My dear Strong,
From the point of view of a break-up you know, of course, how precarious the
position of Germany has been. Added
to this it seemed a few weeks ago that a separate Issue Bank would be started by
the French and Belgians for the Rhineland.
This would have been a definite and perhaps permanent step towards Separation.
As things are now, I doubt however if the Bank will be formed. It has always
been strenuously opposed on the proposed lines from Berlin and has been disliked in Amsterdam as well as in London.
Nevertheless the economic situation in the whole of Germany is very grave. There is a great lack of working capital, there has been flight from the mark and there is increasing unemployment.
None the less we are disposed to believe that there is now a chance, and probably the last chance, of preventing a complete collapse. The new President of the Reichsbank has been here for several days. He seems to know the whole situation from A to Z and to have, temporarily, more control of it than I should have believed possible: He is acting more resolutely than his predecessor Havenstein. We are in agreement with him that the best chance of doing any good would be by means of a Gold Bank.|2| Foreign support would be essential, and as it cannot be had from the Publics, it must come from the Central Banks: to some extent I think this can be arranged in Europe.
The President is on his way back to Berlin to see what can be done, having met Vissering yesterday in Amsterdam. It will be a good many days before anything definite can be settled. At present, therefore, there is no scheme but merely an idea of a scheme: this I enclose. If some such scheme comes to be put into effect, it would be a grand thing from every point of view if you could co-operate. That is why I am writing to-day. When you receive this we can exchange cables if you are at all attracted by the idea of such co-operation.
For the present you must please keep this entirely to yourself: or rather let me put it another way, there is only one person in America to whom you can mention the subject and that is Jack Morgan.
Believe me,
Your most sincerely
M.Norman
Archive Bank of England
Fischer , Conan: The Ruhr Crisis 1923–1924, Oxford 2003. Fischer, Ruhr Crisis 2003
Bank of EnglandDie Bank of England ist die Zentralbank des Vereinigten Königreichs Großbritannien und hat ihren Sitz in London. Sie wurde im Jahr 1694 gegründet und war ab 1816 eine der ersten Banken, die eine Deckung der Währung auf reiner Goldbasis etablierten. Während der 1920er Jahre versuchte die Bank unter der Führung von Governor Montagu Norman den Gold-Exchange-Standard als Ersatz für den Goldstandard der Vorkriegszeit zu etablieren. Zugleich war es ihr Ziel, die Bedeutung von London als globalem Finanzplatz zu stärken. BoE
ReichsbankDie Reichsbank war von ihrer Gründung 1876 bis zu ihrer Auflösung 1945 die
Zentralbank des
Deutschen Reiches. Ihre
Gründung fällt zusammen mit dem Eintritt des Deutschen Reiches in das Internationale
Währungssystem des Goldstandards. Als die Goldbindung der Mark 1914 infolge des Ausbruchs des Ersten
Weltkrieges suspendiert wurde, entwickelte sich die Reichsbank mehr und mehr
zum Finanzier der deutschen Kriegswirtschaft. In der nicht zuletzt
durch diese Politik bewirkten Inflation kam es erst im Jahr 1923 zu
wirksamen Gegenmaßnahmen. 1924 wurde die Reichsbank im Zuge des Dawes-Plans sowohl vom
Reich unabhängig als auch unter internationale Aufsicht gestellt.
GolddiskontbankDie Golddiskontbank wurde von Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht konzipiert und im März
1924 gegründet. Sie war allerdings im Rahmen der Verhandlungen um den Dawes-Plan stark
umstrtten. Sie war als Diskont- und Kreditbank konzipiert. Durch die Ausgabe
von Aktien vor allem an ausländische Banken sollten Devisen angezogen werden.
Sie sollte Kredite zur
Förderung des Exports vergeben, um die benötigten Rohstoffe oder andere Waren zu kaufen, ohne
dafür mit Reichsmark
oder Rentenmark
bezahlen zu müssen. Sie sollte dem Reich Kapital zur Verfügung stellen, um
die Reparationen zu
bezahlen. Zugleich war sie ein Vehikel, um eine aktive Zentralbankpolitik
jenseits der starren währungspolitischen Vorgaben der Londoner Abkommen vom
August 1924 zu ermöglichen.
