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Nr. 2.4.1.17

Fritz M. Warburg, Teilhaber des Bankhauses M. M. Warburg & Co., Hamburg, Notiz betr. ein Gespräch mit Vertretern der Firma C. Illies & Co., Hamburg, über die Gewährung eines Großkredites zur Industriefinanzierung, 6. Februar 1914

Aktenvermerk

Regest:

Fritz M. Warburg, Teilhaber des Bankhauses M. M. Warburg & Co. in Hamburg, hält in einem Vermerk für die Kreditabteilung fest, dass er eine Unterredung mit zwei Vertretern des Handelshauses C. Illies & Co. in Hamburg geführt hat, bei der es um die möglichen Konditionen für einen Spezialkredit zur Finanzierung der Abwicklung eines Großauftrags des SUMITOMO-Konzerns zur Errichtung einer Radsatzfabrik, den die Grusonwerk AG in Buckau gemeinsam mit anderen Lieferanten erteilt bekommen hat. Die von Warburg vorgeschlagenen Konditionen finden jedoch keine Zustimmung; die beiden Parteien kommen deshalb überein, im nächsten Schritt Carl Illies jun. zu konsultieren.

Notiz für die Kreditabteilung.


Betrifft: C. Illies & Co.


Heute waren die Herren Schneider und Dr. Becker von C. Illies & Co. bei uns, um wegen eines Spezialkredits bei uns anzufragen. Ich hatte ja schon bei meiner letzten Unterredung mit Illies diesem zugesagt, dass wir eventuell bereit wären, Spezialkredite von Fall zu Fall mit einer höheren Provision zu machen bezw. zu arrangieren.1 Es handelt sich dieses Mal darum, dass Illies & Co. sich um einen Auftrag des Sumitomo-Konzerns, der ja prima ist, auf eine Radsatzfabrik bewerben. Es handelt sich um ein Objekt von insgesamt M 1.900.000.–. Es ist sind zu liefern vom Grusonwerk insgesamt M 1.500.000, wovon M 200.000.– 4 Monate, M 100.100 8 Monate, M 1.200.000.– 12 Monate Maximalarbeitszeit bis zur Verladung zu verlangen, ferner von diversen anderen Lieferanten M 400.000, die 5 bis 12 Monate Verladungszeit verlangen. Auf die gesamten Bestellungen ist 1/3 Anzahlung zu leisten mit ca. M 600.000.– Die Zahlung seitens der Japaner soll erfolgen, wenn die Maschinen drüben aufgestellt sind.

Es würde sich darum handeln, einen Spezialkredit zu gewähren, der mindestens M 600.000 für 12 Monate, höchstens M 1.200.000 bis 1.500.000 in der gleichen Zeit betragen würde. Ich habe den Herren erklärt, dass wir das Geschäft eventuell mit einigen Freunden gemeinsam machen würden, dass wir aber natürlich, wie ich es Herrn Illies auch schon früher gesagt hatte, für solche Spezialgeschäfte bessere Bedingungen haben müssten, wie für den gewöhnlichen Kredit. Ich versuchte 1/2 % Acceptprovision und 1/8 % extra herauszuholen, worauf aber der alte Schneider, der übrigens einen brillanten Eindruck macht, und Dr. Becker beinahe in Ohnmacht fielen. Ich sagte ihnen schliesslich, dass ich es versuchen wollte, mit 3/8 % Acceptprovision per 3 Monate und 1/8 Provision per 3 Monate auf den Maximalbetrag des Kredits, also M 1.200.000 oder 1.500.000 durchzudringen. Die Herren werden nun hierüber an Herrn Illies, der augenblicklich in St. Moritz ist, schreiben und sich am Montag eine Depesche bitten, ob er hiermit einverstanden ist, damit wir auf dieser Basis eventuell mit dem einen oder anderen sprechen.

Lt. Aufgabe von Herrn Dr. Fritz M. Warburg.

6. Februar 1914.

Handschriftliche Paraphe: FMW.