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Tokyo, 13. August 1910
Eingangsstempel des Empfängers:
C. S. 1t. Sep. 1910
Antw. es folgt ein nicht ausgefülltes Feld
No. 2.
Carlswerk
Mülheim-Rhein
Kopie meines Schreibens vom 9. 7. füge ich nicht bei da Sie vermutlich meinen ersten und diesen Brief gleichzeitig erhalten.
Wolkenbruchartiger Regen hat nämlich mehrere Eisenbahnlinien unter Wasser gesetzt sodaß die Verbindung mit dem Süden z. Zt. nur per Schiff möglich ist.
Telephonkabel. Das Communication Department hatte uns auf
gestern bestellt. Wir wurden (Herr Oberlein, Lehmann und Schreiber
ds.) zuerst von dem leitenden Ingenieur, Herrn Rico, empfangen mit dem wir, da er
von großem Einfluß und nach Aussage der Herren von Raspe ein hochanständiger Mensch ist, die
Angelegenheit eingehend durchsprachen. Danach berichtete dieser dem
Direktor, Herrn Oi, und dann wurden wir zu
diesem geführt und dort sprachen wir im Beisein Rico‘s und des ersten Ingenieurs für Messungen die Sache nochmals
durch.
Man erklärte mir Folgendes:
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Sämtliche Telephonkabel würden hier 1 Draht gegen alle übrigen gemessen, bei einem 50- (resp. 52-) paarigen Kabel also 1 Draht gegen 103 und Bleimantel an Erde, während wir die gegenseitige Capacität einer Doppelader gemessen hätten. Man versteht daß wir die Vorschrift anders aufgefasst haben, auch daß wir in Ansehung der in Europa üblichen Meßart in gutem Glauben handelten, hält sich aber daran daß die von anderer Seite und auch die früher von uns gelieferten Kabel den hiesigen Anforderungen entsprochen hätten und daß man die in Rede stehende Lieferung nicht für Tokyo, wo große Entfernungen in Betracht kämen, gebrauchen könne sondern in kleinere Längen abteilen und in anderen Städten verwenden müsse.
Weil man nun für den dringenden Fall, für den die Kabel bestimmt waren, ohne Kabel sei und weil man jetzt erst neue hätte bestellen müssen, ferner weil ihnen durch das Schneiden in kürzere Längen und die Transporte nach anderen Plätzen viele Kosten entstanden seien [nachträglich ergänzt: bezw. entstehen würden], habe man auf einem Nachlaß, wie dem uns vorgeschlagenen, bestehen müssen.
Ich habe nun mein Bestes getan, den
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Herren klar zu machen, wie uns in erster Linie darum zu tun sei die Sache aufzuklären damit auch jeder Schatten eines Verdachtes, wir hätten, möglicherweise versucht, unter der Spezifikation durchzukommen, ausgeräumt würde dann aber auch um ihnen zu erklären daß die gelieferten Kabel für den praktischen Gebrauch ebenso gut wie irgendwelche anderen Kabel seien und daß deshalb ein Abzug von 10 % + 15 % doch gar zu hart für uns sei. Wenn man Unkosten gehabt habe so würden diese doch wohl durch jene 10 % gedeckt sein, man möge dann aber die Kabel zum Fakturenwert übernehmen.
Oi erklärte, allein hieran nichts tun zu können, er werde aber bei der Conferenz mit den anderen Persönlichkeiten sehen was sich tun ließe.
Daß wir wieder auf die Liste der approved makers gesetzt würden stellte ich als selbstverständlich hin und wurde auch nicht widersprochen.
Dann bat ich um Ueberlassung von Mustern solcher Kabel die genau das von der Verwaltung verlangte darstellten. Gegen meine Erwartung ging man hierauf ein, man versprach mir sogar Abschnitte von|4. Blatt, Vorderseite| amerikanischen, englischen und deutschen Kabeln. Auch soll ich benachrichtigt werden wenn Kabel gemessen werden damit ich mir die Sache mal ansehe.
