|1. Blatt, Vorderseite|
Notiz für die Kreditabteilung.
Betr. C. Illies & Co.
Heute war Illies bei uns, der von seinem mehrmonatigen Aufenthalt nach Japan zurückgekehrt ist. Er ist hinübergegangen, um seinen Associé Pohl abzulösen, der einen längeren Urlaub in Europa benötigte.
Ich habe mich mit Herrn Illies eingehend über die japanischen Verhältnisse unterhalten. I. ist der Ansicht, dass der ausserordentliche Fleiss und das Streben der Japaner schliesslich auch ihrem Wirtschaftsleben zu einem Erfolg verhelfen müsste. Einen Einblick in die Staatsfinanzen zu erhalten, ist allerdings schwierig; man scheint ja mit aller Mühe sparen zu wollen. Neu war mir, dass auch die bedeutenden japanischen Staatsmänner aus ihrer Stellung finanziellen Nutzen zu ziehen scheinen. So sagt man u. a. aus, dass Takahashi, der früher kein nennenswertes Vermögen besass, jetzt über ein grosses Vermögen verfügen soll. Ein Hauptfehler Japan‛s scheint der, dass man allgemein den an sich hohen Steuern in erheblich grösserem Umfange als in andern Ländern durch niedrigere Deklarationen auszuweichen versucht, und dass dies so allgemein Usus ist, dass niemand darin etwas schlechtes sieht. Illies ist der Ansicht, dass durch eine energische Steuergesetzgebung, welches falsche Steuerdeklarationen kriminell erheblich bestraft, die Japaner mit sehr viel niedrigeren Steuern auskommen würden.
Die Firma scheint sich in den letzten Jahren stetig weiter entwickelt zu haben. Sie nimmt insofern wohl vor den andern europäischen Firmen einen Vorrang ein, als die grossen japanischen Firmen, Mitsui, Takata, Okura, welche, [nachträglich ergänzt: da sie]] eingesehen haben, dass es bei grossen Geschäften doch häufig in ihrem Interesse liegt, eine europäische Firma hinzuzuziehen, mit Vorliebe mit Illies|2. Blatt, Vorderseite| zusammengehen. Illies scheint Mitsui und Takata beide für unbedingt gut und auch moralisch hochstehend anzusehen. Die grossen englischen Firmen, wie z. b. Samuel, Samuel & Co. scheinen entschieden an Bedeutung verloren zu haben. Von den deutschen Firmen kommen Simon, Evers & Co. offenbar ganz gut weiter, da speciell das Maschinengeschäft, das sie betreiben, ein gutes ist. Kaufmann und Senger sind drüben auch immer noch beliebt, und man scheint drüben die ganze Schuld betr. des damaligen Zusammenbruchs auf den früheren Partner der Firma in Kobe zu schieben. Ueber Raspe & Co. hat I. entschieden eine weniger gute Meinung, und war es sicher sehr richtig, dass wir uns von dieser Firma zurückgezogen haben. Raspe & Co. haben in den letzten Jahren verschiedentlich Misserfolge erlitten. Der alte Raspe, welcher sich eigentlich schon aus dem Geschäft zurückgezogen hatte, hat tatsächlich immer noch sein Geld in der Firma und scheint auch verschiedentlich Verluste auf sich genommen zu haben. Reese soll auch schon versucht haben, sich aus der Firma wieder zurückzuziehen, vorläufig bleibt er aber noch darin. Ein tüchtiger Beamter der Firma: Refardt, ein Neffe des einen Inhabers, der bei Raspe fortgegangen ist, kommt jetzt zu Illies & Co. – Illies, die häufig grosse Installationen für industrielle Anlagen nach drüben liefern, und diese von der Uebernahme von der Fabrik ab bis zur Uebernahme drüben zu finanzieren haben, konnten von unserm Credit bisher nicht vollen Gebrauch machen, weil sie gegen jede Aussendung [nachträglich handschriftlich ergänzt: nur]] einmal trassiert haben. I. hat mich gefragt, ob wir damit einverstanden wären, wenn sie die Tratten gegen jede Aussendung [nachträglich maschinenschriftlich ergänzt: ev.]] einmal erneuern, was ich ihm selbstverständlich zugesagt habe. Ebenso habe ich mich damit einverstanden erklärt, um der Firma die Benutzung des Kredites zu erleichtern, dass sie, wenn sie einen grösseren Betrag trassiert und im Moment nur ein Teil der Dokumente zum Versand bereit ist, die andern Dokumente später liefert. – Eigentlich wird der Kredit ja überhaupt von uns als Blankokredit betrachtet; er|3. Blatt, Vorderseite| ist aber ursprünglich als Rembours-Credit vereinbart, und da der alte Illies ihm seiner Zeit eingeschärft hat, den Kredit nur gegen Dokumente zu benutzen, so möchte er hiervon noch nicht abgehen. Illies & Co. könne gelegentlich ev. auch einmal in die Lage kommen, Blancocredite zu verwenden, und ich habe I. anheim gegeben sich, sich dann doch an uns zu wenden. Ich habe ihm dabei den Wunsch ausgedrückt, dass wir dann auch etwas mehr dabei verdienen und galube ich wohl, dass es möglich sein wird, bei solchen Blancocrediten eine leichte Erhöhung der Provision durchzusetzen (jedenfalls 1/2 %, anstatt 3/8 %).
