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In den vorausgehenden Kapiteln schildert der Autor den Verlauf seiner Reise, die am 21. Mai 1910 in Bremen begann und ihn über Colombo zunächst nach Australien und zu den deutschen Kolonien in Ozeanien führte, anschließend nach Japan und von dort nach China, wo er am 17. Oktober 1911 in Shanghai eintraf
IV. Shanghai
Shanghai, mit ca. 600 000 Einwohnern, darunter etwa 12 000 Nichtchinesen, ist wohl die wichtigste|2. Seite, 205| internationale Seehandelsstadt Chinas; sie liegt am linken Ufer des sehr breiten Whangpooflusses, etwa 14 Sm. von der Mündung desselben in den Yangtsefluß. Die Fremdenniederlassung, der Bund, macht mit seinen großen modernen Gebäuden, seinen gut gepflasterten Straßen und seiner großen Reinlichkeit einen durchaus europäischen Eindruck, und wenn man nicht auf den Straßen die zahlreichen Chinesen und Rickshaws sähe, könnte man sich in einer europäischen Stadt glauben. Eines der schönsten Gebäude ist der vor einigen Jahren erbaute deutsche Konkordia-Klub, wohl der schönste Klub Ostasiens. Auch die verschiedenen Banken, darunter die ostasiatische, haben schöne neue Gebäude. Das Bureau der Herren Melchers & Co. ist ein älteres Haus mit dahinter liegenden Lagerräumen. Links vom Eingang, parterre, befinden sich die Geschäftsräume der Firma selbst, rechts die für den Lloydbetrieb bestimmten Bureaus; letztere sind ziemlich geräumig, wenn auch nicht sehr modern eingerichtet. Im oberen Stock sind weitere Bureaus der Firma. Geschäftsführer in Shanghai sind der zurzeit nach Europa gereiste Herr Michelau sowie Herr Widmann; für Herrn Michelau ist augenblicklich Herr Bandow von Hongkong hier.
Shanghai ist für den Lloyd ein sehr wichtiger Platz. Melchers verdienen an Kommissionen vom Lloyd viel Geld, besorgen unsere Geschäfte aber auch in durchaus anerkennenswerter Weise. Der Bund hat eine beträchtliche Ausdehnung am Ufer entlang, mit vielen Bäumen und Rasenplätzen; auf einem der letzteren befindet sich ein Denkmal für die mit dem deutschen Kanonenboot „Iltis“|3. Seite, 206| untergegangen. Am Bund haben die meisten ausländischen Gesellschaften ihre eigenen Anlegeplätze für die Fluß- und Küstendampfer. Die Yangtse-Dampfer des Norddeutschen Lloyd liegen auf der gegenüberliegenden Seite, während unserer Reichspostdampfer nicht bis zur Stadt heraufkommen, sondern der Zeitersparnis halber bei Wusung vor Anker gehen. Das deutsche Generalkonsulat ist ein großes, bequem eingerichtetes älteres Gebäude am Whangpoo Road gelegen, mit einer kleinen Gartenanlage nach dem Flusse zu, auf den man vom Hause aus einen sehr schönen Blick hat. Ein bequem eingerichtetes Wohnzimmer mit daran stoßendem Schlaf- und Badezimmer wurde mir zur Verfügung gestellt. Vor dem Zimmer befindet sich eine breite, bedeckte Terrasse mit ebenfalls schönem Blick auf den Fluß und die Stadt. Herr von Buri war früher Generalkonsul in Sydney und Vorgänger des jetzigen dortigen Generalkonsuls Dr. Irmer; er ist ein Mann von etwa 50 Jahren, von liebenswürdigem, ruhigem Wesen, der reges Interesse für alle Handels- und Schiffahrtsangelegenheiten hat und sich eines gutes Renommees zu erfreuen scheint. Sehr bestimmt und energisch kommt er mir freilich nicht vor.
Nach dem Frühstück im Generalkonsulat machte ich mit Frau von Buri, Herrn und Frau Widmann, Herrn Hoppenberg und Herrn Brötje eine Fahrt im Automobil in die nähere Umgebung der Stadt nach
dem Rubikon, einer schönen, mit Bäumen bepflanzten (viele Talgbäume) Chaussee,
dann nach Zikawei, wo wir in einem
katholischen Kloster die Fabrikation der berühmten Zikawei-Spitzen besahen und einige Einkäufe
machten. Auf der Rückfahrt passierten wir den|4. Seite, 207|
deutschen Gartenklub, eine hübsche und anscheinend gut gehaltene Anlage, die wir
aber leider der Dunkelheit halber nicht mehr besuchen konnten. Abends fand bei
Herrn und Frau von Buri ein Diner in kleinem Kreise
statt.
