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Abschrift
[Nachträglicher handschriftlicher Vermerk in rot: A Ballin]
Tokyo-Azabu, 14. Nov. 1908
[Nachträglicher handschriftlicher Lesevermerk Max M. Warburgs in blau: W]
Verehrter Herr Generaldirektor,
Wie die Ueberschrift zeigt, habe ich mir Ihren Rat zunutze gemacht und bin auf 2 Jahre mit Urlaub nach Japan gegangen. Allem Anschein nach habe ich Glück gehabt und bin in die energischste und fähigste Verwaltung des ganzen Ostens gekommen. Der Verkehrsminister, Baron Göto, die schöpferische Kraft der jetzigen Regierung, – er hört sich nicht ungern als den Dr. Jameson Asiens bezeichnen – hat in seiner südmandschurischen Bahn 400 Millionen Mark Kapital und die tüchtigsten Leute seines Landes konzentriert. Er macht mit dieser Bahn auch die japanischen Zentralinstitute auf, um die er das Parlament nicht erst fragen will. Er und seine Hauptmitarbeiter haben in Deutschland studirt und haben starke deutsche Sympathien (wie übrigens das ganze jetzige Ministerium, das mit grosser Energie und Wirkung in der japanischen Presse schärfste Kritik und Ausschlachtung des gelbe-Gefahr Interviews unterdrückt hat, sodass die hiesigen Deutschen wieder aufzuatmen beginnen). Sie wollen unter allen Umständen aus der Mandschurei rasch ein europäisches Kulturland machen und werden gern jede Hand ergreifen, die sich|2. Blatt, Vorderseite| ihnen dazu bietet. Sie werden mit Deutschen besonders gern arbeiten.
Bei dieser Lage wird jede Höflichkeit und jedes Entgegenkommen deutscherseits gerade jetzt nützlich empfunden werden. Ich hoffe in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich die Drucksachensendung und Hülfe Ihres Literarischen Bureaus als besondere Sympathiekundgebung Ihrer Gesellschaft für des Eisenbahnministers völkerverbindenden Gedanken des Ostasiatischen Wirtschaftsarchivs stilisiere. Einem vom Verkehrsminister entsandten Beamten der Südmandschurischen Bahn, der in Deutschland die Beziehungen zwischen Bahn- und Schiffahrtsverkehr studirt, habe ich über seinen nächsten Plan hinaus auch eine Einführung an Ihre Direktion geschrieben. Denn ich denke, es liegt auch im Interesse der Gesellschaft, den aufkommenden deutschfreundlichen Kreisen von Japan eine billige Gefälligkeit zu erweisen.
Ich habe hier zu Wasser und zu Lande („Gouverneur Jeschke“ u. Fa. Illies) von den Vertretern der H.A.L. so viel Zuvorkommenheit und Hilfe genossen. Ich hoffe sehr, sie irgendwie erwidern zu können.
Mit den respektvollsten Empfehlungen
Ihr ergebener
Gez. K. Thiess.
u, u.und
gez., gez:gezeichnet
SWAStiftung Warburg Archiv, Hamburg
SWAStiftung Warburg Archiv, HamburgFMax M. Warburg, Korrespondenz mit Albert BallinF-10147
Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG), Hamburg; auch: Hamburg-Amerika-Linie (HAL)Zur Unternehmensgeschichte der 1847 gegründeten HAPAG in Hamburg, die sich zunächst der Transatlantikfahrt zuwandte, ihre Schiffe dann aber auch in der Ostasien- und Australienfahrt einsetzte und sich unter der Leitung ihres Generaldirektor Albert Ballin seit der Jahrhundertwende zu einer der größten Dampfschifffahrtsgesellschaften der Welt entwickelte. Ballin stützte sich u.a. auf ein „Literarisches Bureau“, in dem umfassend und systematisch Informationen über die weltweite Schiffahrt gesammelt und aufbereitet wurden. Vgl.
