|1. Blatt, Vorderseite|
Im Weihnachten 1838 kam August
Behn von Bremen nach Hamburg um Abschied zu nehmen, weil ihn
seine Principale Joh. Lange Sohns
Wwe. & Co. mit der Heloise
Capt.
Lüder Stelljes nach Ostasien senden wollten, um dort neue
Geschäfts Quellen zu suchen, da das Westindische Geschäft, das ueber den Hafen der H.
St. von Bremen hauptsächlich
betrieben wurde, allmählig in zu viele Hände gekommen war. In jener Zeit
arbeitete ich an meines Vaters
Comptoir und war die
Bestimmung, daß ich allmählig in das Geschäft übertreten würde. Ich fühlte mich
aber in diesen Gedanken nicht glücklich, weil ich als erst spät und rasch
aufgeschoßener junger Mensch allgemein als der Schwindsucht verfallen angesehen
wurde, auch nach ärztlicher Vorschrift den beliebten jugendlichen Vergnügungen,
tanzen, reiten u. s. w. hatte entsagen
müßen, und ich so erkennen konnte, daß das Weingeschäft, welches eine kräftige Constitution
erfordert, nicht für mich paßte, ich also dasselbe nicht würde so thatkräftig
fortführen können, als ich es von Jugend an durch meinen Vater hatte betreiben und zu großem
Erfolg bringen sehen. Als mein
Vater eines Abends mit mir redete, daß ich nun nach Frankreich reisen sollte um dort das Geschäft
kennen zu lernen fühlte ich große Trauer im Herzen und trug meine Sache Gott dem
Herrn vor, der mir dann den Gedanken gab August Behn
[nachträglich vom Autor ergänzt: nach Bremen] zu
schreiben und ihm vorzuschlagen mich mit ihm an ihm geeignet erscheinendem Orte
niederzulaßen. Dieser antwortete mir ich solle auch sehr bedenken was ich thue,
ehe ich das mir so wohl bereitete Nest verlaße aber jedenfalls mit meinem Vater reden, um nicht
ins blaue hineinzulaufen. Dies geschah dann alsbald und meine Gründe fanden bei
meinem Vater so völlige|1. Blatt, Rückseite| Billigung – wie unerwartet ihm auch alles kam –
daß ich mit Behn verabreden
konnte, ich würde vorläufig nach Frankreich gehen, als wenn ich das Weingeschäft beginnen wolle, und weiteres abwarten was
dann auch im April geschah. Behn schiffte sich bald nach Neu Jahr 1839 in Rotterdam an Bord der Heloise ein und ging [nachträglich vom Autor ergänzt: via Batavia] nach Singapore und von dort nach China (Macao). Eine gleichfalls
Joh. Lange Sohns Wwe.
gehörige Brig
Wilhelm Ludwig
[nachträglich vom Autor ergänzt: Capt.
Kühne] die eben dahin
gelangt, war seiner Leitung unterstellt, und ein drittes Schiff derselben Rhederei
George Washington, welches
einen Amerikaner
[nachträglich vom Autor ergänzt: Inglis] als Supercargo hatte, traf zu nemlicher Zeit dort
ein. Es war grade der Augenblick, wo der Opium Krieg begonnen hatte, und wo der plenipotentiary der
Engländer von den englischen Kaufleuten, auf deren
Kenntniß der Chinesen er
angewiesen war, den Rath erhalten hatten, den chu kiang zu blockiren, aber von Amerika aus genöthigt war neutrale
Schiffe durchzulaßen. Dies benutzte Behn um rasch Charters für die drei Schiffe
abzuschließen (der Amerikanische Supercargo begab
sich seiner Autorität) um zu hohen Frachten die von Bombay angelangte Baumwolle nach Canton zu bringen. Die Schiffe erhielten
außer vollem Raum
Deckladung bis unter die große Raen. Da den Chinesen die Bremer Flagge unbekannt war, so wurden noch Nachts für jedes Schiff Hamburger
Flaggen bestmöglichst
hergestellt um die Ladungen als in „Jom Bullum“ Schiffen ohne Hinderniß einzuführen.
Die Consignation der
Schiffe ging an Russell & Co.
Nach Einnahme einiger Güter ging Behn mit der Heloise nachträglich ergänzt: [nachträglich vom Autor ergänzt: via Manila] nach Singapore zurück, von wo er mir schrieb, er werde sich dort
niederlaßen, und mir frei stellte mich mit ihm zu associiren.
|2. Blatt, Vorderseite|
Die Nachricht traf mich in Bordeaux,
welches ich am 25 Decb 39 verließ und
eine Reise durch den Süden Frankreichs machte, bis Marseille und über Lyon und den
Elsas die Schweiz bis Glarus
u.
St. Gallen besuchte, in Hoffnung schon
irgend Verbindungen anknüpfen zu können, was jedoch bei meiner völligen
Unkenntniß des zukünftigen Arbeitsfeldes nicht gelang, mir aber doch allerlei
Kenntniße der französischen Handels Verhältniße eintrug, auch mir einen Einblick
in die Schweizer Manufacturen verschaffte. Im April nahm ich Abschied von Hamburg und reiste, ausgerüstet von meinem Vater mit Londoner Wechseln zum Belaufe von
50,000 Bco. nach London, wo ich durch Fred. Huth & Co. ein Quantum pillar Dollars zu 65 1/2 d die unze kaufte, so wie bei meinem Besuch in Manchester durch Dufay & Co. einige Ballen
Grey Shirtings
[nachträglich vom Autor ergänzt: und Long Cloth was ich bis
dahin für Wollen
gehalten hatte]
&ct. nach deren Empfehlung. Ich
kehrte dann nach Bordeaux zurück, um
mich an Bord der Favorite
Capt.
Lagravère nach Singapore einzuschiffen, das wir am Sonntag den 1
Novb 1840 erreichten. Dieser Tag
wurde in unserem Circulair als Tag der Eröffnung des Geschäftes von Behn Meyer & Co. genannt. Wir waren die erste deutsche
Firma in diesem Orte, die Bestand hatte. Es waren früher ein Herr Moller und Herr Moifing aus Hamburg kurze Zeit dort gewesen, um
Geschäfte zu versuchen, waren aber bald nach China gegangen, wo ich Moller nachträglich eingefügt: [nachträglich vom Autor ergänzt: 1846] als Redacteur der China press fand, eines im
Intereße der Firma Dent & Co.
geschriebenen Blattes, und Moifing
als Comis einer Firma. Behn hatte die Heloise an Boustead Schwabe & Co. adressirt und war |2. Blatt, Rückseite| auch von Hr.
Boustead durchaus freundlich
aufgenommen, so daß ich am Tage meiner Ankunft gleich bei ihm zu Mittag eßen
mußte. Er soll aber unangenehm berührt zu mir hinüber geschaut haben, als er
bemerkte, daß ich mit meinem Tischnachbarn, einem wohlhabenden Manila
Mestizen, spanisch redete.
Unsere Niederlaßung muß ihm wegen seiner Hamburger Verbindungen A. J. Hertz, Lorenzen & Dreyer, P. G. Schwabe
u. a. m. gefährlich erschienen sein –
obwohl wir ihm niemals eine dieser Verbindungen entwandten – Behn fragte ihn bei Verkauf unserer Grey Shirtings an Ting-sin nach deßen Güte, und Bstd. sagte, er habe ihm 2000
$ Credit
gegeben, worauf wir ihm für 500 $ 3 M.
dto. verkauften. Der gute Boustead aber ließ durch Hyder Mastazu, einen Kling, die beiden Ballen für baar Geld kaufen, und mit einer
seiner verfallenen promisory
notes von Ting sin bezahlen.
Der letztere, von dem B. schon
wußte, daß er schlecht stände, lief darauf davon, und wir erfuhren beim
hinternachfahren, daß Boustead’s Freundschaft in Feindschaft verwandelt war. Unser Godown war in Market?
Street oder Circular road an der Ecke, welche damals die an die Fähre
führende Straße und der square bildeten. Wir wohnten in dem Hause hinter dem des
resident
councillor
[nachträglich vom Autor ergänzt: Church] in der Straße, welche von der
plain nach dem damaligen Gouvernment hill und Kirchhof führte. Bei den kleinen Geschäften,
welche wir machten, rechneten wir den Nutzen nach 1 od 2 Monat Godown
od House rent. Ersterer 1 Treppe hoch
war 40 $ letztere
55 $. Wir lebten
sehr stille. Die uns besuchenden Chinesen waren anfangs für mich schwer zu unterscheiden aber ich
konnte doch mit ihnen etwas reden, da ich während unserer 120 Tage langen Fahrt
von Bordeaux
maleiisch studirt|3. Blatt, Vorderseite| und ziemlich viel Vokabeln aus einer
holländischen Gramatik erlernt hatte. Alles war mir neu, was mir vor Augen kam
namentlich alle Producte und auch Manufacturen, von denen mir selbst die
Namen nie vorgekommen waren. Da bei meiner Ankunft die Heloise wieder in Singapur war, zu Behns großem Leidwesen an Boustead Schwabe & Co. und
nicht an ihn adressirt, aus Vorsicht, wie J. L. S. Wwe. & Co. sagten, so sandte mich Behn mit ihr nach Batavia an Paine Stricker & Co. wo das Schiff mit
Zucker auffüllte und mir
Gelegenheit gab den Ankauf und das Wiegen der Waare mit zu betreiben, so wie den
Platz kennen zu lernen, der damals in großer Blüthe stand. Auf einer belgischen
Brig kehrte ich am 1t. Janr 1841 zurück.
Wir charterten Ende Febr 1841 eine englische Brig, die Hebe und beluden dieselbe mit allerlei chinesischem Gut, namentlich mit Thee pouchong, den die chines. Jonken für den Verbrauch der chin. Bevölkerung mitgebracht hatten. Die Waare war in den Kisten in Packeten verpackt und ganz leidliche Qualität. Wir sandten china root Galangal Cassia und Camphor u. a. m. Benzoe Gummé Guttae genug eine möglichst assortirte Ladung mit etwas Sago u. Pfeffer. Dies war bis dahin von den englischen Firmen nie geschehen und erregte einige Aufmerksamkeit. Unsere Wechsel konnten wir ohne Beigabe von Conossmenten begeben, da wir auf Frühling & Göschen zogen Kurz nachdem die Hebe am 157. März gesegelt war, kam die Nachricht daß die Engländer die Boque forts (Eingang des chu kiang) bombardirt hätten, und somit unsere Verladung p. Hebe|3. Blatt, Rückseite| sich als eine sehr günstige Unternehmung heraus stellte. Almeida bot uns für unseren Antheil 10,000 $ Nutzen. Die Ladung war nach Bremen cto. meta mit Joh. Lange Sohns Wwe. & Co. bestimmt. Sie traf auch einen sehr günstigen Markt und ließ uns einen schönen Nutzen. Inzwischen hatten wir fortgefahren Verschiffungen chinesischer Producte, wie sie meißtens in den Jonken vom Norden kamen, sowohl nach Hamburg, als auch an Fr. Huth & Co. in London zu machen, die genügende Resultate lieferten. In Hamburg an Gorissen & Lutze, hernach durch Vermittelung unseres Agenten Ed. Beatus Crasemann an Wachsmuth & Krogmann.
Im July 1841 langte der George
Washington
[nachträglich vom Autor ergänzt: Cpt.