Dienstag, den 18. Oktober, fuhr ich morgens mit Herrn Bandow im Automobil nach der Laou Kung Mow-Baumwollspinnerei, die wir unter Führung der Direktoren besichtigten; es ist eine Aktiengesellschaft mit 600 000 Taels Aktienkapital, das größtenteils in Shanghai untergebracht ist. Die Spinnerei verspinnt zum größten Teil chinesische, sowie etwas indische Baumwolle, hat 36 000 Spindeln und ca. 800 Arbeiter, Männer, Frauen und Kinder. Die Erwachsenen bekommen einen Tagelohn von ungefähr 27 Cts., die Kinder 13 1/2 Cts.; Arbeitszeit ist von morgens 6 Uhr bis abends 7 1/2 Uhr mit einviertelstündiger Mittagspause. Was würden unsere Sozialpolitiker, sowie unsere Sozialdemokraten zu Hause, denen der achtstündige Arbeitstag schon zu viel ist, zu diesen Verhältnissen sagen? Die gesponnenen Nummern variieren zwischen 6 und 16; das Garn wird meistens in der Stadt oder Umgegend verkauft, nur wenig wird exportiert. Rückkehrend besuchten wir einen der großen Silberläden, wo die kleinen auch bei uns bekannten Nippsachen verkauft werden. Ich gab dann meine Karte bei der Hamburg-Amerika-Linie ab und fuhr zum Frühstück zum Generalkonsulat zurück. Nachmittags fand eine längere geschäftliche Besprechung am Büro von Melchers & Co. statt, an der der mittags von Hankow zurückgekehrte Herr Korff, sowie die Herren Bandow, Widmann, Hoppenberg Brötje und ich teilnahmen.|5. Seite, 208|
Die in der Schwebe befindlichen geschäftlichen Fragen hinsichtlich der neuen Agentur Tsingtau, das Anlaufen unserer Reichspostdampfer in Manila etc. wurden nach eingehender Erörterung erledigt. Abends gab Herr Bandow, der in Abwesenheit von Herrn Michelau dessen außerhalb der Stadt befindliches Haus bewohnt, ein größeres Diner von ca. 20 Personen.
Die europäischen Niederlassungen in Shanghai unterscheiden sich insofern von denjenigen anderer chinesischer Vertragsplätze, als hier ein internationales und ein französischer Settlement besteht, das getrennt verwaltet wird. Ursprünglich hatten die Engländer und Franzosen ihre eigenen Settlements hier; als dann die übrigen Nationen nach und nach hinzukamen, nahmen die Engländer diese bei sich auf, während die Franzosen für sich blieben. Zu dem internationalen Settlement gehören daher sämtliche Nationen mit Ausnahme der Franzosen. Die Verwaltung ist ähnlich wie in den übrigen chinesischen Vertragshäfen und soll ausgezeichnet funktionieren. Die aus Vertretern sämtlicher Nationen zusammengesetzte Verwaltung erhebt Steuern, die zur Unterhaltung der Straßen, freien Plätze, Baulichkeiten sowie der Polizeimacht bestehen; letztere ist aus Engländern, Indiern und Chinesen zusammengesetzt. Die Niederlassung macht den Eindruck, daß sie ausgezeichnet verwaltet wird; manche europäische Stadt oder Gemeinde könnte sie sich zum Muster nehmen.
Mittwoch, den 19. Oktober, fuhren wir zur Besichtigung des Whangpooflusses mit unserem Tender „Bremen“ bei leider stark
regnerischem|6. Seite, 209| Wetter flußaufwärts bis zu dem
Arsenal. Im Flusse lagen eine große Reihe von Kriegs- und Handelsschiffen, erstere meistens
unter englischer und chinesischer Flagge, von deutscher Seite das Kanonenboot „Iltis“, das hier stationiert ist; dasselbe liegt
meistens an unserer Lloydboje, die zurzeit aber wegen Revisionsarbeiten nicht disponibel
war. Wir fuhren zunächst nach dem an der Melcherschen Wharf auf der Pootung-Seite gelegenen Yangtse-Dampfer
„Mei Lee“, Kapitän
Engelhardt, der am Tage vorher mit
Herrn Korff und Frau hier angelangt war. Ich machte einen
kurzen Rundgang durch das Schiff, Kajüts- und Maschinenräume, und fand alles in
guter Ordnung. Die Melcherssche Wharf hat als Manager einen Kapitän
Hansen, einen älteren Mann; an der Wharf legen unsere Küstendampfer an und
löschen hier ihre Ladung, ebenso wie sie dieselbe hier für die am Yangtse gelegenen Plätze einnehmen. Wir
setzten dann die Fahrt nach der Chankapan-Wharf fort, die in chinesischem Besitz ist und für die Melchers General-Manager sind. Der
Manager ist ein Engländer
namens Lambert, zur Kontrolle ist ihm
einen Lloydbeamter
König beigegeben. Hier wird die Lokal-
sowie Transit-Ladung aus unseren einkommenden Reichspostdampfern hingebracht und von den
Empfängern abgenommen, die sie dann mit Leichtern nach ihren eigenen Lagerhäusern bringen. Der
häufig vertretene Glaube, daß die Empfänger Schwierigkeiten machen, ihre Güter
auf der Pootung-Seite abzunehmen, trifft
heute nicht mehr zu; da sie dieselben, einerlei ob sie auf der Shanghai- oder der Pootung-Seite gelandet wird, doch mit Leichtern abholen, ist es
ihnen einerlei, auf welcher Seite sie|7. Seite, 210| gelandet werden.