Hamburg, den 31. Oktober 1913.
Laut Aufgabe von Herrn Dr. Warburg
handschriftliche Paraphe: FMW.
betr.betreffend
u. a., u. A., U. A.unter anderem, unter anderen
z. B.zum Beispiel
ev., event., eventl., evtl.eventuell
SWAStiftung Warburg Archiv, Hamburg
SWAStiftung Warburg Archiv, HamburgC-109000C. Illies & Co., Hamburg
Bankhaus M. M. Warburg & Co., HamburgDas Bankhaus M. M. Warburg & Co., gegründet 1798 von Moses Marcus Warburg (1763–1830) und Gerson Warburg (1765–1825) in Altona, entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten deutschen Privatbanken. Sie pflegte enge Geschäftsbeziehungen zu den Überseekaufleuten und Reedern der Hansestadt Hamburg, zu anderen renommierten Bankiers in Deutschland, Europa und den USA und sie beteiligte sich nach der Gründung des Deutschen Reichs am auflebenden Wertpapierhandel ebenso wie an internationalen Emissionsgeschäften. Vor allem Moritz M. Warburg, der 1891 als Prokurist in die Bank eintrat, prägte ihre weitere, in die Weltwirtschaft eingebundene Entwicklung, etwa durch den Aufbau enger Geschäftsbeziehungen zu Albert Ballin und der HAPAG, durch sein Enagement für die deutschen kolonialen Bestrebungen und durch seinen wachsenden Einfluss als internationaler Finanzdiplomat. Vgl.
Vagts, M. M. Warburg & Co.
;
Rosenbaum/Sherman, Bankhaus M. M. Warburg & Co.
;
Kleßmann, M. M. Warburg & CO
.
C. Illies & Co., Yokohama / Hamburg (japanischer Firmenname: Irisu Shōkai)Das von Louis Kniffler
unter der Firma L. Kniffler &
Co. aufgebaute und seit April 1880 von Carl Illies sen. unter der Firma C. Illies & Co. mit Sitz
in Yokohama fortgeführte
Unternehmen stützte sich auch weiterhin auf eine Niederlassung in Kōbe und eine Niederlassung in Düsseldorf, letztere bis 1888
sogar unter dem Firmennamen L. Kniffler & Co.; erst nach dem Tod von Louis Kniffler wurde sie
nach Hamburg verlagert und in das
Handelshaus C. Illies & Co. integriert, das sich nun zu einem von Carl Illies sen. geprägten Familienunternehmen wandelte. In Japan, wo bereits 1885 eine weitere Niederlassung in Tokio eröffnet worden war, rückten die
Importe von Maschinen,
Motoren, Pharmazeutika, Chemikalien und Farben sowie Investitionsgütern für den Infrastrukturausbau zur Modernisierung
und Rüstung Japans in den Mittelpunkt.