Biesewig] in Singapore an, diesmal an unsere Adresse, und es
ward beschlossen ich solle damit an die Pedir Küste fahren um eine Ladung Betelnüße einzukaufen um
sie in China wieder zu verkaufen. Wir
liefen Pulo Pinang an wo wir uns an die
Amerikaner
Revely & Co. wandten um einiges
zur Vervollständigung unserer Verkaufs Artikel beizuladen. Es waren meistens Grey Shirtings prints und
namentlich Mexican
Dollars. Als wir aber im ersten Hafen anlangten sagten uns die Leute gleich, daß sie
nur Pillar Dollars nähmen und
forderten (wahrscheinlich im Geheimen durch unseren mitgesandten Hauptchinesen
angefeuert) sehr hohe Preise für die Betelnüße, so daß ich recht verlegen über unsere Lage war. Am nächsten
Morgen früh lag ein schwer beladenes Schiff neben uns, dessen Supercargo
Stewart ein Associé von Revely & Co. gleich an Bord des Geo Washington kam. Er hatte an der
Westküste Sumatras eine Ladung Pfeffer gekauft. Er fragte
grad heraus, was ich beabsichtigte|4. Blatt, Vorderseite| und als er
erfuhr ich hätte mich in Penang an seine
Firma gewandt bot er mir mit der größten Freundlichkeit Rath u. Hülfe an, rieth sogleich den Chinesen nicht sich in die
Geschäfte mischen zu lassen und veranlaßte uns eine Station südlicher zu fahren,
wo auf ein Zeichen durch Kanonenschuß ein alter Kling an Bord kam Bappu doorey welcher mir als ein durchaus
zuverlässiger Vermittler vorgestellt wurde Zwecks Einkauf der Ladung, da er auch
auf achinesisch reden
konnte, während ich nur maleiisch verstand. Stewart
hatte einen ansehnlichen Vorrath von Pillar Dollars übrig behalten, die er mir gegen meine Mexicaner
eintauschte, den differenz mit Singapore von Penang aus zu
regeln versprechend. So sind wir dann von einem Hafen zum andern gefahren, kauften in jedem die
vorhandene Ernte, bis auf einen
Hafen, wo nachdem ich an
Land gewesen und die Waare besprochen hatte, am nächsten Morgen Feinde über den
Ort herfielen, und nach kurzem Feuer
Gefecht ihn anzündeten, so daß wir weiterfahren mußten. Der nächste Hafen war auch in diesen Krieg verwickelt, und mir wurde
gesagt, 7 Canchen mit Nüssen lägen im Fluße
fertig für mich, könnten aber nicht heraus kommen, weil sich zwei Kriegsprauen hingelegt hätten
sie abzufangen. Es half also nichts andres, als daß ich unser Segelboot mit sehr
williger Mannschaft und allen an Bord vorhandenen Flinten
Beilen
Säbeln ausgerüstet, auch eine
große Leylah mit dem Pivot vorn in einem Loche der
Bank lossegelte auf die prauen
um sie herumfuhr wo sie denn von ihrem hohen Bord aus die Bewaffnung erschauen durften.
Dann segelten wir auf die Flußmündung und riefen die mit Nüßen|4. Blatt, Rückseite| beladenen prauen, die unter unserem convoy richtig in See und
an Bord gingen. Wir kehrten zu den Kriegsprauen zurück, die nun Anker auf gingen, da ihnen ihre Beute
entgangen war. Zum Glück hatte ich nicht den Matrosen auf ihre inständige Bitte
gestattet die Leylah auf die
prauen abzufeuern denn nun
fiel uns der Wind weg und die prauen winkten uns aus dem Wege zu gehen um uns nicht überzufahren,
was uns hätte sehr verderblich werden können. Die stolze Segelfahrt endete mit 1
½ stündiger Ruderfahrt bis an Bord. Die Betelnüße wurden beim Einnehmen in ein Faß geschüttet und der Inhalt in
den Raum gestürzt.
Hernach wurde eine Füllung des Faßes gezählt und die Zahl der Nüße mit der Zahl der in den Raum gestürzten
Faßfüllungen multiplicirt um zu erfahren, wie viele laksa (10,000) Nüße abgeliefert seien, da der Preis p.
laksa bestimmt wurde und der
Gegenwerth nach vorheriger Vereinbarung durch Bappu doorey in Waaren und Dollars entrichtet.
Die ganze Reise von Singapore und zurück dauerte 2 Monat. Am 14t. August fuhren wir dann nach China. Unterwegs hatten wir 10 Tage schweren Sturm, so daß die Ladung obwohl mit Rattans in Singapore aufgefüllt überging und wir eine schwere Schlagseite kriegten, da die von Biesewig errichteten Schotten nicht dicht waren, sondern die Nüße durchließen. Russell & Co. verkauften die Ladung zu 1 $ 50 den picul, und wir lagen Monate lang mit dem Schiff in Macao bis endlich nach Neu Jahr der Thee, welchen wir einnehmen sollten, ankam und wir nach Manila fahren konnten, wo Zucker und Sapanholz geladen wurde. Jose Maria Tuason war unser Consignatär. Endlich im Februar [nachträglich vom Autor ergänzt: 1842] langten wir nach Sgpr zurück. [Nachträglich vom Autor in kleinerer Schrift ergänzt: Ich möchte noch hinzufügen, daß als wir Septb. 1841 in Hongkong landeten noch kein Haus auf der Insel stand. Die Engländer, welche die Insel soeben in Besitz genommen hatten, wohnten wie z. B. Magistrate Mr. Kane, den ich besuchte, in mat sheds. Da es grade Sonntag war hörte ich, wie auch in einem solchen großen mat shed Kirche gehalten wurde.]
|5. Blatt, Vorderseite|
Schon vor meiner Abreise nach Atche [nachträglich von anderer Hand ergänzt: Atjeh] hatte G. R. Princep, ein Mitglied des großen Rathes in Calcutta, uns aufgefordert seine Plantage unter unsere Aufsicht zu nehmen, die auf den Hügeln Mount Sophia Mount Caroline und Mount Emily dicht vor dem damaligen convict lines und rechts vom Gouvernment hill, nahe der Stadt lag. Wir zogen mit Freuden in das leer stehende Haus Mt. Sophia, das wir für Beaufsichtigung der Plantage miethefrei bewohnten. Wir hatten auch ein chinesisches Haus in Marketstreet gekauft um ein geräumigeres Godown zu haben. Das Comptoir richteten wir eine Treppe hoch ein und rechts vom Eingang unten einen Raum, wo wir Auctionen halten wollten, was aber nicht gelang, und wo wir daher Glaswaaren und Eisenwaaren auslegten. Es waren inzwischen verschiedene Schiffe, auch die Favorite wieder an unsere Consignation gekommen, und benutzte [nachträglich von anderer Hand ergänzt: Behn] die Reise der Heloise um damit nach China zu gehen. Wir hatten bis dahin keine andere Verbindung mit Europa, als den Weg ums Cap d. g. Hoffnung, und waren auf den unregelmäßigen Abgang der Segelschiffe für unsere Briefe angewiesen. Bei solchen Gelegenheiten pflegten wir die Nacht durchzuarbeiten. Wir gaben dann Berichte sowohl nach Deutschland, als nach Frankreich, aber im Ganzen ohne sichtbaren Nutzen, wenn wir dieselben auch in französischen Zeitungen abgedruckt fanden. Consignationen von Hamburg und Bremen, sowie unsere Verschiffungen von Producten und europäischen Artikeln nach Manila u. China,|5. Blatt, Rückseite| Abladungen nach Hamburg und Bremen, auch nach London bildeten unser Geschäft. Ich mag als ein Beispiel des langsamen Ganges der Briefe hier erwähnen, daß wir die Briefe über den Brand von Hamburg 5–8 Mai 1842 erst im August erhielten. Ein gewisser Mr. Waghorn war inzwischen eifrig bemüht durch Beschiffen des rothen Meeres in Arabischen Dhans einen Ueberlandweg auszufinden, wobei er auf viel Gleichgültigkeit und Widerstand stieß, bis es ihm endlich 1843 gelang die Sache so weit zu bringen, daß alle 3 Monate ein P & O Dampfer von Calcutta nach Suez befördert wurde. Er erhielt zur Anerkennung die Besoldung und den Titel eines lieutenant of the navy. Die Schiffahrt war allgemein bis dahin durch Segelschiffe besorgt, für den Opium Transport durch s. g. Klipper. Die Dampfschiffe waren Räderböte und bedurften so großer Mengen von Kohlen, daß sie für längere Reisen unbrauchbar waren. Eiserne Schiffe gab es nicht. Erst viel später ward der Versuch gemacht die Iron Queen von England nach Singapore zu senden. Das Metal setzte aber so gewaltig Seethiere, Corallenartige- und Algengewächse an, daß das Schiff neun Monate bis Penang brauchte und dort auf den Helgen gebracht ward um seines 1 bis 2 Fuß dicken Kleides entledigt zu werden. Auch die Segelschiffe im allgemeinen waren nur 500 bis 600 Tons groß. Als ich in Behns Abwesenheit einen Engländer von 800 Tons für Bremen charterte, war das das größte Schiff, welches ich gesehen hatte. Ich bestellte 500 Tons Reis in Batavia|6. Blatt, Vorderseite| was mir wie ein großes Wagniß erschien, da ich in Sgpr nur 300 Tons einladen konnte. Verluste bei sorgfältiger Auswahl der Ladung waren damals noch nicht bekannt, eben so wenig als der alles beherrschende Telegraph.