Die Wharf hat eine Wasserfront
von ca. 750 Fuß, die auf etwa 900 Fuß vergrößert werden kann, mit einer Wassertiefe von
18 Fuß; sie hat große, praktisch
eingerichtete Lagerräume, in
denen außer uns auch die Messageries Maritimes und die Pacific Mail ihre Güter landen. Die Ablieferung geht gewöhnlich sehr
schnell vor sich, von den am 17. Oktober aus Dampfer „Yorck“ angebrachten Gütern war kaum noch etwas in den Schuppen. An die
Wharf schließt sich
flußabwärts diejenige der Japaner, der Chinese
Eastern Railway (russische Regierungsbahn), wo die dänische Linie ihre
Güter landet, dann die China
Merchants, Butterfield
& Swire, etc.; es
befinden sich im ganzen 17 Wharfs
an der Pootung-Seite; dies zeigt wohl am
deutlichsten, wie töricht die kürzlich in der Frankfurter Zeitung veröffentlichen
Berichte sind, die diese (rechte) Flußseite als durchaus unpraktisch und wertlos
bezeichneten.
Mittags frühstückten wir bei Herrn Hauptmann Schellhoß, der im Auftrage der deutschen Regierung als Wasserbautechniker die Whangpoo-Korrektion kontrolliert. Unter seiner Führung fuhren wir nachmittags mit der „Bremen“ stromabwärts, und er erläuterte uns an der Hand von Karten eingehend an Ort und Stelle die bislang vorgenommenen Arbeiten. Nach deutscher Ansicht ist das von dem Belgier de Ryke ausgeführte Projekt absolut unzweckmäßig, während englischerseits der entgegengesetzte Standpunkt vertreten wird. Es schweben zurzeit Verhandlungen darüber, was weiter geschehen soll; meiner Ansicht nach dürfte es richtig sein, darauf zu drängen, daß die chinesische|8. Seite, 211| Regierung, die ja Abgaben auf dem Fluß erhebt, diese, wie es ihre Pflicht ist, zur Unterhaltung des bisher Geschaffenen verwendet, im übrigen aber zunächst nicht auf Weiterführung der Korrektionsarbeiten, die von neuem ungeheure Mittel erfordern würden, zu drängen, sondern lieber erst abzuwarten, ob die von den Deutschen gehegten Befürchtungen sich wirklich realisieren. Die vielfach ausgesprochene Erwartung, daß, wenn der Schiffskanal, wie es jetzt geschehen ist, geschlossen würde, sich der Asträa-Kanal von selbst schließen würde, ist praktisch bis jetzt nicht eingetreten. Ich hatte dieserhalb an Bord der „Bremen“ mit Herrn Hauptmann Schellhoß, unter Hinzuziehung von Herrn Korff, eingehende Besprechungen, in der ich meine Stellungnahme, wie vorstehend kurz skizziert, darlegte, der sich auch Herr Korff vollständig anschloß.
Abends gab der Generalkonsul ca. 30 Personen, Herren und Damen der hiesigen Kolonie, ein größeres Diner, bei dem verschiedene Reden gehalten wurden.
Am 20. Oktober vormittags besuchte ich mit Herrn Bandow die Herren Butterfield & Swire und die Deutsch-Asiatische Bank. Mit dem Manager der ersten, Herrn Mackay, hatte ich eine längere Besprechung wegen der Yangtsefahrt und verabredete mit ihm, daß nächster Tage hier, unter Mitwirkung von Herrn Korff, eine Konferenz stattfinden solle, um nochmals den Versuch zu machen, die verschiedenen Linien unter einen Hut zu bringen und die unsinnig niedrigen Raten sowohl im Passage- wie im Frachtenverkehr zu erhöhen. Butterfield & Swire, ebenso wie die China Merchant Steam|9. Seite, 212| Navigation Co., deren chinesischen Manager ich am Abend traf, sind bereit, ihrerseits mitzuwirken, um eine Verständigung herbeizuführen; die große Schwierigkeit liegt nur bei den Japanern, denen bei ihrer illoyalen Geschäftshandhabung kein Mensch traut. Gedacht ist ein Pool mit bestimmten Prozentsätzen für jede Linie. Die Deutsch-Asiatische Bank hat als Geschäftsführer hier Herrn Timmerscheidt, der mir bereitwilligst über alle hiesigen Geschäftsverhältnisse Auskunft gab.
Mittags war ich zum Lunch in kleinem Kreise bei Herrn Widmann.