London
New York
Deutschland (Germany, allemand)
Frankreich
Belgien
Rheinland
Berlin
Amsterdam
Europa
Vereinigte Staaten (USA, Amerika)
Norman, Montagu Collet Bankier12473118X06.08.187104.02.1951Nach einer frühen Karriere im Privatbankensektor trat Norman 1907 als Direktor bei der Bank of England ein. Während des Ersten Weltkriegs beriet er verschiedene Stellen der britischen Regierung. 1917 wurde er zum Deputy Governor und 1920 schließlich zum Governor der Bank of England ernannt, die er bis 1944 leiten sollte. Er gehörte zu den wichtigsten Zentralbankiers der Zwischenkriegszeit und war an zahllosen politischen Maßnahmen zur Stabilisierung des europäischen Wirtschaftslebens beteiligt. Mit dem langjährigen Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht verband ihn über lange Zeit eine freundschaftliche Beziehung.
Strong, Benjamin Bankier12118547822.12.187216.10.1928Nach einer Ausbildung zum Bankbeamten und einer erfolgreichen Karriere bei verschiedenen Trustgesellschaften trat Strong 1904 bei Bankers Trust ein. Nach erfolgreicher Intervention während der Finanzkrise 1907 wurde Strong 1909 Vizepräsident und 1914 Präsident der Bank. Von 1914 bis 1928 amtierte Strong als Gouverneur der Federal Reserve Bank of New York und war in dieser Rolle einer der einflussreichsten Zentralbankiers der 1920er Jahre. Insbesondere seine enge Zusammenarbeit mit Montagu Norman war für die Stabilisierung zahlreicher Finanzkrisen von großer Bedeutung.
Schacht, Horace Greeley HjalmarBankier, Politiker11860602622.01.187703.06.19701900 wurde Schacht Assistent in der Zentralstelle zur Vorbereitung von Handelsverträgen. 1901 wechselte er als Geschäftsführer zum Handelsvertragsverein und wurde 1903 Archivar bei der Dresdner Bank. 1908 stieg er dort zum Stellvertretenden Direktor auf und wurde 1914/15 Repräsentant der Dresdner Bank bei der Bankabteilung des Generalgouvernements Brüssel. 1916 stieg er zum Direktor der Nationalbank auf, die 1922 mit der Darmstädter Bank zur Danat-Bank fusionierte. 1923 wurde er nach der Einführung der Rentenmark zum Reichsbankpräsident ernannt. Von diesem Amt trat er im März 1930 zurück. Ab 1931 war er Mitglied der Harzburger Front. Von 1933–1939 amtierte er erneut als Reichsbankpräsident und 1934–1937 gleichzeitig als Reichswirtschaftsminister, wobei er wesentlich für eine reflationierende Finanzpolitik verantwortlich war. 1944 wurde er zunächst von den Nationalsozialisten verhaftet und in einem Konzentrationslager interniert. 1945–1948 folgte die Inhaftierung und der Freispruch im Rahmen der Nürnberger Prozesse. Anschließend arbeitete Schacht als Privatbankier, Publizist und Berater ausländischer Regierungen.
Havenstein, RudolfBankier11655029510.03.185720.11.1923Nach Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg und Berlin trat Havenstein 1887 in den preussischen Staatsdienst ein; zunächst als Richter, bevor er 1890 in das Preussische Finanzministerium eintrat. Von 1900 bis 1908 war Havenstein Präsident der Königlichen Seehandlung. Seit Januar1908 bis zu seinem Tod amtierte er als Präsident der Reichsbank, deren Leitung er während der Inflation zu verantworten hatte.
Vissering, Gerard Bankier13379245501.03.186519.12.1937Vissering war der Sohn des früheren niederländischen Finanzministers Gerard Vissering. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft arbeitete er von 1891–1895 zunächst als Rechtsanwalt in Amsterdam. Nach verschiedenen Stationen in der Amsterdamer Finanzwirtschaft war er von 1900–1906 Direktor der Amsterdam’schen Bank und von 1906 bis 1912 Präsident der Javaschen Bank. Von 1912 bis 1931 bekleidete er das Amt des Präsidenten der Niederländischen Nationalbank.
Morgan Jr., John Piepont Bankier07.09.1867 13.03.1943Nach seinem Abschluss 1889 in Harvard trat er in das väterliche Bankhaus J. P. Morgan & Cie. New York ein. Von 1892–1900 war er in der Londoner Filiale der Bank tätig und seit 1913 Inhaber der Bank. Morgan gehörte zu den wichtigsten Personen in der internationalen Finanzwirtschaft während der Zwischenkriegszeit. Das Bankhaus J. P. Morgan & Cie. gehörte zu den bedeutendsten international agierenden Finanzinstituten und war besonders im Staatskreditgeschäft stark engagiert.