicherungsschutz europäischer
Gesellschaften. Siemssen & Co. arbeiteten anfangs besonders eng
mit Behn, Meyer & Co. in
Singapur sowie Metzendorff & Wilmans in Batavia zusammen, knüpften aber
rasch ein eigenes Handelsnetzwerk, das bis nach Siam und in die USA reichte. Neben einem rechtlich
eigenständigen Kontor in Fuzhou, das
sich unter dem Namen Siemssen & Co. Fuzhou dem Teehandel widmete, wurde 1855 eine Niederlassung in
Hongkong eröffnet, 1856
eine weitere in Shanghai. Da der
Standort Kanton mit dem Zweiten
Opiumkrieg weiter an Bedeutung verlor, wurde der Hauptsitz der
Firma 1858 nach Hongkong
verlagert. Im Jahr darauf kehrte der Firmengründer Georg Theodor Siemssen nach Hamburg zurück und etablierte dort
die Schwesterfirma G. T.
Siemssen, die sich den europäischen und amerikanischen
Geschäftsverbindungen widmete. In China entwickelte sich Nikolaus August Siebs, der seit 1864
für Siemssen & Co. tätig war und 1881 zum Teilhaber aufstieg, zur zentralen
Persönlichkeit des Unternehmens, das 1865 zu den Mitbegründern der Hongkong and Shanghai Banking
Corporation zählte, sich an der Hongkong & Whampoa Union Dock
Company beteiligte und sowohl im Handel wie im Shipping weiter
expandieren konnte. Weitere Konsortial- und Tochtergesellschaften sowie
eigene Niederlassungen wurden in Hankou, Xiamen, Ningbo sowie Tianjin und Qingdao etabliert. Mit dem Ersten Weltkrieg gingen sämtliche
Niederlassungen in China verloren.
Doch mit Hilfe der Hongkong
and Shanghai Banking Corporation gelang ein Neustart: Siemssen
& Co. erlebten in Zwischenkriegszeit sogar ihre bis dahin größten
geschäftlichen Erfolge, vor allem durch den Export deutscher Mascinen, etwa
der Firmen DEMAG, Deutz, Rheinmetall-Borsig, Orenstein & Koppel,
Junkers, Dynamit etc. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg knüpften Siemssen
& Co. bald wieder Geschäftsbeziehungen nach Ostasien an. Vgl. Ernst
Hieke, Über die Anfänge des deutschen Handels mit Ostindien. Das
hamburgische Handelshaus Ross, Vidal & Co. und die Vorgeschichte von
Siemssen & Co., unveröffentlichtes Manuskript, in: Staatsarchiv Hamburg (StAH), 622-1/506, 27;
Möring, Siemssen &
Co.
.
Sincere, HongkongGegründet von MA Ying-piu im Jahr 1900 entwickelte sich die Firma Sincere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum größten Warenhauskonzern in Hongkong und Shanghai.
H. Ahrens & Co. (seit 1886: H. Ahrens & Co. Nachf.), TokioDie Firma H. Ahrens & Co. in Tokio wurde 1869 von Hinrich Ahrens gegründet, der 1867 von Südamerika nach Japan gekommen war. Gestützt auf die Zusammenarbeit mit dem Teilhaber Martin Michael Bair wuchs die Firma H. Ahrens & Co. zu einem der größten deutschen Japanhandelshäuser heran. 1872 wurde eine Niederlassung in Yokohama eröffnet, 1876 eine weitere in Kobe. 1879 trennten sich Hinrich Ahrens und Martin Michael Bair, auch weil Bair die Geschäftspolitik stärker auf die Übernahme japanischer Regierungsaufträge ausrichten wollte als Ahrens; sie führten ihre Geschäfte künftig unter den getrennten Firmen H. Ahrens & Co. einerseits, Bair & Co. andererseits fort. Nachdem Hinrich Ahrens 1886 gestorben war, übernahmen drei seiner früheren Mitarbeiter - Theodor Hake, Georg Rudolph Mosle und Emil Wismer - die Firma und führten sie unter dem Namen H. Ahrens & Co. Nachf. als ihre eigene weiter, zogen sich allerdings recht bald daraus zurück, Take bereits 1889, Mosle 1892 und Wismer 1907. 1925 wurde die Firma von der I. G. Farbenindustrie AG übernommen. Vgl.
Lepach, Meiji-Porträts
;
Reimers, „Zeit ist Geld“
, passim.
Hänisch
, Adolf von: Jebsen & Co., Hongkong. China-Handel im Wechsel der Zeiten 1895–1945, Apenrade 1970
Hänisch
, Jebsen & Co.