Nachmittags fand im Bureau der Herren Melchers & Co. eine längere Besprechung mit Herrn Generalkonsul von Buri statt. Es handelte sich um die von dem deutschen Gesandten in Peking und von dem hiesigen Generalkonsulat beim Auswärtigen Amt beantragte Erwerbung eines größeren Grundstücks zu einer Pieranlage auf der Shanghai-Seite, da sowohl der Gesandte wie der Generalkonsul der Ansicht waren, daß es im deutschen Interesse absolut notwendig sei, auf der linken Flußseite ein Grundstück in deutschem Besitz zu haben, und daß es ferner ihrer Ansicht nach, wenn jetzt nicht zugegriffen würde, später unmöglich sein würde, hier noch etwas zu bekommen. Die Kosten des Grunderwerbs nebst dem Bau einer Pieranlage sowie die nötige Auffüllung an der Wasserfront wurden auf rund 7 Millionen Mark geschätzt. Die Herren hatten sich die Sachen so gedacht, dass Lloyd und Hapag die Sache übernehmen sollten und ihnen einen Betrag bis zu drei Millionen Mark durch das Deutsche Reich oder ein Bankkonsortium zu einem niedrigen|10. Seite, 213| Zinsfuße auf längere Jahre hinaus gegeben werden sollte. Ich habe mich meinerseits, ebenso wie die Herren Melchers & Co., nicht davon überzeugen können, daß eine derartige Anlage je rentabel werden könnte; ebenso hielten wir beide die von dem Gesandten und dem Generalkonsul aufgeführten Gründe durchaus nicht für stichhaltig, ganz abgesehen davon, daß ich es für den Lloyd nicht übernehmen konnte, Geld dafür herzugeben. Nach eingehender Besprechung glaube ich, auch den Generalkonsul hiervon überzeugt zu haben, wenigstens erklärt er, daß er unsere Gründe vollständig verstände. Abends gaben die Herren Melchers & Co. mir zu Ehren ein größeres chinesisches Diner, das in einem in der Chinesenstadt gelegenen chinesischen Restaurant stattfand.
Es folgt die ausführliche Schilderung des weiteren Verlaufs dieses Abends, bei dem sich der Besuch einer chinesischen Theatervorstellung sowie des Concordia-Clubs anschloss. Ferner legt Heineken dar, dass er am 21. Oktober 1910 – kurz vor seiner Abreise nach Hongkong – noch die Kontor- und Lagerräume der Firma Melchers & Co. besichtigte und an Bord des Dampfers „Lloyd“ der Vorführung des Versuchs beiwohnte, mit einem neuartigem chemischen Mittel die Farbe von der Bordwand zu entfernen.
ca, ca.circa (lateinisch)
Dr.Doktor
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
Melchers & Co., HongkongDas 1866 durch die Firma C.
Melchers & Co. in Bremen
und die beiden Kaufleute Hermann Melchers und Adolf
André gegründete Unternehmen entwickelte sich rasch zu einem der
grössten deutschen Chinahandelshäuser, das Niederlassungen in Shanghai (seit 1877), Hankou (seit 1884), Kanton (seit 1892), Tianjin (seit 1898), Chinkiang (seit 1901), Ichang (seit 1901), Chunking (seit 1909) und Tsingtau (seit 1910) unterhielt. Melchers
& Co. beteiligten sich an der Hongkong and Shanghai Banking Corporation
(HSBC). 1885 übernahmen Melchers & Co. die Generalvertretung
des Norddeutschen Lloyd
in China und trieben gemeinsam mit
diesem die Entwicklung der Schifffahrt auf dem Jangtsekiang voran. Zu den Teilhabern des Unternehmens gehörte von
1894 bis 1899 auch Gustav
Adolf Melchers, ein Neffe des Mitbegründers. Bei Beginn des Ersten
Weltkriegs betrieben Melchers & Co. mit mehr als 50 Fluss- und
Küstendampfern sowie zehn Überseedampfern insgesamt zwei Haupt- und zwölf
Zweiglinien in Ostasien
und Ozeanien, indem sie
Verbindungen zwischen Hongkong und Neuguinea
sowie den Salomon-Inseln
anboten. Sie beschäftigten zu dieser Zeit mehr als 100 europäische und rund
850 chinesische Angestellte, außerdem waren 3.500 chinesische Arbeiter für das Haus
tätig. - Zur Unternehmensgeschichte liegen einige Selbstdarstellungen und
Jubiläumsschriften, eine knappe Skizze der Entwicklung bis 1918 und die
Ausarbeitungen des langjährigen Mitinhabers Henning Melchers, bisher aber keine
wissenschaftlich fundierte, umfassende Darstellung vor. Vgl.
C. Melchers & Co. Bremen
(1911)
;
150 Jahre C. Melchers & Co. Bremen. 90 Jahre Melchers
& Co. China
;
Treue, C. Melchers & Co.
;
King, Hongkong and
Shanghai Banking Corporation, Bd. 1
, passim;
King, Hongkong and Shanghai
Banking Corporation, Bd. 2
, passim;
Melchers, Geschichte der
Firma Melchers
;
Melchers, China und
Melchers
.