Wir hatten das neben unserem Godown gelegene Haus in der Malacca street hinzugekauft, deßen Vorderhaus wir einem Perser vermietheten und das an der See dicht beim Fischmarkt gelegene Hinterhaus als Speicher für Waaren benutzen. Anfang August 1843 reiste Behn nach Calcutta um von dort den Dampfer nach Suez zu benutzen. Glücklicher Weise langte er 21 Stunden vor Abgang desselben an, so daß dadurch ein gezwungener Aufenthalt von 3 Monaten in Calcutta vermieden wurde. Mit dem Aufenthalte in der Quarantaine in Rosette bei Alexandrien die s. Z. noch verlangt wurde und den langsamen Fahrten der Dampfböte kostete diese Reise bis Hamburg genau 100 Tage. Behn benutzte den Aufenthalt in Hamburg und Europa zur Anknüpfung vieler Verbindungen, namentlich auch mit der Schweiz Da er sich gegen Ende seines Aufenthaltes verheiratet hatte so nahm er seine Ueberfahrt in Indianeren Cpt. Holm von der Rhederei Sass in Kopenhagen, einem Schiff, daß schon wiederholt bei uns in Singapore gewesen war und deßen Führer sich uns persönlich sehr angefreundet hatte. Behn hatte das Schiff für die Ausfracht beinahe ganz beladen, zugleich aber kam von England eine ansehnliche Verschiffung von Grey goods, die durch merkwürdige Lage des Marktes mit 40 %|6. Blatt, Rückseite| Nutzen verkauft wurden. Vor Behns Nachhause Reise hatten wir von Ros Vidal & Co. einen Schooner billig gekauft, der sich auf seinen wiederholten Reisen zwischen Batavia und Hamburg trotz der damaligen gewöhnlichen Frachten von 4 £ 10 u. 5 £ als nicht rendirend erwiesen hatte. Diesen Schooner Hebe belud ich nach Behns Abreise und schickte ihn unter der Obhut von A. F. Schreiber nach Palembang um womöglich dort Verbindungen anzuknüpfen. Schreiber war seit 1841 als unser Comis heraus gekommen. Er verkaufte auch ziemlich, fand jedoch keine zuverlässige Verbindung. [Nachträglich vom Autor am linken Rand ergänzt: Almeida charterte die Hebe nach ihrer Rückkehr für eine Reise nach den kleinen Moluccen & Arroo islands worauf wir sie an einen in der Malaccastraße gestrandeten großen Baumwollenträger zum bergen sandten. Der Hamburger Capitain ging dann nach Hause und unter dem nachfolgenden englischen Führer ist das Schiff auf einer Reise nach China verschollen] Als Wachsmuth & Krogmanns Brig Andromache Cpt. Hansen dann kam belud ich diese mit Manufacturen und andern für China passenden Waaren und sandte sie mit Schreiber als Supercargo zu den erst ganz neu eröffneten Häfen in China Amoy, Ningpo, Shanghai als erstes Hamburger Schiff. Der Wilhelm Ludwig Cpt. Kahle sollte folgen, wurde auch beladen und abgesandt, da aber der Capitain durchaus nicht den graden Weg die China See hinauf fahren wollte obgleich der Monsun das gestattete, aber auch die Palawan-Passage fürchtete, so versuchte er um die Nordspitze von Borneo herum hinter Palawan durchzusegeln, wurde aber von einem schleusenartigen Strom bei der Insel Maingey aufs trockne gesetzt und langte nachdem längst Mann u. Maus für verloren galten, auf einer Insel der Philippinen an. Schreiber, der lange umsonst auf das Schiff in Shanghai bei Wolcot Bates & Co. gewartet hatte kehrte dann mit einer Schiffsgelegenheit nach Singapore zurück. Die Andromache hatte auf ihrer Reise in den Häfen am Bugspriet ein weißgemaltes Brett hängen auf welchem mit schwarzen rothen chinesischen Zeichen der Inhalt ihrer Ladung angegeben war, die dann in Ermanglung von Vermittlern in den Häfen vom Bord aus verkauft wurde. Diese Tafel ist noch in meinem Besitz.
|7. Blatt, Vorderseite, Anfang|
Nach Behns Rückkehr langte ein neues Schiff von Joh. Lange Sohns Wwe. & Co. an Hohenzollern Cpt. Lampke, mit welchem ich 1844 [die Jahreszahl 1844 wurde nachträglich von anderer Hand geändert zu: 1845] die Reise an die Küste Chinas antrat, zuerst Amoy anlaufend. Wir hatten ziemlich viel Mangrove bark geladen, die sich in der Ladung der Andromache gut verkauft hatte als Gerbemittel. Es war aber durch diese feuchte Borke eine solche Hitze im Schiff, daß wir in einem kleinen Haus auf Deck schlafen mußten. Nur der Steuermann ging des Chronometers halber einmal täglich in die Cajüte. Beim Auslaufen aus Amoy setzte uns der chinesische Lootse bei Fluth auf einen Felsen, und fiel das Schiff bei der Ebbe so weit um, daß wir es schon für verloren hielten, da aber die Fluth in Amoy ganz ungewöhnlich hoch steigt, so hob sie das Schiff wieder ab, ohne Schaden, und wir konnten unbehindert nach Chusan fahren das zeitweilig eine englische Besatzung und Verwaltung hatte. Wir liefen aber bald nach Ningpo hinüber, wo das Schiff theilweise auslud. Der Capitain, welcher bisher auf Westindien gefahren hatte verweigerte aus Furcht vor gelbem Fieber der Mannschaft alle Früchte ließ sie aber bei 108 u. 109 Grad Fahrenheit im Schatten ihre Arbeit beim Ausladen in der harten Sonne verrichten, wodurch allmählig 6 Mann eine böse Ruhr kriegten und nacheinander trotz ärztlichem Beistande starben. [Nachträglich vom Autor ergänzt: „im Tempel übernachtet“]
Zur Übernachtung Valentin Lorenz Meyers in einem Tempel von Ningpo liegt ein nachträglich beschriebenes Blatt vor, das im Folgenden wiedergegeben wird.
|Ergänzungsblatt|
In Ningpo fand ich die Verhältniße noch sehr unentwickelt. Der Amerikaner Hr. Bates war von Chusan mit herübergekommen und vermittelte das Geschäft mit den Eingeborenen. Ansäßig war nur ein fremder Kaufmann Mr. Kennedy in Ningpo. Häuser für Europäer waren noch keine gebaut. Hr. Bates führte mich daher zu zwei jungen amerikanischen Missionaren, die ihre Wohnung in einem Complex von 8 Tempeln gefunden hatten, wo sich große Räume befanden zur Aufnahme von Examinanden für die jährlichen Staats Examen. Ein Haupttempel mit dem Bilde des Confuzius hatte die Bestimmung, daß die höchsten Provinzial Behörden eine jährliche große Anbetung des Gottes des Himmels daselbst hielten, der nicht abgebildet war. Eine Treppe hoch war ein langer Saal mit 6 Altären in einer Flucht an der Wand, mit Sprüchen anstatt der Götzen. Nach Rücksprache mit dem Abt wurde von einem derselben der Weihrauchtopf und die beiden Leuchter entfernt und meine Schlafmatte samt chines. Schlafkästchen statt Kopfkissen darauf gelegt. Da hatte ich mein Nachtquartier für die Wochen meines Aufenthalts in Ningpo.
Von den Missionaren wurden Hr. Bates und ich sehr freundlich an den Tisch genommen, wo hauptsächlich Chinesische Küche vorgesetzt war, u. a. ein Gericht Froschkeulen, dessen Natur uns erst nach Verspeisung bekannt ward.
Bald nach meinem Abschied von unsern freundlichen Wirthen, unternahm einer von ihnen, Mr. Ward, eine Seereise auf chinesischem Schiffe, das von Seeräubern besucht ward. Ward gab ihnen ruhig den Schlüssel zu seinem Koffer und tröstete die klagenden Mitreisenden. Seine ungestörte Ruhe mag aber die Seeräuber wohl mistrauisch gemacht haben, und um etwa seine späteren Aussagen über sie zu verhindern, warfen sie ihn über Bord.
|7. Blatt, Vorderseite, Fortsetzung|
In Shanghai suchte ich ebenfalls unsere
restliche Ladung zu verkaufen durch Wolcot Bates & Co., die sich in Ermangelung europäisch gebauter
Häuser in einem chinesischen niedergelaßen hatten. Endlich im October gingen wir
nach Hongkong und Whampoa, von wo ich das auf der bisherigen Reise in
Zahlung erhaltene Sycee Silber
nach Canton brachte in einem
chinesischen Boot, meine geladenen Pistolen auf der Geldkiste liegend, um
gelegentlichen Flußräubern
Widerstand leisten zu können. Nach eingenommener Theeladung gingen wir zur|7. Blatt, Rückseite| Completirung nach Manila und
erreichten bald nach Neujahr 1845 Singapore. Im Laufe dieses oder des Jahres 1846 kam die Gesion, dänisches Kriegsschiff nach Singapore mit dem königl. Commissar Hansen. Dieser hatte im Auftrage seiner Regierung,
bei Anwesenheit der Gesion in Calcutta die dänische Enklave Serampore, sowie die Stadt Tranquebar an die Ostindische Compagnie verkauft und sich
von seinem Calcutta Correspondenten Mackay überreden lassen für das eingenommene Geld einen Steamer zu kaufen. Als
letzterer aber in See kam erwies sich das Schiff so hoffnungslos schlecht, daß
die neuen Eigenthümer es mit Noth nach Penang brachten und zum Abschlachten verkauften. Das Kupfer des Bodens soll dem
Käufer seine Kosten gedeckt haben. Der Commissair Hansen bot mir das dänische Consulat an, das ich aber
abzulehnen mich gebunden hielt, weil Dänemark ganz augensichtlich in einen Krieg mit Deutschland hineintrieb, was
sich ja auch bald bestätigte. Mr.
Nicol von Hamilton Grey & Co. ward dann dänischer Consul.
Ich bin später noch einmal in Batavia
gewesen und damit haben meine Reisen aufgehört. Das Geschäft nahm einen
regelmäßig wachsenden Gang. Wir bauten unsere beiden Häuser in Malacca Street in
den an die See führenden Flügeln so um, daß die nach Norden liegende Seite
einstöckige Waarenräume, die nach Süden gelegene zweistöckige, eine Treppe hoch
den Raum für die Geldschränke und dahinter noch Waarenräume enthielt an denen
ein offener Gang entlang zu einem großen Zimmer nach der See heraus führte.
Während Behns Abwesenheit
in Europa hatte eines Nachts ein Sturm
die Vorsetzen des Nebenhauses weggerissen, worauf dieses umgefallen war. Es
lagerte damals eine ansehnliche Sendung von Wattenbach Heiligers & Co. in Calcutta in dem unteren Raum|8. Blatt, Vorderseite| bestehend aus vielen Ballen
Zeitungspapier und 16 großen
Fässern
Spriet. Im oberen Raum lagerte
ein Quantum Rattan
[Nachträglich über dem Wort Rattan vermerkt: Rohr]
auf welchem in der Nacht ein Kuli sein Lager aufgeschlagen hatte, aber beim Umfallen des Hauses
zwischen die Rattan Bündel
gerieth und so unbeschädigt blieb. Mir brachte unser Haupt Chinese O lan während der Nacht schon den
Bericht nach Mount Sophia itu rumah
sudah djato, was mich wegen des Doppelsinns Anfangs die Thatsache nicht
begreifen ließ.
Noch nachzutragen habe ich ein Erlebniß, das gleich nach meiner ersten Rückkehr
von China
u.
Manila uns sehr beschwerte. Eine
chinesische Jonke hatte
einen bedeutenden Posten camphor angebracht, den wir für $ 33 000 – kauften, mit Bedingung nach 6
Wochen Zahlung zu leisten.
Nach damaligem cours
waren es reichlich 100,000 Bco. Behn
hatte vorher mit dem Director der neuerlich von Calcutta aus in Sgpr errichteten Bank ausgemacht, daß dieser unsere Wechsel gegen die Abladung
nehme. Nachdem der Kauf einige Zeitlang abgeschlossen war zeigte uns der
Director an, er habe Weisung von Calcutta keine Wechsel zu kaufen und könne somit die unsern nicht nehmen. Nun aber
waren in diesem Augenblick nirgends Wechsel zu begeben. Unsere
Verlegenheit wuchs mit jedem Tage, bis uns Fricke, ein junger Hamburger, der bei uns wohnte, fragte, was die
Schuld seie an unserem so sehr veränderten Benehmen gegen ihn, und wir ihm die
Lage, die uns so schwer drückte mittheilten. Da ging er zu seinem Principal, Gilmann, dem damaligen Chef von Hamilton Grey & Co. und
veranlaßte diesen uns die Wechsel zu 4/9 1/2 d
abzunehmen. Zahlung theils in
Opium, theils in Baarem, was beides von unserm
chinesischen
Verkäufer genommen wurde. Ich war in den durchlebten Wochen sehr
abgemagert. Bei dieser Gelegenheit gaben wir Conossments als Sicherheit, sonst nicht wieder.
|8. Blatt, Rückseite|
Vor Behns Rückkehr von Europa zog ich auf einige Zeit von Mount Sophia in das viel luftigere Haus am Mt. Emily aber gab die Plantage auf, da Herr Princep anderweitige Verfügungen traf. Bei Behns Rückkehr waren wir eine Zeit lang wieder in dem Anfangs bewohnten Hause kauften dann aber von dem Juden Salomon dessen Haus hinter der St. Andrew Kirche wo ich bis zum Ende meines Aufenthaltes in Sgpr geblieben bin. Inzwischen machte Behn noch eine Reise nach China, während wir die Consignation des neuen Hamburger Schiffes Johns C. J. Johns Rheder hatten. Dasselbe verließ Morgens um 8 Uhr den Hafen, gelangte um 10 Uhr auf einen Felsen, der nicht in des Capitains Karte zu finden war und sank noch in der Singaporestraße innerhalb 10 Minuten zu Grunde. Capitain u. Mannschaft gelangten erst nach ca. 10 Tagen wieder nach Singapore, weil der Strom das große Boot in die See hinausgeschleust hatte und sie gezwungen waren um Bintang herum die Singaporestraße wiederzugewinnen.