1970
Wasmuth
, Arne Cornelius/
Miller
, Laura: Die drei Makrelen. Ein Porträt der Jebsen & Jessen Firmengruppe, Hongkong 2008
Wasmuth/Miller
, Drei Makrelen
2008
Becker
, Bert: Michael Jebsen: Reeder und Politiker. 1835–1899. Eine Biographie, Kiel 2012
Becker
, Michael Jebsen
2012
Konsulat des Deutschen Reichs
Börse von Hamburg
Cumsing Moon [Ort in China, nahe Hongkong]
Apenrade [Stadt im Herzogtum Schleswig, seit 1867 zu Preußen gehörend, seit 1871 zum Deutschen Reich] (heute: Aabenraa, Dänemark)
Qingdao (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Tsingtau, Tsingtao
Hamburg
Kanton [Stadt in China]; auch: Canton, Guangzhou (Pinyin)
Europa; auch: Europe (englisch)
Manchester
Sachalin [Halbinsel in Russland]
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Kiel
Shanghai (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Schanghai, Shang-hae, Shang-hai, Shanghae, Shanhay
Kowloon [Ort in China, nahe Hongkong, auf dem Festland gelegen]
Vereinigte Staaten von Amerika; auch: United States (US), United States of America (USA), Vereinigte Staaten von Nordamerika
Yokohama [Stadt in Japan]; auch: Yokuhama
Xiamen (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Amoi, Amoy
Hinling [Ort in China]
Ludwigshafen
Japan; auch: Japon (französisch), Jappan
Shantou (Pinyin) [Stadt in China]; auch Swa-tau, Swatow, TšauTšau
Jebsen, Jacob Friedrich ChristianJacob Friedrich Christian Jebsen (Jacob Jebsen)Kaufmann, Reeder13627095627.12.187014.12.1941Jacob Jebsen war ein Sohn des Reeders Michael Jebsen aus Apenrade, studierte einige Semester Chemie in Karlsruhe und Berlin, absolvierte dann jedoch eine kaufmänische Lehre in Antwerpen.Seit 1893 mit Prokura für die Reederei M. Jebsen in Apenrade ausgestattet, unternahm er 1894 eine Reise nach Hongkong, wo die Reederei M. Jebsen ihre in der chinesischen Küstenschifffahrt eingesetzten Dampfschiffe stationiert hatte. 1895 gründete Jacob Jebsen gemeinsam mit seinem Vetter Heinrich Jessen die Firma Jebsen & Co. in Hongkong, die sich erfolgreich etablieren konnte. Jacob Jebsen kehrte 1909 nach Europa zurück und ließ sich in Apenrade nieder. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs hielt er sich allerdings in Hongkong auf, wurde interniert und 1916 nach Australien überführt. Erst 1919 konnte er nach Deutschland zurückkehren. Vgl.
Hänisch, Jebsen & Co.
;
Becker, Michael Jebsen
, passim.
Diederichsen, Carl Heinrich Wilhelm TheodorCarl Heinrich Wilhelm Theodor Diederichsen (Heinrich Diederichsen)Kaufmann, Reeder14002374701.07.186520.04.1942Heinrich Diederichsen, war ein jüngerer Bruder von Gustav Diederichsen. Er übernahm 1888 die von seinem Vater gegründete Firma H. Diederichsen in Kiel, eine prosperierende Reederei. Von 1898 bis 1908 war er zudem Teilhaber der Firma Diederichsen, Jebsen & Co. in Qingdao, die dann aufgelöst wurde. Von 1903 bis 1913 amtierte Heinrich Diederichsen als Konsul Russlands in Kiel. Vgl.
Muziol, „Diederichsen, Heinrich“
;
Ostersehlte, „Diederichsen, Heinrich“
;
Becker, Michael Jebsen
, passim.
Lauts, Johann TheodorJohann Theodor Lauts (Johann Lauts)Kaufmann102602842618551944Johann Lauts war ein Kaufmann aus Bremen, der seit 1878 zunächst für Melchers & Co. in Hongkong, seit 1882 dann für Dircks & Co. in Shantou tätig war, bevor er sich 1883 - im Zuge des Konkurses dieser Firma - mit einem ihrer Teilhaber, Lüder Haesloop, selbständig machte. Gemeinsam gründeten sie 1883 die Firma Lauts & Haesloop auf der Insel Taiwan, die 1886 eine Niederlassung in Shantou etablieren konnte und sich damit verstärkt im Geschäft mit Kulitransporten nach Niederländisch-Indien engagierte. Johann Lauts ließ sich 1892 in Hongkong nieder und gründete ein Jahr darauf - zusätzlich zur weiter bestehenden Firma Lauts & Haesloop - gemeinsam mit Oscar Wegener die Firma Lauts, Wegener & Co. in Hongkong, die sich allerdings geschäftlich nicht behaupten konnte. 1907 wurde die Firma Lauts, Wegener & Co. an die befreundete Firma Jebsen & Co. in Hongkong verkauft. Vgl.
