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Konsortium für Asiatische Geschäfte.
Protokoll der Sitzung am 17. April 1912
Anwesend
Direction der Disconto-Gesellschaft
Norddeutsche Bank in Hamburg
Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank
(Herr Dr. A. Salomonsohn)
Deutsche Bank
(Herr Heinemann)
Dresdner Bank
(Herr Jüdell)
Berliner Handels-Gesellschaft
(Herr Dr. W. Merton)
Bank für Handel & Industrie
(Herr Andreae jr.)
S. Bleichröder
(Herr A. Wolff)
A. Schaaffhausen’scher Bankverein
(Herr Schwitzer)
Nationalbank für Deutschland
(Herr Wittenberg)
Deutsch-Asiatische Bank
Sal. Oppenheim jr. & Cie.
L. Behrens & Söhne
(Herr E. Rehders, Herr C. Erich, Herr Dr. H. Lange)
1) Der Vorsitzende bemerkt zunächst, dass die Teilnahme der Russen an den schwebenden Verhandlungen betreffend, den Botschaftern der vier Mächte seitens der russischen Regierung ein Aide Memoire überreicht worden ist, wovon den Anwesenden eine Kopie vorgelegt wird. Seitens der Japaner sind weitere Mitteilungen, ausser der, dass die Yokohama Specie Bank der Deutsch-Asiatischen Bank angezeigt hat, dass sie von ihrer Regierung mit der Vertretung der Japanischen Finanzinteressen bei den Verhandlungen|2. Blatt, Vorderseite| beauftragt sei, weder bei den Gruppen noch bei dem Auswärtigen Amt bisher eingegangen. Auf Bemerkungen, die die Deutsch-Asiatische Bank zu dem erwähnten aide-memoire der russischen Regierung Herrn Addis gegenüber gemacht hat, schlägt dieser vor, eine Konferenz der Gruppen zwecks endgültiger Regelung der Art der Beteiligung der beiden erwähnten Regierungen auf Mitte Mai einzuberufen, ein Vorschlag, dem das Consortium zustimmt.
2) Es wird ferner Abschrift eines von Herrn Addis am heutigen Tage eingegangenen Telegrammes überreicht, das einen Entwurf zu einer an die Peking-Vertreter zu richtenden Depesche enthält, worin diese über die anlässlich der schwebenden Anleihe-Verhandlungen an die chinesische Regierung zu stellenden Forderungen instruiert werden. Das Telegramm entspricht im wesentlichen den bereits in der Sitzung vom 10. ds. Mts. mitgeteilten Addis‛schen Gegenvorschlägen gegenüber dem von den Peking Vertretern in ihrem Telegramm vom 27. März cr. aufgestellten Programm.
Der Herr Vorsitzende erwähnt hierzu, dass die Franzosen den Standpunkt des deutschen Consortiums laut eines an Herrn Addis gerichteten Schreibens des Herrn Simon vom 16. cr. teilen, dass man, wenn es möglich ist, auf der Durchführung des Programmes der Peking Vertreter bestehen solle, die Amerikaner jedoch von ihrem anfänglich gleichen Standpunkt zurückgekommen und sich vollständig dem des Herrn Addis angeschlossen hätten. Von Herrn Cordes, bei dem die Deutsch-Asiatische Bank telegrafisch angefragt hatte, weswegen die Peking-Vertreter so|3. Blatt, Vorderseite| einschneidende Massregeln vorschlügen, ist eine Antwort bisher nicht eingegangen. Das erwähnte Telegramm des Herrn Addis wird verlesen und im einzelnen näher besprochen. Das Consortium hält es nach wie vor für richtig im Prinzip an dem Programm der Peking-Vertreter festzuhalten, und falls nicht das von Herrn Cordes erwartete Telegramm eine Aenderung des Stanspunktes der vier Vertreter bringe, soll Herr Addis ersucht werden, seinem nach Peking zu sendenden Telegramm die Fassung zu geben, dass die Gruppen das Programm der Vertreter, wenn möglich durchgeführt zu sehen wünschen, andernfalls aber einem Arrangement des von Herrn Addis vorgeschlagenen Inhalts beistimmen würden.