Butterfield & Swire, Shanghai / HongkongDie Firma Butterfiled & Swire in Shanghai wurde 1866 als Partnertschaft zwischen R. S. Butterfield, einem britischen Tuchfabrikanten aus Yorkshire, und der Firma John Swire & Sons in Liverpool gegründet. Ihr Hauptgeschäftszweck war die Verschiffung und der Absatz von britischen Baumwollwaren für John Swire & Sons in China. Das erste Geschäft von Butterfield & Swire wurde Anfang 1867 in Shanghai eröffnet, doch schon im Sommer 1868 zerbrach die Partnerschaft, sodass Butterfield & Swire ganz in die Hände von John Swire & Sons überging, ohne jedoch den Firmennamen zu ändern. Mit der Gründung der China Navigation Company in Shanghai durch John Swire & Sons wurde die Position von Butterfield & Swire in China maßgeblich gestärkt. Das Unternehmen übernahm die Vertretung von John Swire & Sons in ganz Ostasien, wobei die 1870 eröffnete Niederlassung in Hongkong den gleichen Status erhielt wie die Niederlassung in Shanghai. Der Wettbewerb in der Schifffahrt verschärfte sich in den 1870er Jahren weiter, nicht zuletzt durch die China Merchants‛ Steam Navigation Company, sodass zum Zwecke der Diversifizierung bald auch Versicherungsgeschäfte und andere Dienstleistungen mit angeboten wurden. An der chinesischen Küste, auf dem Jangtsekiang sowie in Japan, auf den Philippinen, in Südostasien und in Australien wurden zahlreiche Niederlassungen und Agenturen etabliert. Während des Zweiten Weltkriegs und durch die kommunistische Machtübernahme in China wurden die Geschäfte von Butterfield & Swire schwer beeinträchtigt, sodass sich der Schwerpunkt zunächst nach Bombay und Kalkutta, dann in die britische Kronkolonie Hongkong verlagerte. Als sich John Swire & Sons 1974 entschlossen, ihre Geschäfte in Ostasien neu zu ordnen, wurden Butterfield & Swire umbenannt zu John Swire & Sons (H. K.) Ltd. Vgl.
Marriner/Heyde, „The Senior“
;
Bickers, China Bound
.
China Merchants‛ Steam Navigation Company, ShanghaiDie 1873 gegründete China Merchants‛ Steam Navigation Company war die erste moderne Dampfschiffsreederei Chinas, die sich mit staatlicher Unterstützung gegen die Konkurrenz ausländischer Dampfschiffsgesellschaften in der chinesischen Küstenschifffahrt durchsetzten sollte. Diese wurde in den 1870er Jahren von zwei britischen Gesellschaften beherrscht, zum einen der China Navigation Company des Handelshauses John Swire & Sons in London, in Ostasien vertreten durch die Firma Butterfield & Swire, und zum anderen der Indo China Steam Navigation Company des Handelshauses Jardine, Matheson & Co.. Die deutschen Segelschiffe hatten sich zu dieser Zeitz aus der chinesischen Küstenschifffahrt bereits weitgehend zurückgezogen. Vgl.
LIU, Steamship Enterprise
;
LIU, British-Chinese Rivalry
;
HAO, Commercial Revolution
, passim;
Reinhardt, Navigating Semi-Colonialism
, passim.
Deutsch-Asiatische Bank (DAB), Shanghai / BerlinDie Deutsch-Asiatische Bank wurde 1889 auf Wunsch und mit Unterstützung der deutschen Regierung durch ein von der Disconto-Gesellschaft in Berlin geführtes Konsortium gegründet, dem insgesamt dreizehn deutsche Aktienbanken sowie Privatbankhäuser angehörten, überwiegend aus Berlin und Frankfurt am Main. Neben der Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank waren das die Häuser S. Bleichröder (Berlin), Berliner Handels-Gesellschaft KGaA, Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank), Robert Warschauer & Co. (Berlin), Mendelssohn & Co. (Berlin), Jacob S. H. Stern (Frankfurt am Main), M. A. von Rothschild & Söhne (Frankfurt am Main), Norddeutsche Bank AG (Hamburg), Sal. Oppenheim jr. & Cie. (Köln), die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank AG (München) und die Preußische Seehandlung (Staatsbank). Die Leitung der Hauptniederlassung in Shanghai übernahm Ferdinand Rinkel. Die ursprüngliche Absicht der Gründungsbanken, sich umgehend an der Finanzierung von Eisenbahnprojekten in der Provinz Shandong zu beteiligen, ließ sich nicht umsetzen. Doch nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten, die u. a. aus dem Verfall des Silberpreises resultierten, konnte sich die DAB in einem von scharfem Wettbewerb geprägten Umfeld in China als eine der führenden Auslandsbanken etablieren, die in allen Bereichen des Bankgeschäfts tätig war, in der wechselbasierten Handelsfinanzierung, im
Einlagen- und Kreditgeschäft
, im Devisenhandel, in der Notenausgabe sowie bald auch im internationalen Emissionsgeschäft. Der Durchbruch in diesem Bereich gelang durch enge Kooperation mit der Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC). Weitere Niederlassungen der DAB wurden 1896 in Kalkutta (Britisch-Indien), vor allem aber in China eröffnet: 1897 in Hankou (zunächst als Agentur, 1910 zur Filiale aufgewertet), 1898 in Tsingtau, 1900 in Hongkong, 1904 in
Tsinan
, 1905 in Peking (zunächst als Repräsentanz, 1910 zur Filiale aufgewertet) und 1910 in Kanton. In Japan konnte die DAB 1905 mit der Eröffnung einer Filiale in Yokohama ebenfalls Fuß fassen, 1906 folgte eine weitere Filiale in Kōbe. Noch im gleichen Jahr wurde außerdem eine Niederlassung in Singapur eröffnet. Durch den Ersten Weltkrieg kamen die Geschäftsaktivitäten der DAB weitgehend zum Erliegen, lebten in der Zwischenkriegszeit wieder auf, wurden aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der schrittweisen Neuordnung der Eigentümerstrukturen und der Überführung in die zur European Bank’s International Company (EBIC) gehörende European Asian Bank auf eine neue Grundlage gestellt. Vgl.