Nachdem im Septb 1848 mein Bruder Otto von New York nach Singapore gekommen war verließ ich den Ort am 28 Decbr desselben Jahres. Behns und meine Begriffe über Opium- und Spirituosenhandel ließen sich nicht vereinigen und so zog ich lieber im Frieden ab.
Valentin Lorenz Meyer
23 October 1899
H. St.Hanse Stadt
u. s. w., usw., & s. w.und so weiter
Dec, Dec., Decb, Decbr, Decbr.December
u, u.und
etc, etc., &c., &ct.et cetera (lateinisch)
Nov., Novb, Novbr, Novbr.November
H., Hr, Hr., Hrn, Hrn.Herr, Herren, Herrn
u. a. m.und andere mehr
M., Mon, Mt.; Mts, Mts.Monat, Monate; [vorigen] Monats
dto.dito (lateinisch)
od, od.oder
Jan., Janr, Janr.Januar
Feb., Febr, Febr.Februar
chin., chines.chinesisch
p, p., pr.per (lateinisch)
Sep., Sept, Sept., Septb., Septr., Septbr, Septbr.September
z. B.zum Beispiel
Mr.Mister (englisch)
Mt.Mount (englisch)
s. g., sog.sogenannter, sogenannte, sogenanntes
s. Z., s. Zt., s. Zeitseiner Zeit
u. a., u. A., U. A.unter anderem, unter anderen
Kg., Kgl., königl., kongl:, konigl.Königlich, königlich
ca, ca.circa (lateinisch)
BMABehn Meyer Archiv, Hamburg
BMABehn Meyer Archiv, HamburgBM&C, HHFirma Behn, Meyer & Co., Historische Handschriften
Behn, Meyer & Co. (seit 1906: Ltd.), SingapurDas 1840 von Theodor August Behn und Valentin Lorenz Meyer gegründete Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur entfaltete eine rege Geschäftstätigkeit, vor allem in Südostasien, geriet 1857 jedoch in eine schwere Krise, die vor allem dank Arnold Otto Meyer, eines jüngeren Bruders von Valentin Lorenz Meyer, der seit 1851 zu den Teilhabern zählte und außerdem kurz zuvor eine eigene Firma Arnold Otto Meyer in Hamburg etabliert hatte, bewältigt werden konnte. In den 1880er und 1890er Jahren engagierte sich die Firma Behn, Meyer & Co. verstärkt im Schiffsgeschäft und übernahm die Vertretung namhafter Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter seit 1887 der Norddeutsche Lloyd in Bremen, seit 1890 die Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gesellschaft in Hamburg und seit 1897 die Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg. Treibende Kraft in diesem Geschäftsfeld war Franz Heinrich Witthoefft, der seit 1900 neben Eduard Lorenz Meyer und Adolf Laspe zu den drei Teilhabern zählte. 1891 wurde eine erste Niederlassung in Penang eröffnet, die sich dem Handel mit Zinn zuwandte. Im Jahr 1900 versuchte man auf den Philippinen Fuß zu fassen, 1901 wurde eine weitere Niederlassung in Sandakan (Britisch-Nordborneo) eröffnet, die zugleich als Agentur der Chartered Bank of India, Australia and China fungierte. 1906 wurde die Firma in eine britische Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, die Behn, Meyer & Co. Ltd. mit Sitz in Singapur. Alleinige Aktionäre blieben die drei bisherigen Teilhaber, die sich künftig auf die Leitung der „Schaltzentrale“ Hamburg konzentrierten und sich in Singapur nicht länger auf Teilhaber, sondern auf angestellte Manager stützten. 1906 wurden zudem neue Niederlassungen in Cebu, Zamboanga und Ilo Ilo auf den Philippinen eröffnet sowie eine Beteiligung an der Singapore Rubber Company Ltd. in Singapur erworben, um am „Rubberboom“ partizipieren zu können. 1907 kam eine weitere Niederlassung in Bangkok (Siam) hinzu. Im Jahr darauf erfolgte die Übernahme der Handelsgesellschaft vorheen Helfferich & Rademacher mit Niederlassungen in Batavia, Surabaya, Telok Betong und Samarang in Niederländisch-Indien. 1913 gab es bei Behn, Meyer & Co. Ltd. mehr als einhundert europäische Angestellte. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam 1914 noch eine Niederlassung in Rangun (Britisch-Burma) hinzu. Vgl. ausführlich zur Unternehmensgeschichte, die aufgrund erhalten gebliebenen Überlieferungen eingehend untersucht werden kann:
Arnold Otto Meyer, Hamburg (Behn, Meyer & Co., Singapore, Penang, Manila und Sandokan)
;
Sieveking, Anfänge des Hauses Behn-Meyer & Co.
;
Sieveking, Behn-Meyer & Co.
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
;
Kleinsteuber, Merchants
;
Yacob, Trans-generational Renewal
;
Yacob, Rising of the Phoenix
;
Fiedler, Von Hamburg nach Singapur
.
Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co., BremenDas 1642 gegründete Handelshaus Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. in Bremen wurde seit 1802 von Wilhelm Heinrich Oelrichs geleitet und zählte im frühen 19. Jahrhundert zu den angesehensten in der Hansestadt. Bis dahin vor allem im Handel mit Nord-, Mittel- und Südamerika tätig, stieg die Firma in den 1830er und 1840er Jahren auch in den Handel mit Ostasien ein. Nach seiner Ausbildung in Hamburg war Theodor August Behn als Comis für Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. tätig und wurde 1839 als Supercargo mit einer Handelsexpedition nach Ostasien entsandt, die er 1840 zur Gründung seines eigenen Unternehmens in Singapur nutzte, an dem sich auch Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. beteiligten. Der Bankier Wilhelm Heinrich Oelrichs war zu dieser Zeit noch immer Teilhaber der Firma, inzwischen gemeinsam mit G. C. Oelrichs, die Leitung lag jedoch in den Händen des Teilhabers Carl Friedrich Ludwig Hartlaub. Die Geschäftsbeziehungen zwischen Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co., die sich immer mehr auf die Reederei verlegten und auch an anderen deutschen Ostasienhandelshäusern wie beispielsweise Melchers & Co. in Hongkong beteiligten, und der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur blieben freundlich. 1886 versuchten Joh. Lange Sohn‘s Witwe & Co., deren Hauptgeschäft noch immer der Tabakimport aus Mittelamerika war, eine eigene Tabakplantage in der Provinz Asahan auf Sumatra zu etablieren, was jedoch am niederländischen Monopolanspruch scheiterte. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, passim.
Russell & Co., Kanton / Hongkong (chinesischer Firmenname: Ke-chong)Die 1818 gegründete amerikanische Firma Russell & Co. in Kanton verlagerte ihren Sitz nach dem Ersten Opiumkrieg nach Hongkong. 1891 musste die Firma in Liquidation gehen, wurde von Shewan & Co. aufgekauft und seit 1895 unter der Firma Shewan, Tomes & Co. weitergeführt. Vgl.
Allen/Donnithorne, Western Enterprise in China and Japan
, S. 128, 131, 269;
Baur, China um 1900
, 158, 252, 413, 492.
Frederick Huth & Co., LondonDie 1809 von dem aus Deutschland stammenden Johann Friedrich Andreas Huth (1777–1864) gegründete Firma Frederick Huth & Co. in London war zunächst im Handel tätig, entwickelte sich aber rasch zu einer international bedeutenden Merchant Bank, die an zahlreichen Handelsplätzen vertreten war. Huth nahm 1819 die britische Staatsbürgerschaft an und anglisierte seinen Namen zu John Frederick Andrew Huth. Vgl.
Chapman, Merchant Banking
, passim;
Llorca-Jana, Globalization of Merchant Banking
.
Dent & Co., Kanton / HongkongDie 1824 von Thomas Dent gegründete Firma Dent & Co. in Kanton widmete sich dem Handel mit Tee, Seide, Indigo und Opium. In den 1830er Jahren galt sie als wichtigste Konkurrentin von Jardine, Matheson & Co. im Opiumhandel zwischen Britisch-Indien und China. Als Lancelot Dent, der die Leitung des Hauses 1831 übernommen hatte, im Frühjahr 1839 von LIN Zexu, dem kaiserlichen Beauftragten zur Bekämpfung des illegalen Opiumhandels, verhaftet wurde, um ihn zur Auslieferung seiner Opiumbestände zu zwingen, trug das maßgeblich zur weiteren Eskalation des Konflikts bei, der in den Ersten Opiumkrieg (1839–1842) mündete. 1841 übergesiedelt nach Hongkong, firmierte das Haus von 1845 bis 1857 als Dent, Beale & Co., mit Niederlassungen in Shanghai, Fuzhou und London, kehrte nach dem Ausscheiden des Teilhabers Thomas Chaye Beale aber zum alten Firmennamen zurück. 1866 sah sich das Unternehmen angesichts der von London aus um sich greifenden Finanzkrise gezwungen, den Geschäftsbetrieb zunächst in Hongkong, 1867 dann auch in Shanghai einzustellen. Das Nachfolgeunternehmen Dent Brothers Ltd. hatte seinen Sitz in London und Shanghai. Vgl.
Allen/Donnithorne, Western Enterprise
, S. 35;
HAO, Commercial Revolution
, passim.
Boustead & Co. bzw. Boustead, Schwabe & Co., SingapurDie 1828 von Edward Boustead gegründete Firma Boustead & Co. in Singapur ging 1834 eine Verbindung mit dem aus Hamburg stammenden Gustav Christian Schwabe ein und firmierte um zu Boustead, Schwabe & Co. Schwabe war sowohl familiär als auch geschäftlich eng mit der Hamburger Firma P. G. Schwabe verbunden, die sich schon zuvor gemeinsam mit Angehörigen der Familie Boustead an der Etablierung anderer Handelsfirmen in Ostasien beteiligt hatte, u. a. an der Firma Sykes & Co. in Manila. Schwabe vermittelte der Firma Boustead, Schwabe & Co. in Singapur aber nicht nur Kontakte zu P. G. Schwabe und A. J. Hertz in Hamburg, sondern beispielsweise auch zu Joh. Lange Sohn’s Witwe & Co. in Bremen. Als er sich 1867 aus der Firma Boustead, Schwabe & Co. in Singapur zurückgezog, firmierte sie wieder unter ihrem ursprünglichen Namen Boustead & Co., stand aber weiterhin in Verbindung mit deutschen Firmen, darunter auch Behn, Meyer & Co.. Boustead & Co. pflegten außerdem gute Verbindungen zu malayischen und chinesischen Kaufleuten. Vgl.