G. w. v.
Deutsch-Asiatische Bank.
Dr.Doktor
ds., dss.dieses [Monats, Schreibens etc.]
M., Mon, Mt.; Mts, Mts.Monat, Monate; [vorigen] Monats
cr.credit
G. w. v.Genehmigt wie verfasst
HADBHistorisches Archiv der Deutschen Bank, Frankfurt am Main
HADBHistorisches Archiv der Deutschen Bank, Frankfurt am Main SSekretariat
Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC), HongkongDie Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) wurde im März 1865
als Hongkong and Shanghae Banking Company Ltd. von verschiedenen britischen, indischen,
amerikanischen und deutschen Handelshäusern in Hongkong ins Leben gerufen, die sich
auf Initiative von Thomas Sutherland (1834–1922), einem Vertreter der Peninsular & Oriental
Steam Navigation Company zusammengefunden hatten. Zu den
Gründungsmitgliedern gehörte die deutsche Firma Siemssen & Co., die weitere Anteile an
Joh. Berenberg, Gossler &
Co., an Roß, Vidal &
Co. sowie Conrad
Hinrich Donner vermittelte. Die neue Bank verstand sich als eine von den Kaufleuten vor
Ort getragene Einrichtung, die den freien Handel in Ostasien finanzieren und fördern wollte. Noch
im März 1865 eröffnete sie eine Niederlassung in Shanghai und begann, sowohl in Hongkong als auch in Shanghai eigene Banknoten herauszugeben. Im August 1866 wurde
sie von den Behörden offiziell zugelassen, bekam das formelle Recht zur Ausgabe
von Banknoten und zur
Verwaltung von Regierungsgeldern zugesprochen und firmierte um zur Hongkong
and Shanghai Banking Corporation (HSBC). Bald darauf eröffnete sie eine
weitere Niederlassung in Yokohama.
In den 1870er und 1880er Jahren entwickelte sich die HSBC zu einer der
wichtigsten Außenhandelsbanken in Ostasien, die das Vertrauen der Kaufleute vor Ort besaß und sich
gleichzeitig in London refinanzieren
konnte, sodass ihr China- und Japangeschäft fast ausschließlich in Pfund Sterling abgewickelt
wurde, also in einer stabilen Goldwährung. Zu den Kunden der
Bank, die ihr
Niederlassungsnetz in Ostasien kräftig ausbaute, zählten auch zahlreiche
deutsche Firmen, darunter beispielsweise Arnhold, Karberg & Co. sowie Carlowitz & Co., die bis
1914 auch im Board of Directors vertreten waren. 1889 eröffnete die HSBC
eine Niederlassung in Hamburg, die
von Julius Brüssel
geleitet wurde. Im Zweiten Weltkrieg verlagerte die Bank ihren Hauptsitz vorübergehend nach London, kehrte aber schon 1946 nach
Hongkong zurück. Die
kommunistische Machtübernahme in China
beschränkte die erneute Geschäftsausweitung, auch wenn die Niederlassung Shanghai fortbestand und sich
weiterhin der Exportfinanzierung widmen durfte. 1989 änderte die HSBC, die 1959
die Mercantile Bank of India
Ltd. übernommen und danach auf forcierten internationalen
Expansionskurs gegangen war, ihre Rechtsform zur Hongkong and Shanghai
Banking Corporation Ltd. Seit 1991
ist sie eine Tochtergesellschaft der HSBC Holdings plc mit Sitz in London. Vgl. zur
Unternehmensgeschichte die umfassende Darstellung:
King, Hongkong and Shanghai
Banking Corporation
.