C. Illies & Co. übernahmen in die Vertretung namhafter deutscher
Industrieunternehmen, darunter beispielsweise Friedr. Krupp. Doch Carl Illies sen. betrieb zugleich eine
bewusste „Japanisierung“ seines Unternehmens, was in der Verwendung eines
japanischen Firmennamens und der Ernennung japanischer Repräsentanten, die
bis in die höchsten gesellschaftlichen Kreise hinein vernetzt waren, zum
Ausdruck kam, um sich Aufträge von japanischen Regierungs- und
Behördenvertretern zu sichern. Nicht nur die Konkurrenz mit
britischen, französischen und amerikanischen sowie neuen deutschen Firmen,
etwa H. Ahrens & Co., M. Raspe & Co. und Carl Rohde & Co., war
ausgeprägt; hinzu kamen neue japanische, von den dortigen Behörden
bevorzugte Firmen. Die Firmenzentrale von C. Illies & Co. wurde im Mai
1898 nach Hamburg verlagert. In Japan wurden zusätzliche Filialen in
Shimonoseki
bzw.
Moji, Osaka (1900) sowie Kure
(1912/1913) eröffnet, die aber nur als Stützpunkte dienten und personell schwach
besetzt waren. C. Illies & Co. gelang es nun, immer zahlreichere
Vertretungsaufträge von deutschen Industrieunternehmen zu erlangen, die Maschinen und Anlagen
nach Japan lieferten, darunter nun
auch Felten &
Guilleaume. Die Konkurrenz durch andere deutsche und europäischen
Handelsfirmen war allerdings auch gewachsen und zudem hatten sich japanische
Firmen in Hamburg angesiedelt, die
einen wachsenden Anteil des japanischen Exports abwickelten, der um
1900 nur noch zu rund 60 Prozent über ausländische Firmen lief, während es
um 1892 noch rund 80 Prozent gewesen waren. Um die Tendenz zur Etablierung
von Werksvertretungen deutscher Industrieunternehmen in Japan abzuschwächen, wie sie auch von Felten & Guilleaume
erwogen wurde, gründeten C. Illies & Co. vermehrt eigene technische
Abteilungen, z. B.
die Farben-, die Eisen-
sowie die Ingenieur- und Maschinenabteilung. Sinkende Gewinnspannen im Handel
führten dazu, dass man auch den Einstieg in Finanzierungs- und
Beteiligungsgeschäfte erwog, was aber als sehr risikoreich erkannt und
deshalb zurückgestellt wurde. Nach 1905 vermittelte die Firma allerdings
vermehrt japanische Unternehmensanleihen an ausländische Investoren. Ob eine anvisierte engere
Kooperation mit der Deutschen
Bank in diesem Bereich zustande kam, ist mangels überlieferter
Quellen aber fraglich. Als Carl
Illies sen. 1910 verstarb, übernahm sein Sohn Carl Illies jun. die zu dieser Zeit
gut florierenden Geschäfte. Vgl.
Molsen, C. Illies & Co.
;
Bähr/Lesczenzki/Schmidtpott, C. Illies &
Co.
.