Buckley, Anecdotal History
, passim;
Wright/Cartwright, Twentieth Century Impressions of British Malaya
, passim;
MacLean, Pattern of Change
, passim;
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, S. 67f.;
Drake, Merchants
, S. 143–171;
Hale, Pioneer Merchants
, passim.
A. J. Hertz (& Söhne), HamburgAdolph Jacob Hertz war seit 1826 als selbständiger Kaufmann und Reeder tätig, zunächst vor allem im Handel mit Skandinavien, seit den 1840er Jahren dann auch mit eigenen Schiffen, die er 1836 von der Reederei G. H. Wappäus gekauft hatte, im Handel mit Batavia und Singapur. Hertz war außerdem Inhaber einer Fabrik auf Sansibar und im Handel mit Kaurimuscheln mit Westafrika engagiert. 1849 gehörten der Kaufmannsreederei A. J. Hertz zehn Schiffe, die nun überwiegend im Handel mit Britisch-Indien und China eingesetzt waren: Sie importierten britische Kohlen nach Singapur, Hongkong, Shanghai, Bangkok und Makassar und exportierten verschiedene Waren aus Kanton, Hongkong, Macao und Fuzhou nach Europa. Darüber hinaus waren sie in der chinesischen Küstenschifffahrt aktiv. Vgl.
Hertz, Adolph Jacob Hertz
;
Hertz, Elternhaus
.
J. d‛Almeida & Sons, Singapur1825 von dem portugiesischen Marinearzt José d‛Almeida zunächst unter dem Namen José d‛Almeida & Co. in Singapur etabliert, wurde dessen Handelshaus nach dem Eintritt eines seiner Söhne noch im gleichen Jahr umfirmiert zu José d‛Almeida & Son und zwei Jahre später, nach dem Eintritt eines weiteren Sohnes, zu José d‛Almeida & Sons. Unter diesem Namen entwickelte sich das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Handelshäuser der Straits Settlements und investierte bald auch in den Anbau von Kokosnüssen und in andere Plantagen. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, S. 67;
Hale, Pioneer Merchants
, S. 107, 239, 243–246.
Revely & Co., PenangDie amerikanische Firma Reveley & Co. in Penang war in den frühen 1840er Jahren eine der ersten Anlaufadressen für Behn, Meyer & Co. in Singapur hinsichtlich des Einkaufs von Textilwaren zum Weiterverkauf in China. Im Zuge des Amerikanischen Bürgerkriegs musste sich die Firma jedoch aus Ostasien zurückziehen. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, S. 78;
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 49.
Reederei Sass, Kopenhagen
Roß, Vidal & Co., HamburgDie Geschichte der Kaufmannsreederei Roß, Vidal & Co. in Hamburg ist eng verknüpft mit der hugenottischen Kaufmannsfamilie Vidal, deren Spuren sich in Hamburg bis in das frühe 18. Jahrundert zurückverfolgen lassen. Nach dem Tod des Inhabers der Firma Vidal & Co., Charles Louis Vidal (1758–1809) verheiratete sich dessen Witwe Sophie Vidal, geb. Roß (1770-?) mit Johann Heinrich Liebrecht, der zuvor einige Jahre als Prokurist für die Firma tätig gewesen war. Unter dem Namen Witwe Vidal & Co. führten sie das Unternehmen gemeinsam fort und kauften 1823 ein erstes eigenes Segelschiff, das im Sommer 1823 über Rio de Janeiro und Buenos Aires nach Batavia auf Fahrt ging. Mit dem Eintritt von Daniel Roß (1777–?) in die Firma, einem jüngeren Bruder Sophie Vidals, der zuvor als Kaufmann in London tätig gewesen war, änderte diese 1827 ihren Namen zu Roß & Liebrecht. Nur zwei Jahre später etablierten Roß & Liebrecht die erste deutsche Handelsagentur in Batavia, die von Theodor Edmund Vidal und Camille Vidal, zwei Söhnen von Charles Louis und Sophie Vidal, geleitet und später von ihnen unter dem Namen T. E. Vidal & Co. als eigenständige Firma weitergeführt wurde. Roß & Liebrecht firmierte 1830, mit dem Ausscheiden von Johann Heinrich Liebrecht um zu Roß & Co., um nur drei Jahre später, als Daniel Roß seinen Sohn Edgar Daniel Roß und seinen Schwiegersohn Adolph Eduard Vidal in die Firma aufnahm, erneut umbenannt wurde, nun zu Roß, Vidal & Co. Seine Blütezeit als Kaufmannsreederei erlebte das Haus Roß, Vidal & Co. in der zweiten Hälfte der 1850er Jahre, als es die eigenen sieben Segelschiffe, darunter die „Mary Stewart“, das einst größte hamburgische Segelschiff überhaupt, mehrfach nach Batavia, Singapur und China entsandte; in Ostasien betätigten sich diese Schiffe auch in der Küstenschifffahrt und kehrten nach ein, zwei Jahren mit Waren nach Hamburg zurück. Außerdem beteiligten sich Roß, Vidal & Co. an der Finanzierung der Handelsgeschäfte anderer Kaufleute, wobei ihnen nicht zuletzt die guten Verbindungen der ursprünglich aus Schottland stammenden Familie Roß zu verschiedenen Merchant Bankern in London von Nutzen waren. 1856 gehörten Roß, Vidal & Co. zu den Mitbegründern der Norddeutschen Bank AG. - Weitere Informationen zur frühen Unternehmensgeschichte finden sich in: Ernst Hieke, Über die Anfänge des deutschen Handels mit Ostindien. Das hamburgische Handelshaus Ross, Vidal & Co. und die Vorgeschichte von Siemssen & Co., unveröffentlichtes Manuskript, in: Staatsarchiv Hamburg (StAH), 622-1/506, 27. Vgl. außerdem
Schmidt, Bankwesen
.
Wattenbach, Heilgers & Co., KalkuttaDie Firma Wattenbach, Heilgers & Co. in Kalkutta, gegründet 1851 von T. H. August Wattenbach (jetzt London),
Frederick William Heilgers (London/Kalkutta) und Frederick Althausse
(Kalkutta), stand seit den 1850er Jahren in geschäftlicher Verbindung mit
Behn, Meyer & Co. in
Singapur. Mitarbeiter der Firma
waren in den 1860er Jahren u. a. C.
Marquardt und H. Rhodius. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto
Meyer, Bd. 1
, S. 95.
Konsulat der Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck (Hanseatisches Konsulat)
Konsulat der Hansestadt Hamburg
Konsulat der Hansestadt Bremen
Konsulat der Hansestadt Lübeck
Provinzialregierung, chinesische
Marine, dänische
Singapur, auch: Sincapore, Singapore
Hamburg
China; auch: chinesisches Kaiserreich, chinesisches Reich, chinesische Republik, Reich der Mitte
London
Manchester
Europa; auch: Europe (englisch)
Ostasien; auch: East Indies (englisch), Indien, Ostindien, „Osten“Der Begriff Ostasien wird in der vorliegenden Edition in einem ganz weiten Sinne verstanden als Klammer für diejenigen Weltregionen, die für deutsche Kaufleute im langen 19. Jahrhundert auf Segel- und Dampfschiffen durch Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Südafrikas oder - seit 1869 - nach Durchfahren des Suezkanals über den Indischen Ozean oder durch Umrundung der Südspitze Südamerikas über den Pazifik erreichbar waren. In den historischen Quellen synonym verwendet werden die Begriffe Indien, Ostindien oder einfach „Osten“.
Bremen
Westindien
Frankreich
Rotterdam
Batavia [Stadt auf der Insel Java]
Macau [Portugiesischer Stützpunkt in China]; auch: Aomen (Pinyin), MacaoDie Stadt Macau im Delta des Perlflusses wurde seit Mitte des 16. Jahrhunderts von den Portugiesen als Handelsstützpunkt genutzt und von ihnen 1845 einseitig zum Freihafen erklärt. Der rechtliche Status der Stadt blieb zwischen Chinesen und Portugiesen umstritten.
Perlfluss [Fluss in China]; auch: Cantonfluss, Chu Kiang, Zhu Jiang (Pinyin)
Vereinigte Staaten von Amerika; auch: United States (US), United States of America (USA), Vereinigte Staaten von Nordamerika
Bombay
Kanton [Stadt in China]; auch: Canton, Guangzhou (Pinyin)
Manila
Bordeaux
Marseille; auch: Marseilles
Lyon
Elsass [Region in Frankreich]
Schweiz
Glarus
St. Gallen
Pedirküste [der Insel Sumatra]
Sumatra [Insel in Niederländisch-Indien]
Penang [Insel in der Straße von Malakka]; auch: Prince of Wales Island (englisch), Pulo Pinang (malaiisch)
Aceh [Region auf der Insel Sumatra]; auch: Atche, Atcheh, Atjeh
Kalkutta, auch: Calcutta
Mount Sophia [Singapur]; auch: Sophienhügel
Mount Caroline [Singapur]; auch: Carolinenhügel
Mount Emily [Singapur]; auch: Emilienhügel
Kap der Guten Hoffnung; auch: Caap de bonne Esperance (niederländisch-französisch), Cap der guten Hoffnung
Deutschland; auch: Deutsches Kaiserreich, Deutsches ReichBis zur Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 kann von Deutschland nicht im Sinne eines Nationalstaates gesprochen werden. Doch in den Quellen wird der Begriff Deutschland auch zuvor häufig verwendet, wenn es den Urhebern nicht um eine Differenzierung zwischen den verschiedenen deutschen Teilstaaten ging.
Rotes Meer
Suez [Stadt in Ägypten]
Großbritannien; auch: England, Great Britain, United Kingdom of Great Britain and Ireland, Vereinigtes Königreich Großbritannien und IrlandNach dem Zusammenschluss des 1707 gebildeten Königreichs Großbritannien mit dem nur noch formell selbständigen Irland im Jahr 1801 lautete die offizielle Staatsbezeichnung Großbritanniens bis 1927 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland. Das Staatsgebiet umfasste auf den Britischen Inseln die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Irland, hinzu kamen abhängige Territorien auf allen Kontinenten, deren größte Ausdehnung 1922 erreicht war. 1927, mit der Bildung des Irischen Freistaats, wurde die offizielle Staatsbezeichnung verändert zu Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
Rosette [bei Alexandrien]
Alexandria; auch: Alexandrien
Kopenhagen
Palembang [Stadt auf der Insel Sumatra]
Molukken [Inselgruppe in Niederländisch-Indien]; auch: Moluccen
Aru Islands [Inselgruppe in Niederländisch-Indien]; auch: Arroo Islands
Straße von Malakka; auch: Malaccastraße, Malakka-Straße
Xiamen (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Amoi, Amoy
Ningbo (Pinyin); auch: Nin-po, Ning-po, Ningpo
Shanghai (Pinyin) [Stadt in China]; auch: Schanghai, Shang-hae, Shang-hai, Shanghae, Shanhay
Südchinesisches Meer; auch: China See, chinesische See
Palawan; auch: Palawan-Passage [in den Philippinen]
Borneo [Insel in Südostasien, teils britisch, teils niederländisch beherrscht]
Maingey [Insel nahe der Palawan-Passage in den Philippinen]
Philippinen
Zhoushan (Pinyin) [Insel in China, nahe Ningbo]; auch: Chusan, Great Chusan
Whampoa [Reede im Delta des Perlflusses bei Kanton in China]
Dänemark
Straße von Singapur; auch: Singaporestraße, Singapur-Straße, Singapurstraße
New York; auch: Neuyork, Newyork
Meyer, Valentin LorenzValentin Lorenz MeyerKaufmann13233047423.10.181701.03.1901Gemeinsam mit seinem Jugendfreund Theodor August Behn gründete Valentin Lorenz Meyer im Herbst 1840 das Handelshaus Behn, Meyer & Co. in Singapur, schied jedoch infolge von Differenzen über den Handel mit Opium zum Jahresende 1849 als Teilhaber aus und ging zurück nach Hamburg, um sich anderen Geschäften zuzuwenden. Vgl.