Witthöft, HAPAG
;
Witthöft, Hapag-Lloyd
,
Seiler, Ostasienfahrt
;
Seiler, Australienfahrt
;
Ritter, Der Kaiser und sein Reeder
;
Wiborg/Wiborg, Unser Feld ist die Welt
.
C. Illies & Co., Yokohama / Hamburg (japanischer Firmenname: Irisu Shōkai)Das von Louis Kniffler
unter der Firma L. Kniffler &
Co. aufgebaute und seit April 1880 von Carl Illies sen. unter der Firma C. Illies & Co. mit Sitz
in Yokohama fortgeführte
Unternehmen stützte sich auch weiterhin auf eine Niederlassung in Kōbe und eine Niederlassung in Düsseldorf, letztere bis 1888
sogar unter dem Firmennamen L. Kniffler & Co.; erst nach dem Tod von Louis Kniffler wurde sie
nach Hamburg verlagert und in das
Handelshaus C. Illies & Co. integriert, das sich nun zu einem von Carl Illies sen. geprägten Familienunternehmen wandelte. In Japan, wo bereits 1885 eine weitere Niederlassung in Tokio eröffnet worden war, rückten die
Importe von Maschinen,
Motoren, Pharmazeutika, Chemikalien und Farben sowie Investitionsgütern für den Infrastrukturausbau zur Modernisierung
und Rüstung Japans in den Mittelpunkt.
C. Illies & Co. übernahmen in die Vertretung namhafter deutscher
Industrieunternehmen, darunter beispielsweise Friedr. Krupp. Doch Carl Illies sen. betrieb zugleich eine
bewusste „Japanisierung“ seines Unternehmens, was in der Verwendung eines
japanischen Firmennamens und der Ernennung japanischer Repräsentanten, die
bis in die höchsten gesellschaftlichen Kreise hinein vernetzt waren, zum
Ausdruck kam, um sich Aufträge von japanischen Regierungs- und
Behördenvertretern zu sichern. Nicht nur die Konkurrenz mit
britischen, französischen und amerikanischen sowie neuen deutschen Firmen,
etwa H. Ahrens & Co., M. Raspe & Co. und Carl Rohde & Co., war
ausgeprägt; hinzu kamen neue japanische, von den dortigen Behörden
bevorzugte Firmen. Die Firmenzentrale von C. Illies & Co. wurde im Mai
1898 nach Hamburg verlagert. In Japan wurden zusätzliche Filialen in
Shimonoseki
bzw.
Moji, Osaka (1900) sowie Kure
(1912/1913) eröffnet, die aber nur als Stützpunkte dienten und personell schwach
besetzt waren. C. Illies & Co. gelang es nun, immer zahlreichere
Vertretungsaufträge von deutschen Industrieunternehmen zu erlangen, die Maschinen und Anlagen
nach Japan lieferten, darunter nun
auch Felten &
Guilleaume. Die Konkurrenz durch andere deutsche und europäischen
Handelsfirmen war allerdings auch gewachsen und zudem hatten sich japanische
Firmen in Hamburg angesiedelt, die
einen wachsenden Anteil des japanischen Exports abwickelten, der um
1900 nur noch zu rund 60 Prozent über ausländische Firmen lief, während es
um 1892 noch rund 80 Prozent gewesen waren. Um die Tendenz zur Etablierung
von Werksvertretungen deutscher Industrieunternehmen in Japan abzuschwächen, wie sie auch von Felten & Guilleaume
erwogen wurde, gründeten C. Illies & Co. vermehrt eigene technische
Abteilungen, z. B.
die Farben-, die Eisen-
sowie die Ingenieur- und Maschinenabteilung. Sinkende Gewinnspannen im Handel
führten dazu, dass man auch den Einstieg in Finanzierungs- und
Beteiligungsgeschäfte erwog, was aber als sehr risikoreich erkannt und
deshalb zurückgestellt wurde. Nach 1905 vermittelte die Firma allerdings
vermehrt japanische Unternehmensanleihen an ausländische Investoren. Ob eine anvisierte engere
Kooperation mit der Deutschen
Bank in diesem Bereich zustande kam, ist mangels überlieferter
Quellen aber fraglich. Als Carl
Illies sen. 1910 verstarb, übernahm sein Sohn Carl Illies jun. die zu dieser Zeit
gut florierenden Geschäfte. Vgl.