Simon, Evers & Co. (seit 1908: GmbH), HamburgDie Firma Simon, Evers & Co. mit Sitz in Hamburg wurde 1873 durch Julius Simon und August Evers gegründet, die zuvor für
andere deutsche Handelshäuser in Japan
tätig gewesen waren. Gestützt auf eine Niederlassung in Yokohama, die von Martin Burchard geleitet
wurde, sowie eine weitere Niederlassung in Kobe, importierten Simon, Evers & Co. anfangs vor allem Reis nach Deutschland und in die Niederlande und exportierten Textilien, Farben, Chemikalien, Pharmazeutika, Drahtstifte, Eisendraht sowie
ganze Schiffe aus Deutschland
nach Japan. Immer größere Bedeutung
gewannen in den 1880er und 1890er Jahren der Import von Industriewaren, Maschinen und Anlagen,
so lieferte die Firma beispielsweise den ersten elektrischen Aufzug für ein
japanisches Warenhaus und die erste Zentralheizung für den japanischen
Kaiserpalast. Mit dem Import von Bremssystemen für die japanische Staatsbahn
und Kleinstkraftwerke
mit Wasserturbinen und
Benzinmotoren trugen
Simon, Evers & Co. zur Elektrifizierung
Japans bei. Als Martin Burchard 1882
nach Hamburg zurückkehrte brachte er
zudem die Vertretung des MITSUI-Konzerns als geschäftliche Aufgabe mit. Nach dem Tod von
Julius Simon und August Evers übernahmen Maximilian Kaufmann
und Julius Saenger als
persönlich haftende Gesellschafter die Leitung der Niederlassungen in Yokohama und Kobe. Spekulationen des Angestellten Fr. Luedecke an der Börse in
Osaka bescherten der Firma 1908
hohe Verluste, sodass die
Gläubigerbanken,
darunter die Chartered Bank of
India, Australia and China, die Hongkong and Shanghai Banking
Corporation und die Deutsch-Asiatische Bank, die Warenlager der Firma Simon, Evers
& Co. beschlagnahmten. Um das Unternehmen zu retten, wurde es in eine
Gesellschaft mit
beschränkter Haftung umgewandelt und firmierte seither als Simon,
Evers & Co. GmbH. - Nähere Informationen zur Firma sowie ihren
wichtigsten Repräsentanten finden sich bei:
Lepach, Meiji-Porträts
. Vgl.
außerdem:
Molsen, Simon,
Evers & Co.
.
M. Raspe & Co., KobeDas von Max Raspe 1877 in Kobe gegründete Handelshaus M. Raspe & Co. widmete sich zunächst vor allem dem Import von Maschinen und dem Export von Textilien. 1885 wurde eine Vertretung in Hamburg eingerichtet, deren Leitung zunächst Georg Kleinwort übernahm, später trat Hans Rudolph Raspe, ein jüngerer Bruder von Max Raspe, an seine Stelle. Auch in Japan expandierte das Unternehmen, so wurden Niederlassungen in Yokohama, Tokio, Shimonoseki und Nagasaki eröffnet. Zum Schwerpunkt entwickelte sich der Import von
Textil- und Eisenwaren
, Chemikalien, Farben und Medikamenten nach Japan. M. Raspe & Co. übernahmen die Vertretung namhafter deutscher Exportfirmen, darunter beispielsweise bis zur Fusion mit Siemens die Firma Schuckert & Co. Ende 1901 schloss auch die Kölner Firma Felten & Guilleaume einen Vertretungvertrag mit M. Raspe & Co. für Japan, was nicht zuletzt zur Erlangung von begehrten japanischen Regierungsaufträgen genutzt werden sollte. 1903 wurde eine Niederlassung in Hamburg eröffnet, 1911 eine weitere in London. Nach dem Ersten Weltkrieg gelang es nicht, die Geschäfte wieder aufzubauen, die Firma ging 1918 in Liquidation. Vgl.
Lepach, Meiji-Porträts
. - Speziell zum Vertretungsvertrag mit Felten & Guilleaume: Vgl.
Vogt, Überseebeziehungen von Felten & Guilleaume
, S. 236–239, 242–246, 253.
MITSUI-Konzern, JapanDer Familie MITSUI, die
zu den traditionsreichen japanischen Kaufmannsfamilien zählt, gelang in
der Zeit der Meiji-Restauration ein Familienunternehmen zu begründen,
das nicht nur im Bankgeschäft und im Handel tätig war, sondern auch eigene Bergwerke unterhielt,
eine sogenannte Zaibatsu. Erst 1892 kam es zur endgültigen Trennung von Familie und den
eigentlichen Geschäftbereichen, die nun sämtlich als Partnerschaften
mit beschränkter Haftung
konstituiert wurden, darunter die schon 1876 gegründete Mitsui & Co. Ltd., in der die
Handelsaktivitäten gebündelt wurden. Die Gesamtleitung übernahm als
Generalmanager NAKAMIGAWA Hikojirō. Er strebte größere Unabhängigkeit von
Regierungsaufträgen an und begann, forciert in industrielle
Unternehmungen zu investieren. Oberhaupt der Familie war von 1900 bis 1945
MITSUI Takaharu, der als ein Deutschland sehr verbundenen Mann galt. Aus der Zaibatsu ging zwischen
1947 und 1950 die Mitsui-Keiretsu hervor, die heute als Mitsui Group
international tätig ist. Ein knappes Unternehmensporträt findet sich in:
Japan. An Illustrated
Encyclopedia
, S. 982–984. Vgl. außerdem:
Russell, Das Haus
Mitsui
;
Roberts, Mitsui
.