Dann kam ich auf die Abnahme in der Fabrik zu sprechen. Ich stellte Oi vor daß alsdann etwa nicht der Spezifikation entsprechende Waren sofort neu gemacht werden könnten so daß Zeitverluste möglichst vermieden würden, daß die Fabriken dann auch angesichts des verminderten Risiko‘s noch billigere Preise stellen könnten u. s. w. Man habe ja genug japanische Ingenieure in Deutschland oder England, die Kosten wollten wir gern tragen.
Hier offenbarte sich nun in geradezu verblüffender Weise der Asiate: das sei eine feine Idee, natürlich, das wäre für alle Teile das Beste, freilich wären genügend Herren in Europa, die die Abnahme bewirken könnten u. s. w. Das wolle er sich wirklich mal überlegen! Ich hatte im selben Augenblick das Empfinden, daß es sich um elende Schauspielerei handle und erfuhr auch später, daß alle Lieferanten denselben Vorschlag schon gemacht hätten und die Frage so gut hundert mal wie einmal vorgebracht worden sei.
Oi ist überhaupt ein mit Vorsicht zu|5. Blatt, Vorderseite| genießender Herr. Er ist von überfließender Freundlichkeit, erinnerte sich des Jubiläums des Herrn Emil Guilleaume, zu dem er 1890 als er in Mülheim war, eingeladen wurde u. s. w.
Wir sprachen auch über Telegraphenkabel und daß man uns bezw. deutsche Fabriken für große Längen nicht auf die Liste setze. Er versprach er wolle alles in Betracht ziehen.
Herr Wolff, der Nachfolger Kesslers in dem Siemens Concern (S & H, S-S-W., Siemens Bros.) den ich gestern Nachmittag sprach und den ich fragte ob sie nicht etwa auch auf Abnahme im Werk bestehen würden, sagte mir es habe keinen Zweck solange Engländer und Amerikaner mit Abnahme hier draußen einverstanden seien. Er meinte die Japaner verlören dadurch die Chance, refüsirte Waaren gegen einen billigeren Preis zu übernehmen, wie uns solches diesmal ja auch passiert sei, die Leute messen hier in ihrem Laboratorium und kein Mensch wird gewahr wie sie messen und wir müssen uns ihrem Urteil unterwerfen.
Siemens scheinen hiernach auch schon Erfahrungen gemacht zu haben. Aufklärungen über unsere Sache habe ich natürlich nicht gegeben. Auch wegen der Preise, meint Herr Wolff,|6. Blatt, Vorderseite| könne nur durch internationale Verständigung etwas erreicht werden; an Untergrundkabeln verdienten sie noch eine Kleinigkeit, für Luftkabel können sie nicht mehr mit und offerirten deshalb dafür nicht mehr. –
Herr Wilhelm, von Siemens Bros., fuhr gestern nach Nagasaki zur Abnahme des ersten Teils des Formosa-Kabels. Prokurist und kaufmännischer Leiter bei Siemens ist Herr Seeberger der vor 12 Jahren bei uns (franz. Abteilung) war.
Im Hotel lernte ich Herrn Stoetzer von Escher Wyss kennen, Herrn Schaeffer, Teilhaber von Takata und Exzellenz Becker m/ Frau (den früheren Kölner Oberbürgermeister) die alle im Hotel wohnen. Wir haben 27 – 28°C Hitze, dabei aber feuchte Luft, sodaß man sich, besonders in den ersten Tagen, trotz denkbar leichtester Kleidung, recht unbehaglich fühlt.
Hochachtungsvoll!