Molsen, C. Illies & Co.
;
Bähr/Lesczenzki/Schmidtpott, C. Illies &
Co.
.
Wippich
, Rolf-Harald: Japan und die deutsche Fernostpolitik, 1894–1898. Vom Ausbruch des Chinesisch-Japanischen Krieges bis zur Besetzung der Kiautschou-Bucht. Ein Beitrag zur wilhelminischen Weltpolitik, Stuttgart 1987
Wippich
, Japan und die deutsche Fernostpolitik
1987
Grimmer-Solem
, Erik: Learning Empire: Globalization and the German Quest for World Status, 1875–1919, Cambridge 2019
Grimmer-Solem
, Learning Empire
2019
TAKENAKA, Tōru: The Myth of „Familiar Germany“. German-Japanese Relationships in the Meiji Period Reexamined, in: CHO, Joanne Miyang/Roberts, Lee M./Spang, Christian W. (Hgg.), Transnational Encounters Between Germany and Japan. Perceptions of Partnerships in the Nineteenth and Twentieth Centuries, Basingstoke 2016.
TAKENAKA
, Myth of „Familiar Germany“
2016
Klein
, Thoralf: Die „gelbe Gefahr“ (2017), in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2017–05–22, http://www.ieg-ego.eu/kleint-2015-de
Klein
, Die „gelbe Gefahr“
2017
Eisenbahnamt, japanisches
Technische Universität Danzig
Regierung Japans
Verkehrsministerium, japanisches
Tokio [Stadt in Japan]; auch: Edo (bis 1868), Jedo (bis 1868), Jeddo (bis 1868), Tokyo, Yeddo (bis 1868)
Hamburg
Japan; auch: Japon (französisch), Jappan
Deutschland; auch: Deutsches Kaiserreich, Deutsches ReichBis zur Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 kann von Deutschland nicht im Sinne eines Nationalstaates gesprochen werden. Doch in den Quellen wird der Begriff Deutschland auch zuvor häufig verwendet, wenn es den Urhebern nicht um eine Differenzierung zwischen den verschiedenen deutschen Teilstaaten ging.
Russland; auch: Russia (englisch), Rußland
Frankreich
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Liaodong [Halbinsel in China]
Asien
Mandschurei; auch: Manzhou (Pinyin)Die Mandschurei, eine Landschaft im Nordosten Chinas, war im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert eine zwischen China, Russland und Japan heftig umstrittene Region.
Thieß, Karl Erich (seit 1894: Dr.)Karl ThießStaatswissenschaftler117340573718701941Karl Thieß studierte Staatswissenschaften in Berlin und Heidelberg und wurde 1894 promoviert. Sechs Jahre später berief ihn die HAPAG in Hamburg in ihren Vorstand und übertrug ihm die Leitung des unternehmenseigenen Forschungsbüros, das sich der Entwicklung des modenernen Seeverkehrs widmete. 1904 folgte Thieß einem Ruf an die Technische Universität Danzig, um sich der Erforschung des maßgeblich auf Dampfschiffe und Eisenbahnen gestützten Verkehrswesens zu beschäftigen. 1908 bekam er die Gelegenheit zu einem dreijährigen Aufenthalt in Japan und wurde hier im Eisenbahnamt tätig. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Südmandschurischen Eisenbahn AG, GOTŌ Shimpei, wirkte Thieß während dieser Zeit auf die Etablierung eines Ostasiatischen Wirtschaftsforschungsbüros hin, das – ganz nach dem Vorbild der HAPAG – gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse die wirtschaftliche Entwicklung der japanischen Kolonien in China vorantreiben sollte. Mit seinen Publikationen trat Thieß zu dieser Zeit für die Vereinheitlichung der Eisenbahntechnik über nationale Grenzen hinweg ein, um den internationalen Waren- und Personenverkehr zu fördern. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland blieb Thieß weiterhin als Hochschullehrer tätig, verlagerte seine Forschungen aber zunehmend auf das Genossenschaftswesen und die Finanzwirtschaft. 1936 wurde er von der Technischen Universität Danzig emeritiert.