Grolle, „Meyer, Valentin Lorenz“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, passim.
Behn, Theodor AugustTheodor August Behn (August Behn)Kaufmann, Konsul11610978523.12.181605.06.1886August Behn verlor noch als Kind beide Eltern und wuchs bei entfernten Verwandten in Harburg auf. Seine gesetzlichen Vormünder ermöglichten ihm den Besuch einer bei Hamburger Kaufleuten beliebten Privatschule in Hamburg, wo er von 1828 bis 1833 in Pension unterkam. Hier lernte er u. a. seinen späteren Geschäftspartner Valentin Lorenz Meyer kennen. Nach einer kaufmännischen Lehre bei der Firma Gorrissen & Lutze in Hamburg wechselte er als erster Commis zum Handelshaus Joh. Lange Sohn‛s Witwe & Co. in Bremen, das ihn Ende 1838 als Supercargo des Segelschiffs Heloise nach Ostasien entsandte. Gemeinsam mit Valentin Lorenz Meyer gründete er die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, die sich zu einem bedeutenden Handelshaus entwickelte. Nach dem Ausscheiden Valentin Lorenz Meyers Ende 1849 führte August Behn die Firma gemeinsam mit Friedrich Albert Schreiber und Arnold Otto Meyer fort. 1852 entschloss er sich, nach Europa zurückzukehren und gründete noch im selben Jahr die Firma August Behn in Hamburg, die als Reederei tätig wurde und in den 1860er Jahren über zehn eigene Schiffe verfügte. 1856 schied August Behn als Teilhaber aus der Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur aus, blieb aber mit ihren Teilhabern in enger Verbindung. August Behn war insgesamt dreimal verheiratet und Vater von 15 Kindern. Vgl.
Gossler, „Behn, Theodor August“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
.
Meyer, Georg Christian LorenzGeorg Christian Lorenz Meyer (G. C. Lorenz Meyer)Kaufmann, Senator124400192917871866G. C. Lorenz Meyer betrieb unter seinem Namen die Weinhandlung G. C. Lorenz Meyer in Hamburg. Sein ältester Sohn, Valentin Lorenz Meyer, gründete 1840 gemeinsam mit Theodor August Behn die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur, in die später auch sein jüngster Sohn, Arnold Otto Meyer, eintrat. Er selbst wurde zum Senator der Hansestadt Hamburg gewählt. Vgl.
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 1
, passim.
Boustead, EdwardEdward BousteadKaufmann~ 18001888Edward Boustead stammte aus Yorkshire und gründete 1828 die Firma Boustead & Co. in Singapur, die 1834 eine Partnerschaft mit Gustav Christian Schwabe einging und zu Boustead, Schwabe & Co. umfirmierte. Edward Boustead beteiligte sich an der Herausgabe der ersten englischsprachigen Tageszeitung in Singapur, des „Singapore Chronicle“. 1835 zählte er zudem zu den Mitbegündern der zweiten englischsprachigen Tageszeitung in Singapur, der „Singapore Free Press & Mercantile Advertiser“, die insbesondere von Kaufleuten gelesen wurde. Vgl.
Wright/Cartwright, Twentieth Century Impressions of British Malaya
, passim;
MacLean, Pattern of Change
, passim;
THULAJA, Singapore Free Press
;
Hale, Pioneer Merchants
Mastazu, HyderHyder MastazuKaufmannDer Kaufmann Hyder Mastazu war um 1840 in Singapur ansässig.
Church, ThomasThomas ChurchKolonialbeamter23.06.179810.08.1860Thomas Church amtierte von 1837 bis 1856 als Resident Councillor in Singapur.
Tuason, José MariaJosé Maria TuasonKaufmannJosé Maria Tuason war ein in den 1840er Jahren in Manila ansässiger Kaufmann, der mit Behn, Meyer & Co. in Singapur zusammenarbeitete.
Waghorn, ThoamsThomas WaghornForschungsreisender, Unternehmer11755296820.06.180007.01.1850Thomas Waghorn versuchte in den frühen 1840er Jahren einen Überlandweg für den Postverkehr zwischen Europa und Ostasien von Suez ausgegehen ans Mittelmeer zu etablieren, was ihm 1843 schließlich auch gelang. Vgl.
Harcourt, „Waghorn, Thomas“
.
Schreiber, Friedrich AlbertFriedrich Albert SchreiberKaufmann, KonsulFriedrich Albert Schreiber war seit 1841 Angestellter, seit Januar 1852 dann Teilhaber der Firma Behn, Meyer, Co. in Singapur. 1852 übernahm er kurzzeitig die Amtsgeschäfts des Konsuls der Hansestadt Hamburg in Singapur. Vgl.
Sieveking, Anfänge des Hauses Behn-Meyer & Co.
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
.
KennedyKennedyKaufmannKennedy war ein um 1842 in Ningbo ansässiger ausländischer Kaufmann.
WardWardMissionarWard war ein um 1844 in Ningpo tätiger christlicher Missionar, der bei einer von Seeräubern überfallenen Schiffspassage zu Tode kam.
MackayMackayMackay war ein in Kalkutta ansässige Korrespondent des dänischen Kommissars Hansen.
O lanO lanO lan war in den 1840er Jahren für die Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur tätig; er wird in den Quellen als deren „Haupt Chinese“ bezeichnet.
Meyer, Arnold OttoArnold Otto MeyerKaufmann, Kunstsammler und Mäzen11755570301.09.182512.03.1913Arnold Otto Meyer absolvierte eine kaufmännische Lehre bei Burmester & Stavenhagen in Hamburg, ging nach New York und trat in die von Theodor August Behn und seinem älteren Bruder Valentin Lorenz Meyer 1840 gegründete Firma Behn, Meyer & Co. in Singapur ein, denn Valentin Lorenz Meyer wollte sich zurückziehen. Von 1851 bis 1900 war Arnold Otto Meyer Teilhaber des Unternehmens. 1857 kehrte er zurück nach Hamburg, wo er seine eigene Firma Arnold Otto Meyer gründete, die die Vertretung von Behn, Meyer & Co. in Europa übernehmen sollte. Um die Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1857 zu überwinden, kehrte Arnold Otto Meyer im September 1862 jedoch nochmals für einige Jahre nach Singapur zurück unbd benannte Johannes Mooyer als seinen Bevollmächtigten in Hamburg. In Singapur übernahm Arnold Otto Meyer das Amt des Konsuls der Hansestadt Hamburg
bzw. des Konsuls der Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck
. Als Teilhaber und führender Kopf der Firma Arnold Otto Meyer verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit danach auf Hamburg, Deutschland und Europa. 1899 zog er sich als Teilhaber von Arnold Otto Meyer zurück, blieb aber bis zu seinem Tod stiller Gesellschafter. In Hamburg betätigte er sich auch als Kunstsammler und Mäzen. Vgl.
Gossler, „Meyer, Arnold Otto“
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 1
;
Helfferich, Behn, Meyer & Co./Arnold Otto Meyer, Bd. 2
.
Heloise
Wilhelm Ludwig
Favorite
Iron QueenDie „Iron Queen“ war eines der ersten aus Eisen gebauten Dampfschiffe.
Indianeren
Hohenzollern
JohnsDas Schiff „Johns“ wurde Mitte der 1840er Jahre von der Hamburger Firma C. J. Johns Rheder nach Ostasien entsandt, sank allerdings gleich auf der ersten Rückreise, noch in der Straße von Singapur.
Teilhaber; auch: Ahsocié, Associé, Gesellschafter, Partner, Theilhaber, Theilnehmer
Erster Opiumkrieg (1839–1842)Der Erste Opiumkrieg (1839–1842) zwischen Großbritannien und China entbrannte, nachdem China energische Versuche unternommen hatte, den illegalen Opiumhandel britischer und anderer Kaufleute über den Hafen von Kanton zu unterbinden, der bis dahin für den Ausgleich des britischen Handelsdefizits mit China sorgte. Die Beschlagnahmung umfangreicher Opiumbestände durch den chinesischen Sonderbeauftragten LIN Zexu im Herbst 1839 veranlasste Großbritannien zur Entsendung von Kriegsschiffen, die mehrere chinesische Küstenstädte belagerten und teils eroberten und so den Abschluss des Vertrages von Nanjing (29. August 1842) erzwangen, des ersten der so genannten Ungleichen Verträge. - Aus der umfangreichen Literatur zu Hintergründen, Verlauf und Folgen des Ersten Opiumkrieges vgl. insbesondere:
Fay, Opium War
;
Hunt, India-China Opium Trade
;
Purdue, First Opium War
;
Lovell, Opium War
;
Platt, Imperial Twilight
;
MAO, Qing Empire
;
CHEN, Merchants
.
Hafen; auch: free port (englisch), Freihafen, port (englisch), VertragshafenHäfen spielten für den Handel mit und in Ostasien im langen 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle, zum einen als „Freihäfen“, wie zum Beispiel Singapur, in denen Waren ein- und ausgeführt werden konnten, ohne mit Zöllen belastet oder durch nichttarifäre Handelshemnisse beschränkt zu werden, zum anderen - und das war die häufigere Form - als „Vertragshäfen“, die zumeist nicht freiwillig, sondern unter Androhung von militärischer Gewalt oder auch erst nach einer militärischen Niederlage von den betreffenden Territorialstaaten, vor allem China und Japan, für den internationalen Handel geöffnet wurden. Dies geschah in der Regel auf der Basis eines mehr oder weniger erzwungenen Handelsvertrages, der keine gleichen Rechte für die Vertragspartner vorsah, sondern in erster Linie den Interessen der ausländischen imperialen Mächte entsprach und deshalb als Ungleicher Vertrag bezeichnet wurde. Über die Vertragshäfen wurde in China, Japan und anderen Ländern Ostasiens eine kommerzielle Revolution mit tiefgreifenden Veränderung für alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang gesetzt. Vgl.
Fairbank, Trade and Diplomacy
;
HAO, Commercial Revolution
;
Hoare, Japan‛s Treaty Ports
;
So/MyersTreaty Port Economy
;
Bickers/Jackson, Treaty Ports
;
Brunero/Villalta Puig, Life in Treaty Port China and Japan
.
Vertrag von Nanjing (29. August 1842)Mit dem Vertrag von Nanjing vom 29. August 1842, dem ersten der so genannten Ungleichen Verträge, wurde das im Ersten Opiumkrieg (1839–1842) unterlegene Kaiserreich China von Großbritannien gezwungen, sich dem internationalen Handel zu öffnen. China musste zusichern, neben Kanton künftig auch die Häfen von Xiamen, Fuzhou, Ningbo und Shanghai zu öffnen und hier einen weitgehend freien Handel zu dulden; zugleich wurde die Cohong-Gilde der chinesischen Händler in Kanton aufgelöst. China musste Großbritannien zudem Reparationen in Höhe von 21 Millionen Silber-Tael für das zu Beginn des Krieges in Kanton beschlagnahmte und zerstörte Opium sowie die britischen Kriegskosten zusagen und außerdem die Insel Hongkong, die von den Briten besetzt und schon im Februar 1842 zum Freihafen erklärt worden war, als Kronkolonie an Großbritannien abtreten. Detaillierte Regelungen zur Abwicklung des Handels in den fünf Vertragshäfen blieben einem Zusatzabkommen vorbehalten, dem im Oktober 1843 unterzeichneten Vertrag von Humen (8. Oktober 1843). Vgl.