Heinrich Jülich
Abt.Abteilung
Nr., Num.Nummer
Fasz.Faszikel
Bl.Blatt [einer Akte]
s. g., sog.sogenannter, sogenannte, sogenanntes
C. S.Central Sekretariat
Sep., Sept, Sept., Septb., Septr., Septbr, Septbr.September
Antw.Antwort
No., N., n.Numero (italienisch)
z. Z., z. Zt.zur Zeit
ds., dss.dieses [Monats, Schreibens etc.]
resp.respektive
u. s. w., usw., & s. w.und so weiter
bezw., bzw.beziehungsweise
Bros.Brothers (englisch)
m., m/meiner, mit
RWWARheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Köln
RWWARheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv, KölnAbt. 11Felten & Guilleaume Energietechnik AG, Köln (1850–1990)
Felten & Guilleaume Carlswerk AG, Mülheim am RheinDie 1826 gegründete Firma Felten & Guilleaume in Köln widmete sich zunächst vor allem der Herstellung von Hanf- und Drahtseilen, in den 1850er Jahren kamen ummantelte Telegraphenkabel hinzu. Mit dem Carlswerk in Mülheim am Rhein wurde 1874 ein zusätzlicher, langfristig ausbaufähiger Produktionsstandort eröffnet, zu dem nach und nach auch die meisten der älteren Fertigungskapazitäten aus der Stadt Köln verlagert wurden. 1899 erfolgte die Umwandlung des Carlswerkes in eine Aktiengesellschaft, die Felten & Guilleaume Carlswerk AG in Mülheim am Rhein. Deren 1. Generaldirektor wurde Emil Guilleaume. Mit Drahtseilen und Kabeln, darunter Telegraphen-, Telefon- und Starkstromkabel, machte sich das Unternehmen weltweit einen Namen. Dazu trug insbesondere die Verlegung des ersten transatlantischen Telefonkabels von Deutschland (Greetsiel) nach New York bei, das im Carlswerk hergestellt worden war. Durch die schon 1895 erfolgte Übernahme der Firma J. Obermeier in Nürnberg, aus der eine Niederlassung der Felten & Guilleaume Carlswerk AG in Nürnberg hervorging, wurden Produktionskapizitäten für Telefonapparate aufgebaut. Die 1899 von der Felten & Guilleaume Carlswerke AG gemeinsam mit der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft gegründeten Norddeutschen Seekabelwerke (NSW) in Nordenham konzentrierten sich ganz auf die Produktion von Seekabeln. 1905 kam es außerdem zu einer engeren Kooperation mit der Elektrizitäts-AG vorm. W. Lahmeyer & Co. in Frankfurt am Main, die ein Dynamowerk unterhielt, in dem auch Elektromotoren produziert wurden. Diese Zusammenarbeit führte zur vorübergehenden Umfirmierung des Gesamtunternehmens: Die Felten & Guilleaume Lahmeyerwerke AG bestand allerdings nur bis Ende 1910, danach kehrte man zum Firmennamen Felten & Guilleaume Carlswerk AG zurück. Ausführlicher zur Unternehmensgeschichte:
Feldenkirchen, Fernostgeschäfte
;
Vogt, Überseebeziehungen von Felten & Guilleaume
;
Widdig, Felten & Guilleaume
.
M. Raspe & Co., KobeDas von Max Raspe 1877 in Kobe gegründete Handelshaus M. Raspe & Co. widmete sich zunächst vor allem dem Import von Maschinen und dem Export von Textilien. 1885 wurde eine Vertretung in Hamburg eingerichtet, deren Leitung zunächst Georg Kleinwort übernahm, später trat Hans Rudolph Raspe, ein jüngerer Bruder von Max Raspe, an seine Stelle. Auch in Japan expandierte das Unternehmen, so wurden Niederlassungen in Yokohama, Tokio, Shimonoseki und Nagasaki eröffnet. Zum Schwerpunkt entwickelte sich der Import von
Textil- und Eisenwaren
, Chemikalien, Farben und Medikamenten nach Japan. M. Raspe & Co. übernahmen die Vertretung namhafter deutscher Exportfirmen, darunter beispielsweise bis zur Fusion mit Siemens die Firma Schuckert & Co. Ende 1901 schloss auch die Kölner Firma Felten & Guilleaume einen Vertretungvertrag mit M. Raspe & Co. für Japan, was nicht zuletzt zur Erlangung von begehrten japanischen Regierungsaufträgen genutzt werden sollte. 1903 wurde eine Niederlassung in Hamburg eröffnet, 1911 eine weitere in London. Nach dem Ersten Weltkrieg gelang es nicht, die Geschäfte wieder aufzubauen, die Firma ging 1918 in Liquidation. Vgl.