Jameson, Leander StarrLeander Starr JamesonArzt, Kolonialbeamter und -politiker128163486709.02.185326.11.1917Leander Starr Jameson musste sich 1896 vor einem britischen Gericht wegen der sogenannten „Jameson Raid“ verantworten, mit der er als Befehlshaber einer Privatarmee ohne Erfolg versucht hatte, die Regierung der Buren in der unabhängigen südafrikanischen Republik Transvaal zu Fall zu bringen, um den britischen Einfluss auf das Territorium auszudehnen. Vgl.
Lowry, „Jameson“
.
Eisenbahn; auch: Eisenbahnbau, Eisenbahngesellschaft, Eisenbahnlinie, Eisenbahnprojekt, Eisenbahnschienen, Eisenbahnschwellen, Eisenbahnverwaltung, Eisenbahnwerkstätte, Eisenbahnwesen, line (englisch), moderne Verkehrseinrichtung, railway (englisch), rollendes Material, rolling stock (englisch)
Dampfschiff; auch: Dampfbarkasse, Dampfboot, Dampfer, steamboat (englisch), steamer (englisch)
Ingenieur; auch: engineer (englisch), Chefingenieur, Engineer in Chief (englisch)
Erster Chinesisch-Japanischer Krieg (1894–1895)Hintergrund des Ersten Chinesisch-Japanischen Krieges waren schon länger bestehende Spannungen zwischen China und Japan um den jeweiligen Einfluss auf Korea. Seit 1875 formal eine eigenständige Monarchie, an deren Spitze König Gojongg (1852–1919) aus dem Hause der Joseon-Dynastie stand, unterhielt Korea traditionelle Tributbeziehungen zu China, die jedoch von Reformkräften im eigenen Land zunehmend kritisch gesehen wurden; diese suchten eine stärke Anbindung an Japan, das sich zu einem modernen Industriestaat zu wandeln begbegann. 1876 hatte Japan einen Handelsvertrag mit Korea erzwungen und das Nachbarland damit – ähnlich wie die Europäer zuvor China und Japan – zu einem Gegenstand der Machtpolitik ausländischer Staaten gemacht. Während König Gojong bei seinen Reformbemühungen den Empfehlungen des chinesischen Vizekönigs LI Hongzhang folgte, westliche Mächte in die Entwicklung Koreas einzubeziehen, um eine Annexion des Landes durch Japan zu unterbinden, wollte Japan unbedingt verhindern, durch die Schwäche Chinas auf die Dauer mit der Dominanz fremder Großmächte in Ostasien konfrontiert zu sein und war statt dessen bestrebt, selbst zur ostasiatischen Hegemonialmacht aufsteigen. Als König Gojong im Juni 1894 chinesische Truppen um Unterstützung bei der Niederschlagung des so genannten Donghak-Aufstandes im eigenen Lande bat, ohne die Japaner vorab zu informieren, wie er ihnen in einem Abkommen zugesichert hatte, nutzte Japan den Vorfall als willkommenen Anlass, nun ebenfalls Truppen nach Korea zu entsenden, von denen die ersten noch im Juni 1894 bei Seoul und Chemulpo landeten, den koreanischen Königspalast besetzten und König Gojong gefangen nahmen. Im Juli 1894 setzten sie eine neue pro-japanische koreanische Regierung ein, die jedoch von China nicht anerkannt wurde, zumal sie begann, Chinesen gewaltsam aus Korea zu vertreiben. Daraufhin erklärte Japan am 1. August 1894 China auch förmlich den Krieg, den die gut ausgerüstete japanische Armee in mehreren Schlachten, bei denen sie bis in die chinesische Mandschurei und auf die Halbinsel Liaodong vorstießen, gewann. China gab sich geschlagen und unterzeichnete am 17. April 1895 den Vertrag von Shimonoseki, durch den der Krieg beendet wurde. Das schmachvoll unterlegene China musste nicht nur die starke Präsenz Japans in Korea akzeptieren, sondern u. a. die Insel Taiwan an Japan abtreten und hohe Entschädigungszahlungen an die Sieger leisten. - Zur Geschichte Koreas und den chinesisch-koreanischen Beziehungen:
Seth, History of Korea
;
Larson, Tradition, Treaties and Trade
. Zu Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des Ersten Chinesisch-Japanischen Krieges:
Lensen, Balance of Intrigue
;
Beasley, Japanese Imperialism
;
Wippich, Japan und die deutsche Fernostpolitik
;
Paine, Sino Japanese War
;
Paine, Japanese Empire
.