Norddeutsche Bank AG bzw. KGaA, HamburgDie 1856 von Kaufleuten und Privatbankiers gegründete Norddeutsche Bank AG entwickelte sich
rasch zur größten Geschäftsbank
Hamburgs. Zu ihren Mitbegründern
zählten u. a. die Handelshäuser J. C. Godeffroy & Sohn,
Ross, Vidal & Co.
sowie F. J. Tesdorpf &
Sohn. Die Aktienbank erhielt zwar nicht, wie anfangs erhofft, das Recht zur Ausgabe
von Banknoten,
betätigte sich aber sehr erfolgreich im Emissionsgeschäft und in der Industriefinanzierung. Sie brachte nicht nur öffentliche und
private Anleihen, sondern
auch Aktien auf den Markt,
darunter die der HAPAG.
Die enge Zusammenarbeit mit der Disconto-Gesellschaft in Berlin auf dem Gebiet der Industriefinanzierung führte 1895 zur Übernahme durch die Berliner
Großbank, die der Norddeutschen Bank in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktienbasis jedoch weiterhin ein recht
selbständiges Agieren ermöglichte. Max von Schinckel, der bisherige erste
Direktor der Norddeutschen Bank trat bei der Übernahme als Geschäftsinhaber
in die Disconto-Gesellschaft ein. 1929 gingen beiden Banken schließlich in der
Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft auf. Vgl.
Wulff, Norddeutsche
Bank
;
Schmidt, Bankwesen
.
Deutsche Bank (seit 1929: Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft), BerlinDie 1870 gegründete Deutsche Bank in Berlin maß der Finanzierung des deutschen Außenhandels große Bedeutung bei. Ihr Versuch, sich neben den beiden ersten Inlandsfililen in Hamburg und Bremen schon 1872 auch mit jeweils einer Filiale in Shanghai und Yokohama zu etablieren, war allerdings trotz des durchaus erfahrenen Personals, das u. a. vom Comptoir d‛Escompte de Paris angeworbenen wurde, kein dauerhafter Erfolg beschieden. Die beiden Filialen in Ostasien, die Wechsel an- und verkauften, kurzfristige Kredite bewilligten und langfristige Darlehen gegen Sicherheiten gewährten und auch Depositen hereinnahmen, mussten nach nur drei Jahren wieder geschlossen werden. Denn zum einen fielen die Geschäftsmöglichkeiten schwächer aus als erwartet, zum anderen erwies sich die Kapitalausstattung der beiden Filialen mit Silberdotationen angesichts des Verfalls des Silberpreises als problematisch. 1875 wurden die verlustreichen Geschäfte der Filialen Shanghai und Yokohama deshalb auf die im März 1873 etablierte Deutsche Bank London Agency übergeleitet, wo sie nun in Pfund Sterling, einer stabilen Goldwährung, abgewickelt und die hohen Währungsrisiken damit gemildert werden konnten. Die spätere Beteiligung der Deutschen Bank an der Deutsch-Asiatischen Bank war ein weniger riskanter Weg, bei der Finanzierung des deutschen Ostasienhandels, bei Eisenbahn- und Bergbauprojekten sowie bei Emissionsgeschäften in China und Japan mitzuwirken. - Als Überblicksdarstellung zur Geschichte der Deutschen Bank von den Anfängen bis 1914:
Plumpe, Zeitalter der Ersten Globalisierung
.
Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank), Darmstadt / BerlinZur Unternehmensgeschichte der 1853 in Darmstadt als Aktiengesellschaft gegründeten Bank für Handel und Industrie, die sich schwerpunktmäßig der Finanzierung des Eisenbahnbaus widmete und ihren Sitz 1871 nach Berlin verlegte:
Böhme, Gründung und Anfänge
.