Lepach, Meiji-Porträts
. - Speziell zum Vertretungsvertrag mit Felten & Guilleaume: Vgl.
Vogt, Überseebeziehungen von Felten & Guilleaume
, S. 236–239, 242–246, 253.
C. Illies & Co., Yokohama / Hamburg (japanischer Firmenname: Irisu Shōkai)Das von Louis Kniffler
unter der Firma L. Kniffler &
Co. aufgebaute und seit April 1880 von Carl Illies sen. unter der Firma C. Illies & Co. mit Sitz
in Yokohama fortgeführte
Unternehmen stützte sich auch weiterhin auf eine Niederlassung in Kōbe und eine Niederlassung in Düsseldorf, letztere bis 1888
sogar unter dem Firmennamen L. Kniffler & Co.; erst nach dem Tod von Louis Kniffler wurde sie
nach Hamburg verlagert und in das
Handelshaus C. Illies & Co. integriert, das sich nun zu einem von Carl Illies sen. geprägten Familienunternehmen wandelte. In Japan, wo bereits 1885 eine weitere Niederlassung in Tokio eröffnet worden war, rückten die
Importe von Maschinen,
Motoren, Pharmazeutika, Chemikalien und Farben sowie Investitionsgütern für den Infrastrukturausbau zur Modernisierung
und Rüstung Japans in den Mittelpunkt.
C. Illies & Co. übernahmen in die Vertretung namhafter deutscher
Industrieunternehmen, darunter beispielsweise Friedr. Krupp. Doch Carl Illies sen. betrieb zugleich eine
bewusste „Japanisierung“ seines Unternehmens, was in der Verwendung eines
japanischen Firmennamens und der Ernennung japanischer Repräsentanten, die
bis in die höchsten gesellschaftlichen Kreise hinein vernetzt waren, zum
Ausdruck kam, um sich Aufträge von japanischen Regierungs- und
Behördenvertretern zu sichern. Nicht nur die Konkurrenz mit
britischen, französischen und amerikanischen sowie neuen deutschen Firmen,
etwa H. Ahrens & Co., M. Raspe & Co. und Carl Rohde & Co., war
ausgeprägt; hinzu kamen neue japanische, von den dortigen Behörden
bevorzugte Firmen. Die Firmenzentrale von C. Illies & Co. wurde im Mai
1898 nach Hamburg verlagert. In Japan wurden zusätzliche Filialen in
Shimonoseki
bzw.
Moji, Osaka (1900) sowie Kure
(1912/1913) eröffnet, die aber nur als Stützpunkte dienten und personell schwach
besetzt waren. C. Illies & Co. gelang es nun, immer zahlreichere
Vertretungsaufträge von deutschen Industrieunternehmen zu erlangen, die Maschinen und Anlagen
nach Japan lieferten, darunter nun
auch Felten &
Guilleaume. Die Konkurrenz durch andere deutsche und europäischen
Handelsfirmen war allerdings auch gewachsen und zudem hatten sich japanische
Firmen in Hamburg angesiedelt, die
einen wachsenden Anteil des japanischen Exports abwickelten, der um
1900 nur noch zu rund 60 Prozent über ausländische Firmen lief, während es
um 1892 noch rund 80 Prozent gewesen waren. Um die Tendenz zur Etablierung
von Werksvertretungen deutscher Industrieunternehmen in Japan abzuschwächen, wie sie auch von Felten & Guilleaume
erwogen wurde, gründeten C. Illies & Co. vermehrt eigene technische
Abteilungen, z. B.
die Farben-, die Eisen-
sowie die Ingenieur- und Maschinenabteilung. Sinkende Gewinnspannen im Handel
führten dazu, dass man auch den Einstieg in Finanzierungs- und
Beteiligungsgeschäfte erwog, was aber als sehr risikoreich erkannt und
deshalb zurückgestellt wurde. Nach 1905 vermittelte die Firma allerdings
vermehrt japanische Unternehmensanleihen an ausländische Investoren. Ob eine anvisierte engere
Kooperation mit der Deutschen
Bank in diesem Bereich zustande kam, ist mangels überlieferter
Quellen aber fraglich. Als Carl
Illies sen. 1910 verstarb, übernahm sein Sohn Carl Illies jun. die zu dieser Zeit
gut florierenden Geschäfte. Vgl.