Waßmann, (Selbst-)Bilder
.
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Personal, Personalpolitik; auch: Hilfspersonal, Leitungspersonal
Geschäftsraum; auch: Büro, Bureau, Comptoir, Comtoir
Maschinen und Anlagen; auch: Apparat, Apperrat, machinery (englisch), Maschinenanlage
Färber, Färberei; auch: Färberbude, Färbereiprodukte
Vertrag [gewerblicher Vertrag]; auch: Abkommen, Uebereinkommen, Vereinbarung
Teilhaberschaft; auch: Partnerschaft
Buchhaltung; auch: Buchführung, Rechnungswesen
Europäer, Europäerin; auch: Westländer
Schulden; auch: Buchschulden, Debet
Vorschuss; auch: advance (englisch)
BredouilleDer aus dem Französischen stammende Begriff „Bredouille“ bezeichnet ein Bedrängnis, eine Klemme.
Handelshaus, innere Organisation
Telegramm; auch: Depesche, Kabel
Postverkehr; auch: Landverbindung, overland mail (englisch), Overlandmail, Postdampfer, Postschifffahrt, Postverlauf, Sattelkurier, Ueberlandweg
Stückgüter; auch: piece-goods (englisch)
Farben; auch: Alizarinfarben, Anilinfarben, Benzofarben, dyes (englisch), Farbstoffe, Katigenfarben
Schiffsgeschäft; auch: Chartergeschäft, Charterung, shipping (englisch), VercharterungDer Begriff Schiffsgeschäft umschreibt das gewerbliche Vermieten von eigenen oder fremden, selbst angemieteten Schiffen an Dritte.
Geld; auch: Baares, Geldmittel, Kassa-System, money (englisch), Verkehrsmittel, Zahlungsmittel
Zahlung; auch: Auszahlung, Barzahlung, Bezahlung, Disbursement, Einzahlung, Geldüberweisung. Giro Verkehr, payment (englisch), Rückzahlung, Vorausbezahlung, Zahlungsanweisung, Zahlungsausfall, Zahlungsbedingungen, Zahlungsbereitschaft, Zahlungsmethode, Zahlungsmodus, Zahlungsschwierigkeit, Zahlungsverkehr, Zahlungsverweigerung, Zahlungsverzögerung
Tratte s. auch Wechsel
Der finanztechnische Fachbegriff „Tratte“ bezeichnet einen Wechsel, der vom Wechselaussteller (auch Trassant genannt) gezogen, also mit einer unbedingten Zahlungsanweisung auf einen bestimmten Bezogenen (auch Trassat genannt) versehen und in Umlauf gesetzt, von diesem Bezogenen aber noch nicht akzeptiert wurde. Erst mit seiner Unterschrift, dem so genannten Akzept, erkennt der Bezogene die Zahlungsverpflichtung verbindlich an, sodass der Wechsel von einer Tratte zu einem Akzeptwechsel mit einer bestimmten Laufzeit bis zur Zahlung wird. Mit Hilfe von Tratten können also so genannte Trassierungskredite gewährt werden, deren Laufzeit mit dem Akzept des Bezogenen beginnt. - Grundsätzlich von der Tratte zu unterscheiden ist der „Solawechsel“, mit dem der Aussteller selbst ein Zahlungsversprechen abgibt, entweder für einen bestimmten Termin oder bei Sicht.
Telegrafie; auch: Cabeln, Code, Drahten, Private Code (englisch), Special Code (englisch), Telegraph, telegraph (englisch), Telegraphic Address (englisch), TelegraphieNeben Briefen und anderen schriftlichen Nachrichten wurde die Telegrafie im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Kommunikationsmedium der im Fernhandel tätigen Kaufleute und Reeder. Nachdem die technischen Infrastrukturen geschaffen worden waren, ging es nicht zuletzt darum, neue Routinen und Rhythmen im Umgang mit dem Medium sowie Wege zu finden, eigene Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Zu diesem Zweck wandten die Kaufleute in ihrer telegrafischen Geschäftskorrespondenz häufig eigene, speziell entwickelte Codes an, sodass die übermittelten Informationen, etwa sensible Preisinformationen oder Namen von Auftraggebern und Kunden, nicht ohne Weiteres von Dritten mitgelesen werden konnten. Durch Verkürzung der Wortlängen konnten zudem erhebliche Kosten gespart werden. Vgl. hierzu exemplarisch:
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 78f. - Zur generellen Bedeutung der Telegrafie für die wirtschaftliche Globalisierung:
Wenzlhuemer, Connecting the Nineteenth-Century World
.