Samuel Samuel & Co. (seit 1907: Ltd.), YokohamaDie 1878 gegründete britische Firma Samuel Samuel & Co. mit Sitz in Yokohama beruhte auf einer Partnerschaft von Samuel Samuel and Marcus Samuel jun. und eröffnete 1882 ihre Geschäfte in Japan, zunächst nur in Yokohama, später auch in Kobe, Moji und Shimonoseki. Sie war sowohl im Handel als auch im Versicherungsgeschäft tätig. 1907 firmierte sie um zur Samuel Samuel & Co. Ltd., wobei sich Marcus Samuel jun. nun zurückzog. Vgl. L
Lepach, Meiji-Porträts
.
Hamburg
Japan; auch: Japon (französisch), Jappan
Europa; auch: Europe (englisch)
TAKAHASHI KorekiyoTAKAHASHI KorekiyoPolitiker, Staatsmann13359737727.07.185426.02.1936TAKAHASHI Korekiyo studierte in Japan, Großbritannien und den USA die englische Sprache und amerikanische Kultur. Nach seiner 1875 erfolgten Rückkehr nach Japan war er in verschiedenen japanischen Schulen, Behörden und Ministerien tätig. 1891 wurde er zum Vizepräsidenten, später zum Präsidenten der Bank von Japan ernannt. Zugleich hatte er wichtige Positionen bei der für den Außenhandel zuständigen Yokohama Specie Bank inne, für die er seit 1895 als Manager, seit 1896 im Range eines Direktors und seit 1897 als Vizepräsident tätig war, bevor er in Personalunion zum Präsidenten der Yokohama Specie Bank und der Bank von Japan ernannt wurde. 1904 entsandte ihn die japanische Regierung in die USA und nach Großbritannien, um mit Vertretern amerikanischer und britischer Banken über japanische Anleihen zur Finanzierung des Russisch-Japanischen Krieges zu verhandeln. 1913 wurde TAKAHASHI Korekiyo erstmals, 1918 nochmals zum japanischen Finanzminister ernannt. Im November 1921 übernahm er das Amt des japanischen Premierministers, trat aber schon im Juni 1922 wieder zurück. Von 1931 bis 1936 amtierte er dann erneut als japanischer Finanzminister und erwarb sich in der Weltwirtschaftskrise von 1929 den Ruf eines profunden Finanzexperten, der sich auf die Lehren von John Maynard Keynes stützte. Im Februar 1936 fiel er einem politischen Mord zum Opfer. Vgl.
Smethurst, Foot Soldier
.
Raspe, Max Hans HermannMax Hans Hermann Raspe (Max Raspe)Angestellter, Kaufmann23.10.185020.01.1922Max Raspe war im Anschluss an eine kaufmännische Ausbildung seit 1873 für L. Kniffler & Co. in Japan tätig und zwar in deren Niederlassung in Kobe. 1877 entschloss er sich, ein eigenes Unternehmen zu gründen, die Firma M. Raspe & Co. in Kobe, die sich dem Import von Maschinen und dem Export von Textilien widmete. Das Unternehmen war seit 1885 mit einer Vertretung in Hamburg präsent und expandierte auch in Japan. Max Raspe verheiratete sich mit einer Japanerin, mit der er zwei Söhne hatte, und verbrachte seinen Lebensabend in Japan. Vgl.
Lepach, Meiji-Porträts
.
Refardt, Georg Heinrich Wilhelm OttoGeorg Heinrich Wilhelm Otto Refardt (Otto Refardt)Versicherungskaufmann 135910606528.05.188323.02.1982Otto Refardt durchlief eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann in Berlin und ging anschließend auf Empfehlung seines Vetters Carl Refardt, der bereits für die Firma M. Raspe & Co. in Kobe tätig war, nach Japan. Von 1905 bis 1913 war er ebenfalls für M. Raspe & Co. tätig, wechselte 1913 jedoch zu C. Illies & Co.. Vgl.