Müller-Jabusch, Deutsch-Asiatische Bank
;
Bauert-Keetman, Unternehmens-Chronik
;
Barth, Hochfinanz
;
Moazzin, Foreign Banks
;
Historische Gesellschaft der Deutschen Bank, Deep Roots
.
Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG), Hamburg; auch: Hamburg-Amerika-Linie (HAL)Zur Unternehmensgeschichte der 1847 gegründeten HAPAG in Hamburg, die sich zunächst der Transatlantikfahrt zuwandte, ihre Schiffe dann aber auch in der Ostasien- und Australienfahrt einsetzte und sich unter der Leitung ihres Generaldirektor Albert Ballin seit der Jahrhundertwende zu einer der größten Dampfschifffahrtsgesellschaften der Welt entwickelte. Ballin stützte sich u.a. auf ein „Literarisches Bureau“, in dem umfassend und systematisch Informationen über die weltweite Schiffahrt gesammelt und aufbereitet wurden. Vgl.
Witthöft, HAPAG
;
Witthöft, Hapag-Lloyd
,
Seiler, Ostasienfahrt
;
Seiler, Australienfahrt
;
Ritter, Der Kaiser und sein Reeder
;
Wiborg/Wiborg, Unser Feld ist die Welt
.
Chinese Eastern RailwayDie Chinese Eastern Railway war ein staatliches russisches Unternehmen. Vgl.
Köll, Railroads
, S. 40, 83, 136.
Heineken
, Philipp C.: Tagebuch meiner Reise nach Australien, der Südsee und dem Osten vom 21. Mai 1910 bis 11. Februar 1911, Privatdruck, Bremen 1911
Heineken
, Tagebuch meiner Reise
1911
Deutscher Klub „Concordia“, Shanghai
Generalkonsulat des Deutschen Reichs
Regierung Deutschlands, Deutsches Reich (1871–1918)
Regierung Chinas
Regierung Deutschlands, Deutsches Reich (1871–1918), Auswärtiges Amt
Bremen
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
Shanghai (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Schanghai, Shang-hae, Shang-hai, Shanghae, Shanhay
Huangpu [Fluss in China, der durch Shanghai fließt und in den Jangtsekiang mündet]; auch: Hwangpoo, Wang-pu, Whangpoo, Whangpu
Jangtsekiang [Fluss in China]; auch: Changjiang (Pinyin), Jangtse, Yang-tze-Keang, Yangtse, Yangtsye, Yangtsze, Yangtzi, Yangzijiang
Beijing (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Pekin (englisch), Peking
Colombo [Stadt auf der Insel Ceylon in Britisch-Indien]; auch: Columbo
Australien; auch: Australia (englisch)
Ozeanien; auch: Südsee
Japan; auch: Japon (französisch), Jappan
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Europa; auch: Europe (englisch)
Wusung [Ort in China, nördlich der Stadt Shanghai, an der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Huangpu gelegen]
Sydney
Zikawei [Ort in China, nahe Shanghai]
Hankou (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Han-kau, Hankau, Hankow
Qingdao (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Tsingtau, Tsingtao
Manila
Pootung [gewerbliche Siedlung rechts des Huangpu bei bzw. in Shanghai]
Heineken, Philipp CorneliusPhilipp Cornelius HeinekenKaufmann, Reeder11665989001.03.186028.12.1947Philipp Cornelius Heineken durchlief eine kaufmännische Ausbildung, bevor er einige Jahre für eine britische Firma in Liverpool tätig wwar. 1886 geründete er die Firma Heineken & Vogelsang in Bremen, die sich im Baumwollhandel betätigte. Seit 1902 gehörte er dem Aufsichtsrat des Norddeutschen Lloyds an, 1906 trat er in den Vorstand der Reederei ein und übernahm von 1909 bis 1920 das Amt des Generaldirektors. Vgl.
Prüser, „Heineken, Philipp“
.
Irmer, Georg (seit 1877: Dr.)Georg IrmerHistoriker, Archivar, Konsul11720201003.11.185313.06.1931Georg Irmer wechselte 1892, nach dem Studium und einer Tätigkeit im preußischen Archivdienst, in den Auswärtigen Dienst und übernahm Aufgaben in der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts. Im Jahr 1900 legte er die Prüfung für die konsularische Laufbahn ab und amtierte u. a. von 1907 bis 1911 als deutscher Generalkonsul in Sydney.
Buri, Charlotte vonCharlotte von Buri, geb. von Bomhard18711964Charlotte von Bomhard war seit 1896 mit Paul von Buri verheiratet.