A. Schaaffhausen‛scher Bankverein, Köln / BerlinDer A. Schaaffhausen‛sche Bankverien in Köln geht zurück auf das 1791 von Abraham Schaaffhausen unter seinem Namen gegründete Handelshaus, das auch Bankgeschäfte betrieb und im 19. Jahrhundert verstärkt in die rheinisch-westfälische Montan- und Schwerindustrie zu investieren begann. Durch Immobilienspekulationen 1848 in eine schwere Krise geraten, wurde die Bank von anderen Bankiers und Kaufleuten mit Hilfe staatlicher Garantiezusagen aufgefangen, um einen Zusammenbruch und negative Folgen für ihre zahlreichen Geschäftspartner in der Industrie, darunter beispielsweise auch J. J. Langen & Söhne, zu verhindern. Im Zuge der Rettungsaktion wurde die Bank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt; sie war die erste Bank in Preußen überhaupt, die als Aktiengesellschaft zugelassen wurde und konnte sich in den folgenden Jahren rasch erholen und wieder stabilisieren. Sie betätigte sich erneut vor allem in der Industriefinanzierung. Nach 1900 begann der Aufbau eines Filialnetzes. Vgl.
Pohl, Europäische Bankengeschichte
, passim.
Deutsch-Asiatische Bank (DAB), Shanghai / BerlinDie Deutsch-Asiatische Bank wurde 1889 auf Wunsch und mit Unterstützung der deutschen Regierung durch ein von der Disconto-Gesellschaft in Berlin geführtes Konsortium gegründet, dem insgesamt dreizehn deutsche Aktienbanken sowie Privatbankhäuser angehörten, überwiegend aus Berlin und Frankfurt am Main. Neben der Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank waren das die Häuser S. Bleichröder (Berlin), Berliner Handels-Gesellschaft KGaA, Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank), Robert Warschauer & Co. (Berlin), Mendelssohn & Co. (Berlin), Jacob S. H. Stern (Frankfurt am Main), M. A. von Rothschild & Söhne (Frankfurt am Main), Norddeutsche Bank AG (Hamburg), Sal. Oppenheim jr. & Cie. (Köln), die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank AG (München) und die Preußische Seehandlung (Staatsbank). Die Leitung der Hauptniederlassung in Shanghai übernahm Ferdinand Rinkel. Die ursprüngliche Absicht der Gründungsbanken, sich umgehend an der Finanzierung von Eisenbahnprojekten in der Provinz Shandong zu beteiligen, ließ sich nicht umsetzen. Doch nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten, die u. a. aus dem Verfall des Silberpreises resultierten, konnte sich die DAB in einem von scharfem Wettbewerb geprägten Umfeld in China als eine der führenden Auslandsbanken etablieren, die in allen Bereichen des Bankgeschäfts tätig war, in der wechselbasierten Handelsfinanzierung, im
Einlagen- und Kreditgeschäft
, im Devisenhandel, in der Notenausgabe sowie bald auch im internationalen Emissionsgeschäft. Der Durchbruch in diesem Bereich gelang durch enge Kooperation mit der Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC). Weitere Niederlassungen der DAB wurden 1896 in Kalkutta (Britisch-Indien), vor allem aber in China eröffnet: 1897 in Hankou (zunächst als Agentur, 1910 zur Filiale aufgewertet), 1898 in Tsingtau, 1900 in Hongkong, 1904 in
Tsinan
, 1905 in Peking (zunächst als Repräsentanz, 1910 zur Filiale aufgewertet) und 1910 in Kanton. In Japan konnte die DAB 1905 mit der Eröffnung einer Filiale in Yokohama ebenfalls Fuß fassen, 1906 folgte eine weitere Filiale in Kōbe. Noch im gleichen Jahr wurde außerdem eine Niederlassung in Singapur eröffnet. Durch den Ersten Weltkrieg kamen die Geschäftsaktivitäten der DAB weitgehend zum Erliegen, lebten in der Zwischenkriegszeit wieder auf, wurden aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der schrittweisen Neuordnung der Eigentümerstrukturen und der Überführung in die zur European Bank’s International Company (EBIC) gehörende European Asian Bank auf eine neue Grundlage gestellt. Vgl.