Molsen, C. Illies & Co.
;
Bähr/Lesczenzki/Schmidtpott, C. Illies &
Co.
.
Siemens-Konzern (chinesischer Firmenname: Hsi-Min-Tze, Ximénzi) s. auch , ,
Der Siemens-Konzern ließ sich in China zunächst durch die Firma H. Mandl & Co. vertreten, zog sich angesichts der während des Boxeraufstandes angerichteten Zerstörungen an Straßenbahnen, Kraftwerken und Elektroleitungen jedoch vorübergehend auch dem China-Geschäft zurück und konzentrierte sich stärker auf Japan. Seit 1910 war der Siemens-Konzern dann durch eine eigene Niederlassung in Shanghai vertreten, 1913 kamen weitere Niederlassungen in Peking, Hongkong und Chengdu hinzu. - Einen allgemeinen Überblick über die Erschließung des chinesischen Marktes durch den Siemens-Konzern vor 1949 bietet:
Mutz, Ein unendlich weites Gebiet
.
Siemens & Halske, BerlinDie 1847 von Werner Siemens (1816–1892) und Johann Georg Halske (1814–1890) unter dem Namen Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske gegründete Firma ist der historische Ausgangspunkt für den heutigen Siemens-Konzern. Vgl.
Feldenkirchen, Siemens
;
Bähr, Werner von Siemens
.
Siemens-Schuckertwerke GmbH, Berlin1903 durch die Firmen Siemens & Halske in Berlin und die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vormals Schuckert & Co. in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet, um die Starkstromabteilungen der beiden Gründungsunternehmen zu bündeln und sich dem Bau von Elektroautos zu widmen, firmierten die Siemens-Schuckertwerke 1927 zu einer Aktiengesellschaft um. Vgl.
Feldenkirchen, Siemens
.
Jülich
, Heinrich: Reisen nach dem Fernen Osten und nach Argentinien 1910–1914, herausgegeben von Amelie Berres und Thomas Berres, Münster 2003
Jülich
, Reisen nach dem Fernen Osten
2003
Drießen
, Falco: In China investieren. Arnhold, Karberg & Co. als Vermittler ausländischer Investitionen, unveröffentlichte Masterabeit, Universität Konstanz 2020
Drießen
, Arnhold, Karberg & Co.
2020
Post- und Telefonbehörde, japanische; auch: Bureau of Communication, Communication Department
Mülheim am Rhein (heute: Köln-Mülheim)
Tokio [Stadt in Japan]; auch: Edo (bis 1868), Jedo (bis 1868), Jeddo (bis 1868), Tokyo, Yeddo (bis 1868)
Köln; auch: Cöln, Cöln am Rhein, Deutz, Köln-Deutz
Moskau
Wladiwostok
Japan; auch: Japon (französisch), Jappan
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Niederländisch-Indien; auch: holländisch Indien (heute: Indonesien)Gestützt auf die Vereenigde Oostindische Compagnie gelang es den Niederländern um 1600, sich sowohl gegenüber den konkurrierenden Portugiesen als auch gegenüber den verschiedenen Inselkönigreichen auf Java, Sumatra, Borneo, Celebes, Neuguinea und zahlreichen anderen Inseln Südostasiens sich als Kolonialherren durchzusetzen. Ausgehend von der Insel Java bauten sie ihre Kolonie Niederländisch-Indien immer weiter aus und behaupteten sie im frühen 19. Jahrhundert trotz zeitweiliger Abtretungen auch gegenüber den Briten. Erst 1949, nach der japanischen Besatzung und einem mehrjährigen, erbittert geführten Unabhängigkeitskampf, erlangte Indonesien schließlich seine staatliche Souveränität. Vgl.