Widmann, Clara, geb. VölkelClara Widmann1889Clara Völkel, die Tochter eines in Shanghai tätigen deutschen Apothekers, verheiratete sich 1908 mit Adolf Widmann. Vgl.
Maiwald, Leben
, passim.
Korff, Luise, geb. RösingLuise KorffLuise Korff war die zweite Ehefrau von Adalbert Korff sen. Vgl.
Maiwald, Leben
, S. 649.
LambertLambertAngestellterDer Brite Lambert war um 1910 verantwortlich für die Chankapan-Wharf in Shanghai, die in chinesischem Besitz war, aber von der Firma Melchers & Co. als Generalmanager verwaltet wurde. Lambert unterstand der Kontrolle eines Mitarbeiters des Norddeutschen Lloyds.
Ryke, dede RykeDer Belgier de Ryke entwarf um 1910 ein Bauprojekt zur Beseitigung der Wusung-Barre bei Shanghai, das von deutscher Seite kritisch gesehen wurde.
Vertreter, Vertretung; auch: agency (englisch), agent (englisch), Agent, Agentur, Alleinvertretung, Handelsagentur, representation (englisch), representative (englisch), Vertretungsgebiet, Vertretungsvertrag
Presse; auch: Tageszeitung, Wochenzeitung, Zeitung
Gesandter des Deutschen Reichs
Generalkonsul des Deutschen Reichs
Kai, Kaianlage; auch: Anlegestelle, banksall (englisch), Pieranlage, Wharf (englisch)Kais und Kaianlagen für Schiffe umfassten im 19. Jahrhundert in Ostasien in der Regel auch große, einfach gebaute Verschläge, so genannte „banksells“, die zum Verstauen von Waren, Schiffsausrüstungen sowie als Unterkünfte für kranke Seeleute dienten.
Chinesen; auch: Chinese (englisch)
Rikschafahrer; auch: RickschamännerRikschafahrer werden die Personen genannt, die eine Rikscha mit der eigenen Körperkraft vorwärts ziehen.
Bank; auch: Aktienbank, Bankenwelt, Bankgeschäft, Bankhaus, banking operations (englisch), Geldgeber, Geldinstitut, Geschäftsbank, Großbank, Investmentbank, issuing bank (englisch), merchant bank (englisch), Privatbankhaus
Geschäftsraum; auch: Büro, Bureau, Comptoir, Comtoir
Lager; auch: Lagerhaus, Magazin, Speicher, Warenhaus, Warenvorrat
Geld; auch: Baares, Geldmittel, Kassa-System, money (englisch), Verkehrsmittel, Zahlungsmittel
Kriegsschiff; auch: Kanonenboot, Panzerschiff
Dampfschiff; auch: Dampfbarkasse, Dampfboot, Dampfer, steamboat (englisch), steamer (englisch)
Postverkehr; auch: Landverbindung, overland mail (englisch), Overlandmail, Postdampfer, Postschifffahrt, Postverlauf, Sattelkurier, Ueberlandweg
Zikawei-SpitzenDie „Zikawei-Spitzen“ werden im chinesischen Zikawei hergestellt.
Shanghai-Tael [Währungseinheit]Für den Außenhandel Chinas von großer Bedeutung war der schwankende Wert des Shanghai-Taels, der um 1868 dem Gegenwert von 34,246 Gramm Silber entsprach, sich wegen der fallenden Silberpreise im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts aber dem Gegenwert von 37,759 Gramm Silber annäherte.
Kapital; auch: Aktienkapital, Bankkapital, Capital, Einschuß, Gesellschaftskapital, Privat-Capital, Stamm-Capital, working capital (englisch)
Baumwollspinnerei; auch: cotton mill (englisch)
Baumwolle, Baumwollhandel; auch: Rohbaumwolle, Rohbaumwollhandel
Arbeiter, Arbeiterin; auch: Handarbeiter, Hilfsarbeiter, Vorarbeiter
Lohn; auch: Bezüge, Gage, Gehalt, Salair, salary (englisch), Vergütung, wage (englisch)
Baumwollgarn; auch: cotton yarn (englisch)
Silber; auch: Silberladen, Silbermarkt, Silberpreis
Briten; auch: British (englisch), Britons (englisch), Engländer, English (englisch), Englishmen (englisch)
Franzosen; auch: French (englisch)
Hafen; auch: free port (englisch), Freihafen, port (englisch), VertragshafenHäfen spielten für den Handel mit und in Ostasien im langen 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle, zum einen als „Freihäfen“, wie zum Beispiel Singapur, in denen Waren ein- und ausgeführt werden konnten, ohne mit Zöllen belastet oder durch nichttarifäre Handelshemnisse beschränkt zu werden, zum anderen - und das war die häufigere Form - als „Vertragshäfen“, die zumeist nicht freiwillig, sondern unter Androhung von militärischer Gewalt oder auch erst nach einer militärischen Niederlage von den betreffenden Territorialstaaten, vor allem China und Japan, für den internationalen Handel geöffnet wurden. Dies geschah in der Regel auf der Basis eines mehr oder weniger erzwungenen Handelsvertrages, der keine gleichen Rechte für die Vertragspartner vorsah, sondern in erster Linie den Interessen der ausländischen imperialen Mächte entsprach und deshalb als Ungleicher Vertrag bezeichnet wurde. Über die Vertragshäfen wurde in China, Japan und anderen Ländern Ostasiens eine kommerzielle Revolution mit tiefgreifenden Veränderung für alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang gesetzt. Vgl.