Nord, Handelsverträge Chinas
, S. 11–25;
Fairbank, Trade and Diplomacy
, S. 84–103;
HAO, Commercial Revolution
, passim;
MAO, Qing Empire
, S. 416–432.
Preis; auch: Außenhandelspreis, Bruttopreis, Einkaufspreis, Facturapreis, Kaufpreis, Listpreis, Preisentwicklung, Preisverfall, price (englisch), Selbstkostenpreis, value (englisch), Verkaufspreis, Waarenwerth, Weerth, Wert, Werthbemessung
Kaufmann, Kaufleute; auch: Händler
Geschäftsraum; auch: Büro, Bureau, Comptoir, Comtoir
Wein, Weinhandel; auch: Weingeschäft
Brigg; auch: BrigBrigg ist die Bezeichnung für ein Segelschiff mit zwei Masten.
Amerikaner; auch: Americans (englisch)
Supercargo; auch: Carga, Supercarga Der im 18. und 19. Jahrhundert geläufige Begriff des „Supercargos“ bezeichnete den Bevollmächtigten des Versenders einer Schiffsladung. Der Supercargo begleitete diese Schiffsladung an ihre Bestimmungsorte, um sie vor Ort auf Rechnung des Versenders zu verkaufen.
Superintendent of British Trade in ChinaNachdem Lord Napier als First Superintendent of British Trade in China mit Sitz in Macao damit gescheitert war, diplomatische Beziehungen zur chinesischen Regierung anzuknüpfen und 1834 verstorben war, wurde Charles Elliot zum Chief Superintendent of British Trade in China ernannt.
Chinesen; auch: Chinese (englisch)
Schiffsgeschäft; auch: Chartergeschäft, Charterung, shipping (englisch), VercharterungDer Begriff Schiffsgeschäft umschreibt das gewerbliche Vermieten von eigenen oder fremden, selbst angemieteten Schiffen an Dritte.
Baumwolle, Baumwollhandel; auch: Rohbaumwolle, Rohbaumwollhandel
Flagge; auch: flag (englisch), Flaggenstock, Nationalflagge, SchiffsflaggeDie in der Regel aus Tuch bestehende Flagge eines Schiffes dient der Übertragung von Informationen auf weite Sicht. Dabei geht es zumeist um die Zugehörigkeit zu einer Reederei oder zu einem Staatswesen, in deren Schiffsregister das Schiff eingetragen ist; in letzterem Fall müssen weder die Eigner noch der Kapitän und die anderen Mitglieder der Schiffsmannschaft zwangsläufig ihren Sitz in dem betreffenden Staat haben. Die Nationalflaggen der Europäer wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Ostasien auch vermehrt an Land gehisst, etwa vor den ausländischen Faktoreien im chinesischen Kanton oder auf Konsulatsgebäuden.
Konsignation; auch: Consignation, Consignationssendungen, Konsignationslager, Konsignationsmotoren, KonsignationswareDer kaufmännische Fachbegriff „Konsignation“ bezieht sich auf ein Kommissionsgeschäft, bei dem das Eigentum an der zu verkaufenden Ware - zum Beispiel Motoren - beim Hersteller oder Großhändler verbleibt, der sich eines Zwischen- oder Einzelhändlers bedient.
Hersteller; auch: manufacturer (englisch), manufacturing firms (englisch)
Wechsel; auch: bill (englisch), draft (englisch), Solawechsel, Tratte, WechselverkehrDer Wechsel ist ein Wertpapier, bei dem grundsätzlich zwischen einem Solawechsel und einer Tratte zu unterscheiden ist.
Taler, spanische [Währungseinheit]; auch: $, Carolus-Dollar, Ferdinandus-Dollar, Pillar Dollar, Säulenpiaster, spanische Thaler Spanische Taler waren wegen ihres Silbergehalts im Handel mit China sehr beliebt. Sie wurden vor Ort mit
dem Sycee, dem
chinesischen Stücksilber, gleichgestellt und schon in den 1840er Jahren
mit hohen Aufschlägen gehandelt. Da sie das spanische Wappen mit den
zwei Säulen des Herkules trugen, wurden sie auch „Säulenpiaster“ oder
„Pillar Dollar“ genannt. Sofern sie in der Regierungszeit des spanischen
Königs Carolus geprägt worden waren, trugen sie außerdem den Namen
Carolus-Dollar. Waren sie in der Regierungszeit des Königs Ferdinand
geprängt worden, nannte man sie auch Ferdinandus-Dollar. Vgl.
Arnold Otto Meyer, Hamburg
(Behn, Meyer & Co., Singapore, Penang, Maniula und
Sandokan)
.
Unze [Gewichtseinheit]; auch: oz., ounce (englisch)Die Unze war im 19. Jahrhundert eine nicht normierte Gewichtseinheit, die für leichte Stoffe wie Medikamente oder Edelmetalle verwendet wurde. Das Gewicht einer Unze lag umgerecht zwischen rund 27 und rund 31 Gramm. Die noch heute beispielsweise für Lebensmittel verwendete Unze entspricht genau 28,349523125 Gramm, die für Edelmetalle verwendete Feinunze dagegen entspricht genau 31,1034768 Gramm.
Ballen [Gewichtseinheit]; auch: bale (englisch)„Ballen“ ist eine vor allem für Baumwolle und Tuchwaren verwendete Gewichtseinheit, wobei ein Ballen etwa 100 englischen Pfund entspricht.
Shirtings; auch: Grey goods, Grey Shirtings, Grey Shirtings prints, White ShirtingsDer aus dem Englischen übernommene Begriff „Shirtings“ stand im 19. Jahrhundert für Gewebe aus ungefärbtem Baumwollgarn, die gebleicht und teilweise bedruckt in den Handel kamen und vor allem zur Herstellung von Hemden verwendet wurden.
Long Cloth; auch: Long Ells, LongellsDer aus dem Englischen stammende Begriff „Long Cloth“ bezeichnet Tuchwaren aus Baumwollgarn, die in besonders großen Längen in den Handel kamen und zumeist für die Herstellung von Unterwäsche und Hemden verwendet wurden.
Wollwaren; auch: Wollenwaaren, Wollmaterial, woollens (englisch)
Redakteur; auch: Redacteur
China PressDie „China Press“ war ein zeitweilig von der Firma Dent & Co. herausgebrachtes Informationsblatt für Kaufleute.
Commis; auch: Comis, Commis voyageurDer aus dem Französischen stammende Begriff „Commis“ bezeichnete im 19. Jahrhundert einen jungen Kontoristen, Handlungsgehilfen oder kaufmännischen Angestellten. Übte der Commis auch Reisetätigkeiten aus, wurde er „Commis voyageur“ genannt.
Mestize, MestizinDer aus dem Lateinischen stammende Begriffe „Mestize“ bzw. „Mestizin“ bezieht sich in Ländern mit starker Imigration auf die gemeinsamen Nachkommen von Einwanderern und den Angehörigen der indigenen Bevölkerung.
Tamilen; auch: KlingsDie Tamilen, umgangssprachlich auch Klings genannt, sind eine aus Südindien stammende ethnische Gruppe, die im 19. Jahrhundert auch in Singapur stark vertreten war.
Geld; auch: Baares, Geldmittel, Kassa-System, money (englisch), Verkehrsmittel, Zahlungsmittel
Promisory note (englisch)Der englische finanztechnische Begriff „promissory note“ bezeichnet ein spezielles Finanzierungsinstrument, bei dem der Emittent des Papiers schriftlich verspricht, eine bestimmte Summe an Geld zu einem bereits vereinbarten oder später festzulegenden Zeitpunkt an andere Person zu zahlen.
Godown„Godown“ war die in China und anderen Ländern Ost- und Südostasiens im 19. Jahrhundert übliche Bezeichnung für ein Lagerhaus oder einen Lagerraum, in dem Handelswaren aufbewart wurden.
Resident Councillor of SingaporeDer Resident Councillor of Singapore war ein hochrangiger ziviler britischer Kolonialbeamter, der dem Gouverneur der Straits Settlements direkt unterstellt war. Von 1837 bis 1856 hatte Thomas Church dieses Amt inne, das 1867 in das Amt des Colonial Secretary of the Straits Settlements überführt wurde.
Manufakturwaren; auch: Manufacte, Manufaktur, Manufacturwaaren
Zucker; auch: Raffinadezucker, Rohzucker, sugar (englisch), zeeker (niederländisch), zuykar (niederländisch), zuyker (niederländisch)
Tee; auch: tea (englisch), Teehandel, TheeTee und Teehandel sind wegen ihrer großen Bedeutung für die Export- wie die Importländer im 19. Jahrundert schon häufiger Gegenstand eingehender wirtschaftshistorischer Untersuchungen gewesen. Aus der jüngeren Forschungsliteratur seien nur zwei Studien hervorgehoben:
Rappaport, Thirst for Empire
;
LIU, Tea War
.
Dschunke; auch: Jonke, Junke, YongDer Begriff „Dschunke“ bezeichnet ein Segelschiff traditioneller chinesischer Bauart. Für die Küstenschifffahrt in Ostasien blieb es im 19. Jahrhundert von Bedeutung wurde aber schrittweise von Dampfern verdrängt. Vgl.
HAO, Commercial Revolution
, S. 19f., 122, 191, 199, 262.
Kiste [Raummaß]; auch: chest (englisch)Die Kiste ist ein vor allem im Teehandel übliches Raummaß, das im 19. Jahrhundert regional noch stark schwankte. Nicht nur unterschiedliche Kantenlängen, auch die schwankende Feuchtigkeit des Tees machen eine präzise Umrechung in standardisierte Gewichtseinheiten schwierig. In Hamburg wurde eine Kiste Tee in den 1840er Jahren üblicherweise mit 25 Kilogramm veranschlagt.
Ingwer; auch: Chinaknolle, Galanga, Galangal, Ingber
Cassia lignea (lateinisch); auch: Cassia, Cassia buds (englisch), Cassia fleurs (französisch), Cassia flores (lateinisch), Cassia-lignea, Flores Cassiae (lateinisch)Der chinesische Zimtbaum (Cinnamomum cassia) aus der Gattung der Lorbeergewächse wird vor allem wegen seiner Gewürzrinde (Cassia lignea), aber auch wegen seiner Blütenstände (Cassia flores) geschätzt. Beides kann als zimtartiges Gewürz oder zu medizinischen Zwecken verwendet werden, ist aber kein echter Zimt.
Kampfer; auch: Campher, CamphorDer aus den Bestandteilen des in Asien weit verbreiteten Kampferbaums gewonnene Kampfer, ein farbloses oder weißes Pulver, wurde im 19. Jahrhundert vor allem für medizinische Zwecke verwendet.
Gummi Benzoe; auch: BenzoeAls „Gummi Benzoe“ wird pflanzliches Gummiharz bezeichnet, das aus einigen Arten der Pflanze Styrax gewonnen wird, die in verschiedenen Ländern Südostasiens wildwachsend vorkommen.