Schulze, Geschichte Indonesiens
.
Colombo [Stadt auf der Insel Ceylon in Britisch-Indien]; auch: Columbo
Ceylon [Insel in Britisch-Indien]; auch: Ceilon
Europa; auch: Europe (englisch)
Deutschland; auch: Deutsches Kaiserreich, Deutsches ReichBis zur Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 kann von Deutschland nicht im Sinne eines Nationalstaates gesprochen werden. Doch in den Quellen wird der Begriff Deutschland auch zuvor häufig verwendet, wenn es den Urhebern nicht um eine Differenzierung zwischen den verschiedenen deutschen Teilstaaten ging.
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Nagasaki [Stadt in Japan]; auch: Nangasaki
Lehmann, RudolphRudolph LehmannSchiffbauingenieur103493973415.10.184204.02.1914Rudolph Lehmann studierte Maschinenbau. 1868 begleitete er die Überführung von drei Dampfschiffen von Hamburg nach Nagasaki, die im Auftrag einer Rotterdamer Werft in Hamburg gebaut worden waren. Lehmann blieb danach in Japan und nahm 1870 eine Lehrtätigkeit an der „Schule für westliche Studien“ (Yogabu-sho) auf, der späteren „Deutschen Schule“ (Doitsu Gakko) in der Stadt Kioto. Ihm ist die Erarbeitung eines ersten umfassenden Deutsch-Japanischen Wörterbuchs zu verdanken. Außerdem setzte er sich als Berater des Gouverneurs der Provinz Kioto für deren wirtschaftliche Entwicklung ein. Seit 1880 war Lehmann Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (OAG) in Tokio, die ihn 1907 zu ihrem 1. Vorsitzenden wählte. Zwei Jahre später nahm er eine Tätigkeit als Deutschlehrer in Tokio an, kehrte 1887 vorübergehend nach Deutschland zurück und trat hier noch im selben Jahr in die Firma M. Raspe & Co. ein, die sich auf den weltweiten Export von Maschinen spezialisiert hatte. Rudolph Lehmann kehrte bald nach Tokio zurück und war hier weiterhin für die Firma M. Raspe & Co. tätig, die u. a. die Vertretung der Felten & Guilleaume Carlswerk AG in Japan übernommen hatte. Vgl.
Hoffmann, Rudolph Lehmann
;
Grimmer-Solem, Learning Empire
, S. 138.
Guilleaume, EmilEmil GuilleaumeKaufmann, Techniker Unternehmer13615405001.02.184621.04.1913Emil Guilleaume absolvierte eine kaufmännische und technische Ausbildung in der Firma Felten & Guilleaume in Köln, vertiefte seine Kenntnisse zur Fertigung von Gussstahldrähten auch im Ausland und trieb Anfang der 1870er Jahre die Gründung des Carlswerkes in Mülheim am Rhein voran. Nach der im Jahr 1900 erfolgten Umwandlung des Carlswerks in eine Aktiengesellschaft, die Felten & Guilleaume Carlswerk AG, übernahm er die Aufgaben des Generaldirektors. Vgl.
Brill, „Guilleaume, Emil“
.
WolffWolffAngestellterWolff war um 1910 ein Mitarbeiter von Siemens in Japan.
WilhelmWilhelmAngestellterWilhelm war um 1900 ein Mitarbeiter der Firma Siemens Brothers.
SeebergerSeebergerAngestellterSeeberger war um 1910 Mitarbeiter von Siemens in Japan.
Becker, Friedrich Wilhelm Bernhard (seit 1911: von)Friedrich Wilhelm Bernhard (von) Becker (Wilhelm Becker)Jurist, Politiker11610532112.07.183511.01.1924Wilhelm Becker amtierte von 1876 bis 1886 als Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf und von 1886 bis 1907 als Oberbürgermeister der Stadt Köln, wo er die Stadtentwicklung maßgeblich vorantrieb. 1911 wurde er in den preußischen erblichen Adelsstand erhoben. Vgl.