Müller-Jabusch, Deutsch-Asiatische Bank
;
Bauert-Keetman, Unternehmens-Chronik
;
Barth, Hochfinanz
;
Moazzin, Foreign Banks
;
Historische Gesellschaft der Deutschen Bank, Deep Roots
.
Bankhaus L. Behrens & Söhne, HamburgDie 1806 von Levy Behrens gemeinsam mit zweien seiner Söhne gegründete Firma L. Behrens & Söhne in Hamburg betätigte sich nicht nur im Tuchwarenhandel, sondern auch als Bank, war also eine klassische Merchant Bank, die mit dem 1815 von einem der beiden Söhne, Salomon Levy Behrens, in Manchester errichteten Firma S. L. Behrens & Co. in enger Verbindung stand und in den 1850er Jahren - gestützt auf die Zusammenarbeit mit den
Rothschilds
in London und Frankfurt am Main - zu einem der führenden privaten Bankhäuser Hamburgs aufstieg. 1938 wurde das Bankhaus an nichtjüdische Eigentümer verkauft, also „arisiert“. Vgl.
Chapman, Merchant Banking
, S. 19, 123.
Yokohama Specie Bank (Yokohama Shōkin Ginkō), YokohamaDie 1879 gegründete Yokohama Specie Bank, an der zu zwei Dritteln privates Kapital beteiligt war, widmete sich der japanischen Außenhandelsfinanzierung und wurde dabei durch die 1882 gegründete Bank von Japan (Nippon Ginkō) unterstützt, etwa durch die Rediskontierung von Auslandswechseln zu besonders günstigen Bedingungen. Seit 1897 oblag der Yokohama Specie Bank die exklusive Abwicklung und Aufsicht über den japanischen Außenwirtschaftsverkehr. Ihre Niederlassung in London fungierte als japanische Zentralbank in Europa, außerdem erhielt die Bank das Recht, in ihren Niederlassungen in China eigene Banknoten auszugeben, die in Tael oder Dollar denominiert waren. Sie war außerdem bis 1917 in Hongkong, Britisch-Indien, Britisch-Burma, Niederländisch-Indien, Australien, den USA und Südamerika mit zahlreichen Niederlassungen und Agenturen vertreten. Vgl.
TAMAKI, Yokohama Specie Bank
;
Horesh, Competing Imperial Banking
.
Regierung Chinas
Regierung Russlands
Regierung Japans
Regierung Deutschlands, Deutsches Reich (1871–1918), Auswärtiges Amt
Berlin
Beijing (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Pekin (englisch), Peking
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
Addis, Charles Stewart (seit 1913: Sir)Charles Stewart AddisBankier, politischer Berater23.11.186114.12.1945Charles Stewart Addis war von 1880 bis 1933 für die Hongkong and Shanghai Banking Corporation tätig, zunächst in Singapur, dann in der Zentrale in Hongkong. Nach Beginn der Chinesischen Revolution im Herbst 1911 nahm Charles Stewart Addis als Repräsentant einer britischen Bankengruppe, die sich zuvor an der Emission chinesischer Staatsanleihen beteiligt hatte, an verschiedenen internationalen Interbanken-Konferenzen teil. 1913 wurde er zum Ritter geschlagen (Knight Bachelor). Von 1918 bis 1932 amtierte er zudem als Direktor der Bank of England. Vgl.
Dayer, „Addis, Sir Charles Stewart“
;
King, Hongkong and Shanghai Banking Corporation, Bd. 1
, passim;
King, Hongkong and Shanghai Banking Corporation, Bd. 2
, passim.