Vertrag von Shimonoseki (17. April 1895)Mit dem Vertrag von Shimonoseki vom 17. April 1895 konnte der Erste Chinesisch-Japanische Krieg (1894–1895) beeendet werden. Der Vertrag bekräftigte zwar Koreas formale Selbständigkeit, doch de facto unterlag es nun stärkerem japanischen Einfluss als jemals zuvor. Außerdem musste China die östliche Mandschurei einschließlich der Halbinsel Liaodong und die Insel Taiwan mit vorgelagerten kleineren Inseln an Japan abtreten. Japan konnte darüber hinaus die Öffnung von vier weiteren chinesischer Häfen durchsetzen, in denen es künftig auch industrielle Unternehmen gründen durfte. Überdies wurden China exorbitant hohe Entschädigungszahlungen in Höhe von 200 Millionen Taels auferlegt, die in Gold bezahlt werden sollten, das China nicht besaß, sondern einkaufen musste. Der dementsprechend hohe Finanzierungsbedarf führte dazu, dass China nun vermehrt Staatsanleihen auf den internationalen Kapitalmärkten aufnahm. Da das jedoch bei Weitem nicht ausreichte, um die verlangte Entschädigungssumme aufzubringen, sah sich China zu einem regelrechten Ausverkauf des eigenen Landes an ausländische Investoren gezwungen, die Konzessionen für Eisenbahnlinien, Bergbau- und andere Industriebetriebe erwerben wollten. Deutschland, Russland und Frankreich wiederum zwangen Japan unmittelbar nach dem Friedensschluss von Shimonoseki durch eine gemeinsame diplomatische Intervention unter Kriegsandrohung zur Rückgabe der Halbinsel Liaodong an China. Sie taten dies, um den Aufstieg Japans zu einer asiatischen Großmacht zu bremsen, verprellten damit aber sowohl Japan als auch China, das nicht nur weitere 30 Millionen Taels Entschädigung an Japan zahlen musste, sondern sich außerdem mit der Forderung nach gewissen politischen Gegenleistungen für die Intervention konfrontiert sah. Als diese Gegenleistungen nicht freiwillig gewährt wurden, entsandte beispielsweise das Deutsche Reich im November 1897 Kriegsschiffe, um die Bucht von Kiautschou zu besetzen und erzwang auf diese Weise im März 1898 den Abschluss eines Pachtvertrages für das gesamte Gebiet der Bucht sowie die beiden Halbinseln an deren Eingang auf 99 Jahre. In China wurde dieses Vorgehen als ein tiefer Bruch in der bisher nicht auf militärische Gewalt setzenden Politik Deutschlands gewertet. Vgl.
Japan. An Illustrated Encyclopedia
, S. 1373;
Lensen, Balance of Intrigue
;
Wippich, Japan und die deutsche Fernostpolitik
, S. 129–145.
Verkehrsminister, japanischer
Kapital; auch: Aktienkapital, Bankkapital, Capital, Einschuß, Gesellschaftskapital, Privat-Capital, Stamm-Capital, working capital (englisch)
Presse; auch: Tageszeitung, Wochenzeitung, Zeitung
Deutsche; auch: Germans (englisch)