Pfeffer; auch: Black Java, Black Pepper, Lampong, peeper (niederländisch), White Muntok
Konnossement; auch: Conossement, Conossment, ConnossementMit dem aus dem Italienischen stammenden Begriff „Konnossement“ wird eine frachtbriefähnliche Urkunde für die Frachtschifffahrt bezeichnet.
Boque fortsBoque forts wurden die Befestigungsanlagen vor der Stadt Kanton im Delta des Perlflusses genannt.
Ertrag; auch: Erwerb, Erlös, verdiente Gelder, Nutzen
Vertreter, Vertretung; auch: agency (englisch), agent (englisch), Agent, Agentur, Alleinvertretung, Handelsagentur, representation (englisch), representative (englisch), Vertretungsgebiet, Vertretungsvertrag
Dollar, mexikanische [Währungseinheit]; auch: M $, Mexicaner, mexicanische Piaster
Associé; auch: Ahsocié, Associe s. auch Teilhaber
Der aus dem Französischen stammende Begriff „associé“ steht für einen geschäftlichen Teilhaber.
Achinesisch [Sprache]Achinesisch ist eine eigenständige
Sprache, die u. a. auf der
Insel Sumatra gesprochen
wird.
Krieg; auch: Feuer Gefecht
Praue; auch: Prahu, Prauwe, prow (englisch)Die deutsche Bezeichnung „Praue“ ist eine Ableitung von dem
englische Wort „prow“ für eine malaiische „Prahu“, ein kleines
Holzschiff, das in der Regel mit zwei Masten und einem breiten flachen
Bug ausgestattet ist, über den Waren aufgenommen werden können. Für eine
anschauliche Abbildung siehe:
Arnold Otto Meyer, Hamburg (Behn, Meyer & Co.,
Singapore, Penang, Manila und Sandokan)
. Zur
Nutzung dieses Bootstyps durch die niederländische Vereenigde Ostindische Compagnie
(VOC): Vgl.
Nagel, Schlüssel zu den
Molukken
, 365-369, 554.
Waffen; auch: Beil, Büchse, Degen, Flinte, Gewehr, Kanone, Revolver, Säbel
LeylahDer malayische Begriff „leylah“ bezeichnet eine Kanone.
PivotMit Hilfe eines „Pivots“ kann ein Geschütz seitlich gedreht werden.
Laksa [Mengenmaß]Das in Südostasien verwendete Mengenmaß „laksa“ bezeichnet eine Menge von 10.000 Stück.
Picul [Gewichtseinheit]; auch: Pecul, Pekul, Pikkel, pikolIn China und anderen Ländern Ostasien war das „Picul“ im 19. Jahrhundert eine weit verbreitete Gewichtseinheit, die in etwa dem entsprach, was ein erwachsener Mann mittels einer Schulterstange und zwei daran befestigten Körben tragen konnte. Dabei bestand jedoch eine große regionale Variationsbreite, die sich zwischen 39 und 69 Kilogramm für ein Picul bewegte, das sich wiederum in 100 Catties aufteilen lies. In Hongkong versuchten die Briten 1844 eine Vereinheitlichung durchzusetzen: Ein Picul sollte genau 133 1/3 englischen Pfund entsprechen, was sich aber nicht durchsetzen ließ. Nach moderner Definition entspricht ein Picul exakt 60,478982 Kilogramm.
Sapanholz; auch: Sapan Holz, Siapan Holz, Siappan Holz
Briten; auch: British (englisch), Britons (englisch), Engländer, English (englisch), Englishmen (englisch)
Hütte; auch: Bambusmatten-Barracke, mat shed (englisch), Strohhütte
Plantage; auch: Cultur, Estates-Geschäft, Pflanzung, Plantagengeschäft, Plantagengesellschaft
Auktion; auch: Auction, auction (englisch), Auktionsverkauf
Glaswaren; auch: Glaswaaren, Hohlglas, Kronleuchter, Spiegel
Postverkehr; auch: Landverbindung, overland mail (englisch), Overlandmail, Postdampfer, Postschifffahrt, Postverlauf, Sattelkurier, Ueberlandweg
Brand von Hamburg (1842)Durch den Brand von Hamburg vom 5. bis 8. Mai 1842, der im Nikolaiviertel ausbrach und sich von dort rasch ausbreitete, wurden weite Teile der Hamburger Altstadt zerstört. 51 Menschen kamen ums Leben, etwa 20.000 Hamburger wurden obdachlos, rund 1.700 Häuser, über 100 Speicher, drei Kirchen und das alte Rathaus wurden ein Opfer der Flammen. Der Wiederaufbau nahm Jahre in Anspruch. Vgl.
Gihl/Braun, Der große Hamburger Brand
.
DhanDie Bezeichnung „Dhan“ steht für eine bestimmtes Schiff arabischer Bauart.
Klipper; auch: ClipperSegelschiffe besonderer Bauart, die für leichte Fracht wie Tee und besonders schnelle Fahrt auf hoher See geeignet waren, wurden „Klipper“ genannt.
Dampfschifffahrt; auch: Dampferlinie, Dampfschifffahrtsgesellschaft
Kohlen; auch: Kohlenhandel
HelgenAls „Helgen“ bezeichnet man den Ort in einer Werft, an dem Schiffe repariert werden.
Tonne [Gewichtseinheit]; auch: t., ts., ton (englisch) Die Gewichtseinheit Tonne war im 19. Jahrhundert noch nicht normiert. Sie wurde teilweise auch noch als ein Raummaß verwendet, also etwa für eine Tonne voll Bier, Getreide, Fisch oder Salz mit ganz unterschiedlichem Gewicht. Für die Tonne als Gewichtseinheit setzte sich im 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum das metrische Maß von 1.000 Kilogramm durch. Im angelsäsischen Sprachraum dagegen ist weiterhin zwischen der metrischen Tonne (metric ton), der britischen „long ton“ (~ 1.016 Kilogramm) und amerikanischen „short ton“ (~ 907 Kilogramm) zu unterscheiden.
Baumwollgewebe; auch: cotton cloth (englisch), cottons (englisch), long cloth (englisch) s. auch: Shirtings
Telegrafie; auch: Cabeln, Code, Drahten, Private Code (englisch), Special Code (englisch), Telegraph, telegraph (englisch), Telegraphic Address (englisch), TelegraphieNeben Briefen und anderen schriftlichen Nachrichten wurde die Telegrafie im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Kommunikationsmedium der im Fernhandel tätigen Kaufleute und Reeder. Nachdem die technischen Infrastrukturen geschaffen worden waren, ging es nicht zuletzt darum, neue Routinen und Rhythmen im Umgang mit dem Medium sowie Wege zu finden, eigene Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Zu diesem Zweck wandten die Kaufleute in ihrer telegrafischen Geschäftskorrespondenz häufig eigene, speziell entwickelte Codes an, sodass die übermittelten Informationen, etwa sensible Preisinformationen oder Namen von Auftraggebern und Kunden, nicht ohne Weiteres von Dritten mitgelesen werden konnten. Durch Verkürzung der Wortlängen konnten zudem erhebliche Kosten gespart werden. Vgl. hierzu exemplarisch:
Helfferich, Behn, Meyer & Co. / Arnold Otto Meyer, Bd. 2
, S. 78f. - Zur generellen Bedeutung der Telegrafie für die wirtschaftliche Globalisierung:
Wenzlhuemer, Connecting the Nineteenth-Century World
.
Lager; auch: Lagerhaus, Magazin, Speicher, Warenhaus, Warenvorrat
Dampfschiff; auch: Dampfbarkasse, Dampfboot, Dampfer, steamboat (englisch), steamer (englisch)
Quarantäne; auch: Quarantaine
Schokolade; auch: Chokoladen-Bonbons, Vanille Choloade, Vanilleschokolade
Pound Sterling [Währungseinheit]; auch: £, £ st., l., Pfund Englisch, Pfund SterlingDas britische Pound Sterling, üblicherweise abgekürzt mit dem Zeichen £, unterteilt sich in shilling, abgekürzt s oder sh, und pence, abgekürzt d (für „denarius“). Ein Pound Sterling entspricht dabei 20 shilling oder 240 pence (1 shilling = 12 pence).
Schoner; auch: SchoonerAls Schoner wird ein Segelschiff bezeichnet, das mindestens zwei, oft aber mehr Masten hat, wobei der vorderte Mast - auch Schonermast genannt - nicht der höchste ist, und der an allen seinen Masten große Schratsegel führt.
Kapitän; auch: Capitän, Capitain, captain (englisch), Kapitaen, Schiffscapitän
Monsun; auch: Monsson, moussons (französisch)
Bugspriet; auch SprietAls Bugspriet oder Spriet wird eine am Bug eines Segelschiffes fest angebrachte, über den Bug weit hinausragende Stange aus Holz oder Metall bezeichnet, die zum Abstützen eines Schiffsmastes oder als Ankerhalterung benutzt wird.
Mangrovenborke; auch: mangrove bark (englisch)
Lotse; auch: Lootse, Lotsendienst, Loots-Wesen, Lootsen-Ordnung, pilotage (englisch)
Krankheit; auch: Ägyptische Augenkrankheit, Cholera, Gehirnerweichung, Gelbes Fieber, Hypochondrie, Malaria, Nervenkrankheit, Neurasthenie, Ruhr, Wahnvorstellungen
Arbeit; auch: labour (englisch)
Kaufleute, fremde; auch: ausländische Firmen, ausländische Kaufleute, ausländische Unternehmen, fremde Firmen, fremde Unternehmen
Europäer, Europäerin; auch: Westländer
Mission, christliche; auch: Missionar
Wohnung; auch: apartment (englisch), Apartment, country house (englisch), Haus, Landhaus, Wohngebäude, Wohnhaus, Wohnsitz
Seeräuber; auch: Flußräuber, Piraten, Piratenwesen
Sycee; auch: Shanghai Sycee, Ssaissie-SilberUngemünztes Silber, das in China zu Zahlungszwecken genutzt wurde, bezeichnete man als Sycee.
Papier; auch: Pergament-Papier, Reispapier, Steindruckpapier, Zeitungspapier
Kuli; auch: Coolie, Koolie, Kulie, Kuliehandel, Kulihandel, Lastenträger„Kuli“ war in China und anderen Ländern Ostasiens im 19. Jahrhundert die übliche Bezeichnung für einen ungelernter Hand- oder Hilfsarbeiter, der vor allem als Lastenträger beschäftigt wurde.
Zahlung; auch: Auszahlung, Barzahlung, Bezahlung, Disbursement, Einzahlung, Geldüberweisung. Giro Verkehr, payment (englisch), Rückzahlung, Vorausbezahlung, Zahlungsanweisung, Zahlungsausfall, Zahlungsbedingungen, Zahlungsbereitschaft, Zahlungsmethode, Zahlungsmodus, Zahlungsschwierigkeit, Zahlungsverkehr, Zahlungsverweigerung, Zahlungsverzögerung
Währungskurs; auch: Buchungskurs, Cours, Curs, Kurs, Kursdifferenzen, Kurskontrakte
Opium; auch: Droge, Gift, Rauschgift
Sicherheit [für Vorschüsse, Kredite, Darlehen und Anleihen]; auch: security (englisch)
Schiffsmannschaft; auch: Equipage, Mannschaft
Spirituosen, Spirituosenhandel