Fairbank, Trade and Diplomacy
;
HAO, Commercial Revolution
;
Hoare, Japan‛s Treaty Ports
;
So/MyersTreaty Port Economy
;
Bickers/Jackson, Treaty Ports
;
Brunero/Villalta Puig, Life in Treaty Port China and Japan
.
Polizei; auch: Polizeigewalt
Flagge; auch: flag (englisch), Flaggenstock, Nationalflagge, SchiffsflaggeDie in der Regel aus Tuch bestehende Flagge eines Schiffes dient der Übertragung von Informationen auf weite Sicht. Dabei geht es zumeist um die Zugehörigkeit zu einer Reederei oder zu einem Staatswesen, in deren Schiffsregister das Schiff eingetragen ist; in letzterem Fall müssen weder die Eigner noch der Kapitän und die anderen Mitglieder der Schiffsmannschaft zwangsläufig ihren Sitz in dem betreffenden Staat haben. Die Nationalflaggen der Europäer wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Ostasien auch vermehrt an Land gehisst, etwa vor den ausländischen Faktoreien im chinesischen Kanton oder auf Konsulatsgebäuden.
Kapitän; auch: Capitän, Capitain, captain (englisch), Kapitaen, Schiffscapitän
Leichter; auch: Leichterschiff, Lichter, LichterschiffDer Begriff „Leichter“ bezeichnet ein kleines, flaches Transportschiff mit oder ohne eigenen Antrieb, das etwa größeren Schiffen mit mehr Tiefgang dazu dient, ihre Ladung an Land zu bringen, sich also zu erleichtern.
Fuß [Längenmaß]; auch: ‘ (Symbol)Anders als das englische Längenmaß „foot“, das noch heute gebräuchlich ist und mit 30,4788 Centimetern angesetzt wird, wurde das deutsche Längenmaß „Fuß“ mit seinen regional sehr unterschiedlich ausgeprägten Längen, die zwischen 25,00 und 33,33 Centimetern schwankten, bereits durch den Norddeutschen Bund aufgegeben und 1875verbindlich durch das Metermaß ersetzt.
Japaner; auch: Japanesen, japanische Unterthanen
Frankfurter ZeitungDie „Frankfurter Zeitung“ geht auf die 1856 von Leopold Sonnemann (1831–1909) und Heinrich Bernhard Rosenthal (1829–1876) gegründete Tageszeitung „Frankfurter Geschäftsbericht“ zurück, die für eine liberale Wirtschaftspolitik eintrat und mehrfach ihren Namen änderte. Von 1866 bis 1943 erschien sie unter dem Namen „Frankfurter Zeitung“. Gedruckt wurde sie in der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Wusung-Barre; auch: Woosung Bar (englisch), Woosung-Barre, Whangpoo-KorrektionDie Versandung des Flusses Huangpu nördlich von Shanghai, bei der Mündung des Wusung in den Huangpu, kurz bevor dieser selbst in den Jangtsekiang mündet, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als wachsende Barriere für die Schifffahrt betrachtet, gerade für größere Schiffe, und war deshalb Gegenstand langwieriger Diskussionen über die technischen Möglichkeiten und die Kosten der dauerhaften Freihaltung. Auch die deutsche Regierung beteiligte sich schließlich an der Behebung des Problems.
KarteKarten dienen zum Veranschaulichen geographischer oder geologischer Sachverhalte und Zusammenhänge.
Belgier; auch: Belgians (englisch)
Deutsche; auch: Germans (englisch)
Fracht [Frachtkosten]; auch: Frachtpreis, Frachtrate, Frachtspesen
Passage; auch: Passagegeld, Passageschein, Passagier, Passagierdampfer, Passagierschifffahrt
Frachtfahrt; auch: Befrachtung, Frachtschifffahrt, Verfrachtung
Grund und Boden; auch: Grundstück, Land
Mark, deutsche [Währungseinheit]; auch: M.Ursprünglich als Begriff für das Gewicht von Gold, Silber und Münzen verwendet, dann als Bezeichnung für verschiedene Münzen, darunter die in den norddeutschen Hansestädten gängige Courantmark, wurde die „Mark“ mit der deutschen Reichsgründung von 1870/1871 zur einheitlichen Währung des Deutschen Reiches. Sie lässt sich in 100 Pfennige aufteilen. Vgl.
Bott, Handwörterbuch des Kaufmanns, Bd. 3
, S. 833;
Junghans, Entwicklungen
.
Zins; auch: interest (englisch), Zinsentwicklung, Zinsfuß
Kontor; auch: Contor, Privat Contor
Farben; auch: Alizarinfarben, Anilinfarben, Benzofarben, dyes (englisch), Farbstoffe, Katigenfarben