Lepach, Meiji-Porträts
.
Illies, Carl, sen.Bernhard Christian Carl Ludwig Illies (Carl Illies sen.)Kaufmann, Konsul13622131906.12.184001.02.1910Carl Illies sen. war seit 1866 für die Firma Louis Kniffler & Co. in Japan tätig und übernahm, als der Firmengründer Louis Kniffler Ende 1865 nach Europa zurückkehrte, die Leitung der Niederlassung in Yokohama, zu der sich inzwischen der Hauptsitz verlagert hatte. Carl Illies sen. blieb in Japan und übernahm von 1870 bis 1872 die Verwaltung des deutschen Konsulats in Yokohama. Als Louis Kniffler sich 1880 aus seiner Firma zurückzog, trat Carl Illies sen. als alleiniger persönlich haftender Gesellschafter in sie ein und änderte ihren Namen zu C. Illies & Co.. Er selbst kehrte 1890 nach Deutschland zurück und verlagerte den Hauptsitz des Unternehmens 1898 nach Hamburg. Hier gehörte er im Jahr 1900 zu den Mitbegründern des Ostasiatischen Vereins. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Carl Illies jun. die Leitung des Unternehmens und führte es unter gleichem Namen fort. Vgl.
Hieke, „Illies, Carl“
;
Bähr/Lesczenzki/Schmidtpott, C. Illies & Co.
, passim.
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Maschinen und Anlagen; auch: Apparat, Apperrat, machinery (englisch), Maschinenanlage
Tratte s. auch Wechsel
Der finanztechnische Fachbegriff „Tratte“ bezeichnet einen Wechsel, der vom Wechselaussteller (auch Trassant genannt) gezogen, also mit einer unbedingten Zahlungsanweisung auf einen bestimmten Bezogenen (auch Trassat genannt) versehen und in Umlauf gesetzt, von diesem Bezogenen aber noch nicht akzeptiert wurde. Erst mit seiner Unterschrift, dem so genannten Akzept, erkennt der Bezogene die Zahlungsverpflichtung verbindlich an, sodass der Wechsel von einer Tratte zu einem Akzeptwechsel mit einer bestimmten Laufzeit bis zur Zahlung wird. Mit Hilfe von Tratten können also so genannte Trassierungskredite gewährt werden, deren Laufzeit mit dem Akzept des Bezogenen beginnt. - Grundsätzlich von der Tratte zu unterscheiden ist der „Solawechsel“, mit dem der Aussteller selbst ein Zahlungsversprechen abgibt, entweder für einen bestimmten Termin oder bei Sicht.
Kredit; auch: Anleihen an dritte Personen, Ausleihung von Geldern, Blanco Credit, Credit, credit (englisch), Darlehen, Kreditgeschäft
Provision; auch: provision (englisch), Umsatzprovision
Associé; auch: Ahsocié, Associe s. auch Teilhaber
Der aus dem Französischen stammende Begriff „associé“ steht für einen geschäftlichen Teilhaber.
Japaner; auch: Japanesen, japanische Unterthanen
Sitte; auch: Gebrauch, Usance
Spekulation, Spekulationsgeschäft; auch: Differenzgeschäft, Speculation
Angestellter; auch: Beamter (Privatbeamter), Employé
Verlust; auch: loss (englisch), Verlustbeteiligung
Beschlagnahmung; auch: Confiscation, Confiskation
Lager; auch: Lagerhaus, Magazin, Speicher, Warenhaus, Warenvorrat
Geld; auch: Baares, Geldmittel, Kassa-System, money (englisch), Verkehrsmittel, Zahlungsmittel
Rembours; auch: rs.Der aus dem Französischen stammende Begriff „Rembours“ bezeichnet in einem weiten Sinne die Überweisung des Rechnungsbetrages für die im Überseeverkehr gelieferten Waren. Von einem Bankrembours im engeren Sinne spricht man, wenn eine Bank die Verpflichtung zur Bezahlung der überseeischer Warenlieferungen übernommen hat.