Heinemann, ElkanElkan HeinemannBankangestellter17.01.185919.09.1941Elkan Heinemann durchlief seine Lehrjahre vermutlich in Antwerpen und Brüssel und trat 1886 in die Deutsche Bank in Berlin ein, die ihm 1893 Prokura erteilte und bald darauf mit der Leitung des Sekretariats betraute, von dem das internationale
Emissions- und Konsortialgeschäft
der Bank abgewickelt wurde. Von 1906 bis 1923 gehörte er dem Vorstand der Deutschen Bankan und war weiterhin für das Sekretariat verantwortlich. Er galt als Mann, der riskante Geschäfte zu vermeiden versuchte, was sich auch bei der Anbahnung der Beteiligung der Deutschen Bank an dem 1910 von Hamburger Handelshäusern ins Leben gerufenen Straits und Sunda Syndikat zeigte. Nach seinem Ausscheiden aus der Bank in 1920er Jahren siedelte Elkan Heinemann nach Frankreich über, wo er 1941 verstarb. Vgl.
Plumpe, Zeitalter der Ersten Globalisierung
, S. 141 (Foto) sowie passim.
Jüdell, FelixFelix JüdellBankier106730122418.08.185422.10.1938Felix Jüdell trat 1881 in die Dresdner Bank ein und gehörte von 1897 bis 1925 dem Vorstand der Bank an. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand war er Mitglied im Aufsichtsrat dieser Geschäftsbank. 1929 veröffentlichte er eine Geschichte der Dresdner Bank. Vgl.
Jüdell, Erfahrung
.
Rehders, EmilEmil RehdersAngestellterEmil Rehders war um 1912 einer der Direktoren der Deutsch-Asiatischen Bank in China und nahm im März 1912 als Repräsentant der deutschen Bankengruppe an einer Interbanken-Konferenz in London teil, die sich mit der Frage neuer Anleihen für die republikanische chinesische Regierung befasste. Er vertrat um 1912 außerdem die Deutsch-Asiatische Bank im Konsortium für Asiatische Geschäfte. Vgl.
Müller-Jabusch, Deutsch-Asiatische Bank
, passim;
King, Hongkong and Shanghai Banking Corporation, Bd. 2
, S. 271;
Moazzin, Foreign Banks
, S. 95f., 128.
Vertreter, Vertretung; auch: agency (englisch), agent (englisch), Agent, Agentur, Alleinvertretung, Handelsagentur, representation (englisch), representative (englisch), Vertretungsgebiet, Vertretungsvertrag
Bank; auch: Aktienbank, Bankenwelt, Bankgeschäft, Bankhaus, banking operations (englisch), Geldgeber, Geldinstitut, Geschäftsbank, Großbank, Investmentbank, issuing bank (englisch), merchant bank (englisch), Privatbankhaus
Franzosen; auch: French (englisch)
Kontrolle; auch: Aufsicht, Controlle
Russen; auch: Russians (englisch)
Japaner; auch: Japanesen, japanische Unterthanen
Telegramm; auch: Depesche, Kabel
Amerikaner; auch: Americans (englisch)
Telegrafie; auch: Cabeln, Code, Drahten, Private Code (englisch), Special Code (englisch), Telegraph, telegraph (englisch), Telegraphic Address (englisch), TelegraphieNeben Briefen und anderen schriftlichen Nachrichten wurde die Telegrafie im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Kommunikationsmedium der im Fernhandel tätigen Kaufleute und Reeder. Nachdem die technischen Infrastrukturen geschaffen worden waren, ging es nicht zuletzt darum, neue Routinen und Rhythmen im Umgang mit dem Medium sowie Wege zu finden, eigene Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Zu diesem Zweck wandten die Kaufleute in ihrer telegrafischen Geschäftskorrespondenz häufig eigene, speziell entwickelte Codes an, sodass die übermittelten Informationen, etwa sensible Preisinformationen oder Namen von Auftraggebern und Kunden, nicht ohne Weiteres von Dritten mitgelesen werden konnten. Durch Verkürzung der Wortlängen konnten zudem erhebliche Kosten gespart werden. Vgl. hierzu exemplarisch:
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 78f. - Zur generellen Bedeutung der Telegrafie für die wirtschaftliche Globalisierung:
Wenzlhuemer, Connecting the Nineteenth-Century World
.