Mergel, Köln
, S. 393–398.
Overweg, Helene, verh. BeckerHelene Becker12602198818501939Helene Overweg, eine Tochter des Reichtstasabgeordneten Carl Overweg, verheiratete sich 1877 in zweiter Ehe mit Wilhelm Becker, dem späteren Oberbürgermeister der Stadt Köln. Sie trat durch ihr soziales Engagement für die Stadt Köln hervor.
Angestellter; auch: Beamter (Privatbeamter), Employé
Kabel; auch: Luftkabel, Seekabel, Telefonverbindung, Telegrafenverbindung, Telegraphenkabel, Telegraphenlinie, Telephonkabel, Untergrundkabel
Regierungsaufträge, japanische
Vertreter, Vertretung; auch: agency (englisch), agent (englisch), Agent, Agentur, Alleinvertretung, Handelsagentur, representation (englisch), representative (englisch), Vertretungsgebiet, Vertretungsvertrag
Eisenbahn; auch: Eisenbahnbau, Eisenbahngesellschaft, Eisenbahnlinie, Eisenbahnprojekt, Eisenbahnschienen, Eisenbahnschwellen, Eisenbahnverwaltung, Eisenbahnwerkstätte, Eisenbahnwesen, line (englisch), moderne Verkehrseinrichtung, railway (englisch), rollendes Material, rolling stock (englisch)
Ingenieur; auch: engineer (englisch), Chefingenieur, Engineer in Chief (englisch)
Geschäftskosten; auch: costs (englisch), Handlungs-Unkosten, Kosten, Schiffs-Unkosten, Spesen, Unkosten
SpezifikationMit dem Begriff Spezifikation sind die genauen technischen Anforderungen an eine Warenlieferung angesprochen.
Rechnungsbetrag; auch: Facturenbetrag, Fakturenbetrag, Fakturenwerth
Warenmuster; auch: Muster, sample (englisch)
FabrikabnahmeUnter Fabrikabnahme versteht man die Kontrolle und Übernahme maßgefertigter Produkte durch den Besteller in der Fabrik des Herstellers.
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Fabrikbetrieb, Fabriktätigkeit
Amerikaner; auch: Americans (englisch)
Boxeraufstand (1900–1901); auch: BoxerkriegDer gewaltsame Kampf der chinesisch-nationalistischen Verbände der „Fäuste der Gerechtigkeit und der Harmonie“ (Yihetuan), deren Angehörige in traditionellen Kampftechniken ausgebildet waren und deshalb auch als „Boxer“ bezeichnet wurden, gegen christliche Missionare, zum Christentum übergetretene Chinesen und Ausländer in China, eskalierte im Sommer 1900 zu einem bewaffneten Konflikt Chinas mit den europäischen Großmächten, den USA und Japan. Die Belagerung des Botschaftsviertels in Peking durch die Boxer und die chinesische Armee rief eine Allianz von acht Nationen auf den Plan, die Truppenverbände nach China entsandten, um die Belagerten zu befreien. Die Boxer wiederum erhielten zunächst Unterstützung von der Qing-Regentin Cixi, die den ausländischen Invasionstruppen den Krieg erklärte. Doch die kaiserliche Armee wurde von den alliierten Invasionstruppen besiegt, der Boxeraufstand niedergeschlagen und die Belagerten befreit, wobei es zu wilden Plünderungen und wahllosen Hinrichtungen kam. Mit dem Boxerprotokoll vom 7. September 1901 wurde das Ende der Kämpfe besiegelt, die Stationierung ausländischer Truppen in Peking verfügt und China zudem zu hohen Entschädigungszahlungen an die acht Nationen verpflichtet. - Eine knappe und prägnante Darstellung des Boxeraufstands findet sich in:
Mühlhahn, Geschichte des modernen China
, S. 198–206.
Japaner; auch: Japanesen, japanische Unterthanen
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Bekleidung; auch: Kleider, Kleidung