Bank; auch: Aktienbank, Bankenwelt, Bankgeschäft, Bankhaus, banking operations (englisch), Geldgeber, Geldinstitut, Geschäftsbank, Großbank, Investmentbank, issuing bank (englisch), merchant bank (englisch), Privatbankhaus
Remesse; auch: RimesseEinen Wechsel, der vom Aussteller an den Wechselnehmer geschickt wird, also dem Zweck des Zahlungstransfers dient, nennt man Remesse.
Kredit; auch: Anleihen an dritte Personen, Ausleihung von Geldern, Blanco Credit, Credit, credit (englisch), Darlehen, Kreditgeschäft
Petroleumfabrik; auch: Petroleumgesellschaft, Petroleumunternehmung
Kapital; auch: Aktienkapital, Bankkapital, Capital, Einschuß, Gesellschaftskapital, Privat-Capital, Stamm-Capital, working capital (englisch)
Kalkulation, betriebswirtschaftliche; auch: Berechnung, Calculation, Kalkulationsmodus
Vertreter, Vertretung; auch: agency (englisch), agent (englisch), Agent, Agentur, Alleinvertretung, Handelsagentur, representation (englisch), representative (englisch), Vertretungsgebiet, Vertretungsvertrag
Verlust; auch: loss (englisch), Verlustbeteiligung
Lager; auch: Lagerhaus, Magazin, Speicher, Warenhaus, Warenvorrat
Sundries (englisch) s. auch Gemischtwaren
Der englische Begriff „sundries“ bezieht sich auf Mannigfaltiges oder Verschiedenes im Sinne von Gemischtwaren, die im 19. Jahrhundert in der Regel nach Muster oder Katalog bestellt wurden.
Geschäftskosten; auch: costs (englisch), Handlungs-Unkosten, Kosten, Schiffs-Unkosten, Spesen, Unkosten
Gewinn; auch: Avanz, Ayanz, Capital Avance (niederländisch), Gewinn, Gewinnbeteiligung, Gewinnst, Gewinst, Netto-Gewinn, Profit, profit (englisch), profit sharing (englisch), Verdienst
Eisenbahn; auch: Eisenbahnbau, Eisenbahngesellschaft, Eisenbahnlinie, Eisenbahnprojekt, Eisenbahnschienen, Eisenbahnschwellen, Eisenbahnverwaltung, Eisenbahnwerkstätte, Eisenbahnwesen, line (englisch), moderne Verkehrseinrichtung, railway (englisch), rollendes Material, rolling stock (englisch)
Kommission, Kommissionsgebühr; auch: commission (englisch), Commission, Commißion
Währungskurs; auch: Buchungskurs, Cours, Curs, Kurs, Kursdifferenzen, Kurskontrakte
Fracht [Frachtkosten]; auch: Frachtpreis, Frachtrate, Frachtspesen
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Fracht [Frachtgut]; auch: Ladung, Schiffsladung
Tonne [Gewichtseinheit]; auch: t., ts., ton (englisch) Die Gewichtseinheit Tonne war im 19. Jahrhundert noch nicht normiert. Sie wurde teilweise auch noch als ein Raummaß verwendet, also etwa für eine Tonne voll Bier, Getreide, Fisch oder Salz mit ganz unterschiedlichem Gewicht. Für die Tonne als Gewichtseinheit setzte sich im 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum das metrische Maß von 1.000 Kilogramm durch. Im angelsäsischen Sprachraum dagegen ist weiterhin zwischen der metrischen Tonne (metric ton), der britischen „long ton“ (~ 1.016 Kilogramm) und amerikanischen „short ton“ (~ 907 Kilogramm) zu unterscheiden.
Zins; auch: interest (englisch), Zinsentwicklung, Zinsfuß
Dampfmaschine; auch: Dampfschiffsmaschine
Auftrag; auch: Bestellung, Order, Ordre
Chinesen; auch: Chinese (englisch)
Labor; auch: Laboratorium
Kantonesen; auch: Cantonesen
Boykott; auch: Boykottierung
Japaner; auch: Japanesen, japanische Unterthanen